Bauer Willi
Kommentare 102

Ist das die Zukunft?

Ich habe im Netz ein paar Videos gefunden, in denen man sich mit der digitalen Zukunft der Landwirtschaft beschäftigt. Hier das von John Deere, das sich mit dem Umfeld des Landwirts beschäftigt.

In nächsten Video geht es mehr um die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung. Dieses Video, in dem es auch um die Ernährung, neue Züchtungstechniken, Laborfleisch und ähnliche Zukunftsthemen geht, hat mich nachdenklich gemacht. Was davon wird unser Sohn in den nächsten 30 Jahren nutzen? Oder wird er ganz andere Wege gehen?

Ich bin gespannt auf eure Meinung.

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102 Kommentare

  1. Bauer Willi sagt

    @Christian Suhr

    Mein Kommentar zum heutigen Tag: Es bringt nichts, mit unzähligen Links das Gegenüber totzuschlagen. Die liest kein Mensch und je mehr es werden, umso mehr regt sich Widerstand gegen die Person, die so argumentiert.

    Für jemanden, der im Beruf steht und mit Landwirtschaft/Obst/Wein sein täglich Brot verdienen muss, sind Deine theoretischen Ergüsse oft provozierend. Mir persönlich vergeht auch die Lust, darauf immer wieder einzusteigen, weil sich die Satzbausteine irgendwann wiederholen und es langweilig wird.

    Am Anfang waren Deine linken Gedanken ja noch ganz interessant, aber mittlerweile fühlen sich viele nur noch genervt.

    So wird es Dir nie gelingen, die anderen Kommentatoren für Deine Sache zu gewinnen. Im Gegenteil: als selbsternannter Repräsentant der Partei „Die Linke“ wirkt diese Gruppierung immer unsympathischer. Was sie nicht ist, denn ich kenne Vertreterinnen wie Kirsten Tackmann (gelernte Tierärztin), die mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität steht.

    Mein Tipp: nehme mal eine Auszeit. Das tut allen gut, Dir auch.

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    • Christian Suhr sagt

      Ist angekommen! Aber Auszeit ist nicht. Mir geht es auch nicht um Sympathien, mir geht es um Lösungen, die müssen nicht für jeden sympathisch sein. Ich verstehe auch sehr gut, daß manche Kritik nicht willkommen ist. Nach vierzig Jahren Ariel wechselt auch niemand mehr zu Persil. Mußte auch schon manches Mal meine Meinung ändern, bewußt einkaufen hieß früher viel und billig für mich.

      Meist habe ich auch keinen Haken gesetzt über weitere Benachrichtigungen, aber ich wollte mal schauen, was passiert, wenn ich die Technologiehörigkeit kritisiere und darauf verweise – mit Belegen, selbst wenn die niemand anschaut – daß die Wissenschaft eigentlich schon gesagt hat, daß es so einfach nicht ist.

      Und hier wurde auch was von Achse des Guten geteilt. Insofern werde ich sicherlich als Linker eines nicht tun: Die Klappe halten!

      Von nett und sympathisch ist kein Hof gerettet und kein Strukturwandel beendet, Schleimer und Bauernfänger gibt es genug. Ich kann versichern, daß ich auch PeTA kritisieren, wenn sie meinen, ALDI wegen billiger veganer Produkte auszeichnen zu müssen. Stimmenfang ist mir wurscht! Sollen andere sich vor nettem Bauernhofidyll ablichten lassen. Ich will den Karren aus dem Dreck ziehen helfen, wir haben keine zehn Jahre mehr Zeit für Händchenhalten und schauen, was passiert. Jährlich gehen 5.000 Höfe über die Wupper, wenn nicht mehr.

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      • Arnold Krämer sagt

        „Jährlich gehen 5000 Höfe über die Wupper, wenn nicht mehr.“
        Leben ist Veränderung, Wirtschaft ist Veränderung, Landwirtschaft ist Teil der Wirtschaft. Sie können für den Agrarsektor keine Ausnahme-Situation konstruieren. Schauen Sie sich einmal die vielen vielen Gründe an, warum kleine, große, mittlere Betriebe aufgegeben werden. Das hat nicht immer nur mit wirtschaftlicher Not und Enge zu tun. Es hat auch sehr viel mit rechtlichen Rahmenbedingungen zu tun, die die Veränderungsprozesse unnötig beschleunigen. Und es hat sehr viel zu tun mit den Menschen selbst und ihren Vorstellungen von einem guten Leben. Gerade da hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr viel verändert.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ist ja gut, dass Herr Suhr „lediglich“ die deutsche Landwirtschaft retten möchte. Ein höherer Anspruch würde mir Angst bereiten…
          Wo steht eigentlich die Sollmarke für die Anzahl Betriebe für Deutschland? Soll für jedes Bundesland eine andere gelten, oder für die Standortbedingungen?

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          • Christian Suhr sagt

            Die Sollmarke liegt dort, wo der einzelne Bauer noch würdevoll ohne Überbelastung einen Hof bewirtschaften kann, würde ich meinen. Wo es noch ein Hof ist, der wirklich vom Bauern betreut wird und nicht von haufenweise Landarbeitern, die sich damit nicht wirklich identifizieren können, auch nur so experimentierfreudig und anpassungsfähig sind, wie ALDI und Co. es vorgeben usw. Das wird auch variieren, je nachdem ob Ackerbau oder Tierhaltung, Flachland oder Berge, in Frage kommende Früchte usw.

            Oder man kehrt es um: Keine US-amerikanischen Verhältnisse. Wäre doch ein Anfang, die haben nämlich zunehmend Probleme.

            Sie dürfen aber gern Ideen äußern zur Bewahrung der Landwirtschaft.

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            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              Hier ist der Wunsch Vater des Gedankens, werter Herr Suhr.

              Sie befinden sich in einer Sackgasse – bitte wenden!

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            • Reinhard Seevers sagt

              Die Landwirtschaft bewahrt sich selbst. Es wird nur nicht jeder Einzelbetrieb mehr vorhanden sein. Wenn 50% keine Nachfolge haben, dann können sie sich wie ein Brummkreisel drehen, es werden nicht mehr.
              Jetzt kommen Sie nicht mit „dann muss man das ändern“. Die Ursachen sind so vielfältig, wie die Ansprüche und Gesetze, die den Betrieben zugemutet werden….
              Es gibt keinen Masterplan, es ist alles im Fluss.
              Ich sehe ja, wie sich die Kundenwünsche/-ideen/-ökonomien entwickeln. Ich stehe jeden Tag mit den Betrieben in Kontakt, in 5 Bundesländern.
              Da werden Reitställe gebaut, Ferienwohnungen, Hofläden, Hofcafes, Milchviehställe technisiert und erweitert, Schweineställe auf Stroh geplant….alle suchen ihre Lücke im System, konventionell, Naturland, Demeter, Bioland, Direktvermarkter, Pensionspferdehalter, Gemüsebauern….alle sind auf dem Weg Herr Suhr. Sie bewegen sich im Dickicht der rechtlichen Urwälder und ökonomischen Fallstricke gesellschaftlicher Anspruchshaltungen.

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          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            Da gibt es keine festen Kenngrößen, werter Herr Seevers. Für eine sichere Nahrungsmittelproduktion benötigen wir gegenwärtig wohl kaum mehr 50.000 Betriebe.

            Damit eine demokratische Ordnung funktioniert, brauchen wir möglichst viele Grundeigentümer. Solange eine Wohlstandssteigerung anhält, wird sich umgekehrt proportinal die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe fortentwickeln.

            Ändern sich diese Zeiten, werden die Betriebe wieder zunehmen, wenn infolgedessen eine Autarkie und Selbstversorgungsmentalität Oberhand gewinnen wird.

            Auch in letzterem Falle bietet KI und die vorhandene Technik bereits ungeahnte Möglichkeiten…

            Bei den jetzigen eingefahrenen Strukturen wird dies jedoch Erdbeben auslösen, die man sicherlich im Vorfeld bereits energisch verhindern möchte. – Warum wohl!?

            Im übrigen stellt sich generell die maßgebliche Frage, wie man LW heute endlich neu definiert:

            Zählt die Naherholung künftig dazu, spielt die Energieerzeugung in jedweder Art und Weise endlich auch die maßgebliche Rolle, die ihr tatsächlich zustünde!?

            Auch Parkplätze werden „bewirtschaftet“, …nur zur Horizonterhellung!
            In Wacken wird Fläche wie genutzt?
            In Rothenburg ob der Tauber werden bestimmte Flächen im Taubergrund regelmäßig wie genutzt?
            In alpinen Gebieten werden Flächen zur kalten Jahreszeit turnusmäßig wie genutzt?
            etc. pp.

            Hier generiert man einen wirtschaftlichen Wert auf der jeweiligen Fläche, der systematisch abgegriffen wird.

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        • Christian Suhr sagt

          Wenn da haufenweise Menschen bei VW und Co. entlassen werden, kommt es auch immer gut, wenn jemand meint „Leben ist Veränderung“ … Denken Sie mal andersrum: Wann hat die Landwirtschaft noch eine Stimme, daß man sie wahrnimmt, braucht es 5% der Bevölkerung, reicht 1%, oder lieber 0,5%, oder besser alles nur landwirtschaftsfremde auf Rendite abzielende Investoren mit Landarbeitern? Es ist auch politisch wichtig, daß die Bäuerinnen und Bauern nicht wegrationalisiert werden. Ebenso wie für den Kitt auf dem Land, wo sie oft noch ehrenamtlich anpacken bei kommunalen Aufgaben, man könnte sagen, ein Bauer ist mehr als nur jemand, der Nahrungsmittel produziert.

          Sie sehen Politik anders als ich:
          Die Politik hat zwei wesentliche Mittel, um den gewünschten Strukturwandel durchzuziehen:
          1. Sie läßt Verarbeiter und LEH mehr oder minder gewähren, arbeitet mit Freihandelsabkommen, Kontingentregelungen/Importen etc. Macht wirtschaftlich Druck. Nach dem Motto: Größer kann billigere produzieren, hat Wettbewerbsvorteile, Kleine müssen in die Röhre schauen. Wachse oder weiche.
          2. Sie schafft rechtliche Voraussetzungen, die man als Selektionsfaktor nutzen kann. Bürokratische Auflagen, die nur von Großbetrieben mit eigener Abteilung bewältigt werden können. Forderungen nach Investitionen, die auch nur von Großbetrieben und Fremdinvestoren bewältigt werden können. Oder man fördert so, daß die Großen davon mehr profitieren (Zahlungen nach Fläche als Beispiel). Das Weihnachtsgeld-Prinzip: Angestellte mit hohen Löhnen bekommen mehr, aber eigentlich haben alle ihre 40-Stunden-Woche reingesteckt in den Betriebserfolg und sollten gleichermaßen auch an Gratifikationen beteiligt werden.

          Beides, 1 und 2, hat nichts mehr damit zu tun, daß jemand gut wirtschaften muß. Gut wirtschaften wird reduziert auf Überlebenskampf. Kinder nennen so ein Spiel Reise nach Jerusalem.

          Biodiversität geht einfacher, wenn auch die Landwirtschaft in sich vielfältiger ist mit mehreren kleineren Betrieben als nur 2.000 ha Höfen. Denn dann neigt man dazu, sehr einheitliche Flächen zu planen, weil diese dann auch einfacher bewirtschaftet werden können (siehe USA).

          Noch ein logischer Gedanke: Ja, Höfe sind Betriebe, ist normal, daß man da auch mal aufgibt, wenn was in die Grütze geht. Aber normalerweise macht dann ein neuer Betrieb auf, jemand würde den Hof übernehmen usw. In der Landwirtschaft ist es eine Rationalisierungsmaßnahme, Flächen werden von anderen geschluckt. Gleichzeitig ist das Problem, daß die freigewordenen Flächen zunehmend von Fremdinvestoren und ihren Strohmännern übernommen werden. Und so lange das der Fall ist, ist jeder aufgegebene Hof ein Problem nach hinten raus. Schauen Sie mal insbesondere in den Osten Deutschlands.

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          • Arnold Krämer sagt

            „Die Politik hat zwei wesentliche Mittel, um den gewünschten Strukturwandel durchzuziehen“

