Bauer Willi
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Nicht „kühl und nass“…

…sondern sehr trocken und sehr warm ist der Mai 2020. Im norddeutschen Raum scheinen wir davon besonders betroffen zu sein, denn hier ist das pflanzenverfügbare Wasser im Oberboden fast bei Null angekommen.

https://www.ufz.de/index.php?de=37937

Im unteren Teil der Seite kann man den Verlauf der letzten 14 Tagen sehen. Das läßt erkennen, dass sich die Situation weiter verschärft.

  • Das dritte Jahr mit Trockenheit

Der nachfolgende Link zeigt den Verlauf der Dürre seit 2016 in Monatsschritten.

https://earthobservatory.nasa.gov/images/146647/parched-conditions-in-germany-again?fbclid=IwAR0D-Dr46858cw2AokrHIxWQHGBXBTf7u7HelKbblO0EDjnm8cpfNdWvHu0

Wie der Verlauf der aktuellen Bodenfeuchte am Köln-Bonner-Flughafen ist, zeigt diese Grafik vom 25.5.2020. (Quelle: DWD)

Bereits seit Wochen hat es nicht mehr nennenswert geregnet und für die nächsten zwei Wochen ist auch kein nennenswerter Regen im norddeutschen Raum angesagt. Im  Bild unten der Verlauf eines Weges, der seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten nicht mehr existiert. Bei der Bodenqualität reden wir von 85 bis 90 Bodenpunkten. Maximal möglich sind 100.

  • Was bedeutet „nennenswert“

Die Pflanzen benötigen jetzt dringend Niederschläge, die den Boden mindestens in Krumentiefe (30 cm) durchfeuchten. 5 oder 10 mm sind zwar kurzzeitig hilfreich, lösen aber kein Problem. Das Getreide befindet sich jetzt in der Phase des Ährenschiebens oder hat die Ähre schon geschoben. Damit setzt die Phase der Kornfüllung ein. Bisher haben wir nur grüne Blätter auf dem Acker, ernten wollen wir ja die Körner. Gleiches gilt für den Raps: nur volle Schoten bringen einen vernünftigen Ertrag. Um die Situation richtig zu entspannen, braucht es jetzt ab 40 mm aufwärts. Gerne auch nur nachts und nicht am Wochenende, wegen der Mitbürger. 🙂

  • Ich mache mir Sorgen

Solange ich denken kann, habe ich auf unseren fruchtbaren Standorten noch nie so früh Trockenschäden gesehen. Einige der Schäden sind schon so weit fortgeschritten, dass sie unumkehrbar (irreversibel) sind, auch wenn es heute am Tag 20 mm regnen würde. Hier rechts ein Bild von einem extremen Standort. Es handelt sich um Winterweizen.

Und dann ist da noch Frans Timmermanns mit seiner „farm to fork“- Strategie (EU-Kommission) und Svenja Schulze (BMU/NABU) mit ihrem „Bericht zur Lage der Natur“.  Als wenn wir Landwirte sonst keine Sorgen hätten…

Was mich -ehrlich gesagt – etwas wundert, ist die Tatsache, dass die Medien über die Situation kaum berichten. Das gehört zur der Thematik der Versorgungssicherheit doch hinzu. Und nein, ich möchte nicht jammern und ich will auch keine weitere „Bauernmilliarde“. Ich will lediglich die aktuelle Situation schildern.

Wenn ihr auch Bilder aus eurer Region habt, stellt sie unter den Kommentaren rein. So bekommen wir alle ein Gesamtbild aus ganz Deutschland und dem befreundeten Ausland. 🙂

 

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62 Kommentare

  1. Bauer aus Leidenschaft sagt

    Ich mache mir auch Sorgen wegen der Trockenheit und finde es absurd, den Klimawandel immer noch zu leugenen.
    Die Wissenschaft ist sich sicher, der menschengemachte Klimawandel passiert, Er ist Real;
    Der Mensch ist dafür verantwortlich und Er hat schlimme Folgen. Aber wir können etwas dagegen unternehmen. Also packen wir es an!
    Wir müssen uns vielmehr mit den Anpassungsmöglickeiten auseinander setzen, und abei muß die Politik unterstützen.

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  2. Elisabeth Ertl sagt

    Dass die Medien über die Situation nicht berichten, ist besser so. Wir können jetzt nicht auch noch Hamsterkäufe brauchen oder Diebe, die Teiche in der Nacht elektrisch abfischen und dann später Mais- und Gemüsefelder leer räumen. (Alles hier schon erlebt)
    Aber was wir sicher ebenso wenig brauchen wie die Vorstellungen von Frau Schulze, sind weitere mediale Pro-Wolf-Kampagnen und Ähnliches.

