Monate: Mai 2018

Neonics weg – und nun?

Zuckerrübenanbauer müssen in Zukunft ohne insektizide Saatgutbeizung in Form der Neonicotinoide auskommen. Was sind mögliche Alternativen und deren Folgen? Ich habe mich mal bei einem ausgewiesenen Fachmann erkundigt, der mir diese Erläuterungen geschickt hat.  Vielen Dank dafür. Rückblick Ab 1991 wurde Imidacloprid als das erste Neonicotinoid als Insektizid zugelassen. Im Lauf der Zeit kamen weitere Neonicotinoide hinzu. Die Wirkstoffe setzten sich als am häufigsten angewendete Insektizide weltweit durch. Für den Erfolg sorgten die breite Wirksamkeit, eine geringe Warmblütertoxizität und damit hohe Anwendersicherheit, gute systemische Wirkung und weitere Faktoren. Besonders erfolgreich waren die Neonicotinoide im Rahmen der Saatgutbehandlung. Die pro Fläche ausgebrachten Wirkstoffmengen stellten einen kleinen Bruchteil im Vergleich zur Flächenapplikation dar. Im Falle von Zuckerrüben sieht der Vergleich so aus: Wird gespritzt, so werden 10.000 m² behandelt. Wird das Insektizid an das Saatgut pilliert, werden 50-60 m² behandelt (jeweils bezogen auf einen Hektar). Ihre Vorteile: Sie verteilten sich schnell in der Pflanze und wirkten relativ lange. Diese Insektizide wurden gebraucht, um die oberirdischen Pflanzenteile wirksam zu schützen. Die wichtigsten oberirdischen Schädlinge sind Moosknopfkäfer, Grüne Pfirsichblattlaus …

Soja säen im Terra Incognita

Im Frühjahr war ich in Oberösterreich eingeladen. Im Artikel „Terra incognita -Oberösterreich“ hatte ich ganz kurz über den Anbau von Soja in Oberösterreich berichtet. Dies nahm „Bauer Fritz“ zum Anlaß mir einen Praxisbericht über seinen heurigen Anbau von „Donau-Soja“ zu schicken. Leider habe ich den Bericht bei dem ganzen „Insekten-Trubel“ beinahe vergessen zu veröffentlichen. Das hole ich jetzt noch schnell nach… 😉   a) Der Anbau: erfolgte heuer vielfach etwa ab dem 15. April bei schon sehr warmer, ja fast schon heißer Witterung mit Temperaturen bis an die 30 Grad. Die Wetterdienste registrieren den April 2018 als zweitwärmsten in Österreich in der 250jährigen Datengeschichte (Wärmster April war übrigens 1800). Hier im Zentralraum von OÖ liegen die Niederschläge im April rund 40 mm unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Saatvorbereitung wurde auf Grund der schönen und ausreichenden Frostgare nur seicht durchgeführt mittels Zinkenegge oder Spatenrollegge, bei Feldern mit abgefrorener Winterbegrünung mittels Scheibenegge. b) Das Saatgut: Heuer verwende ich gentechnikfreies Saatgut der „Saatzucht Donau“, einem Zusammenschluß zweier österreichischer Saatzuchtfirmen, die sich speziell auf die Weiterentwicklung von Soja konzentrieren. …

Dramatisches Bienensterben – Fakten oder Fake?