            Da liegt das Problem: Das Selbstverständnis der Politiker ist offensichtlich falsch (übrigens auf allen Seiten) Sie wollen den Menschen erziehen (die einen mehr, die anderen weniger). Dabei sollen sie eigentlich nur DIENEN. Sie geben vor, den Menschen Sicherheit (und wenn sie es könnten, ewiges Leben) zu garantieren. Da für viele das Leben immer länger dauert und gleichzeitig die Entwicklungsprozesse immer schneller ablaufen, werden einige der Leser (Lesenden sagt man, glaube ich, heute politisch korrekt) hier im Blog die Gelegenheit haben, den Erfolg dieser Bemühungen auch selbt zu erleben.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Herr Suhr, Sie könnten ja einmal hier in der Runde fragen, wie eine Politik aussehen müsste, damit man eine entsprechende Wahl trifft. Einmal einfach fragen. Was mich betrifft, so gefallen mir die Ansätze der Dreigliederung von Steiner, wirtschaftlich v. a. das Assoziationsprinzip; Schumachers „Small Is Beautiful“ mit der mittleren Technologie und den mit der Größe der Betriebe intensiver werdenden Regelungen durch den Staat; auch die ökosoziale Marktwirtschaft von Binswanger hat interessante Elemente, vor allem die Herausnahme der Landwirtschaft aus dem geltenden Globalisierungskonzept; die Enzyklika von Papst Franziskus „Laudato si“ ist zwar kein Wirtschaftskonzept, aber sein Menschenbild ist mir auch wichtig. Ich lese Parteiprogramme also durch diese Brille und entscheide bei der Wahl entsprechend.
            Letzten Endes hätte vielleicht jeder hier eine andere Antwort. Diejenigen, in deren Nähe Sie mit Ihrem Konzept kommen, die werden die Linke wählen. Die anderen können Sie versuchen zu überzeugen, aber wenn es Ihnen nicht gelingt, dann können Sie nur entweder anderswo für Ihre Ideen werben, oder Sie können sich inspirieren lassen, Ihr Konzept an die Vorstellungen Ihrer potentiellen Wähler anzupassen – natürlich nur, wenn Sie auch einen Weg sehen, das Konzept auch verwirklichen zu können.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Naja, Herr Krämer, Sie haben schon auch selber vor kurzem betont, dass die Aufgabe von Erbhöfen für die Betroffenen ein großes emotionales Problem ist. Wenn Politik für ein besseres Leben sorgen soll, dann hat sie beispielsweise an diesem Punkt versagt.
          Ich halte ja nichts von Populismus, aber die Populisten kennen immerhin die wahren Sehnsüchte der Menschen. Wenn Die SPÖ in ihrem Parteiprogramm schreibt: „Die Landwirtschaft soll zu einem
          gesunden Leben beitragen, qualitätsvolle, möglichst regionale und leistbare Ernährung sicherstellen und besondere Rücksicht auf Tierrechte
          und Tierwohl nehmen. Biologische Produktion, traditionelle Anbauweisen und eine kleinstrukturierte Landwirtschaft leisten hierzu wichtige Beiträge“, dann ist das zwar unrealistisch, aber es hat ja trotzdem einen Grund, warum man das so hineinschreibt: weil man damit Wähler gewinnt.
          Da kann man nicht so einfach sagen: Weil die Gesellschaft im Supermarkt immer das Billigste kauft, will sie auch, dass es so läuft, wie es läuft, und dann werden halt die Betriebe immer größer. In Osteuropa scheint ja die Gesellschaft mit diesem Wachsen oder Weichen explizit zufriedener zu sein als bei uns, aber hier ist sie es nicht.
          Kürzlich hat bei uns in einer Corona-Pressekonferenz ein Psychologe die Politik gemahnt, sich auch um die seelischen Kollateralschäden der Krise zu kümmern. Er meinte, um mit einer materiellen Krise fertig zu werden, braucht es seelische Ressourcen, und die liegen sehr zentral in der Erfahrung des Schönen: einer schönen Landschaft und vor allem im Zugang zur Kultur. Jetzt plant die Regierung ein umfangreiches Testsystem, um den Zugang zu Konzert, Theater etc. wieder zu ermöglichen.
          Vergessen wir nicht, dass selbst jene alten Bauern, die sich körperlich so geschunden haben, dass sie am Ende nur mehr mit waagrechter Wirbelsäule am Stock unterwegs waren, dass die jede arbeitsfreie Zeit, die ihnen gerade noch blieb, genutzt haben zum Herrgottschnitzen, zum Sticken von Wandbehängen, zum Singen etc. Weil der Mensch so beschaffen ist.
          Warum zahlt der Kunde dem Direktvermarkter mehr? Weil der ihm nicht nur körperlichen Betriebsstoff liefert, sondern in irgendeiner Form auch Schönheit. Und der LEH verführt den Kunden damit, dass er behauptet, er können diese Kombination billiger – indem er z.B. sprechende Schweinchen an die Wand malt, die es nicht gibt.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Ich sehe das anders Elisabeth. Landwirtschaft ist ein Sinnbild für das „Schöne und Gesunde, für Natur und Ursprünglichkeit“. Die Menschen projezieren ihre Wünsche auf diesen Teil der Gesellschaft/Wirtschaft, um ihr eigenes Handeln zu rechtfertigen, zu legitimisieren, um sich gut zu fühlen, wenn sie „gutes“ Fleisch gekauft haben. Es ist in meinen Augen ein simpler Ablasshandel für das Agieren des Menschen in der Industrie- und zunehmend der Dienstleistungsgesellschaft.
            In allen Sendungen, von der talkshow bis hin zu dailysoaps, von der Zeitung bis zu Youtube und Instagram ist das Reisen als häufigstes und wichtigstes Handeln genannt. Man hat schon einen regelrechten Anspruch darauf, man muss sehen, wie andere Menschen leben, um sich selbst wieder einzuordnen. Wenn das Reisen verboten würde, weil es die größten Ressourcen und Energien verbraucht, DANN hätte unsere Gesellschaft ein großes Problem. Heute kann ich meine Reiselust noch mit Biokonsum kompensieren.
            Man merkt doch an der gerade aufkommenden Diskussion um die Einfamilienhäuser, dass das (mind. deutsche) Individuum sehr sensibel reagiert, wenn man seine Komfortzone angreift. Dabei ist der Grund, über Einfamilienhäuser und dessen Sinnhaftigkeit nachzudenken, sehr wichtig.
            Nein, Landwirtschaft nach den Wünschen der Gesellschaft ist reines Gewissensberuhigen für eigenes Fehlverhalten.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Menschliches Agieren hat immer zwei Seiten. Aber man kommt halt nicht weiter, wenn man immer nur die schlechten Absichten beim anderen sucht, da gibt es durchaus auch gute, verständliche.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Es sind ja keine bewussten schlechten Absichten, Elisabeth. Es ist ein unbemerkter Ablasshandel. Er wirkt auch bei Reitpferden, E-bikes oder Haustieren.
                Irgendwann gibt es immer irgendeinen, der das Handeln rechtfertigt oder gar mit einer Studie belegt.
                Wir haben keine Kavallerie mehr und auch nur wenige Äcker, die mit Pferden beackert werden. Dennoch wird das Reitpferd als nicht wegzudenkendes GUT unserer Gesellschaft gehandelt und ist sakrosankt. Und dass, obwohl es ausschließlich Wohlempfinden generiert, also just for fun….und für Kohle der Reitpferdebranche. Vom Zügel über den Pferdehänger bis zur Reithalle…
                Beim e-bike ist es ebenso. Es werden jedes Jahr hunderttausende E-bikes verkauft, ein musthave für alle Umwelt- und Gesundheitsbewussten. Wir generieren zus. Ressourcenverchwendung und Energie, wo noch das alte Fahrrad genügt hätte. Zusätzlich muss heute jeder Biker ein Outfit wie ein Profi haben, damit er „dazu“ gehört.
                Elisabeth, der materielle Befriedigungstrieb ist so groß, dass er am Besten mit Bio-öko Nahrung kompensiert werden kann, das ist Fakt, merkt nur keine Sau. Oder ist ihnen schlicht Wurscht.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Dann wäre ja die ehrlichere Alternative, die Reitpferde wieder einzuspannen, wenigstens in der Forstwirtschaft, statt E-Biken Wolfszäune spannen, das macht auch fit.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ich hatte übrigens im ersten Jahr hier am Land ein E-Bike statt eines Autos. Damit bin ich 6 km einkaufen gefahren und 8 km zum Zug, wenn ich weiter weg musste. Mit 50 wäre ich mit normalem Rad hier den Hügel nicht mehr herauf gekommen. Ich fand das ökologisch.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Frau Ertl,
                  die Pferde in der Forstwirtschaft sind Kaltblüter,
                  die Reitpferde ertragen in der Regel nur besonders schlanke Frauen.

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          • Arnold Krämer sagt

            „Warum zahlt der Kunde dem Direktvermarkter mehr?“
            Das muss etwas mit (eingebildetem) Zusatznutzen zu tun haben, wie auch beim Autokauf oder Klamottenkauf, ganz einfach. Wenn aber immer mehr Menschen in die Stadt ziehen, die ländlichen (landwirtschaftlichen Produktions-)Räume entvölkert werden, dann kann Dirketvermarktung nur ein Teil der Lösung (welcher?) sein. Die Siedlungsstruktur Österreichs lässt sich nur begrenzt mit der von Deutschland vergleichen.
            Wir bekommen jetzt übrigens seit ein paar Wochen 14-tägig Bio-Kartoffeln von einem direktvermarktenden, marktfernen Betrieb (https://heidehoefe-vonderohe.de/) aus der Lüneburger Heide durch einen Paketdienst geliefert. Die Lieferung wird uns Tage vorher elektronisch angekündigt. (Stromkosten Server?). Die Kartoffeln sind sehr gut und schmackhaft. Aber der klassische Vermarktungsweg über Großhandel und Einzelhandel ist vermutlich deutlich umweltfreundlicher als das, was wir jetzt machen bei einer Transportentfernung von rund 250 km. Aber wie ist das so schön mit dem Zusatznutzen? (und den Zusatzkosten?)

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Das ist die Frage, ob man den Zusatznutzen „eingebildet“ nennen darf. Der Mensch hat nun einmal auch immaterielle Bedürfnisse. Es ist menschlicher, wenn man den Menschen persönlich kennt, der für einen arbeitet, und wenn es nur via Homepage ist.
              Der organisierte Handel hat gewiss Vorteile. Aber er hat sich verselbstständigt, er bringt eben Produzenten und Konsumenten nicht mehr einander näher, was eigentlich seine Aufgabe wäre, im Gegenteil, er schottet die einen von den anderen ab und wird davon reich, das ist das Problem.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Und Ihre Argumentation dreht sich in gewissem Maß im Kreis. Die Entvölkerung des Landes ist Teil des gegenwärtigen Systems. Aber gerade die Coronakrise lässt in Städtern zunehmend den Wunsch aufkommen, aufs Land zu ziehen. Die Direktvermarktung würde die Landflucht eher umkehren.

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              • Brötchen sagt

                „Die Direktvermarktung würde die Landflucht eher umkehren.“

                Genau wegen Direktvermarktung kauft man sich einen Vierseitenhof für 1 Mio..

                Falls es den noch gibt. Bei uns ist jedenfalls alles wech….

                Wasserstandsmeldung, vom Betroffenen..

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ich empfehle die Sendung „Schäppchenhäuser“Sonntags-Nachmittag auf RTL II. Da kann man dann sehen, wer sich die alten Klamotten auf dem weiten Land kauft und umbaut…..
                  Direktvermarktung in der Uckermark oder der Niederlausitzer Heide lässt die Herzen höher schlagen. 15km Anfahrt und beim 5 mal immer noch das gleiche dünne Angebot.
                  Elisabeth, zwei Bundesländer (Mäc -Pom und Brandenburg) zusammen und man erhält schon 65% der Landfläche Österreichs….und da sind die Berge schon mit dabei. Es ist schlicht nicht vergleichbar.

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                • Brötchen sagt

                  Reinhard ich fahre einiges übers Land.
                  Meines Erachtens sind die Häuser, die mal völlige Bruchbuden sind, meist schon weg.

                  Der Trend ist gebrochen.

                  Man muss dazu sagen, es gab eine Landflucht von Ost nach West von ca. 2,5 Mio Leuten nach dem Westen.
                  Weil in bestimmten Städten künstl. geschaffene Betriebe und Industrien plötzlich weg waren und 10 Tausende Arbeitsplätze weggefallen sind.
                  Danach gab es wirklich einiges, das beste haben solvente Berliner u.ä. schon weggeschnappt und abgegrast.

                  Jetzt kann man vielleicht noch was kriegen in der Oberlausitz, oder in den Mittelgebirgen, weil man da nicht schnell mal 100 km zur Arbeit fahren kann.
                  Wo man Beschäftigung findet hat sich das alles stabilisiert, hängt aber alles am Arbeitsplatz.
                  Bekannte von mir hatten was in Bb gesucht und die sind nach NS an die Küste gezogen, wollen aber wieder zurück.

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                • Brötchen sagt

                  PS. finden aber nix……
                  weil sie wollen ein wenig Land dazu haben, aber nur 1 ha o.s.

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                • Brötchen sagt

                  P.S.S.

                  „noch das gleiche dünne Angebot“

                  die Zeiten sind auch längst vorbei vom Angebot her, ist es z.B. in der NL bald besser als in Ballungsgebieten, zumal dann noch etwas günstiger.

                  Bin seit langen jetzt öfter wieder in der bewussten Gegend und muss sagen, die Lebensqualität hat sich da wesentlich verbessert.

                  Gut Baumarkt macht schon 18 Uhr am WE zu 😉

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      • „Meist habe ich auch keinen Haken gesetzt über weitere Benachrichtigungen, aber ich wollte mal schauen, was passiert, wenn ich die Technologiehörigkeit kritisiere…“
        Ein solches Verhalten ist typisch für Trolle., Herr Suhr.
        Sie interessieren sich gar nicht für andere Argumente, sie machen sich noch nicht mal die Mühe, sie zu lesen.
        Was beabsichtigen Sie mit dieser Wiederholung von Thesen und Links ? Versuchen Sie doch mal die Antworten, die Sie erhalten haben, ebenso oft zu wiederholen. Dann wären wir schon einen großen Schritt weiter. Selbst Ihre Sprüche haben mittlerweile einen Grauschleier, da brachen wir mal was anderes als ein Vollwaschmittel. Vielleicht einen Flecklöser.
        Das ist nicht Ihr Blog, Herr Suhr. Vielleicht sollten wir darüber mal reden …
        Den Meinungsaustausch über die digitale Zukunft der Landwirtschaft haben Sie jedenfalls erfolgreich verhindert. Und über die Agrargenossenchaft Bartelshagen I möchte ich mich mit Ihnen nicht unterhalten. Oder sind Sie mal vor Ort gewesen?

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  2. Thomas Apfel sagt

    Oh Gott, ich glaub ich bin heute in Suhr-inam.
    Immer wieder die gleichen platten Beschreibungen der selben Dinge. Darauf gehe ich nicht mehr ein.

    Ich persönlich finde nicht den Werbebeitrag von J.Deere interessant, sondern „The Future of Farming“. Wer den Film „10 Milliarden“ gesehen hat, der verschiedenen Perspektiven agrarischer Tätigkeiten (also nicht nur die High-Tech-Varianten), kann das Video besser einordnen. Es gibt die Teile der Gesellschaft, die die Lösung der Probleme der Ernährung und Umwelt im Erfindergeist Ingenieur-technischen Fortschritts sehen und die Teile der Gesellschaft, die Angst haben, dass der technische Fortschritt (die würden „technischer Fortschritt“ schreiben) die Lebensgrundlagen zerstört. Keine der beiden Seiten kann die Zukunft voraussagen, zumal Lösungen grosser Probleme oft technische Sprünge waren, die Niemand vorausgesehen hat.
    Es gibt Ausnahmen: zum Beispiel Bertha von Suttner, die 1913 sagte: „Die nächsten 100 Jahre wir Derjenige die Welt beherrschen, der die Hoheit im Luftraum hat.“
    Das ist so eingetreten.
    Ich tendiere mehr zur Seite der technischen Lösungen, kann viele Bedenken der „Vorsorge-Prinzipler“ aber nachvollziehen. Diese beiden Richtungen machen in großen Teilen ja die gegenwärtige (weltweite) Spaltung der Gesellschaft aus.
    Wahrscheinlich wird sich beides nebeneinander und teils in strenger gegenseitiger Abgrenzung entwickeln.
    Ich finde zum Beispiel die Aussicht die Fähigkeiten der C4 Pflanzen aúf Reis zu übertragen und damit die Erträge um 50 % steigern zu können, enorm. Nur so weicht der Druck noch mehr Flächen in Kultur nehmen zu müssen und der Freiraum anderswo für Artenerhalt zu extensivieren (oder Schutzräume zu erhalten).
    Witzig ist nur wie sich die Schubladenbegriffe dabei verschieben. Der aus seiner Sicht „innovativ – fortschrittliche“ Fundi-Grüne oder -Linke ist im Wortsinn sowas von konservativ (Er will über den Status Quo der Entwicklung, die er als Schädigung begreift, nicht himaus, sondern selbigen erhalten und Entwicklung zurück drehen). Andererseits kommt Innovation und Fortschritt oft auch aus als konservativ bezeichneten bedächtigen Foirschen und Gruppen. Es sind eben Rinks und Lechts in (fast) allen Lebenslagen kaum noch zu unterscheiden.

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    • Christian Suhr sagt

      Ich hab Sie auch lieb 😛

      Immer nett, wenn man jemand versucht, Linke in die Rechte Ecke zu stellen, ich kann Ihnen gern ein paar Links wie diese hier raussuchen, wenn gewünscht:
      https://web.de/magazine/politik/sed-steckt-cdu-mitglieder-wiedervereinigung-34419032

      Wollen wir über Agrarkompetenz sprechen, nun, sprechen wir nicht über Mercosur, sprechen wir doch mal so allgemein drüber, das hier ist doch schön:
      https://www.agrarheute.com/politik/unsinnige-fdp-anfrage-wilden-rentier-gebissen-576557

      Und jetzt erkläre ich mal gern etwas ausführlicher, warum ihre Technikhörigkeit nichts mit Fortschritt zu tun hat, auch wenn Raumschiff Enterprise Ihnen vielleicht einen anderen Eindruck vermittelt hat. Denn nur, weil etwas aus dem Labor kommt oder mit Mikrochips funktioniert, ist es nicht unbedingt Fortschritt.

      Schon mal von Untersaaten gehört, zum Beispiel beim Anbau von Raps?
      Schon mal von Böden als CO2-Senke gehört so mit Blick auf Klimawandel?
      Agroforsten? Weiterentwicklung des klassischen pfluglosen Ackerbaus zur hybriden/regenerativen Landwirtschaft?
      Geht alles ganz ohne Computer und Labor, ist aber anscheinend für Sie kein Fortschritt. Oder arbeiten Sie für Bayer, dann kann ich Ihre Meinung wenigstens verstehen.

      Und WENN dann mal jemand von den Wissenschaftlern kritisiert, daß das vermeintlich Fortschrittliche doch nicht so gut wirkt, dann kritisieren Sie wohl lieber die Studien als die Technik zu hinterfragen, oder? Schade, daß es kein Contergan und Asbest-Baumaterial gibt, oder?
      https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/bodenschutz/bodennutzung-bearbeitungsverfahren.html

      Zitat:
      Im Hinblick auf die C-Sequestrierung konnte kein Effekt durch konservierende Bearbeitung festgestellt werden, wenn bis zu 50 cm Bodentiefe und die Korrektur der Horizontmächtigkeiten nach Lagerungsdichte in die Berechnung einbezogen werden.
      (Übersetzt: Nix Humusaufbau bei pfluglos, sondern nur schichtweise Kohlenstoff-Anreicherung oberflächlich.)

      Konservativ heißt erhaltend. Das haben jedoch wirtschaftsliberale Rechtskonservative, so wie ich Sie einschätzen muß, leider vergessen! Nein, darauf zu warten, daß die Wissenschaft noch was erfindet, damit es immer so weitergehen kann, ist Bullsh*t; DEUS EX MACHINA, oder was? Handeln Sie mal mehr eigenverantwortlich! Was man tun kann, liegt schon alles auf dem Tisch. Wie viele Studien brauchen Sie noch zu Höfesterben, Wegwerfquote hierzulande oder Nachernteverluste in Afrika, Superweeds und Bt-resistente Schädlinge usw.?

      Und wenn Sie jetzt nach davon anfangen sollten, wie klimaneutral doch Kernkraft wäre (Fortschritt und so), dann frage ich mal, was man sonst so mit 1 Billionen Euronen hätte machen können. Aber … ich bin ja nur ein Linker, von Wirtschaft haben wir keine Ahnung, is‘ klar:
      https://www.greenpeace-energy.de/blog/wissen/atomkraft/einebillion/

      Wenn Sie nur den Wissenschaftlern glauben, die Sie bestätigen, können Sie auch auf das AfD-Nahe Institut EIKE hören, Klimawandel gibt es nicht, mehrwöchige regelmäßige Dürren sind nur Wetter 😉 Der König, der nur auf die Berater hört, die ihm Honig ums Maul schmieren … läuft!

      +1
      • Thomas Apfel sagt

        Solch eine Antwort hatte ich erwartet. Schöne Bestätigung der reflexartigen Rechtsverortung (was „rechts“ auch immer abdecken soll)
        Nur nochmal zur Klarstellung: Ich habe 1990 eine LPG entgegen dem Trend in einen Verbund von Absatzgenossenschaft und Bäuerlichen Familienbetrieben privatisiert. Von ehemals 20 Betrieben sind heute noch 10, in 5 Jahren noch fünf da. Wir haben einen stabilen Absatz, aber immer mehr Betriebe finden keinen Nachfolger weil die Situation im Pflanzenschutz in Deutschland, nebst Bauernbashing und sonstigen Sonderwegen, immer absurder wird und für uns und alle kleinen Betriebe Förderalismus und Nationalstaat gespielt wird, während die großen Konzerne von der Nationalstaaterei profitieren. Ich lasse mir nicht von so einem politischen Pimpf, wie Sie es sind, immer wieder die gleichen Plattitüden um die Ohren hauen. Ich bin sowohl Mitglied im FÖL (Förderkreis Ökologischer Landbau) und in der Interessengemeinschaft Gesunder Boden, als auch Vorsitzender des Versuchsbeirates für Obstbauliche Versuche in Brandenburg. Wir betreiben eigene Versuche zur Humusdynamik.
        Zudem bin ich Mitglied in einer SOLAWI (Bio.vegan) die von uns Flächen gepachtet hat und ohne meine aktive Unterstützung gar nicht existieren würde.
        Das Ganze nicht weil ich von Bio oder vegan überzeugt wäre, sondern um belastbare Zahlen zur Produktivität und tatsächlichen Nachhaltigkeit zu bekommen.
        Sie wissen also weder, was ich glaube oder weiß, geschweige denn wie ich Klimawandel und Ähnliches einschätze. Herzlichen Glückwunsch Herr Suhr, so geht Spaltung der Gesellschaft !

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        • Och, Sie haben doch mit „Fundi-Grüne und -Linke“ begonnen … Nennt sich Ausschlußverfahren. Linksgrün dürften Sie nicht sein 😉

          Insofern sparen Sie sich das, bitte!

          Und wollen wir übers Höfesterben sprechen … nun, gehen Sie zurück bis zu Mansholt-Zeiten.
          Wollen wir über LPGs und Co. sprechen, sprechen wir gern über Rote Junker/Barone, KTG Agrar, nach Insolvenz geschluckt von Munich RE, oder die Agrargenossenschaft in Marlow, die vom WWF ausgezeichnet wurde.
          Wollen Sie über Pflanzenschutz sprechen, dann sprechen wir über die Fragen der Alternativen, warum noch mal PCBs verboten wurden, Biozide jedoch an Hausfassaden erlaubt sind, warum da oft der Zweck die Mittel heiligt und man die Nebenwirkung nicht sehen will, aber auch warum da mit Verordnungen oft viel zu pauschal umgegangen wird.

          Ich bin kein Praktiker, das habe ich wiederholt gesagt, ich nutze die Zeit, die Sie auf dem Acker verbringen müssen, um zu recherchieren und sachlich Dinge zu beleuchten, die man im Alltag womöglich sonst nicht wahrnimmt.

          Oh, mir ist sehr wohl bewußt, wie am Ar*** Obstbauern hierzulande sind, die Selbstversorgungsquote ist unterirdisch, es muß für viele exotisch sein, und dann noch Pflanzenschutzmittel verbieten, aber keine Alternative aufzeigen. Auch können Sie nicht tiefgrundig arbeiten und pflügen. Hier ein Video von Obstbauern aus Österreich, egal, ob Sie mich mögen, aber schauen Sie es sich an, dann wäre diese ganze Diskussion noch sinnvoll:
          https://www.youtube.com/watch?v=OwjyJEKHSc4

          Daß Bio auch eine schöne Möglichkeit ist, Gewinne zu optimieren, zeigt auch ein Günther Fielmann mit seinem Biohof in Lütjensee von gut 2.000 ha. Der hatte auch das Kapital, es entsprechend renditeoptimiert aufzubauen. Können Sie sogar selbst prüfen, daß der da über 600.000 € Ausgleichszahlungen erhält:
          https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche

          Und nur mal zur Info: Ein Freund von Bio bin ich auch nicht. Landwirtschaft muß in toto nachhaltiger werden. Ich möchte weder im urbanen Kontext auf Aquaponik und vertical Farming verzichten, noch begrüße ich den Konventionalisierungsdruck bei Bio usw. Auch Kupfer ist nicht spaßig. Aber bleiben Sie sachlich. Sie lesen bei keinem hier derartig viele (nicht-linke) Quellen wie von mir. Die Zahlen und Studien liegen alle vor.

          Wie gesagt schreiben Sie mir gern, dann schicke ich Ihnen gern auch eine Studie zum Integrierten Bodenfruchtbarkeitsmanagement (ISSM) aus China … und ja, da kommt sogar Deep Tillage drin vor.

          Hören Sie auf mit dem Linken-Bashing,. damit, mich oder die LINKE in die rechte Ekce stellen zu wollen (bei einzelnen Spinnern wie Tom Radtke in Hamburg dürfen sie es nebenbei gesagt gern tun), dann höre ich auf, Sie als Rechtskonservativen zubezeichnen, wäre doch was?!

          Ich gebe monatlich für einen 4-Personen-Haushalt über 500 € an Lebensmittel samt Hofkiste von einer SoLaWi aus. Als Verbraucher versuche ich, mich in die Themen einzuarbeiten. Von wie vielen Verbraucher können Sie das behaupten? Aber erwarten Sie nicht, daß ich zufrieden damit bin, wie es aktuell läuft, denn neben den Bauern werden auch die Verbraucher verar***t, nicht nur mit versteckten Preiserhöhungen.

          Ich schreibe hier im Klarnamen, Sie nicht, das wäre die Ebene der Polemik und Rhetorik, auf die ich nicht gehen möchte, denn ich kann verstehen, daß man hier auch mit Pseudonym unterwegs ist, wenn man Angst hat, sonst bedroht zu werden oder weiß der Teufel.

          Mehr kann ich nicht machen. Ich kann Ihnen jedoch versprechen, daß ein weiter so Sie nicht retten wird. Und es naiv wäre, wenn man glaubt, nur ein paar Pflanzenschutzmittel, dann liefe es schon. Zumal Sie genauso gut wie ich wissen, daß zwar gern Wirkstoffe getestet werden, nicht aber die Formulierungen, oder muß ich an Tallowamin bei Glyphosat erinnern?

          Hören Sie auf mit Blödsinn wie „Suhr-inam“, wäre doch was! Wenn ich es schaffe, mich als Nicht-Bauer mit Ackerbau und Co. zu beschäftigen, vielleicht schaffen Sie es dann, sich auch mal mit den Anträgen zu beschäftigen, die da jeder so im Bundestag eingebracht hat. Könnte Sie überraschen. Fangen Sie mit dieser Anfrage gern mal an:
          http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/153/1915354.pdf

          Oder darf’s lieber das hier sein?
          http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/089/1708913.pdf

          Oder doch das hier:

          Steuerfreie Risikoausgleichsrücklage
          2012: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/100/1710099.pdf
          Und das war die ablehnende Reaktion ALLER anderen Parteien im Bundestag damals inkl. Grüne und FDP:
          http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/113/1711381.pdf

          2014: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/034/1803415.pdf
          auch abgelehnt u.a. von Grünen: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/047/1804729.pdf

          2018: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/012/1901298.pdf
          Überwiesen gegen den Wunsch der LINKEN in den Finanzausschuß als federführenden Ausschuß, Ausschuß für Ernährung und Landwirtschaft nur sekundär

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          • Arnold Krämer sagt

            „Als Verbraucher versuche ich, mich in die Themen einzuarbeiten. Von wie vielen Verbraucher können Sie das behaupten? Aber erwarten Sie nicht, daß ich zufrieden damit bin, wie es aktuell läuft, denn neben den Bauern werden auch die Verbraucher verar***t, nicht nur mit versteckten Preiserhöhungen“.

            Machen Sie weiter mit Ihren Versuchen. Versuchen Sie sich bitte aber auch einmal in Demut, wenn Sie wissen was das ist. Ihr besserwisserisches Auftreten nervt nur noch und damit tun Sie Ihrer Sache/Ihrem Anliegen nichts Gutes. Einfach mal drüber nachdenken! Nehmen Sie sich z. B. einmal Frau Ertl als Vorbild. Die kommt mit ihren Ansichten (obwohl oft gleichgerichtet) viel sympathischer rüber.

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            • Christian Suhr sagt

              Schon wieder ad hominem Rhetorik gegen meine Person von wegen Demut? So werden Sie mich genauso wenig los wie meine Kritik.

              Sie schrieben eben davon, es gäbe keine Produktivitätssteigerung, ich davon, es gab sehr wohl eine. Wollen wir das einmal bitte abschließen, hier ein paar Links, nicht von „Linken“ nebenbei. Also haben Sie die „Demut“ einzugestehen, daß an meiner Aussage doch was dran gewesen sein könnte? Und wenn das der Fall war, was wäre Ihre Schlußfolgerung? So lamentieren wir hier ewig rum. Ich bin nicht hier als Prinz Charming und Everybody’s Darling, ich liefere nur Infos, Kritik und Vorschläge, weil mir das Thema wichtig ist, ich aber die bisherigen Lösungen nicht als zielführend sehe.

              https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/produktivitaetssteigerung-in-der-landwirtschaft-setzt-sich-weiter-fort-9542560.html

              https://www.agrarheute.com/land-leben/deutsche-landwirt-ernaehrt-heute-140-menschen-515109

              https://www.bauernverband.de/situationsbericht/1-landwirtschaft-und-gesamtwirtschaft/12-jahrhundertvergleich

              https://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichts/baeuerliche-und-industrielle-landwirtschaft.html

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              • Arnold Krämer sagt

                Produktivitätssteigerung gibt es in der Landwirtschaft als Sektor, weil nach wie vor viele Betriebe suboptimal wirtschaften. Schaue ich mir die Betriebszweige im einzelnen an, sehe ich dass nicht mehr viel passiert bei den Erträgen auf dem Acker ( Wasser ist der alles begrenzende Faktor geworden) und in den Ställen. Die Arbeitsproduktivität sinkt, weil wieder mehr Zeit je Tier aufgewendet werden muss aufgrund rechtlicher Vorschriften. Ich leite meine Aussagen nicht aus hoch aggregierten volkswirtschaftlichen Statistiken ab sondern aus meinen Beobachtungen in der landwirtschaftlichen Praxis und der Betreuung gut geführter Betriebe.

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                • Christian Suhr sagt

                  Ja, da stimme ich in teilen zu, ich habe Ihnen auch gerade eine Mail geschickt mit Blick auf Ihre Artikel.

                  Zum Thema Wasser würde ich mich auch gern näher austauschen mit Blick auf die letzten Dürreperioden, JEFTA, Nährstoffeinträge und ähnliches mehr.

                  Wie gesagt gern mehr via E-Mail. Ich weiß, selbst wenn wir uns oft reiben, daß ich mit Blick auf ihre Artikel noch einiges an Infos erwarten dürfte und kann versichern, daß – Sie kenne mich ja nun hierüber 😀 – ich diese auch weiter streue. Ihre Kritik ist ja nicht anders als meine mit Blick auf die landwirtschaftliche Entwicklung. Sie gehen womöglich stärker betriebswirtschaftlich ran, ich volkswirtschaftlich, aber im Grunde überschneidet es sich.

                  Würde mich zumindest freuen. Hier im Blog bin ich ja nur einer von den üblichen Verdächtigen und meist geht es mehr um die Stimmung als um die Sache.

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            • Christian Suhr sagt

              Schade übrigens, Herr Apfel sprach hier von „Suhr-inam“ und irgendwas von „Fundi-Grünen und -Linken“, persönlich sehr abwertend also auch über mich. Aber ihn haben Sie nicht kritisiert. Zweierlei Maß. Schade.

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              • Wie kann man sich denn einbilden, dass sein Wissensstand aus dem Internet mit dem eines praktischen Landwirtes der umfangreich ausgebildet und von Kindesbeinen an auf dem Hof gelebt hat, gleichzusetzen?

                Mit dem stimmt doch etwas nicht..
                Und ob er die Fähigkeit hat, einen landwirtschaftlichen Betrieb ordnungsgemäß zu verwalten, bezweifle ich.
                Ob er die Landwirtschaft überhaupt respektiert?
                Oder will er sich nur darüber lustig machen?

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                • Christian Suhr sagt

                  Auch für Sie gern nochmal: Ich habe nie gesagt, ich wäre Praktiker. Es braucht beide zusammen, diejenigen mit praktischer Erfahrung sowie diejenigen, die versuche, da auch von draußen draufzuschauen.

                  Es bringt rein gar nichts, mit zu diskreditieren, weil ich nur auf Studien etc. von anderen verweise, die sehr wohl Ahnung von Landwirtschaft haben.

                  Was Sie machen, ist ad hominem Rhetorik. Aber kleine Anmerkung dazu: Ich bin auch kein Soldat, finde Krieg trotzdem schei*e. Und als Verbraucher darf ich mich doch wohl ein Stück weit für die Ernährung interessieren, oder wollen Sie mir das auch in Abrede stellen?

