Bauer Willi
Kommentare 56

Uns geht es gut!

Der nachfolgende Artikel hat mich sehr, sehr nachdenklich gemacht. Dass Corona solche Auswirkungen auf die Ernährung hat, war mir so nicht klar.

https://www.zeit.de/2020/22/hungersnot-corona-pandemie-globaler-sueden/komplettansicht

Und als ob es nicht so schon schlimm wäre, kommen die Heuschrecken noch hinzu, und das nicht nur in Ost-Afrika.

https://www.dw.com/de/wie-ostafrika-eine-heuschreckenplage-bek%C3%A4mpft-inmitten-einer-pandemie/a-53371174

Solche Meldungen schaffen es nur kurz in die Nachrichten.

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56 Kommentare

  1. Oberländer sagt

    Wie krumm geht wohl eine grünnin wenn sie aus einem halben
    Hektar Winterweizen die Disteln und die Kletten raus gehackt hat.
    Und das Ganze für 3 Laib Brot.
    Wer hier mit dem Maul austeilt soll ruhig mal ein Feld sauber halten, und wenn es dann schief geht ist halt ein Jahr lang Schmalhans Chef in der Küche oder es gibt Rüben und Rinde.
    Den letzten Rest Weizen aufessen geht nicht es muss noch Saatgut für das nächste Jahr bleiben sonst ist Schicht im Schacht.

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  2. Arnold Krämer sagt

    Der Beitrag, den grundsätzlich leistungfähige und leistungsbereite Landwirte in Deutschland zur Linderung (nicht zur Lösung) der geschilderten Probleme leisten können wird immer geringer werden. Die nationale Agrarpolitik tut alles dafür, die Kosten der hiesigen Produktion in die Höhe zu treiben. Die Flächenkosten steigen permanent und sind für viele konv. Betriebe nur über spezielle Produktionsrichtungen oder durch Quersubvention aus anderen Betriebszweigen zu erwirtschaften und für Ökobetriebe nur tragbar mit massiven Subventionen aus Steuergeldern. Die Arbeitskosten werden durch Mindestlöhne, Verbot von Leih- und Werkarbeit usw., usw. ständig in die Höhe getrieben. Die Motive für eine dermaßen gestaltete Politik sind sehr verschieden. Sie sind zu suchen unter anderem in einem extremen und immer größer werdenden Sicherheitsbedürfnis der Menschen einerseits und auf der anderen Seite (verdeckt unter dem Mantel Tierschutz, Umnweltschutz) in dem Bestreben, marktwirtschaftliche Strukturen zu schwächen bzw. zu zerstören.

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    • Stadtmensch sagt

      Marktwirtschaft klingt für mich wie eine Drohung. Märkte sind im Zuge eines gewaltsamen expansiven Staatswesens entstanden und ohne Gewaltmonopol (Leitwährung, militärisch industrieller Komplex, sonstige Tricks) nicht zu halten. Die Drohung „Embargo“ oder sonstige Handelssperre kann man nicht einfach aussprechen. So etwas muss man erzwingen können. Also ist Markt immer ein Ausbeutungsverhältnis. War es schon immer.
      Schade, das die zeitgenössischen Ökonomen nix anderes denken können. Indes die Hoffnung stirbt zuletzt. Bis dahin lasst uns Kaufprämien für Autos und Subventionen für Luxushotels durchziehen. Die Aktionäre von BMW dürfen sich auf 1600 Millionen freuen. Quant und Klatten ebenfalls auf reichlich 700 Millionen. Die Mindestlöhne müssen aber unbedingt runter, sonst geht hier bald nichts mehr – das ist ganz klar

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      • Arnold Krämer sagt

        Wenn Markt Ausbeutung ist, was ist dann Planwirtschaft? Oder welche Alternativen kommen sonst noch infrage?

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          • Stadtmensch sagt

            Punkt 21
            „Tauschwirtschaft: Hochgradig ineffiziente Art des Handels, den manche „Geldsystemkritiker“ wünschen. Mittelalterliches Marktkonzept ohne Tauschmittel Geld. Wer nichts zum Tauschen besitzt, muss sterben.“

            Die hätten mal Anthropologen fragen sollen, wie das mit Tausch und Kredit (nicht Geld als Kredit) funktioniert hat.

