Bauer Willi
Kommentare 241

Eine einfache Rechnung…

Ein einziges Hähnchen pro Monat ist ja nicht viel. Knapp 25.000 Hähnchen pro Betrieb werdet ihr aber mit großer Wahrscheinlichkeit als Massentierhaltung bezeichnen. Ihr könnt auch gerne andere Zahlen einsetzen, aber es ändert wenig daran, dass es immer noch verdammt viele Tiere sind, die ein einzelner Bauer halten muss. Und jetzt bitte Kommentare, wie es anders gehen soll.

Die Lösungen, die mir so einfallen, halte ich für wenig realistisch.

Aber vielleicht denke ich ja nicht radikal genug….

Euer Bauer Willi

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241 Kommentare

  1. “Schmeckt gut“ schreibt:

    “Na, da haben sie aber ein großes Fass aufgemacht. Im Grundsatz gebe ich Ihnen Recht, allerdings sehen sie es zu pessimistisch. Im Bereich Landwirtschaft wird doch diskutiert und nach Lösungen gesucht. Die Sicht der aktiven Bauern wird aber zu wenig beachtet. Ein wenig mehr Optimismus und Vertrauen würden uns schon einen großen Schritt weiterbringen. Im Moment gibt es einen regelrechten Kontrollwahn, der alle Lebensbereiche überzieht und zunehmend die Eigenständigkeit des Individuums (z)erdrückt. Ohne ein paar Reste an Optimismus, hätte ich „die Flinte schon ins Korn“ geschmissen. Sabine hat im neuesten Post mehr (effektivere?) Kontrollen gefordert. Ich unterstütze effektive Kontrollen, ein Mehr wird aber noch mehr Strukturwandel bewirken. Wir brauchen Ideen (auch effektive Bildung) und keine Kontrollen.“

    Ich stimme Ihnen zu, dass den Kopf in den Sand zu stecken keineswegs eine Lösung und dass Restoptimismus durchaus überlebensnotwendig ist. Kontrollen gibt es auch in der Natur, nur geht dort kein Affe mit dem Klemmbrett durch den Dschungel und vermerkt die Versäumnisse der ANDEREN Bewohner. Raubtiere, obwohl sie keineswegs rauben, kontrollieren z. B. Bestände ANDERER Tiere. Auch das Vermehren von Herden, die zu klein sind, sowie deren Teilung, wenn sie zu groß geworden sind, gehört zu dieser Kontrolle. Was wir aber unter Kontrolle verstehen ist EINE Hierarchie, die es von Natur aus nicht gibt, auch wenn wir uns immer einreden, dass es sie gibt – aber wir sagen ja auch Raubtier zu Tieren, die nicht rauben, sondern regulieren. Kein Wunder, dass wir glauben, Natur und Klima benötigen unsere Hilfe, um richtig zu funktionieren, dabei verstehen wir in der Summe nicht einmal die einfachen Zusammenhänge und werfen mit Vereinfachungen nur so um uns, als wäre es DIE Lösung für alle Probleme, die erst durch uns Menschen entstanden sind.

    EIN Optimist bin ich auch, wenn auch EIN wenig ANDERS, denn ich beobachte auch, dass es durchaus Menschen gibt, die durch den ganzen Wahnsinn unserer Spezies motiviert werden EINE ANDERE Sicht zu ermöglichen, um so neue Denk- und letztlich Handlungsweisen zu realisieren. Mit diesen Themen beschäftigen sich z. B. meine Bücher und die Texte auf meinem Blog. EINE ANDERE Welt ist durchaus möglich, nur wird der Weg dorthin nicht vereinfacht ermöglicht, sondern einzig über die Akzeptanz einfacher Zusammenhänge, die sich seit langer, langer Zeit bewährt haben – aber durchaus auch menschlichen Spielraum haben. Diesen Spielraum zu erkunden motiviert mich persönlich und er geht weit über das hinaus, was uns all die Experten mit ihren Digitalisierungsfantasien schmackhaft machen wollen. Wir verlernen schlicht das Leben im Wesentlichen auszuhalten und erfinden stattdessen technologische Platzhalter, die uns aber vom Wesentlichen immer weiter entfremden.
    Dass ich die “Flinte noch nicht ins Korn“ geworfen habe, liegt an all den Menschen, die meine Motivation teilen und auf ihre Art durchhalten, um dieser Gigamaschinerie, die sich von Lebendigkeit ernährt, die Stirn zu bieten. Es liegt aber auch an all den ANDEREN Lebewesen, die ihre Möglichkeiten mit ins Spiel bringen, und Lebendigkeit zu verkörpern in der Lage sind.

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    • Schmeckt gut sagt

      Ganz ehrlich. Ich könnte mir vorstellen, viele ihrer Denkansätze zu unterstützen. Es ist mir aber viel zu theoretisch und wenig greifbar. Wir Bauern ernähren uns von der angewandten Praxis. Theoretiker versuchen uns schon seit längerer Zeit einzureden, wie alles besser laufen kann – die Betonung liegt auf „kann“.

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      • Kann ich verstehen. Schlimmer als Theoretiker sehe ich jedoch Experten für X oder Y. Wie dem auch sei, im Grunde gilt doch: je verschiedener, desto besser. In der Natur ist es die Diversität, die gesundes Wachstum und Lebendigkeit ermöglicht, bei uns Menschen verschiedene Fertigkeiten. Unser Problem ist jedoch die Bleibhaftigkeit, die berechnete Leibhaftigkeit, die uns Konsequenzen leugnen und verdrängen lässt, was umso problematischer wird, je weniger Individuen es gibt und je normierter wir werden. Paradoxerweise ist die Verschiedenheit unserer Fähigkeiten mehr und mehr die Ursache neuer Probleme, nicht jedoch von Lösungen. Oder anders ausgedrückt: Was als Praxis erscheint, ist zunehmend EINE Verstrickung von Theorien. Was bleibt? Nun, es bleibt spannend …

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    • „Raubtiere, obwohl sie keineswegs rauben, kontrollieren z. B. Bestände ANDERER Tiere.“

      Warum Natur unnötig zum Vorbild nehmen? Bionik o.k., Vogelflug, Lotusblüte, Naturstoffe synthetisch darstellen usw. Ansonsten sind wir in der Natur schon genug gefangen. Reptilienhirn. Dominanz des Rückenmarks. Krebs. Infektionen. Behinderungen. Wenn wir dann noch einen auf Wildkatze und Wolf machen – eine echt bescheuerte Idee. Eine Ideologie!

      „Jedes Tier paart sich wieder nur mit einem Genossen der gleichen Art. Meise geht zu Meise, Fink zu Fink, Storch zu Störchin, Feldmaus zu Feldmaus, Wolf zu Wolf usw. usw.“

      Wissen Sie, woher das stammt?

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  2. Moin Willi,

    vielleicht findest Du ja die Zeit mal drüber nach zu denken was losgewesen wäre wenn eine Organisation aus dem Trägerkreis von WHES so einen Fehler gemacht hätte. Ich persönlich kann mir die hämischen Kommentare von Dir und deinen Kollegen nur zu gut vorstellen!

    Ach eins noch:
    Mir fehlt bei deinem Gedankengang noch der konkrete und vor allem konstruktive Lösungsansatz – das forderst Du doch sonst immer ein. Wir von der AbL hätte welche – vielleicht findest Du ja mal die Zeit Sie zu lesen und Verbesserungsvorschläge zu machen…. Ich warte!

    Zur GAP: http://www.abl-ev.de/uploads/media/AbL_Punktesystem_-_Agrarpolitik_auf_Qualit%C3%A4t_ausrichten__Auflage_2_web-1.pdf

    Zur Schweinehaltung: http://www.abl-ev.de/uploads/media/AbL_-_Umbau_der_Schweinehaltung._Nutztierstrategie_konkret_-_Sept_2017.pdf

    Beste Grüße,
    Phillip

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    • Mark Rössler sagt

      Lassen diese Trägervereine nicht laufend irgendwelche falschen Zahlen nennen?
      Was passiert? Die, die sich auskennen kritisieren diese, wie hier auch aber die große Masse nimmt das hin wie es ist. Willi hat gar nicht lange gezögert und sich entschuldigt. Von den Trägerorganisationen gibt es meist keine Korrektur und eine Entschuldigung sowieso nicht.

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      • Guten Abend Mark Rössler,

        ich wäre dankbar für Belege zu der Anschuldigung, dass die Trägerverbände „laufend falsche Zahlen nennen“. Das Willi seinen Fehler anerkennt und sich entschuldigt ist im tatsächlich hoch anzurechnen – jede andere Reaktion wäre bei diesem offensichtlichen Fehlgriff aber auch irgendwie seltsam gewesen oder nicht?