                  Ich glaube, Agrar ist was mit Landwirtschaft, zumindest habe ich den Eindruck als Nicht-Praktiker:
                  https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/lebensmittel-preise-steigen-bauern-kriegen-trotzdem-weniger-geld-576196

                  Wird bestimmt besser, wenn Sie mich angreifen. Nach unten tritt es sich immer so leicht.

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              • Arnold Krämer sagt

                Zweierlei Maß, ja, und zwar völlig zurecht, weil die Qualität der Beiträge (jetzt schon über zwei Jahre beobachtet) doch sehr, sehr unterschiedlich sind. Und so schnell lasse ich mich nicht aus der Reserve locken, weil ich auch mit Klarnamen schreibe, was Herr T. Apfel übrigens auch schon tat. Wenn Sie aufmerksam dabei gewesen wären in der Vergangenheit, hätten Sie das auch wissen können. Wenn sie jetzt die Suchmaschine anwerden, werden Sie schnell merken, dass hinter seinen Beiträgen sehr viel fachliche, auch selbst erfahrene Substanz steckt. Bei Ihnen ist alles (außer den Vor-Ort- Erfahrungen in der Kommunalpolitik) „nur“ angelesen, was mir durchaus auch einen gewissen Respekt abverlangt. Ansonsten kann ich den Inhalt meines letzten Beitrags nur wiederholen.

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                • Christian Suhr sagt

                  Wenn Ihnen die Beiträge nicht gefallen, kritisieren Sie bitte konkret, was falsch ist, und halten Sie auch nicht mit Bestätigung zurück, wenn es richtig ist. Wie soll man sonst lernen? Wenn man nur einen Dialog führen kann, wenn alle Seiten auf demselben Level wären, bräuchte man ja keinen Dialog mehr!

                  Ich bin als Verbraucher – entschuldigen Sie, daß ich erst vor zwei Jahren langsam ins Thema eingestiegen bin – wirklich nicht so intensiv dabei, muß noch Geld verdienen und habe eine Familie. Ich war vielleicht nicht aufmerksam genug, aber meine, oben im Kopf stand hier mal was von Brücken bauen. Aber hier wollen die Befürworter des weiter so gern Recht behalten.

                  Wenn Sie alles aufmerksam verfolgt haben, dürften Sie irgendwann auch mal meinen Kommentar unter einem Kommentar von Herrn Apfel gelesen haben von wegen Bitte um Kontaktaufnahme (ich schulde Ihnen ja auch noch eine Antwort, ist gerade viel, wenn man keine Freiheit hat und sich hier andauernd rechtfertigen muß, aber niemand was zum Thema schreibt).

                  Sie haben schon wieder nichts zur Produktivitätssteigerung geäußert. Wie soll ich das jetzt interpretieren? Ja, doof, wenn man mit ’ner ollen Google-Suche schon Antworten bekommt … ist aber nur angelesen …

                  Zum Angelesenen noch eine Info: Wenn das mehr Menschen täten, würde sich die schei* Geschichte nicht andauernd wiederholen von wegen jeder müsse seine eigenen Erfahrungen machen! Dann hätten wir auch nach den Pocken, Hong-Kong-Grippe, Asiatischer Grippe oder gar Spanischer Grippe nicht so viele Querpfeifen und Impfgegner!

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Herr Suhr, das Kompliment von Herrn Krämer ehrt mich natürlich. Sie müssen sich aber an mir trotzdem kein Beispiel nehmen, denn das hieße Äpfel mit Birnen vergleichen. Ich schreibe hier als Hobbybäurin, gehöre insofern in ein sehr breites Spektrum von Bauern, und ich hoffe, halbwegs zu verstehen, wo in diesem Spektrum ich angesiedelt bin und wo nicht.
                Sie schreiben als Politiker. Als solcher stehen sie in einer gewissen Weise ja tatsächlich in einer übergeordneten Funktion, aber nicht so, wie Sie das hier handhaben. Sie werden nicht zum Politiker, indem Sie versuchen, sich so lange Wissen anzueignen, bis sie an irgendeinem Punkt gescheiter geworden sind als die gescheitesten Bauern hier. Das nervt vor allem deshalb, weil es überflüssig ist und Energieverschwendung. Übergeordnet sind Sie dann, wenn Sie einen weltanschaulichen Überbau anzubieten haben, in den Bauern sich einordnen können oder auch nicht. Und so lange wir in einer Mehrparteiendemokratie leben, werden Sie damit fertig werden müssen, dass sich nie alle bei Ihnen einordnen werden, und wenn Sie noch so zum wandelnden landwirtschaftlichen Lexikon werden.
                Ich lese mittlerweile Ihre Beiträge nicht mehr durch, weil ich frustriert bin davon, dass ich noch immer nicht weiß, welches übergeordnete Gesellschaftskonzept Sie überhaupt vertreten. Das zu erfahren, wäre für mich wirklich spannend.

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                • Christian Suhr sagt

                  Moin! Und danke für Ihre Kritik, damit kann ich was anfangen (hoffe ich 😀 ).

                  Nun weiß ich nicht, was Sie unter einem übergeordnetem Gesellschaftskonzept verstehen, ob allgemein oder mit Blick auf die Landwirtschaft. Aber ich versuche es mal:

                  Demokratischer Sozialismus heißt – im Gegensatz zur Stalin-Schei*e, DDR-Gedöns usw. – daß es auch mehrheitlich vom Volk ausgehen muß. Sozialismus ist salopp gesagt die politische und soziale Gleichheit aller, wirtschaftlich ist damit immer noch Spielraum für diejenigen, die mehr leisten, vorgesehen, aber immer unter fairen Gesichtspunkten gegen Ausbeutung.

                  Politische Gleichheit heißt zum Beispiel der Schutz von Minderheiten, volle Transparenz (Stichwort Lobbyismus), jede Stimme wiegt gleich viel und keiner wird an der Wahl gehindert (siehe USA, Gerrymandering, Wahllokale bei Republikanern weit weg von Orten mit zahlreichen Afroamerikanern/PoC usw.).

                  Soziale Gleichheit heißt eine Rentenkasse für alle, Menschen nicht mit zweierlei Maß messen, niemand wird abgehängt oder aufgegeben, keine Politik über die Köpfe der Menschen hinweg, sondern mit diesen.

                  In der Landwirtschaft heißt es zum Beispiel im Antrag im Bundestag zur GAP:
                  http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/093/1909344.pdf

                  Zitat:
                  … Politik muss deshalb zwingend für Rahmenbedingungen sor-gen, damit notwendiges Handeln nicht zum existenziellen Risiko für diese Betriebe wird. Die Landwirtschaft muss zum Verbündeten werden. Um die Artenvielfalt insge-samt und die Insektenvielfalt insbesondere zu erhalten und zu bewahren, braucht es eine Ökologisierung der Landwirtschaft und eine Sicherung der Lebensräume. Eine starke, in die Gesellschaft eingebundene und gemeinwohlorientierte Landwirtschaft braucht aber auch regionale Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsketten. Erzeugerinnen- und Erzeugerpreise müssen auch dann kostendeckend sein, wenn nachhaltig produziert wird.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Danke Herr Suhr, jetzt bin ich wieder hellwach! Gleichheit vor dem Gesetz, das ist auch in meinen Augen die Aufgabe jeglicher Politik – ja, und Demokratisierung der Gesellschaft, also von unten, das war der genialste Ansatz in der Kreisky-Ära, der leider vom Neoliberalismus dann in die Tonne getreten wurde.
                  Mich hat irgendwann das Konzept der Dreigliederung des sozialen Organismus von Rudolf Steiner fasziniert. Da kommt Steiner dann – fast – ohne Esoterik aus, sondern liefert ein glasklares Gesellschaftskonzept. Das Ideal der Gleichheit aller Menschen muss die Politik leiten, sagt er. Freiheit gibt es nur im Geistigen, in der Kultur, in Kunst, Wissenschaft, Weltanschauung, Spiritualität, denn Politik bedeutet Gesetze, und Gesetze müssen immer Grenzen setzen. Die Brüderlichkeit müsste das Ideal der Wirtschaft sein, indem einer für den anderen arbeitet. Deshalb schlägt Steiner Erzeuger/Verbraucher – Assoziationen vor, wo verhandelt wird über Art und Qualität der Waren und über die Preise. In der Wirtschaft geht es nicht um Freiheit, sondern um Gebundenheit an Verträge, und es geht auch nicht um Gleichheit, sondern um die optimale Nutzung menschlicher Talente, die auch im Wettbewerb stehen.
                  Das alles entwickelt sich ohnehin gerade auf dem Feld der Direktvermarktung. Da ist die Digitalisierung ein Vorteil, weil sie ermöglicht, den Handel als Selbstzweck auszuschalten, der sich dazwischen geschoben hat.
                  Dass Brüderlichkeit in der Politik nichts verloren hat, zeigt sich in den Korruptionsskandalen, die gerade der Neoliberalismus zur Blüte bringt. Und auf der geistigen Ebene fängt man mit Gleichheit, Gleichschaltung nichts an, da ist jeder Mensch anders, in der freien Meinungsäußerung. Und dort, wo der Mensch zur Wahrheit stehen muss, wäre ihm auch Verbrüderung im Weg.
                  Was Sie über Landwirtschaft schreiben, geht mir schon wieder zu sehr ins Detail, ist zu tagespolitisch und zu wenig konzepthaft. Wenn übernächstes Jahr die Insekten überhand nehmen, müssen Sie das schon wieder umschreiben. Das ist nichts, woran man sich festhalten könnte. Das Assoziationskonzept Steiners umfasst die gesamten Ansprüche der Verbraucher, sowohl jene, die an die Lebensmittel selber gestellt werden als auch Erwartungen zur Nachhaltigkeit. Und die Bauern entscheiden dann, zu welchem Preis sie in der Lage sind, das zu liefern. Aufgabe des Staates wäre dann nur, diesen Assoziationen eine gesetzliche Basis zu geben, welche verhindert, dass eine Seite die andere übervorteilt. Das wäre so etwas wie es die Sozialpartnerschaft Arbeitgeber/Arbeitnehmer war, die jedenfalls bei uns in Österreich früher vorbildlich funktioniert hat.
                  In die Verhandlungen der Assoziationen als solche hat dann der Staat sich nicht einzumischen, weil es nicht die Aufgabe des Staates ist zu wirtschaften, wie das im Kommunismus der Fall war.

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                • Christian Suhr sagt

                  Vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Bei Herrn Steiner sehe ich manches kritisch, aber umgekehrt mag ich auch die Aspekte mit Blick auf Stoffkreisläufe und ähnliches mehr. Gefühlt ist es ein wenig Rosinenpicken, weil überall jemand was Gutes genauso geäußert hat wie Kritikwürdiges. Gilt in allen Bereichen, denke ich. Pauschal gut oder pauschal schlecht gibt es nicht.

                  Zur Digitalisierung eine Anmerkung:
                  Amazon ist auch Digitalisierung. Immowelt, Ebay usw. Der Zwischenhandel ist manchmal schneller als der Produzent. Und wo die Kunden hingehen, muß der Erzeuger meist folgen (vgl. Tante Emma vs. Supermarkt). Da sehe ich riesige Probleme in Fragen der Direktvermarktung, auch wenn ich SoLaWi, Hofkiste, Crowd Farming, Crowd Butchering und ähnliches mehr super finde! Der Landhandel war auch lange auf Seiten der Erzeuger. Das ist so nicht mehr der Fall.

                  Ein Kritikpunkt bei der Verbraucherorientierung:
                  Diese werden vom LEH erzogen. Siehe das Preisdumping was mit ALDI in Australien Einzug gehalten hat, die Erwartungshaltung von Geiz ist geil wird erst angeregt und ist dann allumfassend. Bedenken Sie, was für die Mehrheit „bewußt einkaufen“ heißt (viel und billig). Die Politik dahinter forcierte immer schon billiges Essen für billige Löhne, der Mansholt-Plan ist was Politisches mit wirtschaftlichen Instrumenten (Wachse oder Weiche).

                  Aber Ihre Sichtweise, daß der Staat da kontrollierend wacht und auf Fairneß achtet, unterstütze ich voll.

                  Kommunismus gab es nie wirklich, sollte ich abschließend auch ergänzen. Das war immer irgendeine linksautoritäre Schei*e – so weit links, daß man rechts raus kam mit Militarisierung, Gleichschaltung, Gulags, Proskriptionslisten usw. Mir fallen spontan keine Unterschiede zwischen Stalin und Hitler ein, so will ich es mal formulieren, außer der Form des Schnauzbartes. Lenin hätte mich in Petrograd erschießen lassen, um es historisch zu formulieren.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Es ist spät, daher will ich nicht mehr viel schreiben. Was Sie mit Rosinenpicken meinen, verstehe ich nicht.
                  Wenn die Assoziation von Konsumenten und Produzenten die entscheidende Instanz ist, dann werden P. und K. gemeinsam einen Handel organisieren, der in ihrem Dienst steht und ihnen verpflichtet ist. Jetzt ist der Handel die entscheidende Instanz, welcher sowohl Konsumenten wie Produzenten ausgeliefert sind. Wenn sich Konsumentenschützer über zu hohe Lebensmittelpreise beschweren, dann verdächtigen sie dabei ja gar nicht primär die Bauern, die außerhalb ihrer Wahrnehmung sind, sondern den Handel.
                  Mit den Chancen der Digitalisierung meine ich, dass man den Handel unter Umständen gar nicht braucht, weil der Produzent direkt an den Konsumenten liefert. Das hilft, die Macht der gegenwärtigen Form des Handels zu schwächen, ist aber natürlich kein Idealzustand.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Für den sozialistischen Anatz der Gleichheit aller spricht das Individuum. Man muss ja immer die Menschen mitnehmen, wenn man etwas ändern möchte. Wenn das untere Drittel hurra ruft, wird das obere Drittel noch lange nicht einstimmen. Ich bekomme immer eine Gänsehaut, wenn ich Menschen begegne, die die Welt umkrempeln möchten, die dafür notwendigen Menschen vorher aber so umformen müssen, dass sie ihnen auch folgen. Änderungen innerhalb einer Demokratie werden immer von der Mehrheit bewirkt. Will man das ändern, muss man das Volk zwingen, es austauschen, es desinformieren und aufwiegeln oder hungern lassen….ansonsten wird die Individualität des Einzelnen immer Vorrang haben….nennt sich Freiheit.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  In Steiners Konzept spielt das Individuum die entscheidende Rolle auf geistigem Gebiet, vor allem auch in der Bildung. Dort soll der Einzelne seinem individuellen Wesen nach gefördert und zur Entfaltung gebracht werden. Dazu fordert Steiner eben freie Schulen. Interessanter Weise waren es bei uns die Sozialisten unter Kreisky, die das Bildungswesen in diese Richtung weiter entwickelt und damit ein großes kreatives pädagogisches Potential freigesetzt haben. Damals ging es für alle Beteiligten in eine positive Richtung. Anfang der 90er hat dann der Staat begonnen, sich bürokratisch in pädagogische Details einzumischen, die ihn seinem Wesen nach nun einmal nichts angehen. Angefangen damit haben die Konservativen mit dem Ziel zu sparen, welches man anders hätte erreichen können, noch plumper haben das dann die Sozialisten fortgesetzt. Genau das hat dann die Leistungen nach unten nivelliert und bewirkt, dass sich niemand mehr mit dem Schulsystem so richtig identifiziert.
                  Als freies entfaltetes Individuum aber sollte dann der Mensch ins Wirtschaftsleben eintreten und dort sein spezielles Können verwirklichen. Dort ist er aber dann gebunden an Verträge, die ihn zwingen, seine Leistung zu optimieren im Sinne des Gemeinwohls. Dort muss er sich im Konkurrenzkampf bewähren, der als solcher dem Gemeinwohl nicht entgegen steht, anders als Christian Felber sich das in seiner Gemeinwohlökonomie vorstellt. Kooperation und Konkurrenz müssen einander nämlich nicht ausschließen.