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            • Ostbauer sagt

              Und ,Stadtmensch, was hast Du so alles anzubieten zum tauschen. Mal sehen, ob wir ins Geschäft kommen. 🙂

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              • Stadtmensch sagt

                Tausche fremder Leute Selbsterkenntnis gegen köstliches Müsli 😉

                Bitteschön:

                „Der Mensch kann nicht Nichts wollen, deshalb will er mit aller Leidenschaft wenigstens Nihilismus oder wenigstens Askese“.
                Letztere wird in der Ausprägung als „Drang zur Wahrheit“ (mangels Alternativen) momentan als die edelste Form der Moral angesehen.

                Da können wir uns ja hier im „Aufklärerblog“ mal ordentlich auf die Schultern klopfen 😉

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        • Stadtmensch sagt

          Immer dieses entweder oder..

          Hier, der Herr Niessen hat ein paar Vorstellungen in seiner Dissertation. Kapitalismus sei dank einfach via Oberausbeuter zu beziehen:
          https://www.amazon.de/Nachhaltigkeit-Kapitalismus-Demokratie-%C3%B6konomischen-Realisierungsbedingungen/dp/3830030401

          Ich hätte gern die Zeit, alles zu sichten, bevor ich hier so viel Off Topic schwätze. Womöglich ist schon viel über mögliche Organisationsformen und gemachtes- sich ständig reproduzierendes menschliches Wollen nachgedacht worden und wir nehmen uns nicht die Zeit oder haben sie nicht, uns mal zu überlegen, was alles gehen könnte. Muss mal jemand modellieren. Ist zu komplex für unsere Wildbeuterhirne.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Gibt ja auch noch bestimmt viele schlaue Köpfe unter den 7,5 Milliarden Menschen….irgendwer wird’s schon richten .

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      • Lady sagt

        „Marktwirtschaft klingt für mich wie eine Drohung. Märkte sind im Zuge eines gewaltsamen expansiven Staatswesens entstanden und ohne Gewaltmonopol (Leitwährung, militärisch industrieller Komplex, sonstige Tricks) nicht zu halten. “

        Starke Nummer, Stadtmensch. 👎 Der große Zusammenhang war echte Not, Elend, Hunger. Und da kommt der Wohlstandsjammerer daher und labert davon, dass Marktwirtschaft „Gewalt“ sei. Vielleicht kannst du ja tauschen…

        Ich denke auch , uns fehlt es gelegentlich an Demut und vielleicht auch einfach an einem freundlichen Blick auf den Nächsten. Amen 😀
        Aus meiner Sicht wird es uns aber morgen nicht mehr gutgehen, falls der Respekt vor professionellem Expertenwissen weiter abnimmt.
        Auch hier im Blog ja wunderbar zu sehen/lesen. Ihr wolltet doch schon immer wissen, wie Raps anzubauen ist, oder? 😄
        Die Welt wartet jedenfalls nicht auf ein Land, wo die Meinung das Wissen ersetzt. Da werden wir durchgereicht …

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        • Inga sagt

          Ja, man denke an die Planwirtschaft!

          Und was denkt Stadtmensch über die Soziale Markwirtschaft?

          Was ist bedrohlich daran, Stadtmensch

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        • Stadtmensch sagt

          „da kommt der Wohlstandsjammerer daher und labert “

          Ihr VWLer habt doch echt Komplexe mit eurer Sozialwissenschaft, die ihr immer wieder erfolglos mit Mathematik aufblast.
          Auf dieses Expertenwissen (fünf Wirtschaftsweise) kann ich gerne verzichten. Da frag ich lieber gleich Psychologen und Handlinienleser.
          Tanzt ruhig weiter um euer Wirtschaftswachstum ihr Exportweltmeister. Faselt etwas vom „freundlichen Blick für den Nächsten“ und fürchtet euch vorm Durchgereicht werden. Ist doch alles nur Marktwirtschaft! Wie kann man da Angst haben? Oder ist Marktwirtschaft am Ende doch bedrohlich? Wenn man erkennen muss, dass man eine 20:80 Gesellschaft erzeugt hat, die nichts mehr taugt. Ich rege mich nicht mehr auf. Hab eh nix zu melden, wie soll ich da Verantwortung oder gar Demut fühlen? Vor was soll ich denn in die Knie gehen bitteschön? Doch höchstens vor dem Chaos, das wir anrichten auf diesem Planeten mit eurer Mauskonkurrenz um Käse-, Liebes-, »Arbeits«- und womöglich Luftbröcklein…

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  3. Moin!

