Bauer Willi
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Küken und die „Abseitsfalle“

Im Juli 2015 erklärte Minister Schmidt, dass er das Töten männlicher Küken ab 2017 beenden will.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-07/kueken-schreddern-landwirtschaftsminister-schmidt-in-ovo

Wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ recherchiert hat, ist man über das Laborstadium bei der Geschlechterbestimmung im bebrüteten Ei  jedoch noch nicht weit hinaus. Die Firma Evonta Technology hofft, mit der entsprechenden großtechnischen Lösung im Jahr 2019 fertig zu sein. Immerhin müssen pro Jahr 100 Millionen Eier entsprechend untersucht werden.

Beim Unternehmen Lohmann, dass das Projekt finanziell unterstützt, ist man jedoch nicht so optimistisch. Man geht hier von einer Entwicklungszeit von 5 bis 10 Jahren aus, also frühestens im Jahr 2021. Das Landwirtschaftsministerium bleibt jedoch bei seinem Zeitplan.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-08/tierschutz-toetung-kueken-verbot-aufschub

Für mich ist unverständlich, warum das Ministerium sehenden Auges in diese „Abseitsfalle“ läuft, die es sich selbst gestellt hat. Es ist doch nicht unwahrscheinlich, dass im kommenden Jahr ein „Linienrichter die Fahne heben“ könnte. Und schon hat die Landwirtschaft ihren nächsten „Skandal“. Passend zur Bundestagswahl das passende Futter…

Verhindern ließe sich das heute noch, in dem man ehrlich zugibt, dass man mit der Einschätzung daneben gelegen hat.

meint Euer Bauer Willi

 

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35 Kommentare

  1. Christian sagt

    Wird in Ö haben es ab Jänner 2017 für alle BioBetriebe komplett umgesetzt. Vom LEH gefordert und mit Unterstützung der Kammern und Bioverbänden zwingend für alle Biobetriebe umgesetzt. Der Bio-Eierproduzent bezahlt eben einen überteuerten Preis für die Junghenne, damit der Hahn gemästet werden kann. Das Risiko liegt zu 100% beim Eierproduzenten, dem Bauern. Der Handel bezahlt es angeblich über den Eierpreis. Bei den Preisverhandlungen (in 1-2Jahren) werden die Einkäufer vom Handel dann wieder auf die billigere Bioware im Ausland verweisen…. die männliche Kücken töten dürfen.

    Mein Fazit: Der Buaer wurde freiwillig gezwungen. Die Kammer und die Bioverbände meinen, die Nachfrage ist so groß – ich meine die Forderung danach war so groß.
    Wie ökologisch es ist einen Legerassenhahn zu mästen stelle ich jetzt mal in Frage.

    Grüße aus Österreich
    Christian

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  2. Andreas Müller sagt

    wo ist die Stellenausschreibung, Alois?

    „Stellenausschreibung by Alois Wohlfahrt

    Wenn Ihnen als Bauern die Erlöse zu niedrig sind und Sie ein zweites Standbein suchen, dann können wir Ihnen helfen! Bewerben Sie sich auf diese Stelle und Sie werden viele interessante Menschen kennenlernen…“

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      jetzt ist das Ding veröffentlicht. https://www.bauerwilli.com/stellenausschreibung/
      Hatte aus versehen den „Veröffentlichen Knopf“ anstatt speichern gedrückt. Sowas passiert, wenn man gleichzeitig mit Willi telefoniert und einige Beiträge gleichzeitig bearbeitet. Als Mann kann man einfach kein Multitasking. Obwohl: Fernsehschauen, Bier trinken und Chipsessen geht gleichzeitig. 😉
      Alois

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      • bauerhans sagt

        „Fernsehschauen, Bier trinken und Chipsessen geht gleichzeitig. ?“

        kann man den betroffenen leider unweigerlich ansehen

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  3. Andreas Schmid sagt

    Jeden Tag ein Flieger beladen mit Eier aus Amerika nach Berlin, Frankfurt und München, das müsste reichen hat mir mal jemand gesagt. Die deutschen Ställe könnten ja zu Erlebnisställe für Verbraucher umgebaut werden.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Idee mit den Erlebnisställen ist gar nicht so schlecht.

      Zurück zur Natur, Übernachtung mit Hühnern, wie in der Steinzeit. 🙂

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      • Brötchen sagt

        Das ist schon meine Idee Hühner erlebniscafe. Mal was anderes als die KräuterHöfe. Eierkuchen, Omelette,…..

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Das Ei frisch auf den Tisch, sozusagen.

          Ich habe mal im Schwäbischen erlebt, wie die Hühner die Reste aus dem auf dem Küchentisch stehenden Kochtopf pikten, das wäre doch was für den Umweltschutz, dies dem Kunden näher zu bringen, eine grandiose Idee. 🙂

          Wäre ich nicht schon so alt, dies würde ich sofort umsetzen.

