Monate: Februar 2019

Foodwatch – Die Essensretter

Ein Bericht über einen Dialog, an dessen Text von beiden Seiten lange „gefeilt“ wurde. Damit es keine Missverständnisse gibt. Essensretter. So nennt sich die Organisation Foodwatch im Untertitel. Laut Wikipedia ist Foodwatch „ ein deutscher gemeinnütziger Idealverein, der sich mit den Rechten von Verbrauchern und der Qualität von Lebensmitteln auseinandersetzt.“ Was unterscheidet Foodwatch von anderen NGO´s? Das wollte ich wissen und habe mich im Berliner Büro von Foodwatch mit Martin Rücker (Geschäftsführer) und Andreas Winkler (Pressesprecher) unterhalten. Foodwatch ist vor allem eine Organisation, die sich ganz generell und unvoreingenommen mit der Qualität von Lebensmitteln beschäftigt, was zu der Erkenntnis geführt hat, dass z.B. Bio-Lebensmittel nicht per Se ohne Qualitätsmängel sind oder eine bessere Umweltbilanz aufweisen müssen. Das unterscheidet sie schon mal von anderen Organisationen. Tierhaltung Doch mich interessierte, was Foodwatch in Richtung Landwirtschaft sonst noch an Zielsetzungen auf der Agenda hat. Dazu zählt eine Tierhaltungswende, für die online Unterschriften gesammelt werden, damit „Julia Klöckner endlich Tiergerechtigkeit durchsetzt„. Vom staatlichen Tierwohllabel hält Foodwatch im Übrigen nicht viel. Aber auch nicht von der Label-Vielfalt diverser Organisationen oder Lebensmittelketten. …

Bauern und Bürger – gemeinsam für Umwelt und Klima

Wenn wir es mit dem Umwelt- und Klimaschutz ernst meinen, müssen wir alle an einem Strang ziehen. Bitte unterstützt meine Petition und schafft eine breite Öffentlichkeit. https://www.change.org/p/bundesumweltministerium-gemeinsam-f%C3%BCr-bienen-und-klima Danke an alle, die mir bei der Erstellung des Textes geholfen haben. Bauer Willi 0

Auf Bio umstellen!?

Vor ein paar Tagen war ich mit unserem Sohn auf einer Veranstaltung des Maschinenrings, auf der sich konventionelle Landwirte über die Umstellung auf Öko-Landbau informieren konnten. Ein Vertreter der Landwirtschaftskammer und ein Bio-Ackerbauer, der 2010 umgestellt hat, berichteten.  Was ich für mich mitgenommen habe, hier in Stichpunkten. Ohne Leguminosen geht es im Ackerbau nicht. Mit Kleegras beginnt die Fruchtfolge, im vierten Jahr kommen noch mal z.B. Ackerbohnen. Die Fruchtfolge ist deutlich länger. Im vorgestellten Fall 6-jährig. Sommerungen gehören dazu, um so das Unkraut im Griff zu halten Reiner Bio-Ackerbau ist anspruchsvoll und erfordert sehr viel Beobachtung, weil man nichts mehr reparieren kann Zuckerrüben und Raps sind nur etwas für absolute Spezialisten. Im Falle der Zuckerrüben sind pro Hektar etwa 200 Arbeitsstunden für die Unkrautregulierung einzuplanen. Bei Raps ist ein vollständiger Ertragsausfall einzuplanen, weil die Bekämpfung der tierischen Schädlinge äußerst schwierig ist. Also besser Finger weg. Vor der Entscheidung steht eine sehr sorgfältige Planung der Liquidität. Die ersten zwei Jahre der Umstellung sind kritisch, weil die Naturalerträge sinken, die Ware aber nur konventionell vermarktet werden kann. …

Irgendwie widersprüchlich…

Die Viehhalter in Österreich, die ihre Tiere im Sommer auf die Almen bringen, sind derzeit sehr verunsichert. Ein Gericht hatte einen Landwirt zu einem Schadensersatz von 490.000 € verurteilt, weil eine Kuh eine deutsche Touristin, die mit ihrem Hund eine solche Almwiese durchquerte, getötet hatte. https://orf.at/stories/3112485/?fbclid=IwAR3zGS_HXMf13iq_axbsKlmuY36HM7mN92BebIWg_CFJIKuMJngqhacDdIc Nun ist unklar, wie es weitergehen soll. Eine Nichtbeweidung der Almen hätte negative Konsequenzen.  Das würde „vielerorts das Ende der Weidewirtschaft“ bedeuten. Diese sei aber aus Tierschutzgründen und für Artenschutz, Biodiversität, Landschaftserhaltung und Klimaschutz „dringend erforderlich“, so der Vertreter der Landwirtschaftskammer. Die Bauern haben Angst und wollen wissen, ob sie die Almen nicht mehr beweiden sollen. Die Vertreterin des Tourismusverbandes warnte davor, dass Bauern die Wege einfach sperren würden. „Es wird auf der Alm nur noch Stacheldraht geben, es wird keine Mountainbikestrecken geben und auch keine Wanderwege durch die Weide, weil jeder Bauer Angst hat, dass er zur Haftung kommt. Da wird Stacheldraht hochgezogen, davon bin ich überzeugt“. Ein für die nächsten Tage einberufener Runder Tisch soll klären, wie dieser Dissens zwischen Natur-, Klima- und Artenschutz einerseits und den Ansprüchen des …

