Autor: Bauer Willi

Studie Windschutzscheibe

Für eine wissenschaftliche Studie möchte ich meine Leser bitten, mir mindestens zehn Jahre alte Detail-Aufnahmen von Windschutzscheiben zu schicken. Bitte das Datum angeben und wieviel Kilometer seit der letzten Grundreinigung gefahren wurden. Die Studie soll belegen, ob die von vielen Bürgern geäußerte Behauptung, dass früher mehr Insekten an der Windschutzscheibe klebten, tatsächlich wissenschaftlich belegt werden kann oder dem wissenschaftlich belegten Phänomen der Erinnerungsverfälschung (auch Pseudoerinnerungen genannt) zugeordnet werden muss. Ein von mir zu beauftragendes Institut soll die Bilder auswerten und in Versuchen nachstellen. Ich erhoffe mir,  so zu belastbaren Daten zu kommen. Diese werden dann in dem von mir gegründeten IFES (Institut für erfundene Statistiken) ausgewertet.  Wie ihr vielleicht gemerkt habt, handelt es sich beim obigen Text um eine Satire. Sie soll verdeutlichen, dass man mit solchen Methoden einem Problem nicht wirklich auf den Grund gehen kann. Dazu bedarf es wissenschaftlich fundierter Methoden, die von allen Seiten akzeptiert sind und, wie in der Wissenschaft üblich, auch nachgeprüft und statistisch einwandfrei sind. Subjektive, also auch beeinflussbare Wahrnehmungen einzelner sind zudem nicht dazu angetan, den Ursachen auf …

Agrarreise: Amazonas mit eigenen Augen sehen

Ich war bisher mit zwei Mal in Brasilien und wir haben dort große und kleine Betriebe gesehen. Wir konnten feststellen, dass manche der Ansichten über Brasilien nicht stimmen oder so nicht stimmen. Dazu gehört auch der Naturschutz. Wenn man von Brasilien, Landwirtschaft und Naturschutz redet, fällt sofort ein Begriff: Amazonas. Und genau dort soll es jetzt hingehen: 2026-BauerWilli-Brasilien Der Amazonas – ein Name, der Bilder von undurchdringlichen Regenwäldern, unberührter Natur und der Lunge unserer Erde hervorruft. Gleichzeitig ist er Schauplatz intensiver Debatten über Abholzung, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit. Viele dieser Diskussionen werden von weit entfernten Büros aus geführt, oft geprägt von Kampagnen internationaler NGOs. Umso entscheidender ist es, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen – besonders für Fachleute aus der Agrarbranche. Eine Agrarreise in den Amazonas ist weit mehr als eine Exkursion; sie ist eine Notwendigkeit, um die Realität hinter den Schlagzeilen zu verstehen. Es ist in den Medien oft die Rede von rücksichtsloser Abholzung, von Soja- und Rindfleischproduzenten, die den Wald vernichten. Und ja, diese Probleme existieren und müssen benannt werden. Doch die …

Nitrat und die Meßstellen

Man könnte meinen, dass das Thema „Nitrat“ aus der gesellschaftlichen Diskussion herausgenommen wäre. Jetzt hat das Portal proplanta das Thema aufgegriffen und die Daten visusalisiert (bildlich dargestellt) https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/pflanze/nitratbelastung-im-grundwasser-vielerorts-grenzwerte-deutlich-ueberschritten_article1775542908.html Hier die Übersichtskarte: https://www.proplanta.de/karten/nitratbelastung-grundwasser-uebersichtskarte17032021.html Was mir persönlich aufgefallen ist: Cloppenburg kommt im Schnitt der Jahre auf über 100 mg/l, der Nachbarkreis Leer liegt unter 1 mg/l. Der Kreis Ammerland liegt bei rund 77 mg/l, der Nachbarkreis Wesermarsch liegt im Schnitt der Jahre bei 0,41 mg/l. Der Kreis Viersen liegt bei 228 mg/l, für den Nachbarkreis Neuss (in dem ich lebe) sind keine Werte ausgewiesen. Die kreisfreie Stadt Köln kommt auf einen langjährigen Schnitt von 17 mg, weist jedoch im Jahr 2017 einen einmalig hohen Wert von rund 70 mg/l aus. In den Jahren davor und danach liegen sie im langjährigen Mittel. Die kreisfreie Stadt Erfurt dagegen liegt im gesamten Betrachtungszeitraum bei um 120 mg/l. Für eine Stadt ist dies ein sehr hoher Wert. Potsdam weist mit 0,07 mg/l einen sehr niedrigen Wert aus, die Zahlen für Berlin werden nicht ausgewiesen. Eine Erklärung für diese extremen Unterschiede habe …

