Autor: Bauer Willi

Weshalb ich mich aktuell freue…

Ich bin gefragt worden, was es denn mit der Umfrage auf sich hatte. Hier der Grund: Gestern ist er angekommen: Der Vertrag mit dem Westend-Verlag, der mein zweites Buch verlegen wird. Geschrieben habe ich es im Frühjahr 2021, als wegen Corona keine Vorträge möglich waren. Ich hatte nur nie Zeit, mich um einen Verlag zu kümmern. Um was es in dem Buch geht? Ganz einfach: lest einfach mal die über 1.800 Artikel in diesem Blog durch und dann wisst ihr genau, wohin die Reise geht. 🙂 Ich bin vom Verlag gefragt worden, wer denn eine mögliche Zielgruppe ist und ich habe – mehr scherzhaft – geantwortet: Der pensionierte Studienrat, der überall mitredet, aber nicht wirklich Ahnung hat. Tatsächlich gibt es zwei Zielgruppen: diejenigen, die sich ernsthaft damit auseinandersetzen, warum unsere Landwirtschaft so ist, wie sie ist und die Gründe dafür kennenlernen wollen diejenigen, die in und um die Landwirtschaft herum arbeiten und Argumente brauchen, um in gesellschaftlichen Diskussionen bestehen zu können Geholfen haben mir bei dem Buch die vielen Kommentatoren mit ihren mittlerweile über 117.000 …

Selbstversorgung? Es wird eng…

Am Wochenende bin ich mit dem Fahrrad durch die Fluren gefahren, um mir ein Bild über den Zustand der Kulturen zu machen. Das Titelbild zeigt eine Weizenparzelle, in deren Mitte der Boden nicht so tiefgründig ist. Dort ist der Weizen nachhaltig geschädigt. Selbst jetzt einsetzender Regen würde diese Pflanzen nicht mehr “zum Leben erwecken”. In der Rheinniederung, dort wo sandige Böden auf einer Kiesunterlage stehen, sind die Bilder noch dramatischer. Hier im Bild eine Rapsparzelle, deren Blätter schon alle vertrocknet sind. Der Bestand ist sehr licht, man kann weit in den Bestand hineinschauen. Auch hier ist eine massive Ertragseinbuße zu erwarten. Wie sieht es mit der Bodenfeuchte denn aktuell aus? Wieviel Feuchtigkeit ist im Oberboden, wieviel im Unterboden? Das lässt sich sehr gut auf der Seite des Deutschen Wetterdienstes erkennen, wo man verschiedene Stationen auswählen kann. https://www.dwd.de/DE/leistungen/bodenfeuchte/bodenfeuchte.html Wählt man NRW und dort die Station Nörvenich, so zeigt sich, dass der Oberboden kein verfügbares Wasser mehr aufweist. Die Pflanzen vertrocknen. Will man einen Überblick über Deutschland bekommen, so ist dafür der Dürremonitor gut geeignet: https://www.ufz.de/index.php?de=37937 Hier …

Der Krieg in der Ukraine: Eine Zeitenwende für die Agrarpolitik?!

Ein Gastartikel von Alfons Balmann, Direktor des IAMO.  und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates beim BMEL. Absolut lesenswert,  besonders die Hinweise auf die Zielkonflikte. Zum Titelbild: es zeigt die Farben der ukrainischen Fahne: Blau-Gelb. Die Silos sind die “meiner” Genossenschaft. Kaum scheint die Corona-Pandemie mit gewaltigen Belastungen für Gesellschaft, Wirtschaft und öffentliche Haushalte einigermaßen überwunden, löst der Krieg in der Ukraine auf den internationalen Agrarmärkten mit explodierenden Nahrungs-, Futter- und Düngemittelpreisen neue Schockwellen aus. Diese neuen Schockwellen werden andauern und ebenfalls enorme Konsequenzen für Gesellschaft, Wirtschaft und Staatshaushalt haben. Einher geht mit diesen Belastungen und der kaum vermeidbaren Nahrungsmittelkrise in vielen Entwicklungsländern ein neu erwachtes Bewusstsein dafür, dass die ureigenste Aufgabe der Landwirtschaft in der Erzeugung von Nahrungsmitteln liegt. In der Konsequenz dieser Ereignisse werden sich in der Agrarpolitik die Prioritäten verschieben müssen. Allerdings bleiben die bislang ungelösten und drängenden Probleme der Landwirtschaft hinsichtlich Tier-, Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutz bestehen. Es stellt sich damit angesichts der ohnehin großen Herausforderungen die Frage, was die vielbeschworene Zeitenwende für die Agrarpolitik und die politischen Akteure bedeutet und wo Lösungen …

Wählen gehen!

