Monate: Juni 2025

30 € Mindestlohn…

Mich nervt die Diskussion um den Mindestlohn in der Landwirtschaft schon länger. In den Medien wird der Eindruck erweckt, dass wir Bauern unseren Saisonarbeitern aus dem benachbarten Ausland keinen gerechten Lohn zahlen wollten. Um das zu veranschaulichen, hab ich die Forderung (von wem eigentlich konkret?) deutlich übertrieben, denn die Zahl 15 € ist ebenso willkürlich gewählt wie meine 30 €. Als ich diesen Artikel geschrieben habe, galten nämlich noch die 15 € und die „Korrektur“ auf 14,60 € in zwei Jahren macht es auch nicht besser. Warum haben wir Landwirte, aber auch Gastronomen oder das Baugewerbe mit dieser Höhe ein Problem? Das ist zum ersten die absolute Steigerung, die diesmal mit rund 17% extrem hochausfällt. 40 Cent beim Verbraucherpreis aufzuschlagen, wie bei der letzten Steigerung, lässt sich noch irgendwie argumentieren. Wenn es jetzt aber um mehr als das Fünffache geht, kann diese Lohnsteigerung nicht wirklich in den Produktpreis eingebaut werden. Der Kunde kauft dann ein anderes Produkt oder wählt Importware aus einem Land, in dem der Mindestlohn deutlich niedriger ist. In der Konsequenz führt die …

Heute ist Siebenschläfer-Tag…

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Wetter im Zeitraum rund um den Siebenschläfertag „sieben Wochen bleiben mag“ liegt bei rund 70%. Das ist für eine Bauernregel ein sehr hoher Wert, denn Bauernregeln haben meist einen regionalen Bezug und bilden nur selten eine größere Region ab. https://www.ndr.de/ratgeber/siebenschlaefer-2025-bleibt-wetter-jetzt-sieben-wochen-so,siebenschlaefer126.html Bei uns, Nähe Köln, hatten wir in den letzten Tagen rund 25 Grad C als Höchstwert. Gestern hat es 4 mm geregnet, heute morgen war es mit 16 Grad verhältnismäßig kühl und man konnte gut durchlüften. Es sollen heute maximal 23 Grad werden. Geregnet hat es heute morgen allerdings nur 500 ml auf den Quadratmeter. Das ist so gut wie nichts. Für die nächsten Tage ist kein Regen zu erwarten und es soll bis Anfang nächster Woche bis zu 37 Grad heiß werden. Wenn es so kommt, wird der Weizen, der auf den schlechten Böden schon notreif geworden ist (weiße Stellen im Feld) auch auf allen den „Schokoladen-Böden“ (wie bei uns in der Köln-Aachener Bucht) jetzt förmlich „verbrannt“ werden. Selbst wenn noch eine Restfeuchte im Boden wäre (was es nicht ist) …

Ich habe keine Ahnung…

Man sollte zugeben können, wenn man von einem Thema keine Ahnung hat. Das ist nicht schlimm, denn es gibt Menschen, die sind Experten. Ich habe keine Ahnung von der Stromerzeugung. Deshalb höre ich mir dazu ab und zu einen Podcast an. Diesen hier fand ich interessant, allerdings hat er mich nicht beruhigt. https://geladen.podigee.io/185-strommarkt Der Podcast dauert allerdings 45 Minuten, aber man kann ihn ja nebenher hören. Nach Hören des Podcast habe ich mich gefragt, ob ich (noch) in Photovoltaik investieren soll. Oder doch besser in Stromspeicher…. Für alle anderen Fälle habe ich ja unser Notstromaggregat für den Schlepper, das ausreicht, um 5 Familien mit Strom zu versorgen. Ich bin auf die Gesichter gespannt, wenn es überall dunkel ist und nur bei uns das Licht brennt…  