        Beste Grüße,
        Phillip Brändle

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    • Philip sagt

      „was losgewesen wäre“
      Mit Verlaub, ich glaube nicht, dass das jemand bemerkt hätte.
      Deshalb posten doch die Niemanns, Ilchmanns und Brändles (AbL) dieser Welt bei „Bauerwilli“.

      Jetzt, ohne die 2 pdfs gelesen zu haben, gibts da Ideen von der AbL zur Hühnerhaltung bis zu welchen Zielgrössen das akzeptabel ist?

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      • Guten Abend Philip,

        ebenfalls mit Verlaub: da unterschätzt Du „deine“ Kolleginnen und Kollegen aber gewaltig!

        Was die Frage nach der Größe angeht: Die AbL setzt derzeit auf die im Umweltrecht genannten Bestandsschwellen, ab denen Tierhaltungen einer besonderen Umweltprüfung unterliegen und daher, sofern als gewerblich eingestuft, auch von der Privilegierung des Baurechts im Außenbereich
        ausgeschlossen sind (zur Zeit: 1.500 Schweinemastplätze, 560 Sauen, 600 Rinder, 15.000 Legehennen sowie 30.000 Hähnchenmastplätze). Qualitative kriterien wie Weidehaltung, Flächenbindung, Stroheinstreu usw… spielen aber natürlich, neben der reinen Größe, auch eine große Rolle. Zudem wissen wir alle ja genau das ein großer Betrieb in Bayern ein anderer ist wie in Brandenburg.

        Mehr zum Thema: http://www.abl-ev.de/uploads/media/15-03-B%C3%A4uerliche_Landwirtschaft_AbL-Postionspapier.pdf

        Beste Grüße,
        Phillip Brändle

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    • sonnenblume sagt

      Im nördlichen NRW gibt es viele kleine viehhaltende Betriebe. Aber mit der neuen AwSV und einem gleichzeitigen Umbau der Nutztierhaltung sind viele Betriebe finanziell überfordert.
      Hier wird schon häufig von Betriebsaufgabe gesprochen, weil man keine Chance sieht, überhaupt nochmal wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Es macht keinen Sinn sich derart zu verschulden, wenn man keine Gewähr hat, dass sich der Markt ändert. Auf eine Veränderung hoffen ist in dem Fall gefährlich. Dann erspart die Hofaufgabe eine Menge Sorgen und Geld. Denn diese Entscheidungen müssen jetzt getroffen werden und nicht irgendwann wenn sich die Politiker mal zu einem Konzept durchgerungen haben. Die Behörden wollen kurzzeitig die Durchführung der angeordneten Sanierungen für die AwSV sehen. In manchen Betrieben geht es um sehr viel Geld. Da helfen auch die besten Ideen der AbL nicht mehr weiter.

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    • BommBomm sagt

      Wieso auf Qualität ausrichten?

      Unsere Landwirte produzieren gute Qualität. Sogar zu sehr günstigen Preisen, der Handel bringt mit Sonderpreisen als Lockangebote seine eigene „Subvention“ in viele Produkte mit rein.

      Was habt ihr eigentlich für ein Problem? Lassen Sie mich raten: Sie haben zuviel Geld? Kürzen Sie ihr Einkommen einfach mal und testen Sie, wie man so mit 144 Euro im Monat für Lebensmittel inklusive Getränken auskommt!

      Dann werden Sie lernen was Qualität ist. Wenn Sie mal wieder Hunger haben z.B.

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      • Guten Abend BommBomm,

        genau so ist es – „Ich hab einfach zu viel Geld“. Was soll ich dazu noch sagen? Führen Sie so inhaltliche Debatten?

        Haben Sie noch mehr als nur die Überschrieft gelesen? Wenn ja häten Sie festgestellt das es darum geht auch die Politischen Rahmenbedigingungen auf Qualität auszurichten statt auf Quantität. Niemand hat den Vorwurf erboben den Sie in Ihrem Kommentar sugerieren.

        Beste Grüße,
        Phillip Brändle

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    • Schmeckt gut sagt

      Ich kann nicht nachvollziehen, was dein Kommentar bewirken soll, Phillip. Die Vorschläge sind doch bekannt – Gut, vielleicht sollte Willi sie noch mal zusammenfassen:
      Der Lebensmittelmarkt wirft unter dem Einfluss der übermächtigen LEH-Ketten nur kostendeckende Preise ab, wenn das Angebot an die Nachfrage angepasst wird. Dies ist in globalisierten Märkten so kaum möglich und im Hochkostenland „D“ reichen die kurzen Phasen mit hohen Preisen nicht aus, um genügend Geldreserven in Niedrigpreisphasen zu bilden (auch ein Thema: Risikoabsicherung – wie?). Mengenbegrenzung der Importe ist auch wichtig, wird aber durch die Exportinteressen Deutschlands nicht funktionieren.
      Die Politik ist NICHT an hohen Lebensmittelpreisen interessiert – und ich behaupte mal Zweidrittel der Verbraucher auch nicht oder es ist ihnen schlicht egal.
      Der Forschungsetat im Bereich „kosteneffektive Vermarktung, kosteneffektive/r Anbau/Viehhaltung, Risikoabsicherung im nordeuropäischen Klima, Angepasster Pflanzenschutz, Neue Anbausysteme“ muß dringend deutlich erhöht werden.
      Immer wieder geforderte, kleinere Strukturen erfordern zwingend eine gute Vermarktung und Verarbeitung mit klar strukturierten Vorgaben an Qualität, Menge, Gleichmäßigkeit sonst steigen die Kosten zu stark an und/oder das Produkt ist schlicht nicht zu verkaufen. Der LEH wird hier in Zukunft noch stärker Druck aufbauen, weil seine Strukturen sich noch wieder monopolisieren. Verbesserungen? Begrenzungen? Wie?
      Die Liste läßt sich noch lange fortführen. Allein an der Umsetzung wird es scheitern. Die Gelder, die hierfür benötigt werden sind doch schon lange verplant.

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      • Guten Abend Schmeckt gut,

        in meinen Augen ist nicht nur der LEH für die Preisgestaltung zuständig sondern es gibt in der EU eine Marktordnung und diese ist direkt von der Politik beeinflussbar. Kurz: so handlungsunfähig wie Sie es beschreiben sind wir nicht. Die Frage ist vielmehr: Stützt die Politik die Interessen von z.B. Vion, Westfleisch und DMK und nimmt dafür in Kauf, dass wir Bäuerinnen und Bauren immer weniger werden oder richtet sie die Agrarpolitik zukünftig an unseren Belangen, sowie denen des gesamten ländlichen Raumes aus? Ich setzte mich für letzteres ein!

        Sie Fragen nach Verbeserungsvorschlägen, Begrenzungen usw.. In unserem Papier zur GAP finden sich Ideen und konkrete Forderungen – Sie sollten es lesen!

        Hier der Link: http://www.abl-ev.de/uploads/media/AbL_Punktesystem_-_Agrarpolitik_auf_Qualit%C3%A4t_ausrichten__Auflage_2_web-1.pdf

        Beste Grüße,
        Phillip

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      • Schmeckt gut sagt

        Danke Phillip für den Hinweis. Ja, es gibt eine (in meinen Augen schwache) Marktordnung. Viel ausschlaggebender für eine Überforderung vieler Märkte ist aber die Subventionpolitik der EU – und ich meine nicht die Zahlungsansprüche. Über die GMO wurden und werden Unsummen an viel zu hohen Förderungen in Produktionsausdehnungen ausserhalb Deutschlands gesteckt. Ja, auch EO´s in D bekommen diese Mittel, aber nur etwa 30-40% der Fördersummen. In Osteuropa oder den Mghrebstaaten sieht das schon anders aus. In z.B. Polen, Bulgarien, Rumanien werden 50% von der EU gefördert und auch die Nationalstaaten geben noch bis zu 50%. Also hat der Unternehmer kein Risiko. Als Begründung muss die Strukturhilfe oder ein Halten der Arbeitskräfte in den Ländern herhalten. Auch in den Maghrebstaaten werden Gelder eingesetzt, um Arbeitskräfte hier zu binden. Wo aber glauben Sie, kommen die landwirtschaftlichen Produkte dann auf den Markt? Die Textil-und Möbelbranche kann von dieser Überförderung auch ein Lied singen. Und zum LEH: Haben sie schon einmal ein neu gebautes Zentrallager besucht oder hier angeliefert? 5 Einkaufszentralen der einflußreichsten Ketten bestimmen den Preis. Es ist leider alles sehr viel komplizierter, als es in der Öffentlichkeit immer dargestellt wird.