    Manches erinnert sehr an die Apokalyptischen Reiter. Krieg, Hunger, Pestilenz und Tod.

    Oft geht das eine mit dem anderen einher. Die Wirtschaft bricht ein, Hunger breitet sich aus, Not und Elend führen zur Radikalisierung, Bürgerkriege usw.

    Und es ist noch gar nicht so lange her, daß es auch in Deutschland galt, viele Kinder zu haben, um von diesen im Alter mitdurchgefüttert werden zu können.

    Im Norden haben wir eine Mäuseplage, mancherorts eine Gänseplage, andere gehen auf Wildschweine aus Angst vor ASP los, irgendwo kommt die Arabische Riesenhornisse oder der Eichenprozessionsspinner oder was auch immer nebst Varroa-Milbe und Co. Und irgendwer meint auch immer, man könne alles abknallen, dann wird’s besser.

    Ich sehe es eher so, daß die Globalisierung sowie ein verzehrte Konsumverhalten einiges aus dem Lot gebracht haben. Einhergehend mit einer stellenweise deutlichen Überproduktion tierischer Produkte (so gesehen Veredelung von Pflanzen), so daß auch Stoffkreisläufe und damit die Natur aus dem Tritt kommen mußten.

    Pflanzenschutzmittel helfen eher, die Symptome zu bekämpfen, aber ändern an den Ursachen nichts. Und in Kombination mit Gentechnik – siehe USA – nimmt der Einsatz sogar rapide zu wie auch die Resistenzbildung der Natur, so daß womöglich jetzt auch die Weichen gestellt werden müßte für andere Produktionsweisen. Gern bis hin zum Urban-Farming/Aquaponik und was nicht noch alles. Fokus Humusaufbau, Tierhaltung verstärkt zu Ackerbau, kohlebasierte Stickstoffdünger, höhere Biodiversität etc.

    Beispiel konventioneller Rapsanbau ohne Pflanzenschutzmittel:
    1. Untersaat: Wuchs schneller, Raps mußte nicht chemisch eingekürzt werden.
    2. Untersaat: Attraktiver für Schädlinge, Raps ließen sie in Ruhe.
    3. Untersaat: Klee, quasi Flächendecker, um unerwünschte Pflanzen aus dem Acker zu halten.

    Von marktwirtschaftlichen Fragen ganz zu schweigen, wenn an Börsen mehr Lebensmittel gehandelt werden als real existieren …

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    • Obstbäuerin sagt

      …Pflanzenschutzmittel helfen eher, die Symptome zu bekämpfen,….
      Ich kann Ihnen versichern, Herr Suhr, dass die Menschen in den betroffenen Ländern über jedes Mittel, dass die Schädlinge bekämpft und ihnen eine Hungersnot erspart, sehr dankbar sind.
      Da die Ursachen oft schwer beeinflussbar sind, bleibt nur die Symptombekämpfung. Deshalb bleiben Pflanzenschutzmittel auch weiterhin ein Segen, wenn sie professionell eingesetzt werden. Langsam mehren sich auch hier in Deutschland die Zeichen, dass durch das Verbot vieler wichtiger Pflanzenschutzmittel und gleichzeitigem Schaffen neuer Lebensräume für Insekten aller Art, massenhafte Vermehrung einzelner Arten auftreten. Da kommt noch was auf uns zu.

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      • Inga sagt

        Pflanzenschutzmittel waren immer ein Segen,
        weil die hier etabliert sind und lauter schönes Obst und Gemüse im Laden zu finden sind, sieht der Ottonormalbürger nicht ein, warum die noch angewendet werden müssen.
        Mehl, Zucker Kartoffeln sind auch zu genüge da!
        Dann sind die ja auch noch angeblich so giftig, das macht misstrauisch.
        Und weil hier seine Meinung äußern darf, macht er es auch lieber, wie sich mal informieren!

        Aber wenn er schon mal Kartoffelkäfer abgelesen hätte und wüßte wie viel Schäden die machen gerade wo Kartoffeln knapp sind, dann hätte er eine andere Meinung.

        So geht es nun auch den Leuten in Ostafrika!

        Da wurden ja schon PSM (Insektizide) angewandt, sonst wären ja die Plage in den letzten Jahren noch schimmer!

        Die Bürger werden auch dadurch aufgeklärt!

