91 Kommentare

  1. Kleinbauer sagt

    “So werden Mischkulturen angebaut, die zwar nicht so ertragreich sind wie die früheren Monokulturen, dafür aber den Schädlingsdruck senken, die Widerstandskraft der Pflanzen stärken, die Biodiversität fördern und eine bessere Absicherung gegen Wetterextreme bedeuten. ”
    Ich weiß nicht, wie sie auf die Idee kommen, dass Mischkulturen weniger Ertrag bringen. Eine Kleegrasuntersaat im Getreide sorgt ja z.B. neben einem guten Getreideertrag durch bessere Durchwurzelung und bessere Wasserversorgung und weniger Erosion, für Grünfutter. Bringt also deutlich mehr Ertrag als eine einzelne Kultur. Auch im Gemüseanbau habe ich mehr Flächenertrag, wenn ich z.B. Tomaten mit Salat unterpflanze.

    • Thomas Apfel sagt

      Wie der Konkurrent Untersaat (insbesondere bei Trockenheit) für bessere Wasserversorgung fürs Getreide sorgt, müssten Sie mal erklären. Bei genügend Niederschlägen geht das, aber da geht fast alles.
      Sonst wird immer gerne übersehen, dass die schönen Fruchtfolgeglieder Klee, Kleegras oder Luzerne nur über Tiere zu Geld zu machen sind. Den Widerspruch finde ich immer besonders lustig: Auf 82 % der Öko-Flächen wächst in irgendeiner Form der tollen Fruchtfolgen Tierfutter. Die Flächenbesätze an Vieh müssten (besonders im Osten), im Hinblick auf Kreislaufwirtschaft und Wertschöpfung, eigentlich mindestens verdoppelt werden.
      Aber der städtisch angedockte Teil der Öko-Religion (die ernährungsverbildete Kundschaft) kriegt zunehmend Pickel, wenn sie Fleisch essen sollen. Mehr Gaga geht eigentlich nicht.

      Mischkulturen bei Gemüse sind ganz nett, aber wegen des hohen Aufwandes an Handarbeit nicht bezahlbar, wenn nicht quersubventioniert wird. Ob die Erträge (kcal/ha) tatsächlich höher sind, wage ich zu bezweifeln. Das sind zu großen Teilen auch “Erzählungen” und “Hochrechnungen, die einer genaueren Überprüfung nicht standhalten.

      Genetisch nicht so einheitliches Populationssaatgut bei Gerste und Roggen braucht tatsächlich weniger “chemische Zuwendung”, hat aber gegenüber Hybridsaatgut auch nur etwas mehr als den halben Ertrag. Dafür könnte man mit etwas gutem Willen die Aussage des BMU Textes sogar gelten lassen.

      • Kleinbauer sagt

        Durch die Bedeckung des Bodens verdunstet weniger Wasser, da die Temperaturen am Boden bei starker Sonneneinstrahlung wesentlich geringer sind. Die Austrocknung durch Wind ist ebenfalls herab gesetzt. Dazu kommt, dass sich im Klee Tau sammelt, der durch die Beschattung durch das Getreide kaum verdunstet.
        Je vielfältiger die Durchwuzelung, desto besser für das Bodenleben. Bakterien und Pilze können sehr viel Wasser speichern, was ebenfalls positiv für den Wasserhaushalt ist.
        Der Klee kann auch als Gründüngung auf dem Feld bleiben und so zum Humusaufbau beitragen. Huminstoffe sind ebenfalls gute Wasserspeicher.

        • Thomas Apfel sagt

          Alles komplett richtig @Kleinbauer,
          Das gilt, wie schon gesagt, wenn im Durchschnitt der Jahre genug Regen fällt. Mit mehr echten Huminstoffen im Boden und mehr Bodenleben kann ich Trockenphasen besser überstehen. Soweit allgemein. Der Teufel steckt aber im Detail. Hier mal ein paar Thesen:

          1. Für weniger begünstigte Standorte (sandig mit wenig Niederschlag BB und MVP-ost)) können Untersaaten durchaus zur Konkurrenz für die Hauptkultur werden.

          2. Bei der belüftenden Bodenbewirtschaftung dominiert die Aktivität der Pilze im Boden (Lignin- und Zelluloseabbau). Die Folge ist, dass keine Dauerhumusformen entstehen. Verstärkt wird das Ganze bei Güllewirtschaft in Kombination mit Biogas insofern kein Material mit Lignin dabei ist.

          3. Es gibt Langzeitversuche, die das belegen (Thyrow z.B.). Lediglich regelmäßige Stallmistgaben stabilisieren den Gehalt an Dauerhumus, bzw können ihn leicht anheben (Lignin + Zellulose im Stroh und günstiger microbieller Besatz aus dem Verdaungstrakt der Tiere).

          4. Aus den Zeiten der Plaggenwirtschaft wissen wir, dass Tiefstallmist an ehesten Dauerhumusformen bildet. Im Plaggenesch ist der Gehalt an Dauerhumus, auch nach einem guten Jahrhundert der Beendigung des Verfahrens, immer noch 3 – 4 x höher als in der umgebenden Feldflur mit ähnlichem mineralischen Bodengerüst.
          Ursache ist die Sauerstoffabsenkung im Substrat durch das Festtreten. So werden andere Umsetzungsprozesse als im belüfteten Substrat/Boden in Gang gesetzt.

          5. Daraus kann man ableiten, dass dauerhafte Anreicherung von Dauerhumus (insbesondere auf Grenzstandorten) nur über Abkopplung (Externalisierung) der Umsetzung der anfallenden organischen Massen gelingen kann. Das Problem hierbei ist die schwierige In-Wertsetzung solcher Verfahren.

          • Brötchen sagt

            Morgen Thomas!

            Interessant!

            Den Gedanke verstehe ich nicht:

            ” nur über Abkopplung (Externalisierung) der Umsetzung der anfallenden organischen Massen gelingen kann. ”

            zu 3. mit Rindergülle müßte das doch in etwa auch so laufen?

