Monate: Mai 2021

Hunde, Katzen und der brennende Regenwald

Mir ist klar, dass der nachfolgende Artikel einigen nicht gefallen wird, aber den Shitstorm muss ich riskieren. Ich schreibe, weil meiner Meinung nach in der Diskussion um „wir sollten weniger Fleisch essen“ ein Gesichtspunkt vollkommen ausgeblendet wird: Haustiere. In Deutschland lebten 2020 rund 15,7 Mio Katzen und 10,7 Mio Hunde. Dazu kommen noch rund 5 Mio. Kleintiere (Hamster, Kaninchen etc.)  sowie zahlreiche Ziervögel, Aquarien und Terrarien. Der Markt für Heimtierbedarf ist 5,5 Mrd. € schwer, davon rund 3,5 Mrd. € für Tiernahrung. Haustiere leben, so sagt es der Name, im Haus. Ich will jetzt nicht diskutieren, wie artgerecht das ist. Es geht um etwas anderes. Hunde und Katzen fressen Fleisch. Alle Versuche, sie vegetarisch oder vegan zu ernähren, sind bisher gescheitert. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit veganem Futter von „Fressnapf“… Glaubt man der Werbung, so gibt es nur eine richtige Form der Ernährung: BARF. Und das heißt nichts anderes als „Biologisch artgerechte Rohfütterung“, also Fleisch. Und meist hochwertiges Fleisch. Übrigens sind Lunge, Pansen, Leber und Niere keine „Abfälle.“ Wir behandeln es mittlerweile nur …

Ein Riss in der Brücke

Nur eine ganz kleine Meldung, die aber zum Nachdenken anregt. Erst ein quer stehendes Containerschiff im Suez-Kanal, dann Hacker, die eine Pipeline ausser Betrieb nehmen. Und jetzt ein Riss in einer Brücke irgendwo in den USA. Über 700 Lastkähne können nicht weiterfahren. https://www.nzz.ch/wirtschaft/ueber-700-lastkaehne-im-mississippi-blockiert-ld.1625136?mktcid=nled&mktcval=164_2021-05-14&kid=nl164_2021-5-13&ga=1&trco= Sollte die Sperrung weiter anhalten, sind Auswirkungen auch auf die Börse für Agrargüter zu erwarten 0

19% mehr Schweine

„Wir sollten weniger Fleisch essen“. Diesen Satz liest und hört man immer wieder, besonders häufig und nachdrücklich in Deutschland. In anderen Teilen der Welt scheint der Vorschlag nicht so gut anzukommen… https://www.pigprogress.net/World-of-Pigs1/Articles/2021/5/Chinas-pig-production-will-grow-19-in-2021-745100E/ Zitat: „Chinas Schweineproduktion wird 2021 um 19 % wachsen Die aggressive Kapazitätserweiterung von Großbetrieben im Jahr 2020 hat einen geschätzten Anstieg der Schlachtschweine für China bewirkt. Im Jahr 2021 soll die Zahl um 19,2 % auf 613 Mio. Tiere steigen. Die gesamte Schweinefleischproduktion wird auf 49,27 Mio. Tonnen prognostiziert, was einem Anstieg von 19,8 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.“ Für Schweinehalter dürfte dieses Zitat noch interessant sein: „Es wird auch erwartet, dass im Jahr 2022 Angebot und Nachfrage nach Schweinen in ein grundlegendes Gleichgewicht eintreten werden, wobei der Schweinepreis um RMB 18 (US$ 2,78)/kg schwankt. Nach 2023 wird es dann für zwei aufeinanderfolgende Jahre eine Phase des Überangebots geben und in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 wird der Markt in einen neuen Preiszyklus eintreten.“ Hier noch ein Bericht, wie China seinen Fleisch-Hunger durch Importe deckt: https://www.fleischwirtschaft.de/wirtschaft/nachrichten/handel-mit-schweinefleisch-chinas-importe-steigen-weiter-50426?crefresh=1 Großer Gewinner ist Spanien, großer …

Glyphosat in COVID-Teststäbchen?

Die Überschrift täuscht. Es geht Ludger Wess nicht um Glyphosat und auch nicht um Covid 19. Es geht um etwas ganz anderes: Wissenschaft und Vertrauen. Und da gibt es einige sehr bedenkliche Entwicklungen. Glyphosat in COVID-Teststäbchen? +1

Haferdrink oder Kuhmilch – Was ist besser fürs Klima?