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  3. Thomas Stintzing sagt

    Hallo Willi,

    ein Hähnchen wird aber kein Jahr alt! Dies ist mir beim nachrechnen deiner Rechnung aufgefallen.
    Wenn man annimmt das ein Hähnchen bereits nach 35 Tagen schlachtreif ist, muss man deine Zahl von 24600 durch 10 teilen, weil auf einen Mastplatz jährlich 10 Hähnchen erzeugt werden!
    Trotzdem ist der Vergleich gut, weil wenn man bedenkt, dass es in Deutschland keine 40000 Hähnchenmäster gibt.

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  4. Wo das Problem liegt? Über einhundert Kommentare zu diesem Thema und nicht in einem tauchen die Jahreszeiten, natürliche Zyklen oder die Sonne auf. Wir haben komplett die Verbindung unserer Nahrung zu besagten Begriffen verloren und meinen, durch Berechnungen und Kostenerhebungen der Problemlösung näherzukommen. Wenn Millionen Bürger im Sommer den Grill anschmeißen und Fleisch braten, dann braucht man sich nicht wundern, dass wir uns bei solchen Themen im Kreis drehen. Wir haben offensichtlich komplett vergessen, welche Rolle Nahrung für Lebewesen von Natur aus spielt und warum nicht alle Nahrungsmittel ganzjährig überall verfügbar sind – und nicht verfügbar sein können und dürfen, um weiterhin das zu gewährleisten, was Lebewesen am Leben hält, nämlich gesunde Lebendigkeit.
    Wenn sich an dieser Wahrnehmung, was Nahrung wirklich für Lebewesen bedeutet und wie sie Informationen auf das Leben verteilt, nichts ändert, dann bewirkt jede Demo, jeder Aufschrei, jedes Verdammen von Konzernen, jede Studie, jede neue Diätform, jeder “Gesundheitstrend“, was auch immer, nur EINES: das Hinauszögern des Unausweichlichen, anstelle des Erhalts und der Förderung gesunder Lebendigkeit.
    Versteht endlich, was ihr in eure Münder schiebt und welche Informationen ihr damit aufnehmt – oder welche Lügen, in Form von Nahrungsmitteln, die keinerlei Bezug mehr zu den Zyklen der Natur haben, wozu auch vermeintlich Gesundes gehört, das wir im Winter verzehren und was über den halben Erdball erst herbeigeschafft werden muss.

    Nahrungsmittel in Notzeiten, für eine gewisse Zeit, das ist indes ein anderes Thema.

    Worüber im Grunde diskutiert wird, ist über unser Unvermögen Nahrung wirklich zu verstehen. Es ist der gleiche Teufelskreis, der ohne brauchbare Lösungen bleiben wird, wie die Annahme, man müsse der zunehmenden Komplexität unseres Lebens mit weiteren Vereinfachungen begegnen, blind für den Umstand, dass es erst die zunehmenden Vereinfachungen sind, die zu all der scheinbaren Komplexität führen.

    So einfach ist das – ganz ohne EINE Rechnung.

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    • Schmeckt gut sagt

      Und für uns Bauern gibt es nur eine einzige Rechenart. Wir müssen 2 bis 3 Generationen, oft mehr als 10 Personen, von dem Ertrag des Hofes ernähren. Falls dies mittelfristig nicht gesichert ist, greift der Strukturwandel. Der Betrieb ist Geschichte und ich kenne nur wenige ehemalige Kollegen, die dies nach einer gewissen Zeit bedauern. Uns ist die Wichtigkeit einer ursprünglichen Ernährung sehr wohl bewußt. Es wird aber immer mehr verarbeitetes Produkt gehandelt und gegessen – Warum? Wir Bauern haben darauf kaum einen Einfluß – Verarbeitung ist gewerbliche Tätigkeit, keinen Urproduktion und in den allermeisten Fällen kein Job für Bauern. LEH, Politik und Verbraucher haben aber maßgeblichen Einfluß. Es ist also nicht so einfach. Welche Vorschläge haben sie also Herr Vobig?

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      • Jeder Vorschlag wird solange im Sande verlaufen wie die Rolle der Nahrung für das Leben nicht wahrgenommen wird. In den Schulen wird den Kindern gesundes Essen im Schnellverfahren von ein paar Schulstunden nähergebracht, deren Inhalt jedoch völlig am natürlichen Geschehen vorbeigeht, zumal die Kinder in den Pausen kaum zum Essen kommen und wenn doch, dann futtern sie Dinge, die weit davon entfernt sind gesunde Nahrung zu sein.
        Sie bringen den Verbraucher ins Spiel. Ja, da sitzt der Ursprung des Problems, aber wenn viele zum Diskounter rennen, aus welchem Grund auch immer, und viele Menschen in unserer “komplexen“ Welt kaum Zeit finden, sich zusammenhängend über die Rolle der Nahrung zu informieren, ist auch von dieser Seite keine Besserung zu erwarten.
        Nein, wie man es auch dreht und wendet, solange einzig der Mensch nach Lösungen diesbezüglich sucht, bleibt die Entwicklung vorhersehbar und wird die Qualität unserer Nahrung immer weiter abnehmen und damit die Lebendigkeit unserer gesamten Spezies. Da jede Epidemie, jede Pandemie obendrein, menschlichen Ursprungs ist, ausnahmslos, ist es wahrscheinlicher, dass die Geister, die wir immer lauter rufen, uns auf absehbare Zeit heimsuchen werden, erst recht, wenn die klimatischen Bedingungen auf diesem Planeten in absehbarer Zeit diese Heimsuchung begünstigen werden. Nicht, weil es global wärmer werden wird, sondern kälter …

        Was der Mensch als Spezies falsch machen kann, das macht er auch falsch, weshalb er immer mehr von technologischen Lösungen träumt, die ihn glauben lassen, auf dem richtigen Weg zu sein.

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        • Schmeckt gut sagt

          Sehr geehrter Herr Vobig und was wollen sie damit ausdrücken? Sollen wir Bauern uns jetzt auch noch um die Schulbildung kümmern? Obwohl, für eine realistische Darstellung der heutigen Landwirtschaft (Bio und Konvi) in Schulbüchern zu sorgen, wäre schon mal ein Anfang.

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          • Nein, nein, ich denke mal, Sie haben schon genug um die Ohren, als Spielball zwischen gesellschaftlicher Erwartungshaltung und gesellschaftlicher Ignoranz, zum einen, und politischen sowie unternehmerischen Kurzsichtigkeiten, auf der anderen Seite. Zudem müssten Sie sich dann auch noch um die Machenschaften a la Disney kümmern, mit der seit Jahrzehnten die Natur vermenschlicht und so Kindern EIN völlig irreführendes Bild ANDERER Lebewesen nähergebracht wird. Das letzte, was ANDERE Wesen benötigen, ist die menschliche Vorstellung von Leben – gilt auch für das Klima, doch das ist ein anderes leidiges Thema.
            Mir geht es nur darum anzumerken, dass wir längst jenen Punkt überschritten haben, an dem das Herabstürzen EINER Lawine ins Tal hätte vermieden werden können. Die Massen sind längst in Bewegung und keine Maßnahmen seitens des Menschen können genügen, um aufzuhalten, was zwangsläufig folgen wird, selbst wenn es einige lösungsorientierte Ansätze gibt. Wie sagte einst Einstein: Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. Demgemäß wird die Masse weiter ihren Weg gehen – bis etwas geschehen wird, was EIN Umdenken erzwingt.

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            • Schmeckt gut sagt

              Na, da haben sie aber ein großes Fass aufgemacht. Im Grundsatz gebe ich Ihnen Recht, allerdings sehen sie es zu pessimistisch. Im Bereich Landwirtschaft wird doch diskutiert und nach Lösungen gesucht. Die Sicht der aktiven Bauern wird aber zu wenig beachtet. Ein wenig mehr Optimismus und Vertrauen würden uns schon einen großen Schritt weiterbringen. Im Moment gibt es einen regelrechten Kontrollwahn, der alle Lebensbereiche überzieht und zunehmend die Eigenständigkeit des Individuums (z)erdrückt. Ohne ein paar Reste an Optimismus, hätte ich „die Flinte schon ins Korn“ geschmissen. Sabine hat im neuesten Post mehr (effektivere?) Kontrollen gefordert. Ich unterstütze effektive Kontrollen, ein Mehr wird aber noch mehr Strukturwandel bewirken. Wir brauchen Ideen (auch effektive Bildung) und keine Kontrollen.