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  3. Oberländer sagt

    Ach Willi wen interessiert den das ?
    Wir haben schönes Wetter , Radler , Jogger , Pedelecker Fußläufer
    und sonstige können sich auf den Grünen Plan Wegen tummeln.
    Für den Garten kommt ja noch Wasser aus dem Wasserhahn und Mineralwasser ist auch genug da.
    Es ist auch keine Randnotiz wert das Russland kein Getreide mehr
    exportiert genauso wie die Ukraina . Beinahe ungehört blieb die Nachricht das Moskau 140.000 To Milchpulver aus der bösen EU
    kauft.
    Kaum jemand weis was die ach so lieben aber leider mörderisch hungrigen Heuschrecken in Ostafrika und dem Mittleren Osten anrichten.
    Corona darf in diesem Szenarium gar nicht bedacht werden.

    Vielleicht soll man aber über all diese Themen nicht reden um nicht auf den Gedanken zu kommen das das Futter etwas knapp werden könnte .
    So jetzt halt ich mal wieder das Maul nicht das ich noch zum Verschwörungs-Theoretiker mutiere

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    • Gephard sagt

      Also das meiste, was du aufzählst, habe ich mitbekommen, obwohl ich gerade kaum Tagesnews konsumiere. Gerade die Heuschreckenplage war allen bekannt, wenn ich das erwähnte. Ist natürlich vom Umfeld abhängig. Wer nur RTL2 oder Bibis Beautypalace schaut, bekommt das natürlich nicht mit.

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  4. Thomas Apfel sagt

    War grad im Oderbruch unterwegs. Ist immer wieder erstaunlich wie schlagartig ein durchgreifender Regen das Bild verändert. Sieht aus, als hätte es grüne Farbe geregnet.
    Da hellt sich die Stimmung gleich auf, auch wegen der Aussicht mal für ein par Tage nicht nur mit der Beregnung beschäftigt zu sein.

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  5. Obstbäuerin sagt

    Jetzt könnte man doch die Probe aufs Exempel machen und in jedem Bundesland die Produktivität (Ertragszahlen) unter erschwerten Bedingungen zwischen einem konventionellen und einem Bio-Betrieb vergleichen. Allerdings müsste es sich um wirklich vergleichbare Betriebe handeln (Bodenpunkte, Niederschlagsmenge usw.). Das wären dann Zahlen, die den Zusammenhang zwischen Ernährungssicherheit und Insektenwohlfühlland für politische Entscheidungen aussagekräftig darstellen könnten.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Wäre es nicht einen Versuch wert – den Fakten müsste man sich zumindest stellen!

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        • Ein Privatier sagt

          Fakten sind nur von dieser Welt, aber der Glaube kann Berge versetzen.

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          • Inga sagt

            Haben wir von dem glaube auch genügend Mehl und Kartoffel fürs ganze Jahr im Lager?

            Darüber darf man sich ja mal Sorgen machen, oder?

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  6. Rolf sagt

    Ich wirtschafte im südlichen Meckl Vorpommern. 25-40 Bp 400ha. Jahresniederschlag 600mm im Durchschnitt. Wir laufen in die 3. missernte wegen Dürre. 2018 60% minderertrag, 2019. 50% mindetertag. Trockenheit ist ein existenzielles Problem. Vom Futterbau Gradsilage und Mais auch keine bessere Aussicht. 2016 haben wir Milch aufgegeben nach der 5 Milchpreiskriese mit 300 Kühen. Bin froh, die Rinder nicht mehr ernähren zu müssen. 1 schnitt vertrocknet auf den sandigen Böden

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  7. fingerphilosoph sagt

    Selbst in der sog. „Kleinen Eiszeit“, die von ca. 1350 -1850 dauerte, gab es in unregelmäßigen Abständen mehrjährige Dürreperioden. So gut wie jede Generation hat mindestens einmal in ihrem Leben eine Hungersnot mitgemacht, viele Generationen sind auch von einer Hungersnot in die andere getaumelt, begleitet von Pestwellen und anderen unschönen Ereignissen. In der „Kleinen Eiszeit“ lag die Temperatur im Durchschnitt in Deutschland 1-2°C niedriger als zwischen 1960 bis 1990.