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                • Christian Suhr sagt

                  Hallo!

                  Mit Rosinenpicken meine ich, daß man in der Regel nie 100% der Aussage und Ideen einzelner Menschen übernehmen sollte. Sondern man muß nach Sinnhaftigkeit schauen, ebenfalls darauf, was da womöglich an persönlichen Vorurteilen hinzugekommen ist. Beispiel Kant: Für Aufklärung gut, aber ein Vordenker der Rassenlehre.

                  Eines meiner Kinder war in der Waldorf-Kita. Aber da war immer was mit Engels-Gebeten und manche Erziehungskonzepte wirkten doch sehr einschränkend. Will es mal bildhaft formulieren: „Nur Holzspielzeug ist pädagogisch wertvoll.“ Aber das mit dem Engel hat uns allen voran davon Abstand nehmen lassen.

                  Was hier auch von einem anderen Kommentator als Freiheit angesprochen wurde, erlebt man auch bei Querdenkern. Es gibt zwei Arten von Freiheit: Absolute Freiheit, sich alles nehmen und tun, was man möchte (führt zum Recht des Stärkeren) und relative Freiheit, die dort endet, wo die Freiheit des anderen beginnt. Daß ein Systemwechsel – deswegen ja demokratischer Sozialismus – nur funktionieren kann, wenn die Mehrheit mitzieht, daß es immer auch so genannte „Sozialschmarotzer“ und „Egomonster“ geben dürfte, ist klar. Die muß eine Gesellschaft aushalten bzw. es gibt Gesetze gegen Diebstahl, Gewalttaten usw.

                  Freiheit wird gerade von Rechts korrumpiert (Querdenker). Man forciert eine Mentalität von wegen wir sind besser als die, die sich von Bill Gates chippen lassen wollen oder weiß der Teufel. Und weil viele den Hintern nicht zu Hause halten können, müllen sie die Wälder zu oder stören das Wild dort usw. Und wieder andere begnügen sich mit dem Gefühl von Freiheit, Goldener Käfig; nur dann doof, wenn die Hand, die einen füttert, es mal vergißt.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ich schließe mich eher Helmut Lethen an: “ Für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug“

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ja, keine zwei Positionen von Menschen sind völlig deckungsgleich, das liegt an der Freiheit des Geistes. Und die „Versteinerung“ vieler Waldorf-Leute ist ja sprichwörtlich.
                  Interessant finde ich, dass Steiner ja die Freiheit des Geistes nicht gefordert hat. Er stellte fest, dass der Geist des Menschen frei IST. Wie viele Diktaturen haben sich im Widerstand dagegen die Zähne ausgebissen! Wie viele Menschen sind wegen dieser Freiheit in den Tod gegangen, angefangen von den christlichen Märtyrern der ersten drei Jahrhunderte über die zahlreichen Opfer der Nazi- oder Stalin-Diktatur, Ghandi, M.L.King etc. Dem Geist seine Freiheit nehmen ist gar nicht möglich.
                  Eine Politik, die dem Faktum des freien Geistes Rechnung trägt, wie der demokratische Rechtsstaat, die steht einfach auf dem Boden der Tatsachen, die ist mit dem Verzicht auf Denkverbote und Ausdrucksverbote einfach energetisch optimiert.
                  Bubbles wie die Querdenker haben mit der Freiheit des Geistes nichts zu tun. Die rotten sich vielmehr mit GLEICHGESINNTEN zusammen, die versuchen, das Ideal der Gleichheit auf das Feld des Geistes zu zerren, wo es nichts verloren hat, so wie alle anderen Ideologien das auch tun. Dafür fühlen sie sich auf dem Feld der Politik FREI, indem sie sich nicht an Gesetze halten, die nun einmal in GLEICHER Weise für alle gelten.

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          • Thomas Apfel sagt

            Herr Suhr, mit Ihnen spreche ich über gar nichts mehr, Soviel dämliche Belehrung habe ich in meiner ganzen Laufbahn noch nicht gehört. Diskurs beruht darauf einander zuzuhören und nicht darin den Gegenüber mit angelesenem (und nicht verstandenem) Müll zu zusch… . Solange Sie nicht nicht aus dieser reflexartigen Schleife von verlinktem Müll zu jedem unverstandenen Zusammenhang rauskommen, ist es sinnfrei mit Ihnen zu kommunizieren.
            Auch Ihre historische Reflexion ist für einen Linken beachtenswert. Ist aber sicher notwendig, wenn im Feindlichen „kapitalistischen System“ an die Macht will. Da geht nur einiges nicht überein – schon historisch nicht. Auch wenn Sie sich mit den „Roten Baronen“ im Westen beliebt machen, ist die Wirklichkeit differenzierter. Interessant, dass der Adel mit „seinem“ wiedererlangten „Eigentum“ von den Linken gar nicht reflektiert wird.
            Euer Problem ist, dass ihr gleichzeitig links (ich meine im historischen Bezug)
            und neoliberal in der Hoffnung auf Regierungsbeteiligung sein wollt. Der Begriff „Planwirtschaft“ (den ich in Teilen für durchaus disskussionswürdig halte) kommt in Ihrer Sprache gar nicht mehr vor, obwohl selbige Kernelement linken Denkens ist. Findet mal zu Euch selbst und bleibt in der Opposition. Das wird sich aber ohnehin ergeben, weil SPD, Grüne und Linke kaum noch zu unterscheiden sind und sich die anderen Beiden (weil noch opportuner) die Stimmen teilen werden.
            Damit bin ich raus aus Ihrem Wahlkampfgesch.ss, schon weil ich nie einer Partei angehört habe. Für eine Bauernpartei mit Störpotential könnte ich mich allerdings erwärmen.

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            • Christian Suhr sagt

              Seien Sie versichert, wenn Sie bei mir nicht kommentieren und aufhören, meinen Namen in den Dreck zu ziehen, werde ich auch Abstand davon nehmen, bei Ihnen was zu kommentieren. Aber schön, wenn Sie hier Ihr persönliches „Suhr-inam“ gefunden haben. Apocalypse now 😉

              Dialog bedeutet leider auch, daß man nicht nur den anderen mit Monologen und persönlichen Beleidigungen zuballert, danke dafür. Sie gehen ja auf nichts ein, also wo ist da Ihrerseits der Diskurs?

              Wenn Sie meine Links von Agrarheute, Top Agrar, BMEL, Thünen usw. als Müll erachten … joah, kann man machen … führt nur zu nichts.

              Was haben Sie für Probleme mit dem Adel, wollen wir darüber sprechen, wie stark die Linke jüngst die ollen Erben des Kaisers kritisiert hat, lauter als alle anderen. Keine Geschenke für die Hohenzollern, so titelte es mehrmals.

              Und ich freue mich, daß ich Sie ein wenig aus der Reserve locken konnte, wenn Sie so reflexartig gegen Linke austeilen. Meistens heißt es, einem gehen die Argumente aus, so sagt man doch?

              Wie gesagt, ich bin demokratischer Sozialist, gab’s noch nie, die realsozialistische Schei*e kann mir gestohlen bleiben. Aber der aktuelle Raubtierkapitalismus und Lobbymist gehen mir auch auf den Sack. Und da es überall bergab geht, würde ich auch sagen, daß das weiter so schei*e ist.

              Und wenn Sie sagen, daß SPD, GRÜNE und LINKE kaum noch zu unterscheiden wären, haben Sie selbst bestätigt, daß Sie – wenn politisch – im konservativen bis rechten Lager unterwegs sind. Soll ich mal fies sein, kommt nicht von mir, aber haut da ein Kommentator bei BV SH oft raus, für den Grüne alles Rechte wären: Bei Bio gibt es ja auch Blut und Boden …

              Was die Bauern angeht. Das Wachse oder Weiche hat dazu geführt, daß nur noch gut 1% der Bevölkerung in der Landwirtschaft aktiv ist. Was glauben Sie, wie viel Wumms das entfaltet. Und wenn Sie meinen, mit Störmanövern und Aggressivität würde sich was ändern, als Linker kann ich sagen, die Linksautonomen Fundis versuchen es die ganze Zeit, es schadet uns eher als es nützt, das ist Friendly Fire, aber die kapieren das nie nicht.

              Ansonsten würde ich mich sogar über eine starke Bauernpartei freuen. Besser als daß man andauernd FDP, CDU/CSU und AfD auf den Leim geht, die von mehr Respekt labern, aber leider vergessen, diesen auch bei LEH; Vearbeitern, Verbrauchern, Landhandel und NGOs einzufordern.

              Viele Grüße aus der Ecke Stedinger Land

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    • Karl Timme sagt

      Der heutige Beitrag und die Diskusion erinnern mich stark an die Expo 2000 in Hannover.

      In Holland wurden schon zu diesem Zeitpunkt fast alles Gemüse und Blumen mit künstlichen Nährlösungen und unter Glas gezogen. Immer noch auf dem Acker und mit Sonnenlicht.
      Der Holländische Pavilon versuchte ein versöhnliches Bild von Natur und Technik zu Vermitteln. Viele der Punkte aus dem Filmbeitrag „The Future of Farming“ wurden damals schon angesprochen/ aufgezeigt. Einige sind heute Altag, andere konnten sich nicht durchsetzen.
      https://www.deutschlandfunkkultur.de/niederlaendischer-expo-pavillon-in-hannover-die-gestapelten.2165.de.html?dram:article_id=482005

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  3. Elisabeth Ertl sagt

    Also, technisches Tüfteln ist ja wirklich die Stärke der Männer, der wir Vieles verdanken. Die Schattenseite fängt dort an, wo der Unterschied zwischen Hobbykeller und Not wendender Verantwortung für andere nicht mehr wahrgenommen wird.
    Der Traktor wurde von Anfang an als große Erleichterung wahrgenommen, ebenso Küchengeräte wie Waschmaschine, E-Herd oder Mixer. Auch das Fernsehen war eine faszinierende Erfindung.
    Beim Auto war es schon nicht mehr so eindeutig. Zwar hat es alle Familien gefreut, Sonntagsausflüge machen zu können, aber den Frauen musste man anfangs ganz schön ins Gewissen reden, dass sie den Führerschein machten, um den Gatten ablösen zu können. Nun gut, mittlerweile fahren die Frauen auch gerne, dafür bedroht uns der Klimawandel.
    Bei PC und Handy bin ich nicht mehr sicher, ob der Fortschritt noch die ganzen Probleme überwiegt, die wir uns damit eingehandelt haben. Anfangs hat das nur ein paar Freaks interessiert, dann die Kinder, die mittlerweile so süchtig sind, dass ihre Leistungsfähigkeit darunter leidet. Die motorische Entwicklungsverzögerung beträgt mittlerweile Jahre, das dreidimensionale Verständnis, somit das mathematische Denken und das Technikverständnis hat empfindlich gelitten. Dann haben halt die Wissenschafter das Internet schätzen gelernt. Dass der PC in der Wirtschaft plötzlich unabdingbar war, hat die meisten Menschen gestresst. Die Mehrheit hat den Umgang nicht gelernt, weil es ihnen Spaß gemacht hat, sondern weil man alle Muffel als fortschrittsfeindlich geschmäht hat, das war ein Zwang. Kann man da sagen, dass das eine Errungenschaft ist? Naja, klar lernt man dann halt auch die Vorteile kennen, zum Beispiel, dass man in so einem Forum wie hier schreiben kann. Aber der Energiebedarf ist gestiegen, vor allem durch so fragwürdige Erscheinungen wie Bitcoins, und wir wissen nicht, wie wir ihn angesichts des Klimawandels decken sollen. Unsere ganze Organisationen hat an Resilienz verloren, ein einziger Hackerangriff kann ganze Versorgungssysteme lahmlegen. Haßerfülltes Kommunizieren ist durch die Anonymität des Netzes mehr und gefährlicher geworden. Sensible werden von den vielen Handystrahlen krank.
    Wenn man dazu bedenkt, dass wir vorher mit Telefon (samt -zellen), Fax und Post ebenso gut miteinander vernetzt waren, dass wir über Radio und Fernsehen ausgewogener informiert waren als in den jetzigen Bubbles, dass auch die Verwaltungen klaglos funktioniert haben, eher besser als heute, und welche technischen Großleistungen ganz ohne Computer erbracht wurden, dann stellt sich in Summe wirklich die Frage, ob wir nicht doch vor allem Opfer einiger genialer Hobbybastler geworden sind.
    Wir sollten bei künftigen Weiterentwicklungen wirklich rechtzeitig fragen, wer sich überhaupt darauf freut.

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    • Karl Timme sagt

      „Wenn man dazu bedenkt, dass wir vorher mit Telefon (samt -zellen), Fax und Post ebenso gut miteinander vernetzt waren“

      Ohne den, auf diese Komunikationsgeräte folgenden, technischen Fortschritt gäbe es z.B. keine Rückverfolgbarkeit in der Tierhaltung.
      HIT (Herkunft,Identität,Tier) war nach Einführung, durch Renate K. einer der Beschleunigungsfaktoren in der Tierhaltung. Die Herkömmlichen, möglichen Meldewege (innerhalb 7 Tage, bis heute Rückverfolgbar und nicht wie die Flensburg Punkte irgendwann gelöscht) Post und Telefon grenzten die Meldezeit (und Abhängkeit von Dritten) und benötigten Zeitaufwand weiter ein.

      Ähnlich sieht es heute in anderen Bereichen aus, siehe Willi’s Beitrag zur Agrardieselrückvergütung.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Eine befreundete Bäuerin hat irgendwann bald nach der Digitalisierung ihre Fuhre Getreide ins Lagerhaus gebracht. Der Typ dort wollte sie wieder heimschicken, weil der Computer abgestürzt war und er das nicht verbuchen konnte. Meine Freundin musste ihn erst auf die Idee bringen, einfach einen Zettel zu schreiben und es nachher einzutippen.

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  4. Ostbauer sagt

    Also Leute; da mach ich mir nun die geringsten Sorgen. Technischen Fortschritt wird es immer geben. Vergleicht mal das Fendt- Dieselross mit dem Vario von heute. Ich denke, die meisten Landwirte sind klug genug um abzuschätzen, ob was, wann in ihrem Betrieb echte Vorteile bringt. Jede Neuerung gleich zu kaufen, kann sich auch als Fehlinvestition heraus stellen. Definition der Selben, welche mir mein Berater aus Bayern als erstes beigebracht hat:
    „Eine Fehlinvestition ist eine Investition für Sachen die man nicht braucht; von Geld was man nicht hat; um Leute die man nicht leiden kann zu beeindrucken!“
    Den Spruch beherzige ich bis heute.

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  5. Es kann nicht sein, daß alle die Not der Bäuerinnen und Bauern mißbrauchen, um daraus noch Profit zu schlagen durch schöne Versprechen auf vermeintlich mehr Profit!

    Digitalisierung im Ackerbau bringt nichts:
    Der Mehraufwnd rechnet sich nach hinten raus nicht. Außerdem – Beispiel Satellitenaufnahmen – wenn man es einmal geblickt hat, weiß man, wo man drauf achten muß. Gute fachliche Praxis darf nicht durch blindes Vertrauen auf Technik abgelöst werden.
    https://www.agrarheute.com/management/agribusiness/michael-horsch-digitalisierung-hinterfragt-553130

    Bei Tierhaltung ist Digitalisierung eigentlich auch nur nötig (z.B. Anmischung von Futter für Kälber, Melkroboter), weil die Tierbestände so exorbitant groß sein müssen wegen der Dumpingpreise, daß der einzelne Tierhalter es körperlich allein schon nicht mehr wuppen kann. Maß und Mitte kann auch heißen, daß die Dimensionen sich wieder am einzelnen Menschen ausrichten müssen, egal ob Bürokratie oder körperliche Arbeit.