„Dramatisches Bienensterben“ So oder anders titeln seit Wochen viele Zeitungen, so ist es fast täglich in Rundfunk und Fernsehen zu hören und zu sehen. Hier nur ein Beispiel von vielen: http://www.nw.de/blogs/tiere_und_natur/22143452_Dramatisches-Bienensterben-trifft-auch-NRW.html Mit solchen Überschriften wird der Eindruck erweckt, dass auch die Honigbiene vom Aussterben bedroht ist. Doch wie sind die Fakten? Da Pfingstsonntag der „Weltbienentag“ war, habe ich ein paar interessante Daten rund um Bienen und Honig gesammelt. Deutschland: Nach einem Rückgang der Bienenvölker bis etwa 2010 nimmt deren Zahl bis heute stetig zu und liegt heute bei über 800.000. Auch die Zahl der Imker hat zugenommen. http://deutscherimkerbund.de/161-Imkerei_in_Deutschland_Zahlen_Daten_Fakten Erkenntnis 1: Die Zahl der Honigbienen-Völker in Deutschland nimmt seit Jahren zu Wie ist die Entwicklung der Bienenvölker weltweit? Dazu ein Artikel aus dem Deutschen Bienen-Journal, der aufzeigt, das auch weltweit die Zahl deutlich zugenommen hat. Allerdings hat es in Europa in den 90iger Jahren einen deutlichen Rückgang gegeben, verursacht durch einen starken Rückgang in Osteuropa. Der stärkste Einbruch lag hier zwischen 1989 und 1992, also der Zeit des politischen Umbruchs, ist also eher nicht biologisch zu begründen. Die Zahlen sind dem Deutschen Bienen-Journal …

Zum Kuckuck mit dem Geld

Hier ist der Alois. Ich bewahre ein Geheimnis, das mir meine Mutter im Kindesalter anvertraut hat. Sie schärfte mir ein: „Wenn Du den Kuckuck rufen hörst, dann klopfe auf deinen Geldbeutel. Dann wird dir das ganze Jahr das Geld nicht ausgehen!“ Dieser Glaubenssatz sitzt bei mir. Und funktioniert! Ich fasse wirklich instinktiv an meine Geldbörse, wenn ich im Frühjahr mal einen Kuckuck rufen höre. Aber leider ertönt der Kuckuck-Ruf auch immer weniger. Weil auch sein Bestand, so wie von vielen Vögeln, in den letzten Jahren zurückging. Darum habe ich mich entschieden, euch das Geheimnis meiner Mutter zu erzählen und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich denke mir, wenn alle Leute wüssten, wie notwendig der Kuckuck für die Geldvermehrung ist, dann würden wir Menschen uns automatisch dafür einsetzen, dass es wieder mehr Vögel gibt. Der Kuckuck braucht ja die anderen Vögel, weil er seine Eier in die fremden Nester anderer Vögel legt. Jeder wäre automatisch daran interessiert, dass es viele Kuckucke gibt, und wir würden alles für Insekten und Lebensräume tun. Wahrscheinlich würden wir alle die …

Pfingst-Sonntag: Weltbienentag

Heute ist Weltbienentag. Dazu drei Aussagen aus drei politischen Parteien: Umweltministerin Svenja Schulze (SPD): „Für Wildbienen und andere Insekten müssen Lebensräume geschaffen werden. Aufgeräumte Gärten ohne einheimische Pflanzenarten oder Äcker voller Insektizide sind da keine Hilfe.“ Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU): „Die Biene ist systemrelevant und damit gilt: Was der Biene schadet, schadet dem Landwirt und damit uns allen.“ Ihr Ministerium arbeite an einer umfangreichen Ackerbaustrategie für Deutschland, so die CDU-Politikerin. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter (Grüne): „Die  Bienen und ihr kolossaler Beitrag für unser menschliches Leben müssen mehr zählen als die Profitinteressen der Agrarchemiegiganten und die Überindustrialisierung der Landwirtschaft.“ Hier alle Texte im vollen Wortlaut. https://www.zdf.de/nachrichten/heute/weltbienentag-100.html Interessant sind auch die Stellungnahmen in diesem Video von ZDF Berlin direkt vom 15. April 2018. https://www.zdf.de/politik/berlin-direkt/videos/berlin-direkt-clip-2-218.html Demnächst folgt hier ein Artikel mit Fakten über Bienen. Doch jetzt noch allen ein frohes Pfingstfest. Euer Bauer Willi 0