    Im Hochmittelalter, einer ausgesprochenen Warmperiode lagen Temperaturen dafür um 1-2°C höher als zwischen 1960-1990. Die Temperaturen vom Hochmittelalter haben wir bis heute noch nicht wieder erreicht. Das war übrigens eine Zeit, in der die Kulturen in Europa aufblühten.

    Die derzeitige mehrjährige Dürreperiode in Deutschland – und offenbar noch nicht mal in ganz Deutschland – ist im Kontext der Klimageschichte also keine Ausnahme. Wenn ich mich recht erinnere, ist die Ernte im letzten Jahr (2019) laut Bauer Willi allen Unkenrufen zum Trotz ja gar nicht so schlecht ausgefallen. Wir hatten in unserer Gegend in Frankreich von Oktober bis März Dauerstürme mit Dauerregen. Der Mai war sonnig, aber saukalt.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Vor gut 200 Jahren erlitten wir hier bei uns in Mitteleuropa eine klimatische Katastrophe, es war ein Jahr ohne Sommer. Die Folge dessen war eine große Hungersnot. Ursächlich dafür war zu damaligen Zeiten ein gigantischer Vulkanausbruch des Tambora im heutigen Indonesien.

      Ursächlichkeiten für Hungersnöte waren und sind schon immer unterschiedlicher Natur. – In einer Region in Süddeutschland hat man aus Not im damaligen „Hungerweck“ 1816/17 Stroh mit verbacken, weil ansonsten nichts anderes verfügbar war. Von der alten Grafschaft Wertheim dokumentiert, wird ein solches „200 Jahre altes Brötchen“ als Hungermahl hinter Glas in einem Holzkasten aufbewahrt, das heute im Alten Grafschaftsmuseum dort ausgestellt ist. Weitere Zeugnisse dieser Zeit sind Hungertaler aus Metall, Papier und Farblithografien aus der Zeit um 1817, auch die weit verbreiteten Schraubtaler des Nürnbergers Johann Thomas Stettner erzählen die Geschichte selbiger Hungerkrise…

      Schlimm für uns Bauern aktuell ist, mitverfolgen zu müssen, wie der Irrsinn einer vollkommen fehlgeleitet unzeitgemäßen Agrarpolitik mögliche frühzeitige Warnsignale noch immer fahrlässig ignoriert.

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      • sonnenblume sagt

        Man wird den eingeschlagenen Weg ganz bewusst weitergehen, ohne wenn und aber.

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        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          „Die Frankfurter Paulskirche ist ein Ort mutiger Träume. Hier wurden neue Zeiten ausgerufen. Hier haben Menschen die Freiheit beschworen. Und vor allem haben sie daran geglaubt, dass eine Gesellschaft die Fehler der Vergangenheit hinter sich lassen kann und die Kraft zur Erneuerung aufzubringen vermag.“ (Worte unseres Altbundespräsidenten Joachim Gauck)

          Meinen Sie wirklich, dieser besonnene, bisweilen durchaus kämpferische parteilose Politiker und einstige Theologe könnte sich in vorstehender Aussage derart getäuscht haben!?

          …Schweift zwar etwas vom Thema ab, und doch sind wir hier gerade mittendrin.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Ja nee is klar…..1848 als Vorbild für eine Wunschgesellschaft oder wie. Wer sollte denn aus welchem Anlass eine derartige Gesellschaftliche Änderung wünschen? Einige wenige Bauern?

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            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              Sie haben die Aussage inhaltlich aber schon erfasst, oder!?

              Dass Sie mich gerne infrage stellen, juckt dabei nicht wirklich.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Wenn Sie den Kontext nicht vernachlässigen…..dass Sie sich angefasst fühlen, ist mir immer wieder unverständlich, aber seis drum.

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                • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                  Angefasst fühlen, von Ihnen, nein – da messen Sie Ihrer Kritik zuviel Wirkung bei.

                  Ich kann damit sehr gut leben! 🙂 Schließlich sind Sie hier ja omnipräsent unterwegs.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Na, dann muss es ja auch nicht erwähnt werden, wenn es weder juckt, noch Wirkung zeigt, oder?

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                • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                  Erfüllen Sie hier quasi eine „Reinigungsfunktion“ – wenn Ihnen eine Nase nicht passt, sollte diese besser weichen. Meinungsvielfalt ist nicht so ihr Ding, oder?🤐

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ist wie im Kindergarten: Du hast angefangen mit dem Scheiß! Ihr Post war doch derjenige, der sich nur auf mich bezog und keine Meinung beinhaltete, was soll der Mist?