Pseudo-Ökologie

Zitat aus nachfolgendem Artikel: „Das bunte Vogelhäuschen über einem „runtergehobelten Psychopathenrasen“ (Berthold) ist jedenfalls reine Pseudoökologie – ähnlich widersprüchlich, wie sich über Feinstaub in der Luft zu sorgen und gleichzeitig den eigenen Schwedenofen anzuheizen.“ Der Autor redet uns schon recht heftig ins Gewissen. So was würde ich mir nie erlauben…:-) Wie dieser Satz auch: „Da streut der Kleingartenbesitzer liebevoll ein per Amazon geliefertes Päckchen Trockeninsekten in das schneewittchendesignte Vogelhäuschen, um danach kopfschüttelnd einen verirrten Käfer von den kompressorgestrahlten Bitumen-Platten zu fegen. Und wehe eine Raupe klettert auf den gestutzten Baumarkt-Rosenstock.“ https://www.sueddeutsche.de/wissen/deutschland-voegel-fuettern-winter-1.4321837?fbclid=IwAR2-ERG6tRo140VChw_-xUDZIG-tvHKrxd3S1PqWeI__1hiMmfAg015uwoU So sind wir Menschen. Inkonsequent und auch ein wenig schizophren… Wir haben übrigens gerade Pellets für unsere Heizung geliefert bekommen. Deshalb schimpfe ich auch nicht über Feinstaub…. Bauer Willi 0

Agrardiesel…

Landwirte bekommen für den in den landwirtschaftlichen Maschinen gefahrenen Diesel eine Rückvergütung. Das ist im Falle von „Gasöl“ (= Diesel) ein Betrag von 0,21480 € pro Liter. Den entsprechenden Antrag habe ich vor zwei Wochen als sogenannten Kurzantrag gestellt, weil sich in meinem Betrieb, außer der Dieselmengen, nichts geändert hat. Das sind rund zwei Stunden Arbeit für das Raussuchen der Unterlagen und das Ausfüllen der Formulare. Das geht mittlerweile online, allerdings muss man ein Papier ausdrucken und unterschrieben zum Hauptzollamt nach Cottbus schicken. So weit, so gut. In diesem Jahr bin ich in eine stichprobenartige Kontrolle der Anträge gekommen und man hat festgestellt, dass ich einen Formfehler begangen habe. Diesen hat der Zoll über eine Recherche beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg herausgefunden. Nennt man „Amtshilfe“. Nun habe ich folgende Unterlagen nachgereicht: Einkommenssteuerbescheid Zulassungs-Papiere der landwirtschaftlichen Maschinen Invekos-Antrag aus 2018 (Flächennutzung) sämtliche Tankbelege eines Jahres von zwei PKW (im Original) incl. Fahrtenbuch mit km-Stand und Liter jedes Tankvorganges Nochmals beigelegt habe ich Die Rechnungen über den gekauften Diesel Die Bescheinigung des Maschinenrings über verbrauchten Diesel Die beigelegten Formulare (5 Blätter) …

So geht Dialog!!! Klasse!

  Diese Meldung habe ich von der Pressestelle des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes. Beispielhaft! Danke! Landwirtschaft und Naturschutz – gemeinsame Lösungen finden 20.02.2019 Präsident Conzen: „Miteinander gestalten!“- Die aktuelle Diskussion um das Volksbegehren in Bayern mache deutlich, dass der in NRW in den letzten Jahren eingeschlagene Weg richtig ist. Landwirtschaft und Naturschutz können zusammen Lösungen finden, so RLV-Präsident Bernhard Conzen. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass sich auch aus kontroversen Standpunkten Kompromisse entwickeln ließen, die einen wirkungsvollen Naturschutz und eine ökonomische Landwirtschaft ermöglichen. Gemeinsame Schnittmengen habe man etwa bei der Frage des Flächenverbrauchs. Die vollständige Eliminierung des 5-ha-Ziels aus dem Landesentwicklungsplan stoße sowohl bei Naturschützern wie auch Bauern auf Unverständnis. Das einwohnerreiche Nordrhein-Westfalen mit einer vergleichsweise knappen Ausstattung an landwirtschaftlich nutzbaren Flächen benötige eine flächenschonende Siedlungs- und Infrastrukturpolitik. Auf Beton wachse bekanntlich kein Brot und gedeihe auch kein Schmetterling, so Conzen. Miteinander gut vereinbare Perspektiven gebe es auch bei Kernpunkten der Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik, wo sich beide Seiten in einem von Ministerin Ursula Heinen-Esser moderierten Strategiepapier für die Förderung kleiner Betriebe und intelligente Programme in der …

