Monate: August 2026

10 mm Regen oder 10 mm Beregnung – der Unterschied

Ein Bekannter hat mich neulich gefragt, ob ich auch schon mal bemerkt hätte, dass der Rasen schneller grün würde, wenn es statt des Wassers aus der Wasserleitung die gleiche Menge Wasser als Regen fällt. Und ja, das habe ich schon mal beobachtet und es ist keine Einbildung. Ich habe mich schlau gemacht , warum das so ist. Obwohl 5 mm Wasser rechnerisch genau 5 Liter pro Quadratmeter entsprechen – egal ob aus dem Regner oder aus den Wolken –, unterscheidet sich die Wirkung auf den Rasen und den Boden spürbar. Dafür gibt es fünf wesentliche wissenschaftliche und praktische Gründe: 1. Wasserchemie und Nährstoffe Regenwasser ist leicht sauer: Regen hat natürlicherweise einen leicht sauren pH-Wert (ca. 5,5 bis 6,0), weil er Kohlendioxid aus der Luft aufnimmt. Rasen liebt diesen leicht sauren Bereich, da Nährstoffe im Boden dadurch ideal gelöst und von den Wurzeln aufgenommen werden können. Leitungswasser ist oft kalkhaltig: Leitungswasser hat meist einen höheren pH-Wert (7,0–8,5) und enthält viel Kalk (Calcium und Magnesium). Auf Dauer kann das den Boden alkalisch machen. Stickstoff-Bonus: Regen – besonders …

Dieser Toaster ist nichts für Bauernhöfe…

Wahrscheinlich werden Sie sich jetzt fragen, ob ich Sie veräppeln will. Warum schreibt Bauer Willi jetzt was über Toaster? Anlass war eine Mail einer Bekannten mit einem Ausschnitt einer Gebrauchsanleitung eines Toaster von Tefal. (Ich dachte, die hätten nur Bratpfannen). In dieser Gebrauchsanleitung steht obiger Text, dem man entnehmen kann, dass das Gerät unter anderem nicht für Bauernhöfe vorgesehen ist. Ich habe dann herausgefunden, dass dieser Hinweis auf fast allen Produkten von Tefal angebracht ist. Eine Erklärung, warum das so ist, wird nicht abgegeben. Ich habe zwei mögliche Erklärungen gefunden: Die höhere Staubbelastung durch Mehl-, Getreide- oder Heustaub (klingt nicht sehr logisch) Die Beschichtung mit PTFE (das ist die Bezeichnung für Teflon) ist für Geflügel äußerst gefährlich. Ab etwa 200-260 Grad Celsisus beginnt das Material auszugasen, was bei Vögeln in kurzer Zeit zu Lungenödemen (und Erstickung) führen kann. Übrigens gehört PTFE zur Gruppe der PFAS. Da war doch was… Ich kann nicht verifizieren, was an diesen Begründungen dran ist, finde aber Punkt 2 bedenklich. Auch wenn ich kein Vogel bin… Nach Anruf bei der Service-Hotline …

Es wird ernst…die Trockenheit nimmt kritische Ausmaße an

Ich notiere seit Jahren die Niederschläge bei uns auf dem Hof. Seit dem 19. Juni hat es bei uns  das erste Mal wieder am 3. und 4.8. geregnet. Insgesamt waren es 10 mm in Form von Gewittern. Wie sieht es aktuell in unserer Region im Feld aus? Nur darüber kann ich berichten, ich weiß aber, dass es in Nord- und Ostdeutschland besser aussieht. Die Zuckerrüben-Blätter hängen über Tag, kommen aber mittlerweile auch morgens nicht mehr hoch. Der untere Blattapparat ist abgestorben, die welken Blätter liegen am Boden. Die Rüben sind etwas geschrumpft, so dass rund um den Rübenkörper ein kleiner Spalt entstanden ist und die Rüben bei Berührung darin wackeln. Der Mais ist, je nach Bodengüte, zwischen 1,2 und   2 m hoch. Die Rispe ist geschoben, viele Pflanzen haben keine Kolben gebildet. Aus anderen Regionen höre ich, dass dort in Kürze mit dem Häckseln begonnen wird. Dies ist notwendig, weil noch Feuchtigkeit eine Silierung möglich macht. Wenn die Blätter noch trockener werden, ist eine Silierung nicht mehr möglich. Körnermais wird es in unserer Region in …

EU-Geld für Mineraldünger – eine gute Idee?

