Autor: Bauer Willi

Die Kartoffel muss weg!!

„Im Widerstand gegen moderne Technik argumentieren Aktivisten und professionelle Mahner mit immer demselben Muster: Gefahren und Risiken sind nie beherrschbar. Entsprechend wäre es an der Zeit, eine der am meisten unterschätzten Bedrohungen für unsere Zivilisation endlich niederzuringen. Die Kartoffel muss weg. “ So beginnt der Artikel „Wir brauchen die Kartoffelwende“ von Ludger Weß, in der er beschreibt, warum die Kartoffel in der heutigen Gesellschaft wohl nie in den Anbau und schon gar nicht auf den Teller gekommen wäre. Wir brauchen die Kartoffelwende! Der Artikel endet mit den Sätzen: (Vorsicht: kann Teile von Ironie enthalten) „Kurz zusammengefasst: Die Kartoffel ist ein Erbe des Absolutismus, ein Symbol der Globalisierung, ein patriarchalisches Instrument zur Unterdrückung der Frau, und daneben assoziiert mit Völkermord, verheerenden Krankheiten und dem Materialismus. Der Kampf gegen die Kartoffel ist daher eine soziale und politische Notwendigkeit. Die Kartoffel ist voller Gift. Sie muss weg.“ Wenn man den gesamten Text gelesen hat (was eine intellektuelle Freude ist) könnte man fast zu dem Entschluss kommen, dass die Kartoffel tatsächlich verboten werden müsste. Ludger Weß versteht  was vom …

Von Zuckerrüben, Alu-Hüten und Chemtrails…

Das Thema von gestern (zurückgehender Zuckerrüben-Anbau) ist auch in Österreich ein Thema. Hier wird es aber schon brisanter. Wegen der fehlenden Rübenmenge soll eine der zwei Zuckerfabriken geschlossen werden. Und jetzt geht es um Arbeitsplätze! Das ruft eine Tageszeitung auf den Plan, die in einem sehr pointierten Kommentar auch das niedrige Niveau der Debatte in den Focus nimmt. https://kurier.at/wirtschaft/erfolgreiche-kampagne-gegen-die-zuckerruebe/401012414 Wie kritisch die Situation in Österreich ist, kann man im nachfolgenden Artikel lesen. Immerhin hatte die Landwirtschaftsministerin Köstinger zum Krisengipfel geladen. https://www.topagrar.at/ackerbau/news/so-soll-der-ruebenanbau-in-Oesterreich-gesichert-werden-12340461.html Was aber auch klar ist: eine Notfallzulassung in Österreich verzerrt den Wettbewerb innerhalb der EU. Daher sollte eine solche für 2021 auch in Deutschland erteilt werden.   1

Zuckerrüben und die EU – so geht´s nicht!

Dieses Jahr sind sie wieder da: die gelben Flächen in den Rübenfeldern. Auch bei uns, denn wir haben nicht aufgepasst, eine Insektizidspritzung unterlassen und so hat die Grüne Pfirsichblattlaus den Vergilbungsvirus auch in unsere Rübenfelder getragen. Die Saugschäden der Blattläuse könnte ich verschmerzen, aber die Übertragung des Virus nicht. Es ist so in etwa das „Corona der Zuckerrüben“. Zuletzt habe ich solche Bilder in meiner Jugend gesehen, als es die sehr wirksame und effektive Beize mit Neonics noch nicht gab. Jetzt ist sie im zweiten Jahr verboten und wir müssen wieder mit der Spritze breitflächig mit Insektiziden die Flächen abfahren. Was für eine Wahnsinn! Statt 90 g Wirkstoff/ha zielgenau an jeder einzelnen Pflanze jetzt mehrfach und mit höheren Wirkstoffmengen über die gesamte Fläche. Das ist ökologischer Schwachsinn. Ich will das nicht. Und auch die Naturschützer müssten es begreifen. Unterstützung aus der Politik Dieser Ansicht schließt sich auch Ministerin Heinen-Esser in NRW an. Ich zitiere aus der LZ Rheinland 36/2020, Seite 13: (Zitat:) „…Trotzdem stelle sie auch hier „Unsinnigkeiten“ fest. Damit „sind wir um 20 bis …

Was will uns der WDR damit sagen?