            • Thomas Apfel sagt

              Morgen Brötchen,
              Zu DDR-Zeietn hat man doch mal versucht durch Güllekompostierung das Lagerproblem zu lösen. Da wurden Becken ausgeschoben (ohne Untergrundversiegelung) erst mit Stroh und dann mit Gülle gefüllt.
              Wenn das Verhältnis von Stroh und Gülle gepasst hat, wurde auch der gesamte Stickstoff im Kompost gebunden und es entstanden keine Auswaschungen. Im Grunde ist das ja so, als wenn ich einen fetten Mist nachträglich herstelle (extern).
              Der Problematik hatte sich Walter Witte (BioCon Gernrode) angenommen. Er hat das Stroh mit Gülle getränkt, dann aber zusätzlich 2,50 m hoch aufgesetzt und leicht verdichtet. Er hat die chemischen Prozesse modelliert und beschrieben und das Ganze über ein Projekt der Harzhochschule Wernigerode und der Harz-Humus GmbH in Quedlinburg wissenschaftlich begleiten lassen.
              Wie das bei Projekten so ist, ist das dann etwas im Sande verlaufen.
              Ich habe das bei uns nachmodelliert und die Substrate im Obstbau eingesetzt (mit EIP Begleitung) und verschiedene Varianten als Haufen aufgesetzt um den Humusaufbau/-Abbau nach 36 Monaten zu verifizieren. Die Proben sind gerade nach Wien gegangen (BOKU), weil hier scheinbar Niemand mehr in der Lage ist, eine Mengenbestimmung der einzelnen Dauerhumusfraktionen vorzunehmen. Die Labore hier sind alle auf undifferenzierte gas-chromatische Kohlenstoffbestimmung fixiert. Im Grund wird je nach Verfahren entweder Glühverlust durch 1,72 = Corg oder Corg x 1,72 = Humusgehalt gerechnet. Das ist viel zu scwach und undifferenziert in der Aussage. Möglicherweise kann das ZALF sowas auch, die schweben aber etwas in “höheren Spären” will sagen sind etwas abgehoben.

              • Brötchen sagt

                Danke Thomas! Ist interessant, jetzt verstehe ich es.
                “Wie das bei Projekten so ist, ist das dann etwas im Sande verlaufen.”

                Problem ist, man kann ja viel machen, brauch ich Dir nicht zu erzählen….darf so gut wie nichts kosten und muss substantiell Vorteile bringen….
                Landwirtschaft ist sehr sehr arm….was Finanzierung betrifft.
                Im Prinzip ist alles irgendwie Abfallprodukt aus Branchen, die mehr Finanzkraft haben.

            • Reinhard Seevers sagt

              Ganz viele Fragezeichen, ganz viel Zweifel….Weltrettung durch Agroforst auf Grenzertragsböden?

            • sonnenblume sagt

              Und was macht der Bauer so besonderes, was wir in Westfalen nicht von Hause aus schon seit ewigen Zeiten haben?

                • sonnenblume sagt

                  Die Fördertöpfe sollen wohl das ausschlaggebende Element sein. Wo es dann tatsächlich sinnvoll ist, ok. Hätte man aber schon lange machen können, wenn man es für so sinnvoll erachtet hätte.
                  Langsam reagiert man allergisch auf all die grünen Projekte und Ideen. Man kann die Tageszeitung schon nicht mehr lesen. Mindestens zwei Seiten mit Berichten über dies und jenes. Womit haben sich all diese Menschen vor der grünen Welle beschäftigt?

                • Reinhard Seevers sagt

                  Die Initiatorin von “wir stehen drauf” ist urbane Weltretterin aus Berlin, die mit Hilfe von Crowdfunding die Landwirtschaft umkrempeln muss, weil sie die Botschaft zur Weltrettung lebt. Der Video-Profi, der die Kamera führt ist selbsternannter “Geschichtenerzähler” mit Naturschutzausbildung….alles klar?
                  https://wirstehendrauf.org/ueber-uns/
                  Die Sponsorenliste spricht Bände…..

                • sonnenblume sagt

                  Gestern im Heute Jornal. Eine Anmoderation zum Thema Blühwiesen und Artenvielfalt, wieder mit dem Hinweis auf die händische Bestäubung in China. Wie oft wollen sie das noch verbreiten.

                • firedragon sagt

                  So lange, bis auch der letzte kluge Kopf daran glaubt, dann ist die Erde auch wieder eine Scheibe und die Kinder bringt der Klapperstorch …

                • sonnenblume sagt

                  Wenn man dann die ganzen Ehrungen und Auszeichnungen der Dame für ihre jornalistischen Leistungen ansieht, dann geht einem doch die Hutschnur hoch. Es wäre ein Leichtes den richtigen Sachverhalt nach zu verfolgen und wo diese dummen Aussagen her kommen.

                • firedragon sagt

                  Tja Sonnenblume … siehst Du – ein kluger Kopf weniger – es funktioniert 🙃

        • erndlsepp sagt

          Bei uns baute man bis in die 70ger Jahre Hafer mit Kleeuntersaat an,der Nachteil war
          daß man den Hafer erst abmähen und mehrere Tage am Boden trocknen lassen mu8te
          um trockenes Getreide zu kriegen. An unsern Claas Columbus bauten wir zum Dreschen eine Pick-up an. Heute bauen wir nach der Ernte Zwischenfrucht an und nutzen es als Futter oder zur Gründüngung.

            • erndlsepp sagt

              Bei schönem Wetter und mehrmaligem wenden mit dem Handrechen
              oder mit dem Heuma. Das war die Freizeitbeschäftigung für die Schulferien. Das wäre eine sinnvolle Arbeit für FfF!

              • Reinhard Seevers sagt

                Wieso wurde der Hafer nicht aufgehockt? Mehrmaliges Wenden führt doch zu Körnerverlust oder nicht?

  2. Franz Müller sagt

    Der Absatz wo beschrieben wird, dass Fleischersatz aus Pflanzen bzw. der Petrischale stammt, und im LEH und den Restaurants “breite gesellschaftliche Anerkennung” findet – lässt meiner Meinung nach tief blicken.
    Die Zweiklassengesellschaft wird in der Ernährung geboren. Während sich Gutbetuchte und Eliten mit Fleisch ernähren, laben der Rest der Bevölkerung an Analogprodukten und Laborentwicklungen. Die Nahrungserzeugung findet industriell statt, in Biotech Labortürmen und Hallen – die Erzeugung auf “Mutter Erde” ist out. So findet Ernährungssicherheit trotz Extensivierung statt.

    Wenn ich mir das Blumenwiesebild von Bauer Willi so anschaue und bestimme, sehe ich Aconitum – übrigens sehr giftig, die gemeine Wucherblume, Ringelblumen und die Kratzdistel. Jeder weiß dass botanisch hier nicht mal „minderwertiges Pferdefutter“ gewonnen werden kann.
    Auf der Seite des BMU mit dem Bild der Bayerische KulturLandStiftung nehme ich sogar das Alpenkreuzkraut wahr – eine höchst giftige Pflanze auch im getrockneten Zustand.
    Das wird nichts mit „solidarischen Genossenschaften“ Frau Schulze… die vergiften sich – so oder so !

