Bauer Willi
Kommentare 131

Ackerbaustrategie – mit Maß und Ziel

Ein Gastbeitrag von Arnold Krämer, Meppen

Aufgrund einer Forderung des Koalitionsvertrages bereitet die Bundesregierung aktuell die Formulierung einer Ackerbaustrategie vor:

Folgende Ziele sollen damit erreicht werden:

  1. Erzeugung von qualitativ hochwertigen Lebens- und Futtermitteln sowie biobasierten Rohstoffen,
  2. Schutz natürlicher Ressourcen (Boden, Wasser, Luft),
  3. Erhaltung und Förderung der Biodiversität auf der Ackerbaufläche
  4. positiver Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz,
  5. Anpassung der landwirtschaftlichen Erzeugung an den Klimawandel
  6. Stabilisierung und Sicherung der Einkommen in der Landwirtschaft.

Als mögliche Handlungsfelder nennt sie:

  • Boden
  • Kulturpflanzenvielfalt und Fruchtfolge
  • Düngung
  • Pflanzenschutz
  • Pflanzenzüchtung
  • Digitalisierung
  • Biodiversität
  • Klimaschutz
  • Klimaanpassung
  • Ausbildung und Beratung
  • gesellschaftliche Akzeptanz
  • ökonomische Bewertung und Folgenabschätzung

Infrage kommende Maßnahmen zur Erreichung insbesondere der Ziele 2-5 (siehe oben) kursieren bereits in Hülle und Fülle und werden vor allem, aber nicht nur, von den Kritikern der konventionellen und leistungsorientierten Agrarerzeugung formuliert. Die Ziele 1 (Erzeugung von Lebensmitteln) und 6 (Sicherung der Einkommen der Landwirte) treten in der öffentlichen Diskussion bisher eher in den Hintergrund.

Die dazu notwendigen Verhaltensänderungen kann man erreichen durch

  • Bildung, Beratung, Aufklärung (Wissensvermittlung, Überzeugungsarbeit)
  • starke finanzielle Anreize (Förderung, Motivation)
  • Zwang (Ordnungsrecht und Kontrolle)

In der öffentlichen Diskussion wird besonders der letzte Punkt stark betont. Ist dies eine deutsche Eigenheit?

Mit den Leitlinien für die ordnungsgemäße Landwirtschaft existiert schon länger ein anspruchsvoller ackerbaulicher Verhaltenskodex, der aber aus verschiedensten Gründen insgesamt bisher zu wenig Beachtung gefunden hat. Die Neigung, den Instrumentenkasten politischer Gestaltung in größerer Breite als bisher zu nutzen, ist deshalb aktuell sehr groß,

  • Kann es die eine Ackerbaustrategie für alle geben?

Deutschland ist ein großes Land. Auf rund 50 % (aber auch nicht mehr!) der Fläche in Deutschland wird Landwirtschaft betrieben. Diese Landwirtschaft ist gekennzeichnet durch eine ungeheuer große Vielfalt an:

  • Standorten (Sand, Marsch, Börde, Mittelgebirge usw.)
  • betrieblichen Strukturen (Vollerwerb, Nebenerwerb, Familienbetrieb, Aktiengesellschaften, viehlos wirtschaftend usw.)
  • Produkten (Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais, Gemüse, Obst, Hopfen usw.)
  • Verwertungsrichtungen der Erzeugnisse (z. B. Kartoffeln als Speise,-Industrie- Stärke-, Pflanzkartoffeln)
  • Menschen (Alter, Herkunft, formale Qualifikation, Bildung und Beratungsumfeld, Motivation usw.)

Diese Vielfalt bedingt und verursacht die unterschiedlichsten Produktions- und Verarbeitungsverfahren im Ackerbau, aber auch sehr große Einkommensunterschiede.

  • Die Auswirkungen einer Ackerbaustrategie für alle

Egal was gefördert oder verordnet wird: Die einzelbetriebliche Betroffenheit wird sehr unterschiedlich sein, aber vielfach so groß, dass die einzige Konsequenz die Betriebsaufgabe sein muss. Nicht die vielfach gewünschten bäuerlichen Familienbetriebe werden gestärkt, sondern die großen und durch die Betriebsaufgaben schnell größer werdenden Betriebe, die sich Flächenentzüge oder Extensivierungen leisten können, weil es die Einkommenpotentiale oft zulassen. 10% oder 15% geringere Gewinne zu machen kann ein großer Betrieb eher verkraften. 100 ha große Schläge, viehlos bewirtschaftet, lassen sich z.B. relativ einfach ohne große finanzielle Nachteile für Biodiversitätsziele umgestalten. Bei nur 5 ha großen Flächen hat man dagegen heute schon aufgrund der geringen Schlaggröße deutliche Nachteile in den Kosten der Arbeitserledigung.

Auch wenn finanzielle Ausgleiche durch Staat und Gesellschaft großzügig ausfallen sollten, so stehen nicht nur die Bürokratie sondern auch das Selbstverständnis/Selbstwertgefühl vieler Bauern einer Weiterführung kleiner und mittlerer „bäuerlicher“ (Familien-)Betriebe unter den angedachten Vorzeichen klar im Wege.

Die volkswirtschaftlichen und betrieblichen Konsequenzen für den vor- und nachgelagerten Sektor sollen hier nur ergänzend am Rande erwähnt werden.

  • Eine grundsätzliche Frage

 Ist die Politik vor dem Hintergrund der skizzierten Vielfalt überhaupt in der Lage und gewillt, eine halbwegs realistische Folgenabschätzung vorzunehmen, die auch den (nach wie vor offiziell) angestrebten Zielen 1 und 6 (siehe oben) gerecht wird?

Wie misstrauisch man als Landwirt diesbezüglich gegenüber den politischen Entscheidungsträgern sein muss, zeigen zum Beispiel die Auswirkungen des Baurechts und der Biogasförderung, die zu erheblichen agrarstrukturellen Verzerrungen geführt haben. Diese waren ebenso frühzeitig erkennbar, wie das auch bei vielen angedachten Maßnahmen im Rahmen einer Ackerbaustrategie der Fall ist.

  • Mehr Verstand und Gefühl als Ideologie und Aktionismus

Nicht nur die politisch Verantwortlichen sondern auch die agrarkritischen Organisationen aller Art und Couleur sollten bei dem durchaus bestehendem Handlungs- und Gestaltungsbedarf trotzdem demütig und zurückhaltend in der Formulierung einer Ackerbaustrategie sein. Anderenfalls wird der Schaden größer sein als der Nutzen und es werden genau die Betriebe verschwinden, für deren Erhalt man sich (eigentlich) einsetzen will.

Weniger ist (wie so oft im Leben) mehr!“ meint jedenfalls

Arnold Krämer, Meppen

(Aufrufe 2.506 gesamt, 1 heute)

131 Kommentare

  1. Bauer S sagt

    Heißt es nicht Freiberufler
    Früher konnte ein Bauer alles machen solange die Bank nickte. Wer muss heute alles nicken?
    Ist das erstrebenswert?

    1+
  2. Thomas Apfel sagt

    Kreative Dateninterpretation

    Es gibt aus 2017/18 einen Statusbericht zur Umweltwirkung der Landwirtschaft (TAUBE).
    Zwei Dinge sind mir aufgefallen. Das UBA als verwendete Quelle gibt für Deutschland rund 100 kg/ha N-Überschuss an mit stabiler bis leicht steigender Tendenz.
    Die Niederlande, Dänemark und UK kommen von viel höheren Werten jetzt bei 100 kg/ha an. Soweit, so schlecht.
    Wenn ich allerdings die weiter unten angezeigte Übersichtskarte für Deutschland nehme und gerastert auswerte, komme ich bei rund 70 kg/ha N-Überschuss an. Das ist ja wohl unterhalb der angeblich verfehlten Zielwerte von 80 kg/ha.
    Die Bundesländer beziehen sich, wenn sie sich mit dem Durchschnitt vergleichen, ebenfalls diese 70 kg/ha als Vergleich heran. Bayern liegt im 10-Jahresdurchschnitt bei 76 kg/ha, NRW gibt 91 kg/ha an, jeweils stabil. Die Ostdeutschen Länder liegen weit unter diesen Werten, Thüringen gibt 46 kg/ha ohne steigende Tendenz für den letzten 10-Jahreszeitraum an.
    Ebenso wie beim Nitratbericht scheinen „Deutsche Umweltbeamte“ kreativ nach Möglichkeiten des Nachweises von Negativtendenzen zu suchen. Da ist es dann auch egal, wenn Strafzahlungen in Milliardenhöhe provoziert werden, der Zweck und „Das hehre Ziel“ heiligen alle Mittel.
    Ich will damit nicht sagen, dass es falsch ist, die Sickerwasserfrachten aus dem Acker zu messen, zu berechnen um zu Minderungen zukommen. Nur können solche Messstellen an der Grundwasseroberkante nicht europäisch verglichen werden, wenn sonst überall tiefer gemessen wird und das Reduktionpotential im Grundwasser mit einbezogen ist.
    Aber die Probleme mit Grenzwertüberschreitungen gibt es in wenigen Gebieten und sie können durch Bearbeitung der org. Dünger und Verteilung auf Ackergebiete unproblematisch beseitigt werden. In Haft genommen wird aber die gesamte Landwirtschaft.
    Die Überschüsse in Sachsen Anhalt (rote Gebiete in der Börde) sind eventuell durch trockenheitsbedingte niedrigere Erträge (gegenüber der Ertragserwartung bei Düngebedarfsermittlung) in den letzten Jahren erklärbar. zudem ist der hohe Getreideanteil in den Fruchtfolgen ungünstig für die Bilanz. Grundwasserprobleme mit Nitrat gibt es in diesem Gebiet kaum.
    Das sind natürlich alles nur Beobachtungen eines Laien, Korregiert mich bitte nach Wissen und Bedarf.

    3+
      • Obstbäuerin sagt

        Keckl schein der EINZIGE Experte auf diesem Gebiet zu sein, der diesen Namen auch tatsächlich verdient, Mark.

        0
      • Thomas Apfel sagt

        Hallo Mark,
        danke für den Keckl- Beitrag. Da habe ich gesehen , das bei mir bei den vielen bunten Karten etwas durcheinandergegangen ist. Ich hab bei Sachsen Anhalt nachgesehen. Nicht die Stickstoffüberschüsse sind hoch, sondern 20 % der Grundwassermessstellen des Nitratnetzes liegen über 50 mg/l.
        Umweltamt und Wasserverbände erklären das mit der besonderen Klimatischen und geologischen Situation (geringe Niederschläge und sehr langsame Durchflussraten). Also insoweit von mir nicht richtig beobachtet .

        0
  3. Bauer S sagt

    Was passiert mit den Leuten die gegen diese Systemwende sind ??? Werden diese politisch umerzogen oder wirtschaftlich niedergemacht??