„Ist doch klar, natürlich der Haferdrink“ werden jetzt viele sagen. Ich bin auf eine schwedische Studie gestossen, die die Nährstoffdichte von Getränken in Relation zur Klimawirkung untersucht hat. Hier der Link dazu. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2924839/ Sie setzt dies in Beziehung zu Ernährungsempfehlungen und kommt zu folgendem Schluss: (Auszug) Aufgrund der geringen Nährstoffdichte lag der NDCI-Index für kohlensäurehaltiges Wasser, Softdrink und Bier bei 0 und für Rotwein und Haferdrink unter 0,1. Der NDCI-Index war ähnlich für Orangensaft (0,28) und Sojagetränk (0,25). Aufgrund einer sehr hohen Nährstoffdichte war der NDCI-Index für Milch deutlich höher (0,54) als für die anderen Getränke. Getränke mit den höchsten NDCI-Indexwerten waren diejenigen mit den höchsten Nährstoffdichte-Scores im Verhältnis zu den THG-Emissionen. Obwohl der Bericht auf schwedischen Perspektiven bezüglich der Nährstoffempfehlungen und -richtlinien und der THG-Emissionen basiert, ist der Grundsatz, dass die Nährstoffdichte von Getränken und Lebensmitteln im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu berücksichtigen ist, weltweit gleichermaßen anwendbar. Oder vereinfacht gesagt: Kuhmilch hat im Vergleich die meisten und ernährungsphysiologisch wichtigsten Nährstoffe pro Einheit. Unter Einbeziehung aller Treibhausgas-Emmissionen liegt Kuhmilch in der Wertigkeit deutlich vor allen …

Mein neues Auto und das Klima

Heute mal was sehr Privates: mein Auto 🙂 . Ich fahre einen VW Touran Diesel, und zwar die 2-Liter-Maschine mit 140 PS.  Für so einen fahrenden Schuhkarton mit dem cw-Wert einer Schrankwand ist der Motor genau richtig. Sparsam ist er auch: Meine letzte Tour ging Richtung Göttingen, ich habe mir Zeit gelassen und auf dem Hinweg ziemlich genau 5,1 Liter auf 100 km gebraucht. Auf dem Rückweg bin ich etwas flotter gefahren und da waren es dann prompt 5,5 l/100 km. Das Auto ist Baujahr 2009, der aktuelle Kilometerstand 214.000. Jetzt denke ich so langsam über ein neues Auto nach. Wobei meine Frau sagt, ich wäre bekloppt. So billig wie jetzt würde ich nie wieder ein Auto fahren. Gut, meine Frau hat BWL studiert und ist bei uns für das Finanzielle zuständig. Ich mehr für die Emotionen. 🙂 Weil ich ja was fürs Klima tun will, weil alle über E-Mobilität reden, weil die Regierung das alles enorm finanziell unterstützt (wovon eigentlich?) und weil ich es mir nicht mit Fridays for Future verderben will,  kommt natürlich …

„Wenn am nächsten Sonntag…“

Sie kennen die Fortsetzung dieses Satzes. Und Sie kennen eventuell auch die Umfragen der diversen Institute. Ich habe einmal die Prognosen der letzten Jahre miteinander verglichen. Können Sie den Aufstieg der Grünen und den Absturz der Schwarzen erklären? Nach diesem Umfrage-Ergebnis würde aktuell jeder Vierte dafür stimmen, dass Annalena Baerbock Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland würde. Das darf doch nicht wahr sein So wie ich die Stamm-Leser dieses Blogs einschätze, können viele das nicht glauben. Sie kennen möglicherweise auch nicht viele Menschen in ihrem direkten Umfeld, die tatsächlich die Grünen wählen. Sie werden jetzt vielleicht auch schimpfen, den Untergang des Abendlandes herbeireden, sich -zumindest verbal- mit dem Gedanken der Auswanderung beschäftigen: Es bringt nichts. Besser wäre es, herauszufinden, welches Viertel der Bevölkerung die Grünen wählt und warum. Und vor allem warum jetzt, wo als Kanzlerkandidatin Annelena Baerbock gekürt wurde, und nicht, wie viele noch vor einigen Monaten erwartet haben, Robert Habeck. Warum die Grünen gewählt werden Die Grünen sind eine Partei der guten Gefühle. Im Gegensatz zu vielen anderen Parteien vertreten sie nicht die Interessen einer …

