Autor: Bauer Willi

Eine TV-Reportage, ein Bio-Bauer und eine Redaktion

Um die nachfolgende Korrespondenz zu verstehen, muss man sich erst das Video ansehen und dort den Satz von Minute 1:57 bis 2:18. Dort geht es darum, dass der Sprecher sagt, das Tierfutter besser direkt in die menschliche Ernährung gehen sollte. Gezeigt wird ein Futterwagen mit Grassilage und/oder  Futtermais. https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/alles-wissen/sendungen/welcher-fleischersatz-ist-zukunftsfaehig,video-146484.html Dieter Euler, Bio-Bauer (Demeter)  seit 1986, hat diese Aussage nicht gepasst und so hat er an die Redaktion des Hessischen Rundfunk geschrieben. Daraus entsteht ein sehr lehrreicher und unterhaltsamer Mail-Verkehr über einige Mythen (Unwahrheiten) in der Tierhaltung. Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Thomas Ranft, gestern abend haben wir uns die Sendung „Alles Wissen“ im hessischen Fernsehen angesehen. In einem der späteren Berichte haben Sie irgendwann die Frage gestellt: „Ist das eigentlich so?“ Das folgende bezieht sich auf den Beitrag zum Fleischersatz: Speziell von Minute 1:57 bis 2:18 kann man den Beitrag  – unter wohlwollender Betrachtung –  als Satire bezeichnen. Es ist davon die Rede, dass der Fleischersatz aus Soja hergestellt wird und man dabei die Pflanzen direkt isst (auch bei der Herstellung des Fleischersatzes aus …

Samstag morgen – Rübensaat

Auf die Schnelle ein Video von der Rübensaat heute morgen. Mulchsägerät, GPS-Steuerung. Ist ein Lohnunternehmer. Die Bedingungen für die Saat könnten kaum besser sein. Früher wäre auch gegangen, aber da war der Boden doch deutlich feuchter. So ist es besser. Und wenn es demnächst wärmer wird, sind die Keimlinge auch bald da. +1

Pressekonferenz Klöckner zur GAP (Video) – und was aus der Praxis

Hab ich mir nebenher angehört. Für einen Samstag trotzdem eine gute Wahl. https://www.bmel.de/SharedDocs/Videos/DE/Presse/statement-kloeckner-gap-kabinett.html Und hier die dazu passende Pressemitteilung https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/058-gap.html Wer wissen will, was ich am Freitag (gestern) gemacht habe, hier ein Bericht aus der Praxis: +2

Wie geht das? Preise vom 15.4.2021

Drei Preise von gestern. Bitte nur auf den Preis pro Kilo schauen Erdbeeren aus Spanien: Plastiktunnel. Pumpwasser. Pflücker aus Nordafrika. Bio-Paprika (Klasse II) aus Spanien: Plastiktunnel, Pumpwasser. Pflücker aus Nordafrika. Das Schweinefleisch ist nicht gekennzeichnet. Herkunft vermutlich Deutschland. Eigenschaft;  „in Deiner Region bekannt“ https://shop.rewe.de/p/schweine-rueckenbraten/8091629 So viel zum Thema „Kodex des Lebensmittelhandels“ +4

Bio boomt, aber…

Den nachfolgende Artikel der ZEIT halte ich für sehr ausgewogen, wenn es um die Frage geht, wie sich der Ökolandbau weiter einwickeln wird. https://www.zeit.de/2021/08/oekologische-landwirtschaft-biobranche-oekolandbau-umweltschutz-corona/komplettansicht Im Text auch eine interessante Berechnung: wenn das Ziel der EU-Kommission nach 25% Bio-Anteil bis 2030 erreicht werden soll, so kostet dies alleine für Deutschland 1 Milliarde Euro. Eine Komplettumstellung auf 100% Bio halten übrigens alle Experten „in absehbarer Zukunft lediglich für ein theoretisches Gedankenspiel“ +4

Der Lebensmitteleinzelhandel und der ehrbare Kaufmann

Ich habe mir den Verhaltenskodex des Lebensmitteleinzelhandels, veröffentlicht am 29. März 2021,  vorgenommen und in blauer Schrift meine Kommentare dazugeschrieben. Bei der Verfassung des Kodex hat ein Jurist ganze Arbeit geleistet… Hier der Link zum vollständigen Kodex. https://einzelhandel.de/index.php?option=com_content&view=article&id=13253 II. Fairness in der Lieferkette 1. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel bekennt sich zu den geltenden Regeln des Zivil-, Lauterkeits-, und Wettbewerbsrechts. Das finde ich großartig! Sie „bekennen“ sich zu den Regeln…Das klingt wie: „wir wollen die Gesetze einhalten“…. 2. Die Unternehmen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels lehnen Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen ab, welche landwirtschaftliche Erzeuger entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen, und verwenden entsprechende Klauseln nicht. Sie fühlen sich den Grundsätzen des ehrbaren Kaufmanns und des lauteren geschäftlichen Handelns verpflichtet. Gesetzliche Vorgaben, welche dazu bestimmt sind, im Interesse der anderen Marktteilnehmer der Lebensmittellieferkette das Marktverhalten zu regeln, werden selbstverständlich beachtet. Etwaig bestehende Marktmacht wird nicht missbräuchlich ausgenutzt. „Unangemessen benachteiligen“…Was ist mit „angemessen benachteiligen“??? Die Marktmacht soll nur nicht „missbräuchlich“ ausgenutzt werden. Ansonsten ist das schon erlaubt…? Die Grundsätze des „ehrbaren Kaufmanns“ habt ihr schon lange verlassen. 3. …