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                • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                  Bastamentalität – ich hab’s kapiert, bin schliesslich nicht schwer von Begriff u. schon gar kein kleines bockiges Kind.
                  Ziel erreicht. Bauern leben damit, …mehr oder weniger gut! In Ihrem Falle gut.

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          • sonnenblume sagt

            Ich nehme jetzt mal den Satz von Herrn Gauck. Es gibt Organisationen und Institute, die leben sehr gut und bequem von den Träumen, von einem Teil unserer Bevölkerung. Diese Träume von einer besseren Welt, so irrational sie auch sind wenn man sich die Welt als ganzes mal anschaut, werden zwecks Joberhalt gezielt gesteuert. Jetzt, wo in der EU der große Kuchen neu verteilt werden soll, setzt man alles daran, das größt mögliche Stück zu bekommen, wiederum zwecks Joberhalt. Entsprechend viele Wählerstimmen sichern auch die monetäre Seite, oder füllen bei anderen das Spendenkonto. Fakten spielen in dem Zusammenhang überhaupt keine Rolle, außer man kann sie für sich nutzbringend einsetzen, selbst wenn man sie dafür ins Gegenteil verdrehen muss.
            Die hehren Gedanken von der Kraft der Erneuerung, oder aus den Fehlern lernen, ist doch schon lange nicht mehr aktuell.
            Aus Fehlern lernen, das macht nur noch der Bauer auf dem Feld oder im Stall. – Gibt sicher auch noch andere Berufe. –
            Herr Gauck mag die Sätze sicher sehr ernst gemeint haben, aber ich fürchte, dass das heute eine ziemlich naive Sichtweise ist.

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            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              Sie haben wohl recht, was man gegenwärtig aber mit uns „systemrelevanten Bauern“ veranstaltet, spottet wirklich jeder Beschreibung. Hinzu brechen verschärfend ohnedies die Unwägbarkeiten des Klimawandels über unsere Höfe herein -wie vor- denen wir uns ganz sicher nicht so einfach zu entziehen vermögen. Junge Leute, die heute noch nicht die Lust am Ackern verloren haben, bedürfen geradezu einer überdimensionalen Portion an Mutes und darüber hinaus noch mehr Enthusiasmus, wobei es letztendlich immer schwerer wird, gerade auch letzteren bei unseren Kindern noch motivieren zu können.

              Insofern betreibt man meiner Ansicht nach seitens der Politik ein ignorant brandgefährliches Spielchen mit dem Feuer, zumal infolge der aktuellen Pandemiekrise schon längst die Zeichen der Zeit nochmals vollkommen neu hätten gesetzt werden müssen.

              Muss es dafür wirklich erst ganz dicke kommen…???

              Ermangelt es tatsächlich am notwendigen Intellekt, oder geht man fatalerweise auch forthin davon aus, dass überbordende Gier alle Hirnmasse auffressen darf!?

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              • sonnenblume sagt

                “ Systemrelevant“ ja, aber in welchem Umfang? Man ist doch der Meinung, dass wir uns nach einem Umbau der Landwirtschaft Richtung Bio, immer noch voll umfänglich selber versorgen können, vielleicht sogar bessser. Die Ernährungsgewohnheit geht doch angeblich zügig Richtung Bio, Vegetarisch, und Vegan. So ist es zumindest angedacht und wenn der Bürger nicht von sich aus die Richtung einschlägt, dann muss man von unten her die Weichen dafür stellen. Unsere Lebensgewohnheiten und unser Lebensumfeld soll genau ihren Vorstellungen entsprechend umgebaut werden. Wie das dann funktioniert und wo das endet, wer weiß das?
                In einem hatte Herr Gauck ja Recht. Die Europäer haben gelernt, dass man in Friedenszeiten besser zurecht kommt.
                Ich will für uns und unsere Nachkommen hoffen, dass dieses Wissen nie verloren geht.

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              • sonnenblume sagt

                Hätten Sie eine andere Erklärung für das jetzige Handeln in Brüssel und Berlin? Hoffentlich fallen wir mit dem Bestreben hier unser eigenes Paradies zu schaffen nicht einmal fürchterlich auf die Nase.

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    • Mark sagt

      f…ph
      So ist es. Natürlich ist extreme Trockenheit oder gar Dürre sch…e. Aber deshalb sollte man nicht sofort einen wie auch immer gearteten, „menschengemachten“ Klimawandel dahinter vermuten!

