Monate: Juni 2018

Gleich hinter der Grenze: Kühe in Belgien

Ich war zu einem Vortrag in Belgien. Gleich hinter dem Grenzübergang biegt man nach Eynatten/Raeren ab. Eingeladen hatte das Regionalparlament, gemeinsam mit dem Bauernbund und den Ländlichen Gilden. Die arbeiten hier sehr gut zusammen. Was auffällt, wenn man nach Ostbelgien kommt, ist die Tatsache, dass fast alle Kühe auf der Weide laufen. Dazwischen viele Hecken, also gerade so, wie sich das der Bürger vorstellt. Ich habe Marc Schröder vom Bauernbund über die Landwirtschaft in Ostbelgien befragt. Dort läuft manches anders als in Deutschland. Aber das Problem des Strukturwandels gibt es auch hier. Aber seht selbst: 0

Gerade eingetroffen…

ist die „Wiesbadener Erklärung“, der Beschluss der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauerntages. Hier die Kernforderungen zum EU-Finanzrahmen und zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020. https://media.repro-mayr.de/79/715879.pdf Ihr dürft gerne kommentieren. Ich habe auch eine Meinung, aber lasse euch den Vortritt. Euer Bauer Willi     0

Grenzen des Wachstums

Die Natur will Vielfalt. Dieser einfache Satz, den ich zuerst von Michael Horsch gehört habe, verfolgt mich jetzt immer mehr. Wir Bauern haben dieses Gesetz in den letzten Jahrhunderten immer wieder gebrochen. Und tun es immer noch. Was ich jetzt schreibe, wird vielen Bauern nicht gefallen. Und ganz ehrlich: mir gefällt es auch nicht. Aber wahrscheinlich werden wir an dieser schmerzlichen Erkenntnis nicht vorbeikommen. Grenzüberschreitung Ackerbau Unsere Ackerbaubetriebe sind immer größer und spezialisierter geworden und der Trend geht weiter. Und dies mit noch größerer Geschwindigkeit als in den letzten Jahrzehnten. Fruchtfolgen werden immer weniger nach ackerbaulichen Gesichtspunkten gestaltet als vielmehr nach ökonomischen. Das ist kein Vorwurf, keine Kritik sondern vielmehr eine Folge unseres Wirtschaftssystems. Wir produzieren was Geld bringt. So wie andere Branchen auch. Das hat gerade in intensiven Ackerbauregionen zu sehr kurzen Fruchtwechseln geführt. Raps-Weizen-Weizen in Schleswig-Holstein oder East Anglia, mehrmals hintereinander Mais auf Mais in Ländern Osteuropas sind die Extreme. Oder Soja-Mais-Soja-Mais in den USA, wo zudem die Unkrautbekämpfung oft ausschließlich mit Glyphosat in gentechnisch veränderten Sorten erfolgt. Das Imperium schlägt zurück Gemeint …

Neue grüne Ehrlichkeit…

Es ist ja ein beliebter Sport unter Bauern, ständig über die „Grünen“ zu schimpfen. Und auch eine Reihe von Agrarjournalisten machen das gerne. Der Grund dürfte naheliegend sein: Dem Leser zu gefallen. Von daher wird wohl auch selten darüber berichtet, dass es selbstkritische Stimmen innerhalb dieser Partei gibt, die der Wissenschaft mehr Platz einräumt. https://www.gruene.de/ueber-uns/2018/impulse-debattenbeitraege-zum-grundsatzprogramm/vom-schwierigen-verhaeltnis-zwischen-gruen-und-wissenschaft.html Dies trifft auch für den Artikel bei Spiegel Online zu, in dem sich Theresia Bauer, grüne Ministerin in Baden-Württemberg, für einen anderen Umgang mit neuen Züchtungsmethoden, insbesondere CRISPR-Cas, stark macht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/die-gruenen-und-die-chancen-der-gentechnik-gastbeitrag-theresia-bauer-a-1214385.html Es wäre erfreulich, wenn diese Stimmen Oberhand gewinnen würden. Und für die Agrarbranche wäre es erfreulich, mal für einen Moment innezuhalten und das Grünen-Bashing zu überdenken. Nur mal so, als Tipp. Ist ja gerade Bauerntag… Wie hieß noch mal ein Song während einer Fußballweltmeisterschaft 2006? „Zeit das sich was dreht“. Gilt für beide Seiten. Euer Bauer Willi Wer sich jetzt nicht regt, wird ewig warten Es gibt keine Wahl und kein zweites Mal Die Zeit bereit, nicht zu vertagen Du fühlst, du träumst Du fühlst, du glaubst, du fliegst Du fliegst …

Einer der meistverkauften Wirkstoffe…

Stellen Sie sich vor, Sie hören von einem Wirkstoff, der weltweit in riesigen Mengen verkauft wird. Der zudem noch sehr billig ist und schon lange auf dem Markt. Sie hören von einem Wirkstoff, der zu einer Gruppe gehört, die zu den 16 häufigsten Todesfällen in den USA führt. Der in der Schwangerschaft zu einer fruchtschädigenden Wirkung führen kann. Der für Netzhautveränderungen verantwortlich gemacht wird und die Wirksamkeit von Impfstoffen herabsetzen kann. Hohe Dosen des Wirkstoffes können zu einer lebensgefährlichen metabolischen Azidose (Übersäuerung) mit Atemlähmung und Bewusstlosigkeit führen. Außerdem kann das Innenohr geschädigt werden, was sich in einem Hörverlust oder Tinnitus äußert. Auch Nierenschädigungen sind beschrieben worden. Übelkeit, Erbrechen und Sodbrennen sind bekannte Nebenwirkungen. Sie hören von einem Wirkstoff, der erwiesenermaßen die Blutgerinnung herabsetzt, was aber akzeptiert wird, weil die Alternative 100mal teurer ist.  Rote Blutplättchen werden irreversibel geschädigt. (Werden aber vom Körper wieder neu gebildet) Ob der Wirkstoff Bauchspeicheldrüsenkrebs auslöst oder verhindert, ist nicht eindeutig geklärt. Die mittlere letale Dosis dieses Wirkstoffes bei Ratten (LD 50) liegt bei 200 mg/kg Körpergewicht. (zum Vergleich: Koffein 192 mg/kg Körpergewicht). Er kann im Urin …

Disteln, Brennesseln… und Schmetterlinge…

Für einen Bauern gehören Disteln und Brennesseln nicht gerade zu den wichtigen Pflanzen. Eher im Gegenteil, er will sie auf seinem Acker am liebsten nicht sehen.  Neben unserem Acker ist jetzt eine Fläche, die seit rund einem Jahr nicht mehr bewirtschaftet und folglich nicht mehr „gepflegt“ wird. So würde es jedenfalls jeder Bürger bezeichnen, weil die Fläche „verwildert“. Jetzt haben sich dort Ackerkratzdisteln etabliert, die mittlerweile mannshoch sind (oder sollte ich doch korrekter  „manns/fraushoch“ sagen?) In diesem Distelfeld habe ich jetzt unglaublich viele Schmetterlinge entdeckt, die die Blüten besuchen. Und nicht nur Schmetterlinge, sondern auch viele verschiedene Wildbienen und Hummeln. An einer anderen Stelle, diesmal auf unserem Gelände neben dem Hof sind mir Brennesseln aufgefallen, auf denen Hunderte von Raupen die Brennessel-Blätter abfressen. Und aus Raupen werden ja bekanntlich auch wieder Schmetterlinge. Solche Wildflächen sind also für Insekten ein wertvolles Biotop und darum lasse ich die Pflanzen stehen. Vielleicht lasst ihr in eurem Garten auch eine „dreckige Ecke“ als Refugium für die Insekten stehen…? 1

Tierhaltung: Wissen, Emotionen, Strategien

Mirjam Lechner war bei mir auf dem Hof. Mirjam ist eine absolute Expertin für die Schweineproduktion und sowohl als Erzeugerberaterin wie auch als Fach-Referentin deutschlandweit sehr gefragt. Sie kennt nicht nur die landwirtschaftliche Praxis ausgezeichnet, sondern darüber hinaus auch die Besonderheiten und Schwierigkeiten der Vermarktung. Hier mal ein paar Sätze von Mirjam: „Wenn Vertrauen geht, kommt Papier!“ „Tierschutz als Bezahlfaktor haben wir noch nicht“ und „Tierschutz gibt es nicht im Sonderangebot“ „Die Leistungssteigerung ist an ihre Grenzen gekommen“ „Wir brauchen eine neue Ehrlichkeit, über Probleme auch reden zu dürfen“ „Viele Landwirte wollen gerne anders produzieren und warten auf den Markt dazu“ Das Interview dauert zwar 25 Minuten, ist aber spannend bis zum Ende. Unbedingt sehen müssen es Landwirte, Tierärzte, Professoren und wirkliche Tierschützer. Und Konsumenten sowieso. Es ist für jeden etwas dabei. Wer direkten Kontakt aufnehmen will, hier die Homepage: https://www.stallaktiv.de/ Das Interview ist auch als Audio-Datei sehr spannend anzuhören. Wer möchte kann HIER die mp3 herunterladen und sich das Interview auf dem Schlepper oder im Auto anhören.   0

Alternative Behandlungsmethoden bei Schweinen

Das ist das Thema der Masterarbeit von Philip. Dazu macht er eine Umfrage unter allen Schweinehaltern, egal ob Ferkelerzeuger oder Mäster. Hier der Link, der noch bis Ende Juli gültig ist. https://umfrage.itz.uni-halle.de/limesurvey/index.php/867286/lang-de Ich habe mal einen Probelauf gemacht. Die Fragen sind sehr klar und schnell zu beantworten. Mehr als 3 Minuten solltet ihr dazu nicht benötigen. Also nicht auf die lange Bank schieben und gleich mitmachen. Im Auftrag 🙂 Bauer Willi   0