Alle Artikel in: Bauer Willi

Danke an die Polizei

In der Erntezeit muss es schnell gehen. Und es staubt, die Mähdrescher machen Lärm und das alles sind unsere Mitbürger nicht mehr gewohnt. Als wir heute Nachmittag (18.7.)  mit dem Mähdrescher aus dem Hof fahren, steht dort ein PKW auf dem Wirtschaftsweg, weil die Besitzerin ihren Fiffi Gassi führen muss. Bis wir die Fahrerin gefunden hatten (die dann seelenruhig zu ihrem Wagen kam) waren wieder ein paar Minuten vorbei. Rettet jetzt nicht die Ernte, ist aber ärgerlich. Umso schöner finde ich den Facebook-Artikel der Polizei Hamm, die die Situtation sehr gut schildert und um Verständnis für die Arbeit der Landwirte wirbt. Danke an die Polizei! https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid07f1iES8ZZxGKbCFi8wLKStvQFfmotNA4pLFD84oUH5EkEUqyefznV2xUt6FaWa1sl&id=100068154124773

Baywa – der strauchelnde Riese

Einst als Genossenschaft für den gemeinsamen Einkauf und die gebündelte Vermarktung gegründet, ist die Baywa AG heute ein international agierender Konzern. https://de.wikipedia.org/wiki/Baywa Das Unternehmen wurde seit 2008 vom Vorstandsvorsitzenden Lutz geleitet, der in seiner Zeit das Unternehmen das Unternehmen vielfältiger und internationaler machte. So übernahm die Baywa neben vielen anderen Unternehmen auch einen neuseeländischen Obsthändler. Die Diversifikation erfasste  den schließlich auch den Geschäftszweig “Erneuerbare Energie” u.a. mit Biogas und Photovoltaik. 2023 wurde der Nachfolger von Klaus Josef Lutz sein ehemaliger Finanzvorstandskollege Marcus Pöllinger, der somit über die finanzielle Verhältnisse des Unternehmens bestens Bescheid weiß. Die Umstände für den Rückzug von Lutz waren alles andere als normal: https://www.dfv.de/ueber-uns/presse/pressemitteilungen-4 In den letzten Wochen und Monaten kam die Baywa AG mit weiteren unschönen Ereignissen in die Presse. Zunächst kam es zu Unstimmigkeiten zwischen dem alten und neuen Vorstandsvorsitzenden über die Geschäftsführung. Hierzu wurde folgende Pressemitteilung seitens des Unternehmens veröffentlicht: https://www.baywa.com/presseinformationen/pi_01324_ar_untersuchung_ergebnis Die Expansion des Unternehmens unter Lutz wurde vor allem auf Kredit finanziert. Aktuell soll es sich um Schulden von rund 5,5 Milliarden € handeln. Als dies öffentlich wurde, …

Auch die Bio-Bäume wachsen nicht in den Himmel

Erstmals seit 30 Jahren ist die Zahl der Bio-Betriebe gesunken. Von Tina Andres, Vorsitzende des BÖLW wird dies mit fehlender Hofnachfolge und mangelnder Zahlungsbereitschaft der Verbraucher erklärt. https://www.spiegel.de/wirtschaft/landwirtschaft-verunsicherung-auf-bio-hoefen-zahl-der-betriebe-gesunken-a-24294b78-e2ba-4e71-997b-af55aab8a980 Das Problem der Hofnachfolge haben grundsätzlich alle Produktionsrichtungen. Die mangelnde Zahlungsbereitschaft  wird sich vermutlich noch verstärken, wobei es weniger die Bereitschaft ist, an der es mangelt. Das Geld ist einfach nicht mehr da oder wird für anderweitige Zwecke ausgegeben. Urlaub steht dabei – nach Corona – jetzt wieder ganz weit oben. https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/reiseanalyse-2024-fernreisen-flugzeug-1.6411615 Alle wichtigen Tourismus- und Reisestatistiken des Jahres 2024  

