Monate: Mai 2018

Abflammen oder nicht?

Angesichts dieser Bilder zur biologischen Unkrautbekämpfung kommen in mir einige Fragen hoch…Ein Beispiel: Was passiert mit den Tieren? Wie vertragen das die Regenwürmer an der Bodenoberfläche? Was mit Laufkäfern? Schmetterlingen? Feldhasen, Kaninchen? Was mit den Bodenbrütern wie Feldlerchen, Kiebitze. Und was ist mit Fasanen und Feldhühnern? Übrigens habe ich im Herbst mit dieser Methode in unserem Hof eine Konifere „abgefackelt“. Bin wohl mit meinem kleinen Gasbrenner ein wenig zu nahe rangekommen. Zum Glück lag der Gartenschlauch gleich daneben, sonst wäre das Haus auch gleich mit abgebrannt. Man stelle sich vor, ich hätte einen Wegrain neben meinem Feld in Brand gesetzt…Auweia, da hätte ich bestimmt in der Zeitung gestanden. 0

Wildbienen, Bauern und Gesellschaft (mit Video)

In der Diskussion um das Bienensterben  ist man ja mittlerweile auch in den Medien zu der Einsicht gekommen, dass es nicht um Honig-Bienen geht (die werden dank mehr Imker immer mehr) sondern vor allem um Wildbienen, die bedroht sind. Diese sind, im Gegensatz zu Honigbienen, meist Einzelgänger, was heißt, dass sie keine oder nur sehr kleine Völker bilden. Ihre Ansprüche an den Lebensraum sind zudem sehr speziell. Ich wollte nun wissen, was wir als Bauern für Wildbienen tun können und bin auf die Seite von Dr. Paul Westrich gestoßen, der immer wieder als Experte für Wildbienen zitiert wird. Vielen Dank an alle, die mir den Hinweis gegeben haben! http://www.wildbienen.info/artenschutz/habitate.php Wo also fühlen sich Wildbienen wohl? (Zitiert nach Westrich) Reich strukturierte Waldränder, Waldlichtungen und Feldhecken, insbesondere mit südlicher Exposition [teilweise FFH-Lebensraumtyp 41.10 und 41.20] Streuobstwiesen mit altem Baumbestand und floristisch artenreichem Unterwuchs (Wiesen) Zweischüriges, nicht oder nur mäßig gedüngtes Grünland (Erhaltungsdüngung) [FFH-Lebensraumtyp 6510 und 6520] Kleine Sand- und Lehmentnahmestellen Blütenreiche Feldraine Steinriegel Trockenmauern Feuchte Hochstaudenfluren an Graben- und Gewässerrändern [FFH-Lebensraumtyp 6430] Flächen mit Pionier- und Ruderalvegetation, besonders auf …

Das große Entgiften – Vision oder Utopie?

Die Diskussionen über die Zukunft des chemischen Pflanzenschutzes sind im vollen Gange. Vieles steckt jedoch irgendwie in der Sackgasse. Zu verhärtet scheinen die Fronten. Es fehlt an realen Zukunftsperspektiven. Deshalb möchte ich hier einen  etwas anderen Artikel von ZEIT online zur Diskussion stellen. Hier haben sich zwei Journalisten die Mühe gemacht eine Vision zu entwerfen. Vielleicht ist es auch eine Utopie. Doch lesens- und diskussionswert finde ich diese Fiktion allemal. Alois https://www.zeit.de/2018/22/agrarpolitik-ackerbau-pflanzenschutz-zukunft/komplettansicht 0

Bio-Weizen

Im Nachbar-Dorf wirtschaftet ein Bio-Bauer nach Bioland-Richtlinie. Seine Felder sehe ich mir von Zeit zu Zeit immer mal an, weil es mich interessiert. Das Bild zeigt seinen Winter-Weizen Ende Mai, kurz vor dem Ährenschieben. Der Weizen wurde gegen Unkraut gestriegelt. Das hat sehr gut geklappt. Im gesamten Bestand ist kein Unkraut zu sehen. Warum ich das Bild bringe? Aus zwei Gründen: Dieses Jahr hat der Bauer das Unkraut sehr gut ohne Herbizide bekämpfen können Die Artenvielfalt im Bio-Weizen ist nicht höher als in traditionellem Weizen Es ist das Ziel jedes Bauern, von einem Feld nur eine Frucht zu ernten. In diesem Falle nur Weizen. Unkraut würde stören. Euer Bauer Willi 0

