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12 Ergebnisse beim Agrargipfel?

Auf der Seite des BMEL wurden 12 Ergebnisse des Agrargipfels vom 2.12.2019 veröffentlicht. Hier nachzulesen: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2019/244-landwirtschaftsdialog.html Es scheint mir so, als wären manche Punkte schon vor der Veranstaltung geschrieben worden. Ich habe mir die Punkte mal im Einzelnen angesehen und meinen Senf dazugegeben. Was zum Schluss übrigbleibt, ist recht wenig. Einrichtung einer „Zukunftskommission Landwirtschaft“, die unter Einbindung von Praktikern, Wissenschaftlern und gesellschaftlichen Akteuren, praxistaugliche Wege für eine produktive und ressourcenschonende Landwirtschaft aufzeigen wird. –> Das ist tatsächlich ein neues Ergebnis. Man darf gespannt sein. Im Herbst 2020 wird es ein weiteres Treffen der heutigen Runde im Bundeskanzleramt geben, um bis dahin erreichte Ergebnisse und Fortschritte sowie weiteren Handlungsbedarf zu besprechen. –> Gut, wenn sich die Kanzlerin dafür nochmals Zeit nimmt. Wenn nicht… Koalition etc…. Es wird ein Treffen der Bundeskanzlerin und Bundesministerin Julia Klöckner mit dem Handel im Bundeskanzleramt geben. –> das hätte ja schon längst passiert sein können. Kein Ergebnis dieser Runde. Start eines nationalen Dialogforums zur Landwirtschaft durch das Bundesministerium sowie einer Informationskampagne zur besseren gegenseitigen Wertschätzung –> ist bekannt, kein Ergebnis dieser Runde, …

Weihnachtsgeschenk für Kinder

Normalerweise mache ich hier keine Werbung. In diesem Fall mache ich eine Ausnahme, denn das Kinderbuch, geschrieben von Guido Höner (kenne ich von top agrar) und illustriert von Noemi Bengsch ist wirklich toll gelungen. Es ist vor allem eines: realistisch. Es werden genau die Maschinen, Geräte und Gebäude gezeigt, die heute auf jedem normalen Bauernhof zu finden sind. Die Texte sind kindgerecht und ehrlich. Was die Treckerfarbe (rot bzw. blau) angeht, so kann man darüber sicherlich in Fachkreisen diskutieren. Aber das werden die Kinder sicherlich nicht merken. Ein kleines Quiz am Ende des Buches vertieft das Gelesene. Auch das ist pfiffig gemacht. Das Buch ist im Landwirtschaftsverlag Münster-Hiltrup erschienen. Zum Bestellen hier die ISBN-Nummer. ISBN 978-3-7843-5636-5

Dezember-Rüben (Video)

Zum wahrscheinlich letzten Mal in 2019 ein Video aus dem Feld. Das dürften dann wohl auch die letzten Rüben sein, die in Deutschland gerodet werden. Im Norden und Süden liegen die schon länger am Feldrand. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren   Und wer wissen will, wie es früher ging, hier ein Video aus der Schweiz. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren  

Runter vom Gipfel…

Ich bin wieder zurück auf dem Hof. Bin von Berlin noch nach Ulm zu einem Vortrag vor Schweinemästern gefahren. Im Ulmer Münster habe ich für die Politiker aller Parteien gebetet. Und nachgedacht. Wie alles geschah Am 4. September 2019 wurde das Agrarpaket bekannt, am 7. September standen die ersten grünen Kreuze auf den Feldern um den Ängsten, Sorgen und auch der Ohnmacht vieler Landwirte Ausdruck zu verschaffen. In einem stillen Protest, vor allem gegen das Agrarpaket. In einer unglaublichen Woge der Solidarität standen schnell einige hundert , dann Tausende von Grünen Kreuzen überall in Deutschland. Es folgte, vier Wochen später, Anfang Oktober, die Gründung der Bewegung „Land schafft Verbindung“ mit zahlreichen Demonstrationen. Die größte Demo – mit rund 8.500 Traktoren – fand in Berlin statt. Dieser laute Protest war dann auch der Auslöser für den Agrargipfel am 2.12. 2019 bei der Kanzlerin in Berlin. Die Einladungsliste Eingeladen wurden zu diesem Gipfel die üblichen Verdächtigen, vor allem die üblichen Verbände, die allerdings in den Wochen vorher nicht zu bemerken waren. Was der GaLaBau, die Imker, Biogas, …

Eine Roadshow…

Hier ein Kommentar von „agrarheute“ zu den Ergebnissen des Agrargipfels. Und warum diejenigen, die mit dem Trecker nach Berlin gefahren sind, jetzt aufpassen müssen. https://www.agrarheute.com/politik/liebe-landwirte-achtung-falsche-show-562313 Mein Artikel kommt morgen.  

Wie war´s bei der Kanzlerin?