    • Thomas Apfel sagt

      Das Blaue ist gemeine Natternkopf (Echium vulgare), nicht der Eisenhut. Zwar nur leicht giftig, aber ungenießbar für die meisten Tiere, zudem sie stark mit starren Borsten bedeckt ist. Schafe vertragen die Pflanze wohl. Die Pflanze ist ein “Magnet” für viele Fluginsekten. an einer großen Pflanze findet man ganze “Herden” von Bienen, Schwebfliegen, Wanzen, Schmetterlingen. Der Pollen soll ähnlich leberschädigend und krebserregend sein wie beim Jakobskreuzkraut. Hier gilt der allgemeine Grundsatz des Überlebens in der “Wildnis” :
      “Alles was schön bunt und auffällig ist und nicht schnell wegläuft, ist meist giftig, sonst wäre es nicht mehr da !”
      Eisenhut ist eher eine Pflanze der schattigen feuchten Wälder.

  3. Hartmut Keller sagt

    Ja, die hätten auch direkt schreiben können, dass 2045 endlich auch der letzte dumme Bauer kapiert hat, wie man es richtig macht. ( Natürlich in ihrem Sinne)
    Das wäre dann für jeden Leser weniger Zeitverschwendung gewesen und das Augenkrebsrisiko wäre auch geringer.

  4. Karl Timme sagt

    “Hauptsächlich im Umland der Städte haben sich landwirtschaftliche Genossenschaften und solidarische Landwirtschaftsmodelle etabliert. Die Verarbeitung der Lebensmittel erfolgt verstärkt in den Regionen.”

    —-Thünsche Kreise—-
    Oder zurück in die Vergangenheit.

  5. Elisabeth Ertl sagt

    Ich sehe diesen Text eigentlich zunächst einmal positiv: In einer Zeit, in der Tagespolitik sich hauptsächlich um Detailthemen dreht, die oft zueinander in unauflöslichen Widersprüchen stehen, versucht hier einmal jemand, verschiedene Aspekte zu integrieren und ein wünschenswertes Gesamtbild zu zeichnen, und das sollte man zunächst würdigen.
    Das Bild mag naiv sein, aber man sollte es ernst nehmen, indem man es inhaltlich diskutiert. Mir käme dazu eine Reihe von konkreten Fragen an Frau Schulze:
    Ist hier überhaupt an nationale Selbstversorgung gedacht, oder rechnet dieses Zukunftsbild mit mehr oder weniger unbeschränkten Importmöglichkeiten?
    Wenn Selbstversorgung, existieren Zahlen, die das garantieren?
    Wenn nicht, wie weit wurde berücksichtigt, dass beispielsweise der Getreide-Weltmarkt inzwischen ausverkauft ist?
    Wie passt es eigentlich in ein sozialistisches Weltbild, dass hier selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass Osteuropäer weiterhin für wenig prestigeträchtige Tätigkeiten im Westen zur Verfügung stehen werden?
    Schließlich: Wie soll dieser ökologische Umbau finanziert werden?

    Ich persönlich glaube immer noch, dass es möglich sein müsste, das zu finanzieren. Das Wohlstandsniveau in der 1980er Jahren war für viele Menschen höher als heute, obwohl die Lebensmittelpreise einen viel höheren Anteil an den privaten Ausgaben einnahmen. Das Geld war einfach gerechter verteilt als heute. Und ich sehe den Grund nach wie vor im Sieg des Brutalkapitalismus nach der Wende. Und nein, ich interessiere mich nicht für den Kommunismus, und ich teile durchaus auch Brouss` Ansichten über den Sozialismus. Mir wurde im katholischen Gymnasium das Ideal der katholischen Soziallehre vermittelt, dem damals die Schwarzen Parteien gefolgt sind. Das ist lange her, und ich fürchte mich davor, dass der Weg zur Gerechtigkeit ohne Revolution nicht möglich sein könnte.

    • Reinhard Seevers sagt

      Elisabeth, ich kann nicht verstehen, wie man solch ein Kindergartengeschreibsel überhaupt irgendetwas Gutes abgewinnen kann, geschweige denn gutheißen.
      Ein Beispiel aus den vielen:
      ” Die Landwirtschaft war immer zugleich Verursacher und Opfer der Erderhitzung, Verursacher von Gewässerverschmutzung und auf sauberes Wasser angewiesen. Sie hat früher die biologische Vielfalt ermöglicht, dann in Bedrängnis gebracht, war aber immer von ihr abhängig.”

      Wo ist in diesem Land das Wasser derart verschmutzt, dass man es nicht mehr Nutzen kann? Von welcher biologischen Vielfalt spricht man, die ja wohl nicht mehr da zusein scheint, die wohl wiederkehrt, aber warum? Was ist passiert? Wovon ist die Landwirtschaft abhängig, und was fehlt?
      Man kann jeden Satz nehmen, alles Kindergarten-Niveau.

      • Karl Timme sagt

        Herr Seevers volle Zustimmung.
        Grimms Märchen sind dagegen eine Dukomentation.
        “Die Verbraucherinnen und Verbraucher trugen ihren Teil bei und unterstützten mit dem Kauf nachhaltiger Produkte den Umbauprozess. Die steigende Wertschätzung für Lebensmittel wurde zusätzlich durch transparente Labels und Produktinformationen ermöglicht, die „Green Washing“ verhinderten. Lebensmittel werden kaum noch weggeworfen. Das erspart den Verbraucherinnen und Verbrauchern viel Geld, und die Umwelt ist weniger durch unnötige Nahrungsproduktion belastet.”
        Dann müßte 20 Jahre nach Frau Künast der Ökolandwirtschafts Anteil bei über 50% sein.
        “Schließlich sorgte eine gesündere Ernährungsweise mit weniger Fleisch und Milchprodukten vor allem für einen verringerten Methanausstoß durch Rinder.”
        Eine der vielen falschen Rückschlüsse in diesem Zukunftbild. Extensivierung führt zu geringeren Milchleistung je Tier, auch wenn die Nachfrage abnimmt bleibt die Tierzahl gleich oder steigt sogar Damit steigt auch der Metanausstoß!
        Solch ein Blödsinn zieht sich durch die gesammte Zukunftvision, Gott bewahre uns davor.

        • Paul sagt

          Also, wie ist das eigentlich mit dem Methanaustoß bei Rindern?

