Jahr: 2023

Insektenstudie Österreich – 30 Jahre, 300 Standorte, 4000 Arten

Hier die Aussagen des Wissenschaftlers über eine neue Studie, die über 30 Jahre wissenschaftlich ermittelt wurde, und die so gar nicht mit den Ergebnissen aus Krefeld zusammenpasst. Sie deckt sich in weiten Teilen mit den Ergebnissen aus England. „Die Sorge um die heimischen Insektenwelt bewegt immer mehr Menschen, doch fehlte es bisher an Studien, die die Veränderungen der letzten Zeit umfassend bewerten konnten. Mit dieser Insektenstudie war es nun möglich, für ausgewählte Insektengruppen einen repräsentativen Überblick über die Veränderung von Artenzahl und Populationsdichte an über 300 Standorten verteilt über Österreich zu gewinnen. Dieser Rückblick über die letzten 30 Jahre wurde begleitet von einer gründlichen Auseinandersetzung mit den Faktoren, die auf unsere Insektenpopulationen einwirken sowie mit einer Analyse der Ansprüche und Gefährdungspotentiale von über 4.000 Insektenarten. Dies konnte nur durch die Zusammenarbeit eines Teams mit über 20 Insektenkundlerinnen und Insektenkundlern gelingen. Die Ergebnisse waren vielfach auch für uns überraschend und helfen dabei, die Veränderungen in der Insektenwelt zu verstehen und gezielte effiziente Maßnahmen zu deren Unterstützung zu ergreifen.“ Zentrale Ergebnisse der Insektenstudie: Die Artenvielfalt in der …

Essbare Krabbeltiere…

In den letzten Wochen sind “Essbare Insekten” ein Thema in den Medien. Auch unter Landwirten wird es diskutiert. Meist wird der Ekel darüber ausgedrückt, noch häufiger jedoch wird es ins Lächerliche gezogen. Die Haltung von essbaren Insekten ist “Massentierhaltung”. Unser Sohn, der sich seit über 10 Jahren mit Insekten beschäftigt, hat vor zwei Jahren in einem Zelt mehrere tausend Wanderheuschrecken gemästet. Vorher haben drei Behörden den “Maststall” besichtigt, ob von da aus auch keine Gefahr für Natur und Umwelt ausgehen würde. Für die Beamten übrigens der erste “Insekten-Stall”, den sie besichtigt haben. Kann nicht jeder Die Haltung von Insekten setzt ebenso ein Fachwissen voraus wie für andere Tierhaltungsformen auch. Wer heute Schweine mästet oder Kühe melkt, kann nicht morgen auf Insekten umschwenken. Das ist gut für unseren Sohn, weil er inzwischen über viele Jahre Erfahrung verfügt. Schweinestall umnutzen? Trotzdem: für alle, die daran denken, ihren Schweinestall umzunutzen (weil sie die Schweinehaltung wegen zu hohem Gewinn beendet haben), hier ein paar Hinweise: Das Thema Mehlwürmer für die Futtermittelindustrie ist mittlerweile “durch”. Hier haben sich die ganz …

Rezensionen und Interviews

Es ist erfreulich, dass das Interesse an meinem neuen Buch groß ist. Hier ein Interview, das “top agrar” mit mir geführt hat. https://www.topagrar.com/panorama/news/bauer-willi-im-interview-ueber-verbraucherverhalten-und-die-zielkonflikte-der-landwirte-13293563.html Aus der Schweiz kommt eine Rezension vom Chefredaktor Jürg Vollmer der Zeitschrift “Die Grüne”. www.diegruene.ch/satt-und-unzufrieden Auch die Heimische Landwirtschaft, bei der ich seit langem Mitglied bin, hat ein Interview mit mir geführt https://www.heimischelandwirtschaft.de/aktuelles/satt-und-unzufrieden-bauer-willi-ueber-die-konflikte-zwischen-verbraucher-und-landwirt Hier noch ein Interview mit “Kontrafunk” (ab Minute 15). Die Bemerkung, dass wir einen guten Ertrag in 2022 hat, hat wohl zu einiger Aufregung geführt. Für unseren Betrieb stimmt es trotzdem. https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/kontrafunk-aktuell/kontrafunk-aktuell-vom-24-januar-2023

BfN-Workshop: Landwirt trifft Naturschützer

Ich war im November 2022 auf einem Workshop von Landwirten und Naturschützern zwei volle Tage auf der Insel Vilm und habe darüber hier berichtet: Damals habe ich geschrieben: “Worauf ich jetzt warte: Dass es, wie beim Workshop 2018, ein gemeinsames Papier gibt, in dem der Öffentlichkeit und vor allem den Entscheidungsträgern die Inhalte und Ergebnisse dieses Workshops zugänglich gemacht werden. Ich würde meinen Berufskollegen gerne mehr über diesen gelungenen Workshop erzählen.” Es hat ein ganz klein wenig gedauert, aber jetzt ist das Ergebnis da: hier ist der Link auf die Seite des BfN: https://www.bfn.de/publikationen/hintergrundpapier/konstruktive-oeffentliche-kommunikation-naturschutz-landwirtschaft Oder man kann hier auf die pdf-Datei zugreifen. 2023-loesungsvorschlaege-kommunikation-naturschutz-landwirtschaft-bfn Spannend zu lesen ist vor allem Punkt 2, der Hintergrund. So erlebe ich oft Diskussionen zwischen Landwirten und Naturschützern und umgekehrt. Hoffentlich werden die Ergebnisse auch in Berlin gelesen.

Streiten macht Spaß!

Am Samstag, 28. Januar hab ich mit Herrn Rabhansl im Deutschlandfunk Kultur richtig gepflegt gestritten. Hat Spaß gemacht. Hier nachzuhören: https://download.deutschlandfunk.de/file/dradio/2023/01/28/bauer_willi_kremer_schillings_ich_will_keine_almosen_sondern_drk_20230128_1123_2935a020.mp3 Im Februar kommt ein weiterer Beitrag des DLF in der Sendung “Andruck” https://www.deutschlandfunkkultur.de/bauer-willi-kremer-schillings-100.html Bildquelle: Deutschlandfunk Kultur

#Februdairy – der Monat der Milch!

Endlich ist der Januar vorbei. Und was kommt nach dem January? Richtig, der Februdairy. (Dairy ist englisch und bedeutet eigentlich Molkerei oder Milchgeschäft) Zu “Dairy” gehören Kühe, Milch und alle Milchprodukte. Alle, denen die Landwirtschaft am Herzen liegt, werden hiermit aufgefordert, ab dem 1. Februdairy Artikel und Meldungen rund um Kühe, Milch, Käse, Joghurt, Kefir usw. zu posten und mit dem Hashtag #Februdairy zu versehen. Dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Diese Bitte und Aufforderung gilt auch für Ackerbauer, Schweinehalter, Hühnerhalter, Bio und Konventionall, gross oder klein, Nord, Süd, Ost oder West. Sie gilt für DBV, LSV, Abl, BDM und andere Interessenvertreter, für Firmen des vor- und nachgelagerten Bereiches und und und… Wir wollen unseren Mitbürgern und Marktpartner mit unseren Post erzählen, wie gesund Milch und Milchprodukte sind. Milchtrinker sind Second-Hand-Veganer, weil wir Menschen kein Gras verdauen können, das rund 70% der landwirtschaftlichen Nutzfläche weltweit ausmacht. Statt Soja- oder Mandeldrink sollten unsere Mitbürger besser Heumilch trinken. Und nach dem #Februdairy folgt der #BauernMärz.  Dazu könnt ihr euch auch schon Gedanken machen…

“Wir haben das Kükentöten exportiert “

Wir haben das Kükentöten exportiert und die heimischen Brütereien ruiniert. Deutschland ist Weltmeister im Abschieben der Probleme ins Ausland. Hier das Interview des NDR mit Markus, den ich am 29.1. 2023 interviewt habe. https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Kuekentoeten-trotz-Verbot-Auf-der-Spur-der-Bruderhaehne,panoramadrei4324.html Die Fernsehaufnahmen sind brandaktuell. (31.1. 2023 um 21:15 Uhr) Was ich unsäglich finde: Im BMEL und anderen Ministerien sind keine Zahlen bekannt

Getreide aus der Ukraine: gut gemeint, schlecht gemacht

Es ist noch nicht lange her, dass eine Hungersnot wegen fehlendem Getreide in den armen Ländern Afrikas befürchtet wurde. Darauf hin wurden Wege gefunden, ukrainisches Getreide ausser Landes zu bringen ohne den Hafen Odessa in Anspruch zu nehmen. Dieser ist inzwischen wieder frei. Deutschland hat sich mit einigen Millionen Euro an den Transporten über Land (LKW; Bahn) beteiligt. Doch jetzt landet das billige Getreide in Polen, Rumänien und auch in Deutschland. https://www.welt.de/wirtschaft/article243454093/Bauern-klagen-ueber-billiges-Getreide-aus-der-Ukraine.html Ob und wieviel Getreide überhaupt in den armen Ländern Afrikas ankommt, wird leider nicht berichtet. Wenn es dort zu Hungersnöten kommt, dann liegt es nicht an fehlendem Getreide. Hier eine ältere Meldung dazu: https://www.agrarheute.com/management/agribusiness/verkauft-ukraine-getreide-afrika-597271 Fakt ist jedenfalls, dass die Getreidepreise seit Wochen fallen. https://www.agrarmarkt-nrw.de/getreidemarkt.shtm

Verbot des Kükentöten – und was wurde aus den Brütereien?

Deutschland ist das einzige Land in der EU, in der das Kükentöten gesetzlich verboten wurde und zwar seit dem 1.1.2022. Jetzt, ein Jahr später, habe ich mich mit Markus unterhalten, der als kleine Brüterei mit dieser Situation fertig werden musste. Ein sehr langes, intensives und emotionales Interview.    Hallo Markus, wir haben uns vor einigen Monaten schon einmal unterhalten. Erzähle den Lesern bitte einmal, was Du damals gemacht hast Wir haben hier in Ostwestfalen eine europaweit ziemlich einmalige Struktur von Geflügelbetrieben . Die Gegend hier zwischen Gütersloh und Paderborn bezeichnen wir gerne als den “Hühnerhof Deutschlands”. Von hier aus wird das gesamte Bundesgebiet mit allem an Geflügel versorgt, was Hobbyhalter so möchten. Hühner unterschiedlichster Farben, Mastgeflügel, Wassergeflügel bis hin zu Perlhühnern und Wachteln. Es ist eine Vielzahl von Betrieben, alle unterschiedlich aufgestellt, die sich aber alle ergänzen. Wir waren hier 6 Brütereien die die Aufzüchter mit Küken versorgt haben. Die Elterntiere vor Ort. Eine tolle Biodiversität. Eine bunte Mischung an Farben von normalen braunen und weißen, schwarze, graue bis zu Zwerghühnern und Grünlegern. Ich war …