    Agro-Gentechnik wird’s auch nicht richten:
    Photosynthese kann man nicht wegzüchten (Wasser + CO2 = Kohlenwasserstoffverbindungen). Dazu die ganzen negativen Aspekte wie Patente auf Saatgut, Gene Drives, Introgression (Bestäubung natürlicher Pflanzen), On- und Off-Target-Fehler und am Ende auch Resistenzen (siehe Superweeds, Bt-resistente Schädlinge).

    Lösung – wenn man hier nur über die Produktionsseite sprechen möchte, die Handelsseite fände ich aktuell dringlicher:
    Humusaufbau, hier ist man mit der Weisheit noch am Anfang. Wir haben Studien, die sagen, NUR Pflügen taugt nichts, aber ebenso Studien, die sagen, NUR pfluglos taugt nichts (Schichtbildung Kohlenstoff, man verläßt sich auf den sehr geringen natürlichen Humusaufbau usw.).
    https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/humus-boden-pfluglos-arbeiten-bringt-nichts-559984

    Regional übergreifende Anbau- und Vermarktungsstrategien (Erzeugergenossenschaften) samt geteiltem Maschinenpark.

    Agroforsten, sowohl als Erosionsschutz, für mehr Biodiversität als auch mit der Chance, Holz zu vermarkten oder energetisch zu nutzen, um mit Holzkohlekompost den Humusaufbau zu forcieren.

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    • Arnold Krämer sagt

      Sie haben sich eine Menge angelesen Herr Suhr, aber in der Bewertung dessen sind Sie extrem einseitig. Das zeigt mir wieder einmal beispielhaft nachfolgender Satz:
      „Bei Tierhaltung ist Digitalisierung eigentlich auch nur nötig (z.B. Anmischung von Futter für Kälber, Melkroboter), weil die Tierbestände so exorbitant groß sein müssen wegen der Dumpingpreise, daß der einzelne Tierhalter es körperlich allein schon nicht mehr wuppen kann“.
      Sauenplaner z.B. gibt es in den Anfängen seit 40 Jahren, da gab es keine Großbetriebe à la DDR und sie wurden nicht entwickelt zur gesetzlichen Dokumentation oder zur Kontrolle von Mitarbeiterleistung oder um überhaupt mit der Arbeit klar zu kommen, sondern um die Tierkontrolle zu verbessern und die Leistungen zu steigern. Also nichts Verwerfliches in einer Marktwirtschaft.

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      • Christian Suhr sagt

        Moin! Nun, die einseitige Bewertung mag man jedem unterstellen, der hier und anderswo zur Landwirtschaft mitdiskutiert. Friedrich Merz fand auch das Chlorhühnchen bei TTIP okay, FDP und CDU/CSU halten an Merocsur fest, mit JEFTA darf unser Trinkwasser privatisiert werden. Alles … schön …

        Und mir ist durchaus bewußt, daß Rationalisierungsmaßnahmen, also auch Digitalisierung, Arbeit vereinfachen. Aber Sie wissen auch, wie Produktivitätssteigerung am Ende immer eingepreist und dann erwartet wird.

        Ich möchte es anders formulieren: So viel wie nötig, so wenig wie möglich an Rationalisierungswahn. Ich sprach nicht von Planungen etc., ich sprach von dem blinden Vertrauen darauf, daß die Wissenschaft es schon richten würde. Höher, schneller, weiter, nur ein Ende des Höfesterbens ist nicht in Sicht.

        Schlimmer noch: Das nötige Investitionskapital für solche Prozesse und Optimierungen haben in der Regel vor allem Fremdinvestoren. Damit hat man wieder ein Selektionsmittel zur Hand, welches den selbständigen familiengeführten Betrieb an die Wand preßt, der sich schon mit Liquiditätskredit o.ä. über Wasser halten muß, eventuell querfinanziert vom Ehepartner und dessen Job.

        Wenn es nur um Produktivitätssteigerung ginge, na, dann können wir doch mit Feedlots etc. arbeiten, Monokultur fahren und bei Pachtland den Humus zerstören, setzt immer schön viel Stickstoff frei, ein, zwei Jahre lang hat man dann schöne Erträge. Aber darum geht es ja nicht.

        Die Frage ist doch: Was soll und will ein Bauer leisten an Arbeitsaufwand und Zeit im Schnitt, um seine Lebenshaltungskosten samt Rücklagen sicher zu wissen und sein Kapital (Grund und Boden etc.) zu erhalten. Sollen 100 Kühe reichen, oder doch lieber 200, oder lieber 1.000? Kann man mit 30 ha über die Runden kommen, oder mindestens 60, die man bewirtschaften muß? Man denkt die Arbeit nicht mehr vom Menschen her, von Tier und Umwelt denken Politik und Handel eh nie, wenn es keine Rendite bringt.

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        • Thomas Apfel sagt

          System verstanden Herr Suhr, Soweit sind wir auch. Breiten Sie doch mal ne politisch umsetzbare Perspektive aus ! Auf welchem Stand und vor allem wie möchten Sie Entwicklung denn einfrieren und gleichzeitig gerechte Entlohnung der Arbeit für Alle bei 30 h Woche. Hätt ich alles gern, nur geht mir das Gesalbader, über die Zustände in denen ich stecke, gehörig auf die Nerven. Bitte mal Butter bei die Fisch:
          Wie organisieren SIE Wirtschaft und Wohlstand mit Ausbruch aus der Wachstumslogik?
          Welche Eigentums- und Ordnungsrechtsstrukturen sollen die gesellschaftliche Entwicklung steuern ?
          Wie soll IHR „Quality-Land“ (M.U. Kling) denn funktionieren ?
          Seien sie doch mal ein bisschen kreativ und entwickeln eine Vision. Aber tun Sie nicht so, als könnten und würden Sie als Mitglied der Partei „Die Linke“ in Regierungsverantwortung irgendetwas anders machen (können). Über die „Zuständ in der Landwirtschaft jammern“ können mir besser. Lösungen sind gefragt !!

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          • Christian Suhr sagt

            Wer ist „wir“? 😉 Für wen sprechen Sie?

            Was ich Ihnen zugestehe: Auch in der LINKEN gibt es mindestens zwei herausragende Positionen, die sich oft beißen. Manche Fundis gehen mir auch auf den Sack, aus der Geschichte nichts gelernt. Bei der CDU ist ist der vorbildliche CDA vs. MIT und WerteUnion. Bei der FDP Vollblutliberale wie Herr Baum oder Frau Leutheusser-Schnarrenberger vs. Nationalliberale wie von Stahl, Zitelmann, Kemmerich und so weiter.

            Aber mal Butter bei de Fisch. Schreiben Sie mir gern für nähere Details an christian_suhr@t-online.de. Ansonsten hier mal quick and dirty.

            1. Einführung des ESUS-Label wie in Frankreich. Investitionen in nachhaltige und soziale Unternehmen werden über Steuervergünstigungen belohnt (bis zu 7% Rendite, wenn ich richtig gerechnet habe, siehe Terre des Liens.

            2. Produktionsreduzierung auf Agrarseite (siehe Roosevelt), aber diesmal mit Querfinanzierung – bei Roosevelt sind so zu viele Betriebe über die Klinge gesprungen, weil der Übergangsprozeß gedauert hat.

            3. Statt Bauernmilliarde kurzfristig lieber Investition in Nährstoffnetzwerk, -aufbereitung, Phosphatrecycling etc. Mittelfristig die Tierbestände ausgleichen (siehe Niedersachsen im Vergleich zu Brandenburg); flächengebundene Tierhaltung. Ziel außerdem Unabhängig von Eiweißfuttermittelimporten (aktuell 25%).

            4. Unbürokratische Hilfe bei Wolfsrissen, Dürre usw. inklusive Weidetierprämie für ökologische Mehrleistungen und Förderung von Herdenschutzmaßnahmen bis hin zu Hobbyhaltern, also immer Pro-Erzeuger statt contra Umwelt im Handeln und Denken (Kugel gegen Wölfe schützt nun mal nicht vor Übergriffen durch Hunde usw.).

            5. Kein Patent auf Saatgut, Verbot von Agro-Gentechnik, Grundsätzlich solche Standards, daß unsere Sachen gut exportiert werden könnten (Made in Germany), aber ausländische Standards draußen bleiben müßten und unsere Produkte nicht wegdumpen könnten.

            4. Förderung von Agroforsten, wurde meines Wissens sogar gerade auf Bundesebene ein Stück weit auf den Weg gebracht.

            5. Unterstützung einheitlicher Standards auf EU-Ebene, Deutschland blockiert beispielsweise die EU-Bodenrahmenrichtlinie.

            6. Wegwerfverbot von Lebensmitteln bei LEH (siehe Frankreich), Kontrolle des Verkaufsverbots unter Einstandspreis, perspektisch auch unter Gestehungskosten.

            7. Stärkung des Konsumbewußtseins, keine selbstgegebenen Industrielabel mehr. Verpflichtende Nährstoffampel, Lieferkettengesetz, transparente Inhaltsstoffe – auch die, die im Verarbeitungsprozeß dann verlorengingen.

            8. Maßnahmen gegen Bodenspekulation und Fremdinvestoren.

            U.v.m.

            Und über Landwirtschaft hinaus. ÖPNV und Rad fördern viel mehr Arbeitsplätze als die Automobilbranche, siehe die Graphiken auf der Seite vom VCÖ.

            Innenstädte müssen attraktiver werden, also entschleunigt, steigert Aufenthaltsqualität, -dauer und den Umsatz:
            http://ka-radler.blogspot.com/2019/05/weniger-autos-weniger-dreck-mehr-umsatz.html

            Deckelung bei Mieten und Pachten. 1.000 Mieter mit 1.000 Euro mehr in der Tasche gehen damit shoppen, 1 Anleger mit 1.000.000 Euro mehr parkt es nur wieder irgendwo steuervergünstigt.

            Neue Industriezweige erschließen, zum Beispiel auf Basis von Carbon (Carbon Beton, CARBONTRANS Plastikrecycling). Oder Biorohstoffen allgemein – wovon auch die Landwirtschaft profitiert – z.B. Bio4Pack-Plastikersatz auf Basis von Zucker und Milchsäure.

            Solidarrente und -pflege/krankenkasse, alle zahlen in einen Topf.

            Starke Investitionen in Bildung, also Know-how.

            Ein auf Integration statt Abschottung basierendes Migrationskonzept.

            Eine nachfrageorientierte Wirtschaftsphilosophie (investier in Menschen, die gehen shoppen, fördert den Binnenmarkt) statt eine angebotsorientierte (so genannter Neoliberalismus), denn es hat sich herausgestellt, selbst wenn man mit Fahrlässigkeit bei Kontrollen und Zollverzicht sowie Steuervergünstigung wedelt, investiert das Kapital nicht mehr, vom Kuchen oben fallen unten keine Krümel ab (nicht existenter Trickle down Effekt).

            Reallöhne müssen sich proportional zur Produktivität entwickeln. Menschen nicht ersetzen, wo es nicht zwingend Not tut.

            Sozialhilfe steigern. Denn der Trick von Rot-Grün zur Freude von Schwarz-Gelb war es, mit Agenda 2010 und Hartz IV die Sozialleistungen zu reduzieren, und frei nach dem Lohnabstandsgebot konnten die Löhne auch fallen, damit die Inlandskaufkraft, während die Exportindustrie von niedrigeren oder stagnierenden Löhnen profitiert hat, Marktanteile von europäischen Nachbarn dank Dumping an sich reißen konnte.

            Usw.

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            • Stadtmensch sagt

              „Eine nachfrageorientierte Wirtschaftsphilosophie (investier in Menschen, die gehen shoppen,)“

              Toll! Kauft Leute! Damit eure Arbeitsplätze sicher sind!
              Das sollen Ideen für die Zukunft sein??

              „Solidarrente und -pflege/krankenkasse, alle zahlen in einen Topf.“
              Sind doch eh nur noch „Staatsdiener“ in der PKV. Ohne den Deutschen Beamtenbund müssten sich die PKVen ein anderes Geschäftsmodell suchen.

              Warum lassen wir (zähle mich auch zur Volksfront von Judäa) den Karren nicht einfach gegen die Wand fahren? Kein Breitbandausbau für Netflix und Bitcoins, keine Transitstraßen für Lidl in Rumänien. Sowas in der Art. Warum muss überall dieser alternativlose Wohlstand mit Bestellknopf herrschen? Macht nicht glücklich. Hilft nur, die Langeweile abzutöten, die man ohne Bestellknopf nicht hätte.

              Wie in USA: Subsistenz (Vorbild Cuba) da wo deindustrialisiert wurde und alles verwüstet ist auf der einen Seite und ein paar Herrenmenschen, die das Erbe der Menschheit, Wissen und Genmaterial privatisiert haben, die sich mit Flugtaxis, Raumschiffen, künstlichen Organen, Lebenselexieren und Selbstoptimierung beschäftigen.

              Wachstum brauchen die nicht. Wachstum im gegenwärtigen Wirtschafssystem wollen nur die normalen Leute.

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              • Christian Suhr sagt

                Wenn Sie möchten, schreibe ich nächstes Mal statt nachfrageorientierte Wirtschaftsweise lieber Keynesianismus, dann können Sie das besser bei Google suchen.

                Nachfrageorientiert heißt, daß man Teilhabe und einen Mindestwohlstand für alle garantiert und damit besser fährt als darauf zu vertrauen, Konzernen Geld hinterherzutragen, die so nur ihre Profite steueroptimiert in Panama parken etc.

                Solidarrente haben Sie vergessen, ich denke da an Immobilienmakler, die als Selbständige nicht in den Topf zahlen, das Geld lieber für Immobilien ausgeben, dann damit ordentlich Reibach machen und auch noch davon profitieren, daß sie nicht solidarisch einzahlen.

                Gern auch erkläre ich den Unterschied zwischen Industrialisierung und Digitalisierung usw. Aber bitte seien Sie nicht polemisch. Sondern zeigen Sie einen Plan, wo Ihres Erachtens nach die Kaufkraft herkommen soll. Aktuell wirkt es sehr nach Brot und Spiel und Schuld haben immer die anderen, wenn es schiefläuft, gern irgendwelche Ausländer Und alle Arbeitslosen wären ja eh faul, Jugendliche nur faule Millennials usw. Ach ja, Bauern wären ja auch alles Giftspritzer und Tierquäler … Ist das die Welt, die Ihnen gefällt?

                Wir können gern in der Sache diskutieren, aber aus Frust, Wut oder einfach nur anderem politischen Interesse und Linken-Bashing werden sich keine Lösungen finden lassen. Kuba finde ich auch schei*e nebenbei, ebenso die DDR, UdSSR, China usw. Demokratischen Sozialismus gab es noch nie!

                Wobei Sie eine Sache anerkennen müssen wie ich auch: Die Mangelwirtschaft der DDR führte dazu, daß sogar per Gesetz Dinge lange halten mußten, wo es bei uns jetzt schnell auseinanderfällt, damit wir es schnell neu kaufen müssen.

                +1
          • Christian Suhr sagt

            Und hier mal zur LINKEN in Regierungsverantwortung in Thüringen:

            Als Aufzählung hier mal mehrere Dinge zusammengestellt, teils noch vor Corona, aber für das lütte Thüringen schon interessant:
            – Mit die höchsten Investitionen in Bildung bundesweit.
            – Abschaffung von Straßenausbaubeiträgen für Anwohner.
            – Höchster Mindestlohn bei öffentlichen Ausschreibungen bundesweit.
            – Maßnahmen werden forciert zum Schutz der Landwirtschaft vor Bodenspekulationen.
            – 500 Millionen Euro Nothilfe für den Wald.
            – Deutlich mehr Geld zur Entlastung der Kommunen.
            – Klares Statement zu Migration und Integration.
            – Polizei besetzt Tankstelle beim Rechtsrock-Konzert, um Nazis den Alk abzuschneiden.
            – Personelle Stärkung der Justiz und Polizei.
            – Ein Großteil der V-Leute wurde bereits deaktiviert.
            – 1 Milliarde Euro Schulden abgebaut.
            – Die Wirtschaft boomt, Rekordeinnahmen bei den Steuern.
            – Letztes KiTa-Jahr beitragsfrei, das zweite KiTa-Jahr soll auch beitragsfrei werden.
            – Starker Anstieg des Breitbandausbaus, wenn auch noch viel nachzuholen ist.
            – Azubis können mit einem 50-Euro-Monatsticket in ganz Thüringen den ÖPNV nutzen (außer im CDU-geführten Landkreis Greiz).
            – Prämie für Schafen und Ziegen (quasi Weidetierprämie)

            Usw.

            Und das ist nur gesammelt, was ich so spontan als Niedersachse aus dem Off gefunden habe.

            +1
    • Paulus sagt

      So einen Scheiß wie den mit den Agroforsten kann nur einer erzählen der noch nie einen ha Wald besessen hat. Ich bin nun zufällig unglücklicher Erbe eines „Forstes.“ Ist mit 52 ha nicht groß und im Vergleich zu den ernst zunehmenden Größen ein Chickenshit. Nach zwei Sturmereignissen der Vergangenheit und den damit verbundenen Kosten kann ich dir sagen was dabei herum gekommen ist. Kennst du den Begriff positive Null? Den verwenden manche Manager um Hoffnung auf die Zukunft zu erwecken.

      0
  6. firedragon sagt

    Ganz nett. Stehe gerade bei meinen Viehchern und lausche dem zufriedenen Kauen.
    Was ist eigentlich mit dem Mensch der Zukunft?
    Wer wird noch gebraucht?
    Digitalisierung, Robotertechnik usw hält Einzug in allen Bereichen. Der Mensch wird den Menschen bald nicht mehr benötigen.
    Was wird mit all den überflüssigen Menschen in der Zukuft geschehen? Gibt es Zuchtauswahl, Optimierung?
    Grundeinkommen und Freizeit wird auf Dauer nicht die Lösung sein – sieht man ja gerade, dem Menschen fällt die Decke auf den Kopf, hat er zu viel Zeit und weiß nicht wohin mit sich.

    +5
    • Christian Suhr sagt

      Der Mensch darf nicht ersetzt werden. Ich denke, darauf sollte es hinauslaufen.

      Erst wurden haufenweise Bäuerinnen und Bauern freigesetzt für die Industrialisierung und das Militär. Dann wechselte Deutschland von Industrie zum Dienstleistungssektor (wo die Wertschöpfung schon deutlich niedriger ausfällt). Aber auch im Dienstleistungssektor mögen zwar neue Tätigkeitsfelder entstehen, in toto jedoch werden Kassierer*innen und Co. auch von Maschinen ersetzt … was dann?

      Roboter verdienen auch kein Geld und gehen nicht shoppen. Wenn alle sich optimieren auf möglichst wenige Lohnkosten, wer soll dann noch einkaufen gehen können?

      Arbeit muß wieder dahinkommen, daß der Mensch der Dreh- und Angelpunkt ist. Oder aus kritischer Sicht: Ich habe auch lieber Menschen als Arbeiter in den Fabriken, die können streiken oder Whistleblower spielen, wenn ihr Chef Schei*e baut.. Und vom Pflegeroboter würde ich mich auch ungern versorgen lassen.

      Eine Lösung wäre die Arbeitszeitreduzierung bei vollem Lohnausgleich (in der Landwirtschaft die Produktionsreduzierung einhergehend mit steigenden Erlösen, siehe Tierbestände).

      Was bringt es, immer mehr zu produzieren, wenn die Löhne in toto nicht mehr werden, niemand den Krempel kauft bzw. mehr kauft, als man braucht, weil es bewußt billig gemacht wurde?

      +1
      • firedragon sagt

        Herr Suhr, Arbeitszeitreduzierung bei vollem Lohnausgleich – wer soll das bezahlen?
        Ich schüttel jedes Mal den Kopf, wenn da welche 35 Stunden in der Woche fordern. Aber das liegt wohl daran, dass ich von einer anderen Zeitrechnung komme, wenn es da gelegentlich ein Arbeitstag schon mal auf 20 Stunden schafft.

        +3
        • Christian Suhr sagt

          Sie vergessen dabei was: Wir haben seit Jahren eine deutliche Produktivitätssteigerung bei stagnierenden und weit zurückbleibenden Reallöhnen. Das ist schon alles bezahlt, nur die Differenz streichen sich die Arbeitgeber und Anleger ein!

          Als Selbständiger kalkuliere ich mit 50 €/h (Sozialleistungen, Einkommenssteuer etc. gehen davon noch runter). Anwälte gibt es nicht unter 200 €/h.

          Hier eine schnelle Suche zur Lohnzurückhaltung:
          https://www.maskenfall.de/?p=3074

          Die USA macht es genau so, viel produzieren (für Export) und wenige Löhne (für Reduzierung der Produktionskosten/Verkaufspreise und Steigerung der Profite). Heißt aber auch, die können weniger importieren und andere mit Exportüberhang wie wir schauen zunehmend in die Röhre:
          https://www.onvista.de/news/das-ist-die-groesste-gefahr-fuer-unser-wirtschaftssystem!-15068243

          Anders gesagt: Wenn alle auf Teufel komm raus produzieren und die Löhne drücken, haben wir viel produziert, aber niemanden, der es ich leisten kann. Alle hoffen auf neue Märkte (siehe Mercosur), um da noch die Überschüsse loszuwerden zu können. Und Freihandel heißt im Kern Zollverzicht, so kommt man günstiger an Rohstoffe aus Afrika (EPAs) und kann günstiger seine Autos und Co. (TTIP. Mercosur o.ä.) auf den Markt im Ausland bringen, in der Hoffnung, daß es dann doch noch ein paar Leutchen gäbe, die es sich leisten können.

          Unterbietungswettkampf.

          Steigert man die Löhne, steigert es die Kaufrkaft, vor allem für den Binnenmarkt. Und dann kann sich jeder auch Bio, Fair etc. leisten. Nur die Exportbranche haßt es, denn was interessieren diese faire Löhne, deren Kunden sitzen ja im Ausland.

          0
          • Arnold Krämer sagt

            „Wir haben seit Jahren eine deutliche Produktivitätssteigerung“ Wo denn? Wie denn, bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen. Für Ihrem Beruf mag das ja stimmen, für den Agrarsektor kann ich das nicht berkennen.

            0
            • Christian Suhr sagt

              Gesamtwirtschaftlich erlebt man eine massive Produktivitätssteigerung. Auch können Sie bestätigen, daß in den letzten Jahren ein Bauern immer mehr Menschen ernähren kann. Ebenso wissen Sie selbst, daß von durchschnittlich 30 ha die Flächen pro Hof auf durchschnittlich 60 ha angewachsen sind.

              Wenn ein Hof vorher 30 ha bewirtschaftet hat und jetzt 60 ha, ist das eine Produktivitätssteigerung. Da die Flächen aber nicht mehr werden, Wachse oder Weiche, ging diese Produktivitätssteigerung mit vielen aufgegebenen Höfen einher.

              Produktivitätssteigerung heißt nicht, daß bilanziell unterm Strich mehr rauskommen würde Produktivitätssteigerung bedeutet hier der Output des Einzelnen. Und das im Verhältnis zu den Kosten (ist halt billiger, wenn 1 Bauer 60 ha beackert als 2 Bauern je 30 ha).

              Hinzu kommt bei der Landwirtschaft das Problem der Überproduktion vor allem im tierischen Bereich mit Blick auf einzelne Regionen wie die Ihre um Cloppenburg-Vechta. Wobei wir da mal ganz konkret werden können:

              Laut Düngemittelverordnung ab 4% Humus 20kg/ha weniger Nitrat erlaubt. Also raten sich Tierhalter, keinen Humus aufzubauen (z.B. auf der Facebookseite vom BV SH).
              Gleichzeitig diskutiert man darüber, daß die Meßstellen alle unzulänglich wären, weil man so weitermachen wolle. Aber die Logik ist doch: Wenn den Meßwerten nicht vertraut werden darf, muß man alle Grundwasserkörper als gefährdet betrachten, denn wie fatal wäre es, wenn man normal weitermacht und sich hinterher herausstellen würde, daß der Grundwasserkörper zu sehr belastet war?

              In Brandenburg hätten sie gern einen Teil der Tierbestände, die wir hier zu viel haben.

              Insofern kann man da nicht bilanziell rangehen. Wir können auch über Edelstücke und Export von Resten sprechen von wegen Nose to Tail Verwertung usw. Aber das würde hier ausarten.

              +1
        • Christian Suhr sagt

          Außerdem vergessen Sie was: Wenn Sie selbst 20 Stunden malochen müssen am Tag, dann arbeiten sie für Drei. Aber sie können nur einen, sich selbst, davon bezahlen. Das, was sie mehr an Arbeit haben, streichen sich andere ein. Entweder müssen sie bei aktuellem Volumen mindestens so viel verdienen, daß sie zwei Angestellte dazubekämen. Oder Sie müßten bei gleichbleibendem Lohn nur ein Drittel der Zeit arbeiten oder wenigstens nur die Hälfe (als Selbständiger arbeite ich auch 60 Stunden die Woche aufwärts regelmäßig).

          Bäuerinnen und Bauern machen die Erfahrung, die auch Pflegekräfte etc. machen. Und Pflegekräfte haben teilweise gute Löhne nach öffentlichem Tarif, das allein ist es nicht unbedingt immer.

          Zusammengefaßt:
          Sie sollten nicht diejenigen angreifen, die für weniger Arbeitszeit und faire Löhen kämpfen, nur weil sie viel arbeiten müssen für kleines Geld. Kämpfen Sie auch dafür, daß Ihre Arbeit endlich Wertschätzung findet!

          Beispiel, fiktiv:
          Ein Maler braucht vier Stunden für ein kleines Zimmer und rechnet vier Stunden ab, alles okay.
          Dann sagt er, er hätte jetzt ja eine Maschine, die kann das alles in einer Stunde. Rechnet jedoch trotzdem vier Stunden ab (also für die Leistung, daß das Zimmer angemalt wurde).
          Der Kunde regt sich auf, hätte ja nur eine Stunde gebraucht, will nur eine Stunde bezahlen.
          Der Maler jedoch kann seine Lebenshaltungskosten nur decken, wenn er nach Leistung von vier Stunden abrechnet.
          Und es gibt nicht mehr Aufträge, nur weil er schneller ist, weil andere Maler das vielleicht genauso machen.

          Wenn man immer nur den Stundensatz vor Augen hat, funktioniert es nicht.

          Wenn Sie früher sechzig Stunden im Schnitt gebraucht haben, um auf ihre Erträge zu kommen, aber heute nur vierzig, warum sollen die Erträge dann weniger wert sein?

          +3
          • firedragon sagt

            Herr Suhr, ich greife niemanden an, ich schüttel bloß den Kopf. Dann schrieb ich „gelegentlich“, weil, wenn das eintritt, könnten mir dabei auch keine 10 AN behilflich sein😉

            0
          • Reinhard Seevers sagt

            Herr Suhr, man muss gar nicht auf den Stundenlohn schauen. Eigentlich reicht es die Menge Geld zu erarbeiten, die man benötigt. Dem einen ist es egal, wie lange es dauern mag, der andere möchte es in der halben Zeit schaffen. Der Dönerladeninhaber kann sich keine zusätzliche Kraft leisten, deshalb arbeitet er eben 12h. Und wenn die Umsätze begrenzt sind, wird man sich wohl selbst hinstellen müssen, auch länger, als der Linke es sich vorstellen mag.
            Irgendwie werde ich die Linke Denke nie nachvollziehen können.

            +2
            • Christian Suhr sagt

              Also Sie plädieren für eine 60 Stunden Woche für alle für auskömmliche Einkommen. Joah, kann man machen, auch Sklaverei schafft Vollbeschäftigung, oder?

              Und wieso Dönerladen? Ich frage mich, warum 50% der Bäuerinnen und Bauern im Nebenerwerb tätig sind bzw. sein müssen, warum sie mit dem Hof nicht mehr über die Runden kommen. Da fängt es doch schon an.

              Da sprechen wir aber darüber, wie teuer Fleisch … oder Ihr Döner sein sollte. Aber Wirtschaftsliberale sprechen ja so ungern über Marktregulierung. Dabei sollte man meinen, daß der so genannte freie Markt nur funktionieren kann, wenn alle Handelspartner – Erzeuger, Verarbeiter, Handel, Verbraucher – auf Augenhöhe zueinander stehen, damit nicht der eine seine Marktmacht gegen den anderen mißbraucht.

              Aber, ja, dann würden wir über Wirtschaft philosophieren. Und was weiß ich schon als Linker von Makroökonomie, Keynesianismus, Neoliberalismus, Wirtschaftswachstum und Co. Wobei, wenn Sie aufs Wirtschaftswachstum hoffen, toi, toi, toi:
              https://www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-verhaeltnisse-eine-sozialkunde/139785/materialien-zum-kapitel-wirtschaftsordnung?show=image&k=0

              +1
    • Wieviel Menschen werden in der Coronakrise nicht gebraucht?

      Ist es seit dem Maschinenzeitalter nicht bekannt,
      dass wir die Freizeit, die uns die Maschinen ermöglichen sinnvoll nutzen wollen?

      Und wenn es mit Philosophieren ist!

      Es gibt so viel Möglichkeiten!

      0
  7. fingerphilosoph sagt

    Ja, da muss euch Landwirten doch das Herz aufgehen. Das ist eure Technik-Begeisterung, die hier Form und Gestalt annimmt. Der Fortschritt ist nicht mehr aufzuhalten.

    Wenn der Protein- und Nährstoffproduzent (vormals Landwirt) jeden Pups der Kuh, jeden Atemzug des Schweins (sofern es noch welche gibt) und jeden Getreidehalm einzeln kontrolliert, wird er als Nächstes lernen, das Klima selber zu gestalten. Der Landwirt der Zukunft wird selber bestimmen, wo es wann zu welchen Temperaturen regnet. Und da naturgemäß die Landwirte niemals einer Meinung sind, wird das fragmentierte Klima erfunden. Es wird nicht ein Klima für alle geben, sondern genauso viele, wie es Protein- und Nährstoffproduzenten gibt. Nicht nur die Fischfarm wird ein autonomes, von der Umwelt unabhängiges, geschlossenes System sein, sondern auch jede Agrareinheit.

    Das Bestäuben von Pflanzen wird der Vitamin- und Mineralstoffproduzent (vormals Obst- und Gemüsebauer) nicht mehr unzuverlässigen Insekten oder Bodelebewesen wie Regenwürmern überlassen. Schon jetzt wird mit Minidrohnen experimentiert, die das Bestäuben effizienter durchführen als irgendwelche Popelsbienen. Regenwürmer werden durch selbstreplizierende Nanotechwürmer ersetzt, die weitaus effizienter Humus aufbauen, während schädliche Drahtwürmer oder dergleichen im Substrat durch sog. Drahtwurmfresserbots eliminiert werden. Alles ganz ohne den Einsatz von Pestiziden.

