Autor: Bauer Willi

Aktuelles vom Südtiroler Bauernbund

Am Samstag, 24.2. war die Jahresversammlung des Südtiroler Bauernbundes. Die Tagesschau (RAI Südtirol) berichtet darüber ab etwa Minute 11. Von den 6 Minuten, die RAI Südtirol mich interviewt hat, bringt man den belanglosesten Satz. Das ärgert mich. Der Vortrag ist nämlich  bei den Zuhörern sehr gut angekommen. Und das zählt. http://raisudtirol.rai.it/de/index.php?media=Ttv1652212800%C2%A0# Die Zeitungsmeldung ist etwas versöhnlicher: https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/muessen-luecke-zwischen-produzenten-und-konsumenten-schliessen Insgesamt hat mich die Veranstaltung sehr beeindruckt, weil zu spüren war, wie groß der Rückhalt der Landwirte in der Bevölkerung ist und wie gut der Bauernbund mit den gesellschaftlichen Gruppen zusammenarbeitet.  

Was zum Hören

Philipp und Fabian haben mich nach meinen Eindrücken von der Brasilienreise mit Farm-Tours gefragt. https://shows.acast.com/agrarmarktpodcast/episodes/bauer-willi-agrarreise-brasilien Den Agrarmarktpodcast findet ihr auch auf Facebook und Instagram. Das Interview mit mir beginnt nach etwa 10 Minuten. Gruß aus Südtirol. Über die Jahresversammlung des Südtiroler Bauernbundes später. Wir sind ja im Urlaub…

Mach mal Pause…

Am Freitag werden meine Frau und ich nach Südtirol aufbrechen, wo ich am Samstag, 24.2. 2024 im Kulturhaus Walther von der Vogelweide bei der Jahresversammlung des Südtiroler Bauernbundes den Festvortrag halten darf. Hier findet ihr das Interview, das ich im Vorfeld gegeben habe: https://www.sbb.it/de/sbb-news/detail/wir-sind-die-essensmacher Weil ich am 6. März einen Vortrag in Jenbach/Rotholz in Tirol/Österreich in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt halten darf, werden wir die Tage dazwischen dazu nutzen, die Seele baumeln zu lassen, Freunde zu treffen und die wunderbare Welt der Alpen zu geniessen. Das bedeutet, dass ich ernsthaft vorhabe, für eine Weile Urlaub von allem zu machen, also auch von den Sozialen Medien. Ob und wie lange mir das gelingt, wird man sehen. In der Zwischenzeit könnt ihr mal Themen in die Kommentare schreiben, über die wir hier diskutieren können. Euer Bauer Willi

ZKL: vom “Runden Tisch” auf die “Lange Bank”

Die Leitung der ZKL hat gewechselt. Prof. Strohschneider hat jetzt Aufgaben in Brüssel übernommen. Seine Nachfolge wurde von Prof. Achim Spiller und Frau Prof. Regina Birner übernommen. Top Agrar hat ein Interview mit beiden geführt und sie nach Zielen und Aufgaben befragt. https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/wir-wuenschen-uns-mehr-mut-und-innovationsbereitschaft-von-politischer-seite-20000584.html? Mir persönlich fehlt die Vorstellungskraft, dass die Vorschläge, die die ZKL vor Jahren gemacht hat, jemals umgesetzt werden. Trotzdem wünsche ich beiden viel Erfolg.

Bundeswaldgesetz – demnächst neu

Über den Referentenentwurf zum neuen Bundeswaldgesetz wird viel und zum Teil heftig diskutiert. Ich habe keine Ahnung vom Thema und bin mit rund 1 Hektar Wald auch nicht wirklich betroffen. Die nachfolgenden Ausführungen fand ich für eine Bewertung hilfreich. https://www.forstpraxis.de/neues-bundeswaldgesetz-das-plant-cem-oezdemir-fuer-die-waldbesitzer-22545 Weil ein Aufreger-Thema auch das Mountainbiken im Wald ist, hierzu ein separater Artikel: https://www.forstpraxis.de/bundeswaldgesetz-gibt-es-einen-guten-kompromiss-zum-mountainbiken-im-wald-22722  

Das meint ein Sozialforscher zum “Bauern-Aufstand”

Im nachfolgenden Artikel analysiert ein Sozialforscher die “Bauernaufstände” und geht dabei der Frage nach, ob Bauern “rechts” sind. Er kommt zu einem anderen Ergebnis als die Agrarsoziologin der Uni Göttingen. https://www.focus.de/experts/sozialforscher-analysiert-ist-der-bauernaufstand-rechts_id_259549643.html Der Text ist vom 6. Januar, aber immer noch gültig.