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    • thomas Apfel sagt

      Was heißt, „Alles Abknallen“, und wem unterstellen Sie das zu wollen ?
      Was genau hat das, was Sie ausführen, mit dem Wiederkehren der mehrjährigen Heuschreckenplagen zu tun, Herr Suhr? Und ebenso mit den aus der Koronabekämpfung resultierenden wirtschaftlichen Niedergängen? Welche der Dinge/Maßnahmen, die Sie ausführen, würde irgendeins der existenziellen Probleme in den beschriebenen Ländern lösen?

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      • Mark sagt

        „Beispiel konventioneller Rapsanbau ohne Pflanzenschutzmittel:
        1. Untersaat: Wuchs schneller, Raps mußte nicht chemisch eingekürzt werden.
        2. Untersaat: Attraktiver für Schädlinge, Raps ließen sie in Ruhe.
        3. Untersaat: Klee, quasi Flächendecker, um unerwünschte Pflanzen aus dem Acker zu halten.“
        Und die blöden Bauern setzen Pestizide ein, die mehr als 400€ je ha kosten. Wenn die das mal vorher gewusst hätten….

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        • Reinhard Seevers sagt

          Tja, da muss erst ein Webdesigner kommen, um Bauern zu erklären, wie es geht!😁😉

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          • Thomas Apfel sagt

            Öko-Raps macht 0,4 % der Gesamtmenge aus. Warum wohl, Herr Suhr ?

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        • Inga sagt

          Und wie ist der Ertrag bei so einer Anbaukultur?

          Lohnt es da mit dem teuren Mähdreshcer durchzufahren?
          Kann man ihn mit dem Erlös gut abzahlen?

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  4. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Die erste USDA-Schätzung im Mai 2020 bestätigt für die neue Ernte eine SATTE VERSORGUNGSLAGE(!) veröffentlicht als erste Orientierung für das neue WJ- wohin also mit solchen wiederum in stehenden gigantischen Übermengen!?

    Ich als konventioneller Ackerbauer werde auf unseren Feldern diesen Forderungen schon jetzt vorhersehbar allerdings realiter leider wohl nicht gerecht, wir leiden innerhalb unserer Region unter der extremen Trockenheit und müssen dahingehend bereits irreparable Schäden verzeichnen.

    Lt. einem Artikel heute bei TA online geht IAMO derzeit (auf dem Papier) von globalen Getreidelagerbeständen aus, die sich auf einem vergleichsweise hohen Niveau befinden. Nach Schätzung des USDA sind allein die Hälfte der globalen Weizenbestände sowie jeweils zu zwei Dritteln Reis- u. Maislagervorräte in China eingelagert. – China rettet bei Bedarf also den hungrigen Rest der Welt!?

    In Demut üben sollten sich vornehmlich sogenannte weise Forscher, die noch immer bescheinigen, es gäbe an allem ein Mehr an zuviel! Schaut euch die Preiskurven auf den Börsenplattformen an, diese reagieren auf solche Prognosen prompt u. schicken unsere bäuerlichen Roherzeugerpreise auf Talfahrt. Auf das in Erwartung stehende WENIGE bis NICHTS soll demnach auch noch eine gähnende Leere auf den Bauernkonten folgen. …Und wäre dem nicht Buße genug, gibt es hierauf auch noch die erbarmungslose Keule von unserer überaus edlen Frau Schulze, der EU-Kommission unter Frau Dr. von der Leyen, Timmermans & Co..

    Wir durchleben traumatisierende scheinheilige Welten, wo man ganz offensichtlich nicht weitreichend vernetzend zu begreifen scheint, wo die Herausforderungen unser aller Zukunft weltweit in vorderster Priorität anzusiedeln wären. Auch den Ärmsten der Armen leistet man damit fürwahr einen Bärendienst. Man sollte meinen, dass hinreichend Intellekt zu weitaus mehr befähigen könnte…, sollte man!

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    • Bauer Willi sagt

      USDA-Schätzungen geben nicht unbedingt die Realität wieder. Sie dienen der Marktsteuerung und der Preisbildung und sind von daher auch politisch eingefärbt. Ich beobachte die Agrarmärkte jetzt seit rund 35 Jahren sehr regelmäßig.