Bürgerbefragung Palmöl

Die EU-Kommission hat eine Bürgerbefragung zum Thema Bioenergie, hier im Speziellen zu Palmöl, gestartet. Vom 8.2 bis 19.2. gingen bisher 47 Kommentare ein. Das ist nicht viel. Scheint niemanden zu interessieren. Aber warum? Und wo bleiben die Nicht-Regierungsorganisationen? Sammeln die nur Unterschriften für ihre Mailing-Listen? Hier kann sich hier beteiligen, ohne anschließend eine Mail mit Bitte um eine Spende zu bekommen: https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/initiatives/ares-2019-762855_en Die Möglichkeit zur Meinungsäußerung besteht noch bis zum 8. März. Antworten sind auch in Deutsch möglich. Einen sehr interessanten Artikel, der eine „Verteufelung“ des Palmöls für den falschen Weg hält, findet ihr beim Institut für Weltwirtschaft: https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kiel-focus/2018/eu-palmoel-bann-verbot-ohne-nutzen-11470/ Diese Aspekte waren mir neu, ich finde sie aber nachvollziehbar. Bauer Willi 0

Ackerbaustrategie – mit Maß und Ziel

Ein Gastbeitrag von Arnold Krämer, Meppen Aufgrund einer Forderung des Koalitionsvertrages bereitet die Bundesregierung aktuell die Formulierung einer Ackerbaustrategie vor: Folgende Ziele sollen damit erreicht werden: Erzeugung von qualitativ hochwertigen Lebens- und Futtermitteln sowie biobasierten Rohstoffen, Schutz natürlicher Ressourcen (Boden, Wasser, Luft), Erhaltung und Förderung der Biodiversität auf der Ackerbaufläche positiver Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz, Anpassung der landwirtschaftlichen Erzeugung an den Klimawandel Stabilisierung und Sicherung der Einkommen in der Landwirtschaft. Als mögliche Handlungsfelder nennt sie: Boden Kulturpflanzenvielfalt und Fruchtfolge Düngung Pflanzenschutz Pflanzenzüchtung Digitalisierung Biodiversität Klimaschutz Klimaanpassung Ausbildung und Beratung gesellschaftliche Akzeptanz ökonomische Bewertung und Folgenabschätzung Infrage kommende Maßnahmen zur Erreichung insbesondere der Ziele 2-5 (siehe oben) kursieren bereits in Hülle und Fülle und werden vor allem, aber nicht nur, von den Kritikern der konventionellen und leistungsorientierten Agrarerzeugung formuliert. Die Ziele 1 (Erzeugung von Lebensmitteln) und 6 (Sicherung der Einkommen der Landwirte) treten in der öffentlichen Diskussion bisher eher in den Hintergrund. Die dazu notwendigen Verhaltensänderungen kann man erreichen durch Bildung, Beratung, Aufklärung (Wissensvermittlung, Überzeugungsarbeit) starke finanzielle Anreize (Förderung, Motivation) Zwang (Ordnungsrecht und Kontrolle) In …

Ernste Sorgen…

…haben derzeit die Zuckerrüben-Anbauer sicher nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern Europas. Dies war auch der Grund, warum am 15. Februar nicht nur die Bauern, sondern auch die Mitarbeiter der Zuckerfabrik für eine faire Behandlung demonstrierten. Diese Demonstrationen finden und fanden auch an anderen Orten statt. Der Hintergrund Nach dem Wegfall der Zuckerquote haben sich viele Länder der EU nicht an die Abmachungen gehalten und zahlen ihren Rübenanbauern eine an den Rübenanbau gekoppelte Zahlung. Welche Größenordnungen das annimmt, kann man auf nachfolgendem Chart lesen. Der Anteil der gekoppelten Zahlung am Preis liegt zwischen 7%  in Finnland und 68% in Rumänien.  In Spanien sind es 39%. Eine solch hohe staatliche Förderung bedeutet eine Wettbewerbsverzerrung, da Deutschland sich an die Abmachungen hält und keine Zahlungen leistet.  Von daher ist die Forderung an die EU-Kommission „Gekoppelte Zahlung für alle oder keinen“ mehr als verständlich.  Es ist wie beim Sport: wenn einige Sportler verbotene Doping-Mittel nehmen, ist der Wettbewerb nicht mehr fair und die sauberen Sportler sind benachteiligt. Dies trifft auch für andere Bereiche zu. Die insektiziden Beizen mit der umstrittenen …