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            • Die Sichtweise von Guido Vobig ist nicht pessimistisch, sondern richtig. Über den Punkt, wo es noch um Pessimismus oder Optimismus gehen könnte, sind wir doch schon längst hinaus. Weil der Mensch doch schon längst ein Getriebener ist, der eine kurzfristige Lösung durch eine noch kurzfristigere Lösung ersetzt und damit das Hamsterrad immer weiter beschleunigt. Den Blick wie hypnotisiert auf das Rad gerichtet, erkennt der Mensch nicht, dass er längst zum Hamster mutiert ist. Wobei der Hamster offenbar klüger ist als der Mensch, weil er aus dem Rad springt, wenn er keine Lust mehr hat. Denn der Hamster benutzt bloß seine Füße. Der Mensch aber benutzt zusätzlich Fremdenergie, die für ihn schon längst zum Fluch geworden ist, weil das Hamsterrad dadurch eine Todesfalle geworden ist und jedem das Genick bricht, der rausspringen will.

              Und deshalb: immer schneller rennen, immer noch mehr Fremdenergie, immer noch mehr Technisierung, immer noch mehr Kontrollen, immer noch mehr Entfremdung und Naturzerstörung und sich dabei krampfhaft einreden, dass diese sinnlose Hetzerei irgendwann mal in ferner Zukunft das Paradies für alle hervorbringen wird.
              Dabei ist diese Selbstlüge doch schon längst durchsichtig geworden.
              Wenn es je ein Paradies geben sollte, dann ist dies ein technisches Paradies und der Mensch, der dieses Paradies bevölkert, wird kein Lebewesen mehr sein, sondern eine Maschine.

              Guido Vobig hat erkannt, dass es der Hamster selber ist, der das Rad antreibt und wendet deshalb den Blick vom Rad weg auf den Hamster. Und da stellt sich das Bild dann auf einmal anders dar. Es ist vollkommen richtig, wenn mal gesagt wird, dass wir überhaupt nicht mehr wissen, was Nahrung für das Leben eigentlich bedeutet. Die meisten Menschen wissen nicht mehr, was der Stoffwechselkreislauf bedeutet und warum es ihn gibt.

              Die Nahrungsaufnahme – bis jetzt betrifft das in erster Linie Fleisch – wird mit Gewalt identifiziert und kriminalisiert. Das ist es doch, worin sich vor allem die Veganer auszeichnen. Dem liegt ein grundsätzliches Missverstehen von Natur zugrunde. Dem liegt wiederum das grundsätzliche Missverständnis zugrunde, Leben und Tod getrennt zu denken.

              An anderer Stelle hat Guido Vobig mal sehr richtig gesagt: „Gesundheit ist die langsamste Form des Todes“. Leben ist immer gleichzeitig Sterben, und das gilt es zu begreifen, denn das gehört zum Wesentlichen, das dem Leben seine Qualität, seine Würde, seine Schönheit, seine Einmaligkeit verleiht und Leben zu einem Wunder macht, dem der Mensch mit Ehrfurcht begegnen kann.
              Außerdem ist Nahrungsaufnahme das, was uns zutiefst mit der Welt und den Anderen verbindet. Stoffwechsel ist ein sine qua non, ohne dass es keinen Wandel gibt.

              In diese Gemeinschaft des Lebens, die permanenter Wandel ist, waren auch mal wir eingebettet. Aber wir sind dabei, uns aus dieser Gemeinschaft des Lebens herauszulösen und mit einer unlebendigen Technik zu verschmelzen. Damit spielen wir im Kontext des Lebens eine tragische Rolle. Und wir machen jede Menge Lärm und lügen uns ständig selbst was in die Tasche, weil wir diese Tragik nicht aushalten.

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    • „Versteht endlich, was ihr in eure Münder schiebt und welche Informationen ihr damit aufnehmt.“

      Sie meinen? Oder anders gefragt: Was soll sich ändern, wenn wir denn „verstehen“, was wir in unsere Münder schieben und welche Infos wir damit aufnehmen? Welchen Nutzen habe ich davon oder wer?

      Was gibt es denn überhaupt über dasjenige hinaus zu verstehen, was wir eh schon längst wissen, z.B. über unabdingbare Aminosäuren, Omega-3- und -6-Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe, unbedenkliche Mengen an natürlichen Giftstoffen und synthetischen Wirkstoffen?

      Ich befürchte, für diese höhere Weisheit müsste ich mich homöopathisch unterweisen lassen, in eine Moschee oder eine Messe Evangelikaler gehen – oder in die Vobig-Fingerphilosophische Sekte eintreten. Für Kopfgeburten habe ich allerdings weder Zeit noch Lust. Dafür lasse ich mich gerne als einfach gestrickten Menschen bemitleiden . 🙂

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      • Einfache Zusammenhänge zu verstehen, hat nichts mit höherer Weisheit und dergleichen zu tun. Auch “einfach gestrickt“ zu sein verunmöglicht keineswegs das Wahrnehmen einfacher Zusammenhänge in der Natur, denn da dürfte jedes sogenannte “primitive“ Volk mehr “wissen“ als wir modernen Menschen uns einbilden zu wissen. Die Menge von Daten hat nichts mit der Informationstiefe gemein, im Gegenteil. Und nein, es geht nicht um EINE Rückkehr in die “primitiven“ Gefilde, wobei “primitiv“ vom Wortstamm her übrigens auch “ursprünglich“ und nicht “ungebildet“ bedeutet. In der Regel genügt es zu beobachten, wie ANDERE Lebewesen sich von Natur aus ernähren – und jene ANDEREN, die wir als Haustiere halten und die genau die Krankheiten bekommen wie Frauchen und Herrchen, inklusive Diabetes und Demenz! Gut, sie haben durchaus recht, es genügt nicht zu verstehen, was man sich in den Mund schiebt. Es braucht auch das Wahrnehmen der Umgebung, in der ich meine Nahrung(smittel) zu mir nehme.

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      • Gut, als jemand, der mal vor Jahren die Jägerprüfung gemacht hat, weiß ich zumindest in Grundzügen, wie man welche Tiere am besten füttert. Rehe sind Konzentratselektierer, fressen vorzugsweise energiehaltigere Pflanzenteile. Mufflons sind Raufutterverwerter. Hirsche (Rot-, Damm- und Sikawild) sind intermediäre Äsungstypen, aber alle genannten Tiere sind Pflanzenfresser und Wiederkäuer. Menschen sind Omnivore, die allerdings mit tierischen Nahrungsmitteln sparsam umgehen sollten, wenn sie diese denn essen möchten, was nicht erforderlich ist. Und wenn Frauchen ihrem Terrier ständig was von ihrer Wurst (Fett!) abgibt und beider Bewegung sich aufs Gassigehen beschränkt, bekommt möglicherweise auch der Yorkshire schnell Diabetes und Demenz. Um hierauf zu kommen, muss ich aber nicht den lieben langen Tag vom Hochsitz aus Bäume beobachten, da bewege ich mich lieber. 🙂 Das Problem der meisten Dicken, die wegen inadäquater Ernährung dick und schon in Geiselhaft des tödlichen Quartetts sind, oder vorläufig festgenommen, wissen ja auch um diese Zusammenhänge. Es handelt sich also nicht um ein Erkenntnisproblem. Und das Ganze kann man auch einfach ausdrücken, ohne Orakeln.

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        • Diese Art Beschreibung, welches Wild was frisst, entspricht Aussagen von der Art, dass der Gencode sich aus vier Basen zusammensetzt, alsda sind Adenin, Guanin, Thymin und Cytosin. Dass sich ein Gen aus Basenpaaren zusammensetzt. Und der Mensch 23 Chromosomenpaare hat.

          Das wiederum sind Aussagen von der Art, dass „Herr der Ringe“ aus drei Büchern besteht, die in der ursprünglich deutschen Übersetzung einen grünen Umschlag haben und bei Klett-Cotta rausgekommen sind. Dass der Text aus … Seiten und … Wörtern besteht und der Buchstabe e mit … Treffern am häufigsten vorkommt, gefolgt von … mit … Treffern.

          Was wissen Sie dann dann über den „Herrn der Ringe“? Das Unwesentliche, auf das es nicht ankommt. Was wissen Sie über den Menschen, wenn Sie seinen Gencode kennen? Das Unwesentliche. Was wissen Sie über Nahrung, wenn Sie diese auf Aminosäuren, Fettsäuren und Vitamine reduzieren? Das Unwesentliche.

          Um „Herr der Ringe“ zu lesen, muss man weder den Evangelikalen noch sonst einer Sekte angehören. Das kann jeder, der Lust dazu hat, ohne von irgendjemand vorher gehirngewaschen worden zu sein.

