Monate: Dezember 2025

Aktuell: Export-„Strategie“ des BMLEH

Gestern, 10.12.2025 hat der Bundeslandwirtschaftsminister seine Agrar-Export“strategie“ der Presse vorgestellt. Hier die Pressemitteilung: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/120-agrarexportstrategie.html Hier der Wortlaut der Agrarexportstrategie: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Agrarexportstrategie.pdf?__blob=publicationFile&v=6 Sie brauchen diese nicht in Gänze zu lesen, da rund 80% des Papieres eine Beschreibung des Zustandes ist und nur etwa drei Seiten darauf eingeht, wie die Politik den Agrarexport fördern will. Es sind 5 Punkte, die ich hier kurz kommentieren möchte. Wir stärken die Wettbewerbsfähigkeit: Die deutsche Wirtschaft braucht Luft zum Atmen. Je besser es gelingt, für Entlastungen zu sorgen und etwa Bürokratie abzubauen, desto mehr stärken wir die Wirtschaft. Daher unterstützt und flankiert das BMLEH die Ziele der Bundesregierung. Für den Bürokratieabbau wurde im BMLEH bereits eine eigene Stabstelle geschaffen. Bürokratieabbau um den Export zu fördern? Und das man dafür eine Stabsstelle geschaffen hat, ist keine besondere Leistung. Wir stellen die Strukturen im BMLEH neu auf: Wir wollen neue Märkte eröffnen – dafür stärken wir entsprechende Arbeitsbereiche. Es wird klare Ansprechpartner geben, die die Anliegen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft auf hoher politischer Ebene begleiten und unterstützen: Mit einer Exportkoordinatorin schaffen wir eine …

Deutschland wie es isst

Seit etwa 10 Jahren gibt das Bundeslandwirtschaftsministerium einen Ernährungsreport heraus, der im Wesentlichen auf Umfragen beruht. https://www.bmleh.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport2025.html Dort finden sich Sätze wie Dass es schnell geht, wird wichtiger: Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) findet es sehr wichtig oder wichtig, dass sich das Essen einfach und schnell zubereiten lässt (vgl. 2015: 45 Prozent). Auch der Preis wird beim Einkaufen wieder mehr beachtet (2015: 58 Prozent, 2020: 46 Prozent, 2025: 59 Prozent). Beim Einkauf achten 79 Prozent darauf, dass Gemüse und Obst saisonal sind. 77 Prozent geben an, es treffe voll und ganz oder eher zu, dass sie darauf achten, wie das Tier gehalten wurde, von dem das Lebensmittel stammt. Dass die Produkte aus ihrer Region kommen, darauf achten viele Befragte beim Lebensmitteleinkauf. 77 Pro­zent geben an, dass dies voll und ganz oder eher auf sie zutrifft. Die Erwartungen an einen landwirtschaftlichen Betrieb sind vielfältig: Im Vordergrund stehen für die Befragten eine „artgerechte Haltung der Tiere“ (59 Prozent), eine „faire Entlohnung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ (56 Prozent) sowie die „Qualität der Produkte“ (52 Prozent). …

Brasilien vorne – mit Technik aus Deutschland

Das der „Focus“ über Technik in der Landwirtschaft schreibt, kommt auch nicht jeden Tag vor. https://www.focus.de/earth/weltklimakonferenz/meilenweit-voraus-brasilien-haengt-deutschland-ab-mit-technik-aus-deutschland-landwirtschaft-agrar_b9c2c1df-2efd-4289-bec4-af0054a4a109.html Diesmal geht es nicht um herkömmliche Landtechnik (hier sind deutsche Firmen in Brasilien deutlich unterrepräsentiert) sondern um elektronische Lösungen, wie z.B. Xarvio von BASF. Auf den großen Flächen werden statt Flugzeugen zunehmend Drohnen eingesetzt. Was in dem Artikel auch noch gesagt wurde und mir in der Dimension nicht klar war: „Mehr als 1,5 Milliarden Menschen auf der Welt werden Schätzungen zufolge durch brasilianische Produkte ernährt. Und die FAO denkt, dass es noch mehr werden: „Die brasilianischen Exporte wichtiger Agrargüter dürften im kommenden Jahrzehnt deutlich anwachsen“, heißt es.“ Mein Fazit: Die europäische Landwirtschaft wird, was den Export angeht, für den Weltmarkt immer unbedeutender. Und was Exporte aus Brasilien angeht, so lautet die Reihenfolge der Bedeutung dort: China, Indien, Russland, USA, EU. Mittlerweile sind in Brasilien alle wichtigen Agrarrohstoffe gentechnisch verändert. Wer etwas anderes will, muss dies entweder woanders einkaufen (weil sich Brasilien mit solch kleinen Mengen nicht abgibt) oder teuer bezahlen.

