Autor: Bauer Willi

Teure Lebensmittel – Verlogener Lebensmittelhandel

Lebensmittel sind teuer. Stimmt. Sie sind auch deshalb teuer, weil sich das Oligopol von Rewe, Edeka, Lidl, Aldi und ihren Tochtergesellschaften derzeit dumm und dusselig verdient. Die Preise für viele Rohstoffe sind in den letzten Wochen und Monaten nämlich enorm gefallen. Die stark gesunkenen Preise gibt der Lebensmittelhandel aber nicht oder nur in Trippelschritten an den Konsumenten weiter. Beispiel gefällig? Für Brotweizen bekommt der Landwirt aktuell nur knapp 16 € /100 kg. Es ist noch nicht lange her, da wurde dafür deutlich mehr als 20 € bezahlt. Der Preis für Schweinefleisch beträgt aktuell 1, 45 €/kg. Vor gut einem halben Jahr waren es noch über 2 €. Auch der Milchpreis ist auf Talfahrt. Wenn Milch billiger wird, müsste in der Folge auch die gesamte „Weiße Linie“ (Produkte aus Milch) ebenfalls billiger werden. Geradezu schamlos ist das Agieren bei Kakao und Schokolade: hier ist der Preis von Januar 2025 bis heute von rund 11.500 USD auf 5.000 USD gefallen. Die Schokolade bleibt aber nach wie vor teuer. https://www.finanzen.net/rohstoffe/kakaopreis Nicht von ungefähr ist daher die Schokolade von …

„ErlebnisBauernhof“ – für wen?

Der nachfolgende Text ist von der Facebook-Seite von „WIR vom Land“ geklaut. https://www.facebook.com/profile.php?id=61578847153179 Da ich in diesem Jahr nicht nach Berlin fahre, hier die Frage, ob ihr den Eindruck der Autoren teilt. Hier der Text: *ErlebnisBauernhof* Wenn Symbolik die Realität ersetzt Wer auf der derzeit laufenden INTERNATIONALEN GRÜNEN WOCHE 2026 die Halle 3.2 mit dem Titel ErlebnisBauernhof betritt, liest groß den Anspruch: 👉 „Nahrung sichern – Natur schützen“. Wer sich dann umschaut, erlebt jedoch eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Zwei Traktoren. Keine relevanten landwirtschaftlichen Maschinen. Keine Exponate, die ernsthaft zeigen, wie Lebensmittel heute produziert werden. Kein Stallkonzept. Keine Technik zur Bodenbearbeitung. Keine Erntetechnik. Keine Lösungen für Tierhaltung, Pflanzenschutz, Wasser- oder Nährstoffmanagement. Stattdessen: Handelskonzerne, Lebensmittelindustrie, Verbände der Ernährungswirtschaft. Das ist kein Zufall. Es ist ein Symptom. Vom Bauernhof zur Schaufensterfläche Der sogenannte ErlebnisBauernhof ist kein Ort mehr, an dem Landwirtschaft erklärt wird, wie sie tatsächlich stattfindet. Er ist eine ideologisch weichgespülte Bühne, auf der über Landwirtschaft gesprochen wird – aber nicht mit ihr. Der Apfel wächst hier rhetorisch noch am Baum. Praktisch endet die …

Herr Grethe, Sie irren…

Wie angekündigt, werde ich ab sofort immer am Samstag einen Artikel bringen. Quasi als „Wort zum Sonntag“. 🙂   Und eventuell auch mittwochs. In der top agrar gibt es ein Interview mit Prof. Grethe, in dem er nach dem Erfolg bzw. Misserfolg von Borchert-Kommission, ZKL und anderen Initiativen zum Tierwohl gefragt wird. Er ist der Meinung, dass das Thema weiter wichtig bleibt. Ich bin da anderer Meinung. https://www.topagrar.com/schwein/news/stillstand-beim-tierwohl-ist-keine-option-20022255.html Über viele Jahre haben  sich Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft bemüht, das Thema Tierwohl eigenverantwortlich zu bearbeiten. Die ITW (Initiative Tierwohl) hat mehrere Haltungsformen beschrieben, deren Nomenklatur von 1 bis 5 heute auf fast jedem Stück Fleisch und  Wurst zu finden ist. Es gibt kaum einen Verbraucher, der diese Nomenklatur nicht schon mal gesehen hat. Die frühere Bundesregierung hat zusätzlich mit dem Tierhaltungskennzeichnungsgesetz ein staatliches Siegel für Schweinefleisch eingeführt, das im Wesentlichen dem der ITW entspricht. Bis heute ist davon aber nichts im Markt zu sehen,weil sein Inkrafttreten auf 2027 verschoben wurden. Zuviele Fragen in der Umsetzung sind bisher einfach offen geblieben.  Meiner Meinung nach kann es weg, es braucht …