Drei Meldungen…

Drei Meldungen sind mir heute (24.6.) aufgefallen: Die Dieselrückvergütung wird in alter Höhe wieder eingeführt. Die Ampel-Regierung wollte sie (schrittweise) abschaffen. Für mich positiv. Die Stoffstrombilanz wird abgeschafft und damit Bürokratie abgebaut. Für mich positiv Der Bundesagrarminister will sich dafür einsetzen, dass der Mindestlohn für Saisonarbeiter gekürzt wird. Begründung: sie haben ihren Lebensmittelpunkt nicht in Deutschland. Für Berufskollegen mit hohem Anteil an Saisonarbeit (Spargel, Erdbeeren, Weinlese etc.) positiv. https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/053-agrardieselr%C3%BCckverg%C3%BCtung.html https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/052-stoffstrombilanzverordnung.html https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/agrarmininisterin-saisonarbeiter-mindestlohn-102.html Meckern kann man natürlich immer, aber hier sollten wir anerkennen, dass einige Forderungen der Landwirtschaft angepackt und umgesetzt wurden. Und das in den ersten 100 Tagen der neuen Regierung. Ich habe den (subjektiven und persönlichen) Eindruck, dass sich – zumindest die CDU – sehr bemüht, eine praxisnahe und von Sachverstand geprägte Politik für unsere Branche zu machen.  

Drei Tage, die vieles ändern…

Am vergangenen Donnerstag sind wir mit der Fronleichnams-Prozession durch die Felder gelaufen. Alles war noch grün, alles deutete noch auf eine gute Ernte hin. Drei Tage später, Sonntag abend, wurden diese Aufnahmen gemacht. Man erkennt jetzt, nach nur drei Tagen, jeden Quadratmeter schlechtere Bodenqualität. In einem Bild taucht jetzt der Verlauf eines alten Weges auf, eventuell sogar von den Römern. Was war passiert? Noch vor 10 Tagen haben wir 10 mm Regen bekommen und ich habe gemeint, „dass jetzt nicht mehr viel passieren kann“.  Doch da sollte ich mich täuschen. Wenn es am Donnerstag noch „angenehme 27 Grad“ waren, stieg das Thermometer am Freitag auf 29, am Samstag auf 34 und am Sonntag auf rekordverdächtige 36,9 Grad Celsius an. Die Luftfeuchtigkeit lag tagsüber bei 25 bis 30%! Da brennt und trocknet alles weg. Der Weizen hat einen richtigen „Knacks“ bekommen, der auch nicht mehr rückgängig zu machen ist. Er schaltet jetzt um auf Abreife, zumal bis kommenden Donnerstag nicht mit Regenfällen zu rechnen ist. Im Oktober haben wir den Weizen gesät und eigentlich wollten wir …

Der Frust der Bauern…

Diese Reportage des NDR muss sich jeder Landwirt und auch jeder Nicht-Landwirt ansehen. Sie spricht mit Landwirten von Flensburg bis Österreich, von Groß bis klein und von Bio bis Konventionell. Es geht um Politik, um Gefühle, um Ängste und Hoffnungen. (Mich hat besonders der Teil um Familie Felßner und Animal Rebellion bewegt)  Selten habe ich eine Sendung gesehen, die so sachlich und neutral an das Thema herangeht und die die Landwirte sprechen lässt ohne allzu viel zu interpretieren. Der Zuschauer soll sich sein eigenes Urteil erlauben. Eine gute journalistische Arbeit. Teilen Sie diesen Film unbedingt mit Nachbarn und Freunden. https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM2NzQwNV9nYW56ZVNlbmR1bmc Allerdings gab es 2015, also vor rund 10 Jahren schon einmal eine Sendung mit dem Titel „Die Wut der Bauern“. https://www.fernsehserien.de/guenther-jauch/folgen/139-die-wut-der-bauern-sind-unsere-lebensmittel-zu-billig-712030 Und das hat damals der „Spiegel“ dazu geschrieben: https://www.spiegel.de/kultur/tv/guenther-jauch-talk-mit-bauer-willi-ueber-lebensmittel-in-deutschland-a-1033125.html Haben Sie den Eindruck, dass sich in den 10 Jahren etwas vom Grundsatz her geändert hat?  