Zucker wird billiger, Süßes wird teurer

Im August 2023 berichtete die Tagesschau von einem „Zuckerschock“. Zucker war deutlich teurer geworden, was man auch im Laden spüren konnte. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/zucker-preis-inflation-100.html Mittlerweile hat sich der Markt aber deutlich gedreht. Der Zuckerpreis ist deutlich gefallen und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. https://www.agrarticker.de/maerkte/alle-maerkte/detail/fuenf-jahres-tief-erreicht/ Auch im Laden ist der Zuckerpreis gefallen und zwar seit dem August 2024 um 29%. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/verbraucherpreise-august-warenkorb-100.html Die Zuckerunternehmen reagieren auf die fallenden Preise. Um den Markt zu entlasten bieten sie ihren Rübenanbauern an, ihre Vertragsmenge zu kürzen und weniger Rüben anzubauen. Es gibt also eine Branche, die in der Lage ist, den Markt in gewissen Maße selbst zu steuern. Doch es gibt noch ein anderes Problem, auf das die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) hinweist und das die Zuckerbranche, bestehend aus Rübenanbauern und Zuckerunternehmen, nicht regeln können. Zitat: „Neben den regulären zollfreien Importen, die in Freihandelsabkommen vereinbart wurden, belasten weitere zollfreie Sonderimporte den EU-Markt. Über die Zollregelung „aktive Veredelung“ gelangt Zucker ohne Einfuhrzölle in die EU. Ursprünglich war das gedacht für den Re-Export. Tatsächlich entwickelt sich das zum Schlupfloch für billigen Zucker, …

Kein Essen ohne Gentechnik!

Mal ganz ehrlich: interessiert es Sie wirklich, woher unser Essen kommt und wie es hergestellt wird? Klar, in Umfragen soll es regional, saisonal und bio sein, aber bei Aldi und Lidl achten Sie vor allem auf den Preis. Billig muss es sein. Mich erinnert das immer an den Satz eines Soziologen, der sinngemäß gesagt hat: „In Umfragen wird soziale Schizophrenie empirisch abgebildet“ Das bedeutet, dass wir gerne Antworten geben, die sozial erwünscht sind, mit dem eigenen Handeln aber nichts zu tun haben. Tierwohl ist da auch so ein Thema: abends läuft in den Nachrichten ein Video, dass Jan Peifer oder ein anderer selbsterklärter „Tierschützer“ investigativ erstellt hat und dafür widerrechtlich in einen Stall eingebrochen ist. Am nächsten Morgen läuft man zum Discounter, weil dort das Hähnchen im Sonderangebot ist. Man verdrängt das Video vom Abend vorher. Wer aber ein Hähnchen für 2.49 kauft, gibt an der Kasse das Recht ab, sich über Massentierhaltung aufzuregen. Mit diesem Satz bin ich 2015 beim Deutschlandfunk schon mal  aufgefallen. https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/ern%C3%A4hrung-bauer-willi-platzt-der-kragen  Dirk Steffens hat es dann noch mal erläutert: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/was-faire-h%C3%A4hnchen-kosten …

Gebratener Biber

Lange war der europäische Biber vom Aussterben bedroht. Auf der Roten Liste für Europa wird er mittlerweile als „nicht gefährdet“ geführt. Mittlerweile sind es regional so viele Tiere geworden, dass sie ernsthaften Schaden verursachen. In Sachsen will man die Population dadurch begrenzen, dass Tiere gefangen und nach Frankreich umgesiedelt werden. Darüber haben jetzt Richter zu befinden, denn wie so oft in solchen Fällen, regt sich Widerstand seitens der Tierschützer gegen diese geplante Maßnahme. https://www.welt.de/regionales/sachsen/article6918174658d2cfb625f5cb56/haarige-angelegenheit-richter-haben-ueber-biber-zu-befinden.html In Brandenburg durften in der Vergangenheit Biber geschossen („entnommen“) werden. Dies war zuletzt etwa der Fall, weil eine Gefährdung für die Sicherheit der Hochwasserdeiche an der Oder und beim Flughafen BER gesehen wurde. Fleisch und Fell können dann privat verwertet werden. Auf eine offizielle Speisekarte in Gaststätten darf der Biber nicht. https://www.welt.de/wissenschaft/article6916f93bcc12c94ca4e4259f/gebratener-biber-auf-dem-teller-streit-um-den-geschuetzten-nager-eskaliert.html Kenner der Szene halten das Fleisch des Biber für sehr schmackhaft und plädieren dafür, das ganze Tier zu verwerten. Wer es nicht weiß: der Biber ernährt sich vegetarisch.

Neue EU-Strategie: Bioökonomie

Am 27. November hat die EU-Kommission eine neue „Bioökonomie-Strategie“ vorgelegt. Hier die Link dazu: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_25_2819 Hier einige Zitate: „Entwicklung von Leitmärkten für biobasierte Materialien und Technologien Um Investitionen zu mobilisieren und den Ausbau zu ermöglichen, ermittelte die Kommission innovative Märkte für biobasierte Materialien und Technologien. Dazu gehören biobasierte Sektoren wie Kunststoffe, Fasern, Textilien, Chemikalien, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Baumaterialien, Bioraffinerien, fortschrittliche Gärung und dauerhafte Speicherung von biogenem Kohlenstoff, die ein hohes Potenzial für Wirtschaftswachstum und Umweltvorteile haben. Die Kommission wird die Nachfrage nach biobasierten Inhaltsstoffen in Produkten ankurbeln, indem sie beispielsweise Ziele in den einschlägigen Rechtsvorschriften festlegt. In der EU-Bioökonomiestrategie wird daher betont, dass Biomasse verantwortungsvoll beschafft werden muss, um sicherzustellen, dass Wälder, Böden, Wasser und Ökosysteme innerhalb ihrer ökologischen Grenzen bewirtschaftet werden. Die Förderung der Kreislaufwirtschaft und die Steigerung des Wertes sekundärer Biomasse – wie landwirtschaftlicher Rückstände, Nebenprodukte und organischer Abfälle – ist von entscheidender Bedeutung. Die Kommission wird Initiativen ins Leben rufen, mit denen Landwirte und Forstwirte belohnt werden, die Böden schützen, Kohlenstoffsenken verbessern und die nachhaltige Nutzung von Biomasse unterstützen.“  Zitatende Ich würde mir …