    0
    • Lieschen Müller sagt

      Naja, ich war auch gegen die „Systemwende“ meiner DDR. Ich hatte leider kein Mitspracherecht, wird dir hier auch so gehen. Demokratie ist halt so.

      0
  4. Bergbäuerin sagt

    Wenn die 6 Punkte das sind, was die Gesellschaft will, dann wird die Minderheit der Bauern das nicht kippen können. Aber man darf die Mehrheitsgesellschaft darauf hinweisen, was das für sie bedeutet: Die unerwünschte Intensivlandwirtschaft kann den Kalorienverbrauch der Bevölkerung schon jetzt nicht völlig decken. Maßnahmen 2 – 5 bedingen weniger Ertrag. Bei gleichbleibendem Konsum bedeutet das Abhängigkeit von Importen. Da die EU den Kalorienbedarf generell nicht völlig decken kann, muss auch von außerhalb der EU importiert werden. Die Gesellschaft muss dann Vorschläge liefern, wo sie die zusätzlich benötigten Lebensmittel kaufen will. Es ist nicht anzunehmen, dass eine derart ökobewusste Bevölkerung beispielsweise weitere Regenwaldabholzung wünscht, um dort für uns zu produzieren. Oder die Bevölkerung muss auf Konsum verzichten. Dann muss man zumindest einmal das Wegwerfen von Lebensmitteln sanktionieren. Dann brauchen wir Vorschläge, wie man den Konsum von Milch und Fleisch halbiert. Und wenn der einzelne Bauer weniger produzieren darf, dann muss das einzelne Produkt teurer werden. Ich würde diesen 6 Forderungen eine Liste von 6 Gegenforderungen gegenüber stellen, anstatt mich gegen die Forderungen zu wehren.

    7+
  5. Lieschen Müller sagt

    Immerhin steht an erster Stelle das Ziel, Lebensmittel zu erzeugen. Und Rohstoffe, z.B. für Textilien.
    Die anderen Dinge wird man mit „Marktwirtschaft“ nicht erreichen können.

    1+
    • Obstbäuerin sagt

      Vor allen Dingen werden Punkt 3-5 selbst unter Fachleuten unterschiedlich bewertet und eine eindeutige Ausgangslage gibt es noch nicht. Gerade die Artenvielfalt und die Menge an Insekten haben noch keine Faktenlage. Das Monitoring geht ja gerade erst los oder befindet sich noch am Anfang. Deshalb möchte ich meinen Vorschlag aus dem Beitrag
      Wildbienen – Obstbauern schaffen das
      noch mal wiederholen. Ein Blog für das, was wir an Biodiversität schon haben an Bienen, Schmetterlingen, Käfern, Vögeln, Pflanzen usw. im Kontext mit dem Umfeld. Erstens wäre es sehr bunt und ansprechend und würde zeigen, dass in vielen Ecken des Landes die Lage nicht dem medialen und politischen Mainstream entspricht.

      10+
  6. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, Zitat aus dem Beitrag von Herrn Krämer, „Nicht die vielfach gewünschten bäuerlichen Familienbetriebe werden gestärkt, sondern die großen und durch die Betriebsaufgabe schnell größer werdenden Betriebe“
    Mit dem Begriff Größe habe ich so meine Schwierigkeiten. Was ist wirklich groß ?
    Das der Begriff, im Osten unseres Landes anders gesehen wird als im Westen, ist historisch bedingt. Eine Agrargenossenschaft oder GmbH mit einer Fläche von durchnittlich 1000
    bis 6000 ha ist hier eine normale Betriebsgröße. Sind das die Betriebe die in diesem Land nicht gewünscht werden ? Warum eigendlich ? Wer in diesem Land wünscht sich
    den so idyllischen bäuerlichen Familienbetriebe, die Grünen, die NOG,s die verträumte Stadtbevölkerung oder die
    Familie die diesen Hof mit allen Schwierigkeiten die es gibt unbedingt weiter bewirtschaften will. Die Hofnachfolge ist teilweise schwierig, auch weil die Nachfolger, Ihr Leben anders gestallten wollen.

    2+
    • Arnold Krämer sagt

      Groß ist ein Unternehmen immer dann, wenn es große Einkommenspotentiale, gemessen am Betriebseinkommen (dort sind Fremdlöhne, Pachten und Zinsen enthalten) hat. Groß und stark ist es dann, wenn diese auch realisiert werden. Das gelingt vielen leider nicht.

      Stabil sind Unternehmen immer dann, (unabhängig von der Größe) wenn Eigenkapital gebildet wird, z. B. bei geringen Gewinnen auch durch noch geringere Privatentnahmen (ermöglicht durch außerlandwirtschaftliche Einkünfte).

      Der Staat ist für einen Rechtsrahmen verantwortlich, der unternehmerische Freiheiten belässt und die strukturellen Veränderungen, die es immer geben wird, nicht beschleunigt, sondern eher verzögert, weil dies für die soziostrukturelle Entwicklung in den Dörfern von Vorteil ist. Das extreme Negativbeispiel für Fehlentwicklungen durch einen falschen/ungünstigen Rechtsrahmen sind doch die Dörfer im Osten, die nur noch von Tiefladerbauern bewirtschaftet werden.
      Ansonsten halte ich es mit dem Satz „Unternehmen sind (auch für die Landwirte) selbstgebastelte Abenteuerspielplätze“, weil die Motive der Menschen zur Bewirtschaftung des geerbten/zu erbenden Hofes sehr, sehr unterschiedlich sind.

      2+
      • Thomas Apfel sagt

        Was genau wäre der richtige politische Rahmen für die Entwicklung der Landwirtschaft im Osten gewesen Herr Krämer ?
        Ich weiß, das zum Beispiel Prof. Klüter (vormals Uni Greifswald) durch die Lande zieht und eine Zerschlagung der Großbetriebe ähnlich dem Niedergang der Rittergüter nach dem ersten Weltkrieg fordert. Das Ende des Kaiserreichs war auch das Ende der Förderung der Großbetriebe.
        Das Ganze soll durch Kappung der Betriebsprämie bewerkstelligt werden.
        Dem müsste dann ein Siedlungsprogramm mit der Möglichkeit des begünstigten Flächenerwerbs (wie es ab 1933 in Deutschland versucht wurde) folgen.
        Denken Sie wirklich, das in dem Umfeld der De- Industriealisierung und Aussterben ganzer Landstriche, auch weil keine Großstädte mit Absatzpotential in der Nähe sind eine große Siedlungswelle einsetzen würde ?
        Ich denke , dass die Politik in Abwägung der möglichen Folgen im Osten gar nicht so falsch gehandelt hat. Und tatsächlich ist die Eigenkapitalschwäche das Haupthindernis für die Stabilisierung der Betriebe mit DDR- Background. Die begünstigten Käufe von Ackerland waren in diesem Zusammenhang auch keine falsche politische Maßnahme. Die Bedeutung der Landwirtschaftsbetriebe für die Dorfstrukturen ist in allen Ackerbauregionen Deutschlands inzwischen marginal.
        Das ist auch der Hauptgrund für die schwindende Akzeptanz der Landwirtschaft.

        6+
        • Arnold Krämer sagt

          Ich maße mir nicht an, nachträglich den richtigen politischen Rahmen für die Entwicklung der Landwirtschaft im Osten zu formulieren. Dafür war ich damals wie heute persönlich, beruflich und geografisch „zu weit weg“. Ich stelle nur fest, dass die armen ländlichen Räume allesamt dort liegen ( im Osten wie im Westen), wo die Tierhaltung (fast) vollständig verschwunden ist, der vor-und nachgelagerte Sektor mit seinen Arbeitsplätzen fehlt, während sich dies im Nordwesten Deutschlands ganz anders darstellt. Aber hier wie dort ist überzogen worden, weil der Rechtsrahmen dies zugelassen hat. Diskussionen mit konkreten Gesetzentwürfen zum Leitbild des „bäuerlichen“ Familienbetriebes gab es in Westdeutschland schon Mitte der 1980er Jahre. Diese sind allerdings nach der Grenzöffnung völlig verstummt. Da herrschte im Westen „Goldgräberstimmung“. Die gesellschaftlichen Akzeptanzprobleme heute resultieren ein Stück weit auch aus den Übertreibungen jener Zeit und den folgenden Jahren. Jetzt kämpfen die Bauern überall mit den Konsequenzen der Düngeverordnung. Die reinen Ackerbaubetriebe werden in Sippenhaft genommen, obwohl man fairerweise konstatieren muss, dass sogenannte rote Gebiete auch dort bestehen, wo es kaum Viehhaltung gibt. Alles in allem eine verfahrene Situation mit immer hektischer fordernden und darauf reagierenden Akteuren, denen eigentlich eine längere Besinnungspause zu verordnen wäre.

          7+
  7. Alexander Borchert sagt

    Warum fürchten wir diese Vorschläge so?

    Ich finde absolut keine Ziel, welches ich als Bauer nicht auch gern erreichen würde.

    Betriebsaufgaben werden nur ganz selten von der Bank erzwungen. Die meisten Aufgabeentscheidungen werden am Mittagstisch erzeugt. Ewiges Jammern und schlechtes Reden über die eigene Arbeitsleistung und Tätigkeit nimmt den potentiellen Hofnachfolgern jeglichen Elan. Wo ein Wille da ein Weg und wenn es eine Begeisterung im Nebenerwerb ist. Die Begeisterung der Familie entscheidet über den Erfolg, denn damit ist jede Hürde zu nehmen………

    2+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn der potentielle Hofnachfolger die selbe Arbeit in der Landwirtschaft noch nebenbei machen soll, in der Zeit wo seine Arbeitskollegen erschöpft an den Badesee gehen und seine Frau weiterhin in ihrem Beruf bleiben will, dann wir sich die Begeisterung in Grenzen halten.

      11+
    • Obstbäuerin sagt

      Die Betriebsaufgaben in unserem Umfeld sprechen eine andere Sprache, Herr Borchert. Schlechte Preise, Hagel, Spätfrost und Feuerbrand haben viele Betriebe geschwächt und die Unsicherheit in der Zukunft mit fehlenden Pflanzenschutzmitteln und ständig steigenden Mindestlöhnen tun ihr übriges. Die Hofnachfolger haben zum größten Teil schon das Weite gesucht, weil sie sehen wohin die Reise geht. Die können doch selber denken.

      10+
      • Bergbäuerin sagt

        Liebe Obstbäuerin, im Unterschied zu vielen anderen in diesem Forum kommen von Ihnen leider so gut wie keine konstruktiven Vorschläge. Deshalb langweilen mich Ihre Beiträge mittlerweile.

        3+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Das Leben beschränkt sich nicht nur auf Ackerbau und Viehzucht. Manche Betriebe wollen auch von Obstbau leben und diese Lebensmittel sollen auch gesund sein. Zumindest habe ich noch nie gehört, man solle den Obstverzehr auf die Hälfte reduzieren.