Borlaug, Bosch und Greta

Kennen Sie Norman Borlaug? Oder Fritz Haber und Carl Bosch? Was ist mit Ingo Potrykus und Peter Beyer? Aber wer kennt nicht Greta Thunberg! Norman Borlaug hat sehr viel für die Menschheit geleistet, weil er Weizensorten züchtete, die wesentlich höhere Erträge erzielten als die bis dahin angebauten Sorten. Innerhalb von 20 Jahren versechsfachte sich der Ertrag, weil die neuen Weizensorten kürzer waren und nicht mehr so anfällig gegen bestimmte Krankheiten.In seinem Nachruf war nicht von ungefähr die Rede von „Brot für die Welt“. Manche reden sogar davon, dass er eine Milliarde Menschen vor dem Hungertod bewahrte. https://www.zeit.de/wissen/2009-9/nachruf-norman-borlaug Fritz Haber und Carl Bosch waren die Entdecker der Ammoniak-Synthese aus dem Stickstoff der Luft. Der „Kunstdünger“ war geboren. Um die Bedeutung dieser Entdeckung einschätzen zu können, sollten Sie sich die nachfolgende Grafik ansehen. https://ourworldindata.org/grapher/world-population-with-and-without-fertilizer Ohne „Kunstdünger“ wäre es unmöglich, die Hälfte der Weltbevölkerung (Stand 2015) mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Das Umweltbundesamt schreibt zum gleichen Thema folgendes: Im Baustein „Reaktiver Stickstoff“ des UBA-Umweltatlas erfahren Sie, was reaktiver Stickstoff ist, wie er entsteht und warum er in Deutschland …

Aus der Seele gesprochen…

Ich habe das Buch von Andreas Möller „Die Unterschätzten“ in nur zwei Tagen gelesen, weil mich der Inhalt gefesselt hat. Hier die Beschreibung des Verlages. https://www.rowohlt.de/buch/andreas-moeller-die-unterschaetzten-9783737102346 Viele kennen sein Buch „Zwischen Bullerbü und Tierfabrik“, das mit dem Preis der Deutschen Agrarpresse ausgezeichnet wurde. In seinem jetzigen Buch geht es vor allem um die Konflikte und Missverständnisse zwischen Stadt und Land. Da Andreas auf dem Land sozialisiert wurde, in seinem Berufsleben aber auch in der Stadt wohnte, kennt er beide Seiten. Ein paar Sätze aus dem Buch, die mir aus der Seele sprechen: Im Kapitel „Markt und Moral“ wird Jochen Borchert mit dem Satz zitiert: „Der Bürger will Tierwohl, der Konsument Billigfleisch“. Oder auch dieser Satz: „Die Leute sprechen von regionaler Produktion, kaufen aber im Supermarkt Pattys aus Südamerika und Butter aus Irland“. Er beschreibt auch die Ansprüche, die der Städter an die Landwirte stellen. Sie sollen „emotionale, aber auch gesellschaftliche Bedürfnisse miterfüllen, die zumindest nicht alle ihre Aufgaben sind. Dafür hat die Branche allerlei Label kreiert, die trotz guter Motivation bislang kaum Breitenwirkung entfaltet. Zumindest …

Deutsche Bahn im Dilemma

Die Deutsche Bahn hat 2023 publikumswirksam verkündet, dass sie auf die Freihaltung der Gleise mit Glyphosat verzichtet. Jetzt haben sich aber die Kosten dafür mehr als versechsfacht. https://www.welt.de/wirtschaft/article69d8aa26246b3860d5021b48/kosten-fuer-unkrautvernichtung-bei-der-bahn-nach-glyphosat-aus-drastisch-gestiegen.html Wie man dem Artikel entnehmen kann, befindet sich die Deutsche Bahn nun in einer Zwickmühle zwischen Kosten und Wirkung.

Politische Ignoranz des Ministers

Jürgen Donhauser hat zwei Briefe an Alois Rainer geschrieben. Wer den Namen nicht kennt: Herr Rainer ist der aktuelle Landwirtschaftsminister (CSU). Auf den ersten Brief hat Jürgen  eine nichtssagende Antwort bekommen, weshalb er einen zweiten Brief geschrieben hat, auf den er jetzt eine etwas längere Antwort bekommen hat. Zwar nicht vom Minister („Sie werden verstehen, dass er keine Zeit hat“), sondern von einer Mitarbeiterin, Frau Dr. Rabea Scholz. Er hat ihr nun einen dritten Brief geschrieben, in dem er den zweiten Brief seziert und auf seine Ernsthaftigkeit überprüft. Die Erläuterung von Jürgen Donhauser ist in blau und kursiv geschrieben. Sehr geehrter Herr Donhauser, Vielen Dank für Ihr Schreiben an Alois Rainer in seiner Funktion als Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Der Bundesminister hat Ihr Schreiben gesehen und mich gebeten, Ihnen zu antworten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass er aufgrund der Vielzahl von Anfragen, die ihn täglich erreichen, nicht persönlich antworten kann. Vielen Dank auch für Ihre offenen Worte. Wir können Ihre Sorge um die Zukunft Ihres Hofes, Ihrer Familie und Ihrer Mitarbeitenden nachvollziehen. …

Was macht da wohl das Kartellamt?