Der SPD-Deutschland-Korb

Wenn Sozi´s in den Markt eingreifen wollen: Wie kann man nur auf so eine Idee wie den „Deutschland-Korb“ kommen. (Ok, ich kenne auch ein paar wenige vernünftige SPD-Wähler) https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/spd-vorschlag-lebensmittelpreise-deutschland-100.html Was steckt dahinter? Zitat: „Bei der Idee des „Deutschland-Korbs“ ist Griechenland Vorreiter. Im November 2022 wurde ein „Haushaltskorb“ als Reaktion auf die hohe Inflation in dem Land eingeführt. Supermärkte müssen ab einer bestimmten Umsatzgröße wöchentlich ihre Preise für 51 Produktkategorien auf einer staatlichen Plattform veröffentlichen. So können Verbraucherinnen und Verbraucher vergleichen. Der Deutschland-Korb – ein freiwilliges Tool, mit dem so ganz nebenbei auch noch konsequenter gegen versteckte Preiserhöhungen vorgegangen werden soll. Das würde dann allerdings der Staat übernehmen.“ Logisch, dass die „Big Four“ des Lebensmitteleinzelhandels dagegen Sturm laufen. Und wenn „der Staat“ meint, er könnte in die Preisbildung des LEH eingreifen, dann glaubt er auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Ja, ich weiß, ich wollte etwas kürzer treten, aber das mit dem Korb ist nun doch wirklich Blödsinn…oder etwa nicht?    

Das Wort zum Sonntag…

Die Reaktionen auf meinen Artikel von Montag hatte ich so nicht erwartet. Zum einen, weil diese durchweg positiv waren (was mich gefreut hat), zum anderen, weil er als eine Art „Abschiedsbrief“ interpretiert wurde. Wie im Text beschrieben, werde ich kürzer treten,“einen Gang runterschalten“ aber nicht „den Mund halten“. Alle, die das erwartet hatten, muss ich enttäuschen. 🙂 Damit eine gewisse Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit in die Texte kommt, habe ich geplant, jeweils am Samstag einen Text zu veröffentlichen, der dann am Sonntag und nachfolgenden Tagen kommentiert werden kann. Wenn es genügend Material gibt, werde ich zusätzlich mittwochs einen weiteren Text zur Diskussion stellen. Damit bleibt der Blog (hoffentlich) lebendig. Und wenn es dann noch etwas ganz Wichtiges sein sollte, erlaube ich mir, mich dazwischen auch noch zu Wort zu melden. Aber es soll ja nicht in Arbeit ausarten… 🙂 Wenn Ihnen als Leser interessante Themen auffallen, die Sie gerne diskutiert haben wollen, können Sie dies hier in den Kommentaren tun oder per Mail an willi@bauerwilli.com. Aktuell bin ich unterwegs nach Raisting am Ammersee. Vergangene Woche war …

Elf Jahre Bauer Willi – Zeit, einen Gang runterzuschalten

Am nachfolgenden Text habe ich seit langem gearbeitet. Ich habe ihn immer wieder umformuliert, Zeilen gestrichen, andere ergänzt. Vermutlich ist er immer noch nicht ganz fertig, aber er muss jetzt raus.  Liebe Freunde, Wegbegleiter und treue Leser, alles hat seine Zeit. Am 12. Januar 2015, also vor genau elf Jahren habe ich den ersten Beitrag auf diesem Blog veröffentlicht. Mein Ziel war es immer, Brücken zu bauen – zwischen der Landwirtschaft und den Verbrauchern, zwischen Stall und Supermarkt. Nach über einem Jahrzehnt intensiver Debatten und wunderbarer Begegnungen habe ich mich entschlossen, das Projekt „Bauer Willi“ in seiner bisherigen Form nicht weiterzuführen. Elf Jahre sind in der digitalen Welt eine Ewigkeit, und ich merke, dass es Zeit ist, einen Gang runterzuschalten. Ein Rückblick voller Dankbarkeit Wenn ich heute zurückblicke, bin ich stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben. Der Blog und seine vielen Kommentatoren haben der Landwirtschaft ein Gesicht und eine Stimme gegeben und hitzige Debatten durch echte Einblicke geerdet. Dass heute etwas anders über die Arbeit auf dem Acker und im Stall gesprochen wird, …