Am Sonntag ist in Nordrhein-Westfalen Landtagswahl. Weil ich mir – vermutlich bei meiner Tour in die Schweiz – eine Corona-Infektion eingehandelt habe (übrigens fast völlig ohne Symptome!) – habe ich am Montag noch die Briefwahlunterlagen angefordert, direkt ausgefüllt und damit meine Stimme abgegeben. Ich bin also meiner “bürgerlichen Pflicht” nachgekommen. (Scherz-Frage: wenn ich die Stimme abgegeben habe, wann bekomme ich die dann wieder zurück?) Da ich mit der Arbeit der Landesregierung, ganz besonders der Arbeit unserer Landwirtschafts- und Umweltministerin Heinen-Esser sehr zufrieden war, wünsche ich mir eine Fortsetzung der derzeitigen schwarz-gelben Koalition. Doch nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Innenministerium oder im Gesundheitsministerium haben wir fähige Minister, die zwar äußerlich nicht sonderlich attraktiv sind, aber dafür innere Werte haben. 🙂 Diese Regierung ist dadurch aufgefallen, dass sie- im Großen und Ganzen – nicht aufgefallen ist und relativ geräuschlos regiert hat.  Sicherlich werden Sie jetzt ein paar Gegen-Beispiele bringen, aber in den wesentlichen Punkten, die eine Landesregierung beeinflussen kann, hat diese Koalition gut gearbeitet. Natürlich hat jeder so seine speziellen Wünsche, die aber wohl …

Denn sie wissen nicht was sie tun….

Passend zum Text von gestern hier ein Gastartikel von Jürgen Donhauser zum Thema Medien und journalistische Sorgfalt. Er hat seine Erfahrungen mit der Sendung “Wissen vor Acht” gemacht. Dieser Artikel ist den Journalisten gewidmet, egal ob Presse, Rundfunk oder Fernsehen. Eines vorneweg – ich bin kein Querdenker, wäre aber schon fast so weit auch „Lügenpresse“ zu rufen. Aber um zu lügen, muss man ja erst einmal die Wahrheit kennen um eben bewusst dann die Unwahrheit zu sagen – und da liegt der Hase im Pfeffer. Bei den meisten Artikeln über die Landwirtschaft die gespickt mit Unwahrheiten sind, habe ich das Gefühl, dass die Journalisten nicht bewusst ihre Leser täuschen wollen. Nein, sie wissen schlichtweg nicht was sie tun, oder besser gesagt, schreiben. Unlängst hatte ich  erst wieder ein eindrucksvolles Erlebnis. Willi machte uns auf eine Sendung „Wissen vor Acht“ aufmerksam mit kritischem Inhalt. Und tatsächlich wurde von Herrn Hirschhausen wieder die „Lüge“ von 15.000 Liter Wasserverbrauch für 1 kg Rindfleisch verbreitet. Nun, Lüge insofern, dass dem Zuschauer suggeriert wurde es handle sich um Trink-/Leitungswasser – …

Bittere Erfahrung

Gestern wurde ich vom WDR gefragt, ob ich was über Trockenheit bei Weizen und Raps erzählen könnte. Ich habe spontan zugesagt. Herausgekommen ist das hier: Ab etwa Minute 00:21:00 https://www1.wdr.de/fernsehen/aktuelle-stunde/alle-videos/video-aktuelle-stunde—2434.html Statt um die Trockenheit geht es um die Quellen des Methans, die natürlich in der Landwirtschaft gefunden werden. Und die Lösung hat man auch parat: Die Aussage eines “Experten”: Die Tierhaltung um ein Drittel reduzieren. Ich habe gleich nach der Sendung die Sendeleitung angerufen und ihnen mitgeteilt, dass ich mich vom WDR mißbraucht fühle. Dafür hatte die Sendeleitung Verständins und hat mir die Mobilnummer der zuständigen Redakteurin Bertram (auch im Bild zu sehen) gegeben. Was diese mit meinen Worten veranstaltet hat, ist haarsträubend. Vor allem zitiert Sie mich mit Aussagen, die ich nicht getroffen habe. Das ist journalistisch unseriös. Zum Inhaltlichen will ich mich erst garnicht äußern. Einfach miserabel recherchiert und tendenziös aufgearbeitet. Was mich versöhnt: Die Sendeleitung ist an einer weiteren Zusammenarbeit sehr interessiert und hofft, dass die Situation geklärt werden kann. Das hoffe ich auch.  

