Monate: März 2021

Aussaat der Petersilie

Nachdem gestern bei besten Bedingungen die Bodenbearbeitung erfolgte, wurde heute (30.März) die Petersilie gesät. In einer Fahrt jeweils 4 Reihen in 3 Beeten. Vorne im Trecker eine Prismenwalze, hinter dem Trecker die Sägeräte mit einer Walze, die das Saatgut fest andrückt. Es braucht je nach Witterung (Temperatur) zwei bis drei Wochen, bis die ersten Pflanzen erscheinen. Ich halte euch auf dem Laufenden, wie es danach weitergeht. Übrigens haben mir mehrere Lehrer, unabhängig voneinander, erzählt, dass sie meine Videos für den Unterricht nutzen. Das ist ein Grund, warum ich auch vermeintliche Selbstverständlichkeiten erzähle.   0

Bericht vom Acker

Da es heute warm war und auch noch einige Tage warm bleiben soll, haben wir heute den Raps behandelt, damit der Stängel standfester bleibt. Jetzt geht es weiter mit Herbizid und Halmstabilisator im Winterweizen. Die erste Düngergabe ist drauf. Auf einem Nachbar-Feld wurde die Saatbeet-Bereitung für Petersilie mit der Kreiselegge durchgeführt. Es handelt sich um Mulchsaat nach Senf, vor einigen Wochen wurde Champost (Champignonerde) aufgebracht und mit der Scheibenegge flach eingearbeitet. Einen Tag später wird gesät. Übrigens: der Schlepper hat eine Luftdruckregelanlage und fährt auf dem Acker mit 1,0 Bar. Sieht man gut an den Reifen, und erst recht, wenn er die Kreiselegge aushebt. Nein, das ist nicht unser Trecker… und nein, wir säen keine 10 Hektar Petersilie… Für Zuckerrüben warten wir – wie jedes Jahr – noch auf den organischen Dünger. Ganz so eilig haben wir es nicht mit der Saat, denn zu Ostern soll es wieder kalt werden. +1

Lieber Mitbürger – mach es doch selbst!

Wir Bauern bekommen viele Ratschläge von Menschen, die offensichtlich der Meinung sind, sie wüssten, wie wir Landwirte es richtig machen sollten. Meist von Menschen, die mit praktischer Landwirtschaft nichts am Hut haben. Diese Ratschläge bekommen wir auch laufend von Redakteuren, Politikern und Vertretern spezieller Organisationen.  Wir werden ständig in Talk-Runden von sogenannten „Experten“  so dargestellt, als wären wir unfähig, mit unserem Boden, den Pflanzen und unseren Tieren anständig umzugehen. War unsere mehrjährige Ausbildung also überflüssig? Reicht es heute schon eine Ahnung von Dingen zu haben, die man nicht gelernt hat? Galileo und Quarks & Co zu sehen, um mitreden zu können? Da habe ich mir gesagt: Macht es doch selbst! Und habe folgende Anzeige aufgesetzt: +40

Ist fleischfrei gesünder und klimafreundlicher?

Hier die Bewertung aus ärztlicher Sicht, veröffentlich im Deutschen Ärzteblatt. https://www.aerzteblatt.de/archiv/214649/Ernaehrung-und-Klima-Fleischfrei-gesund-und-klimafreundlich-essen-die-Evidenz-fehlt Der Autor entlarvt die fehlende Wissenschaftlichkeit einiger Studien ebenso wie bewusste Falschmeldungen der Herstellern von fleischfreien Nahrungsmitteln. Im Anhang findet sich eine Fülle von Quellenangaben als Beleg. Leider werden solche wissenschaftlichen Ausarbeitungen in den Leit-Medien nicht berücksichtigt. Aber vielleicht bringt diese Veröffentlichung ja den ein oder anderen Journalist*in dazu… +4

Ein Besuch im Schlachthof

Ich bin ehrlich: ich war noch nie in einem Schlachthof. Gut, wir haben auch seit Jahrzehnten keine Tierhaltung mehr auf dem Hof und ich wüsste jetzt nicht direkt, wo der nächste Schlachthof ist. Umso spannender fand ich den Artikel, den die Mitarbeiter des Tierschutzverein Düsseldorf über den Besuch bei Tönnies geschrieben haben. https://tierheim-duesseldorf.de/de/eine-fuehrung-durch-den-schlachthof Solche sachlichen Beschreibungen und Bewertungen würde ich mir mehr wünschen. +1

Fridays for future

Julia und Willy sind Agrarstudenten und Mitglieder bei Fridays for future (FfF). Sie sind die deutschlandweite Anlaufstelle für die Ortsgruppen von FfF, wenn es um das Thema Landwirtschaft geht. Am 11.3. haben wir zu Dritt eine etwa einstündige Zoom-Konferenz abgehalten, weil ich, angeregt durch einige, sehr konstruktive Konferenzen mit Extinction Rebellion, Kontakt mit FfF aufnehmen wollte, um zu erfahren, wie ihre Meinung und Einstellung zur Landwirtschaft ist. Um es kurz zu machen: es war ein sehr intensives Gespräch, dass sehr viele Übereinstimmungen erbrachte. Schwerpunkt von Fridays for Future ist der Klimaschutz und so wurden alle Themen angesprochen, die die Landwirtschaft dazu betragen kann. Einigkeit herrschte auch darüber, dass die Landwirte dass nicht zum Nulltarif machen können und von Politik und Gesellschaft die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen. Es lohnt sich in jedem Fall, zu den örtlichen Gruppen von Fridays for Future aufzunehmen und sich über gemeinsame Ziele zu unterhalten. Hier findet ihr die Regionalgruppen: https://fridaysforfuture.de/regionalgruppen/ Und hier ein Video von Fridays for Future zur Landwirtschaft:   +3

Solarstrom oder Landwirtschaft? Beides!

Im Netz bin ich auf eine interessante Idee gestossen: Photovoltaik und Landwirtschaft auf der gleichen Fläche. Das geht, wenn zwischen den Solarmodulen so viel Platz verbleibt, dass dort landwirtschaftliche oder gärtnerische Kulturen angebaut werden können. Die Module können dabei entweder senkrecht stehen oder sie werden auf nachführenden Systemen (sog. Tracker) verbaut. Ich habe mich mit Frank Albers, einem Gesellschafter der Solverde (https://www.solverde-projektentwicklung.de/) darüber unterhalten, wie Solarstrom UND Landwirtschaft funktionieren kann und der Landwirt so zwei Einkommensquellen nutzen kann. Die Solverde Projektentwicklung ist Vorreiter in Sachen Agrar-Photovoltaik (APV). Sie sind meines Wissens bislang die einzigen, die sich ausschließlich auf Agrar-PV konzentrieren, technologieoffen sind und bereits eine Referenzanlage vorweisen können. Das Grundprinzip ist einfach: Die PV-Module werden senkrecht aufgestellt oder auf Trackern, der Raum dazwischen kann ackerbaulich oder gärtnerisch genutzt werden. Mehr als 1,5 m hoch sollten die Kulturen jedoch wegen der Verschattung nicht sein. Bei Grünland dürfte das in keinem Falle ein Problem sein. Da die Aufstellfläche nur etwa 10% der Gesamtfläche in Anspruch nimmt, bleiben 90% zur weiteren Nutzung. Neben starr aufgegestellten Modulen gibt es …

Zukunftskommission – die Letzte?

Wie im Artikel von Mittwoch beschrieben, hat am vergangenen Dienstag wieder die Zukunftkommission getagt. Mit dabei war Greenpeace, die sich beim Agrargipfel im Dezember 2019 beschwert hatten, dass sie nicht dabei waren. Einen Tag später besetzen Aktivisten von Greenpeace einen Balkon des Bundeslandwirtschaftsministerium und stellen dort ein großes Kreuz auf, auf das eine überlebensgroße Biene gekreuzigt ist. Die Darstellung ist so geschmacklos, dass ich sie hier bewusst nicht zeigen mag. Wieder einen Tag später kündigte Martin Kaiser, Chef des deutschen Teils des international agierenden Protest-Konzerns die Mitarbeit in der Zukunftskommission (ZKL) auf. https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/greenpeace-verlaesst-zukunftskommission-landwirtschaft Das Ausscheiden war zu erwarten und möglicherweise schon von Anfang an eingeplant. Die vorgebrachte Begründung ist so einfach wie durchsichtig: Frau Klöckner soll auf die Forderungen von Greenpeace bezüglich nachträglicher Änderungen an den GAP-Beschlüssen nachgeben, tut dies aber nicht. Dabei war bereits zu Beginn der ZKL klargemacht worden, dass sich die Kommission nicht mit dem Tagesgeschäft, sondern mit langfristigen und strategischen Themen beschäftigen soll. Ebenfalls am Donnerstag äußert sich Martin Kaiser, Greenpeace, mit folgenden Worten zur GAP: „Aktuell werden Milliarden von Steuergeldern …

Rücksicht macht Wege breit

Eine ganz normale Bürgerin macht sich Gedanken über Spaziergänger in der Feldflur. Ein wirklich lesenswerter Beitrag, der mir persönlich gut getan hat. https://meine.rheinische-anzeigenblaetter.de/pulheim/c-panorama/der-frust-der-bauern_a9699 Eine Möglichkeit für Landwirte, auf sympathische Art um Rücksicht zu bitten, ist die nachfolgende Methode: https://www.topagrar.com/mediathek/fotos/verschiedenes/ruecksicht-macht-wege-breit-12078441.html +1