Insekten mögen´s unordentlich

Ein Gastartikel von Ludger Weß Dr. Ludger Weß hat Biologie und Chemie studiert und als Molekularbiologe an der Universität Bremen geforscht. Er schreibt seit den 1980er Jahren über Wissenschaft, vorwiegend Gen- und Biotechnologie und beriet u.a. den deutschen Bundestag, den Landtag Schleswig-Holstein sowie Greenpeace in Sachen Gentechnik. 2006 gehörte er zu den Gründern von akampion, das innovative Unternehmen bei ihrer Kommunikation unterstützt. 2017 erschienen seine Wissenschaftsthriller „Oligo“ und „Vironymous“ bei Piper Fahrenheit (https://www.piper.de/autoren/ludger-wess-4923). Seit 2016 schreibt er privat für den Blog „Salonkolumnisten“ (www.salonkolumnisten.com). Ein Faktor, der den Insekten das Leben schwer macht, ist das Verschwinden von Lebensräumen, die Insekten gerne besiedeln: vegetationsarme Böden, die im Sommer schnell heiß werden, Überschwemmungsgebiete, Abbruchkanten, Schutthalden, Pfützen und Dreck wie Misthaufen, Kuhfladen, Aas, Müll und Dung. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Insekten Blumenwiesen, Blühstreifen und saftiges Grün lieben. Das sind Lebensräume für wenige Spezialisten. Die meisten Insekten sind Extremisten – ihre Larven lieben es karg und öde oder fett und stinkend, knochentrocken oder staunass, nicht aber die über einen Zierrasen gesäte Bienenweide oder Insektenhotels, die Städter gern …

Ich mache alles falsch

Ich habe gerade den neuen STERN gelesen. Titelseite: „Rettet die Bienen“. Untertitel: „Warum ihr Verschwinden unser aller Leben bedroht. Wie wir sie jetzt schützen können“. Kommen wir zum Artikel. „Wer trägt die Schuld? Eine Reise zu Tätern und Rettern.“ Ich bin gespannt. Zuerst ein Besuch bei Jens Pistorius, Leiter des Institutes für Bienenschutz in Braunschweig. Ich wusste nicht was er tut. Sehr interessant und aufschlussreich. Dann geht es los: Die Bienen sterben – Millionen Tote – nicht nur Honigbienen. Allerdings auch der Einschub, dass es vor allem Wildbienen sind und das für den Tod der Honigbienen auch Krankheiten, Schädlinge (Varroa-Milbe) und Menschen (gemeint sind wohl die Imker?) verantwortlich sind. Das ist fair. Jetzt  geht es weiter zu Raps, zu Neonicotinoiden, aber auch zu Fipronil, das noch immer in zuckerhaltigem Ameisenmittel für den Hobbygärtner enthalten ist und so besonders riskant. Weil Bienen Zucker mögen und so besonders gefährdet sind. In der Landwirtschaft ist Fipronil verboten. Das nächste Thema. Verarmung von Fauna und Flora und dass „die Agro-Riesen Bayer, Monsanto und BASF darüber entscheiden, ob die Biene und die Insektenwelt …

