Bauer Willi
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Doch kein Protest gegen Tönnies in Lorup

Ein Gastartikel von Arnold Krämer

Clemens Tönnies, Inhaber des mittlerweile größten deutschen Schlachtunternehmens, auch mit einer Produktionsstätte im Emsland, war kürzlich auf Einladung der hiesigen CDU-Kreisverbände ins Emsland eingeladen. Er sollte über die Perspektiven der Veredelungswirtschaft in der Region referieren. Angesichts der aktuell desaströsen Schweinepreise hatte der LSV („Land schafft Verbindung“, zum DBV alternativer Berufsverband) zu lautstarken Protesten und Blockaden aufgerufen, weil man auch Clemens Tönnies für die Misere speziell im Schweinesektor verantwortlich macht.

Rund 350 Landwirte und Vertreter aus dem wirtschaftlichen Umfeld waren der Einladung auf das Betriebsgelände der EZG Hümmling gefolgt. Außer einigen Pfiffen gleich zu Beginn der Veranstaltung gab es aber keinerlei Proteste. Von blockierenden Schleppern war weit und breit nichts zu sehen.

https://www.noz.de/lokales/werlte/artikel/warum-bauern-in-lorup-nicht-gegen-toennies-protestierten-51033727

So konnte C. Tönnies seine Sicht der Dinge vortragen und den Vorschlag für einen mit dem Berufsstand, den Schlachthöfen und dem LEH abgestimmten festen Halbjahrespreis für Schlachtschweine formulieren. Dieser ist mittlerweile von seinem Unternehmen weiter präzisiert worden.

https://www.topagrar.com/schwein/news/tonnies-will-schweinepreise-stabilisieren-und-investitionen-absichern-20028232.html

https://www.topagrar.com/schwein/news/neue-liefervertrage-tonnies-will-eigenen-schweinepreis-ansetzen-20028355.html

Angesichts des Veranstaltungsverlaufs stellt sich grundsätzlich auch die Frage nach der Wirksamkeit von Protestaufrufen. So sollen jetzt die bekannten „Grünen Kreuze“ (von Bauer Willi initiiert) noch einmal mit roter Farbe neue Protestwirkung entfalten. Kann das gelingen? 

Interessenvertretung für landwirtschaftliche Familienbetriebe ist mittlerweile, eigentlich schon seit sehr vielen Jahren sehr schwierig geworden. Gibt es überhaupt gemeinsame Interessen und Ziele, außer dem, dass man Geld verdienen, Eigenkapital bilden und einen „gesunden“ Betrieb an potenzielle Hofnachfolger, so denn vorhanden und interessiert, übergeben möchte? Extrem groß sind die Unterschiede in der Ausrichtung, in den Betriebszweigen, im Einkommenspotential, in der Abhängigkeit von staatlichen Transferzahlungen, in der wirtschaftlichen und in der familiären Situation.

Wenn man bei der Betrachtung die betriebliche Ebene verlässt und den Bereich der Märkte für Produkte, (z. B. Schwein), Produktionsmittel (z.B. Düngemittel), Produktionsfaktoren (z. B. landwirtschaftlichen Pachtflächen) ins Visier nimmt, muss man feststellen, dass diese wiederum auf beiden Seiten sehr unterschiedlichen Einflussfaktoren und Bedingungen unterliegen.

Nur in der Direktvermarktung von konsumfähigen Produkten, (z.B. Gemüse, Speisekartoffeln, Eier) hat der Landwirt es direkt mit dem Endverbraucher zu tun. In allen anderen Bereichen ist der Landwirt als Rohstoffproduzent von leistungsfähigen Unternehmern abhängig, die seine Produkte verarbeiten, veredeln, konsumfähig machen und u. U. sogar weltweit verkaufen.

In manchen Regionen haben die Landwirte das Glück, dass leistungsfähige und bedeutende „Erstkunden“ bzw. Abnehmer und Verarbeiter für ihre Produkte existieren, im Emsland z.B. auch jenseits der Grenze zu den Niederlanden. Diese zahlen für bestimmte Erzeugnisse (z.B. Eier, Masthähnchen, Industriekartoffeln) durchaus vollkostendeckende Erzeugerpreise, die dann z. B. über den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) an die Endverbraucher weitergegeben werden können. Bei Mastschweinen (indirekt bei Ferkel) und auch bei der Milch ist das in vielen Jahren und nicht nur aktuell aber nicht der Fall.

