Autor: Bauer Willi

Darf man Tiere töten? – Eine flexible Moral

Ein Podcast mit Jürgen Donhauser, mit dem ich mich über das Thema “Halten und Töten von Nutztieren” unterhalten habe. Dabei kommt man nicht umhin, auch über die Vermenschlichung von Tieren zu reden. Andererseits gibt es Vergleiche von Mensch und Tier, die manche als nicht zulässig betrachten. Zu hören in diesem Podcast. Darf man Tiere töten Wir passen oft unsere Moral der persönlichen Befindlichkeit an. Und ändern sie, wenn es uns nicht passt.

Kühe rülpsten auch schon früher – Landwirtschaft und Klima

Es wird viel über die Bedeutung der Landwirtschaft für das Klima diskutiert. Ich bin ehrlich: was die tatsächlichen Zahlen angeht, weiß ich da nicht wirklich mitzureden. Der Artikel hinter dem Link bringt die wissenschaftlichen Fakten und zeigt auf, dass viele der Emissionen ja auch schon vor dem industriellen Zeitalter, also vor der Klimaerwärmung existierten. Folglich ist nur die Differenz zu heute wesentlich für den Anteil der Landwirtschaft. Und diese Differenz ist erstaunlich gering und wird stetig kleiner. https://buel.bmel.de/index.php/buel/article/view/354/570 Die Zusammenfassung hier: “Ausgehend von den Tatbeständen, dass (i) ein substantieller Teil der landwirtschaftlichen THG-Emissionen bereits vor Beginn der Klimaerwärmung existierte und (ii) die biogenen CH4-Emissionen aus der Fütterung der Nutztiere nicht zur Klimaerwärmung beitragen, weil dieser Quelle (ebenso wie den CO2-Emissionen aus den Stoffwechselvorgängen von Mensch und Tier) nach Oxidation zu CO2 (innerhalb von ca. 10 Jahren) die Produktion der Futterpflanzen als CO2bindende Senke gegenübersteht, wurde eine Neuschätzung des Anteils der landwirtschaftlichen THG-Emissionen an den THG-Emissionen Deutschlands vorgenommen.  Unter der Prämisse, dass die Klimaerwärmung frühestens ab 1850 (Beginn der Industrialisierung in Deutschland mit der anfänglichen Nutzung …

Was hätten wir tun können?

Vorgestern habe ich einen Text gebracht, in dem der Begriff “Schuld” behandelt wird. Ich finde den Begriff “Schuld” schwierig. Bedeutet er doch, dass jemand für etwas verantwortlich gemacht werden kann. Doch kann man das bei einer Natur-Katastrophe? Wie war die Situation bei uns in der letzten Woche? Der Regen war bei uns bis Mittwoch abend gegen 18:00 Uhr noch beherrschbar. Bis dahin stand unser Weizen und unser Roggen auch noch. Aber dann kam im wahrsten Sinne des Wortes eine Sintflut, verbunden mit starkem Wind. Es fielen ab 18 Uhr 46 mm in 3 Stunden, nachdem es auch Tage vorher schon viel geregnet hatte. Ich habe wirklich richtig Angst gehabt. Ich habe ein Foto von der Karte des DWD vom 13.7., in denen die Warnungen sehr deutlich zu sehen sind (wetteronline.de). Auch in den Wettervorhersagen war von “120 -200 mm in kurzer Zeit” die Rede und das es zu Überflutungen kommen kann. Das Gefahrengebiet erstreckte sich exakt dort, wo die größten Schäden eingetreten sind. Wir haben im Familienrat am Dienstag überlegt, was wir noch an Schutzmaßnahmen …

