Autor: Bauer Willi

Hackmaschinen im Bio-Anbau

Ein interessanter Überblick über verschiedene Techniken der mechanischen Unkrautbekämpfung. Das erste Video die Variante für wenige Hektar. Und als zweites Video die großtechnische Lösung…. Und hier noch was für Freunde von Großmaschinen:   1

Wahlen beim Deutschen Bauernverband

Nur damit hinterher keiner sagt, er hätte es nicht gewusst: Vermutlich im Oktober wird das Präsidium des Deutschen  Bauernverbandes neu gewählt. Hier die Vorschläge: https://www.bauernverband.de/presse-medien/pressemitteilungen/pressemitteilung/wahlvorschlag-des-dbv-praesidiums-fuer-neuen-dbv-vorstand-1 Mein Kommentar: In den letzten Monaten haben viele Landwirte ihren Unmut über die Arbeit von einzelnen Mitgliedern des Präsidiums geäußert. Mit „Land schafft Verbindung“ ist eine Basis-Bewegung entstanden, die sich am DBV vorbei in Politik und Gesellschaft zu Wort gemeldet hat. Viele engagierte Bauern und Bäuerinnen haben den Mut besessen, in eigener Organisation mit zahlreichen Demonstrationen und pfiffigen Aktionen auf die gegenwärtige Situation in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Tausende von grünen Kreuzen wurden von Landwirtsfamilien aufgestellt, ohne dass der Vorstand des DBV dazu Stellung bezogen hätte. Und jetzt? Soll wirklich alles so bleiben wie bisher? Mich erinnert die derzeitige Situation irgendwie an den Herbst 1989…   Es kommen mir Bilder und Personen von damals in den Sinn. Mutige und entschlossene Menschen, die verändern wollten, nicht zögerten und verändert haben! Und Menschen, die zugelassen haben, dass sich etwas verändert. Hinweis für meine Berufskollegen: Wer mit der derzeitigen Besetzung des Vorstandes einverstanden …

Kirche, Kreuze, Landwirtschaft…

Für einen Landwirt ist es manchmal schwer, die Worte der Amtskirche auszuhalten. Da steht auf der Kanzel jemand, der von unserer Kirchensteuer bezahlt wird und erzählt mir, dessen Familie seit Jahrhunderten die Lebensmittel für Gläubige und Ungläubige produziert, etwas vom Bienenschutz und der Bewahrung der Schöpfung. Um diese Themen  geht es auch im aktuellen Heft von „Perspektiven“ , einer Publikation der evangelischen Kirche in Württemberg, die man sich hier herunterladen kann. Man hatte mir das Heft zugeschickt, weil die grünen Kreuze und meine Person darin erwähnt werden. So schreibt auf Seite 38 der Leiter des Fachbereiches „Kirche in Freizeit und Tourismus“ über die grünen Kreuze: „Ich nehme in den grünen Kreuze eine existentielle Angst vor einem ökologischen Umbau wahr. FÜR den Einsatz von Glyphosat, GEGEN eine Reduzierung der Nitratwerte, GEGEN Insektenschutz und GEGEN den Bienenschutz.“ Wer so etwas schreibt, hat sich mit den grünen Kreuzen nicht ernsthaft beschäftigt. Hätte er sich im Vorfeld mit Landwirten unterhalten, wüsste er, warum tausende der grüne Kreuze überall in Deutschland stehen. Wie oberflächlich und populistisch der Autor arbeitet, erkennt …

Stachel im Fleisch

Die letzten Tage haben gezeigt, dass die Deutschen an Scheinheiligkeit und Schizophrenität kaum noch zu überbieten sind. Sie brauchen einen Beleg? Gerne. Das letzte Politbarometer des ZDF hatte gefragt, ob der Bürger für eine Verschärfung der Gesetze in der Fleischindustrie sei, auch wenn das Fleisch dann teurer würde. 92% der Deutschen unterstützen dies. Dass die meisten Menschen bei uns bereit wären, dann auch mehr Geld für Fleisch und Wurst auszugeben, glauben nur 55 Prozent, 42 Prozent bezweifeln das. Und wenn dann die Frage gelautet hätte, ob man persönlich bereit wäre, mehr zu zahlen, wäre der Prozentsatz wohl noch niedriger ausgefallen. So belügen wir uns selbst. Wer hält denn den Bürger heute davon ab, Fleisch aus einer Tierhaltung zu kaufen, die seinen Vorstellungen entspricht? Gibt es alles schon heute auf dem Markt zu kaufen, egal ob Bio, Aktivstall, Strohschwein oder höhere Tierwohlstufen als Stufe 1. Wozu also warten? Und was der Markt will, werden wir Bauern liefern. Jeder Kauf ist der Auftrag, das Produkt in gleicher Weise noch einmal herzustellen. Und das machen wir. Oder hat …

Betriebskontrolle – einmal anders

Betriebskontrollen mag niemand. Und wenn man weiß, dass die Cross-Compliance-„Fibel“ über 100 Seiten hat, kann man sich nie sicher sein, ob man nicht die ein oder andere Vorschrift übersehen hat. Ein Berufskollege hat da eine Idee: wir wollen ja gut sein und alles richtig machen. Und das geht ganz einfach: Wenn sich die nächste Kontrolle ansagt, rufen wir unsere Berufskollegen an und fragen sie, ob sie bei der Kontrolle für ein paar Stunden dabei sein möchten. Wenn der Prüfer dann auf den Betrieb kommt, und 10 bis 15 lernwillige und wissbegierige Landwirte vorfindet, wird es sich sicher freuen. Denn bisher musste er sich nur mit dem Betriebsleiter abfinden und das war meistens sehr langweilig. Nun kann er, der Kontrolleur, erklären, warum er welche Frage stellt, kann Hinweise geben, wie welches Formular auszufüllen ist, kurzum, er kann als sein gesammeltes Wissen und seine Erfahrung einem breiten Publikum nahebringen. Ich finde die Idee gut. Denn sollte es im Nachgang zur Prüfung unterschiedliche Ansichten geben, kann man ja auf unabhängige Zeugen zurückgreifen. 🙂 Bauer Willi 13

Julia Klöckner zum „Fleischgipfel“

Wer heute, am Samstag abend etwas Ruhe und Zeit hat, hier ein Interview als Podcast aus Gabor Steingarts Morning-Briefing. Auf die teils etwas frechen Fragen antwortet Frau Klöckner sachlich und überlegt. Ich finde das Interview gelungen und hörenswert. Was nicht heißt, dass ich Ihr in allen Punkten zustimme. Wo ich ihr zustimme: es gibt Zielkonflikte und müssen uns entscheiden, was wir lieber wollen. Und dann eben auf das andere verzichten. https://dasmorningbriefing.podigee.io/566-neue-episode Technischer Hinweis: das eigentliche Interview kommt erst nach rund 3 Minuten. Mit dem Regler bis dahin schieben. 0

Gewinnmaximierung für den LEH – dank Corona

Eine Reportage des ARD-Magazin „Markt“ zur Preisentwicklung bei Lebensmitteln. Der Gewinner ist der Lebensmitteleinzelhandel (LEH), der zum Teil trotz gesunkener Einkaufspreise die Verkaufspreise erhöht haben. Ergebnis: noch mehr Marge. https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTMwOWQ1YmE4LWMzY2UtNGVhZC1hM2VhLWFkNGU2NDFiYTdjOQ/preisexplosion-im-supermarkt-dank-corona?fbclid=IwAR3lqwCiGxDGDHTJuPeNZTjbni2qRyA5tqWfuHaZ5VGcYQC1acHRigXvGPI   1

Umfrage FH Südwestfalen – für Tierhalter

An der Fachhochhochschule Südwestfalen, FB Agrarwirtschaft, geht eine Gruppe von Wissenschaftlern der Frage nach, wie praxistauglich die Tierwohl- und Nachhaltigkeitsprogramme für TIERHALTER sind? Wie rechnen sich die Programme? Und was müsste sich ändern, damit mehr Betriebe daran teilnehmen? Hier der Link zur Online-Umfrage: (sorry, ich hoffe, der Link funktioniert jetzt) https://limesurvey.fh-swf.de/index.php?r=survey/index&sid=454118&lang=de&fbclid=IwAR1-COeq-zNhH7NXPHvl05W8QLXgPojf6NUi7AcdRaScbMeJQuAWT2krSnE Als Dankeschön werden unter allen Teilnehmern 10 x 50 Euro Gutscheine von Engelbert Strauss verlost. Die Ergebnisse der Umfrage sollen mir zur Verfügung gestellt werden. Dann berichte ich hier darüber.     0

Vergessene Krankheiten

Die Verbrauchergewohnheiten haben sich geändert, die Bauern haben sich angepasst. Überall sieht man jetzt Hühnermobile auf den Wiesen stehen. Aber so ganz risikolos ist das nicht, weil jetzt wieder Krankheiten auftreten, die man schon vergessen hatte. https://www.bft-online.de/pressemitteilungen/vergessene-erkrankungen-kehren-zurueck/ „Wie früher“ ist gesundheitlich kein Fortschritt. Freilaufende Eier  🙂 bergen auch Gefahren. 🙁   3

Ethik und Tierwohl

Arnold Krämer hat sich die Stellungnahme des Ethikrates zum Tierwohl durchgelesen und zusammengefasst. Am Ende findet ihr seine Bewertung. Der Deutsche Ethikrat beschäftigt sich entsprechend seinem gesetzlichen Auftrag mit den großen Fragen des Lebens. In seiner aktuellen Stellungnahme vom 16. Juni 2020 „Tierwohlachtung – zum verantwortlichen Umgang mit Nutztieren“ fordert er eine stärkere Achtung des Tierwohls und spricht im Abschnitt 5 relativ konkrete Empfehlungen für einen „vernünftigen“ Umgang mit Nutztieren aus. In der Einleitung zu diesen Empfehlungen (Seite 43 bis 48) stellt er fest, dass viel Unklarheit in der Gesellschaft hinsichtlich eines angemessenen Umgang mit Nutztieren bestehe, Tieren oft routinemäßig Schmerzen und Leid zugefügt werde, und es einen erheblichen Bedarf an praktischen Reformen gebe.   Er sieht Mindeststandards eines ethisch zu verantwortenden und auch tierschutzgesetzlichen Vorgaben entsprechenden Umgangs mit Nutztieren als derzeit nicht oder nicht hinreichend beachtet an. Die vom Ethikrat formulierten Eckpunkte einer ethisch verantwortlichen Nutztierhaltung werden nachstehend in knapper Form wiedergegeben. Sie dienen nach eigener Aussage „der ethischen Fundierung umfassender, dem Tierwohlgedanken verpflichtete Reformvorschläge, wie sie etwa der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik beim …