Agrar-Subventionen nicht für die Bauern

Die Agrarzahlungen sind wieder veröffentlicht worden. Das gibt das Ministerium bekannt, das jetzt BMLEH (Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat) heißt https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/043-agrarzahlungen.html 300.000 Begünstigte werden genannt, doch ein nicht unbeträchtlicher Teil der rund  6,5 Milliarden Euro gehen nicht an Landwirte sondern an staatliche Organisationen. Das fällt sogar der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) auf. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/milliarden-aus-bruessel-so-viele-eu-agrarsubventionen-gehen-an-die-oeffentliche-hand-110513167.html Das Portal Proplanta benennt die Hauptempfänger für das Land Niedersachsen. https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/agrarwirtschaft/agrarsubventionen-2024-das-sind-die-top-empfaenger-in-niedersachsen_article1748815316.html Für Deutschland werden folgende Zahlen genannt: (Zitat) Laut den Auswertungen von Proplanta erhalten 191 Empfänger über eine Million Euro aus dem EU-Agrarfonds im Haushaltsjahr 2024. Zuwendungen über 2 Millionen Euro bekommen 55 Empfänger und Zahlungen von mehr als 5 Millionen Euro gehen an 12 Begünstigte. Als Rheinländer kann ich gönnen. Aber vielleicht sollte man in den Medien demnächst darauf hinweisen, dass die größten Beträge eben nicht der Landwirtschaft zugute kommen.

Ein Vergleich China – Deutschland

Mehr durch Zufall bin ich auf einen Vergleich von China und Deutschland gestossen, der einige Zahlen enthält, die mich überrascht haben. https://www.laenderdaten.info/laendervergleich.php?country1=CHN&country2=DEU#google_vignette So unterscheidet sich die Lebenserwartung nurum rund 2 Jahre. Wie auch in Deutschland, so ist auch in China die der Frauen um rund 5-6 Jahre höher als bei den Männern. Die Geburtenrate liegt in China unter der von Deutschland. Die Arbeitslosenquote ist etwas höher als in Deutschland, die Inflationsrate mit 0,4% kaum messbar. Der Energieverbrauch is tpro 1.000 Einwohner geringfügig höher als in Deutschland. China ist schon seit langem kein Schwellenland mehr. Der CO2-Ausstoß liegt mit 11.300 t pro 1000 Einwohner deutlich über dem von Deutschland mit rund 8.200 t. Die Zahl der Besitzer von Mobiler Kommunikation (Handy/Smartphone) ist in China und Deutschland gleich. (1283 zu 1261) Also mehr als 1 Gerät pro Person!! Blättern Sie selber mal in der Datei! Spannend!      

Eisen, Jod, Selen und die vegane Ernährung

Ich habe vor ein paar Tagen lange mit Prof. Dr. agr. Friedrich Schöne aus Jena telefoniert. Wir waren über den Artikel zur Nährstoffdichte bei Getreide zusammengekommen. Er berichtete von seinen Untersuchungen zu Calcium, Eisen, Jod, Selen und anderen Stoffen in der Ernährungsweise von Mischköstlern, Flexitariern, Vegetariern und Veganern. Diese Untersuchungen sind im Kongressband 81 des VDLUFA-Kongresses 2024 veröffentlicht. VDLUFA Karlsr Schoe _9 Seiten Ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion über verschiedene Ernährungsweisen provozieren. Jeder mag sich so ernähren wie er/sie es für richtig hält. Was die Untersuchungen zeigen, ist  die Tatsache, dass tierische Produkte  bei vielen Spurenelementen sowohl in der Höhe als auch der biologischen Verfügbarkeit rein pflanzlichen Lebensmitteln überlegen sind. Hier ein Auszug aus der dem Fazit: „Die NuEva-Studie (Dawczynski et al., 2022) zeigte besonders bei Veganern einen schlechteren Versorgungsstatus für Ca, Fe, Zn, Se und Jod als bei Mischköstlern, teils auch als bei Flexitariern oder Vegetariern. Milchalternativen wie Hafer- oder Sojadrinks enthalten nur einen Bruchteil des Ca und Jods der Milch. Pflanzliche Fleischalternativen enthalten kein Myoglobin-Eisen mit dessen hoher Bioverfügbarkeit und ebenfalls weniger Zink …

Was man heute noch essen kann – und was eher nicht

Aktuell laufe ich durch die Zuckerrüben, um die ersten Schosser zu entfernen und auch ein paar Unkräuter, die leider nicht von den Herbiziden erfasst worden sind. Ich mache das ausgesprochen gerne, weil man da die Gedanken kreisen lassen kann. Auch höre ich dann ab und zu Podcasts, meist irgendwas mit Wissenschaft. Den folgenden Podcast fand ich interessant, weil es darum geht, warum man hochverarbeitete,  lebensmittelähnliche Biomasse eher nicht in den eigenen Körper lassen sollte. Fachlich gut und unterhaltsam rübergebracht. https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/iq-wissenschaft-und-forschung/iq-reloaded-ist-das-noch-essen-leveller-16db-100.html