          Das Leben zu verstehen, ist sogar noch einfacher. Das verstehen schon Kinder. Mit Esoterik hat das nichts zu tun. Und mit Homöopathie auch nicht. Man muss nur das Wesentliche und das Unwesentliche unterscheiden können.

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          • Guido Vobig ging es um das Beobachten von Vorgängen, um das Erkennen einfacher Tatsachen. Nach einer simplen Definition für juristische Zwecke (Abgrenzung zu Meinung) sind Tatsachen dem Beweis zugängliche Ereignisse oder Zustände der Gegenwart oder Vergangenheit. Dir geht es hingegen um Empfinden, um Gefühl. Es zeugt von Egozentrik, wenn man mit seinem Empfinden und Lebensgefühl hausieren geht. Wo wir gerade bei der Jagd waren: Jagd ist für Jäger Lebensgefühl. Vielleicht denken auch einige so naturverschwurbelt wie Du. Allerdings habe ich noch keinen Jäger erlebt, der erwartet, dass andere ihre Sicht auf die Jagd, ihr Gefühl, teilen müssten. Die mir bekannten Jäger scheinen sich des rein Subjektiven ihrer Wahrnehmung und der Grenzen der Verallgemeinerbarkeit bewusst zu sein. Vielleicht ist das der Grund, dass Jäger bislang sehr tolerant und respektvoll meine Ernährungsweise zur Kenntnis nahmen. Vielleicht war auch das Verbindende der Grund: Vorbehalte gegen Massentierhaltung und einen hierfür immer intensiveren Ackerbau, der als Ursache einer verarmenden Fauna gesehen wird.

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            • Der Wille zu leben und zu überleben, manifestiert sich zuerst einmal als Gefühl. Deshalb ist Leben in erster Linie immer Gefühl. Es gibt jede Menge Anzeichen dafür, dass wir dieses Gefühl mit den Tieren teilen, und ich erinnere mich, dass Du das Gefühl von Tieren mehr als einmal als Argument gegen die Massentierhaltung vorgebracht hast. Da hast Du argumentiert, dass in der Massentierhaltung die Gefühle von Tieren nicht berücksichtigt werden. Deshalb wundert mich jetzt diese Zurückweisung des Subjektiven.

              Oder siehst Du den Mensch im Unterschied zum Tier schon als Maschine? Erwartest Du von mir, dass ich mich in der Diskussion wie eine Maschine oder ein Algorithmus verhalte? Dann unterhalte Dich lieber mit Alexa oder Siri.

              Dieses Gefühl bzw. dieser Überlebenswille ist nicht weiter hinterfragbar. Es ist einfach da. Bei Tieren wird dieses Gefühl als Instinkt sichtbar, bspw. als Jagdinstinkt, Brutpflegeinstinkt, was auch immer. Beim Menschen teilt sich dieses Gefühl auf in Instinkt und Verstand, wobei der Verstand dann häufig gegen den Instinkt agiert. Und das macht es für uns als Menschen schwierig.

              Das heißt jedoch nichts anderes, als dass unser Verstand ebenfalls auf Gefühlen basiert. Objektivität gibt es nur da, wo die Wirklichkeit mathematisierbar ist. Das ist die Reduktion der Wirklichkeit auf Zahlenverhältnisse, Modelle und Simulationen. Wenn die Modelle dann ein Ergebnis hervorbringen, das durch die Wirklichkeit bestätigt wird, wird Modell und Wirklichkeit auch gern miteinander verwechselt. Bspw. ist die ganze Urknalltheorie nur ein Modell. Aus dieser Verwechslung heraus hat man auch schon mal geglaubt, dass sich die Sonne um die Erde dreht.

              Ansonsten gibt es nur Subjektivität (auf persönlichem Gefühl basierend) und Intersubjektivität (auf kollektivem Gefühl basierend), also Absprachen, wie man die Wirklichkeit interpretieren will. In den Religionen wird Intersubjektivität regelmäßig mit Objektivität verwechselt.

              Dein Argument mit dem Mundgulli beim Fleischesser ist ein gefühlbasiertes Argument, ebenso wie viele Deiner Argumente gegen die Fetten, die Du hier schon vorgebracht hast. Da kommt hinter all den scheinbar objektiven Argumenten zuerst mal die Abneigung rüber. Aber holla! Und das ist ein Gefühl.

              Ich erinnere mich weiter, dass Du mal gesagt hast, Veganer geworden zu sein, weil Du ursprünglich in der Nähe einer Massentierhaltung (Oldenburg?) gewohnt hast und Dich das, was Du da mitbekommen hast, angeekelt hat. Ein wirklich überzeugendes objektives Argument 🙂

              Ja, es stimmt: ich folge lieber meinem persönlichen Gefühl als dem kollektiven, weil ein Blick durch die Geschichte mir deutlich die Gräuel vor Augen führt, die der kollektive Geist bzw. das kollektive Gefühl hervorgebracht hat. Ich finde es gut, zentriert zu sein und ich wünsche es eigentlich jedem, dass er in sich ruht, was nichts anderes heißt, dass er Instinkt und Verstand zur Deckung gebracht hat und in seinem Gefühl lebt.

              Der Verstand scheitert regelmäßig an diesem Willen. Und das ist auch gut so. Denn in Lebensgefahr ist der Verstand viel zu langsam. Bis der Verstand sich die adäquate Reaktion überlegt hat, ist es viel zu spät.

              Damit der Verstand überhaupt in die Gänge kommt, müssen die Nervenzellen ja schon erregt sein (Generatorpotential), damit überhaupt eine Reizleitung stattfindet (Aktionspotential). Diese Erregung wird subjektiv als Gefühl erlebt, als Angst, Wut, Freude, was auch immer.

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            • „ich folge lieber meinem persönlichen Gefühl.“

              Ich nicht. Jedenfalls will ich das nicht. Man muss sich rückkoppeln, durch Dialog im engen und weitesten Sinn. Ansonsten kommt Unsinn, kommen Kopfgeburten raus. Klar spielt auch Gefühl bei Entscheidungen eine Rolle, ist sogar sehr bestimmend schon bei der Verarbeitung von Informationen, aber Fingerphilosoph, darüber müssen wir nicht wirklich reden wie ein Haufen Oberprimaner, oder? Gefühl braucht Grundlage. Daher immer schön (selbst)kritisch sein; prüfen, was andere intelligente Menschen dazu sagen; und sich fragen, ob einen andere intelligente Menschen auch verstehen. Und wenn einen andere nicht verstehen, diese nicht gleich für blöd halten, sondern sich überprüfen. Schlüsse kann man sehr wohl auf Richtigkeit überprüfen, keineswegs nur in der Mathematik.

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            • „Klar spielt auch Gefühl bei Entscheidungen eine Rolle, ist sogar sehr bestimmend bei der Verarbeitung von Informationen.“ So ist es.

              Heutzutage um so mehr, da man für jedes Gefühl beliebig viele „sachliche“ Argumente und Studien findet, um es objektiv erscheinen zu lassen. Ob ein Argument für wahr oder falsch gehalten wird, ist in der Regel auch eine Sache des Gefühls, da man in der Regel den Sachverhalt selber gar nicht überprüfen kann. Was Vitamine, Mineralstoffe, die DNA oder den Urknall angeht, muss ich mich auf die Aussagen von anderen verlassen.

              Eine Aussage wird jedoch nicht dadurch wahrer oder richtiger, bloß weil sie von einem Kollektiv oder dem Mainstream behauptet wird, unabhängig von der Intelligenz derer, die das Kollektiv bilden. Das Kollektiv war auch schon mal davon überzeugt, durch Hexenverbrennungen Seelen zu retten. In den 60er Jahren des 20. Jhs. war das Kollektiv davon überzeugt, dass man Babies am besten ohne Narkose operiert. Jetzt versucht das Kollektiv uns einzureden, dass wir Menschen die Möglichkeit haben, durch eine einzige Stellschraube namens CO2 den Klimawandel zu steuern. Doch alle diese hanebüchenen Entscheidungen wurden zu ihrer jeweiligen Zeit für intelligent und vernünftig gehalten.

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            • @Fingerphilosoph
              Ja, so kann man es sagen. Skepsis ist immer angebracht: Wer sagt was, wer hat welche Interessen, wie ist der Diskussionstand? So nähert man sich der Wahrheit. Ganz ohne Vertrauen, ohne Risiko, ohne Irrtumsvermeidung geht es nicht. Keine Lösung ist: Eigenes Süppchen kochen und Biologismus. Die Vergangenheit verklären, Urvölker zum Maßstab erheben, „die Natur“ in sich suchen (durch In-Sich-Hineinhorchen?), auf Primaten schauen führt zu nichts oder zu nichts Gutem. Warum sollte uns das Nachäffen von Affen vor Irrtümern schützen?

