Monate: Mai 2020

Danke, Frau Klöckner!

Video von der Pressekonferenz nach dem Sondertreffen der Agrar- und Umweltminister mit einigen bemerkenswerten und – aus meiner Sicht – guten und treffenden Aussagen von Frau Klöckner. https://www.pscp.tv/w/1ZkKzLRjYVWJv Bei aller Kritik gehört es sich, auch ein Lob auszusprechen, wenn die Worte richtig gewählt sind. Meiner persönlichen Meinung nach vertritt Frau Klöckner die Landwirte nach außen oft besser als so mancher Verbandsfunktionär. So auch in dieser Rede und der anschließenden Diskussion. Die wesentlichen Punkte kommen ab Minute 4:30. Es geht um „Farm to fork“, es geht um die Wettbewerbsfähigkeit der kleineren Betriebe, es geht um „Green Deal“, um Biodiversität, um Ernährungssouveränität und um den „Sport, die Landwirte für alle verantwortlich zu machen“.  Und es geht um Folgenabschätzung bei dem, was man an Forderungen aufstellt. So zum Beispiel beim Markt für Bio, denn eine höhere Bio-Quote bringt nichts, wenn nicht auch der Absatz gefördert wird. Es geht um Zielkonflikte, die immer wieder auftauchen und die nicht aufgelöst werden. Und schließlich geht es um Geld: „Die Landwirtschaft kann kein Steinbruch sein für Wünsche anderer“. Und jetzt könnt ihr …

Eine andere Demonstration…

Ich habe heute an unserem Weizen-, Raps- und Rübenfeld Plakate angebracht. Um den Mitbügern etwas zu demonstrieren. Was wir ausser Lebensmittel sonst noch machen. Die Sympathie, die Anerkennung, die Aufmerksamkeit unserer Mitbürger kann man auf verschiedene Weise erreichen. Es ist nur ein kleiner Aufwand, die Plakate aufzustellen. Ich habe die Plakate bei unserer Genossenschaft bekommen. Gibt es für verschiedenen Ackerbaukulturen und auch für Wald, Wein und Obst. Einfach mal im Landhandel nachfragen. Wenn er sie nicht vorrätig hat, kann er sie bei der Fa. Lehner bestellen. Herr Lehner hatte die Idee dazu und hat sie einfach umgesetzt. Danke! Ach so: Ja, die Rüben stehen im Vorgewende suboptimal. Ich schäme mich auch, wenn ich mal Zeit habe.. 🙂 8

Bauernregeln…aber nicht aus dem BMU…:-)

Am 1.6. ist Tag der Bauern und Bäuerinnen, Weltbauerntag. Es gibt so viele Bauernregeln, aber keine zur Wertschätzung der Bauern und Bäuerinnen. Das möchte Agrando ändern und zum Tag der Bauern und Bäuerinnen am 1.6. neue Bauernregeln sammeln, die dann den ganzen Juni und übers Jahr immer wieder geteilt werden. https://agrando.com/de/magazin/neue-bauernregeln-zum-tag-der-bauern-und-baeuerinnen Lasst euch was einfallen. Mein Spruch: „Anstatt den Bauern zu verfluchen Wär´s gut den Dialog zu suchen Denn ist der Bauer völlig blank Gehört der Hof wohl bald der Bank“ 2

Vogelsterben…und ein unerwarteter Grund

„Jungvögel-Sterben: Studie vermutet Pestizide als Grund – und macht dann eine erschreckende Entdeckung“ Zugegeben eine etwas grelle Überschrift. Aber der Inhalt ist schon bemerkenswert. Davon hört man in den Medien allerdings wenig und auch die NGO machen von dieser Erkenntnis keinen Gebrauch. https://www.merkur.de/welt/hunde-haustiere-pestizide-hundehaare-tierschutz-experten-warnung-kleinvoegel-entdeckung-zr-13770968.html Es waren nicht die Pestizide. Alle Hundehalter müssen jetzt ganz tapfer sein. Hier eine fachliche Einordnung des BVL: https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Fachmeldungen/05_tierarzneimittel/2020/2020_03_03_Antiparasitika.html?fbclid=IwAR0dVzbF1m4KzatyysORphP271bwcD80G1whLg0U0Uy0J7GTvRyP12RRyBM 2

Uns geht es gut!

Der nachfolgende Artikel hat mich sehr, sehr nachdenklich gemacht. Dass Corona solche Auswirkungen auf die Ernährung hat, war mir so nicht klar. https://www.zeit.de/2020/22/hungersnot-corona-pandemie-globaler-sueden/komplettansicht Und als ob es nicht so schon schlimm wäre, kommen die Heuschrecken noch hinzu, und das nicht nur in Ost-Afrika. https://www.dw.com/de/wie-ostafrika-eine-heuschreckenplage-bek%C3%A4mpft-inmitten-einer-pandemie/a-53371174 Solche Meldungen schaffen es nur kurz in die Nachrichten. 2