          Deshalb, kein Zickenkrieg innerhalb der Landwirtschaft!!!!!!!!!!!!! 🙁

          4+
            • Paulus sagt

              @Bergbäuerin, ist weitgehend nur Show. Wenn es darauf ankommt verhalten wir uns eher konspirativ und sind um Konsens bemüht. Jaja, so gescheit sind wir schon. Moderne Männer sind nicht vergleichbar mit den Primitiven, die anderen die Kehle oder das Genick durchbeißen. Das dürfte den Zicken doch durchaus entgegenkommen, im weitesten Sinne meine ich jetzt und bemühe mich dabei um ein ganz unschuldiges Gesicht. 🙂

              0
              • bauerhans sagt

                nee Paulus,ist nicht leider nur show!
                ich erlebe gerade live in einem aktienforum,wie der chef dort geradezu durchdreht,weil einige seine kompetenz missachten.
                jeder,der „falsch hustet“,wird gesperrt.
                dieses forum ist für mich „bares geld“ wert,weil dort wöchentlich aktien hinterfragt werden.
                da freue ich mich,dass unser Bauer Willi so ein netter kerl ist!!

                0
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Jetzt weiß ich auch, warum du Schweinemast betreiben kannst, du subventionierst die Schweinehaltung mit deinen Aktiengewinnen. 😉

                  0
          • Paulus sagt

            @Ehemaliger – etwas abweichend vom eigentlichen Thema.
            Unseren Obstverzehr haben wir freiwillig, man könnte auch sagen gezwungenermaßen reduziert und zwar drastisch. Einige Gründe dafür hatte ich hier schon mal geschildert.
            Zwetschgen? Außen matschig und innen knüppelhart. Immerhin sowohl für zahnlose als auch für die Nagezähne eines Eichhörnchens geeignet.
            Kirschen? Gab es in 2018 ausschließlich aus der Türkei. Bei Rewe sogar mit Schimmel dran, und das über Wochen! Wir haben in 2018 genau einmal Kirschen gekauft, aus Deutschland und zwar an einem Markstand in Belgien.
            Birnen? Genauso geschmacklos wie Kohlrabi. Bei einer Blindverkostung würde man wahrscheinlich keinen Unterschied feststellen .
            Nektarinen? Völlig ungenießbar, geschmackfrei und knüppelhart.
            Pfirsiche? Die letzten wirklich guten waren ein paar Weinbergpfirsiche von der Ahr, vor ein paar Jahren. Die gibt es aber nicht im Handel.
            Äpfel? Wir kaufen ausschließlich die makelbehafteten, die in den großen Kisten auf einer Palette im Eingang von Rewe angeboten werden. 2,75 kg Beutel für wenig Geld.
            Mir ist völlig unverständlich aus welchem Grund diese wirklich guten Äpfel so billig sind.
            Diese nahezu geschmackfreien Hochglanzäpfel mit lederartiger, klebriger Schale soll kaufen wer will. (Ok, die Obstbäuerin hat mir hier erklärt, dass es sich um eine natürliche Wachsschicht handelt, trotzdem mögen wir die nicht.)
            Als Verbraucher bringen wir Obst mittlerweile mit Genussverzicht in Verbindung. Ob es an den Erzeugern oder am LEH liegt weiß ich nicht.
            Angesichts unseres eigenen geänderten Konsumverhaltens, das allerdings nicht zuletzt aus altersbedingt reduziertem Kalorienbedarf resultiert, liegt die Bergbäuerin mit ihren Thesen nicht ganz daneben.

            1+
            • Bergbäuerin sagt

              Wann habe ich eigentlich etwas von Obstverzicht geschrieben?????? Verzicht auf das gängige Maß tierischer Produkte, nichts wegwerfen und mehr zahlen hab ich vom Konsumenten gefordert.
              Übrigens finde ich die Idee der Obstbäuerin gut, Wildtiere auf dem eigenen Grund aufzulisten. Auf unseren 3,5 ha leben z. B. 42 Vogelarten. Mit den vielen verschiedenen Schmetterlingen habe ich mich leider noch nicht auseinandergesetzt – jedenfalls wird dieses Völkchen von Jahr zu Jahr bunter, seit die Schafe weiden.

              0
            • Obstbäuerin sagt

              Paulus, die Wachsschicht ist bei Äpfeln, die nach Deutschland importiert wurden (ich glaube sogar aus EU-Ländern) nicht immer natürlichen Ursprungs. Das gilt nur für deutsche Äpfel – anderswo ist wachsen erlaubt.

              1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Paulus,
              bei den Zwetschge haben wir immer gesagt, nur gut, dass der Verbraucher nicht weiß, wie gut eine reife Zwetschge schmeckt.

              Obst geht genau so mit der Mode, wie die Klamotten auch, ständig werden andere Sorten verlangt, Zwetschgen müssen beim Verbraucher mindestens noch 7 Tage halten, dem entsprechend werden die Marktreif geerntet.

              Die Kirschen waren entweder überlagert, oder ohne eine Moniliabehandlung, dann faulen die.

              Der Apfel Jonagold bekommt von Natur aus eine Wachsschicht, das ist Sortentypisch. Wie die Äpfel im LEH schmecken kann ich nicht sagen, da ich unser Obst und Gemüse selber anpflanze.

              Die Äpfel in den großen Kisten kommen in der Regel direkt vom Erzeuger, meistens sind es Äpfel mit über 90 mm Durchmesser, die sind in Kleinpackungen nicht zu verkaufen.
              Der neueste Schrei sind Kleinpackungen mit 3, 4, oder 5 Äpfel, da der Verbrauche umweltbewusst leben will, sucht man derzeit einen Hersteller für kleine Pappkartons.

              0
              • Lieschen Müller sagt

                Ich würde es z.B. gut finden, wenn unser Wochenmarkt einmal die Woche abends auf hat. Er schließt spätestens 17:00, weil die Marktleute eben 9 Uhr anfangen. Dann gehen bis Mittag die Rentner einkaufen (liebe Obstbäuerin, dein aussterbendes Klientel :-), und dann ist Schluss. Viele Leute müssen natürlich selber bis 16:00 Uhr arbeiten. Ich würde es also begrüßen, wenn an einem Tag von 12-19 Uhr Markt wäre, für die Direktvermarktung. Aber leider sprechen da auch wieder Argumente dagegen….

                1+
                • Obstbäuerin sagt

                  Diese Idee wurde in großen Städten schon umgesetzt, Lieschen, das waren sogenannte Spätmärkte, haben sich aber oft wegen mangelnden Umsatzes nicht halten können.

                  0
                • bauerhans sagt

                  hier gibts samstags märkte,aber nur noch da,wo es sich lohnt.
                  die discounter haben werktags bis 21.00 bzw.22.00 geöffnet.
                  selbst die lokalpolitiker spinnen von den vorort regional kaufenden bürgern,genehmigen aber laufend discounter.
                  zwei hofläden haben wir noch,der biosupermarkt in der kreisstadt macht ende des monats zu,die mitarbeiter eröffnen neu in eigener regie,wahrscheinlich wegen der zu schüsse.

                  0
            • Prisca Stehle sagt

              Lieber Paulus,

              Ich bin ebenfalls eine Obstbäuerin. Und zwar eine die ihre Obstsorten ( Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Aprikosen ,Kirschen, Pfirsiche und Nektarinen) direkt auf dem Wochenmarkt selbst verkauft.

              Leider kann ich dir nur zustimmen dass das Obst das in deutschen Supermarkt Regalen liegt oft kaum Geschmack hat.
              Dies hat zweierlei Gründe:
              1. Der Handel will festes Obst. Z.b. Zwetschgen. Lieber haben sie halb grüne Zwetschgen. Tatsächlich ist es so dass die „Qualitätskontrolle “ bei Aldi so aussieht dass in die gelieferte Ware gefasst wird und wenn eine weiche darunter ist geht die gesamte Lieferung zurück…
              2. Hab ich bei meinen Kollegen die nur an den Großmarkt liefern die Haltung wahrgenommen: Ist mir egal wie es schmeckt. Ich liefere meinem Großmarkt was er will.

              VORSCHLAG:
              Such dir einen Wochenmarkt/Hofladen in deiner Nähe.
              Dann hast du nicht nur die Bessere Auswahl, die kompetentere Beratung und bessere Obst
              Sondern du kannst dich direkt bei diesem Stand dann beschweren wenn es sein Geld nicht wert war.

              Viele Grüße Prisca

              4+
        • Günter Reichard sagt

          Liebe Bergbäuerin, wie wäre es mit der Achtung von andersdenkenden?
          Gruss vom Bergbauer Günter aus Südtirol

          2+
    • Thomas Apfel sagt

      Lieber Alexander Borchert,

      Es ist im Grundsatz völlig richtig, dass diese Punkte jeder Bauer als sein Anliegen sehen sollte und diese Ziele versuchen sollte zu erreichen.
      Der Teufel steckt wie immer im Detail, hier in der Wortwahl.
      Wenn die Befürworter einer Änderung der Landbewirtschaftung resp. eines „Systemwandels“ von „guten und Gesunden Lebensmitteln“ sprechen ist Pestizid- und Mineraldüngerfreie, also BIO-Produktion gemeint. Das wird von den entsprechenden beteiligten Gruppen im Rahmen des Diskussionsprozesses noch schärfer herausgearbeitet werden. Die „Guten und gesunden Lebensmittel“ sind im medial gesetzten Frame (Deutungsrahmen) , wenn man die sprachliche Entwicklung in diesem Umfeld verfolgt keinesfalls die Erzeugnisse der Agrarindustrie, also die 85 % der Lebensmittel die aus konventioneller Produktion die Regale des LEH füllen.
      Gut sind wir Konvi´s nur, wenn wir möglichst weit in Richtung BIO extensivieren.
      So auch von Prof.Taube in TOP Agrar gefordert.
      Innerhalb dieses sich gerade entwickelnden politischen Rahmens sind wohl eher Risiko- und Alternativen-Abschätzung die Begleiter von Entscheidungen über Aufgabe oder Weiterentwicklung von Betrieben. Bei 20 % der Aufgebenden könnten, wenn der zu erwartende Spielraum gering ist, auch die „Schlechte Stimmung am Mittagstisch“ den Ausstieg beschleunigen. Die Hauptursache ist sie nie, wenn gute Einkommensperspektiven erkennbar sind, wird der Betrieb in der Regel auch weitergeführt.
      Was allerdings bei der Generation der Betriebsübernehmer nicht mehr so groß wie früher ist, ist die Leidensfähigkeit und die Bereitschaft zur Selbstausbeutung der Inhaber und ihrer Familien. Und das ist legitim und gut so.

      6+
      • Alexander Borchert sagt

        Das letzte Argument, dass die nächsten Generationen andere Lebens- und Arbeitsvorstellungen haben, lass ich gelten.
        Doch der entscheidende Schritt für eine erfolgreiche Hofweiterführung ist die Haltung der jetzigen Betriebsleitergeneration.
        Der Wert unserer Landwirtschaft wird am meisten von den eigenen Leuten zerredet. Warum soll ein Junger einsteigen, wenn der Papa immer sagt: Alles, was ich tue, ist nichts wert.
        83 Mio Menschen verlassen sich täglich auf uns. Mit dem Frühstück geht es los und mit der Chipstüte hört es auf.
        Darin liegt unser Problem, weil wir nicht glauben können, dass ohne Landwirtschaft nichts geht im Industriestaat.