Diese Grafik ist seit gestern auf der Facebook-Seite von Quarks, einer Sendereihe des WDR zu finden. Sie macht mich schon einigermaßen sprachlos. Cui bono? Wem nutzt sie? Und was wäre die Konsequenz? Landwirtschaft einstellen? Solche verkürzten Informationen sind unverhohlene Stimmungsmache gegen Landwirte. Ja, gegen die Landwirte, denn sie machen die Landwirtschaft aus. Und ich bin Landwirt. Ganz unten zu lesen: Die Daten beruhen auf einer Studie, die vom NABU in Auftrag gegeben wurde. Mit als Quelle wird BCR angegeben. Die Abkürzung steht für Boston Consulting Group.  Wer die ganze Studie (in Englisch) lesen will: 2020-09-the-biodiversity-imperative-for-business-final2-002 Ich habe sie noch nicht gelesen und, ganz ehrlich, auch keinen Bock mehr es zu tun. Weil ich mir schon denken kann, was dabei wieder herauskommt. Boah eh! 4

Zu trocken? Zu nass? Die Fakten

Unsere Erinnerung trügt oft. In diesem Artikel sind zahlreiche Auswertungen zum Niederschlag der vergangenen Jahrzehnte gemacht worden. Nach Jahreszeiten, nach Bundesländer etc. Eine interessante Datenquelle. Ob da ein Trend erkennbar ist? Urteilt selbst. P.S.:Bei uns hat es wieder nicht geregnet. Es ist zum Verzweifeln  🙁 Niederschlagsentwicklung in Deutschland seit 1881 0

Waldsterben 2020 – die stille Katastrophe

Wer jetzt, September 2020 durch das Sauerland (oder auch andere Regionen) fährt, ist entsetzt. In jeder Woche, die die Trockenheit und die Hitze anhält, sterben mehr Bäume ab. Mittlerweile sind nicht nur Nadelbäume betroffen, sondern auch Laubwald. Die Ursachen sind vielfältig: die trocken-heißen Sommer nun schon im dritten Jahr, geringere Winterniederschläge,  diverse Pilzkrankheiten, aber ganz besonders der Borkenkäfer. Die Situation ist in einigen Regionen Deutschlands katastrophal. Die Arbeit von Generationen ist in wenigen Monaten wertlos geworden. Hier eine sehenswerte Reportage, die das recht gut beschreibt. https://www.3sat.de/gesellschaft/makro/wald-der-zukunft-ganze-sendung-100.html Was mir in dieser Sendung auffällt: nicht einmal die Experten haben eine überzeugende Lösung. Douglasien oder Elsbeere werden zwar als mögliche Kandidaten für den Waldumbau genannt. Aber ganz sicher ist man sich da auch schon nicht mehr, weil der Zusammenbruch der Bestände – gerade jetzt in 2020 – doch deutlich schneller voranschreitet als erwartet. Ganz allgemein wird die Anlage von Mischwald empfohlen, was aber nicht neu ist. Was mir noch auffällt: die sonst so aktiven NGO, die in den 1980er das Waldsterben publikumswirksam inszenierten, sind jetzt von der Bildfläche …

Frontal 21 – am 22.9.: „Pestizide“ und „Zucker“

Ich schaue Frontal 21 grundsätzlich nicht, obwohl ich da mal einen Auftritt hatte. Die Sendung ist meiner Meinung nach niveaulos und reißerisch. Dann doch lieber Phoenix oder ARTE. Die Sendung heute abend 22.9.2020 dürfte wieder ein „Glanzstück“ an billiger Polemik und Quotenhascherei sein. Zwei Themen, wegen der ich mir die Sendung trotzdem ansehe, auch wenn mich das möglicherweise wütend macht. Thema „Pestizide“. Es geht um die alte Geschichte rund um den Ort Mals in Südtirol, wo versucht wurde, in der Gemeinde Pflanzenschutzmittel – vor allem im Obstbau – zu verbieten. Trotz langem Rechtsstreit ohne Erfolg.Die Auseinandersetzung wurde mit harten Bandagen geführt. Auf einem Plakat, dass in München aufgehängt wurde, wurde der Eindruck erweckt, dass die Abdrift einer Spritze unkontrolliert durch die Gegend weht. Es stellte sich heraus, dass auf dem Foto ein Bio-Bauer Schwefel als Pulver im Weinbau ausbringt. Das sieht natürlich dramatischer aus. Auch wegen anderer Vorfälle hat der dortige Landwirtschaftslandesrat  (und mit ihm 1.500 Obstbauern) Strafanzeige wegen übler Nachrede zum Schaden der Südtiroler Landwirtschaft eingereicht. Auch aktiven und ehemaligen Vorständen des Umweltinstituts und …

Fungizideinsatz in Winterweizen

Diese Praxisdaten eines Beraters der LWK NRW sind beeindruckend. Danke für die Bereitstellung. In 2020 wurde die Zeile „einmalige Fungizidbehandlung“ eingeführt. Die Erhebung umfasst 1124 Hektar im Rheinland. Da soll mal einer sagen, die Landwirte gingen nicht verantwortlich mit Pflanzenschutzmitteln um.   0