Autor: Bauer Willi

Lebensmitteleinzelhandel: Was kümmert mich mein Geschwätz…

Es war zu erwarten: Wenn das Geld nicht mehr so locker sitzt, wird wieder billiger eingekauft. Das merkt auch der Lebensmitteleinzelhandel und bewirbt zunehmend Fleisch aus den Haltungsstufen 1 und 2. Vergessen sind die Beteuerungen, dass man bis zum Jahre 2030 nur noch Fleisch aus den Haltungsstufen 3 und 4 anbieten will. Wenn der Kunde nicht mitspielt, vergisst man halt man schnell seine großkotzigen Ankündigungen von gestern. Dazu schreibt top agrar einen ausführlichen Artikel https://www.topagrar.com/schwein/news/tierwohlfleisch-steigt-der-handel-aus-b-20027139.html Hier einige Zitate: „Immer deutlicher zeigt sich, dass der Lebensmitteleinzelhandel seine Strategie bzw. Ziele beim Thema Tierwohl korrigiert. Das Ziel „100 % HF 3 und 4 bis 2030“ ist längst nicht mehr bei allen in Stein gemeißelt. Und der LEH baut in Gesprächen mit der Wertschöpfungskette massiv Druck auf die vorgelagerten Stufen auf. Hintergrund dürfte sein, dass der Absatz von Fleisch aus höheren Haltungsstufen schlechter läuft als gedacht. Die Verbraucher kaufen angesichts der angespannten Lage der privaten Haushalte lieber preiswertes Fleisch. Zu beobachten ist auch, dass der Handel sich in seinen Tierwohlzielen nicht mehr einig zu sein scheint. Verschiedene Handelsunternehmen …

Bericht vom Feld 15.7.2026

Seit dem letzten Bericht hat sich viel getan. Ich berichte nur über die Region, die ich übersehen kann, oder was ich von Berufskollegen aus anderen Regionen gesagt bekomme. Gerne schreiben Sie in  die Kommentare über die aktuelle Situation bei Ihnen, dann aber bitte mit Ortsangabe oder Postleitzahl. Hier in der Region dürfte der Weizen zu 90% geerntet sein. Die Strohbergung ist auch in vollem Gange, so dass wir ein Bild haben wie im Herbst. Mit der Rapsernte haben wir gestern begonnen und wieder aufgehört. Das Rapsstroh ist noch zu grün und ein paar grüne Schoten sind auch noch zu finden. Ich habe gelernt dass man bei der Rapsernte nur einen Fehler machen kann: zu früh dreschen. (Weil dann die grünen Schoten nicht richtig ausgedroschen werden und der Ölgehalt niedriger ist) Wie sieht es mit den Erträgen aus? Wintergerste (wir selbst haben keine) soll gut bis sehr gut gewesen sein. Beim Weizen hatten wir eine Sorte mit einem guten Ertrag, aber niedrigem Proteingehalt (11,2 bis 11,6%) und eine zweite Sorte mit niedrigerem Ertrag, aber hohem Proteingehalt …

„Industrie im Einklang mit der Natur“

Wir sind mitten in der Weizenernte. Daher heute nur ein Link auf einen Artikel aus dem „Focus“. https://www.focus.de/earth/industrie-im-einklang-mit-der-natur-vw-laesst-100-schafe-in-seinem-polnischen-solarpark-arbeiten_bb42055c-a246-478b-9502-57b88db9a2aa.html Um was geht es: Volkswagen hat in Polen ein großes Solarfeld eröffnet und lässt darauf 100 Schafe grasen. Hier ein Ausschnitt aus dem Artikel: Solarenergie und Landwirtschaft vereinen: VW setzt 100 Schafe ein Denn das Weideprojekt gehört zu einer größeren Agrarinitiative, die Solarstrom und Landwirtschaft auf derselben Fläche miteinander kombiniert. Laut „Electrek“ realisieren VW und das deutsche Solarunternehmen Quanta Energy auf diese Weise eines der fortschrittlichsten industriellen Agrivoltaikprojekte Europas. Neben dem offensichtlichen praktischen Nutzen ist auch ein großes wissenschaftliches Forschungsprogramm angegliedert. Gemeinsam mit der Universität für Lebenswissenschaften in Posen wollen Wissenschaftler nämlich untersuchen, wie sich die 100 Tiere auf Biodiversität, Bodenqualität, Vegetation und Mikroklima des Standorts auswirken. Auf den Erkenntnissen dieses Projekts könnten in Zukunft Entscheidungen darüber abgeleitet werden, wie großflächige Solarproduktion und Landwirtschaft auf einer Fläche koexistieren können.“ Um eines von Anfang an klarzustellen: es geht mir nicht um die Photovoltaik. Es geht mir um die Berichterstattung des Focus, der über eine Banalität berichtet. Es scheint …