Der Blog muss zum Kundendienst

Liebe Blogteilnehmer, auch mein Blog muss zum Kundendienst. Am Mittwoch werden  Änderungen am Blog vorgenommen, diese betreffen hautpsächlich Arbeiten im Hintergrund. Deshalb kommt es im Laufe des Tages zu einer Unterbrechung von bis zu 1 Stunde. Für Euch ändert sich:  Hinweis zu den Cookies: Statt der Fußzeile erscheint jetzt ein markanter Hinweis, ein neuer sogenannter Cookie-Manager. Damit könnt Ihr Cookies explizit abwählen oder zustimmen. Aktuell sind noch keine weiteren externe Dienste aktiv, der aktuelle Einsatz ist für die Einbindung der Youtube-Videos erforderlich. Die Funktion “Benachrichtige mich über neue Beiträge via E-Mail” ist vorerst nicht mehr verfügbar. Wer mit RSS vertraut ist kann die Beiträge über https://www.bauerwilli.com/feed abonnieren Eine Abomöglichkeit neuer Beiträge ist nach einer weiteren Umstellung möglich. Bisherige Follower werden dann informiert.  E-Mailbenachrichtigung bei neuen Kommentaren Die Funktion “Benachrichtige mich über nachfolgende Kommentare via E-Mail” ist weiterhin, aber anders verfügbar. Die Änderung im Detail: es wird nicht nur bei nachfolgenden Kommentaren benachrichtigt, sondern bei allen Kommentaren auf den Beitrag.  Zur ersten Aktivierung muss ein Kommentar von Euch durch die Moderation einmalig freigeschaltet werden. Wenn es …

Schuld…

Diesen Text, der mir unaufgefordert zugesandt wurde, möchte ich gerne mehr Menschen zu lesen geben. Weil jetzt die Frage danach losgeht, wer die Schuld an dieser Naturkatastrophe hat. Schuld Wer ist schuld? Was ich in der Talkrunde am 16.7. bei Böttinger höre, löst Unbehagen in mir aus. Bauern sind schuld, verdichtetes Bauen, die Politiker sind schuld. Im geschundenen Dorf Schuld in der Eifel wird von schuldlosen Ehrenamtlichen, Feuerwehrleuten, THWlern, Polizisten, Soldaten, Nachbarn aufgeräumt. Es werden Leute gerettet, Tote geborgen, Keller ausgepumpt, Autos aus Flussbetten gezogen, Straßen von Schlamm u. Schuttbergen befreit. Schuld? Die Frage stellt sich der Betroffene zunächst nicht, eher wer zahlt, hilft mir jetzt im Augenblick. Versichert? Nein? Selbst schuld! Und dass das Dorf auch noch Schuld heißt. Wer soll dich armes betroffenes Dorf dafür beschuldigen? Bestraft bist du jetzt ohne Schuld zu sein. Dafür warst du ein wunderschönes Örtchen, eingebunden von einer Flussschleife, im Tal gelegen mit Bäumen bewachsener Anhöhe links und rechts. Dass solche Wassermassen durch Schuld abfließen mussten, ist nicht zu übersehen. Wenn Schuld bald wieder gesäubert, aufgebaut ist, wird …

Aktuelles zur Hochwasserhilfe

Unterbringung von Kindern aus dem Katastrophengebiet auf unseren Bauernhöfen Bodo von Schilling rief eben an. Er hat eine gute Idee: Es gibt sicher sehr viele Kinder, die jetzt im Überschwemmungsgebiet nicht viel helfen können und vielleicht auch einfach mal eine Auszeit von dem ganzen Chaos brauchen. Wir Bauern haben auf unseren Höfen viel Platz. Wir haben oft auch eigene Kinder und die Unterbringung von ein oder zwei Kindern, eventuell auch mit einer erwachsenen Begleitung für einen überschaubaren Zeitraum dürfte kein Problem sein. Manche erinnern sich noch an die „Kinderverschickung“ nach dem Krieg oder die Aktion mit den Tschernobyl-Kindern. Jetzt die Fragen (und bitte nur auf die Fragen antworten) Wie kann man Suche/Biete organisieren? Ist eine Versicherung notwendig? Wie ist diese Frage zu bewerten? Woher wissen die Eltern, dass ihre Kinder in gute Hände kommen? Die Aktion ist selbstverständlich für die Eltern kostenlos. Eine weitere gute Idee, die schon irgendwo organisiert worden ist: Kostenlose Ferien auf dem Bauernhof für die ganze Familie für die Opfer der Flutkatastrophe. Das Problem könnte aber sein, dass die Familien jetzt …

Die Instrumentalisierung einer Katastrophe

Nicht nur in ganz Deutschland, nein, weltweit ist die Flutkatastrophe in Westdeutschland ein Thema. Ich kann mich nicht erinnern, dass Erftstadt jemals auf dem Titelbild der New York Times gestanden hätte. https://www.nytimes.com/2021/07/16/world/europe/germany-floods-images.amp.html Mein Freund Daniel schickte mir einen Zeitungsartikel aus Brasilien, wo man auch darüber berichtete. https://www.dw.com/pt-br/fortes-chuvas-causam-destrui%C3%A7%C3%A3o-e-mortes-na-alemanha/a-58274516 Überall ist die Anteilnahme groß. Noch ist nicht klar, welches Ausmaß diese Naturkatastrophe annehmen wird. Zur Zeit ist jede helfende Hand gefragt und der, der helfen will, sollte nicht danach fragen, wer das organisiert. Auch die Hilfskräfte sind angesichts des Ausmaßes überfordert. Immerhin sind drei Bundesländer und unsere Nachbarn in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden betroffen. Was mich angesichts dieser nationalen Anstrengungen, die nun notwendig sind, wütend macht, sind die Kommentare der Leichenflederer, die nichts anderes zu tun haben, als ihr dreckiges Geschäft mit der Angst auf dem Rücken der Opfer zu machen. Organisationen wie Greenpeace, die zuletzt mit dem Bruchpiloten im Olympiastadion negativ in die Schlagzeilen gekommen waren, glauben nun,  angesichts der Not der Menschen, mit der Klima-Diskussion Spenden generieren zu können. Denn um nichts anderen geht …

Bauern helfen – eine Flut der Solidarität

Im Fernsehen läuft jetzt die Hochwasserkatastrophe den ganzen Tag rauf und runter. Nicht erwähnt wird, dass überall Landwirte mit ihren Traktoren, Radladern und Güllefässern helfen. Nicht selten sind sie die Ersten, die Ortschaften erreichen. Aus ganz Deutschland sind sie in das Katastrophengebiet unterwegs. Schaut euch das angehängte Video in voller Länge an. Schickt es weiter, gebt es an die Medien. Wir können stolz auf die deutschen Bauern sein, die schnell und unbürokratisch helfen. XLNE4662[1] P.S: Statt vieler Worte. Unser Sohn hat gestern Abend das Auto beladen: Notstromaggregat, Pumpen, Motorsäge. Ist gestern morgen in Richtung Erftstadt gefahren. Er hat dort Keller leergepumpt und mit dem Nass-Sauger so maches Wohnzimmer. Er hat sehr viel Dankbarkeit empfangen und eine Flasche Wein. Wir sind stolz auf unseren Sohn.

Unwetter – Bilder rund um den Hof

Aus gegebenem Anlass und weil sich einige bei mir erkundigt haben, hier ein kurzer Bericht vom 14.7.2021, einem Tag, den wir so schnell nicht vergessen werden. Zuerst die Zahlen: Am 10. Juli hatten wir 15 mm im Regenmesser, am 12.7. dann 23 mm, am 13.7. nochmal 17 mm. Damit war der Boden gesättigt. Am 14.7.,  nachdem ich die 17 mm vom Vortag ausgeschüttet hatte, kamen über den Tag verteilt bis 18 Uhr wieder 25 mm. Eigentlich hatten wir nicht mehr mit viel Regen gerechnet aber kurz nach 18 Uhr öffneten sich die Schleusen des Himmels und innerhalb von 3,5 Stunden fielen 46 mm. (17 + 25 + 46 = 88)  Dabei waren starke Sturmböen, so dass ich vom Fenster aus zusehen konnte, wie sich der Weizen unter dem Druck der Wassermassen immer mehr zur Erde neigte. Es tut weh, das mit anzusehen. Es ist schließlich die Arbeit eines Jahres, die da im Dreck liegt. (ok: von Oktober bis August…) Doch nicht nur der Weizen liegt flach, auch der Raps sieht ziemlich zerzaust aus. Das wird …