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      • fingerphilosoph sagt

        Im Zusammenhang mit den zahllosen Hungersnöten zwischen 1350 und 1880 ist mir aufgefallen, dass die landwirtschaftliche Produktion und der Bedarf an Nahrungsmitteln damals in guten Jahren meist trotzdem null zu null aufging. Damals herrschte also gezwungenermaßen mangels besserer Technologien dieselbe Situation, die die Grünen heute mit ihrer Politik absichtlich anstreben, nämlich exakt nur die Menge an Nahrungsmitteln zu produzieren, die für eine vernünftige Ernährung der Bevölkerung notwendig ist. Nach dem Willen der Grünen sollen die Überkapazitäten ja abgebaut werden bzw. in Energie oder in Naturschutz fließen.

        Die damaligen Hungersnöte zeigen jedoch, dass diese Rechnung gar nicht aufgeht.
        Da es keine Überproduktion gab, führten auch schon relativ kleine Krisen wie ein paar Dürrejahre, drei verregnete Sommer oder Schnee im Juli im Folgejahr zur Hungersnot. Wer Hunger also dauerhaft eliminieren will, darf die landwirtschaftliche Produktion nicht exakt dem Nahrungsmittelbedarf der Bevölkerung anpassen, sondern muss in Überproduktion machen und akzeptieren, dass in guten Erntejahren eben ein Teil davon verdirbt.

        Auch das ist wieder ein Beispiel dafür, dass die Grünen nicht die Natur beobachten und entsprechend handeln, sondern einer Ideologie folgen. „Nichts im Übermaß“, ist menschengemachte Philosophie und Ethik und hat nichts mit Natur zu tun, die ja, genau genommen, im Guten wie im Schlechten oft maßlos ist, siehe Heuschreckenschwärme in Ostafrika.

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        • sonnenblume sagt

          fingerphilosoph, heute kann man alles was fehlt importieren. Denn einen globalen Ernteausfall wird es wohl nicht geben und wenn, dann geht die Ware doch zum Meistbietenden.
          Große Lebensmittelimporte können uns schon abhängig machen, aber sie entlasten auch die Handelsbilanz. Diese wird doch auch ständig von allen Seiten bemängelt.

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          • Arnold Krämer sagt

            Da die Grünen mit ihren Forderungen und der betriebenen Politik zugleich eine Deindustralisieng unseres Landes bewirken, könnte es vielleicht auch in 10 oder 20 Jahren schwer werden, die notwendigen Zukäufe an Nahrungsmitteln, Energie, etc. zu tätigen.

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            • sonnenblume sagt

              Denkt man heute soweit? Zunächst sieht man doch den eigenen Vorteil, was danach kommt interessiert heut nicht.

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  8. firedragon sagt

    Wir liegen zwischen Haardtrand und Rheinebene. Wenn es regnet, sehen wir den Regen zwar, kommt aber nicht in den Mengen bei uns an, die wir bräuchten.
    Am Samstag 5mm Niederschlag. Vorher maximal Werte von 25/26 Grad.
    Durch die Getreidebestände kann man teilweise durchschauen.
    Z-Rüben machen nicht zu, Sonnenblume verhaltenes Wachstum usw.
    Bei den Rebjunganlagen nehme ich mehr Triebe ab, als eigentlich nötig – ein drittes Dürrejahr in Folge bedeutet Stress für die Pflanzen.
    Fazit : bei uns zu trocken.

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  9. Astorianer sagt

    Bei uns auf unseren sandigen Böden in der Rheinebene in BW ist es viel zu trocken. Im Abril hatten wir keinen Regen und im Mai 2 x 3 mm und 1 x 25 mm, also viel zu wenig.Über den Winter war es vie zu nass, so dass überall in den Äckern das Wasser stand. Einiges der Niederschläge des Winters könnten wir seit 2 Monaten gebrauchen.

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  10. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Sind die Auswirkungen der kältesten Nächte eingangs März auf den Schlägen, die sehr früh mit dem Ährenschieben voran sind, sichtbar?

    Interessant werden ggf. die Sortenunterschiede, ob und in welchem Umfang sich selbige bemerkbar machen. Es ist allerdings sehr aufwendig, das zum jetzigen Zeitpunkt bereits festzustellen.

    Am Aussagekräftigsten aktuell sind Drohnenaufnahmen in einer Höhe zwischen 50-120 Meter, leicht schräg in den Bestand hinein. Da lässt sich am Ehesten grob abschätzen, wieviele Blätter in den Getreidebeständen noch vorhanden sind, wie niedrig der Blattflächenindex im heurigen Vegetationsverlauf ist.