        0
        • Obstbäuerin sagt

          Risikoanalyse heißt das Zauberwort, Herr Borchert. und Kinder, die mit Landwirtschaft aufwachsen, werden auch bei einem fröhlichen Vater die Lage richtig einschätzen. Wenn sie gut ist machen sie weiter – wenn nicht nicht.

          0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Die Jugend orientiert sich an ihren Klassenkameraden, oder an den den anderen Jungs und Mädels in den Sportvereinen, falls der Betrieb es überhaupt zulässt.

          Sie sehen wie viel Freizeit die haben auch deren Eltern. Sie sehen wie der Nachbar nach Schichtende mit den Kindern spazieren geht, diesen Luxus hatten meine Kinder und ich nicht.

          Sie bekommen auch gesagt, was der Bauer für ein angeblicher „Umweltsünder“ ist und die Tiere soll er auch noch quälen.

          Wenn dann der Papa auch noch sagt, dass seine Arbeit nichts mehr Wert ist, das gibt den Kindern den Rest.

          Da hilft nur noch den Einblick in die Buchführung. ob dies die Erleuchtung, – in Sachen Betriebsübernahme – bringt, wird sich zeigen.

          0
          • Gephard sagt

            Das was ich bislang an Tierhaltung gesehen habe, war nie ohne Qual. Selbst auf der Alm werden Kühe gezwungen, höllischen Lärm zu ertragen, den sie auch nich selbst erzeugen.

            Die Haustierhaltung ist auch nicht besser. Die Tiere werden meist auf totale Abhängigkeit konditioniert und Herrchen/Frauchen halten das dann für treue Liebe. Okay, Kindeserziehung sieht oft kaum anders aus. Ist der Nachwuchs dann (körperlich) erwachsen, kann er sich dann mühselig mit Therapien befreien oder er bedient sich im florierenden Markt der Selbsthilfebücher.

            Ich verstehe nicht, warum sich die Landwirte so wehement gegen die Behauptung wehren, sie würde Tiere quälen. Sie tun es ganz legal für ihren Profit. Dazu kann man auch stehen. Stallhaltung ist nun mal Einsperren und Freiheitsentzug. Seltsamerweise haben Katzenhalter kein Problem damit, zu sagen, dass ihr Tier eine reine Hauskatze ist und das Haus nicht verlassen darf.

            0
            • bauerhans sagt

              „Das was ich bislang an Tierhaltung gesehen habe, war nie ohne Qual.“

              wenn der abdecker ein schwein am hoftor abholt,kann das vom gegenüberliegenden haus eingesehen werden.
              meinte die alte dame neulich:
              der packt ja mit seiner greifzange dermassen brutal zu,dass es dem tier doch weh tun müsse!

              0
              • Hat die Dame denn Ahnung von Tierhaltung und toten Tieren?

                Oder wollte sie nur etwas sagen um des Redens willen?

                Oder um eine Unterhaltung mit dir Bauerhans zu eröffnen?

                0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Woher wollen sie eigentlich wissen, dass die Tiere sich Eingesperrt fühlen, haben sie die Tiere gefragt?

              Nach einem Weidegang, kommen alle Tiere freiwillig in den Stall zurück, warum Wohl, weil sie gequält werden?

              0
            • Bergbäuerin sagt

              Der ehemalige Leiter des Münchner Zoos hat seinen Äffchen ein Seil gespannt für Ausflüge in die Isarauen. Sie haben es genutzt, aber sind immer wieder in den Zoo zurückgekommen. Sein Fazit: Die große Freiheit der Wildtiere ist ein Mythos. Das Ziel ist nicht Freiheit, sondern Artgerechtigkeit. Und die ist den meisten Bauern ein Anliegen, weil nur so hohe Leistungen möglich sind. Dagegen wirkt nur der Preisdruck durch den Konsumenten. Artgerechtes Leben bis zum Tod. Der Tod wird jedem Lebewesen von der Natur zugemutet, auch dem Menschen. Und auch der Mensch hinterlässt ein Erbe, ein materielles und/oder ein geistiges. Das Erbe des Nutztieres ist sein Fleisch.
              Frei ist nur der Geist. Im Leben innerhalb des materiellen Bezugs gibt es Entfaltung nur innerhalb von – z.B. von der Natur – vorgegebenen Grenzen.

              1+
            • Dann lebt unser Müller und seine Familie auch unter Qual in der alten Mühle, denn die können angeblich nicht schlecht schlafen, weil sie immerzu das Mühlrad hören müssen!

              Ja, seine Eltern sind schuld,
              sie haben ihn aufgebürdet, dass er Biomehl in der alten Mühle der Familie malen soll, damit die Leute in der Stadt alle Mehlsorten bei ihm kaufen können.
              Nun muß er es aushalten, nur damit die Leute in der Stadt billiges Biomehl kaufen können.

              So ein qualvolles Leben aber auch!
              Nur wegen den Eltern!

              Da haben es die Kühe auf der Weide doch besser, sie leben in der für sie angepassten Habitat und der Stall für sie ist ja auch an für sie geeignete Umwelt angepasst.

              An die Glockengeräusche auf der Weide gewöhnen sie sich genau wie die Müllerfamilie an die Klappern des Mühlrades bei Tag und Nacht!

              Der Mensch ist ein Gewohnheitstier!

              0
  8. Friedrich sagt

    Das Maß und Ziel sind schon lange erreicht. Was hier mit der Ackerbaustrategie erreicht werden soll ist nichts anderes , als das Ablenken von wirklichen Problemen, wie Infrastruktur, Digitalisierung, Unterhaltung von Schulen , Straßen u.v.m. Gegenüber uns Bauern ist das Diktatur von Ahnungslosen. Wenn 50% der deutschen Fläche Agrarfläche ist und wir lfd. neue Anforderungen aufgetischt bekommen , was ist mit den anderen 50% ? Hier höre ich nichts. Die Hausgrundstücke haben sich zu Rasensonnenbadflächen ohne Blühpflanzen entwickelt, Verkehrsinseln werden befestigt, Blumeninseln in Innenstädten pflegt keiner , es enstehen immer mehr befestigte Flächen für Straßen und Parkplätze. Immer mehr Flächen werden täglich der Natur entzogen und nur die Bauern sollen den Ausgleich bringen. Unsere Häuslebauer mit Autogarage lassen ihr Auto lieber auf der Straße stehen , um ihre Garage als Hobbyraum zu nutzen. Vom ständig steigenden Fliegen wollen wir garnicht erst reden. Wie Verlogen unsere Grüne Blondi aus Bayern gegen das Fliegen spricht und selbst als Vielflieger in den letzten Jahren die ganze Welt bereist hat , läßt einen am Verstand der Leute zweifeln. Ob der Umgang mit dem Wolf oder anderen Dingen kann ich nur den stillen , nicht schreienden Leuten raten , sich ein zu bringen, um diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Drückt euren Unmut im Mai bei der EU-Wahl aus oder angagiert euch in der Politik. Überlasst den Umweltlügnern nicht das Feld.

    30+
  9. erntenwaswirsäen sagt

    Ein wirklich interessanter Artikel des Autors:
    https://www.noz.de/lokales/meppen/artikel/1024883/zwischen-wunsch-und-wirklichkeit-liegen-welten

    Und so vollzieht sich dann schliesslich der Generationswechsel von „Bildung“ hin zum „Markt“:
    https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/7/nav/1095/article/31998.html

    Oder wie wär’s mit der Synthese, der „Marktkonformen Bildung“, um das „richtige“ Stück Bildung zu retten?
    https://www.pfz.at/themen/bildungsungerechtigkeit/bildung-ohne-wert-wider-die-humankapitalisierung-des-menschen/
    http://www.denknetz.ch/wp-content/uploads/2017/07/Ribolits_Jahrbuch_2010_lebenslang_Lernen.pdf

    Wir ernten, was wir säen.

    PS
    Da sind ein paar fingerphilosophische Übungen nur zu begrüssen.

    0
    • Bauer Willi sagt

      Lieber Wewws,
      Es wäre für den Dialog hier schon hilfreich, wenn Sie sagen würden, was Sie denken. Gleich drei Links mit ein wenig Text dazwischen ist zwar einfach, wird aber kaum gelesen. Nur so, als redaktioneller Hinweis.

      6+
      • erntenwaswirsäen sagt

        Lieber Bauer Willi,
        die Links sind eine Einladung, sich selbst mit „Hinweisen“ auseinanderzusetzen. Wenn das mit „wird aber kaum gelesen“ stimmt, dann ist das doch traurig für die Qualität und Kultur des „Dialogs“ hier. Das hoffe ich also nicht.

        Ich muss meinerseits die „Leser“ nicht unbedingt da abholen, wo sie sich gerade befinden und mich „marktkonform“ verhalten. Auch wenn das irritiert. Oder vielleicht gerade deshalb.

        Wir ernten, was wir säen.

        1+
        • Brötchen sagt

          erntewaswirsäen…..
          es macht sich besser wenn man seine Gedanken usw. formuliert.
          Links sind in meinen Augen nur als Anregung zu sehen.
          es ist auch aufwändig seine Gedanken zu formulieren! wenn keine Antwort kommt bzw. die Zeit zu weit fortgeschritten ist, macht es nur wenig Sinn.
          sinnvoller für tiefe Diskussionen wäre besser eine Art Forum, wo man nicht alles wieder darstellen muss. so bleibt das immer nur oberflächlich.
          z.b. könnte man mal den produktions prozess detailierter darstellen und auch wirtschaftlich bewerten. dann verschiedene varianten usw. darauf kann man dann verweisen und später drauf eingehen. für Außenstehende wäre das sicherlich verständlicher.
          teilweise macht Willi das schon, man kann das nur weiterführend schwer diskutieren, aufgrund der schachtelstruktur hier

          1+
        • Bauer Willi sagt

          Sie „müssen“ gar nichts. Sie müssen auch die Leser nicht abholen. Die Qualität und Kultur des Dialoges besteht ja gerade aus Rede und Gegenrede. Und das funktioniert hier sehr gut.
          Dialog besteht auch nicht aus „irritieren“. Die Links habe ich gelesen. Was tragen Sie – Ihrer Meinung nach – zum Thema von heute bei? ist die Verabschiedung von Herrn Krämer so substantiell, dass sie hier erwähnt werden müsste?

