Autor: Bauer Willi

Sussex-Huhn legt keine Eier mehr

Über die Kontaktfunktion habe ich von Ulrike W. folgende Frage geschickt bekommen. Wer kann helfen? (Am Brexit wird es wohl nicht liegen :-)…. wegen Sussex ) Bei der Suche nach einer Antwort bin ich auf diese Seite gestoßen. Wir haben im Oktober 2020 sechs junge gerade legereife Hennen unterschiedlicher Rassen angeschafft. Die Damen haben schnell angefangen zu legen und uns den ganzen Winter hindurch regelmäßig Eier gelegt. Die Hühner haben ein Luxus Haus/Innen- und Außenvoliere, Licht usw. bekommen tolles Futter mit allem was das Herz begehrt. entwurmt habe ich sie über das Wasser mit Ascarom. Seit Anfang Januar legt das Sussexhuhn keine Eier mehr. Ich hatte den Eindruck, dass sie Anfang des Jahres etwas kränklich war, sie fraß über 1-2 Wochen schlecht und war etwas apathisch, wir haben auch einige Male unfertige Windeier auf dem Kotbrett gefunden. Sie ging häufig – auch über Nacht – ins Legenest (Europanestautomat), legte aber kein Ei. Ich dachte sie könnte gluckig sein und habe ein separates Nest eingerichtet und zwei Kunsteier reingelegt, das wurde aber nicht beachtet. Seit einigen …

So ein Käse…

Als neues Format für die Verbraucherkommunikation hat die Initiative „Heimische Landwirtschaft“ das Magazin Heimisch genießen in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Direktvermarktung entwickelt. In der ersten Ausgabe dreht sich  alles um heimischen Käse. Abrufbar ist Heimisch genießen zunächst nur digital. Zum Verteilen bei Veranstaltungen oder in Hofläden ist der Druck geplant. Abhängig ist dies von der Entwicklung der Corona-Lage. Sollten Veranstaltungen absehbar sein, auf denen das Magazin verteilt werden kann, wird eine kleine Auflage auch als gedruckte Version verfügbar sein. Heimisch genießen soll zunächst zwei Mal pro Jahr erscheinen und will Verbraucherinnen und Verbrauchern zeigen, dass es nicht schwer ist, sich regional und saisonal zu ernähren. Hier könnt ihr euch das Magazin ansehen, das ich sehr gelungen finde: https://www.yumpu.com/de/document/read/65385446/heimisch-geniessen-kasevielfalt-von-hier Wer also in Verbraucherkommunikation etwas tun will, hier hat er einen sehr guten Link. +1

Ganz ohne Pflanzenschutz…

Im Juni wird in der Schweiz darüber abgestimmt, ob Pflanzenschutzmittel in der Schweiz komplett verboten werden und auch nur noch Importe zulässig sind, die ohne „Pestizide“ erzeugt wurden. Kleinbauern: «10 Gründe für die Pestizid-Verbots-Initiative» Die Kleinbauern-Vereinigung unterstützt die Kampagne und begründet dies wie folgt: 1. Den Betrieb für die kommende Generation bewahren: Dank pestizidfreier Produktion können wir einen Hof mit gesundem Boden und einer intakten Umwelt an die nachfolgende Generation übergeben. 2. Marktmacht des Grosshandels aufbrechen: Ein Systemwechsel hin zu einer pestizidfreien Schweiz betrifft die gesamte Wertschöpfungskette. Endlich werden auch die Verarbeiter, Händler, Grossverteiler und die Endkonsumentinnen in die Pflicht genommen. Davon profitieren alle Bäuerinnen und Bauern. Unsinnige Qualitätsanforderungen oder eine intransparente Margenpolitik werden so zwangsläufig in Frage gestellt. Das bietet die Chance, ein für alle faireres System zu schaffen. 3. Eine lokale Landwirtschaft stärken: Der Systemwechsel hin zu einer pestizidfreien Schweiz schafft gleich lange Spiesse und Chancen für uns Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz und weltweit. Der Druck, ständig effizienter und wettbewerbsfähig zu werden und mit einer umweltschädlichen globalen Massenproduktion mitzuhalten, fällt weg, da für alle …

Frohe Ostern – MISEREOR

Rechtzeitig vor Ostern hat meine 98-jährige Mutter Post von MISEREOR in Aachen bekommen. Absender ist Pirmin Spiegel, der Hauptgeschäftsführer. Er bittet meine Mutter, seiner Organisation Geld anzuvertrauen, um die Kleinbauern (hier: Luisa und Pedro in Bolivien) „beim Kampf um ihre Landrechte zu unterstützen“. (So steht es im Anschreiben) Ob das die Aufgabe einer kirchlichen Organisation ist, kann man diskutieren. Warum MISEREOR aber gegen die konventionelle Landwirtschaft wettern muss? Zitat: „Die industrielle Landwirtschaft ….laugt die Böden aus, vergiftet oftmals das Trinkwasser mit Kunstdüngern und Pestiziden …treibt den Klimawandel voran, vor allem durch Waldrodung, Kunstdünger und die Art der Viehhaltung“. Ich bin rheinischer Kleinbauer und mich ärgern solche Formulierungen, denn ich setze Kunstdünger und Pestizide ein. Hier die Ansprache von Pirmin Spiegel zur Fastenaktion 2021: https://www.misereor.de/mitmachen/fastenaktion Auf der Homepage finden Sie auch die Telefonnummer und Mailadresse von MISEREOR. Falls Sie einen Kommentar abgeben wollen. Mein Kommentar deckt sich mit dem von Herrn Spiegel „Es geht (auch) anders“. Und falls Sie zu den wenigen Kirchgängern gehören: Vielleicht sprechen Sie ja mal ihren Pfarrer/Pastor an. Nachtrag:  9-misereor-fastenaktion-2019-pressemappe-fastenbier(1) Nachtrag: 9-misereor-fastenaktion-2019-pressemappe-fastenbier(1) …

Sauerteig – warum Sauerteig?