Entzug der Gemeinnützigkeit

Derzeit diskutiert der Deutsche Bundestag darüber, ob militanten Tierrechtsaktivisten die Gemeinnützigkeit entzogen werden soll. Wenn ihr dies befürwortet, brauchen eure Abgeordnete eure Willenserklärung. Eure/n Abgeordnete/n findet ihr, wenn ihr im angegebenen Link rechts oben neben dem Wort „Biografien“  eure Postleitzahl eingebt. Schickt einen Brief oder eine Mail an eure/n Abgeordnete/n. https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien Mit einem Klick auf den Namen gelangt ihr zu den Kontaktdaten Hier ein Textvorschlag, den jeder beliebig ändern kann Sehr geehrte/r Frau/Herr Abgeordneter Der Deutsche Bundestag diskutiert gegenwärtig einen Antrag, um militanten Tierrechtsorganisationen, die Straftaten begehen oder zu diesen aufrufen, die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Ich möchte Sie bitten, diesem Antrag zuzustimmen. Eine Reihe von Landwirten ist bereits Opfer von Aktivisten geworden, die in Ställe eingebrochen sind bzw. Hausfriedensbruch begangen haben. Dass solche Organisationen von staatlicher Seite direkt oder indirekt durch Steuervorteile gefördert werden ist ein Schlag in das Gesicht nicht nur der Landwirte sondern auch derjenigen Tierschutz-Organisationen, die solche Methoden nicht anwenden. Helfen Sie durch Ihre Stimme mit, dass den Fanatikern die Gemeinnützigkeit entzogen wird. Vielen Dank   0

Bio-Zuckerrüben

Am 9. und 10. Januar wurde vom Verein Mellifera ein Expertenworkshop zum Thema Bio-Zuckerrübenanbau veranstaltet. Hier der Link: https://www.mellifera.de/blog/bienen-schuetzen/expertenworkshop-zuckerruebe.html Am Ende des Artikels sind die einzelnen Vorträge abzurufen. Ich habe mir einige davon angesehen. Besonders interessant ist der Vortrag von Klingenbrunner mit seinen Erfahrungen im Bio-Zuckerrübenanbau in Österreich. In Österreich wurden 2017 insgesamt 1315 ha Bio-Zuckerrüben angebaut und damit 3% der österreichischen Zuckerrübenanbaufläche. Die Erträge schwankten 2017 von 15 bis 85 t/ha, der österreichische Durchschnitt betrug 46,8 t/ha. Der Preis betrug 90 €/t bei einem Zuckergehalt von 17,4%. Im Jahr 2017 wurden 170 ha Zuckerrüben (= 12,9%) umgebrochen, davon 100 ha aufgrund von tierischen Schädlingen (Rüsselkäfer, Drahtwurm, Erdfloh), weitere 70 ha wegen starker Verunkrautung, Verkrustung und Frost. Eine direkte Bekämpfung von tierischen Schädlingen ist nicht möglich, Maßnahmen wie weite Fruchtfolge, Ablenkung durch Beisaat oder Fallrinnen (bei Rübenrüssler) am Feldrand sollen die Probleme mindern. Gegen Blattkrankheiten helfen weite Fruchtfolge, tolerante Sorten, Pflanzenstärkungsmittel und im Notfall Kupfer als Pflanzenschutzmittel. Als größter Kostenfaktor wird die Beikrautregulierung genannt. Es wird mehrfach gestriegelt und gehackt, pro Hektar müssen 150 -250 Arbeitsstunden in Handarbeit aufgewendet werden.  Vom …

Datenschutzgrundverordnung

Hallo, hier ist der Alois. Heute ist der große Tag: Ab heute gilt EU-weit die Datenschutzgrundverordnung. Auch für unseren Blog! Ich gebe ganz offen zu – ich habe das Thema unterschätzt. Habe gedacht, das wird schon nicht so schwierig sein. Bis ich dann mal begonnen habe mich in die Thematik einzulesen. Das war vor ca. einer Woche. Dann habe ich begonnen Checklisten zu machen für meine Blogs. (Habe ja noch mehr Seiten am laufen) Und dann habe ich zwei Tage nichts anderes mehr gemacht, als die DSGVO umzusetzen. Deshalb will ich nun ein wenig erzählen, was ich alles dafür getan habe – und auch erzählen, was sich für die Blog-Leser und -Kommentatoren alles ändert. 1. Verschlüsselte Internet-Verbindung Oben in der Adresszeile seht ihr nun ein grünes Schloß. Das bedeutet, euer Browser hat mit unserer Blogseite eine individuelle, verschlüsselte Verbindung. Niemand kann mehr den Datenstrom zwischen eurem PC oder Tablet oder Smartphone und dem Server „bauerwilli.com“ mitlesen. Das ist nun Vorschrift, vor allem, wenn Kontaktformulare und Kommentare auf den Blog geschrieben werden. Den Server dafür umzustellen, …