2. Dez. 2019 um 14 Uhr. Eine erste Stellungnahme von Nadine und mir, eine Stunde nach dem Agrargipfel bei der Kanzlerin. Wir sitzen hier am Hauptbahnhof, haben uns einen Kaffee gegönnt und unseren ersten Eindrücke festgehalten. Alles weitere später. Die Medien haben ja auch schon vieles berichtet und werden es noch berichten. Erst einmal durchschnaufen und die Gedanken sortieren. Ob es was gebracht hat? Ja, denn #grüne Kreuze und #Land schafft Verbindung haben es bewirkt, dass im Kanzleramt erstmals seit längerer Zeit wieder mit der Branche gesprochen wurde. Ob sich was ändert? Ich bin nach diesem Treffen sehr ernüchtert. Aber ich muss noch nachdenken. Sitze derzeit im Zug nach Ulm, wo ich morgen einen Vortrag habe. Kann also mit der Analyse noch etwas dauern. Ist ja Adventszeit, Zeit der Erwartung… Bis dahin könnt ihr ja die Pressemeldung des BMEL lesen… https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2019/244-landwirtschaftsdialog.html Übrigens: die Milchkanne auf dem Foto habe ich der Kanzlerin geschenkt. Ihr wisst schon, wegen  5G an jeder Milchkanne…   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken …

Agrarwende – jetzt konsequent

Alle wollen die Agrarwende. Nachdem wir aus der Atomkraft und aus der Braunkohle aussteigen, ist es ja nicht unwahrscheinlich, dass die Regierung beschließt, auch aus der konventionellen Landwirtschaft auszusteigen. Die Gründe, die sie dafür anführen könnte: mehr Klimaschutz, mehr Insekten und überhaupt mehr Artenschutz, keine Überdüngung, mehr Tierwohl und so weiter. Wir wollen jetzt nicht darüber streiten, ob diese Ziele tatsächlich damit erreicht werden, aber dem Bürger wird es gefallen, den Grünen hat man ein Schnippchen geschlagen und die Große Koalition kann weiter regieren. Wenn das so käme, so hätte das finanzielle Konsequenzen. Ich habe das mal durchgerechnet: Deutschland verfügt über rund 16,5 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche. Nach Abzug der derzeitigen Flächen der Ökobetriebe teilen sich die konventionell bewirtschafteten Flächen in rund 11,32 Mio. Hektar Ackerland und 4,06 Mio. Hektar Grünland auf. Weil die Umstellungsprämien je nach Bundesland unterschiedlich hoch sind, habe ich mir die Freiheit genommen, einen Durchschnittssatz von 300 €/ha bei Ackerland und 270 €/ha bei Grünland anzusetzen, der zu den derzeitigen Flächenprämien hinzukommt. Billig wird das nicht… In der Multiplikation mit der …

Bio: jetzt trifft es auch diesen Markt

Was passiert, wenn bei politischen Überlegungen der Markt „vergessen“ wird? Das beschreibt der nachfolgende Artikel. Die Bio-Ware ist nicht vermarktbar und wie das dann in einer Marktwirtschaft so ist, fällt der Preis. Das wird aber in vielen Medien nicht erwähnt… Jetzt wird auch dieser schöne Nischenmarkt „konventionalisiert“. Den Handel und Verbraucher wird es freuen. https://www.nachrichten.at/wirtschaft/zu-viel-bio-getreide-preis-faellt-um-ein-viertel;art15,3150945

Was ich Frau Merkel fragen will…

Am Montag, dem 2.12.2019 bin ich ins Bundeskanzleramt zu Frau Merkel eingeladen. Insgesamt sind es 39 verschiedene Adressaten, die mit ihr und Frau Klöckner über die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland diskutieren sollen. Dazu sind drei Stunden Zeit. Nun kann sich jeder vorstellen, was da wohl herauskommen wird. Ich muss mir also schon genau überlegen, was ich in der Kürze der Zeit vortragen will, um ein Minimum an Wirkung zu erzielen. Für meinen Redebeitrag habe ich mir deshalb eine (sicher unvollständige) Reihe von produktionstechnischen, wirtschaftlichen  und vielleicht auch ethischen Zielkonflikten und Widersprüchen in der Landwirtschaft aufgeschrieben, zwischen denen die Politik eine Güterabwägung zu treffen hat. Das tut sie bisher auch schon, aber zunehmend einseitig, mit vermutlich fatalen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen für Landwirte, Beschäftigte in den vor- und nachgelagerten Sektoren und die Verbraucher in unserem Land. Ein solcher „Agrargipfel“ wird sicherlich gänzlich anders verlaufen als ein Auto- oder Stahlgipfel. Die eingeladenen Organisationen (z. B. DBV, DLG, BÖLW, AbL und BDM) vertreten zum Teil nur Partikularinteressen und haben deshalb eine z.T.  unterschiedliche Sicht und Wertung der …

Vernunft in der Agrarpolitik…

Zitat: „45 Professoren der Agrarökonomie haben sich in einer Erklärung zur agrarpolitischen Wende geäußert, die jetzt von der Bundesregierung geplant ist.“ https://www.agric-econ.uni-kiel.de/Abteilungen/marktlehre/research/download/Appell%20Agrar%F6konomen.pdf Der Text liest sich in weiten Teilen, als wäre er vor kurzem veröffentlicht worden. Hier ein Ausschnitt: „Wir unterstützen das Bestreben, in Zukunft mehr Wert auf den Verbraucherschutz, die Sicherheit unserer Nahrungsmittel und auf artgerechte Tierhaltung zu legen und erkennen in dieser Hinsicht die Notwendigkeit von Veränderungen. Wir sind aber nicht davon überzeugt, daß die jetzt angestrebte Agrarpolitik einen Beitrag zu diesem Ziel leisten kann, sondern halten sie für verfehlt.“ Tatsächlich stammt die Erklärung aus dem Jahr 2001.  Und schon damals war von „Agrarfabriken“ und „industrieller Landwirtschaft“ die Rede. Und von Verbraucherschutz, Bio-Landbau, Subventionen… Von den Unterzeichner dürfte heute wohl niemand mehr in Amt und Würden sein. Es wäre aber interessant zu erfahren, ob sich ihrer Meinung nach bis heute etwas geändert hat. Gerade den etwas älteren Kommentator*innen dürfte der ein oder andere Name noch bekannt vorkommen. Bauer Willi