Monate: August 2020

Bauern und Bürger

Von Sonntag bis Dienstag ist in Koblenz das EU-Agrarministertreffen. Dazu passt die nachfolgende Dokumentation, die recht ausgewogen die derzeitige Stimmung in der Landwirtschaft darstellt und beschreibt, warum die Bauern auf die Strasse gegangen sind. Das wird schon im einleitenden Text deutlich. https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-bauern-und-buerger-100.html Sowohl Thomas als auch Dirk Andresen kommen zu Wort. Mit durchaus unteschiedlichen Ansichten. Und auch das ist derzeit typisch für die Stimmung, die sich zwischen Lethargie und Aggression bewegt. Ob die Demonstrationen in Koblenz daran etwas ändern?   1

#bunteGabeln – was einer alleine nicht schafft…

Die EU-Kommission, genauer EU-Kommissar Frans Timmermans, hat kürzlich die „Farm to Fork“-Strategie vorgestellt. Die Details findet man unter diesem Link: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:52020DC0381 Die Strategie enthält sehr viele Zielkonflikte und Widersprüche. Wenn die Strategie so wie im Entwurf realisiert wird, kann dies vielen Betrieben die Existenz kosten.  Man hat uns bei der Erstellung der Strategie zwar nicht gefragt, aber wir wollen uns bei der Umsetzung beteiligen. Noch sind keine Gesetze geschrieben. Damit unsere Bereitschaft für alle sichtbar wird, stellen wir Landwirte #bunteGabeln auf. Nicht nur in die Felder, sondern an möglichst viele Orte. Nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten, entlang von Strassen. Überall dort, wo sie den Menschen ins Auge fallen. Wie bei den #grünen Kreuze wird das alles nur funktionieren, wenn viele mitmachen. Also gebt die Information auch an alle weiter, die nicht jeden Tag im Internet unterwegs sind. Wie die Gabel aussieht, spielt keine Rolle, man muss sie nur als solche erkennen. Welche Farbe sie hat, auch nicht. Halt das, was auf dem Hof an Farbe noch da ist. Seid kreativ. …

Farm to fork – Der Bio-Markt und 25%

Was schreibt die Kommission in ihrer „Farm-to fork-Strategie“? Der Markt für Biolebensmittel wird weiter wachsen und der ökologische Landbau muss weiter vorangetrieben werden. Er wirkt sich positiv auf die biologische Vielfalt aus, schafft Arbeitsplätze und bietet attraktive Bedingungen für Junglandwirte… … Zusätzlich zu den GAP-Maßnahmen wie Öko-Regelungen, Investitionen und Beratungsdiensten sowie den Maßnahmen der gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) wird die Kommission einen Aktionsplan für ökologische Landwirtschaft vorlegen. Mit diesem werden die Mitgliedstaaten dabei unterstützt, sowohl das Angebot als auch die Nachfrage nach ökologischen Erzeugnissen anzukurbeln. Das Verbrauchervertrauen wird dabei durch Absatzförderungskampagnen und ein umweltfreundliches öffentliches Beschaffungswesen sichergestellt und die Nachfrage wird so angekurbelt. Dieser Ansatz wird zur Verwirklichung des Ziels beitragen, bis zum Jahr 2030 mindestens 25 % der landwirtschaftlichen Flächen in der EU ökologisch zu bewirtschaften und die ökologische Aquakultur beträchtlich auszubauen. Der Ansatz, den Absatz für Bio-Lebensmittel zu fördern, ist richtig. Wenn der Absatz (zu auskömmlichen Preisen) funktioniert, wird die Erzeugung folgen. Eine Kette macht nur dann Sinn, wenn man an ihr zieht. Es muss aber sichergestellt sein, dass keine Bio-Produkte aus dem Ausland mit geringeren …

Farm to fork – eine Strategie ohne Farm (er)?

Was plant die EU-Kommission in ihrer Strategie „Farm to Fork“? Der Einsatz chemischer Pestizide in der Landwirtschaft trägt zur Verschmutzung von Böden, Wasser und Luft sowie zum Verlust der biologischen Vielfalt bei und kann Nichtzielpflanzen, Insekten, Vögeln, Säugetieren und Amphibien schaden. Die Kommission hat bereits einen harmonisierten Risikoindikator aufgestellt, um die Fortschritte bei der Verringerung der mit Pestiziden verbundenen Risiken zu quantifizieren. Demzufolge haben sich diese Risiken in den letzten fünf Jahren um 20 % verringert. Die Kommission wird weitere Maßnahmen ergreifen, um bis 2030 den Einsatz von und das Risiko durch chemische Pestizide insgesamt um 50 % und den Einsatz von Pestiziden mit höherem Risiko um 50 % zu verringern. Dazu einige Fragen: Was soll erreicht werden? Was ist mit „chemischen Pestiziden“ exakt gemeint? Auch Kupfer? 50% Verringerung wovon? Vom Wirkstoff, vom Produkt, vom Umsatz? Welches Jahr ist die Ausgangsbasis? Warum wird zwischen chemischen Pestiziden und Pestiziden mit höherem Risiko unterschieden? Warum wurde als Maßzahl 50% gewählt? Warum nicht 30% oder 80%? Warum nicht ein generelles Verbot? Ist die Nutzung von „Chemie“ generell negativ oder nur wenn …