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            • Jaja, Skepsis ist immer angebracht, vor allem den unausgegorenen Theorien der Veganer gegenüber, umso mehr, wenn sie auch noch gönnerhaft tun. 🙂

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          • P.S.: Lebensgefühl für das jagdliche Fußvolk. Für Grundbesitzer und Jagdpächter ist es auch eine Cash cow, jedenfalls um Ballungsgebiete.

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          • Habe es schon bemerkt. Wird oft falsch geschrieben, google mal. Immerhin habe ich nicht von Sickerwild gesprochen.
            Vielleicht sollte ich doch einen Jagdschein lösen. Natürlich müsste ich vorher fleißig auf dem Schießstand üben…

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          • Paulus, wie jagst Du bevorzugt? Ansitz, Pirsch; Kugel, Schrot; Haar-, Federwild? Allein oder Gesellschaft, brackierend oder frettierend? Eigenes Revier oder Jagdgast, mit Begehungsschein? Jagst Du in Belgien? 🙂

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  5. Eckehard Niemann sagt

    Lieber Willi,
    bitte überprüfe doch mal selbstkritisch, was Dich zu dieser gravierenden Falsch-Berechnung geführt hat: offensichtlich doch Dein Bestreben, dadurch nachzuweisen, dass es angeblich ohne Agrarfabriken mit Zigtausenden Masthähnchen pro Stall nicht ginge. Das stimmt ganz offensichtlich nicht – insofern danke für Deinen Rechenfehler. Es wäre schön, wenn Du aus dieser Selbstkritik dann auch Schlussfolgerungen ziehen würdest und Dich von einer voreingenommenen (und agrarindustrie-ideologischen?) Kommentierung abwenden könntest… Falls ja: Willkommen im Club der Befürworter einer mittelständisch-bäuerlich-artgerechteren Tierhaltung ohne Konzernabhängigkeiten!

    2+
    • Mark Rössler sagt

      Im Club der Träumer mag man sicher einiges anders sehen und von einer nie dagewesen idyllischen Ponyhof Welt träumen, nur dazu braucht man Kunden (Verbraucher), die haben heute aber wenig Zeit zum Einkauf, nebenbei wollen die auch gute, günstige Produkte.
      Der Markt wird bedient.

      Umerziehung der Bürger (Konsumenten) ist nicht unbedingt ein Vorzeigeprodukt freier Demokratien.

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  6. Eckehard Niemann sagt

    Geflügelhaltung – Bestandsgrößen

    Die derzeitig dominierende, nicht artgerechte und agrarindustrielle Haltung von Geflügel in Großbeständen ist nur mit massivem und systemimmanentem Antibiotika-Einsatz durchhaltbar. Aber selbst in diesem Rahmen zeigen sich bestandsgrößen-abhängige Unterschiede: Der Abschlussbericht „Evaluierung des Antibiotikaeinsatzes in der Hähnchenhaltung“ des LANUV NRW vom 14.11.2011 vermerkt, dass „kleine Betriebe (bis 20.000 Mastplätze) eine signifikant längere Mastdauer, aber auch eine signifikant niedrigere Anzahl der durchschnittlichen Behandlungstage bei niedrigerer Anzahl eingesetzter Wirkstoffe“ aufwiesen. Das Maximum des Antibiotika-Einsatzes (durchschnittliche Behandlungstage) lag im Bereich der Strukturen von 50.000 bis 90.000 Mastplätze 8,5 und fiel bei noch größeren Mastbeständen auf 6,5 ab – ohne aber den niedrigen Wert der „kleinen Betriebe“ (3,4) auch nur annährend zu erreichen (Seite 9 des Berichts).
    Es dürfte nur von wenigen bestritten werden, dass eine Freilandhaltung von Geflügel per se artgerechter ist als eine reine Stallhaltung. Und es ist auch naheliegend, dass eine Haltung mit Auslauf-Arealen kleineren Strukturen eher entgegenkommt als großen Tierbeständen in großen Betrieben. Allein dies spricht dafür, dass eine artgerechte Tierhaltung besser in kleineren oder mittelgroßen Strukturen als in großen Betrieben umsetzbar ist.

    Aber auch innerhalb des Systems Freilandhaltung wird der Tierwohl-Vorteil kleinerer Strukturen deutlich: Das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats konstatiert denn auch zumindest bei der Haltung von Legehennen, dass bei „stationären Ausläufen ein umweltverträgliches Freilandmanagement durch große Bestände sehr stark erschwert.“ werde „Gleichzeitig besteht ein gut belegter Zusammenhang zwischen verringerter Freilandnutzung durch die Hennen und höheren Gruppengrößen (Übersicht bei Knierim, 2006).“
    Eine wirkliche Freilandhaltung kann es in Großbeständen allein deshalb nicht geben, weil die meisten Hühner in Herdenstrukturen nur bis zu 300 Tiere unterscheiden können und sich in diesem Rahmen orientieren. Deshalb und weil in großen Herden mit ihren großen Ställen der Weg zu den Ausgängen ohnehin weit ist, kommen große Teile der Herde gar nicht zu den Ausgängen. Und auch das Auslaufareal selbst wird oft nicht voll genutzt: Zwar werden rechnerisch jedem Tier bestimmte Quadratmeter zugemessen, aber aus der großen Herden-Tierzahl folgt, dass viele dieser Quadratmeter viel zu weit von den Stallausgängen liegen müssen. Das wiederum hat oft zur Folge, dass sich in der Nähe der Ausgänge zu viele Tiere befinden, deren Exkremente dort zu Problemen mit Parasiten führen. Zudem bleibt in stationären Ausläufen die Grasnarbe nicht lange erhalten. Einen wirklichen Auslauf auf Grünflächen und ohne Parasitendruck können deshalb am besten Mobilställe gewährleisten, deren Größe per se begrenzt ist.
    Die europaweite Studie HealthyHens, die parallel in 8 Ländern auf insgesamt 114 Praxisbetrieben das Tierwohl und die Tiergesundheit von Biohennen untersuchte, konstatiert große Unterschiede zwischen den Betrieben, z.B. hinsichtlich des Befalls mit endoparasitischen Würmern (u.a. abhängig von der Dauer der Auslaufzeit). Auch Schäden am Gefieder und Pickverletzungen verringerten sich in Abhängigkeit von den Auslaufzeiten. „Auch für die angestrebten langen Auslaufzeiten für Biohennen leiteten die Wissenschaftler konkrete Empfehlungen aus den Daten ab. So zeigte sich, dass Auslaufangebote von den Hühnern umso stärker genutzt werden, je kleiner die Gruppen sind und je mehr Auslauffläche dem einzelnen Tier zur Verfügung steht. Zudem sollte eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Hennen im Auslaufbereich angestrebt werden, etwa durch zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Hütten oder Sträucher“ (top agrar online, 26.8.2015).
    Hörning berichtet im Kritischen Agrarbericht 2014, dass bei Legehennen in verschiedenen Versuchen in größeren Herden „ein schlechterer Gefiederzustand gefunden wurde (Hinweis auf Federpicken/Kannibalismus), sowie eine geringere Auslaufnutzung, teilweise auch ein höherer Medikamenteneinsatz“, S. 144).
    Aus: http://www.kritischer-agrarbericht.de/fileadmin/Daten-KAB/KAB-2016/KAB2016_Kap1_80_85_Niemann.pdf

    2+
  7. Schmeckt gut sagt

    Kann doch mal passieren, Bauer Willi 😉 . Papier ist geduldig, wie es auch an einigen Statistiken zu sehen ist. Vor einer großen Investition schläft man doch auch noch eine Nacht drüber und am nächsten Morgen wäre der Fehler in der Berechnung aufgefallen. Viel wichtiger ist doch die Frage: Was ist denn nun Massentierhaltung? Und zu welchem Preis, bzw. wieviel wird dem Bauern zugestanden (ja liebe Kritiker, da läuft es anscheinend drauf hinaus)? Ein paar Zahlen sind doch schon genannt worden. Meine Meinung ist ganz klar. Eine Haltung von einer Masse Tieren kann man mit diesem „Kampfbegriff“ negativ darstellen. Auf der anderen Seite sind auch schon 1000 Hühner eine Masse Tiere und so wird es von vielen Kritiker auch wahrgenommen. Aus diesem Dilemma kommen wir nur raus, wenn eine Haltung von vielen Tieren auch positiv besetzt werden kann. Denn nur in größeren Haltungen lohnt sich z.B. eine moderne, aufwändige Fütterungstechnik, Melktechnik, computergestützte Managementtechnik, tierfreundliche Aufstallung und das wichtigste der Einsatz von Mitarbeitern über dem Mindestlohn. Problem: Eine solche Haltung ist nicht positiv darzustellen? Na, dann gibt es nach dieser Erkenntnis anscheinend nur eine Lösung – Schicht im Schacht, Ende Gelände, Aufhören. Kommt also bitte mal auf den Punkt!