Killertomaten…

Wenn Selbstverständlichkeiten zur “Gefahr” werden, ist eine NGO nicht weit. Irgendwie muss es doch gelingen, die Aufmerksamkeit zu gewinnen. (Das Foto mit den schwarzen Tomaten stammt aus unserem Garten… 🙂 ) Die Killertomaten sind zurück

Der Tierwohl-Cent

In den Medien wird kaum darüber berichtet, in den landwirtschaftlichen Fachblättern sehr wohl. Cem Özdemir plant eine Abgabe auf Fleisch, um damit Landwirte zu unterstützen, die in mehr Tierwohl investieren wollen. Markus Vahlefeld wollte von mir als Landwirt wissen, was ich davon halte. Die Idee ist ja gut, aber dann kommen die Fragen und Zweifel… Das Interview beginnt nach 10 Minuten.  Die Ausführungen im Vorspann teile ich nicht alle… https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/kultur-und-wissenschaft/leib-und-speise/leib-und-speise-der-tierwohl-cent#id-article  

Erbsen, Ackerbohnen, Sojabohnen

Derzeit ist in der Diskussion, die Stillegung von 4% der Ackerfläche eines Betriebes noch einmal für ein Jahr auszusetzen, wenn stattdessen Leguminosen angebaut werden. In unserem Wochenblatt LZ Rheinland wurden aktuell die Ertragsdaten der Sortenversuche veröffentlicht. Normalerweise liegen die Ergebnisse in den Versuchen etwa 5-10% über denen in der Praxis. Sie geben einen guten Überblick über die die Jahreseffekte. In den nachfolgenden Links sind Deckungsbeitragsrechnungen zu finden, die allerdings nicht den aktuellen Stand der Preise wiedergeben. Wenn man Erlöse und Preise der Jahre bis 2022 heranzieht, liegen die Deckungsbeiträge von Erbsen und Ackerbohnen langjährig im Bereich von 200-400 €/ha und damit in unserer Anbauregion Rheinland deutlich unter Getreide, Zuckerrüben oder Raps. Aktuell nähern sich die Preise wieder dem Niveau der Jahre vor 2022 an. https://www.lfl.bayern.de/iba/pflanze/327743/index.php https://www.topagrar.com/heftplus/lohnt-der-anbau-von-koernerleguminosen-13211352.html Zu berücksichtigen ist noch die Vorfruchtwirkung der Leguminosen, die als Stickstoffsammler für die nachfolgende Frucht von Bedeutung ist. Diese kann mit rund 100 €/ha in Anrechnung gebracht werden. Eine Einschränkung könnte jedoch dazu führen, dass der Anbau von Leguminosen trotzdem nicht stattfindet. “Agrarheute” schreibt “Die Kommission schlägt vor, dass …

Bauern: von der Mitte nach rechts?!

Ich habe in den letzten 50 Jahren, in denen ich wählen darf, meine Einstellung nicht geändert. Ich habe immer eine Partei der sogenannten “Mitte” gewählt. Das war bisher die CDU oder auch die FDP. In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben sich aber die Positionen dieser Parteien in eine Richtung bewegt, die man allgemein “links” nennt. Ich habe mich aber nicht mitbewegt. Wenn sich also “meine” Parteien aus der Mitte nach links bewegt haben und ich meine Position nicht verändert habe, wo stehe ich dann? Richtig, rechts. Ohne eigenes Zutun, nur durch die Verschiebung der Koordinaten. So wie mir geht es offensichtlich auch vielen anderen, mit denen ich über diese Thematik rede. Sie fühlen sich mit dieser Einordnung unwohl und so geht es mir auch, weil mit der Bezeichnung “rechts” oft auch “rechtsradikal” oder “rechtsextrem” verbunden wird. So auch bei einem Interview des NDR am 7.2.2024 mit einer Agrarsoziologin der Uni Göttingen, die darin die Begriffe “rechts”, “rechtsextrem” und “rechtspopulistisch” gebraucht und diese Attribute  Organisationen wie LSV und Freie Bauern zuweist. Namentlich wird in diesem …