    Wachstum durch Sonnenlicht war gestern. Künftig werden Pflanzen mit fragmentierten Lichtspektren Tag und Nacht beleuchtet. Das verdoppelt die Ernteerträge. Noch besser ist es, die sog. „Grünlücke“, die uns Pflanzen grün erscheinen lässt, zu eliminieren. Schwarze Pflanzen absorbieren das gesamte Sonnenlicht. Schwarze Pflanzen sind deutlich effizienter als grüne oder gelbe:
    https://guidovobig.com/2017/04/07/text-21-schwarze-pflanzen-als-zeichen-des-fortschritts-1/
    Was für ein herrlicher Anblick: schwarze Wälder, schwarzen Maisfelder, schwarze Almwiesen, schwarzen Getreidefelder, über denen sich ästhetisch Hunderttausende von Windrädern drehen. Bei so viel Effizienz muss doch jedem Biomasseproduzent (vormals Landwirt) das Herz aufgehen.

    Freut euch, ihr Landwirte ! Die Technik erfüllt in absehbarer Zeit all eure Wünsche ! Für euch brechen herrliche Zeiten an !

    +3
    • ‚Ich weiß nicht, ob Technik die Natur ersetzen kann,
      Regenwürmer bestäuben nicht, aber sie bauen Humus auf.

      In jeder Bodenart individuell anders.

      Ob das ein Mensch na nachvollziehen kann?

      Erst wenn er es nachvollziehen kann, dann kann er das passende Programm in die passende Maschine einbauen, um so etwas zu bearbeiten..

      0
    • Stadtmensch sagt

      „Für euch brechen herrliche Zeiten an ! “

      Weiß nicht. Diese feinen Spielzeuge werden wohl eher dort ihre Wirkung entfalten, wo Investoren auf der grünen Wiese noch Potentiale heben können. Also Ukraine, Russland usw. Da, wo jetzt durch Klimaveränderung neues Land nutzbar wird. Es müssen ja auch die Kosten für diese kapitalintensive Produktion wieder reinkommen. Ich meine, es ist ja nicht nur der Raumschiffmähdrescher, der bezahlt werden muss, sondern all die „Abos auf Expertise“ aus den Rechenzentren und Laboren. Wie soll das auf 60ha durchschnittliche Betriebsgröße hierzulande erwirtschaftet werden, wenn wie gesagt in anderen Gebieten menschenlos massiv Erträge gesteigert werden können?
      Trotzdem, diese Entwicklungen sind nicht aufzuhalten. Bis wir am Ende nur noch Geld heckendes Geld haben und olle Marx recht behalten wird.
      Es macht einfach zu viel Spaß, sich sklavisch an den Rechner zu binden und IoT zu forschen. Das ist mindestens (nein fast) genau so gut, wie den Kühen beim Kauen zuzuhören oder rauszufahren und frisches Gras für die Viecher zu schneiden.

      OT: Heute hab ich haufenweise Blaue Holzbiene in unserem vorbildlichen Ökoprojektgarten gesehen.

      0
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Sie können heutzutage landwirtschaftliche Betriebe kaufen, oder auch nur pachten und diesen Betrieb nach ihren Wünschen betreiben.

        Übrigens in unserem Garten habe ich auch eine Blaue Holzbiene und einen Zitronenfalter gesichtet und ich versichere ihren, der Garten ist kein Ökoprojekt, auch kein bestätigter Vorbildlicher.
        Manchmal frage ich mich, was machen diese Viecher in unserem Garten, wo ich ständig lese, dass es diese Insekten gar nicht mehr gibt.

        +1
      • fingerphilosoph sagt

        „Es macht einfach zu viel Spaß, sich sklavisch an den Rechner zu binden und IoT zu forschen. Das ist mindestens (xxxx xxxx) genau so gut, wie den Kühen beim Kauen zuzuhören oder rauszufahren und frisches Gras für die Viecher zu schneiden …“

        Genau! Auch die künftigen Protein- und Vitaminerzeuger haben das Recht, sich sklavisch an ihre Rechner zu binden und das per Sensor übermittelte Kaugeräusch der Kühe ist doch weit mehr Musik oder Meditation als sonstwas. Nur das Geräusch des 3-D-Druckers, der Proteine (vormals Milch und Fleisch) in der Fabrik erzeugt, klingt noch besser. Das ist reine Seelenmusik, sozusagen.

        Noch mehr Spaß, als IoT zu forschen, macht es, die Natur durch IoT und die blaue Holzbiene durch eine Minidrohne zu ersetzen. Künstliche Insekten lassen sich nun mal besser steuern.

        Als Gutmensch und Weltretter begründen wir den permanenten Fortschritt damit, dass wir das Leben zu den Sternen tragen müssen, weil unser Planet ja irgendwann unbewohnbar wird. Diese Begründung ist doch ethisch viel hochstehender als bloß 10 Milliarden unserer eigenen Spezies ernähren zu müssen. Wir retten nicht bloß die Menschheit, sondern gleich das Leben vor dem Untergang. Wow, das ist doch mal eine Aufgabe, die der Menschheit würdig ist. Und all die Spielverderber, die fragen, wo in dieser Perspektive denn überhaupt noch Leben ist, die werden gecancelt.

        0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Technisierung und Digitalisierung bringt Vorteile, aber nur für die Betriebe, die es sich von der Größe her leisten können, die kleineren werden in die Röhre schauen, also die Betriebe, die sich der Deutsche so wünscht.
      Ob sich der Landwirt sich das Wünscht, oder nicht, die Technik wird sich nicht aufhalten lassen, außer die Bauern von morgen sind nur die mit Rasterlocken.

      Übrigens, früher ging die Kommunikation mittels Rauchzeichen, jetzt hat der 4 Jährige bereits ein Smartphone

      0
  8. Ludwig sagt

    Nicht aufregen , ohne den Bauern als Entscheider geht auch die ganze Digitalisierung nicht.
    Wichtig ist nur , daß die jungen Bauern darauf vorbereitet , also ausgebildet oder weitergebildet werden. Wenn die Politik den Bauernvernichtungsfeldzug so weiter betreibt , dann brauchen die restlichen Bauern diese Technik , um überhaupt noch die Arbeit zu schaffen. All diese Technologien werden ja auch schließlich nicht von heute auf morgen kommen. Das ist ein Prozeß über viele Jahre ,der sich auch an der Wirtschaftlichkeit messen muß. Jeder , der mal länger zurückblicken kann und sieht was wir in den letzten Jahrzehnten für technische Entwicklung auf unseren Höfen gesehen oder erlebt haben , wird davor keine Angst haben. Wer hätte die Handyentwicklung so gesehen , oder die GPS-Lage. Beim GPS sind wir doch die Profis mit 1 – 3 cm Genauigkeit , während die meisten anderen doch mit mehr als einem Meter Genauigkeit die Amateure sind. Wir haben top ausgebildete“ Junge Leute“ und da habe ich keinen Zweifel , daß die sich auch durchsetzen werden. Allein was die mit LSV usw. in den letzten 18 Monaten geleistet haben gebührt doch höchster Anerkennung. Die Medien und Politik haben doch regelrecht Angst vor dem Bauerndemoeinsatz und haben deshalb auch die Türen in Berlin zugeschlossen , weil die keine Sachargumente haben für ihre Versagerpolitik. Daran werden sie auch scheitern. Manch ein Abgeordneter oder Juornalist wird schon schlaflose Nächte haben und sich fragen um in der Zukunft noch zu überleben , ob er nicht auf der falschen Seite steht. Die ersten Absetzbewegungen in Politik und Medien sind schon zu erleben. Es reicht eben nicht nur eine moralischideologische Wohlfühlpolitik zu machen und dabei mit der Wirtschaftsvernichtung unsere gesellschaftliche Zukunft zu vernichten , nur um Wahlen zu gewinnen. Das sich das die Leute nicht mehr gefallen lassen , konnte man am Donnerstag bei Illner im ZDF erleben , wie die drei Damen den Wirtschaftminister Altmeier platt gemacht haben. Das ist aber nur der Anfang , denn auch unsere großen Zeitungen verlieren mit ihrer Regierungsmeinungsverbreitung massiv Leser. Da nützen auch die 200 Mill. Euro Stütze der Regierung nichts , um deren Meinung zu verbreiten. Wenn ARD und ZDF unbeirrbar so weiter machen , dann wird es die bald auch nicht mehr geben mit ihren Zwangsbeiträgen.

    +2
  9. Bäuerin sagt

    Mich wundert nichts mehr , dieses absichtliche zerstören der heutigen Landwirtschaft…..wenn das die Zukunft ist.
    Riesige Flächen , voll mechanisiert , überwacht , vorgegeben , hat nichts mehr mit Landwirtschaft im üblichen Sinne zu tun …ich bin froh schon zu den alten zu zählen , das wäre nicht mein Leben auf dem Hof

    +3
    • Leider ist ein Problem, daß auch die Bäuerinnen und Bauern zum Beispiel beim Thema Bodenspekulation mitmachen.

      Die Hoffnung, wenn es wirtschaftlich nicht mehr läuft, seine Flächen hochpreisig als Bauland versilbern zu können, habe ich hier seitens bäuerlicher Gemeindevertreter auch schon wiederholt gehört. Bloß nicht mit Ackerflächen zum Landschaftsschutzgebiet werden, man hätte ja schon vier, fünf Bauanfragen nach Grundstücksflächen usw.

      Sieht man hier sehr gut:
      Zitat: Grüne und Linke wollen Gesetz gegen Landraub, Bauernverband sieht das kritisch
      https://www.tlz.de/politik/gruene-und-linke-wollen-gesetz-gegen-landraub-bauernverband-sieht-das-kritisch-id227210699.html

      Doof, wenn danach dann Klaus Kliem an ALDI verhökert!

      Oder jüngst das hier vom 19. Februar 2021:
      Zitat: Seit Jahren will die Politik ein Gesetz dazu zu verabschieden. Jetzt ist es wieder gescheitert – am Widerstand der Bauern.
      https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/landespolitik/agragstrukturgesetz-gescheitert-regulierung-bodenmarkt-100.html

      Müßte man nicht um jeden Quadratzentimeter kämpfen wie ’ne Mutter um ihre Kinder? Das ist doch die Wirtschaftsgrundlage. Ansonsten kann ich nur mutmaßen, daß mangels Nachfolge und wirtschaftlicher Aussichten viele nur darauf warten, daß Investoren anklopfen … und das fände ich sehr bedenklich 🙁

      0
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Bauland in Bauernhand war schon immer ein Neidfakor, das den linken Neidhammel stört.

        Bis jetzt ist es so, dass der Gemeinderat bestimmt, wo gebaut werden kann, der Grundstückseigentümer kann zwar sein Grundstück anbieten, was die Fachbehörden und der Gemeinderat macht ist eine andere Sache.
        Ich selbst bin bei unserem Gemeindhäuptling in Ungnade, weil ich ein Grundstück nicht für ein Gewerbegebiet hergebe.(andere zum Teil auch).

        Gerne sage ich ihnen der Grund. Wenn ich jetzt verkaufe, zerfrisst manche der Neid und ich will nicht daran schuld sein, dass die sich wegen mir die Gesundheit ruinieren.

        Übrigens, hätte noch weitere 10.000 qm für Wohnungsbau, verkaufe wegen dem selben Grund auch nicht.

        +3
        • Christian Suhr sagt

          Also Sie wollen doch anscheinend auch nicht Ihr Land versilbern statt dem Ehrenkodex der Landwirtschaft zu folgen und an ihre Berufskollegen zu verkaufen oder zu fairen Konditionen zu verpachten, so wie Klaus Kliem?

          Ist doch ärgerlich, wenn das Wachse oder Weiche viele zu Egoisten gemacht hat!

          Über das Bauen kann man im Detail sprechen, denn nötig ist es nicht, wenn die Regierung mal was gegen Landflucht unternehmen würde, in Ostdeutschland haben wir teilweise Einwohnerzahlen auf dem Land wie zuletzt vor über 100 Jahren, zurück bleiben nur AfD-wählende Nationalisten, könnte man frotzeln mit Blick auf die Wahlergebnisse dort, die anderen kloppen sich um Wohnungen in den Städten.

          Das hat nichts mit Neid zu tun. Aber ich erlebe hier, wie die maßgeblich von der CDU und Wirtschaftsliberalen dominierte Gemeinde gern was baut und dann Agrarflächen als Ausgleich der Landwirtschaft entreißt, siehe hier:
          https://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/wirtschaft/wenn-gemeinde-ackerland-kauft-fehlt-es-den-bauern_a_31,3,1038790590.html

          Wenn Sie ein Problem damit haben, daß die LINKE gegen Bodenspekulation ist, um Bauernland vor Spekulanten zu schützen, fände ich es bedauerlich:
          https://www.agrarheute.com/politik/koalition-lehnt-linken-antrag-bodenmarkt-transparenz-ab-550257

          Meine Anmerkung als Linker: Oftmals sind Flächen in privater Hand besser geschützt (z.B. auch Forst) vor Versiegelung und Co. als in öffentlicher Hand, wo man immer alles zu Bau- und Gewerbefläche machen möchte.

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Herr Suhr,
            ein Grundstück ist an einen Kollegen verpachtet, ein Teil von den 10.000qm auch und der Rest ist „Freizeitbeschäftigung für mich.

            Falls es bei den linken noch nicht angekommen ist, Grundstücke in einem Landschaftsschutzgebiet hat einen Wert von 0 Euro und ich möchte den Linken kennen, der seinen ererbten Acker für ein Landschaftsschutzgebiet bereitstellen würde, satt für ein Baugebiet.

            Bodenspekulation ist, wenn man vorausschauend ein Grundstück kauft, das man für höheres Geld verkaufen, oder auch nur mit einem Mietshaus bebauen will.

            +1
            • Christian Suhr sagt

              Nein, ich korrigiere Sie ein wenig: Landschaftsschutzgebiete haben einen Wert von 0 Euro im Verkauf und für die Bebauung. Ich zitiere:

              „Eine ordnungsgemäße Land-, Forstwirtschaft und Jagd ist zulässig, wenn sie nicht den Schutzwecken des § 26 Abs. 1 BNatSchG zuwiderläuft.“

              Hinzu kommt die Möglichkeit von Kompensationszahlungen usw., wenn man gesellschaftlich so etwas fordert. Also die ökologische Mehrleistung kann auch vergütet werden auf Dauer.

              Ich bin ein Linker, der sich über eine Baumschutzsatzung freuen würde mit Eichen hier auf dem Grundstück, denn das würde die Option der öffentlichen Hand, mich für Wohnungsbau eventuell zu enteigenen, deutlich reduzieren im Zuge von ominösen Verdichtungskonzepten.

              Naturschutz kann auch Land erhalten und Spekulanten fernhalten. Landschaftsschutzgebiet würde niemand enteignen für Häuserbau. Das mag schon mehr wert sein. Alles, was einen Sicherheitsstatus auf die Flächen haut, daß diese noch wirtschaftlich genutzt werden können, aber halt nicht bebaut, ist doch ein guter Gedanke!

              Bodenspekulation ist es auch, wenn der Verpächter an den Meistbietenden verhökert, was nicht unbedingt der Bauer von nebenan sein dürfte. Wenn die Flächen über Makler angeboten werden, die ja nicht unbedingt zu niedrigsten Preisen was verkaufen wollen von wegen eigener Marge usw. Oder Flächentausch zwischen Kommune und Bauer. Oder … wenn Bauern gegen ALDI mitbieten müssen … hier mußten sie sogar gegen die Wasserwerke, die Ausgleichsflächen gesucht haben, den kürzeren ziehen, der so genannte OOWV hat das doppelte pro m² geboten.

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