Die Gründe dafür wiederum liegen in der Organisation der unterschiedlichen Rohstoffmärkte, im Selbstversorgungsgrad, in der Verflechtung mit den EU- und auch internationalen Märkten, mit den national gestalteten Rahmenbedingungen und Kostenstrukturen.

Den nicht zu leugnenden Vorteilen auf einigen Produktmärkten im Nordwesten stehen aber auch große Nachteile auf dem Bodenmarkt entgegen. Für gepachtete Ackerflächen (20 bis 40 Bodenpunkte) sind im Durchschnitt rund 1.000 €/ha, im benachbarten Südoldenburg auch rund 200 bis 300 €/ha zusätzlich an die Pächter zu überweisen. Bei sehr hohen Pachtanteilen (durchschnittlich über 70 %) wird somit viel Einkommen für die Landeigentümer und den ländlichen Raum erwirtschaftet.

Unsere mittlerweile sehr gut ausgebildeten Landwirte wissen, dass ein Clemens Tönnies sehr groß im Bereich des Schlachtschweinemarktes, sein wirtschaftlicher und auch politischer Einfluss dennoch begrenzt ist. Sein Unternehmen ist zwar ein sehr wichtiges Glied in der Wertschöpfungskette für Schweinfleischprodukte, aber offensichtlich auch (noch?) nicht in der Lage, die von vielen Landwirten benötigten Preise am Markt zu erwirtschaften. Seine Kosten und das, was er nicht (aus welchen Gründen auch immer) auf seinen Märkten erlöst, wird nach „unten“ an den „Restgeldempfänger“ Landwirt durchgereicht.

Die Verantwortung für die schwierige Gesamtlage vieler Schweinehalter liegt nicht nur bei einem Clemens Tönnies sondern in hohem Maße auch bei der EU-Kommission und der Bundesregierung, also im politischen Vorfeld. Insofern war es klug, dem Aufruf des LSV nicht zu folgen.

Gastartikel stellen die Meinung des Autors dar. 

 

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53 Kommentare

  1. Promberger Konrad sagt

    Das Problem, das wir mit billigen Importen nicht mithalten können ist uralt. Bismarck
    besaß ein Rittergut und führte Zöllr ein, Der Vorläufer der CSU hieß Zentrum. Adlige
    Kleriker und Akademiker hatten das Sagen. Die Bauern waren unzufrieden und gründeten eine Partei. Als Hitler immer stärker wurde mussten sie aufgeben.
    Auf meiner Campingwiese kommen auf manchmal Bauern. Ein Österreicher,der scheinbar
    eine bessere Rente hat als ein deutscher Bauer sagte, wenn man keine Freude mehr daran
    hat muß man was anderes machen.

  2. Bauer Willi sagt

    Ich habe heute den ganzen Tag draußen mit Arbeit zugebracht. Jetzt (21:00 Uhr) komme ich erst dazu, die Kommentare zu lesen. Vielleicht lesen ein paar Herren Kommentatoren mal die Spielregeln. Ich bin stinksauer, dass hier ein fachlicher Artikel zu einer politischen Diskussion missbraucht wird.

    Persönlich möchte ich noch kundtun, dass ich die Sicht von Herrn Seevers und Herrn Bothe nicht, die von Herrn Bröcker nur bedingt teile. Ich weiß, das interessiert sie nicht, ich möchte es aber festgehalten haben.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Auszug aus den Spielregeln:

      „Ich bin keine politische Plattform und will auch nicht zulassen, dass nur noch nach politischen Farben diskutiert wird.“

      Na, dann ist doch alles in Butter!

      p.s.: Der Gastartikel ist im Übrigen ausschließlich politisch…..und deshalb unlösbar mit der Tagespolitik und seinen Akteuren verbunden.

      p.p.s: Eine Distanzierung von Kommentaren oder Kommentatoren ist nicht notwendig, wir haben noch die Meinungsfreiheit, auch wenn einige andere sie nicht gerne hören. Das nennt sich Demokratie.
      👋

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      • Arnold Krämer sagt

        “ Der Gastartikel ist im Übrigen ausschließlich politisch….“
        Jetzt muss ich doch an Ihrem ansonsten scharfen Urteilsvermögen zweifeln, Herr Seevers.