          3+
    • Arnold Krämer sagt

      @EWWS
      1. Was ist denn das Interessante an meinem Interview? Sprechen Sie das doch aus!!
      2. Generationswechsel vollziehen sich ständig. Die Führungskräfte der LWK bringen immer unterschiedliche individuelle Fähigkeiten, Neigungen und berufliche Sozialisation mit. Das landwirtschaftliche Umfeld, die Landwirte, die polirtischen Rahmenbedingungen sind ebenfalls in einem ständigen Wandel begriffen. Die Bildungsaufgabe vor 30 Jahre im Agrarbereich war eine andere als heute. Wo ist das Problem??
      3. Bildung und Beratung sollten im Agrarbereich eine Einheit bilden. Dieser Anspruch geht/ging leider mehr und mehr verloren.

      PS: Im Gegensatz zu Ihnen „kämpfe“ ich mit „offenem Visier“.
      Frage: Wollen Sie mich diskreditieren? Das ist überflüssig. Ich habe mich in diesem Blog schon vor Monaten geoutet, weil ich nichts zu verbergen habe.
      Also: immer nur raus mit Ihrer Meinung zum Thema!!!

      3+
      • erntenwaswirsäen sagt

        Das zauberhafte (weisse oder schwarze Magie?) am nicht vollständigen Ausdeuten ist, dass jeder die Dinge mit seinem Wahrnehmungsbias deuten kann. Das ist hier wohl auch wieder der Fall.

        Herr Krämer, ich kann nicht nachvollziehen, dass sie denken, ich wolle sie diskreditieren. Woher nehmen sie das? Ich finde das Interview in der Meppener Morgenpost interessant, aufschlussreich und durchaus differenziert:
        „Zwischen dem Wunsch vieler Landwirte „Alles soll so bleiben, wie es ist“ und dem, was gesellschaftliche Gruppen und vereinzelt auch schon der Handel wünschen, liegen teilweise Welten.“
        So ist es wohl.

        Zum Generationswechsel: Sie werden in der Pressemitteilung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als „Bildungsfachmann im Dienste der Menschen auf den Höfen“ beschrieben.
        Und über ihre Nachfolge: „Marktexperte Bauer wird Nachfolger“
        Das ist doch schon fast satirisch wertvoll: Generationswechsel von „Bildung“ zu „Markt“!
        Und ist geradezu eine Steilvorlage zur „Marktkonformen Bildung“. Diese kommt derzeit ja immer mehr auf (natürlich auch ausserhalb der Landwirtschaft).

        Ihrem Imperativ und der Feststellung unter „3.“ kann ich nur zustimmen.

        Das alles spielt wohl auch bei der Rezeption einer „Ackerbaustrategie“ eine Rolle.

        Wir ernten, was wir säen.

        PS
        Und noch ein aktueller Link zum Kontext des Gastbeitrages von Arnold Krämer:
        https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2019/044-Praktikernetzwerk-Ackerbaustrategie.html

        1+
  10. Obstbäuerin sagt

    Genau genommen handelt es sich von Punkt 1 bis 5 um Forderungen, die von der konventionellen Landwirtschaft bisher in der öffentlichen Wahrnehmung, geprägt durch Medien und NGO´s, noch nicht erfüllt werden. Punkt 6 stellt dann quasi die Prämie für die zukünftig erbrachten Leistungen aus 1-5 dar. Wenn ich das so interpretiere, dann haben wir genau die Forderungen von Grünen, SPD, Linken und NGO`s nach einer Wende in der Landwirtschaft. Auch in Brandenburg werden die verkappten Bienenschützer gegen die Landwirtschaft plötzlich ganz aktiv und die Linken fordern (vor 3 Tagen) erneut ein sofortiges Glyphosatverbot im Bundestag: https://www.nachhaltig-links.de/index.php/tiere/bienen/2035-rede-glyphosat

    0
    • Obstbäuerin sagt

      Und Svenja Sch… macht blitzeschnell ein Insektenschutzgesetz. Ich glaub jetzt drehen alle durch.

      1+
  11. Ottmar Ilchmann sagt

    In Einem stimme ich Ihnen uneingeschränkt zu, lieber Herr Krämer: „Weniger ist mehr!“ Das trifft gerade auf Ihren ehemaligen Wirkungskreis, das Emsland, zu und könnte zumindest für diese Region die Quintessenz einer neuen Ackerbaustrategie sein.

    2+
  12. fingerphilosoph sagt

    Die hier vorgestellte Ackerbaustrategie ist symptomatisch für eine Entwicklung, die in allen hochtechnisierten Ländern zu beobachten ist, in Deutschland aber am deutlichsten zum Ausdruck kommt: Nicht mehr das direkte und konkrete Wohl des Menschen steht im Mittelpunkt der Bemühungen, wie das der Kapitalismus vertritt, auch nicht mehr das Wohl der Gesellschaft wie im Sozialismus, sondern das „angebliche“ Wohl eines übergeordneten Systems, im weitesten Sinne des gesamten Planeten, das der Mensch bei ehrlicher Einsicht in seine Möglich- und Fähigkeiten jedoch bislang gar nicht zielgerichtet gestalten kann, sondern in das er eingebettet und dem er mehr oder weniger hilflos ausgeliefert ist.

    Aus diesem Grund werden die Punkte 1 (Erzeugung von Nahrungsmitteln = Wohl der Gesellschaft bzw. sozialistisches Ziel) und Punkt 6 (Einkommen in der LW = Wohl des Landwirts = kapitalistisches Ziel) in der Umsetzung vernachlässigt bzw. hinter die Ziele 2-5 zurückgestellt.

    Die Vertreter/Befürworter dieser Verschiebung geben vor, den Planeten, die Natur, das Klima retten bzw. bewahren zu wollen, in Wahrheit geht es aber um die Ausdehnung der technischen Möglichkeiten des Menschen. Es geht nicht um das „Wohl“ oder die „Bewahrung“ des übergeordneten Systems (Natur oder Klima), sondern um die bewusste Gestaltung dieser Systeme durch den technischen Menschen.

    Der hochtechnisierte Mensch ist mit dem, was er bis dato an Kontrolle über die Welt erreicht hat, nicht zufrieden. Er will seinen Einflussbereich (seine Macht) erweitern. Der hochtechnisierte Mensch will nun auch über das Klima und die Insektenwelt gebieten. Es geht nämlich nicht drum, den Planeten, das Klima und die Insektenwelt sich selbst zu überlassen, wie das mangels technischer Möglichkeiten in der Vergangenheit der Fall gewesen ist, sondern es geht dem modernen, hochtechnisierten Menschen, darum, diese Bereiche künftig nach seinem Willen oder seiner Willkür zu gestalten. Darum ist es vor allem der Stadtbewohner, der sich für diese Verschiebung zugunsten der Herrschaft über weitere Bereiche von Natur und Welt einsetzt, und dies umso mehr, je ohnmächtiger er sich den durch Technisierung selbstgeschaffenen Systemen wie Markt, Finanzwelt, Staat ausgeliefert erfährt, hat er über diese Systeme doch längst die Kontrolle verloren.

    Was der Mensch nicht einsehen will, ist, dass die zunehmende Herrschaft über immer weitere Bereiche von Welt und Natur mit zunehmender Selbstaufgabe bezahlt wird.

    Das ist der Kern aller Opferreligionen, aber auch der Kern dieser Ackerbaustrategie: mit den Punkten 2-5 will der hochtechnisierte Mensch Insektenwelt, Klima, Biodiversität selber gestalten, denn er glaubt sich nun in der Lage, die damit verbundenen technischen Probleme angehen und lösen zu können. Dafür ist der hochtechnisierte Mensch bereit, sowohl die Versorgungssicherheit sowohl von Landwirt als auch Gesellschaft aufs Spiel zu setzen.

    Was der Mensch nicht einsehen will, ist, dass eben alles seinen Preis hat, auch die Technisierung. Da die meisten Landwirte die Vertechnisierung ihrer Betriebe nicht im Geringsten in Frage stellen und sich für weitere Technisierung in Form von Gentechnik, Drohnen, Digitalisierung ganz im Gegenteil sehr dafür aussprechen, kann man nur feststellen, dass die Landwirte ernten, was sie gesät haben.

    7+
    • Obstbäuerin sagt

      Wie passt in diese Theorie, der Wunsch eine Disney-Landwirtschaft – möglichst ohne technische Hilfsmittel, wenn nicht freiwillig dann per Gesetz, dem Landwirt überzuhelfen und ihm einen Arbeitsalltag wie vor 200 Jahren zuzumuten, Fingerphilosoph?

      1+
    • Brötchen sagt

      Fingerphilosoph, der Hintergrund ist blanke Unfähigkeit und nichts anderes!
      es wäre ja noch gut, wenn sie wissen würden, was sie tun!
      dann machen sie „nur was falsches“.

      0
      • bauerhans sagt

        ich würde sagen:
        unwissenheit,gepaart mit ängsten,geschürt durch „weltenretter“ ,ergibt emotionales handeln,weil persönliche veränderungen lästig sind.

        3+
        • Brötchen sagt

          @bauerhans
          kann sein….und spielt ganz sicher eine Rolle.

          nur der weiss, weiss das er nichts weiss…
          die wenig wissen, bilden sich ein sie wissen was und das Unheil nimmt seinen lauf.

          gerade bei Tichy gelesen….pence hat wohl gesagt….“wir orientieren uns an dem was ist und nicht an dem, wie wir es gern hätten.“ da hat er so recht!

          ich würde die Kohlekraftwerke sofort abschalten und den rapsanbau sofort einstellen.
          dann müssen die Imker mal arbeiten;)

          0
    • fingerphilosoph sagt

      Der technikaffine Stadtmensch ist mit (Disney-) Filmen über die Natur aufgewachsen, nicht in der Natur und auch nicht in der Landwirtschaft. In diesen Filmen hat die Technik die Form von Magie, Zauberei. Zauberei ist nichts anderes als saubere, elegante, smarte, ja sogar unsichtbar gewordene Technik. Die alte, schmutzige, lärmende Technik mit Kohlekraftwerken und großen Landwirtschaftsmaschinen ist dem modernen Menschen suspekt geworden. Damit kann er sich nicht mehr identifizieren. Er will sie durch eine neue digital-elektronische Technik ersetzt sehen, die so leicht, sauber und unsichtbar wie Zauberei funktioniert. Um diese neue, smarte Technik durchzusetzen, wird die alte Technik, welcher der Stadtmensch sein Wohlleben verdankt, nun verunglimpft und zerstört.

      Niemand will ihnen einen Arbeitsalltag wie vor 200 Jahren zumuten, Obstbäuerin. Der technikaffine Stadtmensch glaubt, dass sich die realen Probleme, mit denen Sie aufgrund der obigen Ackerbaustrategie zu kämpfen haben, schon „irgendwie wie durch Zauberei lösen lassen“. In all den unzähligen Filmen wird „weiße Magie“ (Symbol für die perfekte Technik) immer als etwas durchweg Positives dargestellt, das ausschließlich dem Wohl von Mensch, Tier und Umwelt dient. Der technikaffine Mensch glaubt an weiße Magie, sprich an eine Technik, die keinerlei Schaden anrichtet, sondern allen – Mensch, Tier, Umwelt, Bienen – dient.