    So eindeutig lichte Reihen, sichtbare Drillabstände zum jetzigen Zeitpunkt auf den Getreidefeldern haben, selbst unsere betagten Altvorderen auf unseren konventionellen Betrieben seit langem nicht mehr in diesem Ausmaß großräumig gesichtet; letztmalig flammt hier die Erinnerung an das extreme Dürrejahr 1976 auf hier bei uns in der Region.

    Sollten die Vorhersagen des amerikanischen Wetterdienstes Noah für Europa zutreffen, so wird schon Pfingsten die 30-Grad-Markte geknackt, Langzeitprognosen für Zentraleuropa in den Monaten Juni und Juli erwarten eine katastrophale Trockenheit bis in die fruchtbaren Regionen Osteuropas hinein bis hin zum Schwarzen Meer.

    Alles Schönreden, die ambitionierte DüV-Novelle, Green Deal, Farm to Fork etc. pp. – all das wird sehr bald auf den Prüfstand kommen. Die falschen Endstrategien seitens unserer Beamtenschaft zeigen das wahre Ausmaß erst noch überdeutlich, wenn unsere Mähdreschertanks gähnende Leere aufzeigen.

    Aktuell verlustiert sich übrigens zuhauf eine Insektenvielfalt an unseren Zuckerrüben, die großteils erst nach den ersten Niederschlägen aufgelaufen sind, die noch zarten Pflänzchen verschwinden -kaum gesichtet- in den Mägen unterschiedlichster Insekten, die laut Schulze, Prof. Jessel & Co. nicht mehr präsent sind. 😉

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    • Mark sagt

      Mit solchen Langfristprognosen muss man vorsichtig sein, die sind häufig schnell Schnee von gestern. Bei uns im wilden Süden ist die Situation zwar angespannt, aber noch nicht komplett hoffnungslos. Es gibt auch hier kleinräumig große Unterschiede was die Wasserversorgung betrifft, tenenziell sieht es südlich der Donau besser aus. Laut wetter.de kann man nach Pfingsten auf Regen hoffen, wenn da wieder nichts kommen sollte wird wirklich kritisch. April und Mai waren bisher nicht sonderlich warm, eher gekennzeichnet von sehr kalten Nächten und viel austrocknendem Wind. Unsere Quittenanlage hat nachtfrostbedingt Totalausfall, Äpfel haben ebenfalls leichtere Frostschäden. Auch der Mais leidet nicht nur an Wassermangel, sondern unter den kalten Nächten.

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  11. bauerhans sagt

    ich kann nicht meckern,wir haben hier 60er bis 80er böden und nur der weizen Sheriff kam erst nach ausreichend wärme in die gänge.
    nach dem regen der letzten tage hat alles nochmal einen schuss getan.

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  12. Thomas Apfel sagt

    Der Mai war bei uns durchaus kühl, aber eben nicht nass. Wenn Regen kommt, dann immer so 2 – 5 mm. Wir liegen in der Niederschlagssumme seit Januar bei 105 mm (mit 18 mm Gewitterschauer von Gestern), das ist weniger als die Hälfte des Durchschnitts. Die Getreidebestände sehen aber bei uns dafür noch ganz gut aus. Auf den Deckton-Standorten auf Sandunterlage im Oderbruch, da ist auf 20 – 30 % der Fläche der Welkepunkt erreicht, da wird nix mehr !
    Beim Obst auf unseren Standorten geht ohne Bewässerung gar nichts mehr. Auf den bewässerungsfähigen Standorten muß intensiviert und nicht „biodiversifiziert“ werden. Es ist einfach ein Verpflichtung, die verfügbaren Ressourcen maximal in Erträge umzusetzen, auch das ist eine Form der Anpassung an zunehmende Trockenheit. Das war noch vor 25 – 30 Jahren anders. Bin Morgen in der Uckermark und sehe mir einen Extensiv-Bio-Roggenstandort an (35 BP). Es geht zwar eigentlich um Ackerunkräuter, aber da werden die Auswirkungen der Trockenheit gravierend sein.

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      • Thomas Apfel sagt

        Meine eigene Station zeigt für meinen Acker 105 mm Niederschlagssumme an (Pessl IMETOS Station Markendorf. Wie das so bei Schauerwetter ist, örtlich sehr differenziert.