      Ich lasse mich von Prognosen auch nicht in die Irre leiten. Kontrakte mache ich dann, wenn ich mit dem Preis zufrieden bin. Wenn dann einer später 20 Cent mehr bekommt, freut mich das für ihn. Ich muss mir dann anhören. “ Hättest ja warten können!“ Wenn ich einen Euro mehr habe als er, heißt es: „Ja, Du hast alles richtig gemacht.“

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  5. Inga sagt

    Danke für das Schlagwortregister,

    aber was kann man gegen

    Korrupte Regierungen

    tun?

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    • Reinhard Seevers sagt

      Das Schlagwortregister war eher als ironischer Vorgriff auf die zu erwartende Dikussion gemeint:-)
      Ich denke es geht Willi bei dem Thema eher um Empathie und Demut.

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        • Inga sagt

          Das meinte ich doch, die korrupten Regierungen haben zu wenig Demut und zu wenig Empathie ihrem Volk gegenüber, finde ich!

          und die Beispiele im restlichen Schlagwortregister auch, besonders wenn sie von uns, denen es gut geht geäußert werden, oder?

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      • Ostbauer sagt

        Empathie und Demut den betroffenen Menschen gegenüber dort habe ich durchaus.
        Aber jetzt alle Probleme hier nach dem Schlagwortregister abzuladen,ist ein bischen einfach. Weisst Du auch.
        Es gibt in Afrika einige Beispiele, positive und negative, welche die Hauptursachen sehr schön aufzeigen. Die haben nichts mit Europa, Monokultur oder PSM zu tun.
        Und schon gar nichts mit unserer Landwirtschaft!
        Deshalb hab ich deswegen auch kein schlechtes Gewissen.
        Entweder Afrika löst seine Probleme selber, oder die Chinesen machen es.
        Letzteres erscheint mir wahrscheinlicher.

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  6. Thomas Apfel sagt

    Wenn man sich in dem Artikel die Dauer und Verbreitung von Heuschreckenplagen vor 1960 und nach 1960 anschaut, gibt es nach 1960 nur kurze (im Verhältnis zu vor dieser Zeit)
    Plagen und große Zwischenräume ohne wesentliche Ausbrüche. Das ist „zufälligerweise“ die Zeit des modernen Pflanzenschutzes mit chemisch synthetischen Mitteln, um es mal ganz deutlich zu sagen. Ich habe bisher kaum eine Darstellung gesehen, die das so deutlich zeigt.
    Man kann „die Chemie“ verdammen, solange man selbst nicht so existenziell von Plagen betroffen ist, und ja, man soll an mikro- oder makrobiologischen Alternativen forschen.
    Aber die feindliche Einstellung gegenüber der modernen Pflanzenmedizin und ihrer Medikamente, wie sie bei uns kultiviert wird, ist aberwitzig, wenn man in solchen Situationen nicht mehr mit den vorhandenen Waffen (zukünftige sind ohne Wirkung – weil noch nicht da!) begegnen kann. Insektenplagen kann ich in meiner Ortschronik von 1900 bis 1914 allein drei nachlesen (Zikaden und Heuschrecken) – sicher nicht in dem biblischen Ausmaß wie derzeit in Ostafrika.

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    • Mark sagt

      Wenn auch nicht mit dem Aussmass der Heuschreckenplage vergleichbar, bei uns gibt es dieses Jahr ein massives Auftreten von Getreidehähnchen, jetzt im Weizen, später dann sicherlich auch in der Braugerste. In den letzten Jahren waren Getreidehähnchen eher kein Problem gewesen, dachte schon an das Insektensterben. Nun ist chemischer Pflanzenschutzeinsatz dringend notwendig (300 ml/ha Bulldock).

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    • fingerphilosoph sagt

      Man darf auch nicht vergessen, dass Bio-Betriebe, die wie Inseln in der konventionellen LW eingebettet sind, vom Pflanzenschutz der umliegenden Konventionellen profitieren, auch wenn sie selber diese Mittel gar nicht einsetzen. Das ist mit der „Herdenimmunität“ bei Viruserkrankungen vergleichbar. Wenn 70% immun gegen ein Virus sind, landet das Virus beim Versuch, sich zu verbreiten, nur noch sporadisch mal einen Zufallstreffer. Ähnlich beim Impfen. Wenn 90% geimpft sind, profitieren die restlichen 10% ebenfalls davon. Wenn nun der Pflanzenschutz in ganz Deutschland massiv zurückgefahren wird, kann man davon ausgehen, dass die Schädlinge sich generell wieder mehr vermehren, von Fall zu Fall vermutlich sogar explosionsartig. Das lässt sich doch sogar schon jetzt beobachten.