      Die „Unfähigkeit“ der Menschen besteht in der Unfähigkeit zur Selbsterkenntnis und in der mangelnden Einsicht in das, was Technisierung bedeutet.

      7+
      • Brötchen sagt

        @FP

        Ausschnitte werden schon begriffen.
        das Problem ist das ganze zu verzahnen und wirtschaftlich auf die Reihe zu bekommen. dafür muss man erstmal die Realitäten begreifen. du denkst doch auch, alte Rassen sind superrobust. das wussten unsere urgrossväter schon, das das nicht so ist. und ein imkereiexperte glaubt fest daran, das seine carnica ein Wildtier ist.

        0
        • fingerphilosoph sagt

          Ich denke, dass die Tiere und Pflanzen von vor dreihundert oder fünfhundert Jahren in dem Sinne robuster waren, als dass sie eher in der Lage waren, für sich selbst zu sorgen als Nutztiere und -pflanzen egal welcher Rasse das heute sind. Sprich, der von Menschen und/oder Technik erbrachte Aufwand zur Pflege und zum Erhalt dieser Tiere und Pflanzen war wesentlich geringer als heute. Natürlich war auch der Ertrag geringer.

          Die Robustheit an der Rasse festzumachen, ist Quatsch, weil Rassen sich wie alles andere im Lauf der Zeit entweder weiterentwickeln oder degenerieren.
          Was ich denke ist, dass Kühe, Schweine und Schafe von vor 300 Jahren die Zeit bis zu ihrer Schlachtung ohne Tierarzt, ohne Antibiotika, ohne Kraftfutter, ohne Klimaanlage im Stall, ja vermutlich sogar ohne Stall überlebt haben, was heutige Kühe, Schweine und Schafe egal welcher Rasse nicht mehr können.

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Die Sau von früher, sagen wir mal vor 50 Jahren war stabiler, als die heutigen.
            Aber das Fett wollte keiner mehr, weder der Metzger, noch der Verbraucher.

            Sie jedoch können das Problem lösen, halten sie eine von der alten Rasse in der Autogarage, die alte Rasse ist so Stabil, dass sie das aushält, aber die Fenster nicht vergessen. 😉

            4+
            • Oder ist das schon 60ig Jahre her?

              Hatten wir und andere vor 50 Jahren nicht schon den Pietraineber auf dem Hof?

              0
        • Brötchen sagt

          @FP entschuldige du erzählst Nonsens.
          Bsp. meine skudden haben noch nie einen Stall gesehen.
          beschäftige dich mal mit moderner kreuzungszucht.
          die Tiere sind extrem robust und bringen auch Leistung.
          die maisorten heute sind extrem robust, sind auch produkte gezielter kreuzungszucht.
          mach den Test, nimm alte landsorten und daneben hybridmais. von dem landmais wirst du bei schlechtem Wetter nicht einen Kolben ernten.
          selber ausprobiert.

          0
          • Brötchen sagt

            Rassen entwickeln sich nicht selber ,sondern unterliegen einem ständigem züchtungsprozess, der viel Arbeit macht!
            daran arbeiten viele Menschen im Verborgenen.

            0
          • fingerphilosoph sagt

            Brötchen, entschuldige, du erzählst Nonsens, denn du kannst die Rassen bzw. die Tiere von vor 300 J. nicht mit den heutigen Rassen bzw. Tieren in einen Topf werfen. Die heutigen Rassen sind keineswegs „alt“, weil die einzelnen Tiere der alten Rassen nicht älter sind als die Tiere von neuen Rassen. Der Begriff „Rasse“ ist bloß ein Abstraktum, unter dem bestimmte Eigenschaften zusammengefasst werden.

            Was man jedoch sagen kann, ist, dass die Tiere und Pflanzen, die vor 300 Jahren bis zur Schlachtung/Erne überlebt haben, dies ohne Antibiotika, ärztliche Versorgung, Kraftfutter und dergleichen getan haben. Und nichts anderes behaupte ich.

            Natürlich wurden und werden Tiere und Pflanzen auf bestimmte Eigenschaften hin gezüchtet, aber wie bei allem sind auch hier dem Fortschritt doch relativ enge Grenzen gesetzt, die, wenn sie überschritten werden, einen energetischen Mehraufwand (in Form von zusätzlicher menschlicher Arbeit und/oder Technik) bedürfen, und genau dieser Aufwand ist gleichbedeutend mit Fragilität, also dem Gegenteil von Robustheit.

            Wenn es die wollmilcheierlegende Hochleistungssau gratis gäbe, wie du hier vorgibst, dann hätten die Landwirte doch überhaupt keine Probleme. Immerhin schön, dass du wenigstens zugibst, dass viel Arbeit „im Verborgenen“ geleistet wird. Zu dieser „verborgenen Arbeit“ gehören außer Züchtungsanstrengungen auch Ölbohrungen, Raffinerien, Chemiefabriken, Maschinenbaufabriken, Stromproduzenten u.a.m., die all das liefern, ohne das die industrialisierte LW heute nicht mehr auskommt.

            Mais ist ein schlechtes Beispiel, denn Mais spielt in der europäischen LW erst seit Mitte des letzten Jhs. überhaupt eine Rolle.

            3+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              „Zu dieser „verborgenen Arbeit“ gehören außer Züchtungsanstrengungen auch Ölbohrungen, Raffinerien, Chemiefabriken, Maschinenbaufabriken, Stromproduzenten u.a.m., die all das liefern, ohne das die industrialisierte LW heute nicht mehr auskommt.“

              Auf was tust DU von dem genannten verzichten?

              1+
              • fingerphilosoph sagt

                Auf nichts. Aber ich suche nicht ständig woanders nach Schuldigen für etwas, wofür ich im Endeffekt selber mit verantwortlich bin und bin deshalb nicht ständig am Jammern.

                2+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Warum wirfst Du der Landwirtschaft was vor, auch das du selbst nicht verzichten willst?

                  Wenn ein Metaller 5 % Lohnerhöhung fordert, dann erwarten die, dass auch der Bauer auf die Tränendrüse drückt.
                  Wenn der Bauer von ständigen Preisrückgängen spricht, dann sagt der Metaller, jammert nicht so viel.

                  Das ist der Unterschied in unserer Gesellschaft.
                  Offensichtlich sind auch Philosophen nicht in der Lage sich gepflegter auszudrücken und bedient sich der Unterschichtensprache.

                  0
                • fingerphilosoph sagt

                  Der Mensch ist nach Technik gleichermaßen süchtig wie der Junkie nach Heroin. Hast Du eine Vorstellung davon, wie schwer es ist, einen Junkie vom Heroin wegzubringen? Es ist fast unmöglich.

                  Wenn die ganze Gesellschaft oder sogar die Menschheit auf Technikdroge ist und die einzelnen Süchtigen sich gegenseitig ständig in diesem ihrem Drogenwahn bestätigen, ist der Fall hoffnungslos. Es gibt weder Rettung noch Heilung. Und so sieht es nun mal aus.

                  Was macht der Philosoph in diesem Fall? Er sagt, was zu sagen ist und macht sich ansonsten unter den gegegebenen Bedingungen ein möglichst gutes Leben. Denn schon morgen könnte es vorbei sein.

                  Warum zum Teufel soll der Einzelne auch nur ein Quentchen Energie sparen, seinen CO2-Abdruck verringern und auf Diesel verzichten, wenn auf der anderen Seite in einer neuerlichen weltweiten Aufrüstungsspirale oder dem Generieren von idiotischen Kryptowährungen das Zigfache dieser gesparten Energie sinnlos verpulvert wird? Absurder geht’s ja echt nicht mehr. Aber genauso absurd verhalten sich Süchtige eben.

                  Ein Philosoph kann auf die Sucht und die Absurditäten hinweisen, beseitigen kann er sie nicht.

                  1+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Mein lieber Philosoph,
                  ich hatte noch die Ehre eine Kuh zu führen, die einen Pflug zog.

                  Wenn jetzt einer kommt und meint, ich wäre auf einer Technikdroge, dann muss ich ernsthaft über dessen Gesundheitszustand besorgt sein.

                  1+
                • fingerphilosoph sagt

                  Mein lieber Ehemaliger Landwirt,

                  schau Dir mal die Kurve an, die den Energieverbrauch Deiner Familie/Deutschland/Europa/der Menschheit insgesamt in den letzten 200 Jahren ausweist. Du wirst sehen, dass diese Kurve exponenzielles Wachstum aufweist. Und das Einzige, was Du siehst, ist die Kuh und der Pflug. Tunnelblick nennt man das.

                  Jeder Süchtige glaubt, dass die Droge ihm das Leben leichter, reicher, angenehmer macht und ihm neue Erkenntnisse vermittelt bzw. sein Bewusstsein erweitert. Deshalb nimmt er die Droge ja, ohne dessen gewahr zu werden, dass die Droge ihn allmählich, aber sicher zerstört. Und selbst, wenn er merkt, dass die Sucht ihn und seine Umwelt zerstört, kann der Süchtige trotzdem nicht von der Droge lassen, denn er ist existenziell abhängig von ihr geworden.

                  Mach Dir keine Sorgen um meinen Zustand, sondern vielmehr um Deinen eigenen.

                  0
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Ach wie fürsorglich.:-)

                  Es ist mir nicht entgangen, dass der Energieverbrauch auch in meiner Familie gestiegen ist.
                  Im Gegensatz zu ihnen erzeuge ich den größten Teil der Heizung im eigenen Wald und Strom erzeuge ich mittels PV, insgesamt 30.000 KW, in meinem Fall 24.000 mehr als ich selbst verbrauche.

                  1+
                • fingerphilosoph sagt

                  Es ist völlig schnurz, ob ein Süchtiger seinen Stoff selbst anbaut oder nicht, er ist deshalb gleichermaßen süchtig.

                  Eigenverbrauch von 6000 KWh pro Jahr, und Heizung dabei nicht mal eingerechnet: So viel brauche ich lange nicht.

                  0
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  fingerphilosoph,

                  es ist ein unterschied, ob man mit Gas kocht, oder elektrisch. (Bei uns wird noch frisch gekocht, keine Büchsenware)
                  Bei uns gibt es 2 Gefriertruhen, je 240 Liter für unsere Vorräte und das ganze selbst erzeugte Gemüse.
                  Außerdem 3 Kühlschränke, 2 Fernseher, 3 Tablet, 4 Computer, 1 Waschmaschine, 1 Trockner, eine Spülmaschine, diverse Küchengeräte und landwirtschaftliche Motoren und einen elektrisch betriebenen Gabelstapler.

                  Da ich zumindest unter des Tages den Strom mit EE erzeuge, kann ich getrost auch noch ein zweites Schnitzel in die Pfanne hauen.

                  0
              • bauerhans sagt

                „ich hatte noch die Ehre eine Kuh zu führen“

                ich wurde dazu verdonnert,das pferd vor dem striegel in den z-rüben zu führen,was mir dann auf den fuss getreten war…….pferdewurst mag ich aber nicht.