    3+
  8. Friedrich sagt

    Leute laßt die Meckerei über die Hühner -oder Schweinemast. Ich mäste einmal im Jahr für den Hausgebrauch 15 Masthähnchen in einem großen Raum mit viel Platz auf Stroh. Die Hähnchen nehmen in 42 Tagen mind. soviel zu , wie in den 40.000 er Ställen , nur das ich die Hähnchen noch auf 3 – 4 kg bringe und nicht auf 1,5 kg. Die sind so robust und freßlustig , daß man sich keine Gedanken über das Wohl der Tiere machen muß. Die Schlagworte „Qualmast“ usw. sind nur ein Aufhänger für die Medien und NGOs. Jeder , der ein Plätzchen im Garten hat , kann selber Hähnchenmast betreiben. Setzt natürlich das eigene Schlachten voraus.

    5+
  9. Eckehard Niemann sagt

    TOTAL FALSCHE BERECHNUNG MIT FALSCHEN SCHLUSSFOLGERUNGEN:
    Lieber Bauer Willi,
    Deine Rechnung ergibt die Zahl der je Betrieb zu erzeugenden Masthühner in einem Jahr – bei ca. 7 Durchgängen pro Stall wären das dann 3.515 Mastplätze

    3+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Da wäre jetzt noch die Frage offen. warum die 275.400 Bauernhöfe keine Masthänchen halten?

      1+
      • Mark Rössler sagt

        Weil bei wenigen Tieren sich schon BIs bilden und gewisse Protagonisten denen dann Hilfestellung geben, wie man sich gegen Stallbauten und Freilandhaltungen wären kann, zur Not wird mit verbaler Gewalt gehandelt.

        0
    • Bauer Willi sagt

      Jaha. Ich weiss es ja. Ich habe einen Fehler gemacht… Soll nicht wieder vorkommen….
      War wohl noch müde von Berlin. Jetzt bin ich gerade an der Ostsee angekommen.
      Wird langsam ein bisschen viel…
      Bauer Willi

      1+
  10. Klaus Leidecker sagt

    Rechnung eines Hähnchenmästers
    Zahlen sind Durchschittswerte der letzten 7 Jahre der Betiebszwiegauswertung
    von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen
    2,088 € Verkaufserlös
    – 1,815 € Produktionskosten
    = 0,274 € Direktkosten frei Leistung
    – 0,125 € Abschreibung und Verzinsung des Stalles
    = 0,149 € Gewinn je Tier

    bei einem zu versteuernden Gewinn von 80000 € benötigt man
    80000 € : 0,149 € je Tier = 536912 Tiere pro Jahr
    bei 7,5 Durchgängen entspricht des 71588 Stallplätzen = 2 Ställe a 36000 Plätzen
    80000 € sind mindestens nötig um einen Betriebsleiter zu entlohnen, Nettoinvestitionen zu tätigen und Altenteil zu bezahlen.
    nun kann jeder überlegen wieviel er für Lebensmittel bezahlen möchte um
    einen bäuerlichen Familienbetreib zu erhalten

    4+
    • Ich seh das so sagt

      Bitte jetzt die mitlesenden „Agrarindustrie“-Gegner-Vereinigungen in ihren Reihen eine Umfrage zu machen (mitlesende Journalisten dürfen die Fragen auch beantworten):

      1) Ist ein Betrieb mit 80.000 € zu versteuerndem Gewinn ein Agrarindustriebetrieb (Ja – Nein)
      …..mein Tip: 100% Ja

      2) Ist ein Betrieb mit 72.000 Stallplätzen ein Agrarindustriebetrieb (Ja – Nein)
      …..mein Tip: 100% Ja

      3) Was machen wir mit einem solchen Betrieb, wenn er von weniger aber nicht leben kann ? Bitte um eure Vorschläge !
      …. mein Tip: äh????, wie jetzt ????????, ne-oder ?????????????????

      4) Bist du der Meinung ein Agrarbetrieb beginnt ab 1.000 Stallplätzen (Ja-Nein)
      …. mein Tip: 24,3% Ja; 74,2% sagt Nein: Agrarbetrieb = ab 100 Stallplätze; 1,5% (= Veganer + Vegetarier + etc.) sagt Nein: Agrarbetrieb = über 0 Stallplätze.

      2+
      • Mark Rössler sagt

        Hauptberuflich Journalist werden und Artikel verfassen, deren Inhalt mehr an Ideologie angelehnt sind und weniger Realität.
        Weniger Arbeit, geregelte Arbeitszeiten und zur Not lässt man sich Artikel von Bärbel Höhn schreiben.

        1+
  11. WILfried Schulze sagt

    Ich frage mich ernsthaft wie man den Fleischkonsum einschränken will. Durch Bezugs-
    marken? Blüht wahrscheinlich der Schwarzmarkt. Oder durch Preiserhöhung? Rebellieren
    die unteren Einkommensschichten.
    Genauso utopisch ist eine 100% Umstellung. Ich habe neulich den Subventionsbericht
    für mein Ort aufgerufen und dabei festgestellt, dass mein Nachbar als Ökobauer 3x soviel
    EU-Gelder bekommt wie ich bei gleicher Betriebsgröße. Das heißt bei 100% Öko in
    Deutschland müßte der Staat ca 12Mrd/€ zusätzlich in die deutsche Landwirtschaft pumpen,
    bei gleichzeitigem Anstieg der Lebensmittelpreise.Wahrscheinlich nicht durchsetzbar!

    5+
  12. Paulus sagt

    Ich denke mal, Bauer Willi geht es um die sogen. Massentierhaltung generell und nicht speziell um Hühnchen oder Hähnchen. Da kann man hin- und her rechnen so viel und so lange man will, ohne größere Einheiten wird es wohl nicht gehen. Egal ob bio oder konvi, Großmäster, Mörixmann oder Hermannsdorfer.
    Mehr Tierwohl, wie immer man es definiert und umsetzt, sollte in der Konsequenz zu höheren Preisen an der Ladentheke führen, daran besteht kein Zweifel. Bei den Kuhbauern bin ich mir allerdings schon nicht mehr so sicher. Mich beschleicht auch der Verdacht, dass die tatsächlich für das Mehr an Tierwohl sorgenden Bauern am Ende eher nicht so gut dastehen.
    Die vielfach geforderte bäuerliche LW, unter Vorstellung antiquierter Idylle, würde nicht nur bei bestimmten Gruppierungen schlechter ankommen als die heutige Realität. Mit der ehem. selbstverständlichen Anbindehaltung der Milchkühe könnte ich jetzt anfangen …

    0
  13. Verpächter Piet sagt

    Moin Willi, richtig dargestellt. Nur leider meinen viele wir brauchen so viele Tiere nicht. Nur wie bekommen wir sonst alle satt? ?? Mit WASSER! !!!???

    0
  14. Thea S sagt

    Wirklich toll, wieviele „Milchmädchen/-bubies“) hier rechnen (können/wollen). Vielleicht interessant, wieviel Hähnchen von wievielen Menschen und Tieren im Jahr verzehrt werden, und von wievielen Bauern im In- und Ausland die produziert werden müssen. Geht nach meiner Meinung nicht ohne „Massentierhaltung“.
    Aber die Gretchenfrage, ab wann man denn von „Massentierhaltung“ spricht, geht kaum jemand an. Sind 1000 Hühner/Hähnchen Massentierhaltung? 500? 100?

    Bauer Willi: vielleicht mal eine reine Meinungsumfrage zur Zahlensammlung starten, getrennt nach Nutztierarten.

    0
    • Lieschen Müller sagt

      Doch, haben wir hier schon gelernt: in Europa gibt es keine Massentierhaltung. Die USA und China gehen da mit ganz anderen Maßstäben ran.

