Jahr: 2018

2018: Was war – was kommt

Am Jahresende ist es üblich, einen Rückblick zu machen. Und man fragt sich, was das neue Jahr wohl bringen wird. Einiges ist schon am Horizont erkennbar, manches noch unklar, nebulös. Ich habe – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – mal das aufgeschrieben, was mir spontan eingefallen ist. Eben aus Sicht eines Bauern. Wir bedanken uns für euer Interesse an unserem Blog und die vielen Kommentare, die zu lebhaften und anregenden Diskussionen geführt haben. Euch allen ein gutes neues Jahr, dass sicherlich wieder viele Überraschungen bereithält. Und wie sagt ein bekannter Moderator: Bleiben Sie uns treu, empfehlen Sie uns weiter. 🙂 Willi und Alois 0

Schafe können nicht zaubern

Ich habe wieder Post von meiner Öko-Schäferin bekommen. Mit einem Appell, den ich nur unterstreichen kann. Moin Willi, besonders nach diesem Dürresommer wurden die Forderungen nach ökologischer Landwirtschaft immer lauter von Seiten der Umweltverbände und Naturschutzinteressenten. Sinnvoll wäre es natürlich, wenn wir unsere Nahrungsgrundlage nicht zerstören und nachhaltig mit den Ressourcen Boden, Wasser und Luft umgehen. Von der Wichtigkeit von Bienen & Co brauche ich Dir als Bauer ja nichts zu erzählen. Aber wie erreichen wir diese sinnvolle Bewirtschaftung? Allein ein „Öko-Zertifikat“ scheint es nicht zu sein. Labels und Zertifikate sagen ja nichts darüber aus, in welcher Form der Betrieb geführt wird. Mein Lieblingsbeispiel sind ja die Hühnerställe mit 3000 Legehennen. Da kommen Bio-Eier raus. Und beim Kauf dieser Eier freut sich der Verbraucher, dass er „den Tieren etwas Gutes tut“, gesunde Nahrungsmittel zu sich nimmt und eine ökologische Landwirtschaft unterstützt. Aber wie sieht es konkret aus in einem 3000er Stall? Woher kommt diese Zahl? Ist eine Hühnerschar von 3000 Hennen ökologisch irgendwie sinnvoll? Man weiß es nicht. Irgendwer hat diese Grenze festgelegt, ab wann …

WBA und DLG: ein Gespräch mit Konsens-Charakter

Am Rande einer Tagung zum Thema „Agrarpolitik nach 2021“ hatte ich Gelegenheit, Prof. Alfons Balmann, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirat Agrar (WBA)  und Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft (DLG) zu Themen rund um die Landwirtschaft zu befragen. Weil es technische Probleme vor Ort gab (plötzlich ging das Licht aus) haben wir das ganze Interview nur als Podcast. Er dauert allerdings rund 30 Minuten! Die ersten rund 13 Minuten kann man sich im Video hier unten anschauen,  ich empfehle aber den Podcast. . Grob zum Inhalt: bis Minute 7:43   Unternehmer und Umweltschützer. Ja, aber wie? 8:28 bis 15:00      Deutscher Landwirt im Wettbewerb. Ein Spagat? 15:00 bis 19:45     Was müssen/sollen die Bauern anders machen? 19:45 bis 26:01     Beschlüsse ohne Folgenabschätzung 26:01 bis 28:42    Die Politik soll führen, nicht moderieren! 28:42 bis 31:36    Hohe Standards können auch ein Vorteil sein 31:36 bis Ende     Ein gesellschaftlicher Konsens. Wie erreichen? Das Interview zeigt meines Erachtens, wie schwierig ein Konsens zwischen Bürgern und Bauern herzustellen ist. 0

Frohe Weihnacht

Mit der weißen Weihnacht wird es wieder nichts, selbst nicht bei Alois. 2018 geht so zu Ende, wie wir es wohl alle noch lange in Erinnerung behalten werden: warm, sehr warm. Wir werden jetzt ein paar Tage Pause machen und die „Seele baumeln“ lassen. Wir freuen uns auf Weihnachten, weil es besondere Tage sind. Irgendwie so ganz anders, als die anderen 360.  Wir wünschen, dass es auch für euch ruhige und besinnliche Tage werden. Willi und Alois 0

Ehrliche Imker

Ein Zitat aus dem nachfolgenden Artikel, der sich mit der Problematik von Pflanzenschutz im allgemeinen und Neonics im Zuckerrübenanbau im Besonderen beschäftigt: https://www.hochlandimker.at/?+Bio-Zucker-fuer-alle-Bienenvoelker+&id=2500,1112052 „Bio-Zucker für alle Bienen“ wird wohl nicht umzusetzen sein. Oder? Forderungen, die andere zu erfüllen haben, sind schnell gestellt. Noch dazu medial so attraktive wie „weniger Pestizide in der Landwirtschaft“. Im Grunde genommen nur allzu menschlich. Weil sehr einfach. Der Autor regt seine Imker-Kollegen an, in der Diskussion um „Pestizide in der Landwirtschaft“ fair zu bleiben. Lesenswert. Ruhig auch den weitergehenden Link im Artikel öffnen. 0

Ausbildungsstelle frei!

In „meiner“ Genossenschaft wird eine Ausbildungsstelle frei. Bisher ist der Rücklauf an Interessenten noch sehr übersichtlich. https://www.kalaydo.de/jobboerse/ausbildung+zur+zum+kauffrau+kaufmann+im+gross+und+aussenhandel+schwerpunkt+agrar/a/affaf897/?categoryId=1000000000#utm_source=Criteo&utm_medium=Banner&utm_campaign=Criteo_Stellen_001&utm_content=product Vielleicht ergibt sich ja „zwischen den Tagen“ das ein oder andere Gespräch und eine junge Frau oder ein junger Mann hat Interesse. Bauer Willi 0

Aktuell: Pressemeldung des BMEL

Keine Notfallzulassungen für Neonics in Deutschland. Ein Export von Saatgut ist nur in diejenigen Länder erlaubt, die über eine Notfallzulassung verfügen. Nach (meinem) derzeitigem Kenntnisstand sind dies Belgien, Polen, Ungarn und Tschechien. Mehr dazu in dieser Pressemeldung des BMEL https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2018/213-Neoniks.html Es bleibt für mich nach wie vor unverständlich, warum dieses Verbot auch für Zuckerrüben gilt. Die Zuckerrübe ist eine zweijährige Pflanze, die erst im zweiten Jahr blühen würde. Aber dazu kommt sie nicht, weil sie schon im ersten Jahr geerntet wird. Wie soll der Wirkstoff dann die Bienen schädigen? In Zuckerrüben? Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen… Bauer Willi P.S.: Zuckerrüben, Getreide und Kartoffeln sind übrigens Selbst- oder Windbestäuber…Aber das interessiert ja wohl auch niemand… 0

2019: Weniger Raps, weniger Blüten…

Aufgrund der schlechten Bedingungen während der Aussaat im Herbst 2018, aber auch der geringen Erträge und der Probleme, die die fehlende insektizide Beize bereitet, wurde der Rapsanbau für die Ernte 2019 eingeschränkt. Aktuell wird in Deutschland von einer Raps-Anbaufläche von rund 1 Mio. Hektar ausgegangen.  Das bedeutet einen nochmaligen Rückgang gegenüber den Vorjahren, gegenüber 2018 sind es etwa 20%. Alle Bundesländer sind betroffen. Und auch in Frankreich ging die Anbaufläche deutlich zurück. Was bedeutet das? Zum einen werden wir alle weniger der im Frühjahr gelb blühenden Felder sehen. Für die Bienen bedeutet dies ein eingeschränktes Nahrungsangebot, denn der Raps ist eine der zuverlässigsten Honiglieferanten.  https://www.bienenwanderung.de/article/raps Raps ist aber auch eine wertvolle Blattfrucht, die einen hohen Vorfruchtwert für die nachfolgenden Kulturen bedeutet. Auch dafür gibt es keinen Ersatz in der Fruchtfolge.  Rapsschrot ist ein wertvolles Eiweiß-Futtermittel. Da er in Deutschland gentechnik-frei angebaut wird, fehlt in 2019 diese Menge als Ersatz für GVO-Soja. Da immer mehr Futtermittel-Hersteller aber Wert auf Gentechnik-Freiheit legen, wird die Beschaffung schwieriger. Die Trockenheit 2018 hat also Auswirkungen auch auf 2019. Und das nicht nur für die …

Regional ist das neue Bio

Beide Fotos wurden am gleichen Tag (18.12.2018)  im gleichen Markt aufgenommen. Regionale Cherry-Rispentomaten aus dem Rheinland (!)  zum kg-Preis von 6,54 €, spanische Bio-Cherry-Rispentomaten zum kg-Preis von 4,83 €. Vermutlich kommen die rheinischen Tomaten ganz aus der Nähe, von den Neurather Gärtnern, die ihre Gewächshäuser mit der Abwärme des Kraftwerk Neurath heizen. Meiner Meinung nach sind die spanischen Bio-Tomaten zu billig, denn der Transport muss ja auch noch bezahlt werden. Wer weiß, was da für die Pflücker übrig bleibt. Und für den Bauern. Allerdings kaufen wir normalerweise zu dieser Jahreszeit keine Tomaten. Wir haben fast drei Monate lang Freiland-Tomaten aus dem eigenen Garten gegessen (siehe unten). Da weiß man was man hat… Bauer Willi   0