Monate: Januar 2018

Raps Ende Januar

Bisher hat unser Raps den „Winter“ gut überstanden. Und Regen hatten wir auch reichlich, so daß die Bodenvorräte „bis zum Anschlag“ voll sind. Das war auch gut, denn die beiden letzten Jahre waren in der Summe zu trocken. Wenn es jetzt noch einen leichten Frost (so bis -5 Grad wäre mein Wunsch) gäbe, wäre es perfekt. Den Frost brauchen wir für die Bodenstruktur, denn die ist durch den vielen Regen nicht so ideal wie ich das gerne hätte… 🙂 0

Willkommenskultur

Der deutsche Bürger liebt Tiere. Dies zeigt die große Zahl von Hunden und Katzen, die in deutschen Haushalten als Haustier gehalten werden. Seit einigen Jahren ziehen von Osten her Wölfe nach Deutschland. Wenn die Beobachtungen stimmen, haben sie jetzt auch den Rhein erreicht. Sie fühlen sich wohl, und so können sie sich gut vermehren. Wölfe sind willkommen, denn einst wurden sie hier ausgerottet. Sie wurden damals vom Menschen nicht nur gefürchtet, sondern traten auch in eine Nahrungskonkurrenz zu ihm. Diese Zeiten sind vorbei. Mittlerweile leben wieder einige hundert Wölfe in Deutschland. Ob nun 300 oder 500, niemand weiß es ganz genau. Jedenfalls werden es mehr und damit ändert sich die Willkommenskultur langsam. Gerade Viehhalter, deren Tiere auf der Weide stehen oder Wanderschäfer, die Heidelandschaften kurz halten, sind alles andere als erfreut. Wer von Wölfen gerissene Tiere einmal gesehen hat, kann dies nachempfinden. Zwar wird nach einigem bürokratischen Aufwand der Fleisch-Wert des Tieres ersetzt (nicht aber der Zuchtwert), aber die seelische Belastung, ob der Wolf nicht weitere Tiere reisst, kann mit Geld nicht ausgeglichen werden. Angst macht sich breit. Eigentlich …

Was wollen Sie später mal werden…

Ich bin neulich gebeten worden, an einem Berufsorientierungstag eines Gymnasiums den Bereich Landwirtschaft, Natur, Umwelt vorzustellen. Es lag eine Liste aus. Für meinen Bereich hatten sich 6 Schüler eingetragen. Für was interessierten sich die Schüler sonst noch? Hier die Berufsgruppen in absteigender Reihenfolge: (in Klammer die Zahl der interessierten Schüler) Wirtschaft, Verwaltung           (160) Medizin, Psychologie                (105) Maschinenbau, Bauwesen        (57) Lehramt, soziale Berufe            (46) Medien                                          (45) Architektur, Vermessung          (42) Kunst, Kultur                               (40) Verkehr, Logistik                         (27) IT, Informatik                               (24) Sprache und Literatur                 (9) Landwirtschaft, Umwelt             (6) Pflege                                              (-) Von den 6 Schülern im Bereich Landwirtschaft interessierten sich zwei für Tiermedizin, einer für Landtechnik, einer für Umweltschutz. Die zwei anderen hatten keine klaren Vorstellungen. Ich möchte zu den Zahlen keinen Kommentar abgeben. Was meint ihr? Euer Bauer Willi 0

Weizen verheizen?

Ich muss für unsere Pelletheizung in den nächsten vier Wochen Nachschub besorgen, (oben ein Blick in meinen Pelletbunker) sonst wird es kalt in der Wohnung. Derzeit kosten die Holzpellets so zwischen 240 und 250 € pro Tonne. Ich bestelle immer einen ganzen Silozug, da ist es vielleicht auch etwas billiger. Andererseits: ich habe gerade einen Vorkontrakt für die diesjährige Weizenernte gemacht und bekomme für meinen Brot-Weizen 145 €/t, für Futterweizen 137 €/t. Gerste bringt mir nur 129 €/t. Billiger wäre es also für mich, mein eigenes Getreide zu verfeuern. Und jetzt kommt mir nicht mit technischen Details wie Asche-Erweichungspunkt und höherem Schlacke-Anfall. Das weiß ich schon alles, es geht hier ums Prinzip: Darf ich meinen Weizen verheizen? Und dürfen wir Pflanzen anders nutzen als für Nahrung und Futter? Wenn ihr heute, am Sonntag, in die Kirche gehen solltet, könnt ihr ja mal euren Pfarrer/Pastor fragen…Ich glaube, ich kenne die Antwort. Bei der Verwertung von Pflanzen für thermische Zwecke scheiden sich die Geister. Ethische und moralische Fragen sind zu beantworten. Was ist mit Rapsöl im Diesel oder …

In eigener Sache…

Liebe Leser/innen, liebe Kommentator/innen, heute muss ich mal was in eigener Sache schreiben. Erst einmal einen riesigen Dank für die vielen Mails, persönliche Nachrichten bei Facebook, Anrufe usw. Das zeigt Alois und mir, dass unsere Themen euch wirklich interessieren. Und genau da beginnt mein Problem: Ich bekomme so viele Ideen, Links auf interessante Seiten und Meinungsäußerungen in den Kommentaren und auch auf anderen Wegen von euch, dass das mit einem normalen Arbeitstag kaum mehr zu schaffen ist. So bin ich in den nächsten Wochen bis etwa Mitte April zu sehr vielen Vorträgen eingeladen. Letzte Woche war ich vier Tage in Berlin , diese Woche in der Nähe von Fehmarn, dann geht es nach Augsburg, Zeven in Niedersachsen, Straubing, drei Tage nach Linz in Oberösterreich, Friedberg, Herrenberg und so weiter. Das ist meist mit jeweils einem Tag An- und Abreise verbunden. Wenn es dann zwischendurch nach Gütersloh, Meschede, Osnabrück, Bochum oder in den Westerwald geht ist das schon fast ein Heimspiel, weil man in der Nacht zurückfahren kann. Dazu kommen noch Anfragen von Redakteuren, Medien oder anderen Institutionen, von …

Der mündige Verbraucher…?

