Jahr: 2024

Regelung mit Sachverstand

In der Landwirtschaftskammer NRW sind ganz offensichtlich Fachleute mit Sachverstand unterwegs. Ab sofort ist – nach Antrag – eine Anwendung von Herbiziden unter Wolfsschutzzäunen möglich. Gemeint ist das Herbizid Round up Power Flex. https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/zaun-pflanzenschutz.htm Besonders gut finde ich die Argumentation der Landwirtschaftskammer zur Auswahl des Herbizides und warum eine manuelle Vegetationskontrolle wenig Sinn macht.

Direkte Demokratie – und das EU-Renaturierungsgesetz

Diesen Brief hat mir Bauer Fritz aus Oberösterreich geschickt. Die Agrarministerin Österreichs hat ja bekanntermaßen mit ihrer Stimme dafür gesorgt, dass das Renaturierungsgesetz verabschiedet wurde. DIREKTE DEMOKRATIE Hallo Willi Das Renaturierungsgesetz ist ja nun mit der zum Zünglein an der Waage hochstilisierten Zustimmung der österreichischen grünen Umweltministerin und Ex-Global 2000 Chefin beschlossen worden. Ohne auf österreichische Spezifika einzugehen rund um die Rechtmäßigkeit und Verfassungsmäßigkeit dieser Stimmabgabe, kommen mir doch noch so einige Gedanken, die vielleicht Ähnlichkeiten aufzeigen auch mit Deutschland. Da wäre mal die Frage der Kosten. Die scheinen ja nun wirklich niemanden interessiert zu haben. In keinem Medium (TV oder Print) war davon in den diversen Diskussionssendungen auch nur einmal die Rede. Es ging eher immer nur darum, daß die Guten, die Progressiven – also wie immer die Grünen und die Linken – für das Gesetz sind, weil Umweltrettung sowieso jeden Tag angesagt ist. Wogegen die Bösen, die Konservativen – also wie immer die Rrrrächten – dagegen sind und dabei spezielle wieder mal die Bauern und Waldbesitzer, die ja Jahr und Tag ohnehin nichts …

Blattläuse…

Heute komme ich mit einer Frage, die sich primär an Berufskollegen richtet, aber auch von allen beantwortet werden kann, die sich oft in der Natur aufhalten. Ich stelle in diesem Jahr fest, dass das Auftreten von Blattläusen sehr gering ist. Sowohl in Zuckerrüben, aber auch an den Rosen in unserem Garten sind jetzt zwar einzelne Blattläuse zu finden, aber deutlich weniger als in vielen Jahren davor. Im Getreide finden wir derzeit ebenfalls keine Läuse, so dass wir in diesem Jahr noch keine Insektizidbehandlung machen mussten. Marienkäfer finden sich reichlich, und die sind ja sehr erwünscht. Mich würde interessieren, wie die Situation an Läusen und anderen tierischen Schädlingen in eurer Region ist. Bitte beim Kommentar eine Ortsbezeichnung oder die Postleitzahl mit nennen. Danke. Bauer Willi

Habeck und das Monopol

Die Überschrift des Artikels klingt wie ein schlechter Witz: “Habeck über Marktmacht des Lebensmittelhandels besorgt”. https://www.topagrar.com/markt/news/habeck-ueber-marktmacht-des-lebensmittelhandels-besorgt-20003716.html Gefühlt wird dieses Thema seit Jahrzehnten von der Politik erkannt, aber wirklich passiert ist nichts. Nach dem Agrargipfel von Angela Merkel hatte die Bundeskanzlerin damals auch die Spitzen des deutschen Lebensmittelhandels zum Report nach Berlin bestellt. Von den Ergebnissen des Gespräches ist nicht viel bekannt geworden, jedenfalls nichts von Substanz. https://www.agrarheute.com/politik/lebensmittelgipfel-merkel-5-ergebnisse-564514 Tatsächlich ist es so, dass seit geraumer Zeit die “Gesetze” der Lebensmittelproduktion längst nicht mehr vom Gesetzgeber sondern vom Lebensmittelhandel gemacht werden. Wenn zum Beispiel Aldi beschließt, ab dem Jahr X nur noch Ware der Stufe Y zu listen (z.B. bei der Haltungsstufe), dann ist das zwar de jure kein Gesetz, aber eine Einschränkung des Marktzugangs. Es ist ja “nett”, dass Habeck die Marktmacht des LEH erkannt hat, ändern wird auch er nichts. Dazu wäre es notwendig, dass das Kartellamt anfangen würde, seine Arbeit zu machen und Kartelle zu verhindern bzw. zu zerschlagen. Doch da traut sich niemand ran. Auch die Bauernverbände (und zwar alle!) unternehmen nichts Wirksames. …