Guerilla-Greening…

Bienensterben, Insektensterben…aber keiner tut was. Dann tun wir was! Ihr und ich, wir alle. Meine Idee: Ihr kauft euch bei Genossenschaften/Landhandel/Baumarkt Saatgut von Phacelia (= Büschelschön = Bienenweide (siehe Bild)) und sät davon etwas auf Freiflächen in den Städten oder Dörfern aus. Mit Sicherheit findet ihr eine Stelle, wo das geht. Eine aufgelassene Baustelle, eine Baumscheibe, auf der nichts wächst oder eine kahle Stelle am Bahnhof, am Rathaus oder auch neben einem Parkplatz. Also nicht auf meinem Acker, das mache ich lieber selbst 🙂 und sieht dann so aus: Die Saatmenge beträgt 10 kg pro Hektar (=1 g pro qm). Phacelia bildet wunderschöne violette Blüten, die für Bienen und Hummel aller Art ein ideales Futter sind. Phacelia friert im Winter ab, so dass kein dauerhafter „Schaden“ entsteht. Ob das erlaubt ist? Nein, ist es nicht. Deshalb weise ich auch ausdrücklich darauf hin. Es ist kein Aufruf zu einer Straftat, nur eine Idee… https://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla_Gardening Erfolgt die Bepflanzung ohne Zustimmung des Grundstückseigentümers oder Pächters, stellt Guerilla Gardening in Deutschland in vielen Fällen eine Straftat dar und kann als Sachbeschädigung verfolgt werden. …

Alles wird teurer….

…und auch unser Trinkwasser. Das ist richtig. Allerdings nicht in dem Maße, wie aktuell in zahlreichen Medien, so auch in der FAZ unter Berufung auf eine Auswertung von Bündnis 90/Die Grünen berichtet wird. http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/trinkwasser-wird-in-deutschland-immer-teurer-15584307.html So meint der Verbraucherexperte der Fraktion, Markus Tressel gegenüber der FAZ: (Zitat)„Die Bundesregierung setzt die Scheuklappen auf und lässt die Verbraucher mit den steigenden Trinkwasserkosten vollkommen allein.“ Unter anderem seien strengere Regelungen für den Einsatz von Gülle, Pestiziden und Medikamenten in der Landwirtschaft nötig, „um Trinkwasser als unser wichtigstes Lebensmittel zu schützen“.(Zitatende) Allerdings ist am Ende des Artikels der FAZ auch folgendes zu lesen: (Zitat) Anmerkung der Redaktion: Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ist diese Analyse der Grünen-Bundestagsfraktion statistisch nicht haltbar, da sie sich auf eine ungeeignete Statistik bezieht. Tatsächlich seien die Verbraucherpreise für die Wasserversorgung im Zeitraum von 2005 bis 2016 nur leicht über den Verbraucherpreisen insgesamt gelegen. Seit dem Jahr 2017 würden die monatlichen Raten für die Wasserversorgung im Bundesdurchschnitt sogar unterhalb der monatlichen Inflationsraten liegen. (Zitatende) Im Titelbild deshalb der Vergleich auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis), hier ergänzt …

20 Minuten…

…die alles verändern. Gestern, 16.Mai um 19.30 Uhr bin ich noch mit unserem Sohn im Feld gewesen und wir waren zufrieden, dass  sich die Zuckerrüben nach der (ohnehin schon späten) Saat und dem schweren Gewitter kurz nach der Saat, jetzt einigermaßen entwickelt haben. Um 20:00 Uhr, nach 21 mm Regen in 20 Minuten und zwei Hagelschauern, eine davon mit Sturmböen, sehen die Rüben jetzt so aus. Das Getreide und den Raps werde ich mir morgen anschauen. Hoffentlich ist es da nicht so schlimm. Ich brauche wohl nicht sagen, wie ich mich jetzt fühle. Ein heute etwas trauriger Bauer Willi Unter den Bildern noch ein Video vom Starkregen und Hagel bei uns auf dem Hof.                     0

Hallo Penny…

…ihr macht euch ja Sorgen um die Artenvielfalt. Nachdem ich mir eure Läden und Parkplätze und auch die von Lidl, Rewe, Aldi und Netto angesehen habe, kann ich das nachvollziehen. Vielleicht kooperiert ihr ja mal mit uns, den Bauern. Wir zeigen euch gerne, wie man die Parkplätze bunter bekommt. Euer Bauer Willi 0