Nicht „kühl und nass“…

…sondern sehr trocken und sehr warm ist der Mai 2020. Im norddeutschen Raum scheinen wir davon besonders betroffen zu sein, denn hier ist das pflanzenverfügbare Wasser im Oberboden fast bei Null angekommen. https://www.ufz.de/index.php?de=37937 Im unteren Teil der Seite kann man den Verlauf der letzten 14 Tagen sehen. Das läßt erkennen, dass sich die Situation weiter verschärft. Das dritte Jahr mit Trockenheit Der nachfolgende Link zeigt den Verlauf der Dürre seit 2016 in Monatsschritten. https://earthobservatory.nasa.gov/images/146647/parched-conditions-in-germany-again?fbclid=IwAR0D-Dr46858cw2AokrHIxWQHGBXBTf7u7HelKbblO0EDjnm8cpfNdWvHu0 Wie der Verlauf der aktuellen Bodenfeuchte am Köln-Bonner-Flughafen ist, zeigt diese Grafik vom 25.5.2020. (Quelle: DWD) Bereits seit Wochen hat es nicht mehr nennenswert geregnet und für die nächsten zwei Wochen ist auch kein nennenswerter Regen im norddeutschen Raum angesagt. Im  Bild unten der Verlauf eines Weges, der seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten nicht mehr existiert. Bei der Bodenqualität reden wir von 85 bis 90 Bodenpunkten. Maximal möglich sind 100. Was bedeutet „nennenswert“ Die Pflanzen benötigen jetzt dringend Niederschläge, die den Boden mindestens in Krumentiefe (30 cm) durchfeuchten. 5 oder 10 mm sind zwar kurzzeitig hilfreich, lösen aber kein Problem. Das …

Was ist gerecht?

Überlegungen von Dirk Nienhaus. Nachdenkenswert. Passend zum Wochenende. Hoffe, dass das mit dem Einbinden des Videos von Instagram klappt. Ist mein erster Versuch.. View this post on Instagram A post shared by Bocholter Landschwein (@bocholter_landschwein) on May 23, 2020 at 2:46am PDT 1

Klöckner: „Bienen sind systemrelevant“

Bundesministerin Julia Klöckner zum Weltbienentag. Nein, Frau Klöckner, Getreide wird nicht von Bienen bestäubt…(ca. Minute 3:00) Und Wein übrigens auch nicht. Hab gerade noch mal gegoogelt. Und wieso 85% der Agrarprodukte in Deutschland von der Bestäubung abhängen, erschließt sich mir auch nicht. Aber vielleicht hab ich da auch was falsch verstanden. Raps ist verständlich, aber selbst der kann vom Wind bestäubt werden. Aber Zuckerrüben? Kartoffeln? Was ist mit Kohlrabi, Blumenkohl, Spinat, Möhren, Zwiebeln…? Getreide hatte ich schon erwähnt, vielleicht war das auch nur ein Versprecher. Hoffe ich jedenfalls. Es geht in dem Video auch um Neonics, um Ackerbaustrategie und Eh-da-Flächen. 4

EndeGelände – Twitter-Splitter

„Berliner Verfassungsschutz stuft EndeGelände als Linksextrem ein.“ https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/berliner-verfassungsschutz-stuft-ende-gelaende-als-linksextrem-ein-16780077.html Diese Überschrift hat mich an ein Ereignis vor unserer Haustür erinnert. Ich hatte mich im Blog und auf Twitter negativ darüber geäußert, dass Aktivisten von Ende Gelände durch mehrere Äcker, darunter auch ein Möhrenfeld getrampelt sind. Ich habe im Zusammenhang mit den Flurschäden durch EndeGelände einige Tweets gesammelt. Ganz überwiegend gab es Zustimmung, aber eben auch einige „verbale Entgleisungen“. Ich habe lange überlegt, ob ich sie öffentlich machen soll. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass sie jetzt, mit einigem zeitlichen Abstand, als Dokumentation dienen sollen für die Art und Weise, wie in den sozialen Medien von einigen „diskutiert“ wird. Ich bin viel gewohnt, aber mit dieser Härte hatte ich nicht gerechnet. Bezüglich des Vorwurfes der Lüge: Mehrere Medien hatten –  entgegen meiner Aussage – geschrieben, dass das Möhrenfeld von mir wäre. Nur der WDR hat dies öffentlich korrigiert. Tja, wenn der Sexualtrieb abgelöst wird durch andere Triebe, z.B. der Trieb zu lügen, zu betrügen, zu geifern und einem ungeheuren Selbstdarstellungstrieb, dann kommt sowas dabei heraus. Eine …

Peinlich: NABU, REWE und die Bienen

Dass sich der Lebensmitteleinzelhandel gerne mit fremden Feder schmückt, ist ja nicht neu. Und ein Engagement für die Natur ist lobenswert. Aber was in dieser Woche in den Flyern von REWE und Penny steht (Penny ist die Billigmarke von REWE), ist nicht nur ärgerlich sondern zum Teil schlichtweg falsch. Hinweis: Mit Klick auf die Fotos werden diese größer angezeigt und sind besser lesbar. Im Titelbild geht es los: „In den letzten Jahrzehnten ging der Insektenbestand um 75% zurück“. Diese Falschmeldung hält sich, dank der emsigen Arbeit von NABU, BUND und befreundeter NGO´s, zäh. Richtig hätte es heißen müssen: „In einer Studie des Entomologischen Vereins Krefeld e.V. wurde ein Rückgang der Biomasse von Fluginsekten in Naturschutzgebieten um 75% festgestellt.“ Wissenschaftliche Studien des Rothamsted Institut, durchgeführt in agrarischen Landschaften, kommen zu anderen Ergebnissen. Dann heißt es weiter: „Die Insekten finden immer weniger Nahrung und Nistplätze“. Hat der NABU diesen Flyer freigegeben? Meint er ernsthaft „Nistplätze“? Ich dachte, die wären für Vögel reserviert. Dann: „Wir arbeiten gegen diesen Rückgang seit 10 Jahren mit 400 Landwirten und dem NABU …