Wenn es „Geld vom Staat“ gibt, freuen sich diejenigen, die es bekommen. Alle anderen fragen sich, ob ihr Steuergeld vernünftig ausgegeben wird. Und genau an dieser Stelle bin ich zwiegespalten. Warum? In der Presse war zu lesen, dass die EU den Kauf von Mineraldünger („Kunstdünger“) finanziell bezuschussen will. https://www.agrarheute.com/politik/duengerpreise-landwirte-erhalten-zuschuss-duengerkosten-eu-641721 Nun könnte ich mich als Landwirt ja freuen. Ich habe vor ein paar Tagen Stickstoffdünger für die Ernte 2027 vorgekauft. Je nach Marktlage machen wir das oft im Herbst für die nächste Düngesaison. In den letzten Jahren war es eher ein Glücksspiel, denn „günstige“ Preise gab es eigentlich nie. Durch die diversen Krisen und Kriege schwankte und schwankt der Preis sehr. Ob wir in diesem Jahr mit dem Vorkauf richtig liegen, wird sich zeigen. Wie lautet der „schlaue“ Spruch: „Prognosen sind immer dann schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen.“ Um welche Beträge geht es? Deutschland soll aus der Agrarreserve 60 Mio. € bekommen. Deutschland hat 11 Mio. Hektar Ackerland und 5 Mio. Hektar Grünland. Teilt man 60 Mio. € durch 16 Mio. Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche kommt …

Aktive Land- und Forstwirtschaft ist praktizierter Brandschutz

Wenn – wie in diesem Jahr – die Waldbrandgefahr offensichtlich wird, wird viel über Feuerwehren, Löschhubschrauber und Einsatzkräfte berichtet. Doch ein entscheidender Teil der Brandbekämpfung findet lange vor dem ersten Funkenflug statt – direkt auf den Feldern und im Forst. Waldbrände gibt es aktuell auch in Deutschland: https://www.merkur.de/bayern/regensburg/waldbrand-oberpfalz-ausser-kontrolle-warnung-fenster-tueren-einsatz-strasse-gesperrt-94424522.html Eine aktiv bewirtschaftete Kulturlandschaft bildet ein natürliches und organisatorisches Schutzschild gegen Großflächenbrände.  Die Land- und Forstwirte sind sehr effektive Akteure im vorbeugenden Brandschutz. Warum ist das so?. 1. Reduzierung der Brandlast Unbewirtschaftete Flächen neigen dazu, über Jahre hinweg extrem viel Biomasse anzuhäufen. Totholz, dichtes Unterholz und ungemähtes, ausgedörrtes Gras wirken im Ernstfall wie Brandbeschleuniger. Forstwirtschaft: Durch gezielte Durchforstung wird der Totholzanteil kontrolliert und der Abstand zwischen den Baumkronen reguliert. Dies verhindert, dass sich ein Bodenfeuer rasch zu einem unkontrollierbaren Kronenbrand ausweitet. Totholz im Wald war früher ein wertvoller Brennstofflieferant, weshalb kaum Totholz zu finden war. Landwirtschaft: Die Beweidung durch Schaf-, Ziegen- oder Rinderherden hält Freiflächen und Waldränder frei von trockenem Altgras. Diese biologische „Rasenpflege“ entzieht dem Feuer die leicht entzündliche Nahrung. Werden Flächen stillgelegt, folgt dem Grasaufwuchs …