Bauernsterben…

Zum Wochenende zwei Artikel, die mir in den letzten Tagen aufgefallen sind und von Autoren stammen, die ich persönlich kenne. Der erste Artikel „Bauernsterben“ wurde von Prof. Mathias Binswanger verfasst , der an der Fachhochschule St. Gallen im Fach Ökonomie forscht und lehrt. https://www.derpragmaticus.com/r/bauernsterben Er erläutert unter anderem, warum es für alle Nahrungsmittelerzeuger nahezu unmöglich ist, kostendeckende Preise gegenüber dem Oligopol der Lebensmittelkonzerne durchzusetzen. Der zweite Text stammt von Amos Venema, Landwirt in Norddeutschland (und bekannt durch My Kuhtube) den ich im Praktikernetzwerk von Julia Klöckner kennen und schätzen gelernt habe. Hier ein Asuzug aus seinem Text: „Die Unsicherheit auf der Weltbühne schreit nach mehr nachhaltiger Versorgungssicherheit. Eine Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten fordert das Schicksal geradezu heraus. Was die Politik anscheinend noch nicht ernst genug nimmt, ist beim Einzelhandel schon längst Realität. Wie sollte man sonst das Zitat des Metro-Chefs Steffen Greubel im Focus vom Dezember 2024 werten: „Wir werden eine Situation in Europa erleben, in der wir darauf achten müssen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“ https://www.agrarheute.com/share/1641612 Es stellt sich in beiden Artikeln die grundsätzliche Frage, ob …

Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmittel: Datenerhebung 2024

„Ich will keine Rückstände in meinen Lebensmitteln“. Dieser Satz ist verständlich, aber äußerst schwierig einzuhalten. Denn wenn mit „keine“ Rückstände wirklich „keine“ gemeint sind, so ist es nahezu unmöglich, denn mit der heutigen Labortechnik kann man auch noch kleinste Spuren nachweisen. Dies trifft sowohl für den konventionellen und die Bio-Landbau zu, denn auch Bio-Betriebe betreiben Pflanzenschutz. Deshalb ist es gut, wenn die EFSA ständig die Lebensmittel auf Rückstände untersucht. Das Ergebnis ist beruhigend: Von den 9842 untersuchten Proben (100%) lagen nur 2,4% oberhalb des Grenzwertes, 1,2% wurden aufgrund von Messunsicherheiten als nicht konform eingestuft. Etwas stärker betroffen als andere Kulturen waren Grapefruits, Auberginen, Melonen und Pfeffer. https://www.efsa.europa.eu/de/news/pesticide-residues-food-latest-data-released Man darf annehmen, dass es sich vermutlich um Importware handelt. Ich konnte es nicht zweifelsfrei nachvollziehen. Wer sich für weitergehende Details interessiert, gibt es hier eine interaktive Datensammlung https://multimedia.efsa.europa.eu/pesticides-report-2024

Bericht vom Feld 8. Juli 2026

Es ist trocken. Sehr trocken. Bei uns (20 km westlich von Köln) hat es zuletzt am 19. Juni geregnet. Seitdem kein Tropfen mehr, wohl aber Temperaturen nahe 40 Grad. Und als würde das noch nicht reichen, wehte in den letzten Tage ein stürmischer Wind, der den Boden noch weiter ausgetrocknet hat. Alle weiteren Aussagen gelten nur für unsere Region. Weiter nördlich soll es etwas besser aussehen. Stand der Ernte Die Wintergerste ist hier in der Region geerntet. Die Erträge lagen im langjährigen Schnitt, hier hat Hitze und Trockenheit nichts mehr bewirken können . Gestern habe ich zwei Mähdrescher im Hafer gesehen. Mit der Weizenernte hat man hier nur auf den sandigen Böden in der Rheinniederung begonnen. Auf unseren Lößböden sind aber auch einige Parzellen, in denen in Kürze der Mähdrescher in den Weizen fahren wird. Ich habe an zwei Tagen eine Handprobe gemacht (von Hand gedroschen) und die Feuchte bestimmen lassen. Innerhalb von zwei Tagen ist die Kornfeuchte von ca. 19% auf 16% gefallen. Zur Anlieferung muss der Weizen 15% Feuchte haben, ansonsten gibt es …