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      • Es ist eine Frage der Mittel. Neonicotinoiden wurde nachgesagt, daß diese im Boden wandern (wasserlöslich) und auch das ganze Umland für Insekten tödlich gemacht haben, sie haben sich nicht auf die Ackerfläche beschränkt. Lindan war jetzt auch nicht so prickelnd etc.

        Insofern sollte man jedes Mittel individuell bewerten und nicht pauschal gut oder schlecht über Pflanzenschutzmanagement und Mitteleinsatz entscheiden. Nur kritisch bleiben muß man immer in alle Richtungen.

        Siehe anderes Beispiel aus dem Bereich Herbizid:
        Dicamba verweht leicht, wenn man der benachbarte Ackerbauer ist, muß man auch Xtend-Saatgut nutzen oder die Ernte geht hops (USA). Sorum geht’s nämlich auch von wegen „Herdenimmunität“. Doof nur, wenn man dann Obstbauer und sich das nicht aussuchen kann.
        https://www.agrarheute.com/politik/dicamba-abdrift-bayer-basf-muessen-usa-schadenersatz-zahlen-565081

        Jede Medaille hat zwei Seiten.

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        • Mark sagt

          „Neonicotinoiden wurde nachgesagt, daß diese im Boden wandern (wasserlöslich) und auch das ganze Umland für Insekten tödlich gemacht haben, sie haben sich nicht auf die Ackerfläche beschränkt.“ Kompletter Schmarrn! Lindan ist ein starkes Nervengift und wurde vorallem aus Anwenderschutzgründen zurecht schon vor mehr als 20 Jahren verboten. Die hirnrissigen Gerichtsurteile(auch bei Roundup) in den USA gibt es seltsamer Weise erst seit dem deutsche Firmen betroffen sind (ein Schelm, wer böses dabei denkt). Deshalb muss man kritisch bleiben in alle Richtungen!

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        • bauerhans sagt

          „Neonicotinoiden wurde nachgesagt, daß diese im Boden wandern (wasserlöslich) und auch das ganze Umland für Insekten tödlich gemacht haben,“

          beim maisdrillen im Rheingraben hatte die beizstäube aus der drille die bienen in den obstplantagen erreicht,weil die ereignisse zusammen fielen.

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          • Stadtmensch sagt

            Danke, dass du das nochmal rauskramst. Natürlich gibts immer einen Haufen Risiken bei der systemischen Anwendung von „Pflanzenmedizin“ im Freiland. Kann man sich gar nicht ausdenken, was alles passieren kann. Vor allem, wenn man Erfahrung und Wissen auf das Lesen von Beipackzetteln und Ausbringverordnungen reduziert. Es sind synthetische Kohlenwasserstoffverbindungen die sich irgendwo ablagern, anreichern, tw. abgebaut werden und einfach einen anthropogenen Störfaktor mehr darstellen. Ein schönes Beispiel für „hinterher ist man immer schlau“ sind die mit Schwermetallen kontaminierten Böden, überall wo es Bergbau gab oder mit irgendwelchem Zeug (Schlacke) gedüngt wurde. Ganz zu schweigen vom Plastik heutzutage.

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            • Thomas Apfel sagt

              Für die Erde wär´s eh besser wir wären nie da gewesen, sofern dann Jemand „besser oder schlechter“ verifizieren würde. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist immer eine Abwägung nach dem jeweiligen Stand der Erkenntnis. Wie alle Dinge, die gerade als gut und geeignet angesehen werden aktuelle Probleme zu lösen, erst später in ihrer Wirkung beurteilt werden können. Die „Chemisierung“ unseres Lebens hat viele Probleme der Vergangenheit gelöst, mit Nebenwirkungen, wie alles was wir tun.
              Ich finde es nur gefährlich gerade in der Nahrungsmittelproduktion ohne Lösungen zu haben, Dinge einfach in „gut und böse“ einzuteilen ohne die möglicherweise fatalen Folgen für die Ernährungssicherheit zu bedenken.
              Bislang haben nicht die „Chemisierung des Lebens“ sondern die Urbanisierung, das Ausräumen und die Versiegelung der Landschaften und unsere nicht geschlossenen Kreisläufe (Wegwerfgesellschaft) die wirklichen Schäden verursacht. Nicht zu vergessen unsere Angewohnheit andere Länder mit Krieg zu überziehen (meist geht es um unsere Rohstoffinteressen).
              In Bezug auf die Probleme in den Ländern, um die es in den von Bauer Willi eingestellten Artikeln geht, sind wir nicht die Ärzte, sondern die Krankheit.