Der schweizerische Lebensmittelkonzern Migros  war auf dem deutschen Markt mit seinen Filialen Tegut vertreten. Jetzt gibt Migros auf und verkauft seine Filialen. Einen Teil der über 300 Läden bekommt Edeka, einen anderen Teil Rewe. Auch Aldi interessiert sich. Alles steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Kartellamt. Sollen wir wetten, dass das Kartellamt keine Einwände gegen diese Fusionen hat? Wenn das so kommt, dann darf man doch wohl die Frage stellen, warum es das Kartellamt überhaupt gibt. https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/einzelhandel-rewe-will-bis-zu-40-tegut-maerkte-uebernehmen/100217391.html https://www.deutschlandfunk.de/rewe-uebernimmt-40-filialen-von-tegut-100.html

Werden Lebensmittel teurer?

Aktuell wird in den Nachrichten davon berichtet, „dass Lebensmittel teurer werden“. Im gleichen Zusammenhang wird dann auch der Deutsche Bauernverband zitiert, der „Entlastungen beim Diesel“ fordert. https://www.deutschlandfunk.de/bauernverband-befuerchtet-rueckgang-der-erntemengen-und-steigende-lebensmittelpreise-102.html Doch wie hängt beides zusammen? Und hängt es überhaupt zusammen? Zunächst einmal die Einschätzung für Deutschland (gilt bedingt auch für Westeuropa): Diesel Viele Landwirte haben Diesel im vergangenen Winter eingekauft und haben diesen im Tank auf dem Hof liegen.  Grund war damals die bevorstehende CO2-Steuer, die man vermeiden wollte. Ausserdem war im Dezember der Dieselpreis noch vergleichsweise günstig. Nur wer jetzt dringend nachkaufen muss, muss die extrem hohen Preise akzeptieren. Dünger Hier geht es vor allem um Stickstoffdünger, der mittels des Haber.Bosch-Verfahrens  hergestellt wird. Dieser ist aktuell sehr teuer. Die Preisentwicklung ist hier zu sehen: https://www.agrarmarkt-nrw.de/duengermarkt.shtm Interessanterweise steigen die Preise für Kali und Phosphor fast gleichsinnig wie für Stickstoff. Ein logischer Zusammenhang besteht nicht, denn Kali und Phosphor sind Mineralien, die abgebaut werden. Es handelt sich um typische „Mitnahmeeffekte“, nach dem Motto „Wenn alles teurer wird, schlagen wir auch was drauf“. Ein wunderbares Beispiel, wie die Wettbewerbsbehörden versagen. …

Kein Plan? Wohin führt der Weg in der Tierhaltung?

Auf der KTBL-Tagung in Bamberg wurde viel über die „Transformation der Tierhaltung“ diskutiert. Folgenden Beitrag von Dirk Gieschen habe ich bei LinkedIn gefunden und halte ihn für diskussionswürdig. Danke an Herrn Gieschen für die Überlassung des Textes, der zuerst in der Fachzeitschrift „eilbote“ erschienen ist. Vielen Dank auch für die Überlassung des Titelbildes. Wohin führt der Weg in der Tierhaltung in Deutschland? Mit dieser provokanten und letztlich für die gesamte Agrarbranche sehr wichtigen Leitfrage präsentierten sich die KTBL-Tage 2026 Ende März in Bamberg als Weckruf zur Transformation der Nutztierhaltung. Das Fazit: Der Engpass für die „Transformation“ liegt nicht mehr in der Erkenntnis, sondern in der Umsetzung, stellte die KTBL-Präsidentin Prof. Dr. Nicole Kemper fest. Handeln oder Nicht-Handeln? Meine Einschätzung: Die Zukunft der Tierhaltung entscheidet sich jetzt durch Handeln oder Nicht-Handeln von Politik, Verbänden und den landwirtschaftlichen Betrieben. Aber wo bleibt dieser Zukunftsplan? Und was heißt das konkret für die Landwirtschaft und speziell für die Landtechnikbranche? In meinem Newsletter-Editorial für die Fachzeitschrift „eilbote“ am 2.4.2026 habe ich die Konsequenzen für die Land- und Stalltechnikbranche sowie den Landmaschinenhandel …