Moralische Totalität, moralische Expansion…
Zum Sonntag etwas zum Nachdenken. Es hat mit Landwirtschaft eher nichts zu tun, sondern ist ein gesamtgesellschaftlicher Text, den man überschreiben könnte: „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ https://www.cicero.de/kultur/deutschlands-moralischer-allmachtsanspruch-vom-eroberer-der-welt-zum-retter-der-welt Hier ein Auszug: „Dabei ist Begrenztheit kein moralisches Versagen, sondern eine anthropologische Konstante. Kein Individuum, keine Gesellschaft und kein Staat kann unbegrenzte Verantwortung tragen, ohne sich selbst zu destabilisieren. Wer diese Tatsache ignoriert, ersetzt Realpolitik nicht durch Humanität, sondern durch Ideologie. Ideologien scheitern selten an ihren Idealen, sondern an ihrer Blindheit gegenüber Nebenfolgen. Ideologien zeichnen sich weniger durch falsche Werte aus als durch ihre Immunität gegenüber Realität. Sie dulden keine Gegenargumente, weil jede Begrenzung als moralischer Verrat interpretiert wird. Deutschlands aktuelle Herausforderung ist nicht ein Mangel an Moral, sondern der Verlust des Maßes. Ein Sozialstaat, eine Migrationspolitik, eine Klimastrategie ohne Begrenzung verlieren ihre Tragfähigkeit. Der moralische Daueralarmzustand stärkt uns am Ende nicht, sondern schwächt uns. Vielleicht liegt der eigentliche zivilisatorische Fortschritt nicht darin, die Welt retten zu wollen, sondern darin, anzuerkennen, dass wir es nicht können. Reife zeigt sich nicht im Anspruch auf Allmacht, sondern in …










