Autor: Bauer Willi

2020 – was Landwirte erreicht haben

Dieses Video von Dirk Nienhaus (Bocholter Landschwein) enthält viele Gedanken, die auch mir in den letzten Wochen durch den Kopf gegangen sind. Hier das Facebook-Video: https://fb.watch/2L2sl3ZRag/ Falls der nicht funktioniert, hier ein anderer Link: View this post on Instagram A post shared by Bocholter Landschwein (@bocholter_landschwein) 0

Gegen den Pessimismus

Auf der Suche nach einem Text, den man am Anfang des Jahres bringen kann, bin ich auf folgenden Artikel gestoßen: Geht die Welt unter oder geht es uns so gut wie noch nie zuvor? Zum ersten Teil der Frage:   Ja, die Welt wird untergehen. Niemand weiß wann. Zum zweiten Teil der Frage:    Ja!!! Allen ein gutes Jahr 2021. Eines mit weniger Überraschungen als 2020. Bauer Willi           +3

Bauern, Handel, Politik

Seit einigen Tagen blockieren Landwirte Zentralläger von Aldi. Der nachfolgende Artikel gibt den aktuellen Stand der Dinge wieder:  Stellungnahmen aus Politik, Handel und der ISN. https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/kloeckner-will-vom-handel-vorschlag-fuer-einen-verhaltenskodex-12441416.html?utm_campaign=start&utm_source=topagrar&utm_medium=referral Vorausgegangen waren Verhandlungen von Landwirten mit Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels mit einer Einigung auf fünf Punkte https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/landwirte-und-leh-einigen-sich-auf-gemeinsame-massnahmen-12432243.html?utm_campaign=related&utm_source=topagrar&utm_medium=referral   +1

„Weniger Agrar-Freihandel“ – meint Ökonom Prof. Binswanger

Während des Sommer-Urlaubs waren wir bei Hubert am Bodensee. An einem Sonntag hat er einen „Politischen Frühschoppen“ veranstaltet. Natürlich unter Corona-Bedingungen. Den Vortrag von Prof. Binswanger, VWL-Professor in der Schweiz gibt es hier im Podcast. Er sieht den Welthandel mit Agrargütern kritisch.   Das Interview mit ihm hier noch mal zur Erinnerung Weniger Agrar-Freihandel – meint Prof. Binswanger (Video) +4

Buy local – kauf regional

Es gibt Länder, die für die Produkte ihres Landes ganz offensiv werben. Und es gibt Discounter, die das ebenso tun. Hier eine Plakatwand von Lidl Irland (oben) und drei Aufnahmen von drinnen. (Lidl in Castlerea, County Mayo. Danke an Peter Weigl für die Überlassung der Fotos.) Gleiches habe ich persönlich auch bei Aldi in der Schweiz gesehen. Überall rot-weiße Fähnchen in den Regalen, so dass aber auch niemand übersehen konnte, wo die nationalen Produkte zu finden sind. Auch in Österreich und Frankreich werden Produkte der heimischen Landwirtschaft vorangestellt. (Wer dazu Bilder hat, gerne in die Kommentare!) Wir hatten ja vor kurzem hier eine Diskussion darüber, ob es „angemessen“ ist, heimische Produkte in den Focus zu rücken. Wie man hier sehen kann, haben die deutschen Discounter Aldi und Lidl im Ausland damit kein Problem. Fotos: Peter Weigl +2

Muss das sein?

Unser Enkel (18 Monate alt) hat zu Weihnachten ganz viele Bücher mit Geräuschen geschenkt bekommen. Bücher mit Geräuschen vom Bauernhof, seinen Maschinen und seinen Tieren hat er natürlich schon. Jetzt hat er ein solches Buch mit sechs Geräuschen über die Polizei bekommen. (Nicht von mir 🙂 ) In diesem Buch ist  eine Seite, auf der die Polizei bei einer Demonstration für Ordnung sorgen soll.   So was muss die Polizei auch tun und so reitet sie neben dem Demonstrationszug her. Es sind vor allem Jugendliche und Kinder, die dort demonstrieren. Wofür oder wogegen demonstrieren sie? Sie demonstrieren für gesunde Lebensmittel. Sie weisen darauf hin, dass Bienen Blumen brauchen. Sie sagen „Ja“ zum Umweltschutz. Eine Schülerin trägt ein Plakat in der Hand mit der Aufschrift: „STOP! Schluss mit chemischen Unkrautvernichtern“. Nun kann unser Enkel noch nicht lesen. Aber es könnte ja sein, dass er fragt, was man auf dem Bild sieht. Was würdet ihr ihm antworten? (Übrigens: das Geräusch auf der Seite ist ein trabendes Pferd)       +2

Der Wunsch, nach Hause zu kommen…

Ricarda Berg hat schon mal einen Text für diesen Blog geschrieben, der viel gelesen wurde. Diesmal geht es ihr um die Bedeutung der Regionalität für Land- und Ernährungswirtschaft in einer globalisierten Welt. Ein Text der Mut macht, der die Chancen betont, der Perspektiven eröffnet: auf ein gutes, neues Jahr.   Es gibt Zeiten, in denen wir neuen Dingen gegenüber verschlossen sind, weil wir uns fürchten, dass wir unsere Ziele und Wünsche, die uns am Herzen liegen, aus den Augen verlieren. Wir haben in diesem herausfordernden Jahr viele individuelle Erfahrungen machen dürfen. 2020 ist nicht nur das Jahr der Corona-Krise, sondern auch das Jahr, in dem wir die gemeinsamen Stränge erkennen konnten, die uns miteinander verbinden. Haben die Akteure in der Agrar- und Lebensmittelbranche in Deutschland ihren Kurs erkannt? Regionalität ist der gemeinsame Strang, der die Landwirtschaft zusammenhält. Sie verbindet Jung und Alt, Bio und Konventionell, große und kleine Betriebe, Ackerbau und Tierhaltung, Schweinehalter und Rinderzüchter – sie verbindet Landwirtschaft und Gesellschaft. Sie vereint sogar die gesamte vom Wettbewerb getriebene heimische Lebensmittelkette. Regionalität ist nicht nur …

Weihnachten am Berghof

Ein Gastbeitrag von Franz Kinker, vom Berghof Kinker Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir fünf Geschwister an Heiligabend dichtgedrängt in der Küche saßen und gespannt auf die Wohnzimmertüre starrten, wann die sich den endlich öffnet und wir unsere Geschenke auspacken dürfen. Unruhig rutschten wir auf unseren Hintern hin und her, zappelten mit den Füßen und fragten uns gegenseitig, was das Christkind denn heuer wohl bringen mag. Sollte es die lange ersehnte Puppenküche für die Mädchen sein, oder die Lego- Eisenbahn, auf die wir Jungs schon ewig warteten? Egal, das Christkind wird es schon wieder recht machen, so wie jedes Jahr. Es hat unsere Wünsche meist ganz gut getroffen, und so wird es auch heuer wieder sein. Wenn nur die nervige Warterei nicht wäre. Durchs Schlüsselloch blinzeln und beobachten, was drinnen in der Stube so abgeht, das funktionierte nicht. Das hatten wir schon getestet. Irgendjemand hat von innen Zeitungspapier oder sonst was ins Loch gesteckt. Und die Glasscheibe, mit der man sonst in den Nachbarraum schauen konnte, die war von innen mit einem …

Weihnachten 2020

Unser Schäfer mit den Schafen ist wieder da. Er kommt seit sehr vielen Jahren und weidet unsere Zwischenfrucht ab. Ein echtes Win-Win-Modell: Er hat Futter, wir haben den Häcksler und das Glyphosat gespart.  Ansonsten wird sehr wenig über Schäfer geredet und das mag auch an der stark sinkenden Zahl liegen: „Im Jahr 2017 zählte der Bundesverband Berufsschäfer in Deutschland 989 hauptamtliche Schäfer, sowie 1,1 Millionen Mutterschafe, 0,6 Millionen weniger als im Jahr 2001. Laut „Schafsreport Baden-Württemberg“ lag der Durchschnittslohn bei 6,15 Euro pro Stunde.“ (Quelle: Wikipedia) Alle Tierhalter, auch die Schäfer, müssen die Tiere auch an Weihnachten versorgen. Ein ganz normaler Tag und von „vier Feiertagen in Folge“ ist im Feld und Stall nichts zu spüren. Schäfer haben Sorgen. Nicht nur, dass die Wolle nichts kostet und oft sogar auf der Deponie entsorgt wird, sondern auch wegen des Wolfes. Die Diskussion über die Bejagung versteht der nicht, der sich jeden Tag um seine Tiere kümmert und keines davon verlieren will. Der normale Bürger findet Schafe in der Landschaft „toll“ und die Lämmer „süß“. Sie sind …