Autor: Bauer Willi

Alles Gute für das Neue Jahr!

Eigentlich sind es Tage wie jede andere und doch berührt uns der Jahreswechsel von Silvester auf Neujahr mehr als andere Tage auf dem Kalender. Für viele von uns Bauern war 2025 ein sehr durchwachsenes Jahr: zwar waren regional die Erträge auf dem Acker recht gut, aber die Preise schlecht. Wenn die Butter für 0,99 € verramscht wird, können auch die Milchpreise nicht kostendeckend sein. Bei den Schweinen sind die guten Zeiten auch vorbei. Und wer draußen auf dem Acker steht oder morgens um fünf im Stall, der braucht keinen Wirtschaftsexperten, um zu wissen, wie’s wirklich aussieht und dass das Jahr 2026 aus heutiger Sicht problematisch werden kann. Man redet viel von „Transformation“ und „nachhaltiger Landwirtschaft“. Klingt gut in Reden und Papieren. Es heißt immer, wir sollen „uns anpassen“. Nur: Anpassen geht nicht, wenn die Regeln ständig geändert werden. Wenn Bauern als Umweltproblem gesehen werden, statt als Teil der Lösung. Wenn Milliarden in Industrieprojekte fließen, aber ein kleiner Hof ums Überleben kämpft. Dann läuft was schief – verdammt schief. Es sieht so aus, als würde sich …

Neues aus der „Rentner-Bravo“…

Rentner-Bravo? So nennen jüngere Leute die „Apotheken-Umschau“, die kostenlos in der Apotheke zum Mitnehmen ausliegt. In einer der letzten Ausgaben hat man sich dort auch zu gentechnisch veränderten Lebensmittel geäußert. Auch wenn Sie es nicht glauben mögen: die Inhalte sind lesenswert. https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/ernaehrung/neue-gentechnik-regeln-der-eu-was-sich-fuer-verbraucher-aendert-1452939.html#gibt-es-gentechnisch-veraenderte-lebensmittel-zu-kaufen Ich war erstaunt, wie sachlich und verständlich über dieses doch umstrittene Thema berichtet wird. Immerhin hat die Apotheken-Umschau eine Auflage von 5 Millionen Exmplaren und damit 10 mal mehr als die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Ja, ich weiß, die FAZ ist eine Tageszeitung. Die  Auflage der echten Bravo liegt übrigens mittlerweile unter 50.000. Ob die „Bäcker-Blume“ sich auch noch zu diesem Thema äußern wird? 🙂 Die Bauernverbände könnten ja mit diesen Medien eine Kooperation vereinbaren…. ist nur so eine Idee…  

Was die KI (und Willi’s Blog) so alles kann!

Ein Gastartikel von Arnold Krämer Selbst die eigene Tageszeitung liefert fast täglich Berichte, Artikel, Hinweise zu den Anwendungsmöglichkeiten, Chancen und Segnungen, vereinzelt aber auch Risiken der sogenannten KI. Die eigenen berufstätigen Kinder berichten, einerseits lobend, andererseits warnend und machen neugierig, auf das, was z. B. ChatGPT kann. ChatGPT ist der bekannteste KI-Assistent für Texterstellung und Recherche, also auch nur ein kleiner Teil des riesigen „KI-Komplexes“. Dieser sogenannte Chatbot glänzt bei der Kreation neuer Inhalte, kann lange Texte problemlos zusammenfassen, korrigiert Fehler, beantwortet Fragen und hilft bei der Eingrenzung möglicher Arbeitsansätze. Der Bot von Open AI bietet eine kostenlose Probeversion an. Im Internet werden umfangreiche Informationen zu KI-Assistenten angeboten. Hier z.B. die angeblich 5 besten KI-Assistenten im Überblick mit vielen Grundsatzinformationen: https://www.ionos.de/digitalguide/websites/web-entwicklung/ki-assistent/? Auf einer anderen Internetseite werden 20 Alternativen zu ChatGPT dargestellt: https://www.moin.ai/chatbot-lexikon/alternativen-zu-chatgpt. Neugierig gemacht durch Fragen und umfangreiche, durchaus zufriedenstellende Antworten im privaten gesundheitlichen Bereich wollte ich zu Weihnachten auch mal einen gänzlich anderen Bereich „durchleuchtet“ wissen. Meine Frage an ChatGPT lautete: „Der Blog von Bauer Willi existiert bereits seit über 10 Jahren. Die meist …

