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Greenwashing: REWE und die Eiweißstrategie

Vor ein paar Jahren durfte ich bei einer REWE-Veranstaltung auftreten. Eingeladen wurde ich von Alain Caparros, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden von REWE International. Der Sitz der REWE ist in Köln. Die Veranstaltung fand in Berlin statt. Eingeladen waren alle „Stakeholder“, von Wettbewerbern über NGO bis hin zu Politik. Auch Renate Künast war anwesend. Ich habe mich mit dem Nachhaltigkeitsbeauftragten von REWE über deren Verhalten gegenüber den Lieferanten, insbesondere der Landwirtschaft unterhalten. Ein Thema war auch damals die „Eiweißstrategie“ von REWE. Ich habe mich an dieses Gespräch erinnert, als ich durch Zufall von der „Proteinstrategie“ von REWE erfahren habe. Wie man sieht, wurde aus „Eiweiß“ nun „Protein“, ansonsten hat sich nicht viel verändert. https://www.rewe-group.com/content/uploads/2025/08/proteinstrategie-positionspapier.pdf Es lohnt sich, die vier Seiten zu lesen. Es findet sich einiges über „kultiviertes Fleisch“ (Laborfleisch), eine Absenkung der Mehrwertsteuer für Pflanzendrinks, und weitere Forderungen an die Politik. Ausser ein paar nichtssagenden Phrasen ist über den Bereich Landwirtschaft nicht viel zu lesen. Bei der Veranstaltung musste der Nachhaltigkeitsbeauftrage schließlich auch zugeben, dass es für REWE unerheblich ist, ob die Erbsen oder Bohnen aus …

Werden Lebensmittel teurer?

Aktuell wird in den Nachrichten davon berichtet, „dass Lebensmittel teurer werden“. Im gleichen Zusammenhang wird dann auch der Deutsche Bauernverband zitiert, der „Entlastungen beim Diesel“ fordert. https://www.deutschlandfunk.de/bauernverband-befuerchtet-rueckgang-der-erntemengen-und-steigende-lebensmittelpreise-102.html Doch wie hängt beides zusammen? Und hängt es überhaupt zusammen? Zunächst einmal die Einschätzung für Deutschland (gilt bedingt auch für Westeuropa): Diesel Viele Landwirte haben Diesel im vergangenen Winter eingekauft und haben diesen im Tank auf dem Hof liegen.  Grund war damals die bevorstehende CO2-Steuer, die man vermeiden wollte. Ausserdem war im Dezember der Dieselpreis noch vergleichsweise günstig. Nur wer jetzt dringend nachkaufen muss, muss die extrem hohen Preise akzeptieren. Dünger Hier geht es vor allem um Stickstoffdünger, der mittels des Haber.Bosch-Verfahrens  hergestellt wird. Dieser ist aktuell sehr teuer. Die Preisentwicklung ist hier zu sehen: https://www.agrarmarkt-nrw.de/duengermarkt.shtm Interessanterweise steigen die Preise für Kali und Phosphor fast gleichsinnig wie für Stickstoff. Ein logischer Zusammenhang besteht nicht, denn Kali und Phosphor sind Mineralien, die abgebaut werden. Es handelt sich um typische „Mitnahmeeffekte“, nach dem Motto „Wenn alles teurer wird, schlagen wir auch was drauf“. Ein wunderbares Beispiel, wie die Wettbewerbsbehörden versagen. …

Aktuell: Lebensmittelpreise steigen wegen Iran-Krieg sprunghaft an

Wie der Verband der deutschen Bauern (VDB) in seiner Pressekonferenz vom 3.3.2026 mitteilt, sehen sich die deutschen Bauern gezwungen, die Preise für ihre Produkte deutlich zu erhöhen. Folgende Basispreise gelten ab dem 6. März: Raps:           600 €/t Weizen:      250 €/t Kartoffeln:  40 €/dt Zuckerrüben: 60 €/t Schweinefleisch: 2,50 € kg SG Milch:    0,65 €/l (Biomilch + 20 Cent) Diese Preissteigerungen sind notwendig geworden, weil durch den Krieg im Iran nicht nur Diesel und Düngemittel deutlich teurer geworden sind, sondern auch weitere Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Logistik. Da damit zu rechnen ist, dass auch Pflanzenschutzmittel teurer werden, darf die Liquidität der Betriebe nicht über Gebühr strapaziert werden. Was die Forderungen an die Politik angeht, schließen sich die Landwirte den Aussagen des Geschäftsführer des BVE, Christoph Minhoff an. https://www.bild.de/politik/inland/preis-knall-wegen-iran-krieg-lebensmittel-industriewarnt-vor-kosten-tsunami-69a6dfb9674e1629a77d1e82? Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu hören war, wollen die Mitglieder des BVE (u.a. Nestle, Coca-Cola, Ferrero, Haribo etc.) einen Teil der Preissteigerung für verarbeitete Lebensmittel durch Verzicht auf die Gewinnmarge auffangen. Zitat eines Mitgliedes des BVE: „Wir haben …

Wir können alles!

Ende Oktober hat die EU-Kommission eine Einigung zur GAP präsentiert. Erfreut über die Ergebnisse zeigte sich Ministerin Köstinger: „Damit ist der bisherige österreichische Weg und unser Agrarmodell gesichert.“ Doch können die Bauern wirklich zufrieden sein? Wohl kaum.In ganz Europa stellten viele von ihnen in jüngster Vergangenheit grüne Kreuze auf ihre Flächen – als stiller Protest. Was hat die Landwirte dazu gebracht? Es ist die blanke Angst. Angst um die Zukunft ihrer Betriebe und ihrer Familien. Und es ist immer noch die Angst, bei den imme neuen Pakten, Deals und Strategien nicht mehr mitzukommen und schließlich den Betrieb aufgeben zu müssen. Deshalb bedarf es eines neuen Aufbruchs. Wir brauchen im wahren Sinne des Wortes eine Agrarwende! Eine Agrarwende hin zu einer Politik der Realitäten – weg von den theoretischen Phantasien urbaner Eliten. Es gibt einige Gruppierungen, die sich für etwas Besseres halten und ihre Meinung gerne zur gesellschaftlichen Meinung erklären möchten. Dafür haben sie aber keine Legitimation. Ein Grundprinzip, dass uns Landwirte leitet: Wir können alles. Wir können Nahrungsmittel, wir können Natur-, Arten- und Klimaschutz. Wir …

Der unbelehrbare Verbraucher?

Zu diesem Ergebnis muss man kommen, wenn man den nachfolgenden Beitrag liest. Alle Bemühungen einer Supermarktkette in England, die Verschwendung von Lebensmitteln beim Konsumenten zu reduzieren, sind gescheitert. Jetzt wurde das Projekt erfolglos beendet. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/lebensmittelverschwendung-sainsbury-s-stoppt-projekt-15582582.html Immerhin hat es mal jemand versucht, statt nur zu reden. Ich kann die Sprechblasen  von „mehr Wertschätzung unserer Lebensmitteln“ bald nicht mehr hören. Egal von welcher politischen Partei oder den diversen Nicht-Regierungsorganisationen. Diese Sprüche sind genau so hohl wie die ständigen Absichtserklärungen für ein Schulfach Ernährung und Landwirtschaft. Und dann passiert wieder nichts. Alles was weggeworfen wird, hat einmal Kosten verursacht. Für die Arbeit, die Energie usw. Jeder weiß das. Doch wie bekommen wir das hin, dass sich etwas ändert??? Es hilft ja nicht, es ständig zu beklagen. Habt ihr neue Ideen? Welche, die auch einfach umzusetzen sind? Und wer fängt damit an? Euer Bauer Willi