Weizen- und Rapsernte hat begonnen

Gestern, 15.7. 2024 haben wir die erste Parzelle mit Winterweizen geerntet. Es ist ein früher Grannenweizen aus franösischer Züchtung. Wir haben diese Sorte im Herbst ins Sortiment aufgenommen, weil er sich gut an trocken-heiße Verhältnisse angepasst hat. Die Klimaforscher sagen uns ja trocken-heiße Bedingungen voraus. Nur war es in diesem Vegetationsjahr ganz anders. Der Herbst war nass, der Winter war nass und das Frühjahr war sehr nass. Sonne fehlte auch und manche  Monate waren auch kühler als im Mittel. Das Druschergebnis: 65 dt/ha mit einem Proteingehalt von 11,9%. Der Feuchtegehalt mit 13,9% war passend. In normalen Jahren ernten wir in unserer Region auf Lößböden mit 85-95 Bodenpunkten (Skala geht bis 100) ziemlich regelmäßig 95 bis 110 dt/ha. Auch 125 dt/ha haben wir schon auf einer großen Parzelle geerntet. Unsere sämtlichen Maßnahmen von Düngung und Pflanzenschutz richten sich daher auf eine Zielgröße von rund 100 dt/ha aus. Logisch, dass in einer Nährstoffbilanz da nicht passt, aber ich kann kein Gramm Nährstoff mehr zurückholen. Und bei den extremen Niederschlägen der letzten 12 Monate kann es sein, dass …

Landrat mit Rückgrat und der Wolf

Ein Politiker mit Rückgrat ist heute selten. Wenn er sich dann noch öffentlich für den  Abschuss eines (Problem-) Wolfes einsetzt, ist das noch seltener. Landrat Kai Seefried aus Stade skizziert das juristische Gerangel um eine bereits erteilte Abschussgenehmigung für einen Problemwolf im  Alten Land. Ein sehr sehenswertes Instagram-Video, das hoffentlich auch viele Naturschützer sehen. Ich weiß nicht, welcher Link funktioniert, deshalb hier zwei Angebote: https://www.instagram.com/reel/C9SndlJIRuQ/?igsh=YjM3b2wyNm9yZXRy https://www.instagram.com/reel/C9SndlJIRuQ/?utm_source=ig_web_copy_link Die Ansichten und fachliche Bewertung des Landrats sind schlüssig und für jedermann nachvollziehbar. Wenn man dann diese Meldung liest, kann man nur noch wütend werden. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eugh-urteil-wolf-100.html Hier ein Auszug aus dem Artikel: EuGH stärkt den strengen Wolfsschutz Erstens: Mittelbare wirtschaftliche Schäden für die Nutztierhalter rechtfertigen keinen Wolfsabschuss – wenn nicht ganz klar ist, welcher Wolf Tiere gerissen hat. Zweitens: Der Abschuss von Wölfen muss die absolute Ausnahme bleiben. Erst mal müssen alle Schutzmaßnahmen für Schafe und andere Nutztiere ausgeschöpft werden, wie Zäune und Schutzhunde. Und drittens: Hohe Kosten für den Herdenschutz allein rechtfertigen keinen Abschuss. Bevor Wölfe getötet werden, sei es vorrangig, dass die EU-Staaten den Züchtern und Tierhaltern …

Skurilles: Die Kuh-Ampel

C. Bothe hat mir heute per WhatsApp dieses Foto aus der Zeitung geschickt. Ich habe dann mal gegoogelt und herausgefunden, dass Deutschlands einzige Kuh-Ampel vor über 10 Jahren eingerichtet, aber nie gebraucht wurde. Mittlerweile wurde sie zurückgebaut. https://www.ardmediathek.de/video/extra-3/realer-irrsinn-die-kuhampel/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS84MjRmYjNhZi1iZTM0LTQ4NDctYTEwNS00OGJjM2ZmMTcxNzk Warum wurde sie nie genutzt? Der Landwirt wollte eine Unterführung unter der Umgehungsstrasse…  

Meine Meinung steht fest….

…verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen. So ähnlich lief eine Diskussion in dieser Woche, als ich bei den Freunden des Botanischen Gartens der Uni Düsseldorf einen Vortrag gehalten habe. Ein Zuhörer bemerkte, dass die industrielle Landwirtschaft “ja verantwortlich für den Rückgang der Insekten ist, was man ja an der Windschutzscheibe ablesen kann”. Er wollte wissen, wie ich dazu stehe. Ich habe ihm erzählt, was ich über die Krefelder Studie weiß und dass es Studien aus Österreich und Großbritannien gibt, die die Auswertungen der Krefelder Hobby-Entomologen nicht bestätigen. Diese Studien würden ihn nicht interessieren, ich solle bei der Sache bleiben. Ich habe ihn gefragt, ob ihn nur  deutsche Insekten interessieren. Darauf hin konnte ich dann die Resultate des wissenschaftlichen Institutes Rothampsted vortragen, die an vier Standorten über mehrere Jahrzehnte nicht nur die Biomasse der Fluginsekten sondern auch die Arten analysierte haben und einen Rückgang vor allem bei Nachtfaltern in der Nähe von urbanen Zentren festgestellt haben. Das macht Sinn, weil dort die künstlichen Lichtquellen wie Fallen wirken. Die Studie aus Österreich stellt ein Shifting von kälte- …

Nitrat ist gesund

Die Aussage in der Überschrift mag provokant klingen, ist es aber nicht. Das hat eine Studie herausgefunden, in der die Lebensweise von über 50.000 Personen analysiert wurde. https://www.welt.de/wissenschaft/article252210066/Ernaehrung-Keine-Angst-vor-ueberduengtem-Gemuese-Nitrat-schuetzt-Kreislaufsystem-und-verhindert-Tumore.html?icid=search.product.onsitesearch Hier ein Auszug aus dem Artikel: “Eine moderate bis hohe Aufnahme von pflanzlichem Nitrat senkte die Gesamtsterblichkeit insgesamt um 17 Prozent. Die Esser von überwiegend „grünem“ Nitrat lebten also im Schnitt einige Jahre länger; sie starben um 14 Prozent seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in Bezug auf Krebs waren es sogar 24 Prozent.” Neu ist das alles nicht. Bereits 2011 berichtete die “Welt” ähnliches: https://www.welt.de/gesundheit/article12153202/Nitrat-ist-viel-gesuender-als-bislang-angenommen.html Und wie ich so am PC sitze, dämmert es mir, dass ich auch schon mal darüber geschrieben hatte. Das war 2017. Und tatsächlich steht da alles genau so drin, wie oben berichtet. Fazit: wenn Dir nichts mehr einfällt, worüber Du berichten kannst, wärme einfach alte Kamellen wieder auf. Und wenn das die “Welt” macht, darf ich das ja auch. Nitrat ist gesund…  

Zucker im Weizen?

Ein aufmerksamer Leser und Kommentator hat mir folgenden Link zugeschickt, in dem der Bayrische Rundfunk über eine Zuckerspritzung in Winterweizen berichtet. Ich habe das erst für Blödsinn gehalten, aber beim Ansehen des Videos bin ich dann doch zum Nachdenken gekommen. Hat jemand davon vorher schon mal gehört oder sogar Erfahrungen? https://www.ardmediathek.de/video/unser-land/weizen-mit-zucker-spritzen/br-fernsehen/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdFNjaGVkdWxlU2xvdC80MDM3MTM3MTE4MTNfRjIwMjNXTzAxNzM1OUEwL3NlY3Rpb24vNzdiOWVmYzQtYTFlZS00ZDE1LTgwYWEtNmNlYjYyYTIyZjMz

Ein bemerkenswertes Interview

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat auf dem Bauerntag einen weiteren Vizepräsidenten gewählt. Torsten Krawczyk ist Präsident des Sächsischen Bauernverbandes und bewirtschaftet in Mittelsachsen einen landwirtschaftlichen Betrieb. https://www.wirtschaft-in-mittelsachsen.de/service/informationen/neuigkeiten/neuer-landesbauernverband-chef-ist-ein-mittelsachse.html Nach seiner Wahl hat er top agrar ein Interview gegeben, das hoffen lässt, dass der bisherige Vorstand des DBV etwas unbequemer, unangepasster und und deutlicher auftritt. https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/torsten-krawczyk-20004962.html? Diese Hoffnung setze ich auch auf Holger Hennies aus Niedersachsen. Und bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt….