„Man darf ja heute nichts mehr sagen“
Es ist eine der beliebten Aussagen unserer Zeit: „Man darf ja heute nichts mehr sagen!“ Richtig laut wird dieser Satz seltsamerweise immer dann, wenn jemand etwas gesagt hat – und zwar extrem laut, öffentlich und ohne jede Rücksicht. Wer einen kritischen Artikel schreibt, ein Video veröffentlicht oder einen Podcast der nicht dem Mainstream entspricht, wird danach oft von einem Sturm aus Wut, Pöbeleien und persönlichen Beileidigungen geflutet. Es sind oft dieselben Stimmen, die für sich eine grenzenlose Meinungsfreiheit einfordern, diese Freiheit anderen aber absprechen wollen. Sobald Fakten benannt, Widersprüche aufgedeckt oder kritische Fragen gestellt werden, schlägt die Verharmlosung in Aggression um. Die Botschaft hinter dem Shitstorm ist eindeutig: Du sollst nichts mehr sagen. Meinungsfreiheit ist keine Einbahnstraße. Sie schützt das Recht, Positionen zu beziehen – sie schützt aber nicht vor der Reaktion darauf. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Wer gegenseitigen Respekt durch digitale Erpressung und persönliche Beleidigung ersetzt, um kritische Berichterstattung einzuschüchtern, zeigt vor allem eines: dass die Argumente ausgegangen sind. Das Grundgesetz schreibt: (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift …










