Bauer Willi
Kommentare 20

Lebensmittelverschwendung – alles wie gehabt

Wussten Sie, dass es einen „Tag der Lebensmittelverschwendung“ gibt? Ich wusste es nicht. Es ist der 29. September.  Ich habe ein Portal entdeckt, in der umfassend  erläutert, was am meisten weggeworfen wird, wo die meisten Lebensmittel verschwendet werden und wie es sich vermeiden lässt.

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Ich habe versucht herauszufinden, ob sich an den Zahlen, die jedes Jahr veröffentlich werden, etwas Wesentliches geändert hat. Die Antwort ist einfach: nein, die Zahlen sind nahezu unverändert.

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https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/Abfallwirtschaft/Tabellen/lebensmittelabfaelle.html

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20 Kommentare

  1. Limes sagt

    Der Umgang mit Lebensmitteln wird frühzeitig schon in der Kindheit geprägt, eingeschliffene Rituale und Verhaltensweisen sind später nach meiner Beobachtung nur sehr schwer vor allem nicht ohne Konflikte zu ändern. Heute nicht mehr vorstellbar eine Aufforderung der Eltern „Iss den Teller leer“. Heute gängig „wenn du keinen Hunger oder soll ich sagen Lust hast dann lass es liegen“.
    Die Teller sind heute gefüllt, unter welchen Mühen Lebensmittel erzeugt werden sind weitgehend nicht bekannt. Dazu kommt es fehlt nicht an Lebensmitteln, es fehlt aber an Respekt, in der Konsequenz haben wir dieses als Lebensmittelverschwendung beschriebene Phänomen in Deutschland.

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  2. Smarti sagt

    Im verlinkten Text unter „Wie stark belastet Lebensittelverschwendung die Umwelt“ ist folgender Satz zu lesen:
    Besonders tierische Abfälle belasten die Umwelt. Deshalb besteuert Dänemark ab 2030 die Methanemissionen in der Landwirtschaft. !!!
    Lohnsteuer, Einkommenssteuer, Mehrwertsteuer, CO2-Steuer, Methanemmissionssteuer… das ist nur noch eine Frage der Zeit.
    Ardo in Österreich muss nun alle diese Steuern nicht mehr aufbringen. Auch ist seine Lebensmittelverschwendung auf Null gesunken. Die 500 ehemaligen Gemüselieferanten sind bestimmt auch froh, dass sie keine Ernteverluste mehr zu beklagen haben. Nun einfach noch die ganzen Äcker dem Nabu vermachen, denn in einem Wolfsschutzgebiet fallen auch keine Emissionen an.

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  3. Thorens sagt

    Aus dem verlinkten Text:

    „Private Haushalte verursachen etwa 58 Prozent, also rund 6,3 Millionen Tonnen
    Das entspricht ungefähr 74,5 Kilogramm pro Kopf und Jahr

    Eine wichtige Einordnung dazu: In diesen 74,5 Kilogramm steckt auch Unvermeidbares wie Eierschalen, Kaffeesatz sowie Obst- und Gemüseschalen. Der tatsächlich vermeidbare Anteil liegt darunter, ist aber immer noch erheblich.“

    Schäl- und Putzabfälle, Tee- und Kaffeesatz, etc. pp. sind also in der immer wieder zitierten Zahl enthalten. Immerhin wird das hier deutlich. Über deren Anteil an den genannten 74,5 kg indes scheint nichts bekannt zu sein. Der Autor sagt dann auch nur nebulös, dass der Anteil vermeidbarer Abfälle „immer noch erheblich“ sei. Aus meiner Sicht sagt das genau gar nichts aus.

    Man hat das Thema einmal mehr wieder nach vorn geräumt, damit auch ein Autor Raphael mit Altbekanntem Serverresourcen binden und dabei Energie verschwenden kann – aber was soll’s, es entstehen ja gerade überall neue Rechenzentren mit enormem Strombedarf, damit auch der letzte Datenmüll eine Serverheimat finden kann.
    – Allerdings betrifft das auch sämtliche I-Net-Blogs, Foren und auch meinen Beitrag hier.

    Natürlich finden die größten Verluste nicht bei Industrie oder Handel statt, verkaufen diese doch nicht Genießbares wie z.B. Laub oder Schalen gerne mit, die beim Verkauf mitgewogen und auch mitbezahlt werden. Geht ja nicht anders, klar. So betrachtet allerdings rückt das die genannten 58 % Anteil der Haushalte an der „Verschwendung“ in ein anderes Licht.

    Einmal mehr ein überflüssiger Artikel, der weniger informieren will als Empörung auslösen, gerade wie es heutzutage wichtig scheint im Zeitalter des Clickbaiting.

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    • Bergamasca sagt

      Zumal der Anteil von nur 7 % des Handels doch sehr niedrig erscheint. Die Container der Supermärkte sind jedenfalls voll.
      Falls jemand den ominösen Anhang III des Delegierten Beschlusses (EU) 2019/1597 gefunden hat, in dem die Methodik der vierjährlichen „Messungen“ dargelegt sein soll, immer her damit.

      Eigentlich heißt der Tag ja „Tag gegen Lebensmittelverschwendung“. Bauer Willi hat da ein bisschen geflunkert. Vielleicht, weil es einfach besser passt. Nach dem Motto: Jeder Tag ist Muttertag und jeder Tag ist Tag der Lebensmittelverschwendung.

      Übrigens gibt es in Italien zusätzlich zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung auch den Nationalen Tag zur VORBEUGUNG der Lebensmittelverschwendung am 5. Februar. Was das bringt? Zumindest viel heiße Luft und allerlei öffentliche Gelder.

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      • Thorens sagt

        Ja. Aber darum ging es hier nicht.

        Der Durchschnittsdeutsche verzehrt im Jahr laut Statistik BMEL etwa 26 kg Zitrusfrüchte im Jahr. Demnach insgesamt gute 2,1 Mio t pro Jahr im Land. Je nach Frucht beträgt der Schalenanteil zwischen etwa 15 % bei Mandarinen und ca. 45 % bei Zitronen. Nimmt man im Mittel 30 % Schalenanteil über alle Zitrusfrüchte an, dann beträgt die jährliche „Lebensmittelverschwendung“ allein aus diesen Schalen rund 630.000 t.

        Mithin gehen nach dieser Rechnung etwa 10% der angeprangerten Lebensmittelverschwendung (6,3 Mio t) allein auf das Konto Zitrusfruchtschalen. Bei Nüssen dürfte der Anteil an Schalen vielleicht noch größer sein. Nicht zu sprechen von Putzabfällen bei Salaten und Gemüsen oder gar Fleischknochen.

        Die immer wieder reißerisch dargestellten Zahlen zur Lebensmittelverschwendung der Haushalte (incl. Kantinen, Gastronomie???) entsprechen demnach einfach nicht der Wahrheit, sondern sind lediglich dem Umstand geschuldet, dass die offizielle Statistik die tatsächliche Verschwendung von Lebensmitteln nicht abbilden kann, und daher mit Vorsicht zu genießen.

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    • Heidrun S sagt

      Ich weiß nicht, ob es unnötig ist. Dieser Tage blieben von einer Sitzung Äpfel und Bananen übrig, die Äpfel zeigten dann nach drei Tagen leichte Druckstellen, einer wurde in den Müll geworfen. Ich habe ihn aus der bis dahin ungenutzten Tonne genommen, gewaschen, abgeschnitten und überlege jetzt, den Artikel einfach mal auszudrucken und unter die nächsten Äpfel zu legen…

      Unsere Tochter ist in eine WG gezogen und zeigt sich schockiert, was ihre Mitbewohnerin und angehende Gymnasiallehrerin alles wegwirft.. und in Köln ist die Müllabfuhr so kulant, dass sie Restmüll wöchentlich holt und die Bewohner nicht zur Nutzung einer Biotonne zwingt, wie es die RSAG doch ein wenig tut… Und so entgeht Euch Bauern auch noch Kompost. Aber halt, eine „grüne“ Stadt Bonn schreibt Ackerflächen zur Pacht aus und verbietet die Nutzung von Kompost (obwohl zumindest die eigene Kooperation mit der RSAG keine Plastikschnipsel auffindbar macht, wenn ich etwas hole)… Man kennt wohl seine Pappenheimer oder fürchtet Kompost aus anderen Anlagen???