                0
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  „ich wurde dazu verdonnert,“

                  So kann man auch dazu sagen, mit dem Unterschied, dass wir zu den Armen gehörten, zu einem Pferd reicht es nicht. 😉

                  0
            • Marko sagt

              Zitat Fingerphilosoph:
              Was man jedoch sagen kann, ist, dass die Tiere und Pflanzen, die vor 300 Jahren bis zur Schlachtung/Erne überlebt haben, dies ohne Antibiotika, ärztliche Versorgung, Kraftfutter und dergleichen getan haben. Und nichts anderes behaupte ich.

              Die meisten Menschen mussten vor 300 Jahren auch ohne Apotheken irgendwie überleben.
              Ähnlich wie bei den Nutztieren gibt es aber leider kaum Dokumentation darüber, wie viele nach heutigem Wissenstand
              hätten gerettet werden können.
              Beispiel:
              Zeig mir mal einen Tierschützer, der sich nach nem Herzinfarkt keinen Bypass legen lässt, welches vorher an Schweinen ausprobiert wurde.

              Irgendwie müssen wir mal wissen was wir wollen.

              0
            • Ferkelhebamme sagt

              Hallo fingerphilosoph,
              „Was man jedoch sagen kann, ist, dass die Tiere und Pflanzen, die vor 300 Jahren bis zur Schlachtung/Erne überlebt haben, dies ohne Antibiotika, ärztliche Versorgung, Kraftfutter und dergleichen getan haben. Und nichts anderes behaupte ich.“
              Dir ist aber schon klar, dass im Mittelalter viele Menschen und Tiere aufgrund der mangelnden Versorgung eben nicht überlebt haben? Bzw. eher dahinvegetiert sind, als gelebt haben?
              Und Nutztierrassen entwickeln sich nicht einfach so, sondern werden gezielt gezüchtet. Es gibt auch nicht „die moderne: Sau, sondern verschiedene Rassen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Innerhalb der Rasse wird das Zuchtziel laufend optimiert.
              So sind „alte“Rassen mit ihrem „alten“ Zuchtziel z.B. allein durch Pigmentierung für Aussenhaltung einfach besser geeignet, sprich robuster.

              0
      • Die begeisterte Akzeptanz neuer Technologien ist eher eine verschleierte Kapitulation vor der Geschwindigkeit, mit der wir fortgeschritten werden (!), und eine ersehnte Möglichkeit, vergangene Probleme als gelöst zu erachten.

        1+
        • fingerphilosoph sagt

          Eine etwas umständliche, aber durchaus zutreffende Definition von „Sucht“.

          1+
    • Paulus sagt

      Die Philosophen zeichnet eines aus: sie beschreiben ihre Wahrnehmung, hüten sich aber davor Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Da übt man lieber wohlfeile Kritik an denen die sich darum bemühen. In einer Welt die von Technologie bestimmt ist, macht es sie nicht ganz aber weitgehend entbehrlich.

      4+
      • fingerphilosoph sagt

        Die Lösung habe ich schon öfter aufgezeigt. Ich brauche nicht ein MEHR an neuen Technologien, sondern WENIGER davon, da ich erkannt habe, dass all diese neuen Technologien mit noch MEHR Kontrolle, Reglementierung, Einschränkung der persönlichen Freiheit und Fremdbestimmung verbunden sind. Darauf kann ich gern verzichten, Paulus. Ich bin sehr dafür, wenn Du als Ingenieur in den Ruhestand gehst, Dich fortan nur noch mit Deinen Freilandrindern beschäftigst, und keine neuen „Segnungen“ mehr entwickelst, die ich nicht im Geringsten zu einem gelungenen Leben brauche.

        4+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „Die Lösung habe ich schon öfter aufgezeigt. Ich brauche nicht ein MEHR an neuen Technologien, sondern WENIGER davon,“

          Ein einsamer Rufer in der Wüste!

          0
    • Fortschritt als beschleunigte Verlangsamung all der Konsequenzen, die der Fortschritt mit sich bringt, die aber der Mensch nicht am eigenen Leib zu spüren bekommen mag. Oder anders: Mit Problemen weitere Probleme schaffen und diese als Lösung profitabel verkaufen. Je mehr Energie dem Menschen permanent zur Verfügung steht, desto mehr Gedanken der Aneignung spuken durch seinen Kopf. Das Hauptproblem ist ein Zuviel an permanent zur Verfügung stehender Energie, wobei die Betonung auf ‚permanent‘ liegt.

      0
  13. Heinrich Steggemann sagt

    Erstmal in die Köpfe der Menschen hineinversetzen. Vor vielen Betriebsleitern baut sich langsam aber sicher eine immer grössere Wand auf. Wie soll man das als Einzelbetrieb bzw. Einzelperson alles bewältigen, was da auf einen zukommt.
    Wir werden nicht alles mit neuen Regeln lösen können. Dieses bedeutet noch mehr Bürokratie, empfunden als noch mehr Strafarbeiten, aber wofür? Wo habe ich mich daneben benommen????
    Aus allen Richtungen werden Veränderungswünsche an die Landwirtschaft herangetragen und so formuliert, das man selber möglichst nicht davon betroffen ist.
    Ich mache dieses Jahr einem achttägigen Bodenkurs (vier Blöcke übers Jahr verteilt) bei freiberuflichen Ackerbauberatern. Das Hauptanliegen ist der Humusaufbau durch ein vielfältigeres Bodenleben um die Erträge zu stabilisieren und langfristig den Input (z.B. Pflanzenschutz zu verringern) und damit Kosten zu sparen. Diskutiert man diese Dinge mit der Offizialberatung, schlägt einem oftmals nur ein Achselzucken entgegen.
    Das Hauptanliegen der Ackerbaustratigie muss aus meiner Sicht die Begeisterung der Landwirte für neue Wege sein. Mit überbordender Regulierung wird man nur Frust und Zurückhaltung erzeugen. Gleichzeitig läuft man Gefahr, mit jeder neuen Detailregelung auf Basis der aktuellen alten Lehrmeinung, Neuerungen die damit kollidieren im Keim zu ersticken. Viele neuere Erkenntnisse kollidieren bereits mit der aktuellen Düngeverordnung, oder drängen uns Praktiker zu extrem in bestimmte Richtungen.
    Es gibt international viele experimentierfreudige Pioniere. Aufgrund von Sprachbarrieren finden viele Informationen und Denkanstösse nicht den Weg nach Deutschland. Fachzeitschriften können dieses nicht verbreiten, weil keine gesicherten neutralen Versuchsergebnisse vorliegen.
    Ein kostenloser Übersetzungsservice wäre eine grosse Hilfe. Oder deutsche Untertitel zu Youtube Videos von ausländischen Fachvorträgen oder Betriebsreportagen.
    Nochmal: Wir brauchen mehr motivierende Unterstützung und weniger detailverliebte Bürokratie.

    8+
    • Brötchen sagt

      genauso Heinrich!
      bei YouTube kann man teilweise dt
      Untertitel einstellen. wenn man ein wenig schlecht englisch kann, sind englische Untertitel auch ganz hilfreich.

      0
    • Sabine sagt

      Was hättet ihr den gerne übersetzt? Wen hättest Du den gerne mal als Experten hier? Wenn sich genug Leute finden, kann man sicher was organisieren.

      0
      • Paulus sagt

        Ich bin dabei und kann mit englisch und französisch aufwarten. Allerdings mit einer Einschränkung: den Dialekt eines Bauern aus Sussex verstehe ich genau so wenig wie den eines Bauern aus der Eifel oder aus dem Siegerland. Und wenn die Sachsen meinen „können sie vielleicht“ übersetzt das jeder mit Gänsefleisch. Insofern, eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, liebe Sabine. 🙂

        1+
  14. Thomas Apfel sagt

    Ich glaube man muss sich auf Folgendes einstellen:
    1. Die Optimale Düngung der Kulturen wird oft nicht mehr möglich sein
    Effekt= weniger Erlöse.
    2. Ein tatsächlich integrierter Pflanzenschutz und Resistenzstrategien werden auf Grund , fehlender Wirkstoffe nicht mehr möglich sein. Auch das reduziert die Erträge.
    Effekt= weniger Erlöse
    3. Die stärkere Verlagerung langfristig auch aussamender Blühbestände trägt neben positiver Effekten für die Biodiversität Wurzelunkräuter und Schdinsekten mitten in die Bestände. Auch das mindert dauerhaft die Erträge.
    Effekt= weniger Erlöse
    4. Wie auch jetzt schon handelt es sich innerhalb der EU um Deutschlands Alleingänge.
    Das heisst, die Auswirkungen treffen die Deutschen Landwirte und eröffnen den
    anderen EU-Ländern mehr Exportmöglichkeiten nach Deutschland.
    Effekt = die Preise werden sich kaum verändern = weniger Erlöse.

    Schon bei jetzigem Preis und Ertragsniveau sind um 50 % der Einkommen der Landwirte die Flächenprämien der EU.
    Jetzt erklär mir doch mal Jemand, wie das die Einkommen der Landwirtschaft stärken soll?

    7+
    • Brötchen sagt

      Thomas Apfel Stimme zu bis auf die 50 % ….es sind im Durchschnitt ca. 30 %

      flexibles Wirtschaften ist aufgrund der starken Abhängigkeit von der Natur, sehr erschwert.

      0
      • Thomas Apfel sagt

        @Brötchen
        Die Zahlen beziehen sich auf die Nettowertschöpfung der dt. Landwirtschaft.
        Anteil Subventionen an Nettowertschöpfung 2009=61,4 %/ 2010=56,4%/
        2011=44,4%/ 2012=52,6%/ 2013=38,9%/ 2014=55,7%/ 2015=68,2% .
        Im gewogenen Mittel sind das über diese 7 Jahre 52,1 % (Quelle: Statistisches Jahrbuch über Landwirtschaft u. Forsten 2016, Seite 168, Tabelle178)

        0
        • Brötchen sagt

          @apfel

          ich beziehe mich auf die Buchführung.
          weiss jetzt nicht, wo die Differenz herkommt.
          vom betriebseinkommen sind es 30 %.

          ich denke, deshalb wird die lw. so „geknechtet“, weil „jede imbissbude mehr Umsatz“ macht. machen nur Ärger die lw., also kann mich mal drauf gehauen werden.

          1+
  15. Bauer Willi sagt

    @Michael
    Ich kann nicht erkennen, dass Pessimismus verbreitet wird. Bei den beiden anderen Punkten (Bild der berufsständischen Vertretung, unsere Lösungsansätze) stimme ich Dir voll zu!
    Bleibt nur zu hoffen, dass wir Bauern möglichst vieles davon auch in der Ackerbaustrategie wiederfinden….

    1+
    • Obstbäuerin sagt

      Das macht mir am meisten Angst, Bauer Willi, dass unter dem Deckmantel GUTES für DIE Bauern zu wollen, für viele das Gegenteil eintreten wird.

