Monate: November 2016

…der wichtigste Beruf???

Fast zweihundert Kommentare im Blog und bei Facebook auf die Frage, ob es einen sinnvolleren und wichtigeren Beruf als Bauer gibt. Und was für Kommentare! Arroganz, Überheblichkeit, Selbstbeweihräucherung und eine Diffamierung aller anderen Berufe wurde mir vorgeworfen. Leider haben viele die Einführung „wenn es darauf ankommt“ überlesen. Und der gehört zu der Frage mit dazu. Aber egal, wir (Willi und Alois) versuchen es noch einmal. Diesmal gemeinsam. Zunächst mal sind wir uns einig, dass jeder Mensch jeden Tag Nahrung benötigt. Deswegen muss aber in unserer sogenannten „modernen“ Welt nicht jeder auch Bauer sein, denn wir haben eine weit fortgeschrittene Arbeitsteilung. Zumindest in der sogenannten „entwickelten“ Welt. In den „unterentwickelten“ Ländern ist das eh anders. (Sie merken schon unserer aller Arroganz?) Ein deutscher Bauer ernährt heute – statistisch gesehen – rund 145 Menschen. Richtig ist: der Landwirt von heute benötigt viele andere Berufe um diese Leistung zu bringen. Wenn man sich jedoch die Geschichte der Menschheit vor Augen führt, dann konnten sich diese viele Berufe aus erst entwickeln, weil nach dem Schritt vom Jäger und Sammler zum sesshaften Menschen …

Deutschlands Bauern gehen leise…

Eine Zustandsbeschreibung Donald Trump, Flüchtlingskrise, Brexit, Erdogan und der Syrienkonflikt sind derzeit die alles beherrschende Themen in den Medien. Landwirtschaft interessiert, agrarisch gesprochen, im Moment „keine Sau“. Selbst das medienwirksam inszenierte Monsanto-Tribunal in Den Haag tauchte in Tagesschau und Heute-Journal nicht auf. Es gibt wichtigeres. Auch an den wöchentlich ausgestrahlten diversen „Lebensmittel-Checks“ hat kaum noch  jemand Interesse. Dass dort zum dreiundzwanzigsten Mal über Massentierhaltung und Nitrat berichtet und Bio „über den grünen Klee“ gelobt wird, entlockt dem Zuschauer vielleicht noch ein müdes Gähnen. Wenn er nicht schon vorher umgeschaltet hat. Auf eine Kochshow zum Beispiel. Mehr oder weniger unbemerkt von der Öffentlichkeit findet aber im Land ein Wandel statt. Obwohl Parteien, Organisationen und Medien nicht müde werden, das hohe Lied vom „bäuerlichen Familienbetrieb“ zu singen, ist genau dieser derzeit dabei, von der Bildfläche zu verschwinden. Und dies hängt nicht vorrangig von niedrigen Preisen ab. Die hat es immer wieder einmal gegeben und wer unternehmerisch denkt, hat (hoffentlich) entsprechende Vorsorge getroffen. Nein, diese „Agrarwende“ hin zu immer größer werdenden Einheiten ist (auch) ein Ergebnis der gesellschaftlichen Diskussion und der Kritik …

Tipp für Weihnachten

Und mehr wollte ich dann dazu auch nicht sagen. Der Preis von 14,99 € ist auch unverändert geblieben :-). Das ist gerade mal eine Dezitonne (= 100 kg) Weizen 😉 Besonders geeignet als Geschenk für Mitbürger, die über Landwirtschaft nicht viel wissen. Und das sind Millionen…. Euer Bauer Willi   0

Küken und die „Abseitsfalle“

Im Juli 2015 erklärte Minister Schmidt, dass er das Töten männlicher Küken ab 2017 beenden will. http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-07/kueken-schreddern-landwirtschaftsminister-schmidt-in-ovo Wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ recherchiert hat, ist man über das Laborstadium bei der Geschlechterbestimmung im bebrüteten Ei  jedoch noch nicht weit hinaus. Die Firma Evonta Technology hofft, mit der entsprechenden großtechnischen Lösung im Jahr 2019 fertig zu sein. Immerhin müssen pro Jahr 100 Millionen Eier entsprechend untersucht werden. Beim Unternehmen Lohmann, dass das Projekt finanziell unterstützt, ist man jedoch nicht so optimistisch. Man geht hier von einer Entwicklungszeit von 5 bis 10 Jahren aus, also frühestens im Jahr 2021. Das Landwirtschaftsministerium bleibt jedoch bei seinem Zeitplan. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-08/tierschutz-toetung-kueken-verbot-aufschub Für mich ist unverständlich, warum das Ministerium sehenden Auges in diese „Abseitsfalle“ läuft, die es sich selbst gestellt hat. Es ist doch nicht unwahrscheinlich, dass im kommenden Jahr ein „Linienrichter die Fahne heben“ könnte. Und schon hat die Landwirtschaft ihren nächsten „Skandal“. Passend zur Bundestagswahl das passende Futter… Verhindern ließe sich das heute noch, in dem man ehrlich zugibt, dass man mit der Einschätzung daneben gelegen hat. meint Euer Bauer …

Ein Werbefilm vom angeblichen „Gut Ponholz“

Hab noch was bei Netto gestöbert. Da gibt es doch tatsächlich ein Video, wo ein „berühmter Starkoch“ (nie gehört) einen der Netto-Bauern auf seinem Betrieb besucht. Den Herrn Mayer auf dem Mayer-Hof. So schlecht ist das Video nicht. Zeigt jedenfalls einen „echten“ Landwirt auf einem „echten“ Hof. Nur die Fragen sind etwas…hm…peinlich, oder? 0

Bürgerbeteiligung Düngeverordnung

Da soll mal einer sagen, dass unsere Ministerien nicht auf’s Volk hören wollen. Unser Bundesministerium für Landwirtschaft bietet allen Bürger an, sich an der Novellierung der Düngeverordnung zu beteiligen. Das kann man per Brief schicken oder an eine bestimmte Mail-Adresse schreiben. Die Frist dazu endet aber schon am 28.November 2016. Hier der Link zu der Bekanntmachung Und weil die Düngeverordnung halt nichts einfaches ist, bietet das Landvolk Niedersachsen jedem Bürger Infos und sogar eine Sammlung von mehr als 20 Formulierungshilfen an. Damit man auch was Richtiges schreibt. Beispiele:  01-Anschreiben, 02-Stickstoffbedarfsberechnung, usw. Fast schon so gut wie bei Campact. 😉 Hier der Link des Landvolk Niedersachsen. 0