Monate: Februar 2021

Die „Enthüllung“…

Seit einer Woche kontaktiert ein Journalist eines wöchentlich erscheinenden Magazins diverse Agrarblogger und Firmen. Wenn man ihm glaubt, so hat er Unterlagen vorliegen, die eine Verbindung der Agrarblogger zu diesen Firmen „beweisen“ soll. Das Verhalten dieses Journalisten erinnert mich lebhaft an die „investigative Aufdeckung von Chemie-Willi“ der in seiner Jugend für ein Pflanzenschutz-Unternehmen gearbeitet hat. Auch die weiteren „Enthüllungen“  (Vorstandstätigkeit in einer Bezugs- und Absatzgenossenschaft, Mitarbeit beim Unternehmen Pfeifer & Langen) waren Dinge, die schon lange bekannt waren und die sich jeder ganz einfach aus dem Netz beschaffen konnte. Die Fakten wurden dann so abstrus dargestellt, dass Bauer Willi für alle, die nicht vom Fach sind, als düstere Gestalt geschildert wurde. Ziel: seine Glaubwürdigkeit zu untergraben. Genau das scheint jetzt auch wieder beabsichtigt zu sein. Gibt es Verbindungen der Agrarblogger zur Agrarindustrie? Ja klar, die gibt es. Fast alle Agrarblogger und Agrarbloggerinnen sind Landwirte. Und da ist es selbstverständlich, dass man Kontakte zu den Firmen im vor- und nachgelagerten Bereich hat. Und natürlich auch zum Bauernverband, zur DLG und anderen berufsständischen Organisationen. Wäre ja schlimm, …

„Was willst Du mal werden?“

Vor einigen Tagen durfte ich an dem Berufsorientierungstag des Gymasiums, an dem ich Abitur gemacht habe, das Berufsziel Landwirtschaft, Natur, Umwelt vorstellen. Im Vorfeld hatte mir der Organisator die Liste der Nennungen für alle Berufsgruppen zukommen lassen. Und weil ich das in 2020 schon mal gemacht habe, war der Vergleich interessant. Die Gruppierungen sind in beiden Jahren sehr ähnlich. In der ersten Säule stecken fast 100 Nennungen für „Berufe bei der Polizei“. Das hat mich erstaunt. Erstaunt hat mich persönlich die relativ niedrige Zahl an Interessenten für IT/Computer. Unter den 13 Interessenten für Landwirtschaft/Umwelt/Natur waren etwa die Hälfte Kinder von Landwirten. Warum ich das alles schreibe? Einfach so, als Information. Keine Wertung.   +1

Hat es sich ausgetreckert?

Ein Gastartikel von Franz Kinker aus Bayern „Im letzten Jahr und auch Anfang dieses Jahrs haben sich viele Landwirte(innen) mit ihren Traktoren auf den Weg gemacht in große Städte wie Hamburg, Berlin, Bonn und viele weitere. Mit ihren Corsos, Hupkonzerten und Mahnfeuern wollten sie auf die prekäre Situation auf ihren Höfen aufmerksam machen. Es waren Aktionen, die aus der Not heraus geboren sind. Desaströse Preise beim Schweinefleisch, Verschärfung der Düngeverordnung, Ausweisung roter Gebiete, ausufernde Bürokratie, Perspektivlosigkeit der Branche, öffentlicher Druck, Insektenschutzprogramm und der immerwährende Preisdruck der Discounter führten dazu, dass die Bauern sich zusammenrauften und völlig neue Aktionen starteten, die in die bäuerliche Geschichte eingehen werden.        Hat sich etwas geändert? Diese Frage kann man mit einem einfachen „nicht viel“ umschreiben. Die Landwirtschaftsministerin Klöckner rappelte sich aufgrund des bäuerlichen Drucks auf, um ein Gesetz zu schaffen, das dem Handel untersagen soll, Waren unter dem Einkaufspreis zu verkaufen. Auch Gesprächsrunden mit Vertretern des Handels gab es. Man beschwor die Systemrelevanz der Landwirtschaft, gelobte Besserung bei den Einkaufspraktiken der Discounter, hob auch kurzfristig die Preise für spezielle …

Eine Fundgrube: Statistisches Jahrbuch für Ernährung und Landwirtschaft

Soeben erschienen ist das oben genannte Buch. Den Link sollte man sich abspeichern! https://www.ble-medienservice.de/0227/statistisches-jahrbuch-fuer-ernaehrung-landwirtschaft-und-forsten-2020?c=152 Das Jahrbuch, das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)    herausgegeben wird, ist eine Fundgrube für jeden, der mit Landwirtschaft und Ernährung zu tun hat. Schadet ja auch nicht, wenn man mit belastbaren Zahlen argumentiert… 🙂 +2

Podiumsdiskussion Zukunft Schwein

Ein Muss-Termin für Schweinehalter: 25.2.2021 um 17:00 Uhr Im Podium: Gero Hocker (FDP), Johannes Röring (CDU), Kirsten Tackmann (Linke), Friedrich Ostendorff (Grüne) und Stephan Protschka (AfD). Das kann ja heiter werden… Teilnahme kostenlos, Anmeldedaten hier unten im Link: „Schweinehaltung hat Zukunft, auch in Deutschland!“ 0

Urs Niggli: „Mit Bio kann man nicht die Welt ernähren“

Wer Urs Niggli nicht kennt: Er ist ein Schweizer Agrarwissenschaftler und Vordenker des biologischen Landbaus im europäischen Raum. Von 1990 bis März 2020 leitete er das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) im aargauischen Frick. In diesem Zeitraum erfolgte der Ausbau des Instituts zur international renommierten Forschungseinrichtung; so kann das FiBL heute eine Beteiligung an über 50 Projekten der Forschungsrahmenprogramme der Europäischen Union ausweisen sowie an zahlreichen weiteren Projekten. Im nachfolgenden Interview wird er gefragt, ob man alleine mit Bio-Landwirtschaft die Welt ernähren könnte. Seine überraschende Antwort: nein. Und die Begründung ist plausibel. Im Link das Interview zum Nachhören. 7 Minuten, die sich lohnen. https://www.deutschlandfunkkultur.de/landwirtschaft-der-zukunft-kann-oekolandbau-die-welt.1008.de.html?dram:article_id=492774 P.S.: So ganz nebenbei: Urs Niggli hat gerade ein Buch geschrieben. https://www.residenzverlag.com/buch/alle-satt   +1

Ist das die Zukunft?

Ich habe im Netz ein paar Videos gefunden, in denen man sich mit der digitalen Zukunft der Landwirtschaft beschäftigt. Hier das von John Deere, das sich mit dem Umfeld des Landwirts beschäftigt. In nächsten Video geht es mehr um die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung. Dieses Video, in dem es auch um die Ernährung, neue Züchtungstechniken, Laborfleisch und ähnliche Zukunftsthemen geht, hat mich nachdenklich gemacht. Was davon wird unser Sohn in den nächsten 30 Jahren nutzen? Oder wird er ganz andere Wege gehen? Ich bin gespannt auf eure Meinung. +1

Vegane Katzen sind Killer

Ich gebe zu, eine etwas reißerische Überschrift. Fakt ist aber, dass Forscher herausgefunden haben, dass Katzen, die mit Fleisch und ohne Getreide ernährt werden, deutlich weniger Vögel fangen. Ihr Jagdtrieb ist offensichtlich durch die fleischhaltige Ernährung gemindert. https://www.welt.de/kmpkt/article226244019/So-verhinderst-du-dass-deine-Katze-tote-Voegel-nach-Hause-bringt.html Warum überrascht mich das nicht? Und irgendwie merkwürdig, womit sich Forscher so beschäftigen… Ob die Überschrift jetzt einen Shitstorm auslöst? +1

Klimawandel: auch mehr Sonne?

Dass die Sonne im Winter weniger und im Sommer mehr scheint, ist logisch. Das hängt ganz einfach mit der Tageslänge zusammen. Aber hat sich die Sonnenscheindauer insgesamt verändert? Klare Antwort: ja, und das vor allem in den Monaten März und April.  Nur der Oktober ist unverändert. Das sieht man in der zweiten Karte mit den Referenzperioden (da ist ein Rechtschreibfehler drin) doch sehr deutlich. Eigentlich ist viel Sonne ja gut. Sonnenscheindauer in Deutschland seit 1951 0

Das Kartellamt und die Landwirte

Michael Otto ist nicht irgendwer. https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Otto Er plädiert für „gemeinwohlorientierte Absprachen“ für Landwirte. Was das ist und warum das Sinn macht, lest ihr hier: https://zeitung.faz.net/faz/wirtschaft/2021-02-13/e7873ffd365d65ae9a8c722d8e67b761/?GEPC=s9 Und er scheint die Problematik verstanden zu haben, wenn er schreibt: „Es wäre durchaus möglich, Insekten, Vögeln oder Ackerwildkräuter zuliebe nachhaltig zu wirtschaften. Aber: Die Kosten dafür können Landwirte in einem globalisierten Markt und mit Blick auf den Wettbewerb billiger Importprodukte derzeit kaum aufbringen. Sie müssten dafür bezahlt werden. Viele Landwirte sind frustriert, dass das bisher nicht geschieht. Sie wollen Nutztiere besser halten, die Lebensräume von Tieren und Pflanzen nicht stören – doch angesichts der billigen Preise sind viele Höfe in ihrer Existenz bedroht und nicht fähig, Mehrkosten zu tragen.“ Wie man sieht, gibt es eine Reihe von Menschen, die die Landwirte verstehen. Und das ist doch wieder einmal eine gute Nachricht. +5