      Also da ist schon noch Luft nach oben, nur lesen die Falschen diese Artikel, aber das Problem kennt Bauer Wille ja auch bei anderen Beiträgen.

      Grüße aus der Bürgerschaft mit Bauern nur in der Ahnentafel

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      • Stadtmensch sagt

        Wahrscheinlich hat man festgestellt, dass „die Leute“ nicht in der Lage sind, kompostierbaren Abfall von Restmüll zu trennen.

        Mülltrennung ist sowieso nur etwas für Autokratien, kollektivistisch veranlagte Befehlsgewalttäter und Bürokraten. Dann lieber alles verbrennen…

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        • Reinhard Seevers sagt

          Stadtmensch, schon mal in die Biotonnen der Stadtmenschen geschaut, was da so alles reinwandert? Und der Unternehmer oder die Einrichtung, die den Mist dann sortieren soll, damit es zu Bio-Kompost werden kann, muss den Sche.. aufwändig sortieren, erhält aufgrund kleinster Fremdteile keine Zertifizierung, darf den Kompost nicht abgeben und zahlt noch Strafe…..es klappt schlicht nicht, weil die Gruppe Mensch eben nicht in der Lage ist kollektivistisch ein Gemeinwesen so aufrechtzuerhalten, wie es ökologisch ertrâumt wird.

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          • Stadtmensch sagt

            schon mal in die Biotonnen der Stadtmenschen geschaut

            Ja, übel. Es ist Restmüll. Trotz aller Werbung, Aufklärung, Sanktionen wegen „Fehlwurf“ usw.
            Wir brauchen mehr technische Lösungen, um unser Unvermögen zu kompensieren.

            • Reinhard Seevers sagt

              Ich würde es pragmatischer machen und sämtlichen Müll in eine Tonne werfen und alles verbrennen…das würde weniger Stress, weniger Aufwand und Bürokratie bedeuten. Die Abwärme könnte man in das Wärmekonzept der Weltrettungsindustrie einfließen lassen und so eine nachhaltige Wärmeversorgung sicherstellen. Aber der Deutsche muss ja kompliziert…….ich könnt ko…..

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              • Stadtmensch sagt

                Hab ich doch geschrieben: „Alles verbrennen, weil die Leute sonst politikverdrossen werden!“. Haben wir doch bei der Wärmepumpe gesehen. Sowas kann man dem Toitschen nicht zumuten, da dreht er durch.

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    • Bauer Willi sagt

      @Thorens
      Ich halte eschon für erwähnenswert, dass sich die Menge an weggeworfenen Lebensmittel nicht verändert hat. Wo doch alle so nachhaltig sind….

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      • Thorens sagt

        ….ja, danke fürs Erwähnen. Danach hatte ich noch gar nicht geschaut.

        Na, da wird doch bestimmt bald einem der Gedanke kommen, dass einem derartigen Missverhalten des Pöbels nur mit einer Strafsteuer zu begegnen ist.

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  4. Arnold Krämer sagt

    Ohne Lebensmittelverschwendung wäre die Nachfrage nach Produkten der Landwirte noch geringer. Noch weniger Einkommenspotenzial, noch weniger Betriebe.

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    • Kemetbauer sagt

      @AK
      Warum noch weniger Betriebe? Durch die Effizienzsteigerung der wachsenden Betriebe, wird noch mehr auf den Flächen der aufgebenden Betriebe erwirtschaftet.

      • Stadtmensch sagt

        Ich fasse mal zusammen: Verschwendung und Konzentration (Produktivitätssteigerung) menschlicher Arbeitskraft sollen dazu führen, dass der letzte Mensch bald seine gesamte Produktion allein konsumiert. Die anderen sind aus dem Spiel.

        Jetzt verstehe ich auch, warum „wir“ KI brauchen: die ist besser als wir im Schach und im GO spielen. Warum nicht auch im Monopoly?

        Vielleicht ist die KI bald so schlau, dass sie (wie bestimmte Macher-Menschen) ständig neue „Herausforderungen“ sucht und das Spiel etwas erweitert in dem Sinne, dass Autos dann doch Autos kaufen.

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