Trockenheit im WDR: heute ab 18:45 Uhr in “Aktuelle Stunde”

Heute Mittag rief der WDR an, ob ich ihnen was zur Trockenheit in der Landwirtschaft sagen könnte. Sie wären in einer Stunde auf dem Hof. Für so etwas unterbricht man die Arbeit gerne. Frau Schwarzbeck (im Bild) hat sehr kluge Fragen gestellt. Ich habe mich “im Rahmen meiner begrenzten Möglichkeiten bemüht” passende Antworten zu geben. Ich stehe wohl beim WDR auf einer Liste von Leuten, die man kurzfristig anrufen kann und die dann auch “parat” stehen. Und falls der Programmdirektor gerade mitliest: ich fände es gut, wenn der WDR in Bildung investiert und eine wöchentliche Kurzsendung “Wissen Landwirtschaft” auflegt.

Wann beginnt Özdemir mit der Arbeit?

Der größte Wunsch der Landwirte ist, dass sie in Ruhe gelassen werden. Und genau das macht das BMEL gerade. Özdemir und seine Staatssekretärinnen gehen seit über 150 Tagen nicht an ihre Aufgaben. Hier nachzulesen: https://fragdenstaat.de/koalitionstracker/ Der “Koalitionstracker” listet die Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag auf und schaut, was davon bereits begonnen wurde. Für den Bereich Landwirtschaft ist das recht einfach: Nichts. https://fragdenstaat.de/koalitionstracker/ampelkoalition-2021/tiere-landwirtschaft-ernahrung/ Das bisherige subjektive Empfinden: “Die Regierung tut nichts”, trifft bei Cem Özdemir und seinen Staatsekretärinnen tatsächlich zu. Statt dessen sitzt man in Talkshows oder in Wahlveranstaltungen. Dabei drängen so viele Aufgaben. Wie soll das weitergehen? Außer Frau Silvia Bender ist derzeit in den Führungsetagen niemand, der über Fachkompetenz verfügt. Und so ist sie es auch, die meiner Meinung nach die Richtlinien im Ministerium bestimmt. Während einer Konferenz mit dem Praktikernetzwerk zeigte sich sich jedenfalls in vielen Punkten gut informiert. Was sich jetzt, 5 Monate nach der Vereinigung über Cem Özdemir sagen lässt: er enttäuscht auf voller Linie und schadet durch seine Arbeitsverweigerung der landwirtschaftlichen Branche. Dass Özdemir versagt hat, fällt nun auch den Medien …

Özdemir, Maischberger und der Ukraine-Krieg

Der Landwirtschafts-Minister war bei Maischberger zu Besuch. Mehr als die Hälfte der 18 Minuten geht es um aussenpolitische Themen. https://www.ardmediathek.de/video/maischberger/cem-oezdemir-ueber-den-ukraine-krieg/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL21lbnNjaGVuIGJlaSBtYWlzY2hiZXJnZXIvMTI2MjI3NDQtZDhiMy00MzdjLThjZDQtMTg1NmYwYTZmOGNj Über Ernährung und Landwirtschaft geht es erst sehr spät. Dann kommen allerdings wieder die alten Sprechzettel. Was ich ihm nicht abnehme “Ich will der Tierhaltung in Deutschland wieder eine Zukunft geben”. Herr Özdemir, viele Betriebe mit Schweinehaltung stehen vor dem Aus! Und Tausende haben in den letzten Monaten den Stall für immer zugemacht. Für die muss Ihr Satz wie Hohn klingen. Es kommt selten vor, dass ich eine Empfehlung gebe, etwas nicht zu sehen. Hier mache ich es. Der Erkenntnisgewinn dieses Gespräches ist gering. Und dass Özdemir Vegetarier ist und aus einer Migrantenfamilie kommt, weiß mittlerweile auch jeder. Deshalb muss man das auch nicht ständig wiederholen. Ich hatte auch eine schwere Jugend… (Nein, stimmt nicht, aber ich habe seit meinem zwölften Lebensjahr regelmäßig auf dem Hof mitgeholfen. Das war für uns aber selbstverständlich und wir haben da kein Aufhebens von gemacht. Wir hatten eine schöne Jugend)