Hauptsache billig. Da stört es auch nicht, dass im genannten Produkt Palmöl und reichlich Zucker verarbeitet wird. Ob da eine Ernährungs-Ampel geholfen hätte? Angesichts einer solchen Meldung frage ich mich, ob wir nicht alle etwas scheinheilig diskutieren…Aber lest erst mal die Meldung, man glaubt es kaum. https://www.msn.com/de-at/finanzen/unternehmen/aktions-nutella-l%C3%B6st-chaos-in-frankreich-aus/ar-AAvbFGX?li=AAaVEHq&ocid=ientp 0

Die andere Meinung: Vorbehalte überdenken

Wir haben in den letzten Tagen einige Beiträge erhalten, in denen Leser unseres Blogs ihre persönliche Meinung zu Dingen rund um Landwirtschaft und Gesellschaft äußern. Diese Beiträge wollen wir in loser Reihenfolge unter der Rubrik „Die andere Meinung“ veröffentlichen. Und wie heißt es so schön im Presse-Deutsch: „Der Text gibt nicht immer die Meinung der Redaktion wieder“. Er soll aber zur Diskussion anregen. Diesmal hat Tilman Ziegler über seine Vorbehalte gegenüber WHES nachgedacht und kommt zum Schluß, dass es besser ist das Gemeinsame zu suchen und die Gemeinsamkeiten auch aus vollem Herzen zu unterstützen. Wie ist eure Meinung? Wir haben es satt? Wir auch!     0

Bio? Konventionell? Eine offene Debatte um den besten Weg

Direkt im Anschluss an die Demo am Samstag in Berlin habe ich in der Heinrich-Böll-Stiftung einen sehr interessanten Gedankenaustausch mit Sepp Braun, Biobauer aus der Nähe von München geführt. Moderator war Benedikt Härlin, der das nach meinem persönlichen Empfinden sehr gut und ausgewogen gemacht hat. Das Video ist lang, aber nicht nur für Bauern sehenswert, weil es um einige fachliche und ökonomische Details geht. Diese Art der Diskussion hatte wohl Premiere. Aber an der Ruhe und Konzentration im Saal (ca. 200 Zuhörer) konnte man das große Interesse ablesen. Euer Bauer Willi 0

Eine einfache Rechnung…

Ein einziges Hähnchen pro Monat ist ja nicht viel. Knapp 25.000 Hähnchen pro Betrieb werdet ihr aber mit großer Wahrscheinlichkeit als Massentierhaltung bezeichnen. Ihr könnt auch gerne andere Zahlen einsetzen, aber es ändert wenig daran, dass es immer noch verdammt viele Tiere sind, die ein einzelner Bauer halten muss. Und jetzt bitte Kommentare, wie es anders gehen soll. Die Lösungen, die mir so einfallen, halte ich für wenig realistisch. Aber vielleicht denke ich ja nicht radikal genug…. Euer Bauer Willi 0

go on – Tierärzte diskutieren Lösungen

Für all diejenigen, die wissen wollen, was ich in Berlin am Sonntag noch gemacht habe, hier eine Pressenotiz vom Verlag George & Oslage. Ihr dürft gespannt sein….   Der Youtube-Channel ‚go on – Tierärzte diskutieren Lösungen‘ geht in Kürze online ‚go on‘ ist ein gerade neu entstehender YouTube-Chanel zum Thema Tiergesundheit. Er wird von dem Verlag ‚george & oslage‘ ins Leben gerufen, der auch die Online-Fortbildungsplattform ‚akademie.vet‘ betreibt. Der Youtube-Channel ‚go on‘ möchte allerdings nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern klar über den Fressnapfrand hinausschauen: Die Ideengeberinnen Dr. Ines George und Dr. Ulrike Oslage möchten als Tierärztinnen im Bereich Tierwohl etwas bewegen! Argumente, Aufklärung und Lösungen. Die Motivation für dieses Format ist die Erkenntnis, dass Tierärzte als Experten für Tiergesundheit und Tierwohl viel zu wenig in der breiten Diskussion wahrgenommen werden. „In Talkshows zum Beispiel“, so sagt Ulrike Oslage, „werden so gut wie nie Tierärzte eingeladen. Hier trifft man Politiker, Landwirte, Verbraucherschützer, Vertreter der Lebensmittelindustrie und des Handels oder engagierte Tierschützer. Und immer wissen alle, was für Tiere am besten ist.“ Dem häufigen Fehlen an tiermedizinischem Fachwissen wollen die Initiatorinnen mit der Diskussionsreihe ‚go on‘ …