Alle Artikel mit dem Schlagwort: Bürokratie

Politische Ignoranz des Ministers

Jürgen Donhauser hat zwei Briefe an Alois Rainer geschrieben. Wer den Namen nicht kennt: Herr Rainer ist der aktuelle Landwirtschaftsminister (CSU). Auf den ersten Brief hat Jürgen  eine nichtssagende Antwort bekommen, weshalb er einen zweiten Brief geschrieben hat, auf den er jetzt eine etwas längere Antwort bekommen hat. Zwar nicht vom Minister („Sie werden verstehen, dass er keine Zeit hat“), sondern von einer Mitarbeiterin, Frau Dr. Rabea Scholz. Er hat ihr nun einen dritten Brief geschrieben, in dem er den zweiten Brief seziert und auf seine Ernsthaftigkeit überprüft. Die Erläuterung von Jürgen Donhauser ist in blau und kursiv geschrieben. Sehr geehrter Herr Donhauser, Vielen Dank für Ihr Schreiben an Alois Rainer in seiner Funktion als Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Der Bundesminister hat Ihr Schreiben gesehen und mich gebeten, Ihnen zu antworten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass er aufgrund der Vielzahl von Anfragen, die ihn täglich erreichen, nicht persönlich antworten kann. Vielen Dank auch für Ihre offenen Worte. Wir können Ihre Sorge um die Zukunft Ihres Hofes, Ihrer Familie und Ihrer Mitarbeitenden nachvollziehen. …

Der unbelehrbare Verbraucher?

Zu diesem Ergebnis muss man kommen, wenn man den nachfolgenden Beitrag liest. Alle Bemühungen einer Supermarktkette in England, die Verschwendung von Lebensmitteln beim Konsumenten zu reduzieren, sind gescheitert. Jetzt wurde das Projekt erfolglos beendet. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/lebensmittelverschwendung-sainsbury-s-stoppt-projekt-15582582.html Immerhin hat es mal jemand versucht, statt nur zu reden. Ich kann die Sprechblasen  von „mehr Wertschätzung unserer Lebensmitteln“ bald nicht mehr hören. Egal von welcher politischen Partei oder den diversen Nicht-Regierungsorganisationen. Diese Sprüche sind genau so hohl wie die ständigen Absichtserklärungen für ein Schulfach Ernährung und Landwirtschaft. Und dann passiert wieder nichts. Alles was weggeworfen wird, hat einmal Kosten verursacht. Für die Arbeit, die Energie usw. Jeder weiß das. Doch wie bekommen wir das hin, dass sich etwas ändert??? Es hilft ja nicht, es ständig zu beklagen. Habt ihr neue Ideen? Welche, die auch einfach umzusetzen sind? Und wer fängt damit an? Euer Bauer Willi

Ein Gesellschaftsvertrag mit der Landwirtschaft

„Gesellschaftsvertrag“. Eigentlich ein alter Begriff, der in letzter Zeit aber auch im Zusammenhang mit Landwirtschaft und Gesellschaft benutzt wird. Was ist  das Ziel eines solchen Vertrages? Wenn man sich die Texte dazu ansieht, dann soll es darum gehen, zwischen den Wünschen der Gesellschaft und der praktischen Landwirtschaft einen Konsens herzustellen. So nach dem Motto: Wir reden solange miteinander, bis wir uns einig sind, wie und unter welchen Voraussetzungen unsere Lebensmittel erzeugt werden. Beispiele für solche Ansätze findet ihr am Ende des Artikels reichlich. Nun finde ich Dialog ja gut und so ein Gesellschaftsvertrag wäre eine gute Sache für beide Seiten, damit die Kritik aneinander weniger wird. Doch ich habe da ein paar Fragen: Die Gesellschaft, wer ist das? Wer sitzt am Tisch, wenn dieser Vertrag ausgehandelt wird? Wer vertritt die diversen Gruppierungen, wer nimmt für sich in Anspruch, „die Gesellschaft“ zu vertreten? Sind das politische Parteien, sind es die Kirchen, sind es NGO´s, ist es die Wissenschaft?  Nun könnte man ja sagen, dass alle oben genannten Gruppen zu einem solchen Dialog eingeladen werden. Aber wo …

In Freude und Dankbarkeit…

..gebe ich bekannt, dass nach über 9 Monaten Wartezeit endlich meine Sachkundenachweis-Pflanzenschutz-Scheckkarte eingetroffen ist. Sie ist 54 mm hoch und 85 mm breit und wiegt 5 g. Wer wissen will, wie sie aussieht klickt bitte hier. 40 € hat sie gekostet und mehrere Stunden Schulung. Mein Studium der Agrarwissenschaften war die Zulassung zu dieser Schulung. Jetzt darf ich das, was ich immer schon durfte: Pflanzenschutzmittel einkaufen und anwenden.  Wer aber glaubt, dass ich das jetzt bis zu meinem Lebensende darf: weit gefehlt.  Alle drei Jahre müssen meine Kenntnisse aufgefrischt werden. Und es gibt eine neue Karte. Und wenn der Kontrolleur kommt,  muss ich nicht nur meine Sachkundenachweis-Pflanzenschutz-Scheckkarte sondern auch das Schulungszeugnis und meinen Personalausweis vorlegen.  Wo hab ich jetzt bloß das Schulungszeugnis hingelegt? Gehe jetzt erst mal suchen…. Euer Bauer Willi P.S.: Was ich fast vergessen hätte: auch Biobetriebe müssen den Sachkundenachweis erbringen. Aber wieso das denn jetzt? Tja, auch Biobetriebe müssen mal zwischendurch Pflanzen schützen mit zugelassenen Mitteln. Und ohne Nachweis geht das nicht. Genau so wie Waldbesitzer. Weil die Wildverbissmittel an die kleinen Bäume …