Almwissen vom Almfuchs – warum uns die Almen alle etwas angehen

Als bekennender Flachlandtiroler habe ich nicht wirklich Ahnung von den Almen. Ganz anders Peter Fuchs – der Almfuchs, den ich schon lange kenne. Er kennt als erfahrener „Alminger“ die Bergweiden seit Jahrzehnten und erklärt sie so, dass selbst wir Tiefländer sofort verstehen, warum dort oben vieles anders tickt – und weshalb diese Kulturlandschaft weit über die Alpen hinaus Bedeutung hat. Also habe ich ihn gebeten, mir meine Fragen zu beantworten. Und das hat sich gelohnt: 25 Minuten Almkunde, ruhig, klar und erstaunlich kurzweilig. Ich habe einiges erfahren, was mir vorher schlicht nicht bewusst war. Auch der Wolf läuft durchs Gespräch… 🎧 Hier geht’s zum Podcast – reinhören lohnt sich.   Peter betreut außerdem das Portal www.unsere-almen.at,  eine echte Fundgrube für alle, die verstehen wollen, wie Almen funktionieren – ökologisch, wirtschaftlich und kulturell. Warum das auch für deutsche Gäste wichtig ist Viele Urlauber aus Deutschland lieben den Alpenraum – Wanderwege, Aussichten, Hütten, Tiere. Aber auch im Winter wird auf Almflächen Ski-, auf Almwegen Schlitten gefahren. Was oft vergessen wird: Dieses Freizeitparadies existiert nicht von selbst. Almen sind …

Weihnachten 2025

Dieses Jahr ist Weihnachten für uns besonders schön. Die „jungen Leute“ sind zu uns ins Haus gezogen und haben sich im ersten Stock – unserer „alten“ Wohnung – nach einer fast einjährigen Umbauphase ihr Nest eingerichtet. Und so Gott will, kommt im Februar das dritte Enkelkind. Dann wird es im Haus noch lebendiger. Es sind gerade die privaten Momente, die das Leben so lebenswert macht. Wenn man außerhalb des eigenen Umfeldes schaut, hat man den Eindruck, als wäre die ganze Welt verrückt. Tatsächlich sind einige Werte-Skalen „ver-rückt“, sie haben sich verschoben. Ich denke, ich brauche die Politiker nicht namentlich zu nennen, die uns jeden Tag mit Aussagen erschrecken, die wir lange nicht für möglich gehalten haben. Aber auch in den Sozialen Medien hat sich – nach meinem persönlichen Eindruck –  einiges verschoben. Während im Blog in der Regel sachlich und mit Wertschätzung diskutiert wird, nehmen die (auch persönlichen) Angriffe und Beleidigungen bei Facebook oder X (vormals Twitter) zu. Die Toleranzschwelle der Diskutanten scheint immer mehr zu sinken, so dass ich mehr und mehr daran denke, …

Wie dürfen ruhig optimistisch sein!

Leider ist dieser Artikel von Axel Bojanowski hinter der Bezahlsperre. Es ist ein Artikel, der Mut macht. Deshalb hier ein paar Auszüge: https://www.welt.de/wissenschaft/plus69395dc1c3b4893a9e2b44fa/ernaehrung-mit-forschung-und-technik-zur-rekordernte-die-stille-agrarrevolution.html 1968 schrieb der Biologie-Professor Ehrlich in seinem Buch „Bevölkerungsbombe“: „Hunderte Millionen Menschen werden verhungern. Nichts kann einen erheblichen Anstieg der weltweiten Sterblichkeitsrate verhindern“. Als er dies schrieb, lebten auf der Welt 3,5 Milliarden Menschen. Heute sind es 8 Milliarden. Nie hungerten weniger Menschen als im letzten Jahrzehnt. Arme Länder verfügen mittlerweile über so viel Kalorien pro Person wie reiche Länder damals. Heute sind sie allerdings aus politischen Gründen falsch verteilt. Meist herrschen sie in nicht demokratischen Staaten.  Demokratie schützt also in gewisser Weise vor Hunger. Heute gibt es dank der Züchtung Sorten, die mit Trockenheit besser zurecht kommen. Hinzu kommen verbesserte Anbaumethoden, Saatgut und Dünger werden immer präziser eingesetzt, Fernerkundung und moderne Maschinen erledigen die Arbeit schneller und schonender. Pflanzenschutz wird ebenfalls – dank Prognosesysteme und gutem Management – immer gezielter eingesetzt. Die globale Erwärmung hatte bisher kaum Einfluss auf die Nahrungsmittelversorgung. Die Szenarien der FAO zeigen auch für die kommenden Jahrzehnte …