          Wenn wir pupsen, ist das eine Entgiftungsreaktion des Körpers und es braucht Schwefel, damit wir überhaupt pupsen können. Pupsen ist also was gutes.

          Wie ist das bei den Rindern? Warum pupsen sie denn? Würden sie weniger pupsen, wenn sie mehr, für sie zuträglichere, Nahrung bekämen?

          • Karl Timme sagt

            Das Rind ist ein Wiederkäuer, im Pansen der dem Magen vorgelagert ist, kann das Rind mit Hilfe von Bakterien Cellulose aufschließen. Dadurch kann das Rind Nahrung verdauen, das ein Monogastria wie der Mensch oder das Schwein nicht verdauen kann. Hat das Rind ohne das Futter vorher groß zerkleinert zu haben das Futter einfach nur abgeschluckt (eventuell etwas eingespeichelt, zur Ph-Wert regulation im Pansen), so würgt sie es nach der Vorverdauung durch die Bakterien (plus Pansenmotorik)
            zurück ins Maul wo es ausgiebig gekaut wird. Dann wird es wieder abgeschluckt und gelangt in den normalen Verdauungstrakt. Hier wird der reine Pflanzenfresser zum “Fleischfresser” da auch die Bakterien mit verdaut werden.

            Wärend dieses Verdauungsvorgang entweichen permanent die entstehenden Methangase (Rülpsen). Im normalen Verdauungstragt findet durch die überlebten Bakterien noch eine “Nachgärung” statt (Pupsen).
            Dieses Prinzip hat man sich bei der Biogas Erzeugung zunutze gemacht: der Fermenter hat die Funktion des Pansen, der normale Verdauungstrakt entspicht dem Lagerbehälter in dem noch eine Nachgärung stattfindet.

            Will mann einen kompletten Methanausstoß verhindern, so muß mann die Bildung des Pansen (setzt etwa 14 Tg nach der Geburt ein durch Rohfaser reiches Futter) verhindern.
            Ist aber heute aus Tierschutzrechtlichen Gründen in Deutschland verboten. Das würde, das früher übliche helle Kalbfleisch erzeugen. Zielkonflikt: Tierschutz versus Klimaschutz.

            • Reinhard Seevers sagt

              Genau Karl, dann kommt die Fraktion: Wer hat das Rind zum Schwein gemacht? aus den Löchern….
              Rinder, die nicht Widerkäuergerecht gefüttert werden haben wir doch bereits überwunden. Jetzt ist mobgrazing zur Humussteigerung angesagt, das ist “gut” und es ist wieder eine neue Sau, die durchs Dorf getrieben werden kann, auf gehts!

      • Arnold Krämer sagt

        Volle Zustimmung, Kindergarten-Niveau!
        immer dieselben Sprüche, Versatzstücke, teilweise Lügen.
        Erderhitzung habe ich hier zum ersten Mal gelesen. Erwärmung reicht nicht mehr.

      • Bauer Willi sagt

        Es ist nicht mehr von Erd”erwärmung” die Rede sondern von Erd”erhitzung”. Es wird neues Vokabular in Stellung gebracht…

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Glauben heißt nicht wissen.
        In einem katholischen Gymnasium wird gelehrt, dass man an den Glauben, glauben muss.

      • Elisabeth Ertl sagt

        Reinhard, wenn die Umweltministerin ein Kindergartenkind wäre, dann müsste man sie auch dort abholen, wo sie wartet, sie sanft am Handerl nehmen, und sie dorthin bringen, wo sie zu Hause sein sollte ….. :))

    • Thomas Apfel sagt

      Ich habe gerade gelesen, dass in den 14 Monaten Corona die Vermögen der Millionäre und Milliardäre um 60 % zugenommen haben. Irgendwie haben die es geschafft, das viele neu gedruckte Geld ins Rieserad Börse zu stecken, ohne dass es zu einer gravierenden Inflation gekommen ist.
      Die Frage ist also: Wer bestimmt in Zukunft wieviel Geld wofür eingesetzt wird.
      Derzeit kaufen sich die Krisengewinnler die reale Welt mit den Summen, die aus dem Rad fallen, solange es in Bewegung ist. Es wird die Idee lauter, die Gesellschaft (Wirtschaftsräume, Staaten, Länder, Kommunen) sollten die Schulden ruhig hochfahren, Rückzahlung wäre nicht wichtig (und auch nicht möglich), Hauptsache die Zinsen werden gezahlt. Da setzt dann tatsächlich eine enorme Beschleunigung der Umverteilung von Unten nach Oben ein.
      Die Alternative wäre ein zerstörerischer Inflationswettbewerb, wäre auch nicht besser.
      Irgendwie fehlt mir die Phantasie, wie das Problem mit der Geldmenge zu lösen ist.

      • Arnold Krämer sagt

        Die Inflation ist schon da. Sie wird nur nicht statistisch ausgewiesen, weil der Warenkorb so ist wie er ist. Handwerkerpreise, Baukosten, Bodenpreise gehen schon durch die Decke.

    • Arnold Krämer sagt

      Auf einem katholischen Gymnasium hat man Ihnen, Frau Ertl vermutlich auch versucht zu vermitteln, dass es Gerechtigkeit auf Erden letztlich nicht geben kann.

      • Elisabeth Ertl sagt

        Damals in den 1970er Jahren waren die nicht so jenseitsgewandt. Wir lernten, dass Kapitalismus genau so schlecht ist wie Kommunismus, und dass es uns in Westeuropa (im Unterschied zum Ostblock und zu Lateinamerika) deshalb so gut geht, weil es im demokratischen Rechtsstaat die Sozialpartnerschaft gibt, wo die Wirtschaftsbosse und die Gewerkschafter zu einem Ausgleich ihrer Interessen finden; dass es von Vorteil ist, wenn die Regierungsparteien wechseln, weil sich so langfristig Wirtschaftskraft und sozialer Ausgleich die Waage halten.

        • Inga sagt

          Was ist das nun falsch gelaufen oder was ist noch neu dazu gekommen, was beachtet werden muß?

          Aber im Großen und Ganzen hat das zum langanhaltenden Frieden geführt, oder nicht?

          • Thomas Apfel sagt

            Zu langanhaltendem Frieden (übrigens nur bei uns) hat vor allem die atomare Nachrüstung des Ostblocks geführt, so unangenehm das auch ist. Die Falken in den Militärkreisen der USA haben unmittelbar nach Kriegsende jeden Tag einen neuen Plan geschmiedet, wie man zum Beispiel durch Atombomben auf Moskau und Leningrad dem Kommunismus den Garaus machen kann.
            SIPPRI hat den Aspekt Vor- und Nachrüstung bis in die 80-ziger Jahren noch recherchiert und dokumentiert, heute nicht mehr.
            Den Werdegang zu Beginn des kalten Krieges hat der Historiker Jörg Friedrich in seinem Buch “Yalu – an den Ufern des dritten Weltkriegs” detailreich und gut recherchiert dargestellt (Ullstein Buchverlage 2007).

  6. brouss sagt

    Das wird wohl die gleiche Werbeagentur gemacht haben, die damals für die Hendricks die Kinderreime gereimt hat.

    Wäre interessant, wie viel Millionen dafür hingeblättert wurden.

    Meinen tun sie es gut die Sozis, aber mit dem Können hapert es. Ich war auf einer SPD-Wahlveranstaltung. Da spürt man direkt (oberflächlich) Herzenswärme.
    Man muss aber feststellen, dass ,dort wo die SPD dauerhaft regiert, die Schüler immer schlechte Tests hatten und die Wirtschaft schlechter läuft, als bei schwarzkatholisch.
    Mein GV hat mal gesagt:
    “nach dem ersten Weltkrieg war die SPD an der Macht. Wenn die gute Politik gemacht hätten, wäre der Hitler nicht an die Macht gekommen!”

    Momentan habe ich den Eindruck, wir stecken mal wieder mitten in einem Trallala.

    Ich denke 2045 werden die Leute ihre Gene analysieren lassen um zu wissen was und wie sie essen müssen.

    • Arnold Krämer sagt

      “Das wird wohl die gleiche Werbeagentur gemacht haben, die damals für die Hendricks die Kinderreime gereimt hat.”

      Einen solchen Text kriegen die im BMU auch noch selbst auf die Reihe. Das braucht man nur am PC zusammenkopieren. Das ist der große Nachteil der Computerisierung der letzten 30 Jahre. Es wird zuviel Unsinn immer wieder schnell zusammen getragen und verbreitet, ohne dass das Aufnahmevermögen der Menschen ein anderes geworden wäre. Aber auch hier gilt: Steter Tiopfen hölt den Stein.

  7. Wilhelm Harms sagt

    Als erstes lese ich da raus das alle heute wirtschaftenden Landwirte Deppen sind und das ist teils sogar richtig.
    Da steht was vor 45 Jahren mit aufkommen der ersten Fungizide (Bayleton usw.) schon Programm warvund praktiziert wurde:
    Integrierter Pflanzenbau.
    Wo sind die Neuigkeiten außer der satelitengestützten digitalisierten Überwachung?

    Was für eine geniale Verarschung – Greta lässt grüßen.

    Was ist mit dem weltweiten Geschehen ?
    Insel Mainau funktioniert auf Grund der Lage und des Kleinklimas.
    Aber ähnliches für die BRD auszumalen und die Nachbarn machen lustig weiter ?

    Ich krieg Augenkrebs vom Lesen !

  8. Ludwig sagt

    Um eine zukünftige Entwicklung mal anzudenken sollte man einfach mal rd. 25 Jahre zurückschauen , denn dann kann man evtl. auf die Zukunft mal voraus Denken. Wir haben in den letzten Jahrzehnten kaum volkswirtschaftliche Störungen , aber wahnsinne Kontrollen und Vorschriften zu verdauen gehabt. Wird das so weitergehen ? Eher wohl nicht. Wir haben in den Jahren über ein Drittel der Höfe verloren. Viehbestände gehen auch runter. Vor uns liegt eine neue Währung , Energiedefizite, wirtschaftlicher Abschwung, hohe Staatsverschuldung und Corona ist noch da. Das alles wird Auswirkungen auf die Zukunft haben, aber auch auf die Infrastruktur mit der Digitalisierung . Wie wirkt sich zukünftig auch die Energiewende mit evtl. Mangelstromwirtschaft aus. Setzt man weiter auf Globalisierung oder wieder mehr zurück ins Land ? Kommt immer mehr Staatswirtschaft oder schaffen wir den Weg in die “Soziale Marktwirtschaft”mit weniger Staatsgängelung , mehr Freiheit und Marktgerechten Preisen ohne Subventionen , aber mit vernünftigen Außenschutz und Rahmenbedingungen. — – Die technischen Weiterentwicklungen werden weitergehen , aber die von der Politik entschiedenen Punkte sind bei der derzeitigen Ausrichtung kaum kalkulierbar. Geht es weiter in den Sozialismus oder zu mehr Freiheit? Das ist die entscheidende Frage ?

    • Reinhard Seevers sagt

      “Setzt man weiter auf Globalisierung oder wieder mehr zurück ins Land ?”

      Für dieses Land gibt es keine Alternative, es muss die Globalisierung als Treibstoff für den Wohlstand nutzen und wird ihn noch erweitern.

      “Geht es weiter in den Sozialismus oder zu mehr Freiheit? Das ist die entscheidende Frage ?”
      Mit solch angestaubten CDU-Slogans wird man keine Diskussion führen können.
      Da muss schon mehr Substanz her.

    • firedragon sagt

      Ludwig,
      zu den Kontrollen gibt es folgendes Konzept “… Hochauflösende Satellitenbilder haben dabei geholfen, Umweltauflagen unbürokratisch zu kontrollieren. …”

  9. Christian Bothe sagt

    Das Ganze ist eine wunderbare Fortsetzung der Märchen der Gebrüder Grimm oder eines Utopiebestsellers von Stanislav Lem. Sofort fällt mir wieder der von mir hochverehrte H.Schmidt ein der in einem Interview sagte: „wer Visionen hat,sollte zum Arzt gehen…“Ich glaube für Schulze ist die Zeit gekommen! Na,ja die Wahlen werden den Arzt ersetzen können.Wer soll eigentlich dann 2045 die Nahrungsmittel für 10Milliarden(+) Menschen weltweit produzieren,wenn wir die effektive konventionelle LW mit all ihrem wissenschaftlich technischen Fortschritt beerdigen wollen? Wahrscheinlich halten die BRD dann Russland und China am Leben…

    • Stadtmensch sagt

      “Wer soll eigentlich dann 2045 die Nahrungsmittel für 10Milliarden(+) Menschen produzieren?”