      3+
  16. bauerhans sagt

    im augenblick wird „aus allen rohren“ auf die landwirtschaft „geschossen“.
    insektensterben,monokulturen und tierwohl sind die hauptthemen.
    es muss dringend zu einer versachlichung zurück gefunden werden!!

    6+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Jahrelang hat man die erhöhten mineralischen Werte im Bodensee der Landwirtschaft zugewiesen.
        Inzwischen werden die ganzen Abwässer der Bevölkerung und der Industrie in Kläranlagen behandelt. Jetzt haben die Fische nichts mehr zu fressen, obwohl immer noch Landwirtschaft betrieben wird.

        Anders gesagt,
        die Bevölkerung und Urlauber haben früher in den Bodensee gesch…..!

        5+
        • Abwässer der Bevölkerung und der Industrie

          haben aber auch nichts im Bodensee zu suchen, weiß du wie viel Gift da drin ist?

          Nur saubere nicht verunreinigte Gülle oder Mist aus der Natur, könnten da rein, der würden sich auch natürlich vielleicht mit Hilfe von Kleinstlebewesen zersetzen und diese dann von den Fischen bedenkenlos gefressen werden, eben eine eigene Ökologie, da haben menschliche durch Chemie verunreinigte Substanzen nichts drin verloren.

          Noch nicht mal die Abfälle von deinem Plumpsklo dürfen da rein!
          Oder du mußt sie auf Unbedenklichkeit untersuchen lassen!
          Könnte ja sein, dass deine Frau die Pille nimmt, und das wäre schon für den Bodensee schädlich!
          Abgesehen von den anderen Medikamenten, die ihr sonst noch so nehmt!

          1+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Inga,
            ich verrate die was, wir haben kein Plumpsklo mehr, genau gesagt seit 1949, nach Angaben des damaligen Planfertiger (heute sind das Architekten), war es das erste WC, also mit Wasserspülung in unserem Ort mit damals 3.000 Einwohnern und seit 1960 sind wir am Abwasserkanal angeschlossen.

            Also nix mehr mit Naturdünger, na ja, meine 3 Hühner ausgeschlossen. 🙂

            1+
  17. Als Teilnehmer der selben Veranstaltung muss ich dem hier verbreiteten Pessimismus doch widersprechen! Wenn mich etwas pessimistisch gestimmt hat, dann wie das Auftreten unserer berufsständischen Vertretung im Ministerium gesehen wird. Das muss man sich ernsthaft Sorgen machen!
    Für alles andere, was in den beiden Tagen gesprochen wurde, bin ich sehr positiv gestimmt. Die Probleme wurden benannt und wir Bauern haben auch die Lösungen aufgezeigt!

    3+
    • Arnold Krämer sagt

      Nicht das Wort Pessimismus sondern der Begriff Mißtrauen beschreibt den Grundtenor meines Beitrages am besten.
      Der Agrarsektor ist als Wirtschaftssektor überreguliert wie kein anderer. Der Berufsstand hat sich dies mit dem jahrzehntelangen Ruf nach dem Staat ein Stück weit selbst zuzuschreiben. Er kann aktuell den von immer mehr nichtlandwirtschaftlichen Interessengruppen gelenkten Zug kaum noch aufhalten.

      14+
      • Brötchen sagt

        und es wird immer schlimmer und schlimmer.
        ich erwarte auch nichts, eher neues schlimmes. siehe mein Link.
        Frau klöckner hat bisher ausser ankündigungen, nichts auf die Reihe bekommen. Kastrationsverzicht…..still ruht der See.

        0
        • Ferkelhebamme sagt

          Doch: der vierte Weg, die lokale Betäubung, ist auf jeden Fall ausgeschlossen! Ideen, Ebermast und Improvac zu etablieren – keine. Außerdem wen interessiert es, ob die Ferkel in Deutschland geboren wurden? Niemanden.

          1+
      • Moment,

        wer hat nach dem Staat gerufen?
        Ein freier Bauer gewiss nicht!

        Der Staat hat gelockt, wenn ich richtig informiert bin.
        Warum sollten wir die Zuschüsse ausschlagen?
        Und dann erst blieben die Erzeugerpreise für Rohstoffe der Nahrungsmittelindustrie bei dem Stand von 1950.

        Deswegen ist der Agrarsektor als Wirtschaftssektor überreguliert wie kein anderer.
        Was hat für einen Hintergrund?
        Das ist doch gewollt, oder?
        Der Bauer hat das gar nicht so richtig mitbekommen, er hat sorgte um seine Scholle, Haus und Hof und auch Verantwortung dafür! Und diese Verantwortung und Sorge ist größer als der Ertrag, den man dafür erzielt!

        Wer hat den Vorteil davon?

        Richtige Bauern wollen keine Subventionen, sie wollen nur den Wert ihres lebendigen Gutes auch bezahlt bekommen!
        Hat doch Bauer Willi hier schon x mal erklärt!
        Also dann müßte ein Liter Milch teurer sein wie 1l Cola!
        Oder ist sie das nicht Wert?
        Mit dem Fleisch geht es genau so, denn es nach dem echten Wert bezahlt würde, dann würden keine Dauerwürste von Marktschreiern in die Menge geworfen.

        Das ist doch ethisch verwerflich, oder?

        1+
        • Paulus sagt

          Inga, der Wert eines Produktes ist u.a. abhängig von dem subjektiven Gefühl für Wertigkeit. Meine Frau bezahlt für 1L Milch beim Bauern in Belgien 2 €.
          Abgesehen von Qualität, Geschmack und Entstehungskosten, beansprucht so ein simpler Kaufvorgang mit allem Drum und Dran schon allein ca. 10 Min. und wenn sie ins quatschen kommen noch länger. Den Preis halten wir unter Berücksichtigung des Vorgenannten für ausgesprochen günstig. Ein Liter Milch vom Aldi hat für sie hingegen keine Wertigkeit und sie würde diese Plörre auch für 20 ct. nicht kaufen.
          Für mich besitzen z.B. fettfreie Schweineschnitzel, Fleisch von mit Maissilage gemästeten Jungbullen und Mastputen keine Wertigkeit. Das Zeug könnte noch so billig sein, wir würden es nicht kaufen. Es ist Massenware ohne eine erkennbare oder gar nachvollziehbare Wertigkeit. Darüber helfen auch noch so schöne Labels nicht hinweg. Und sollte mir jemals ein Marktschreier eine Salami entgegenwerfen; ich würde sie zurückwerfen, in der Hoffnung seinen Kopf zu treffen.
          Die Sache mit der Wertigkeit hat hier ein ehem. DDR-Bauer (wahrscheinlich der Brandenburger oder Brötchen) mal angeschnitten. Sinngemäß: „Das Brot war nichts Wert, also haben wir es an die Schweine verfüttert.“
          Ich verteidige hier ja, sozusagen als einsamer Rufer, immer gerne die Verbraucherseite, aber auch dort muss in diesem Zusammenhang ein Umdenken stattfinden. Da sind allerdings richtig dicke Bretter zu bohren. Die Ethik endet allzu oft vor der Ladenkasse. Ein Verhaltenskodex auf der einen, sollte auch mit einem solchen auf der anderen Seite verbunden sein, und das im weitesten Sinne. Sonst funktioniert es einfach nicht.

          6+
          • Brötchen sagt

            Paulus mit dem Brot war das so, du hast für ein schwein ca. 700 ostmark bekommen. Brot kostete 50 pf. Buttermilch weiss ich nicht mehr.
            Futter gab es im freien Verkauf nicht so einfach.

            Du hast recht, der Wert eines Produktes bildet sich nicht nur aus den gestehungskosten und dem Markt, sondern es gibt auch einen Wert, den der Verbraucher zuweisen kann. Bsp Apple.
            heute wird ein Produkt auch dazu benutzt um sich sozial abzugrenzen.
            bräuchte man früher nicht, bei einem festen klassensystem, wo es noch den gönich gab.;)

            0
            • bauerhans sagt

              „Futter gab es im freien Verkauf nicht so einfach.“

              futter als deputat gegen rüben-,kartoffelhacken.
              der werner aus ST hatte mir das mal verklickert,der hatte 2 bullen,3 sauen und bekam auch tickmänner aus der schweinezucht.
              dann wurde getauscht.

              0
            • Der Brandenburgbauer sagt

              Moin Brötchen, nach deinem Eintrag habe ich mir mal meine alten Abrechnungen was die Schweineliefeungen betrifft angeschaut. Also unter 1000 Ostmark war da keins dabei.
              Brötchen kosteten damals 5 Pfennige aber ein Brot wie du es beschreibst gab es zu diesem Preis nicht.

              0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Herr Reber,
      soweit mir bekannt, sind sie Ortsobmann des DBV. In ihrer Eigenschaft sollten sie dafür sorgen, dass das Personal im DBV ausgewechselt wird, wenn die schon nichts „gscheites“ auf die Reihe bekommen.
      Nur kritisieren, so wie es öfters hier im Forum zu lesen ist, bringt uns nicht weiter.

      Ps: Es ist nicht das erste mal dass ich das Erwähne, die öffentliche Kritik am Verband ist das Wasser auf die Mühlen unserer Gegner.

      4+
      • Michael Reber sagt

        Ich habe keine Funktion mehr beim BV. Ich habe auch nur das wiedergegeben was uns mitgeteilt wurde. Das war nicht meine Aussage.

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Das finde ich traurig.
          Verbesserungen kann man nur erwirken, wenn man das eigene Können einbringt.

          1+
          • Michael Reber sagt

            Ich bin kommunalpolitisch aktiv und hier im Praktikernetzwerk. Irgendwann muss man auch noch etwas arbeiten. Ich habe mich bewusst nach 20 Jahren berufsständischer Arbeit in verschiedensten Gremien dagegen entschieden, weil ich der Meinung bin, dass das immer Ämter auf Zeit sind. Dann müssen auch jüngere ran, wenn die, die meinen, das ist ein Amt auf Lebenszeit, nicht zurücktreten.
            So habe ich das bisher immer gemacht.

            0
            • Brötchen sagt

              Michael reber! das ist ein guter Ansatz und würde der Politik auch gut tun, wenn die mal wieder ganz unten arbeiten müssten und mitbekommen, was Regelungen so anrichten.

              1+
    • Arnold Krämer sagt

      Lösungen seitens der Bauern aufzuzeigen ist nur ein sehr geringer Teil des „Geschäfts“. In der Agrarpolitik sind immer Kompromisse notwendig, weil man sonst nie Gesetze verabschieden könnte. Die politischen Akteure neigen dabei aber nicht zur Selbstbeschränkung, also zum Verzicht (aufs Geldverteilen, Regulieren usw.) sondern zur Kumulation. „Stimmst du mir hier zu, stimme ich dir dort zu“. Das ist auch ein sehr wichtiger Grund für die Überregulierung des Sektors Landwirtschaft, die den Adressaten , den Landwirten, mehr und mehr die Motivation und die „Luft zum Atmen“ raubt.

      8+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.