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        • Brötchen sagt

          Thomas ich liege fast bei 200 mm eigentlich drüber (simpler Regenmesser), ich habe nochmal andere gecheckt…..Prignitz 200 mm, selbst Elsterwerda liegt bei 200 mm, obwohl es da schon wesentlich trockener aussieht, war da am WE.
          Habe eingegangene Strassenbäume gesehen, aber auch Sonnenblumen, die schon recht weit waren.

          Bei uns hat es jetzt auch einen Schuss getan, so wie bei Bauerhans…

          Der Roggen kann ne Menge ab, entscheidend wird der Mais werden und ob das Grünland noch was bringt.

          Futterroggen war glaube ich nicht so doll.

          Wegen der Dünger VO haben viele mehr Gerste angebaut und die ist auch sehr unterschiedlich.

          Wir lagen auch oft in der Schauerzone…..es ist nicht bombig, aber nicht so schlimm wie manche Horrormeldungen.

          Hätte bombige WG Bestände bei jüterbog fotografieren können.

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          • Thomas Apfel sagt

            Hab mir grad mal die Station vom Landesamt angesehen (liegt 200 m von meinem Hof entfernt) . Da liegt die Summe mit den 18 mm von Gestern bei 138 mm. Die Station v. Wetterkontor liegt 7 km entfernt im Norden, da sind tatsächlich alle Schauer die uns nicht erreicht haben drübergezogen.
            Meine Station (baugleich mit der Amtsanlage) liegt in einer Obstanlage 7 km weiter südlich von meinem Hof entfernt.
            Das dokumentiert, dass es irgendwie seit einigen Jahren keinen durchgreifenden Landregen von 20 – 50 mm mehr gibt, und man sich auf die Vorhersagen so kleinräumig einfach nicht mehr verlassen kann !

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              In beiden Nachbargemeinden hat es dieses Jahr 355 mm geregnet. der höchste Niederschlag war im Februar mit 180 mm.
              Im Mai mit 59 mm.

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    • Bauer Willi sagt

      Bei 18 mm in einem Stück würde ich auch nicht meckern. Wir hatten gestern 0,5 mm, davor 2 mm. Das ist wie Staub gewischt.

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      • sonnenblume sagt

        Ja, so sieht es hier auch aus. Dabei bräuchten unsere sandigen Böden schon in Abständen ein gewisses Maß an Feuchte.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Am Samstag waren es 24 mm, vorher habe ich nicht gemessen.

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    • Bauer Willi sagt

      Ok. Ich scanne aber auch nicht den ganzen Tag, was auf einem regionalen Sender in zwei Wochen kommt.

      Heute morgen im Frühstücksfernsehen sagte Donald Bäcker, dass es wohl die ganze Woche trocken bleibt. Die Moderator*in hat es gefreut. Das meine ich. Mein persönlicher Freund Sven Plöger ist da anders. Er bringt häufiger was über die Auswirkungen in der Landwirtschaft.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Es ist doch schon immer so, dass die Moderatoren in Fernseh und Radio gute Laune verbreiten und nach einem Regenschauer die Community beruhigen, dass es bald wieder Sonne satt geben wird…..Bauern und Gartenbesitzer sind nur in konservativen Sendern wie z.B. NDR – Hallo Niedersachsen ein Thema. Die hippen Sender machen auschließlich gute Laune.

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        • Obstbäuerin sagt

          Bei mir erreichen sie damit immer das Gegenteil, Reinhard. Zum Glück kann man ausschalten.

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        • Inga sagt

          Ja, das steigert ja die Einschaltquote…

          Wahrscheinlich ist das wichtiger, wie die Feuchtigkeit im Boden für die Pflanzen!

          Ich bin im HR-Bereich aufgewachsen, von ihm aus nur gute Laune ausgestgrahlt, Verkehrsnachrichten mit Stau wegen Bau einer Autobahn (waren ja schon viel Reperaturarbeiten) dabei) mit viel Sonne, Strand, Freizeit und fröhliches Wochenende!
          In den 70iger schon Fahrrillen, von freie Fahrt ins Wochenende drin und ich wußte was Aquaplaning ist!

          Dann habe ich in das WDR Gebiet geheiratet und von da gab es mehr landwirschaftsfreundlichere Sendungen.