Parkinson…

Krankheiten sind kein leichtes Thema. Parkinson ist in Frankreich wohl schon seit längerem als Berufskrankheit anerkannt und soll jetzt auch in Deutschland als solche anerkannt werden. Als eine der Ursachen werden Pflanzenschutzmittel (“Pestizide”) ausgemacht. Hauptrisikofaktor ist laut AOK aber das Alter. https://www.aok.de/pp/gg/praevention/parkinson-pestizide-berufskrankheit/ Das Arbeitsministerium schreibt dazu: Die Voraussetzungen der neuen Berufskrankheit sind: Diagnostiziertes primäres Parkinson-Syndrom ohne sekundäre Genese (das heißt, die Erkrankung darf nicht Folge einer anderen Grunderkrankung sein), Erfüllung des Dosismaßes von mindestens 100 trendkorrigierten Anwendungstagen mit Stoffen aus einer der drei Funktionsgruppen der Pestizide (Herbizide oder Fungizide oder Insektizide) durch eigene Anwendung. https://bmas.de/DE/Soziales/Gesetzliche-Unfallversicherung/Aktuelles-aus-dem-Berufskrankheitenrecht/empfehlung-berufskrankheit-parkinson-syndrom-durch-pestizide.html? 100 Anwendungstage kommen in unserem Betrieb nicht zusammen, können aber natürlich für Lohnunternehmer schon erreicht werden. Interessant ist das Interview mit einem Arbeitsmediziner, der erläutert, warum Deutschland erst jetzt reagiert. https://www.ukaachen.de/alle-beitraege-aus-news/news/medientipp-pestizide-verursachen-parkinson-interview-mit-prof-thomas-kraus-zur-anerkennung-einer-neuen-berufskrankheit-bei-landwirten-1/ Wie gesagt, ein schwieriges Thema und es würde mich nicht wundern, wenn es dazu wenig Kommentare geben würde…  

Die einzige Wahrheit…

Dieses Gespräch im Video ist für mich schwer zu ertragen. Aufmerksam darauf gemacht hat mich ein Kommentar von Bauer Fritz, der einen Artikel des Cicero zitiert hat, der leider hinter der Bezahlschranke ist. https://www.cicero.de/kultur/republica-aufritt-von-carolin-emcke-predigerin-der-einzigen-wahrheit Der Artikel bezieht sich auf eben dieses Video hier, in dem Frau Emcke ab etwa Minute 32 dafür plädiert, nicht in Diskussionen zu gehen, in denen es um Pro und Contra geht. Ihr Aufruf: “Meinungsvielfalt ist falsch, es gibt nur eine einzige Wahrheit. Es muss aufhören.” Unfassbar, dass Sie dafür von der Zuhörerschaft mehrfach spontanen und anhaltenden Beifall bekommt. In was für einer Gesellschaft leben wir, in dem der Diskurs von einer kleinen Elite abgeschafft werden soll. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren

Mal heur – für die Rüben

Eine schlechte Stunde (mal heur) hat unser Feldnachbar erwischt, als er seine Kartoffeln gespritzt hat. Es war zu viel Wind und so ist ein Teil des Herbizides in unsere Rüben geweht und hat diese geschädigt. Das sollte nicht passieren, aber menschliche Fehler kommen vor. Hier der Bericht aus der Praxis: Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren

Fragen zur “Strom-Mangellage”

Dieses Schreiben haben eine Reihe von Nutztierhaltern vom BMEL erhalten. Einer von ihnen hat es mir zugeleitet. Meine Frage an das BMEL: müssen wir uns Sorgen machen? Sehr geehrter Herr in der jüngeren Vergangenheit haben die Themen Versorgungssicherheit mit Energieträgern und Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln wieder zunehmend an Bedeutung gewonnen. Insbesondere die Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe mit Nutztierhaltung gegenüber Energieengpässen wird dabei häufig diskutiert, da die Landwirtschaft im Krisenfall einen direkten Einfluss auf die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln hat. Bisher ist wenig über die Widerstandsfähigkeit dieser Betriebe im Falle einer schweren Krise bekannt. Deshalb soll untersucht werden, wie gut die Betriebe derzeit auf eine Notsituation vorbereitet sind. Zu diesem Zweck führt das Johann Heinrich von Thünen-Institut für eine Marktanalyse im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft [BMEL] eine bundesweite Befragung durch. Ziel der Befragung ist es, den aktuellen Stand der Vorbereitung und Widerstandsfähigkeit der Betriebe in der Praxis zu ermitteln. Nähere Informationen zur Befragung finden Sie auf der Rückseite des Schreibens. Wir sind daher auf Ihre Mitarbeit und Unterstützung angewiesen. Die Ergebnisse der Studie werden …

Autoreifen im Gemüse

Endlich mal keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, sondern von Autoreifen. https://www.welt.de/gesundheit/article251887252/Reste-von-Autoreifen-in-Blattgemuese-nachgewiesen.html Ich bin der Meinung, dass man Autoreifen sofort verbieten muss. Dass Greenpeace da noch nicht drauf gekommen sind. Die machen doch sonst aus jedem Scheiß eine Katastrophe. Oder aus jeder Mücke einen Elefant… Und jetzt mal ernsthaft: alles, was wir Menschen in die Welt gebracht haben, findet sich irgendwo wieder. Wenn Gemüse an vielbefahrenen Strassen angebaut wird, wird man alles, was die Fahrzeuge emittieren (wozu auch Reifenabrieb gehört) auch in den Pflanzen wiederfinden. Das Ergebnis der Studie war erwartbar.    

DLG-Feldtage in Erwitte

In diesem Jahr sind die DLG-Feldtage in Westfalen und so für mich in einer vertretbaren Zeit zu erreichen. Wegen eigener Termine könnte ich nur am Donnerstag nach Erwitte fahren.  Hier der Link. https://www.dlg-feldtage.de/de/? Ich bin ja vielleicht ein Erbsenzähler, aber was mich ein wenig stört ist der Titel der Feldtage “Out of the box”. Und auch auf der Homepage geht es in englischer Sprache weiter: Stages, Pop-up-Talks. Und dass man Maschinenvorführungen falsch geschrieben hat (ohne “s”),  ist bisher auch noch niemand aufgefallen. An alle, die am Dienstag in Erwitte sind/waren, hätte ich eine Bitte: schreibt in die Kommentare, was man sich unbedingt ansehen muss. Danke.