      Ist wie bei den Autos: Mehr Straßen schaffen mehr Verkehr. Wenn die Nahrungsmittel einen Preis bekommen, der unter Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien entsteht, wird sich überall da wo man etwas von Verhütung versteht und wo Frauen auch was zu sagen haben, die Bevölkerungsentwicklung anpassen. Jaja – ich weiß schon. Weder das eine noch das andere wird passieren…

      Letztens Doku über Venezuela gesehen: Frau so unter Tränen: “Alles so teuer hier, dabei hätte ich gerne noch ein Kindlein mehr gehabt”. Sie hatte aber schon zwei oder drei…

      Jetzt bitte keinen Shitstorm. Echte Menschenfreunde vermehren sich nicht, weil in einem 2000 Jahre alten Text steht, dass man das exzessiv tun soll…

  10. Obstbäuerin sagt

    Wie sagte die Jungbäuerin in der Doku über eine Solawi: “Ich wusste gar nicht, dass man mit soviel Arbeit sowenig Geld verdienen kann.” Die Erträge gehen zurück, Insekten- und andere Plagen tun ein Übriges. Abends sitzt die Bauernfamilie eines kleinen Betriebes bei Kerzenschein um den alten Holztisch. Die müde Bäuerin strickt Socken aus der Schafwolle, die sie gerade gesponnen hat. Der Bauer kann die wenigen positiven Zahlen seiner betriebswirtschaftlichen Kalkulation schwer entziffern, weil das Licht so flackert und die Kinder unterhalten sich darüber, wie sie schnellstens diesem Leben entfliehen können.

    • Stadtmensch sagt

      “Die müde Bäuerin strickt Socken bei Kerzenschein”

      Bei @Ferkelhebamme las sich das gestern noch ganz anders: “Erstmal gemütlich Ausmisten, dann die Ferkelchen rausholen, zwei drei Telefonate und abends Duroc auf der Terasse”.

      Ich war heut beim Doc: Sie so: “Was machen sie beruflich? Ich: Auf dem Stuhl vor einem Anzeigegerät fixiert: Sie: So sehen sie auch aus!”

      Seufz!

      • Ferkelhebamme sagt

        Na, das lies aber nochmal genauer…

        Übrigens: Dank Spaltenboden müssen nur noch die Pferdeställe gmistet werden, Sonntags nehm ich mir da frei. Mach ich aber lieber als Sockenstricken, ist so schön meditativ. Und mein Physiotherapeut fragt mit Blick aufs Kreuz: Schwimmst du??
        😉

      • Obstbäuerin sagt

        Stadtmensch, Ferkelhebamme lebt in der Gegenwart – meine Familie bei Kerzenschein in 25 Jahren. Ist ja nur ein Märchen …

        • Stadtmensch sagt

          Wer weiß schon was in 25 jahren ist. Da möchte ich doch lieber an das BMU-Märchen glauben. So wie die Industriearbeit über uns gekommen ist, kann sie auch wieder verschwinden. Wie im Rust-Belt bei den Amis. Dann hängts von uns ab, ob wir mit der Situation umgehen können. In den Städten schmeißen wir dann die Autos raus und haben schonmal genügend Grünfläche für schicke Gärten. Immer was zu tun. Nur ein paar Dachlatten für leichte Reparaturen müssen irgenwo nachwachsen. Miete wir nicht mehr gezahlt. Alles Genossenschaft dann.

    • Paulus sagt

      @ Obstbäuerin
      Also, Bauer Willi findet Solawi gut, das hat er vor Kurzem hier noch erklärt. Eine andere Teilnehmehrin dieses Blogs klärte uns auf, dass man mit Solawi noch nicht einmal einen Gewinn machen muss, hauptsache man hat frisches Gemüse.
      Und dann gab es noch so eine Schäferin, die machte einen auf Aussteiger und Demeter
      -Scheiß. Gleichzeitig beklagte sie sich bitterlich, dass auf dem Wochenmarkt keiner ihre Schafswolle kaufen wolle.
      Diese abgedrehten Exoten haben doch nicht nichts mit ernstzunehmender LW zu tun.

      • Arnold Krämer sagt

        Mit Solawi kann man die immer größer werdenden Städte doch nicht vernünftig versorgen, abgesehen, davon dass die meisten jungen Leute mit dem selbst angebauten und geernteten Zeug’s ja garnichts anfangen können. Deshalb machen sie’s auch erst garnicht, sondern gehen zu MDoof und kaufen demnächst Insektenburger.

        • Reinhard Seevers sagt

          Mit der Solawi wird ein angeblich neuer sozialer Zusammenhalt geprägt. Etliche Publizisten und Soziologen meinen ein neues Miteinander erkannt zu haben….in meinen Augen ist das lediglich ein Revival der ökobasierten Aussteigerszene aus den 70er Jahren….alles schon Mal dagewesen.

          • Sabine Norbisrath sagt

            Ja, und in Japan hat es auch lange ganz gut funktioniert. Man muss da vllt. nur den Blickwinkel ändern. Im Moment wird Solawi irgendwie hier wie ne Gruppentherapie verkauft, aber eigentlich ist es nichts anderes als ein Vorkontakt oder eine Lohnmast, nur halt nicht mit einer Firma, sondern mit dem Endverbraucher.
            Das ist übrigens die bisher einzige Form der Landwirtschaft wo der Verbraucher die Blümchenrabatten, die er so dringend haben will, auch bezahlt und das Risiko, dass die Ernte nicht so der Hit wird, auch mitträgt. Also eigentlich nicht so schlecht. Man muss vllt. nur das Singen und Klatschen ausklammern.

            • Reinhard Seevers sagt

              Ich bin professioneller Pessimist, deshalb bleib ich bei meiner Sicht aus meinem Winkel. Der Grund ist simpel: es gibt in einer zunehmenden urbanen, arbeitsteiligen Gesellschaft keine andere
              Form der Nahrungsversorgung für mind. 82 Millionen Bürger, als die mit einer effektiven, effizienten Erzeugung durch professionelle Landwirtschaft, wobei die Betriebsform nachrangig ist.

      • Bauer Willi sagt

        @Paulus
        Ich kenne ein paar Betriebe, die mit SoLaWi richtig Schotter machen. Die anderen haben es nach ein paar Jahren wieder drangegeben.
        Ich glaube, ich könnte die Düsseldorfer Schickeria auf unserem Betrieb gut integrieren. Zumindest finanziell…

        • Paulus sagt

          Das hat aber nichts mit Solawi oder ähnlichem Quatsch zu tun. Das Geheimnis dürfte sein, dass ein Dr. Kremer Schillings als unwiederstehlicher Charmeur den Damen der D’-dorfer Schickeria die richtigen Stories erzählt. Die kommen halt mit edlen Autos,
          Gummistiefeln einer Nobelmarke, und in einem pseudoländlichem Dress um sich das alles mal mehr oder weniger gelangweilt erklären zu lassen. Gib denen mal eine Hacke an die Hand. Du Träumer!