Mercosur…Merz…Mist…

Nach 25 Jahren Verhandlung wurde das Mercosur–Abkommen von seiten der EU-Kommission verabschiedet. Das EU-Parlament muss noch zustimmen. Deutschland hat dem Abkommen zugestimmt, Frankreich, Polen, Ungarn, Österreich und Irland votierten dagegen.  Damit es wirksam wird, muss das EU-Parlament es noch absegnen. https://www.deutschlandfunk.de/eu-staaten-billigen-mercosur-abkommen-unterzeichnung-steht-bevor-100.html Bundeskanzler Merz begrüsst, dass das Abkommen nun unterzeichnet werden kann. https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pressemitteilungen/bundeskanzler-merz-zur-einigung-zum-eu-mercosur-abkommen-2402138 Mit keinem Wort erwähnt er, dass die Landwirte aus ganz Europa vehement protestiert haben. Er verhält sich wie die ehemalige Kanzlerin Merkel: beide hatten und haben für diese Branche nichts übrig. Was bei Merz jedoch hinzukommt: er macht sich nicht einmal die Mühe, die Kritik der Landwirtschaft aufzunehmen und zu erklären, warum er trotzdem für Mercosur gestimmt hat. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass Länder wie Frankreich, Polen oder auch Österreich dagegen votiert haben. Diesen Regierungen sind ihre Landwirte noch etwas wert. Zugegeben: die französischen Bauern haben radikaler demonstriert, wenn man das Abkippen von Mist denn als radikal bezeichnen will. In Deutschland haben die Bauern offensichtlich inzwischen resigniert. Es waren nur noch wenige am 8. Januar auf der Strasse. https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/mercosur-kompromiss-warum-immer-noch-bauern-protestieren,mercosur-136.html Von Seiten …

Zuckersteuer?

Diese Pressemitteilung habe ich von gleich zwei Verbänden bekommen. Es freut mich, dass man die Initiative ergreift. Sehr geehrter Herr Dr. Kremer-Schillings, der Lebensmittelverband Deutschland und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) starten ihre Kampagne „Kein echter Norden ohne Zucker“. Mit der Initiative reagieren die Verbände auf aktuelle politische Vorschläge der schwarz-grünen Landesregierung in Schleswig-Holstein zur Einführung einer Zuckersteuer. Ziel der Kampagne ist es, eine sachorientierte Debatte über Ernährungspolitik zu fördern und populistische Ansätze, die in die Rezepturhoheit der Lebensmittelhersteller eingreifen, entschieden zurückzuweisen. Eine staatliche Abgabe würde ohne nachweislichen gesundheitlichen Effekt genau diesen Kern der Produktentwicklung treffen. Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer von Lebensmittelverband und BVE betont: „Im Norden weiß man, was gut schmeckt. Eine Zuckersteuer braucht hier niemand. Die Rezepturhoheit gehört in die Küche der Lebensmittelhersteller und nicht in politische Debattenräume. Der gesundheitliche Nutzen solcher Steuern ist fraglich. Keine der oft angeführten Modellierungsstudien erfüllt die wissenschaftlichen Anforderungen, die für politische Entscheidungen nötig wären. Eine echte Verbesserung für die Lebensqualität der Menschen erreicht man nur durch Bildung, Bewegung und ein vielfältiges Angebot.“ Mit dem Claim „Kein echter …

NABU verkauft Fleisch einer ausgestorbenen Rasse

Genau genommen ist es nicht der NABU, sondern die NABU-Agrar-Umwelt gGmbH, die Fleisch vom „Auerochsen“ verkauft. https://www.nabu-agrar-umwelt-gmbh.de/fleischverkauf/fleischverkauf-heckrind/ Tatsächlich handelt es sich aber um das Fleisch des Taurusrindes, dass eine Rückzüchtung darstellt. Der NABU e.V. stellt nämlich selber fest, dass der Auerochse ausgestorben ist. https://rlp.nabu.de/natur-und-landschaft/beweidungsprojekte/auerochse/index.html Quellen geben das Jahr 1627 an. Und so lange wird sich das Fleisch ja nicht gehalten haben. 🙂 Von daher handelt es sich im streng juristischen Sinne um Verbrauchertäuschung. Aber das ist bei einer NGO nun nicht wirklich ungewöhnlich, schließlich dient es ja einem guten Zweck  🙂 Verkauft wird das 10-Kilo-Paket mit verschiedenen Fleischstücken zum Preis von 160 €.

Die nächste Generation…

Die Seite „BioWissKomm“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, über Biologie wissenschaftlich zu kommunizieren, eben bio-wiss-komm. Der aktuelle Beitrag von Wolfgang Nellen beschäftigt sich mit der Stellung der „Neuen Züchtungstechniken“ in Europa und der Welt. Diese sind die nächste Generation (der Züchtung), aber mit Sicherheit nicht die letzte (Generation). Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Hier ein Zitat aus dem Artikel: „Landwirtschaft mit gentechnisch optimierten Pflanzen hat sich in einigen Fällen bereits durchgesetzt und wird sich weiter und immer schneller durchsetzen. Dass Europa eine Insel der „Gentechnikfreiheit“ wird, ist äußerst unwahrscheinlich und gewiss nicht zielführend. Es ist nur eine Frage, ob Europa dazu einen Beitrag leisten und damit auch Einfluss auf sinnvolle Regulierung nehmen will.“ In eigener Sache: Ich bin von Dienstag morgen bis Freitag abend unterwegs zu Vorträgen. Es kann deshalb mit dem Freischalten von Kommentaren etwas dauern.