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        • Sabine sagt

          Hühner-Cafe? Also… ich kann nur aus meiner Erfahrung mit den Zwergen sprechen. Essen in der Nähe von freilaufenden Hühnern ist ne ganz schlechte Idee. Wer glaubt, dass Katzen aufdringliche Mit-Esser sind, hat Hühner noch nicht erlebt.

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          • Brötchen sagt

            Kommt auf die Rasse an. Kann man ja auch thematisch aufziehen. Die hybriden sind wirklich extrem aufdringlich. 😉 kräuter sind zwar auch interessant, aber mit Tieren ist immer was los.

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            • Andreas Schmid sagt

              Eigentlich wollte ich nur darauf hinweisen, das die Eier trotz Flugkosten billiger sind als die Deutschen. Aber die Ideen, was man alles mit leeren nicht mehr benötigten Hühnerställen machen kann, sind wirklich grandios.

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  4. Friedrich sagt

    Für mich sind die ganzen Anschuldigungen der Politik ein einziges Ablenkungsmanöver. Da wird von Düngeverordnung ,Nitratproblem, Kastrieren,Schnäbel + Schweineschwänze kupieren oder auch vom Kükenschreddern ständig das Faß aufgemacht. Auch die Klimabilanz wird uns vor die Füße geworfen, aber wird jemals über den Verkehrssektor , der seit 1990 keinerlei Immissionen eingespart , eher mehr produziert hat , vorgegangen ? Ich kenne auch noch kein Ausstiegsdatum für die Kohlekraftwerke ! Die Landwirtschaft soll alleine die von der Industrie und Wirtschaft auftretenden Probleme beseitigen. Welch ein
    verlogenes Denken. Die Landwirtschaft hat seit 1990 über 25% seiner Klimabilanzdaten verbessert. Diesen hohen Wert habe ich sonst noch nicht gehört. Da können die Bauern stolz drauf sein ! Die Anderen reden , tun aber nichts. Das ist der Tanz ums „Goldene Kalb“ hier. Höre inzwischen immer öfter „Bananenrepublik“. Nur nicht die Wirtschaft stören ! Leider stellt sich auch immer öfter heraus , daß unsere Politiker sich mit Kriminellen (VW) oder “ Bandenmäßigen Betrügern“ (Deutsche Bank) eingelassen haben.
    Was haben wir überhaupt für einen Landwirtschaftsminister , der mehr gegen, als für uns arbeitet. Das die Beratungsresistent sind habe ich ja gestern schon beschrieben. Überall bei der Wirtschaft und Industrie wird von EU- oder Weltmarktabhängigkeiten gespochen , nur bei der Landwirtschaft werden ständig nationale kostentreibende Gesetze und Verordnungen erlasssen. Und dann wird immer von „Sozialer Gerechtigkeit“
    rumposaunt. Die gibt es bei diesen Politikern für die Landwirtschaft schon lange nicht mehr !!

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  5. Brötchen sagt

    Weiß ich alles, mir ist es auch bewusst, das ein umschwenken extrem schwierig ist. Ich habe bezüglich ebermast intensiv an vielen Diskussion en bundesweit teilgenommen. Eine Deklaration wurde vehement abgelehnt. Aufgrund der geringeren kosten könnte man jungeberfleisch günstiger anbieten und sich einen Markt schaffen. Jetzt holterdiepolter geht natürlich nichts. Die Massen bekommt keiner getrennt unter. DAS Problem zur zeit liegt eindeutig zwischen schlachtbranche und Leh.

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    • Brötchen sagt

      @ bauerhans Weiß ich alles, mir ist es auch bewusst, das ein umschwenken extrem schwierig ist. Ich habe bezüglich ebermast intensiv an vielen Diskussion en bundesweit teilgenommen. Eine Deklaration wurde vehement abgelehnt. Aufgrund der geringeren kosten könnte man jungeberfleisch günstiger anbieten und sich einen Markt schaffen. Jetzt holterdiepolter geht natürlich nichts. Die Massen bekommt keiner getrennt unter. DAS Problem zur zeit liegt eindeutig zwischen schlachtbranche und Leh.

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  6. Martin Grube sagt

    Eben ist ein „internes“ Problem“ und wenn diese harte Zeitvorgabe nicht gelöst werden kann, dann machen eben einige Betriebe dicht. Niemand merkt was, da die Regale mit Importware gefüllt wird, wo es genauso weitergeht wie jetzt in Deutschland oder schlechter.
    Man drangsaliert ja nur eine Minderheit und lässt sich medial feiern.
    Deswegen fordert auch niemand 100% E Autos ab 2021…. Das beträfe zuviele Wähler und würde das Leben der Mehrheit radikal treffen…

    So eine Politik fördert bei mir Politikverdrossenheit!

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  7. Wo ist das Problem?

    Die Küken werden ab 2019 ins Ausland transportiert, dort getötet und als Tierfutter wieder mit nach Deutschand gebracht.

    Oder so: Die Brütereien werden ins Ausland verlegt und die weibichen Küken / Junghennen nach Deutschland importiert.

    Oder gleich so: Die gesamte Eier-Produktionskette wird ins Ausland verlegt und die Eier werden importiert.