Das alles ist Geschichte…

In der vergangenen Woche war ich mit meiner Frau in Bonn. Es gab einen besonderen Anlass, der aber privat bleibt. Unter anderem waren wir auch im „Haus der Geschichte“, das neu gestaltet wurde. Man beginnt im zweiten Stock mit der Nachkriegszeit und wandert dann von oben nach unten bis zu den aktuellen Ereignissen. Was mich ein wenig stolz macht: Dort sind auch die Grünen Kreuze zu sehen, die wir Landwirte 2019 auf den Feldern aufgestellt haben. Ich war derjenige, der diese Aktion „losgetreten“ hat und im Dezember 2019 als „Initiator Grüne Kreuze“ von Angela Merkel ins Bundeskanzleramt zum Agrargipfel eingeladen wurde. https://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_Gr%C3%BCne_Kreuze Angefügt habe ich noch weitere Bilder, die mir aufgefallen sind und heute Geschichte sind… Die Beschriftung  in der Vitrine. Fundsachen aus dem Ahr-Hochwasser Von ihr hört man nichts mehr. Und von Fridays for Future auch nicht. Und auch das fiel mir auf. Ohne Kommentar   Was mögen die Leute unter dem Transparent (1989/90) wohl heute denken?  

Worauf achten Sie beim Lebensmitteleinkauf?

Die EFSA (Europäische Lebensmittelsicherheits-Agentur) hat eine Umfrage gestartet, in der rund 26.000  europäische Konsumenten danach gefragt werden, nach welchen Kriterien sie einkaufen. Verglichen werden die Umfragen von 2022 zu 2025. https://www.efsa.europa.eu/sites/default/files/2025-09/2025%20EB%20103.3%20EFSA%20Report_vfinal.pdf Oberste Priorität hat der Preis, der an Bedeutung gewonnen hat. Danach folgt der Geschmack. Regionalität steht an vierter Stelle und hat an Bedeutung verloren. Ebenso verloren hat der Umwelt- und Klimaaspekt. Auf Seite 15 ist die Listung nach Ländern zu sehen. So unterscheiden sich beispielsweise Deutschland und Österreich deutlich. Auch die weiteren Auswertung sind interessant zu lesen.

Wann ist der BUND e.V. zufrieden?

Es ist nur eine kleine und regionale Meldung, aber sie zeigt, dass es nahezu unmöglich ist, NGO´s zufriedenzustellen. Um was geht es: Im Rheinland wird von der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft ein Spot-Sprayer zur Verfügung gestellt (Trecker, Fahrer und Gerät), mit dem es möglich ist, einzelne Unkräuter zu bekämpfen statt die gesamte Fläche behandeln zu müssen. Das ist ein Riesenfortschritt, den man vor 5 Jahren noch nicht für möglich gehalten hätte.  Somit lassen sich erhebliche Mengen an Herbiziden einsparen. https://www1.wdr.de/nrw/rheinland/rhein-sieg-kreis/landwirtschaft-technologie-pflanzenschutz-100.html Der WDR hat auch den BUND e.V. dazu befragt der dies wie folgt kommentiert: „Spotspraying alleine reiche nicht aus, um die Biodiversität zu schützen. Es sei wichtig, die Landwirte zu alternativen Pflanzenschutzmöglichkeiten zu beraten und dort auch finanziell zu unterstützen. Für fast alle Kulturen gebe es auch nicht-chemische Methoden.“ Die typische Antwort einer NGO: Das geht uns noch nicht weit genug…

Wer ernährt die Welt?

Was meinen Sie, an welcher Stelle Deutschland in einer Liste der Lebensmittel-Exporte steht? Hier eine Liste. Manches hat mich überrascht (Niederlande), anderes wiederum nicht (Brasilien) Fazit: Deutschland ist nicht der Nabel der Welt… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen