Monate: Januar 2016

SAUEREI – das Buch

Als der Piper-Verlag anrief, ob ich ein Buch über Landwirtschaft, Lebensmittel und Verbraucher schreiben wollte, habe ich erst einmal abgelehnt. Nach einigen Überlegungen und  ein paar Gesprächen innerhalb der Familie habe ich mich schließlich doch dazu entschlossen. Denn wenn ein renommierter Verlag einem Bauern die Möglichkeit gibt, seinen Mitbürgern seine Sicht der Dinge zu schildern, so darf dieser Bauer, egal wie er heißt, eine solche Chance nicht ablehnen. Jetzt ist es da. Mein erstes Buch. Als ich das gedruckte Exemplar in den Händen hielt und meiner Mutter (93) einige Zeilen daraus vorgelesen habe, hatte ich einen Kloß im Hals. Es war ein Abschnitt, in dem sie vorkommt, als wir noch Schulkinder waren. Es war ein bewegender Moment. Doch warum dieses Buch mit dem provokanten Titel „Sauerei“? Geht es doch wieder nur um Beschimpfung? Nein. Ich treffe häufig Mitbürger, die zu unserer heutigen Landwirtschaft zwar eine feste Meinung haben, aber nicht wirklich viel wissen. Das ist nicht schlimm, woher sollen sie es auch wissen? Da setze ich an und nehme sie mit auf unseren Hof im Rheinland. Im ersten Kapitel „Der Bauer“  erzähle ich, wie sich unser Hof …

„Hilf dir selbst…

…dann hilft Dir Gott.“  So die Erkenntnis des Milchpolitischen Frühschoppen des Milchindustrieverband (MIV) während der Grünen Woche in Berlin. Der Titel der Veranstaltung: „Wer hilft den Milchbauern?“ Auch wenn die Redner es blumig umschrieben haben: helfen wird den Milchbauern keiner. Nicht die EU, nicht die Bundesregierung, nicht die Molkereien, nicht der Lebensmitteleinzelhandel und erst recht nicht der Verbraucher. Und Charles Darwin wird wohl recht behalten mit seiner Erkenntnis „Survival of the fittest“ (Der Fitteste wird überleben). Und das muss nicht unbedingt der Größere oder der Stärkere sein, sondern der, der sich gut und schnell anpassen kann… Vorschläge zur Anpassung wurden genannt (im Video aber nur kurz beleuchtet) aber sie fanden kaum Resonanz. Meine persönliche Erkenntnis: Die Molkerei-Branche steht zur Zeit ziemlich ratlos da. Und auch für sie gilt der Spruch von Darwin. http://www.milchindustrie.de/aktuelles/videos/ Danke an den MIV für das Video Produzent: www.stories-unlimited.de 0

Nur eine Einzelmeinung? – Gedanken einer Tierärztin…

Über Umwege erreichten uns diese Gedanken einer Tierärztin. die seit über 25 Jahren ihren Beruf ausübt. Wir haben es uns nicht leicht gemacht, ihn zu veröffentlichen und ihn deshalb vorher auch von anderen Fachleuten gegenlesen lassen. Da wir Dialog wollen, wollen wir auch kritische Stimmen zu Wort kommen lassen und Leser sollten nicht gleich  – wie es eine Bekannte ausdrückte – „Empörungs-Schnappatmung“ bekommen. Der Artikel enthält viele Fachausdrücke und ist nicht für jeden verständlich. Landwirte, Berater und Tierärzte werden aber hoffentlich verstehen, worum es der Tierärztin geht. Sie ist jedenfalls mit der derzeitigen Situation unglücklich. Oder liegt das nur an ihr? Ist es nur eine Einzelmeinung? Ich bin schon seit längerem der Meinung, dass wir in der Tierzucht viel zu weit gegangen sind, ohne irgendjemand einen Gefallen getan zu haben. Die Tiere bringen völlig überzogene Leistungen, denen wir nicht gerecht werden können. Ein Professor hat anlässlich eines Kongresses in Leipzig versucht, Stoffwechselleistungen zu vergleichen. Kühe, die rund 14.000 Liter Milch geben, bringen über die gesamte Laktation die gleiche Leistung wie ein Tour de France – Radfahrer. Das …

Klage-Androhung

‪#‎Volkswagen‬ bietet in der ‪#‎Autostadt‬ 3 Gastronomiekonzepte an: vital (mit Fisch und Fleisch), ‪#‎vegetarisch‬ und ‪#‎vegan‬. ‪#‎Currywurst‬ ist wohl eindeutig vital… http://www.faz.net/…/eigenproduktion-die-volkswagen-currywu… 0

Winterschlaf?