Die Grüne: rote Linie überschritten

Wieder mal ein Artikel über die Schweiz und die Initiativen, die im Juni zur Abstimmung anstehen. Der Ton wird härter. Hier einige Auszüge aus nachfolgendem Artikel: „Eine solch martialische Sprache und solche Unterstellungen und Verleumdungen, wie sie die Öko-Krieger gegen ihre Feinde richteten, das hat die Schweizer Politik noch nicht erlebt. Trinkwasser-Initiative, Pestizid-Initiative und die «Agrarlobby stoppen»-Kampagne kennt nur Freund oder Feind. Sie haben richtig gelesen: Feinde. Für diese Propagandisten gibt es im Abstimmungskampf nur Freund oder Feind. Der Feind  ist «die Agrarlobby» mit dem Schweizer Bauernverband und SBV-Präsident Markus Ritter, mit Syngenta und Fenaco. Der Feind, das sind auch die konventionellen Landwirte und das Nationale Forschungsinstitut Agroscope. Der Feind, das sind auch die Agrarjournalisten und sogar Bio Suisse, der Dachverband von 32 Organisationen der Bio-Landwirtschaft in der Schweiz. Wer die faktenfreien, aber meinungsstarken Medienmitteilungen der Initianten nicht abnickt, wird zum Feind und Agrarlobbyisten. Und das in einer Kampagne, die wohl mehrere Millionen Franken gekostet hat.“ https://www.diegruene.ch/artikel/initiativen-und-umweltverbaende-haben-die-rote-linie-ueberschritten-editorial-von-juerg-vollmer?fbclid=IwAR1aO2jYVcn274PTIvIzM8dQ1BqV1GLBZUdBEmA5PdUmto4ERkSFj24eYjA Wie weit es in der Auseinandersetzung geht und wie militant beide Seiten vorgehen, ist im folgenden Artikel zu …

Zukunftsfähige Landwirtschaft… Studie des BMU

Das Bundesumweltministerium (BMU) hat  den externen ThinkTank for Sustainability, Berlin beauftragt, sich Gedanken über eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu machen. Die nachfolgende Studie, aktuell veröffentlich im April 2021,  umfasst 35 Seiten. Der wesentliche Inhalt ist auf Seite 25 zu lesen. Hier der Link dazu: BMU Zukunftsfähige Landwirtschaft Den Hintergrund für diese Studie wird wie folgt beschrieben: „In die Laufzeit dieses Projekts fällt die Gründung von „Land schafft Verbindung“, der Bündnisbildungen für die Volksbegehren zum Bienenschutz in Baden-Württemberg und Bayern sowie die Einberufung der Zukunftskommission Landwirtschaft. Dieser Zeitraum ist charakterisiert von zunehmenden Konflikten rund um die Ausrichtung der Landwirtschaftspolitik. Tierwohl, Schutz des Klimas, der Biodiversität und der Böden und eine gesunde ökonomische Basis für landwirtschaftliche Betriebe werden als gegensätzliche Pole beschrieben. Die Möglichkeit zur Schaffung von Synergien rückt dabei häufig in den Hintergrund. Gleichzeitig zeigt die Ausrichtung der reformierten Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union, dass zentrale Kreise in der europäischen Landwirtschaftspolitik die dringende Notwendigkeit einer Neuausrichtung nicht als maßgeblich betrachten. Dies steht in vielen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union im deutlichen Widerspruch zu den artikulierten Bedürfnissen von Bürger*innen …

Erfreulich: Eine „andere“ Erntehelferin

Warum eine „andere“ in Anführungszeichen? Weil es sich bei dieser Erntehelferin um die Autorin eines Beitrages in der FAZ geht. Für sie war die Arbeit auf dem Feld ein Erlebnis. https://www.faz.net/aktuell/stil/trends-nischen/warum-unsere-autorin-schon-zum-zweiten-mal-als-erntehelferin-arbeiten-will-17320220.html#void Arbeiten auf dem Bauernhof ist „in“. Hier ein aktueller Beitrag des WDR: https://www1.wdr.de/fernsehen/lokalzeit/muensterland/videos/video-ja-ich-machs-arbeiten-auf-dem-bauerhof-100.html Das Video ist absolut sehenswert! 🙂 0