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Das Wort politisch bedeutet, dass etwas die Regelung des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft, das Handeln des Staates oder grundsätzliche Macht- und Interessenfragen betrifft.“

          Wir können gerne den Inhalt danach analysieren……😉

          • Arnold Krämer sagt

            „ausschließlich“, darum geht es. und mit Russland und Ukraine hatte mein Artikel wirklich nichts zu tun.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Die Hinführung zum Konflikt zwischen der Ukraine und Russland beruht auf dem von Thomas Bröcker geäußerten Zusammenhang vom Ende des Kapitalsystems und den daraus folgenden Kriegsgefahren.
              Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen den Systemkonflikten und den sich daraus entwickelnden ökonomischen Folgen…..bis hin zum Schweinefleischkonsum, der Migrationsbewegung und dem Schüren von Hass gegen ein Volk, dass dem Deutschen kulturell seit Jahrhunderten näher steht, als das der USA.
              Alles hängt mit allem zusammen, man muss es nur erkennen, finde ich.

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              • Arnold Krämer sagt

                Es ist eine Unart, fast immer das letzte Wort haben zu wollen. Es macht einen Menschen nicht sympathischer bei aller Werschätzung aufgrund fachlicher Expertise.

                Außerdem: Man muss nicht jeden Ball oder jeden Knochen aufgreifen, der einem hingeworfen wird.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Wenn ich angesprochen bin, reagiere ich, Punkt.

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              • Bauer Willi sagt

                @RS
                Immer das letzte Wort haben zu wollen lässt viele Rückschlüsse über die Person zu….
                Vermutlich werden Sie darauf auch wieder reagieren. Wenn nicht, hätten Sie etwas gelernt.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  „Immer das letzte Wort haben zu wollen lässt viele Rückschlüsse über die Person zu….“

                  Na, dann mal los. Was meint denn der Steckrüben-Psychoanalyst? Evtl. ist der ständige Hinweis, dass Menschen sich nicht konform der eigenen Vorstellung verhalten ja auch ein Hinweis auf dessen „Wesen“, wer weiß.
                  Jetzt bin ich gespannt auf die Analyse…..des Unhelehrbaren.

                • Peter sagt

                  Übersicht mit KI Ein „Steckrüben-Psychoanalyst“ ist kein offizieller medizinischer oder psychologischer Begriff, sondern ein humorvoller oder satirischer Ausdruck, der meist scherzhaft ein einfaches, bodenständiges oder etwas skurriles Verständnis von Psychotherapie beschreibt. 😁

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  3. Thomas Bröcker sagt

    Die Politik hat sich im Großen und Ganzen von der Landwirtschaft verabschiedet. Die wird als Spielball (wie viele andere Branchen auch) dem Handel und der Beschäftigung und Finanzierung der NGO´s geopfert.
    Das ist auch nachvollziehbar, denn nur das internationale Agieren des Handels unter Ausnutzung aller Differenzen (Differentialrente ist das Überlebensprinzip des Handels) sichert einen nicht zu schnellen Anstieg der Verbraucherpreise und erhält damit notdürftig den inneren Frieden.
    Die Politik hat im Moment ein ganz anderes Problem: dem abflachenden Wirtschaftswachstum steht ein exponentieller Anstieg der Zinslasten gegenüber. Historisch gesehen kommen Staaten und irgendwann das ganze System alle 50 – 70 Jahre genau in die Zuspitzung dieses strukturellen Grundproblems. Die “ Lösung “ war und ist dann immer Krieg und Gewalt. (Das Zinsproblem (oder „die regelbasierte Möglichkeit parasitäres Einkommen aus Kapital zu generieren“) ist das Hauptproblem dieser Art zu wirtschaften, wie wir es gegenwärtig tun.