Sandra führt einen landwirtschaftlichen Betrieb östlich von Lüneburg. Hier schildert Sie, warum es mit dem Winterschlaf nichts geworden ist. Ich höre es immer wieder: „Ihr Landwirte liegt doch den ganzen Winter nur auf dem Sofa!“! Oder die Frage „Wird es dir im Winter nicht langweilig?“ Deshalb habe ich euch einmal aufgeschrieben, wie eine Woche im Januar bei mir ausgesehen hat. Sonntag, 20:30 Uhr, der Tatort läuft und nebenbei plane ich so die Woche: Kartoffeln verladen, Holz spalten, mal die Wohnung auf Vordermann bringen und mal ausspannen, das wäre so das Wichtigste diese Woche. Mein Mitarbeiter hat frei, also bleibt´s an mir hängen. Montag 5:30 Uhr, der Wecker klingelt, wie jeden Tag, 5:40 Uhr, Blick durchs Fenster nach draußen und aufs Thermometer. Ganz schön kalt. 6:10 Uhr, ich heize einen unserer 2 Holzvergaserkessel an. 7:00 Uhr, Frühstück mit meiner Mutter, 7:45 Uhr, der erste LKW, der Kartoffeln zur Stärkefabrik bringen soll, kommt auf den Hof gerumpelt. 8:00 Uhr, ich beginne den LKW mit Kartoffeln zu beladen. Bis 10:30 Uhr hab ich dann LKW Nummer zwei und …

Hört auf zu jammern! Angelt lieber!

Folgenden Appell hat Thies geschrieben. Er ist Landwirtssohn aus Nordniedersachsen, hat aber das Pech gehabt, dass sich sein Bruder bei der Geburt vorgedrängelt hat. 🙂 So hat er  Landwirtschaft studiert und hat derzeit eine Trainee-Stelle. Am vergangenen Donnerstag hat er seinen 26. Geburtstag gefeiert. Nachträglich noch herzlichen Glückwunsch. Auch zu diesem aufmunternden Brief. Die jetzige Situation ist für einige Betriebe existenzgefährdend. Das Problem ist allerdings, dass schon seit Jahrzehnten unsere Botschaft an die Gesellschaft war, dass es gerade sehr schlecht ist. Wie glaubhaft klingt es dann zu sagen: „Jetzt geht es uns aber tatsächlich richtig schlecht.“ Der Verbraucher soll das erfahren, aber er will es gar nicht wissen. Nur weil ein Kind Spinat essen muss, ändert das nichts daran, dass es aber keinen Spinat essen will. Zu sagen, wie schlecht es einem geht ist keine Öffentlichkeitsarbeit und erst recht kein Marketing. Würdet ihr bei einem Landhändler einkaufen, der dauernd bettelt: „Kaufe bitte zu einem höheren Preis bei mir, weil es mir wirtschaftlich so schlecht geht?“ Da rechnet man doch eher mit der baldigen Insolvenz und schaut …

Einfache Sprache

  Habe lange mit Alois überlegt, ob ich so platt und vulgär sein darf. Er hatte da so seine Bedenken. Jetzt machen wir es einfach. Versuch macht klug. Entschuldigen können wir uns ja immer noch. Die Idee dazu kam durch einen Kommentar von Sandra, die den Sachverhalt etwas netter ausgedrückt hatte. Natürlich kann ich „organischen Dünger“, „Gülleverordnung“ und „Nitrat“ auch anders erklären. So aber versteht es jeder. In jedem Fall stellt es sehr gut den Bezug zu jedem normalen Menschen her, denn das, was oben beschrieben wird, kann für jeden von uns zu einem „drängenden“ Problem werden. Mit diesem drastischen Vergleich bin ich mit meinem Gesprächspartner auf Augenhöhe. (…wenn es nicht gerade ein Universitäts-Professor ist) . Natürlich findet jeder den Vergleich eklig, niemand würde sein „Geschäft“ ohne Not im eigenen Garten verrichten. Er geht zur Toilette, bedient die Spülung und hat sich des „Problems“ erledigt. Sollen sich doch andere weiter darum kümmern. Mit diesem Beispiel schaffe ich meinem Gegenüber einen Vergleich, über den er bisher nicht nachgedacht hat, ihn aber betreffen könnte. Die hypothetische Frage: was wäre denn, wenn 80 Mio. Bundesbürger …

Wir machen…

Ich bin ja rheinischer Bauer. Diese Aktion ist sympathisch und humorvoll. Und unser Trecker fährt dieses Jahr auch wieder mit. Find ich lustich. Karneval im Rheinland ohne Bauern? Undenkbar! Egal ob Köln oder Düsseldorf, Bonn oder Aachen: Unsere Trecker machen den Karneval als Traditionsveranstaltung erst sichtbar. Ob klein, groß, neu oder alt: Es sind …. Wir machen lustich   0