Über Twitter habe ich Andreas Sommers kennengelernt. Er ist Ernährungsberater und seine Leidenschaft ist Brot. Und so lautet dann auch seine Homepage.  www.Leidenschaft-Brot.de Er versteht aber auch etwas von Mikrobiologie. Und von der Geschichte des Getreides. Wir haben bei unserem ersten Telefonat gleich eine gemeinsame Wellenlänge gehabt und ich habe ihn gebeten, einen Text über das Brot zu schreiben. Irgendwo zwischen „kurz und knackig“ und „gepflegter Klugscheisser“ (bzw. Fachvortrag)… Ich habe auf jeden Fall eine Menge dazugelernt. (Injera, Teff, Spucke…) Ich bin mir sicher, dass wird nicht der letzte Artikel sein, den Andreas hier veröffentlicht. Viele Menschen entdecken in diesen Tagen das Brotbacken für sich. Möglichst natürlich sollte es sein, nachhaltig und gesund. Da kommt man schnell zum Sauerteig. Schaut man dann in die unüberschaubare Menge an Einträgen im Web, wird es ziemlich unübersichtlich. Auch Brotbackbücher bringen hier wenig Klarheit. Lange Teigreife – schon klar – aber 2 Stunden? 12? 24? Etwas Hefe dazu? Bei welcher Temperatur? In welchem Verhältnis? Die Menschen nutzen Sauerteige schon seit über 10.000 Jahren. Die ältesten bekannten Sauerteigbrote finden sich …

Mal Vorteil, mal Nachteil. Eine Abwägung…

Wenn man das Wahlprogramm der Grünen zur Bundestagswahl 2021 liest, wird deutlich, welche potentiellen Wähler angesprochen werden sollen. Wahlprogramm der Grünen BTW 2021 Der Bereich Landwirtschaft wird auf den Seiten 25  bis 29 abgehandelt. Es lohnt sich aber auch ein Blick auf die Seiten 21 bis 24, in denen es um den Natur- und Artenschutz geht. Im Kapitel „Gesundheit und Pflege“ geht es auf Seite 68 um Cannabis. Die Freigabe bietet eventuell die Möglichkeit, die Fruchtfolge um ein etwas anderes „Gras“ zu erweitern. Was auch noch auffällt: Vorteile und Nachteile von Giften werden sehr selektiv ausgewählt. Oder ist Cannabis jetzt kein „umwelttoxischer Wirkstoff“?   +4

Aussaat der Petersilie

Nachdem gestern bei besten Bedingungen die Bodenbearbeitung erfolgte, wurde heute (30.März) die Petersilie gesät. In einer Fahrt jeweils 4 Reihen in 3 Beeten. Vorne im Trecker eine Prismenwalze, hinter dem Trecker die Sägeräte mit einer Walze, die das Saatgut fest andrückt. Es braucht je nach Witterung (Temperatur) zwei bis drei Wochen, bis die ersten Pflanzen erscheinen. Ich halte euch auf dem Laufenden, wie es danach weitergeht. Übrigens haben mir mehrere Lehrer, unabhängig voneinander, erzählt, dass sie meine Videos für den Unterricht nutzen. Das ist ein Grund, warum ich auch vermeintliche Selbstverständlichkeiten erzähle.   0

Bericht vom Acker

Da es heute warm war und auch noch einige Tage warm bleiben soll, haben wir heute den Raps behandelt, damit der Stängel standfester bleibt. Jetzt geht es weiter mit Herbizid und Halmstabilisator im Winterweizen. Die erste Düngergabe ist drauf. Auf einem Nachbar-Feld wurde die Saatbeet-Bereitung für Petersilie mit der Kreiselegge durchgeführt. Es handelt sich um Mulchsaat nach Senf, vor einigen Wochen wurde Champost (Champignonerde) aufgebracht und mit der Scheibenegge flach eingearbeitet. Einen Tag später wird gesät. Übrigens: der Schlepper hat eine Luftdruckregelanlage und fährt auf dem Acker mit 1,0 Bar. Sieht man gut an den Reifen, und erst recht, wenn er die Kreiselegge aushebt. Nein, das ist nicht unser Trecker… und nein, wir säen keine 10 Hektar Petersilie… Für Zuckerrüben warten wir – wie jedes Jahr – noch auf den organischen Dünger. Ganz so eilig haben wir es nicht mit der Saat, denn zu Ostern soll es wieder kalt werden. +1

Lieber Mitbürger – mach es doch selbst!

Wir Bauern bekommen viele Ratschläge von Menschen, die offensichtlich der Meinung sind, sie wüssten, wie wir Landwirte es richtig machen sollten. Meist von Menschen, die mit praktischer Landwirtschaft nichts am Hut haben. Diese Ratschläge bekommen wir auch laufend von Redakteuren, Politikern und Vertretern spezieller Organisationen.  Wir werden ständig in Talk-Runden von sogenannten „Experten“  so dargestellt, als wären wir unfähig, mit unserem Boden, den Pflanzen und unseren Tieren anständig umzugehen. War unsere mehrjährige Ausbildung also überflüssig? Reicht es heute schon eine Ahnung von Dingen zu haben, die man nicht gelernt hat? Galileo und Quarks & Co zu sehen, um mitreden zu können? Da habe ich mir gesagt: Macht es doch selbst! Und habe folgende Anzeige aufgesetzt: +40