          • Stadtmensch sagt

            “Gib denen mal eine Hacke an die Hand”

            Nein, die lassen wir schön unter sich bei ihren Galas, exclusiven Clubs und sonstigen Amüsements.
            “Es nährt das Leben vom Leide sich” laut Hölderlin. Und diesen schönen Genuss,
            nach getaner Arbeit gut zu ruhn, werden diese bedauernswerten Gestalten nie haben. Dafür haben sie keine Rezeptoren. Dafür sind sie nicht gemacht.

      • Obstbäuerin sagt

        Paulus, aus den Erfahrungen mit unserer hier ansässigen Solawi stelle ich die Formel für den optimalen Kunden auf: Je weiter weg von der landwirtschaflichen Praxis und je größer die Einwohnerzahl desto höher die Leidensfähigkeit bezüglich Qualität und Quantität.

        • Schmeckt gut sagt

          Stimmt. Was da teilweise aus Südamerika und Südeuropa angekarrt wird und sich Lebensmittel nennt, ist für jemanden, der von kleinauf mit frischem Obst und Gemüse groß geworden ist, ungenießbar. “Wasser schnittfest und haltbar gemacht” ist noch vorsichtig ausgedrückt. Ein Grund für die mangelhafte sensorische Qualität ist die geforderte Haltbarkeit – es wird viel zu unreif gepflückt. Die Krönung sind Pflaumen aus Südafrika – Auweia. Ne reife Hauszwetsche wäre mal was – bekommt man aber nur noch ganz selten.

          • Obstbäuerin sagt

            Das stimmt natürlich auch, Schmeckt gut aber in diesem Fall meine ich die Leidensfähigkeit der Solawikistenabnehmer. Von verwelkt, verschossen bis ganzheitlich mit Schädlingen übersät – alles vorhanden.

  11. Arnold Krämer sagt

    Die Bilder, die vom BMU gezeichnet werden, werden auf die Dauer wirkmächtig durch die Tatsache, dass alle möglichen Organisationen immer wieder voneinander abschreiben und Gegenpositionen oder Gegenmeinungen kaum Gehör finden.
    Ein aktuelles Beispiel liefert gerade wieder die deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA, https://www.dafa.de/die-dafa/),
    die mit ihrem Zielbildforum 2049 in der letzten Woche fast identische Bilder formulierte. Sie verwendete u. a. das BMU-Papier als Orientierungspunkt. Das ist aber auch kein Wunder, wenn man sich die Besetzung der Geschäftsstelle anschaut und wenn man sieht, wer in vergleichbaren Veranstaltungen von Seiten der praktischen (konventionellen) Landwirtschaft vertreten ist. Es wird immer über die Landwirtschaft gesprochen, praktisch nur selten mit “der” Landwirtschaft. Und selten ist ein Gespür dafür vorhanden, wie die Menschen, über deren Arbeit und Verhalten man letztlich spricht, auf die Märchen/Wünsche/Ziele/Maßnahmen reagieren könnten.

    • Arnold Krämer sagt

      Ergänzung: Die “große Transformation” (siehe auch Beitrag Seevers) gilt als gesetzt. Auf den Einwand in der Konferenz in der letzten Woche, dass diese auch “abgewählt” werden könnte, wollte man nicht weiter eingehen. Die große Transformation ist also “alternativlos”!

      • Reinhard Seevers sagt

        Ich sehe ein großes Problem darin, dass die konventionelle Seite keine Geschichte zu erzählen hat, oder sie nicht in der Gesellschaft ankommt, oder nicht ankommen darf!
        Wer immer sagt, was er sich im positiven Sinne wünscht, dem wird eher zugehört, als dem, der immer verlautet, was er nicht will. Daraus resultiert dann wiederum die Sichtweise von z.B. Ch. S., der ein “weiter so” sieht und der konventionellen Seite ein “Nichtändernwollen” vorhält.
        Youtube-Videos und Stallberichte sind keine Geschichte im Sinne der Zukunft, sie stellen max. die Gegenwart oder vielfach nur die Vergangenheit dar, schön, aber nicht hilfreich.

        • Arnold Krämer sagt

          Nahrung , Kleidung, Wohnung, die Grundbedürfnisse. Welche Sektoren können “eine Geschichte erzählen”?? Warum gerade die Landwirtschaft, die nicht “ankommen” darf?
          Was hat sie falsch gemacht? Und ist das was man ihr vor 30-40 Jahren zurecht vorwerfen konnte, heute noch gültig? Ich sagte NEIN! Und welche Verantwortung müsste die Politik und der Bauernverband übernehmen?

      • Reinhard Seevers sagt

        Eigentlich ist die Landwirtschaft und die an sie gerichteten Forderungen die avantgarde der sog. “Transformation”
        Im Kern geht es um das Überleben des Kapitalismus als Postwachstumskapitalismus, es geht um die Sicherung von Wohlfahrt und Demokratie, um globale Gerechtigkeitsverteilung, um die Auswirkungen der globalen Wirtschaftsweise und die Form des Zusammenlebens unter dem Gesichtspunkt abnehmender Ressourcenverfügbarkeit, Reduzierung der Umweltverschmutzung, Änderung der Arbeitswelten, usw. usw.
        Im Vorwort zum Sonderband des Berliner Journals für Soziologie “Große Transformation? Zur Zukunft moderner Gesellschaften”
        heißte es:..”Gefragt, was er derzeit für die größte Krise halte, mit der sich die Menschheit konfrontiert sehe, antwortete der Evolutionsbiologe, Anthropologe und Pulitzer-Preisträger Jared Diamond kürzlich in einem Zeitungsinterview:
        ” Vielleicht, dass die Welt versucht, die größte Krise von allen zu finden.”

    • Mark sagt

      @A.Krämer
      Gehe ich zu weit, wenn ich die dafa als agrarwissenschaftliche Gleichschaltungallianz bezeichne?

      • Arnold Krämer sagt

        Da gehen Sie etwas zu weit. Es geht m.E. vor allem darum, sich bei potentiellen Geldgebern (Forschungsgelder) interessant zu machen. Das sind nun mal die Ministerien und auch bestimmte NGO’s.