Borchert – oder – die Quadratur des Kreises

Arnold Krämer kenne ich aus dem Praktikernetzwerk des BMEL und als Kommentator aus meinen Blog. Heute im Ruhestand, berät er immer noch Betriebe in ökonomischen Fragen, vor allem im Raum Weser-Ems. Von daher kennt er sich mit der Tierhaltung besonders gut aus. Ich wollte von ihm wissen, was es mit der Borchert-Kommission auf sich hat.   Arnold, die Borchert-Kommission hat ja ein Ergebnis präsentiert. Kannst Du kurz die wesentlichen Punkte zusammenfassen? Das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung, an ihrer Spitze der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Borchert, hat im Februar 2020 im Auftrag des BMEL Vorschläge und Empfehlungen zum Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland vorgelegt. Der Kommission gehörten neben Vertretern der Landwirtschaft auch Vertreter von NGO‘s, Wirtschaftsverbänden sowie Wissenschaftler an. Sie stellte fest: „Es zeigt sich ein erheblicher Handlungsbedarf zur Verbesserung des Tierwohlniveaus in der Nutztierhaltung, die im scharfen Kontrast zur bisher zögerlichen Weiterentwicklung sowohl des europäischen und des deutschen Ordnungsrechts, wie auch der Förderpolitik in diesem Bereich steht“. Zur Verbesserung des Tierwohls sind durch das Ordnungsrecht bereits erzwungene, (z.B. durch Tierschutznutztierhaltungs-Verordnung), zum Teil freiwillig umgesetzte Maßnahmen (z. B. durch Initiative …

Experimentierfeld Schweiz – Blaupause für Europa?

In der Schweiz soll im Juni über zwei Initiativen abgestimmt werden, die die Landwirtschaft dort grundsätzlich verändern würde. Aber nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Ernährung, denn eine Verknappung von Lebensmittel und stark ansteigende Preise sind sehr wahrscheinlich. Ich habe Samuel gefragt, um was es geht und welche Folgen es haben könnte, wenn die Vorschläge der Initiativen angenommen werden.   Hallo Samuel, Du bist Landwirt in der Schweiz und Präsident von https://www.bauern-unternehmen.ch/. Auf diesem Portal wettert ihr ganz schön gegen zwei Initiativen, die bei euch im Juni zur Abstimmung stehen. Kannst Du kurz zusammenfassen, um was es in den beiden Initiativen geht? Die Trinkwasserinitiative (TWI) will, dass nur noch die Betriebe Direktzahlungen erhalten, welche pestizidfrei produzieren. Zudem darf kein Antibiotika prophylaktisch eingesetzt werden und es dürfen nur so viele Tiere gehalten werden, wie mit auf dem Betrieb produzierten Futter ernährt werden können. Die Betriebe welche dies nicht einhalten können, sollen zukünftig keine Direktzahlungen mehr erhalten.  Die Pestizidverbotsinitiative (PVI) verbietet den Einsatz synthetischer Pestizide in der landwirtschaftlichen Produktion. Die Einfuhr zu gewerblichen Zwecken von Lebensmitteln, die …

Aldi, Lidl und Co. geloben Besserung

Wenn man das nur glauben könnte. Ein Selbstverpflichtungs-Kodex des Lebensmitteleinzelhandels will Frieden mit den Bauern.   https://www.focus.de/finanzen/boerse/wirtschaftsticker/aldi-lidl-rewe-und-co-wird-fleisch-teurer-wie-sich-supermaerkte-mit-bauern-versoehnen-wollen_id_13147241.html Zitat: „Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel hat ein großes Interesse an einer heimischen Landwirtschaft und einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Erzeugern. Dabei handelt es sich keineswegs nur um ein Lippenbekenntnis“, betonte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Wenn er das schon dabei schreibt, dass es nicht nur ein Lippenbekenntnis ist… Wenn man das nur glauben könnte +1

Insekten- und Vogelsterben – anders betrachtet

Dr. Herbert Nickel beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Insekten. In seinem Vortrag, der viele sehr aufschlussreiche Grafiken enthält, macht er deutlich, dass die Begründung „Die Bauern und die Pestizide sind schuld“ zu kurz gesprungen ist. Hier ein Zitat von seiner Homepage: „Ganz grundsätzlich ist es der seit rund 200 Jahren ablaufende, soziökonomisch bedingte Wandel in der Landnutzung und das damit einhergehende Verschwinden der Weidetiere in traditioneller und extensiver Haltung aus unserer Landschaft. Dieser Nutzungswandel beeinträchtigt nicht nur die Zikaden und andere Insekten, sondern Flora und Fauna ganz allgemein.“ Und damit kann ich mich dann wieder anfreunden. Nehmt euch die Zeit, und schaut euch das Video in voller Länge an. Es lohnt sich.   +10