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              • Stadtmensch sagt

                Ich denke, die Ernährungssicherheit hierzulande wird vielmehr durch Flächen- und Nutzungskonkurrenz (Bodenspekulation) und kapitalintensive Spezialisierung beeinträchtigt, als durch ein Zuwenig an PSM. Fläche für Energiepflanzen, Wald für unnötig viel Verpackungsmaterial (Lebensmittelverpackungen müssen nur zu 60% gefüllt sein).
                Gestern eine Reportage über Starbucks auf Arte gesehen: 8 Millionen Bäume jährlich für nicht recyclingfähigen Pappbecher-Abfall).

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                • Reinhard Seevers sagt

                  ….fast so gut wie der Herr Suhr………was war noch Mal ihr Betätigungsfeld, Kunststoff? 😀

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                • Stadtmensch sagt

                  „fast so gut“
                  Warts nur ab: „Wenn wir schreiten Seit an Seit“
                  Aber im Ernst, Herr Suhr ist ein West-Linker. Das ist sowas von SPD-Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Soziale-Martwirtschaft. Ich distanziere mich ausdrücklich 😉
                  Also Judäische Volksfront vs. Volksfront von Judäa. Das kann man doch nicht in einen Sack stecken!

                  Mit Kunststoff hab ich nichts zu tun. Da ist der Kunde „schuld“, wenn er solche Maschinen baut. 😉

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                • Inga sagt

                  Wer will das Mehl mit Fussariumsporen essen?

                  Warum schimmelt das Brot aus Mehl von Bioanbau leichter?
                  Vollkornbrot auch!

                  Um wie viel % die fruchtbare Ackerfläche durch Baumaßnahmen zurückgeht, kann ich nicht sagen, aber wenn nicht wenige % Ackerfläche durch die vielleicht zunehmende Dürre der nächsten Jahre unbrauchbar wird, dann müssen dann die fruchtbaren Böden hinsichtlich verschont bleiben!

                  Darüber müsste öfters auch in der Öffetnlichkeit diskutieret werden!

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            • fingerphilosoph sagt

              „Anthropogener Störfaktor“: das klingt so verharmlosend. Was unsere Spezies mit dem Planeten anstellt, ist schon ein bisschen mehr als nur zu „stören“. Unsere Spezies hat in nicht mal 10.000 Jahren die Hälfte des weltweiten Baumbestandes eliminiert und die Welt der Wildtiere auf ein paar kümmerliche Reste dezimiert. Diese Spezies bewegt allein durch ihr Gebuddel in Bergwerken pro Jahr mehr Sedimente als alle Flüsse der Welt zusammengenommen.

              Was der Mensch tut, sind nicht nur „Störungen“ in einer ansonsten heilen Welt. Der Mensch ist dabei, den Planeten umzubauen, inklusive der sog. „Natur“. Letztendlich geht es doch nur darum, welche Vorstellungen sich bei diesem Umbau durchsetzen, und das heißt, sollen die eingesetzten Technologien wie in der Vergangenheit für jedermann sichtbar bleiben oder sollen sie hinter einer möglichst idyllischen Naturkulisse verschwinden, in der angebliche Wildtiere doch nur überleben, wenn sich genügend Touristen dafür interessieren.

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              • firedragon sagt

                Tja fingerphilosoph,
                und mit Deinem letzten Satz, bist Du beim Thema wieder angekommen – also drehen wir uns im Kreis.
                Ohne Touristen, die bspw nach Afrika reisen, um die dortigen Tiere mit der dazugehörigen Naturkulisse zu bestaunen, bleibt einiges an Geld aus. Durch die C -Kriese verursachter, ebenfalls nicht zu unterschätzender, Wirtschaftseinbruch für diesen Sektor.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Es wäre zu wünschen, dass diese Spezies Mensch endlich offen dazu steht, was sie tatsächlich tut, statt sich permanent selbst was in die Tasche zu lügen von wegen Leben im Einklang mit der Natur, Rettung von Bienen und Klima, Nachhaltigkeit und all diese Heucheleien. Das ist doch nur noch peinlich.

                  Warum nicht offen zugeben, dass ein Naturreservat in Tansania nichts anderes als eine Art Zoo ist, der reichen Leuten vorbehalten ist, die sich den Eintritt leisten können? Es geht nicht in erster Linie um den Schutz der Berggorillas um der Gorillas willen, sondern um ein Geschäft.

                  Warum nicht offen zugeben, dass diese Spezies Mensch nur etwas auf die Reihe kriegt, wenn man daraus ein Geschäft machen kann?

                  Ich glaube, dass die Spezies Mensch bessere Ergebnisse erzielen könnte, wenn sie sich nicht immer als edel, hilfreich und gut selbst inszenieren müsste.

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                • firedragon sagt

                  fingerphilosoph,
                  Deinem ersten Abschnitt kann man zustimmen.
                  Zweiter Abschnitt, können auch Normalos, musst dazu nicht zu den oberen Zehntsd. gehören. Dritter Abschnitt, könnte am denkenden Gehirn liegen (Tiere handeln instinktiv) und daran kannst Du auch Deinen vierten Abschnitt festmachen.
                  Allerdings bin ich im Filosophieren grottenschlecht – klär mich mal über die „besseren Ergebnisse“ auf.

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                • Stadtmensch sagt

                  @Drachen: Fingerphilosoph hadert etwas mit „Unseren Werten“

                  https://de.wikipedia.org/wiki/Das_G%C3%B6ttliche

                  Das ist nun mal das Selbstverständnis eines „richtigen“ Philosophen. Siehe Nietzsche: „Genealogie der Moral“, der wiederum von olle Schopenhauer inspiriert war. Seufz – damals hatten die Privatiers in ihrer vielen Freizeit noch richtig gute Texte fabriziert – und heute? Wo isser eigentlich unser Privatier?

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                • firedragon sagt

                  Stadtmensch,
                  nach gestern kommst Du heute mit so einem Geschütz daher…

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              • Inga sagt

                Ja, das stimmt Fingerphilosoph,

                aber ich denke dass dagegen angegangen wird, sonst wäre kein Thema!

                Dann mußt man auch von Gebiet zu Gebiet auf diesem Erdball speziell unterschieden,
                hier wird die Jagd und der Forst nachhaltig verwaltet.

                Wo anders in der Welt sieht es anders aus!

                Nicht nur eine andere Ökologie, aber auch andere Kultur in dem anderen Land.

                Wenn wir dabei helfen, wenn wir die Tiere auf Safari ansehen, dann müssen die dort auch westlich werden, mehr von Touristen als von Landwirtschaft leben!

                Der Tourismus wird dann zur Industrie.
                Dann bekommen die Leute aus den Townships auch Arbeit!

                Wir müßten nur schlechtes Gewissen haben, wegen den vielen Flugstunden.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Damals war der Boden staubtrocken und windig war es auch noch.

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            • Schorsch Summerer sagt

              Zudem war das Beizmittel nicht genügend am Korn angeheftet (zuwenig Wasser beim Beizvorgang?) und es wurden mittlerweile nicht mehr zugelassene Einzelkornsämaschinen ohne Filter verwendet

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          • Inga sagt

            und wie haben die Bienen da reagiert?
            Haben sie wirklich ihr -ziel nicht mehr gefunden?

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        • Reinhard Seevers sagt

          Das amerikanische Rechtssystem ist so gestrickt, dass derjenige, der sich mit zu heißem Kaffee verbrüht, Schmerzensgeld einklagen kann, wenn die Gefahr nicht auf dem Becher ausgewiesen ist. Von solch skurrilen Verfahren leben die Anwälte. Bayer wurde ja auch nur verklagt, weil die „neue“ Gefährdungslage nicht auf der Packung stand, nicht weil nachgewiesen wurde, dass Menschen daran erkrankten…..das sollte man im Hinterkopf haben, wenn man alles verteufelt, was nicht nicht Menschengemacht ist.

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  7. Reinhard Seevers sagt

    Aus dem Repertoire des Schlagwortregisters:

    – Hat es immer gegeben
    – Wird es immer wieder geben
    – Kann man nix machen
    – Die EU Agrarsubventionen sind Schuld an der Lage
    – Die Agrarindustrie verursacht Monokulturen, das ist die Ursache der Insektenplage
    – Die reichen Länder müssen etwas tun
    – Die korrupten Regierungen sollen erstmal was ändern
    …..
    …..
    …..

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