          Ich dachte, weil es dort mehr Großstädte gibt…
          Und deren Großmütter, die oft meinungsbildend sind konnten den Kindern erzählen, wie wichtig Nahrungsmittel, die beim Bauern auf dem Feld wachsen sind. Diese Großmütter haben ja nicht nur ein verpflichtendes „Landjahr“ hinter sich sondern auch die Hungerszeit nach dem Krieg.
          Ich denke mal so sind die Interessen entstanden.
          Die hessischen Großmüttern (sie hatten of selber noch einen Misthaufen vor der Türe) haben den Kindern erklärt, wie fein das Stadtleben mit den vielen Annehmlichkeiten ( wie Sonne, Strand, Meer, Freizeit und fröhliches Wochenende ist! Das Radio reagiert darauf.

          Und wenn Sven Plöger die Kumuluswolken erklärt, dann kann er auch die Erdschichten erklären, wo sich das Grundwasser hält und aus welcher Tiefe die verschieden Bäume, Getreide, Zuckerrüben, Raps ihr Wasser für Wachstum herholen.

          Ob dann das Interesse an Wetter mehr den Pflanzen für Nahrungsmittel gilt oder Sonne, Strand und Meer, Freizeit und fröhliches Wochenende?

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wehe,
        es ist Regen am Wochenende angesagt und der Moderator erklärt wie sich die Bauern über Regen freuen.

        Was glaubt ihr, was in den Köpfen der Bevölkerung vorgeht?

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    • Arnold Krämer sagt

      Gestern Abend sogar bei ttt, Max Mohr, ein großer Bericht zum Thema Dürre, Wassermangel. Bei MM gibts ja eine gewisse Sensibilität fürs Thema, hat er sich doch vor Jahren mal als Biolandwirt in Brandenburg versucht.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Sagen wir mal so, Max Mohr, bzw. seine Frau wollten den Bauern mal zeigen, wie Landwirtschaft geht, eine schmerzvolle Erfahrung, wenn man damit scheitert.

        Zumindest finanziell hat er es besser überstanden, als der Umstellungswillige Nachbar.

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        • Inga sagt

          Was haben denn die beiden denn für Berufe?

          Können die auch mitreden?

          Wollen die sich als Besserwisser outen und blamieren?

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Max Moor (eigentlich Dieter Moor;[1] * 1. Mai 1958 in Zürich) ist ein Schweizer Fernsehmoderator. Er besitzt ein Diplom der Zürcher Schauspiel-Akademie und ist als Schauspieler, Autor, Reporter, Produzent und Sänger im gesamten deutschsprachigen Raum tätig. Weil er seinen Vornamen noch nie mochte und die Entscheidung seiner Eltern korrigieren wollte, nennt sich Dieter Moor seit 2013 Max Moor.

            Als Dieter Moor wuchs er auf dem Land als Sohn eines Versicherungsvertreters auf. Nach der Schule besuchte er die Zürcher Schauspielakademie und arbeitete als Schauspieler in Film und Theater. Bis 2003 lebte er mit seiner zweiten Frau Sonja, einer Filmproduzentin, auf einem kleinen Bauernhof in Bäretswil im Zürcher Oberland. 2003 entschieden sie sich, die Landwirtschaft ernsthaft zu betreiben, und wechselten nach Hirschfelde (ein Stadtteil von Werneuchen) in die Nähe des nordöstlichen Stadtrandes von Berlin in Brandenburg.
            Sonja Moor gab ihre Beschäftigung als Produzentin auf und machte eine landwirtschaftliche Lehre und brachte es zur Diplomlandwirtin.
            Bis zum Jahr 2017 bewirtschafteten sie dort einen landwirtschaftlichen Betrieb mit biologisch-dynamischem Landbau von 70 Hektar nach Demeter-Richtlinien und züchteten unter anderem Wasserbüffel und Galloway-Rinder.

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            • Inga sagt

              Danke sehr, Ehemaliger

              Ist ja erstaunlich!

              Deswegen darf er sich aber auch nicht als Besserwisser in seiner Sendung aufspielen!
              Oder will sie uns durch die Sendung von TTT nur zum
              Biologisch-dynamischen Landbau bekehren?
              Nutzt sie ihren Ehemann aus?

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      • sonnenblume sagt

        Berichte von MM werden von der Bevölkerung vielleicht eher angenommen, wie die Aussage eines Landwirt.
        Ehemaliger Landwirt, den nächsten Regen mit 24 mm schick bitte zu uns.

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        • firedragon sagt

          Sonnenblume,
          mach Dir da mal keine Hoffnung, von den 24 mm hatten wir nur noch 5mm abbekommen.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Würde das gerne tun,
          aber die Wolken gehen erst über den Nordschwarzwald, wenn fast nichts mehr drinne ist, 🙁

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