  12. Turmbauer sagt

    Passt doch! Svenja Schulze die Märchentante aus Berlin! Die wenigen Betriebe (Familienbetriebe) die es bis dorthin noch gibt werden wie wir eine Marktnische bedienen. Die großen sind dann “Kolchose” Betriebe unter staatlicher oder Teilstaatlicher Führung!
    Die dann den Naturschutz erledigen. Unsere Lebensmittel kommen dann aus Russland und Amerika (Süd und Nord)
    Dann sehen unsere “Naturliebhaber! nicht das Elend das dort angerichtet wird!

    Hauptsache ein “gutes Gewissen”

    Schöne neue Welt!

    • firedragon sagt

      Ferkelhebamme, die Versorungssicherheit wird in dem Text mit diesem Satz “… Lebensmittel werden kaum noch weggeworfen. …” gewährleistet, naja … so irgendwie.

      • firedragon sagt

        Ergänzung
        Und warum das nötig ist, wird auch gleich erklärt
        “… Landwirtinnen und Landwirte sind nicht mehr nur Nahrungsmittelproduzenten, sie sind von Subventionsempfängerinnen und -empfängern zu Ökosystem-Dienstleisterinnen und -Dienstleistern geworden. …”

        • Inga sagt

          Ja,
          Weil der arme einfache Städter nicht bereit ist die ökologischen Defizite, die seine Nahrungbeschaffung verursacht finanziell zu begleichen.
          Die anderen ökologischen Fussabtritte auch nicht.

          Aber Grüne wählen und den NGOs Zuspruch geben!

  13. Mark sagt

    Heute werden in der modernen Tiefenpsychologie, Märchen als Therapieform eingesetzt. Sie bieten jede Menge Ansätze für die Analyse und Aufarbeitung von Problemen, aber auch bei der Manipulation von Menschen. Genau dies wird mit diesem BMU-Märchen verfolgt: das Schüren von Angst und Verzweiflung im schönen Wechsel mit Hoffnung und Glück lässt die Menschen der Realität entrücken und dem Märchenerzähler folgen. Dabei ist interessant, dass der Märchenerzähler (BMU) allen Beteiligten Hoffnung und Glück verspricht (also hier auch den Landwirten). Dadurch wird Widerspruch minimiert, das Märchen wird zur Realität und das Ziel ist erreicht.

    • Reinhard Seevers sagt

      “Der Macht des Zufalls sind Propheten nicht gewachsen” (Helmut Lethen)

    • Reinhard Seevers sagt

      Ich kann mir auch vorstellen, dass die Vordenker und Lenker der großen Transformation die Landwirtschaft vorantreiben, weil der Bürger, die auf sich zukommende Transformation, besser erträgt, wenn wenigstens sein Umfeld dem eines Paradieses und einer “gesunden” wie “Gottgefälligen” Weise entspricht, und nicht auch noch eine negativ konnotierte und gefühlt nicht lebenswürdige Heimat darstellt.
      Man muss dem Bürger, dem ja zukünftig gewaltige Opfer abverlangt werden, einen emotionalen Ausgleich bieten, sonst bricht gleich alles zusammen….Landwirtschaft als Erfüllungsgehilfe und unabdingbarer Teil der großen Transformation….hoffentlich wird das gesellschaftlich auch so betrachtet und honoriert! 🙄

  14. firedragon sagt

    Anfang des Textes…
    .”…Wie sieht unsere Zukunft 2045 aus?
    Die Landwirtschaft in Deutschland ist im Jahr 2045 vielfältig: Es gibt kleinere und größere Betriebe im Haupt- und Nebenerwerb, Viehhaltung, Obst- und Weinanbau und Ackerbau. Es gibt Ökolandwirtschaft mit höchsten Standards, aber auch alle anderen Betriebe wirtschaften nachhaltig….”
    Ich bin verwundert – das ist jetzt (schon) so.

  15. Arnold Krämer sagt

    Wer die letzten Jahrzehnte der Entwicklung in der Landwirtschaft überblicken kann, weiß dass sich der Sektor Landwirtschaft relativ langsam und träge verändert, weil er naturgemäß konservativ ist. Wer jetzt (aus welchen Gründen auch immer) in den nächsten 25 Jahren den Sektor in dem beschriebenen Sinne verändert sehen möchte, muss massive Geldbeträge einsetzen oder knallhartes Ordnungsrecht anwenden. Da Ersteres knapp werden wird, bleibt dann nur die „Peitsche“. Legitimation dafür findet sich im Text: der Klimawandel, der extrem dramatisierend jetzt nicht mehr als Erderwärmung sondern als Erderhitzung tituliert wird, um das Angstlevel in der Bevölkerung möglichst hoch zu halten.

  16. Günter Reichard sagt

    Auch im Norden hält das Heiteitei Land
    Einzug . Wie schnell sich alles ändern kann, wenn das Stimmvieh gebraucht wird

      • Obstbäuerin sagt

        Das kommt von den Geschichtenerzählern aus dem BMU und dem haben sich die meisten Parteien nicht nur angepasst, Inga, nein sie wollen sich gegenseitig in den Forderungen nach der Blümchenwiese-Honigbiene-Landwirtschaft übertrumpfen. Ganz vorn die SPD und Die Linke – leicht abgeschlagen Die Grünen.

  17. Thomas Apfel sagt

    Ein schönes (flaches) Märchen von Love and Peace im grünen Paradies. Die Realitäten sehen anders aus und dementsprechend sollte diesem Märchen mal ein “Roman” oder “populär-wissenschaftliches Sachbuch” gegenüber gestellt werden. Die Erzählung, die sich an der tatsächlichen Stoßrichtung der Entwicklung orientierte sähe wohl etwas anders aus.:
    Resourceneffektivität und technische Lösungen werden das Bild bestimmen. Viele Kulturen und Verfahren werden in geschlossenen Systemen mit höchster Effektivität stattfinden. Plastik oder eben andere lichtdurchlässige Kulturschutzmaterialien werden das Bild bestimmen – schon um dem Druck invasiver Schädlinge und Insektenplagen begegnen zu können. Renaturierte Flächen werden aus Geldmangel sich selbst überlassen und werden weitgehend verbuschen und zu Wald werden. Die Biodiversität kehrt auf das Maß der für unsere Gegend vormals typischen artenärmeren Wälder zurück. Das ist an sich kein Problem, da 50 % der Arten eh erst über die Offenhaltuung durch Landwirtschaft eingewandert sind. Europaweit wird (wie jetzt auch) keine einzige Art vom Aussterben bedroht sein, die Verbreitung wird sich wieder zurückentwickeln. Es muss aber auch nicht ALLES ÜBERALL da sein !!

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