Weidepflicht für Bio-Rinder

Ab 2026 müssen Kühe laut EU-Vorgabe auf der Weide stehen, wenn die Milch weiter als „Bio“ gelten soll. 316 Ökobauern sind deswegen in Bayern schon ausgestiegen. Hier ein paar Zitate aus top agrar: Bislang konnten Ökobauern in Bayern Biomilch erzeugen, auch wenn ihre Kühe nur auf den Auslauf statt auf die Weide kamen. Doch das ist ab 2026 vorbei, dann müssen die Kühe Weidezugang haben. Das gilt für Öko-Milch- und Mastbetriebe. Wer das nicht nachweisen kann, hat nun ein Problem und muss aus der Bio-Landwirtschaft aussteigen, berichtet der Bayerische Rundfunk. https://www.topagrar.com/rind/news/eu-weidepflicht-fur-biorinder-treibt-viele-bayerische-milchbauern-in-die-aufgabe-20020626.html? Der Druck aus dem Berufsstand auf das Münchner Landwirtschaftsministerium wächst. Die Interessengemeinschaft „Kein Zwang zur Weide“ sieht durchaus noch Spielraum in der Definition von Weide. Sie hoffen nun auf Klärung durch den Europäischen Gerichtshof, was genau die Definition von „bio“ ist und ob fehlender Weidezugang nicht durch Maßnahmen wie frisches Gras als Futter und Auslauf unter freiem Himmel kompensiert werden kann. Wie ist eure Meinung? Soll es eine befristete Ausnahmeregelung geben oder muss das Gesetz so umgesetzt werden?

Bauernproteste in Brüssel: Interview im Kontrafunk

Das Portal „Kontrafunk“ hat mich am 18.12.2925 zu den Bauernprotesten befragt. Ich habe Achim Winter rund 10 Minuten Rede und Antwort gestanden. Wenn mich ARD, ZDF oder andere Medien darum gebeten hätten, hätte ich auch diesen zur Verfügung gestanden. Das Interview beginnt nach etwa 4 Minuten. https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/politik-und-zeitgeschehen/18-20/18-20-live-2025-12-18 Ich bin gespannt auf die Kommentare. Es handelt sich – wie immer – um meine persönliche Meinung.

Wenn Wissenschaft instrumentalisiert wird…

Was wissen Sie über Usbekistan? Ehrlicherweise vermutlich nicht viel und so geht es mir auch. Dieses Land spielt aber eine bisher unterschätzte Rolle in der Klimadebatte. https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/beyond-the-obvious-die-angstfalle-der-klimadebatte/100154823.html Es geht um eine Studie, in der die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimas auf die Weltwirtschaft berechnet wurden. Es stellte sich nun heraus, dass sich dort ein Fehler eingeschlichen hatte. Hier ein Zitat: „Mittlerweile steht fest, dass die Studie fundamental fehlerhaft ist. So wurden beispielsweise anomaliebehaftete BIP-Daten aus Usbekistan verwendet. Durch eine fehlerhafte Umrechnung – Marktwechselkurs statt Kaufkraftparität – erhielten diese Daten einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf die Gesamtergebnisse und verzerrten die Prognosen weltweit. Das führte zu den eingangs erwähnten extrem hohen Schätzungen für wirtschaftliche Verluste (19 Prozent bis 2050, gar 62 Prozent bis 2100) durch den Klimawandel. Nachdem die Werte aus Usbekistan korrigiert wurden, sanken diese Werte dramatisch auf sechs Prozent und auf 23 Prozent.“ Was ich damit sagen will: in der Wissenschaft können bereits geringe Änderungen der Ausgangsdaten zu fundamental anderen Ergebnissen führen. Wir kennen diesen Effekt aus der Wettervorhersage: mehr als drei Tage lässt sich das …

Gentechnik durch die Hintertür?

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Matthias Miersch, fordert eine klare Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln. https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/verbraucher/id_101044630/eu-lockert-gentechnik-regeln-spd-fordert-kennzeichnung-.html Auf dem Portal t-online wird er so zitiert: „“Neue Züchtungstechniken können Chancen bieten. Aber eines bleibt für mich unverrückbar: Die Menschen wollen wissen, was sie essen. Wenn Gentechnik im Spiel ist, muss das auch draufstehen.“  Gegen diesen Einwand spricht vom Prinzip her nichts. Allerdings meint Herr Miersch mit der Kennzeichnung auch die Neuen Züchtungstechniken, die durch CRISPR/Cas9 erst möglich geworden sind. Richtig ist aber, dass auch die bisherige Mutationszüchtung durch radiaaktive Bestrahlung oder Auslösung von Mutationen durch Chemikalien Gentechnik sind. Diese Züchtungsmethoden werden seit mehreren Jahrzehnten eingesetzt, werden aber nicht gekennzeichnet. Der Grund: sie finden eine so breite Anwendung, dass nahezu jedes Lebensmittel als „mit Gentechnik“ gekennzeichnet werden müsste. Auf der Seite „transgen.de“ werden die Lebensmittel/Zusatzstoffe aufgeführt, die wir heute schon auf dem Teller haben ohne das sie gekennzeichnet werden: „Beispiele für solche mit Hilfe von gv-Mikroorganismen herstellte Zusatzstoffe dafür sind etwa die Aminosäure Cystein, welche die Verarbeitung von Backwaren verbessert, der Süßstoff Aspartam, der Geschmacksverstärker Glutamat oder die Vitamine …