      0
      • Brötchen sagt

        lieschen, das ist reines Wording! hat nichts mit Logik o.ä. zu tun. deshalb ist das ein Kampf gegen windmühlen. das geht nur mit gegenwording. also „Bauer Willi der Captain iglu der Captain blaubär verkauft euch fich:))

        0
    • Paulus sagt

      @Thea S
      Genau das frage ich mich auch. Wo hört bäuerliche LW auf und wo fängt intensive bzw. industrielle LW/Tierhaltung an? Nach meinen bisherigen Erkenntnissen gilt als bäuerlicher Betrieb, wer sein Familieneinkommen mit dem Erlös der Erzeugnisse bestreiten kann. Das sind aber genauso Hühnerhalter mit 20.000 Hennen wie Mastbetriebe mit 6.000 Schweinen, Milchviehalter mit 200 Kühen und Ackerbauern mit 500 ha. Wenn sich selbst die AbL zu keiner Antwort durchringen kann, woran soll sich dann der Verbraucher orientieren? Ottmar Ilchmann weicht dieser Frage auch immer aus.

      0
        • Paulus sagt

          Hallo Herr Niemann, vielen Dank für den Hinweis. Das Papier, ich bezeichne es bewusst nicht als gemäßigtes Kampfblatt, hatte ich auf Seite der AbL noch nicht gefunden.
          Die Anlehnung an das BimSchG und BauGB erscheint mir nicht unlogisch.
          Interessant ist auch der Satz zur Lohn- oder Vertragsmast, das hatte ich bis jetzt noch nicht so gesehen.
          Jetzt frage ich mich allerdings wie ein Vertragsanbau, auf welcher Flächengröße auch immer, für z.B. IGLO und ähnliche Verarbeiter seitens der AbL gesehen wird.
          Nun ja, der gemeine aber interessierte Verbraucher muss sich seine Infos schon mühsam zusammensuchen. Aber fragen kostet ja nix, oder?

          0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Der deutsche Bürger isst im Schnitt 12,6 Kg Hühnchenfleisch,
      ob da jetzt die Knochen mitgezählt wurden, ich glaube kaum. Viel leicht kann jemand die Knochen abwiegen, damit wir realistische Zahlen bekommen. 😉

      Also,
      in meiner Hühnerfarm befinden sich 4 Hühner, folglich fängt nach meinem dafürhalten die Massentierhaltung bei 5 Hühnern an. 🙂

      Anton Poolmann sieht das bestimmt anders, ich bleibe jedoch bei 5 Hühnern. 😉

      0
    • Inga sagt

      Für mich fängt Massentierhaltung bei Geflügel da an, wo es in einen großen Stall eingesperrt werden muß.

      Früher liefen 10 bis 20 Hühner gemütlich auf den Hof rum, die konnten sich noch bewegen und konnten scharren, dafür legten sie die Eier in irgendwelche schlecht auffindbare Verstecke.
      Aber Oma konnte damit umgehen.
      Die eingesperrten Hühner, egal Bodenhaltung oder Käfige, da kann man die Eier leichter finden, man spart Arbeitszeit.
      Eine Rationalisierung!

      Anfang der 60iger heiratet mein Onkel, zog mit seiner Frau in die Industriestadt mit vielen neuen Wohnblocks in der Chemnitzer Straße.
      In dem Jahr bekam das Dorf dann auch Stadtrechte und en paar große Industriebetrieben siedelten sich da an. Wie viel Familien wohnten in den Wohnblocks?

      Da war kein Platz für Garten und auch keiner für Stall?
      Ob welche das Schlachtschwein in der Badewanne mästen wollten?
      😉
      Sie kannten ja nichts anderes!?!

      In der selben Zeit kam ein Berater vom Landwirtschaftsamt zu uns, meine Eltern stallten Eintagsküken auf. Das gab lauter weiße Legehennen, die bunten von Hof kamen dann weg. Das ist Intensivhaltung.

      Die Eier wurden von einem Händler geholt der in der Stadt einen Marktstand hatte. Eine Legehenne aus den Stall wurde, wegen Legeleistung nur 2 Jahre alt (die auf dem Hof wurden älter) (na ja, wie heutzutage bei den Kühen), die geschlachteten Hennen vermarktete er auch in der Industriestadt.

      Wie sollten Onkel und Tante in ihrem Wohnblock denn ihre Hühner und Eier selber produzieren? Und das Schlachtschwein? Und die Milchkuh?

      Für diese Lösung fing die Massentierhaltung an!

      Und wie schnell ALDI(hieß da noch Albrecht), HaWeGe und Co ihre Chance sahen ?

      Die andere kamen nach!

      Wer verursacht die Massentierhaltung?

      In der selben Zeit entstanden in der DDR die LPGs, wegen Rationalisierung und Intensivierung.

      1+
  15. Wir könnten also doppelt so viele Landwirte mit halb so großen Beständen haben, wenn Hähnchen das Doppelte kosten würden? Dann sollten wir schleunigst für höhere Preise sorgen! Wie machen wir das, Willi?

    4+
  16. Möglicherweise wurde das schon geschrieben, aber

    Er muss nach der Rechnung im Jahr 24600 Hähnchen halten, das macht bei ca 4 Wochen Mastzeit ca 2100 Stück. Das klingt doch wieder weniger massentierhalterisch, zumindest in meinen Ohren.

    Oder rechne isch wirres Zeugs?

    1+
    • Alois Wohlfahrt sagt

      Naja, das Schlagwort „Massentierhaltung“ ist genauso nicht definiert wie „Bäuerliche Landwirtschaft“. Nur, dass der Begriff „Massentierhaltung“ per se ein negatives Image hat und der andere per se als Ideal ein gutes Image.

      0
      • Jupp und der mangel an Definition ist beklagenswert, vor allem weil die Vorstellungen so drastisch auseinander gehen, insbesondere bei Leuten die keinen Kontakt oder Bezug zur Landwirtschaft haben, außer vielleicht über den Besuch im Streichelzoo. Nichts gegen Streichelzoos, ich mag Streichelzoos, aber beide seiten müssen sich darüber im Klaren sein, das sie von der jeweils anderen Seite nicht, oder nur schwer verstanden werden…

        1+
  17. Lieschen Müller sagt

    Oder wir versuchen unser Volk zu verkleinern. Dann brauchen wir auch weniger Hühnchen und weniger Autos und weniger Straßen.

    3+
    • bauerhans sagt

      das volk verkleinert sich doch,wird aber durch zuwanderung vergrössert,wofür wir extra mehr hühnchen brauchen.
      autos müssen ja mehr werden,weil wir sogern im stau stehen.

      0
      • Inga sagt

        Was??????

        Dann ist ja in der Autoindustrie die Zuwanderung gewollt, oder?

        die ist ja politisch sehr einflussreich, oder?

        0
  18. Mark sagt

    Täglich verfestigt sich bei mir die Erkenntnis:
    Wir müssen aufhören, permanent Probleme lösen zu wollen, die es gar nicht gibt!

    0
    • Brötchen sagt

      sie haben ein Problem mit der Gewinnung der diskurs- und deutungshoheit. jetzt ganz knapp zusammengefasst. damit sind sie wie ein Blatt im wind, das schaukelt mit und irgendwann fällt es runter. und dann gibt es ja noch das scheingefecht, guter Bauer gegen böser Bauer.

      0
    • bauerhans sagt

      weil wir gar keine probleme haben,suchen wir welche bei anderen und zwingen ihnen emotionalisierte lösungen auf.

      0
      • Brötchen sagt

        jauuu bauerhans, oder es werden Randgruppen gesucht….Türken, dunkeldeutsche usw. wenn du gut sein willst brauchst du ja immer einen bösen. immer das gleiche Spiel….gottesfürchtiger gegenüber dem satan. Paradies und Hölle. märchenwald und massentierhölle. Rotkäppchen und der Wolf. klimaretter und klimaleugner.

        0
  19. Lieschen Müller sagt

    Ich habe einen interessanten Beitrag über die Ursprünge des Streites zwischen industrieller und Biolandwirtschaft gefunden. Das ist auch in den USA ein vieldiskutiertes Thema und wird auf die Arbeit von 2 Wissenschaftlern noch in der Zeit um den 2.Weltkrieg rum zurück geführt. Ein Ausweg oder der „Beweis“ für die Richtigkeit einer von beiden Thesen wird in dem Artikel leider auch nicht gefunden.

    https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2018/03/charles-mann-can-planet-earth-feed-10-billion-people/550928/

    0
    • Brötchen sagt

      biolandwirtschaft ist und muss sogar heute auch „industriell“ sein. das ergibt sich allein aus den festkosten. man muss nur endproduktpreis auf das jahreswunscheinkommen zurückrechnen. es sei denn man gestaltet das aussteigercommunity. oder motiviert seine Kunden zum „mitarbeiten“ piep piep piep, wir haben uns alle lieb, was meist im Streit endet.

      0

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