    Aktuell liegt der Selbstversorgungsgrad mit Eiern in Deutschland übrigens bei rund 70 Prozent. Mal drüber nachdenken!

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    • Rein rechnerisch reicht zum Abtransport der jährlich 50 Millionen todgeweihten Flauschis ein LKW pro Werktag. Drei bis vier LKWs wären also locker ausreichend, um die gesamte deutsche Produktion bis an die hintersten Grenzen der EU zu karren. Womöglich günstiger als jede Geschlechtsbestimmung im Ei?

      Welche tierschutzrechtlichen Bestimmungen gelten eigentlich z.B. in Polen? Oder Rumänien? Und wie hält man es dort mit der Einhalung von Verordnungen? Ein Bekannter aus den neueren EU-Ländern sagte mir einmal, Gesetze gäben lediglich den groben Rahmen vor, an dem man sich nach Möglichkeit orientieren soll…

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  8. Andreas Müller sagt

    Bauer Willi, woher kommen eigentlich immer die schönen Bilder zur Illustration? Selbstgemacht oder fehlender Bildnachweis?

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  9. Ministerielle Arbeitsplatzsicherung?

    Wenn die Maschinen dann noch nicht zur Verfügung stehen, möchte der populistische Systempolitiker die lieben Eierchen vermutlich selbst für sein verweichlichtes, bis fast zum wirtschaftlichen Schwachsinn übersentimental verzärteltes Volk aus den Gelegen holen und sich dafür aus den entsprechenden Fleischtöpfen wie üblich fürstlich bedienen.

    Dabei die Kuscheleierchen natürlich schön nach den über 50 Facebook-Geschlechtern unterscheiden, sonst kriegt er ja selbst den kruden Hass des verdummten Stimmviehs ab, weil er ein süßes Epsilon-Transgender-BesserEi falsch selektiert hat.

    Das selbstvergötzende Anspruchsdenken des Stimmviehs ist das Einfallstor für die schlimmsten Geister, von dem die blökenden Wählschafe sich besser rechtzeitig selbst exorzisieren, bevor sie in ihren weltfernen Städten vor Hunger verrecken, weil sie sonst unter den braunen Stiefeln der von ihnen geforderten gefühlsduseligen Bauernwürgegesetze ihre Lebensgrundlage zertreten könnten.

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  10. Gerhard Langreiter sagt

    Die selbe Abseitsfalle hat man bei der Ferkelkastration gestellt. DIE Lösung gibt es noch nicht und es scheint auch 2019 noch keine zu geben. Trotzdem lässt man es laufen!

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    • Bauer Willi sagt

      Lidl hat sich entschieden. Sie kaufen nur noch Jungeber. Und das seit Anfang 2015. Hab es auch nicht glauben wollen. Aber es stimmt, wir haben schon drüber geschrieben. Gestern war ich beim Verband der Geflügelwirtschaft. Mit den ungekürzten Schnäbeln wird es sicherlich auch nicht einfacher für die Landwirte. Das ist dann aber ein „internes Problem“ 🙁 .
      Bauer Willi

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      • Brötchen sagt

        Willi! Die Branche hat sich bezüglich ebermast immer gegen eine Deklaration gewehrt. Mir als lw ist es ziemlich egal, was ich produziere, ich brauche jemand der es kauft und mir einen Preis sagt. Damals die tönniesregelung, war die beste. Pauschalpreis je Eber und kg, kein magerfleisch und keine engen gewichtsgrenzen. Der Eber braucht mindestens. 15 % weniger Futter. Der geruchsdetektor wurde auch groß angekündigt vor 4 Jahren, still ist es. Für die lw ist es extrem wichtig sich strategische Gedanken zu machen und sich zu positionieren. Die lw kann nicht der große Rahmen für alle Positionen sein. Deshalb ist das auch ein absolutes Chaos in d. Mir als hühühnerhalter widerstrebt auch diese eudetektor Sache. Ist wie mit dem schwanzbeissen, Jahrzehnte lang war der ab, jetzt ist er dran=Problem. Der PflanzenBau sollte sich auch mal „ehrlich“ teilweise geht doch ohne spezielle massnahmen nichts mehr. Überspitzt formuliert.

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        • Brötchen sagt

          Nur mal zur Erinnerung der Preis für 1000 Eier 12 Euro. Je SchlachtHenne unter 10 Cent je kg. Müll ist teurer! Jetzt auch nochmal sehr überspitzt formuliert. Wir müssen aus diesem Dilemma rauskommen. Entschuldigung für die Tippfehler.

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            • Brötchen sagt

              Offizieller grosshandelspreis. Ich schaffe als kleinhalter keinen kostendeckenden Preis von 3 Euro für 10 Eier. Auch bei Gemüse sollte man sich öfter mal die Preise ansehen, das ist ein Wahnsinn!

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        • bauerhans sagt

          du vergisst,dass wir unflexible,austauschbare produkte mit sehr langfristigen investitionen als einzelanbieter für sehr wenige abnehmer in einem käufermarkt produzieren.

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