Farm to Fork – was die EU-Kommission schreibt

In den letzten Tagen habe ich mich intensiv mit der Strategie „Farm to Fork“ der EU-Kommission befasst. In den nächsten Tagen dazu einige Texte und meine persönliche Bewertung.  Bei manchen Sätzen stockte mir der Atem. Einige Sätze aus der Strategie, die von einigen Bürger vermutlich so gesehen werden, für einen Landwirt jedoch problematisch sind: …Darüber hinaus haben die Herstellung, die Verarbeitung, der Einzelhandel, die Verpackung und der Transport von Lebensmitteln einen wesentlichen Anteil an der Verschmutzung von Luft, Böden und Wasser und an den Treibhausgasemissionen sowie tiefgreifende Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Obwohl der Übergang der EU zu nachhaltigen Lebensmittelsystemen in vielen Bereichen eingeleitet ist, sind diese Systeme nach wie vor einer der Hauptverursacher von Klimawandel und Umweltzerstörung. Es ist dringend erforderlich, die Abhängigkeit von Pestiziden und antimikrobiellen Mitteln zu verringern, den übermäßigen Einsatz von Düngemitteln zu reduzieren, den ökologischen Landbau zu intensivieren, den Tierschutz zu verbessern und den Verlust an biologischer Vielfalt rückgängig zu machen. Die Herstellung, Verarbeitung usw. von Lebensmitteln haben tatsächlich Auswirkungen, was aber auch vollkommen logisch ist. Nicht zuletzt sind sie …

Hilfe für Bauernfamilie

Ich bin ja gerade im Urlaub am Bodensee. Ich bin von einer Bekannten gebeten worden, bei einer Hilfsaktion für eine Bauernfamilie in der Nähe von Konstanz durch die Weitergabe der Informationen mitzuwirken. Hier die Pressemitteilung. Im Flyer unten Details zur Kontonummer. Pressemitteilung des Helferkreis „Hilfe für Bauernfamilie“ Botulismus im Landkreis Konstanz Bauernfamilie aus dem Raum Stockach verliert 27 Milchkühe und ein Jungrind Helferkreis organisiert Spendenaktion zur Existenzsicherung der Familie Hubert Schönenberger und seine Familie werden diese Tage im August so schnell nicht vergessen. Die Milchkühe von Hubert Schönenberger zeigten plötzlich Symptome, welche zuerst an einen Calciummangel erinnerten. Die Tiere wirkten wie gelähmt, verweigerten die Futter- und Wasseraufnahme und konnten schließlich nicht mehr aufstehen. Bald starben die ersten Tiere. Mit Hilfe des Veterinäramtes konnte dann die niederschmetternde Diagnose des Hoftierarztes bestätigt werden. Es handelt sich um Botulismus. Diese Krankheit ist eine Vergiftung, die durch Botulinumtoxin verursacht wird. Dieses Toxin wird von Bakterien bei der Verwesung von Kadavern gebildet. *(nähere Informationen zu Botulismus s. Infobox). Beim Betrieb der Familie Schönenberger gelangten Reste eines Katzenkadavers bei der Futterwerbung …

Die Grüne: Kühe sind keine Klimakiller!

Der Einfluss der Landwirtschaft auf das Klima fusst auf einem Fehler, den Wissenschaftler der FAO gemacht haben. Das Positive: sie haben den Fehler erkannt und korrigiert. Die Nutztierhaltung belastet das Klima nicht mit 18%, sondern mit 3,9%. https://www.diegruene.ch/artikel/kuehe-sind-keine-klimakiller-sie-verursachen-nur-4-7-der-treibhausgas-emissionen Diese Korrektur wird aber von vielen nicht wahrgenommen und so werden gerne die falschen Zahlen argumentativ weiter benutzt. Ich finde es großartig, dass Die Grüne auf diese Zusammenhänge und eine sehr detaillierte Ausarbeitung hierzu auf ihrer Homepage präsentiert. Unter anderem sind sie der Meinung, dass vegetarische oder vegane Ernährung keinen Einfluss auf das Klima haben. Die Grüne ist eine der ältestene landwirtschaftlichen Zeitschriften Europas und wird in der Schweiz verlegt. 27

Kein Gesellschaftsvertrag – meint Matthias Burchardt

Auf der gleichen Veranstaltung, auf der ich Prof. Binswanger getroffen habe, habe ich auch Dr. Matthias Burchardt wieder getroffen. Er arbeitet an der philosphischen Fakultät in Köln. Wir haben über Fragen gesprochen, die mich immer wieder bewegen. Bin gespannt, wie seine Ansichten gesehen werden. Da immer wieder die Gefahr der eigenen Filterblase besteht, tut eine andere Sichtweise gut. 5

Obstwissen 5

Wenn ich es nicht durch Zufall auf dem Apfelrundweg in Immenstaad (Bodensee) gelesen hätte, hätte ich von der Obstbrennerei einen ganz anderen Eindruck. Aber in der Tat ist es eine gute Möglichkeit, zu große Mengen Obst vom Markt zu nehmen und für längere Zeit zu lagern. Eben als Alkohol. 0

Obstwissen 4

Auf dem Apfelrundweg in Immenstaad am Bodensee wird auch etwas über Marketing und Vertrieb erzählt. Zum Beispiel, was es mit den Clubsorten auf sich hat. Ist das nun eine gute Entwicklung oder doch nicht? Ganz ehrlich? Ich kann es nicht beurteilen. Entscheidend ist doch zum Schluß, was für den Erzeuger übrig bleibt. 0