    Das nützt mir aber praktisch nix, weil DAS im Hier und Jetzt nicht zu klären ist.
    Ich organisiere gerade eine Veranstaltung zur Ökonomie des Obstanbaus in der gegenwärtigen Situation. Das wird ähnlich ausgehen wie bei Tönnies: Die Erzeugergenossenschaften sind einfach nicht (mehr) in der Lage Preise zu generieren, die einerseits die eigenen Kosten decken und andererseits genug „Restgeld“ für die Erzeugerbetriebe beim Handel realisieren. Das hat zu Genossenschaften geführt, die „gut dastehen“, denen aber mittelfristig (oder inzwischen immer schneller) die Erzeugung wegbricht. DAS ist das Dilemma in dem wir stecken.
    Die Politik sieht die Lösung im Ausbau und der Förderung der Logistik für den Handel (und wenn nix mehr geht für den Krieg). Die Situation ist so angespannt, dass jeder Politiker (außer Frau v.d. Leyen) nur noch in Legislaturperioden zu denken in der Lage ist.
    Sicher sind die „Plätzchen“ die die Neuverteilung der Welt ans Kapital und den Adel organisieren.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Diesem pessimistischen Wochenstart kann ich gut folgen. Der Weg ist schon lange vorgezeichnet, leider wollten oder wollen die meisten es nicht wahrhaben.
      Der Gipfel der Volksverblödung ist erreicht durch den Fund von ZWEI Schusswaffen in einem Waldversteck. Jedes Clanmitglied fährt mit mehr Waffen im Handschuhfach durch deutsche Staßen und wir sollen einen solchen Mist glauben, um den Russenhass weiter anzuheizen. Sind die alle irre geworden?

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      • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

        Den Hass auf die Russen haben die sich selbst zuzuschreiben. Wer überfällt schon ein Nachbarland aus Jux und Tollerei? Nur Hitler brachte in Europa das zustande. Wer ist mit den Nazis vergleichbar , die überfallene Ukraine oder Russland, der Agressor?

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        • Thomas Bröcker sagt

          „Wer überfällt schon aus Jux und Tollerei ein Nachbarland „:
          Die Ami´s (nicht nur Eines) seit 80 Jahren kontinuierlich, die Israeli´s (nicht nur Eines) und Deutschland seit Jugoslawien immer im Background bei der „Koalition der Willigen“ dabei.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Thomas, es wird hier ungemütlich, wenn man einen anderen Blickwinkel offenbart. Wirst sehen, es wird eskalieren…..deshalb halte ich mich etwas zurück, denn Meinungen werden schnell als falsch deklariert. 🫤
            Wir haben den offenen Diskurs verlernt und müssen lediglich moralisch „richtig“ stehen…..

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            • Stadtmensch sagt

              Wie will man einen Diskurs pflegen, wenn jeder die „passenden“ Fakten für sein Wunsch-Weltbild im Netz findet, wenn Propaganda tatsächlich betrieben wird (nur eine Sicht wird zugelassen), wenn FAZ Journalisten ihren Russenhass nicht mehr halten können (Martens)?

              Es wird eskalieren und zwar nicht in irgendwelchen Blogs, sondern richtig: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10507

              Aber wir wollen keine Angst haben. Uns gehts eh viel zu gut. Muss mal wieder was passieren! Ein richtiger Krieg mit Feldpostbriefen und so – herrlich, wie früher bei Oppa…

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              • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

                Was macht Russland? Es setzt Waffen aus Nordkorea und china ein, weiters zig-tausende Soldaten aus Nordkoreea. Ah, das Passt? Dieser Link ist reine Propaganda und will die Europäer als Kriegstreiber hinstellen. Dämlich.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Man muss ja nicht gleich beleidigend werden, oder?
                  Vielleicht einfach mit der Vorgeschichte und der Entwicklung. des Konfliktes seit 2014 beschäftigen, bevor man Dämlichkeit unterstellt?

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                • Arnold Krämer sagt

                  @ Seevers
                  „….es wird eskalieren…..deshalb halte ich mich etwas zurück,“

                  geschrieben und …..

                  Abpfiff!: schmeichelhaftes Unentschieden😎

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Herr Krämer, ich halte mich ja zurück, ansonsten sähe es anders aus…..😁

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                • Stadtmensch sagt

                  Der aktuelle Ukrainekrieg hat seine Wurzeln im NATO-Gipfel in Bukarest 2008 („NATO Membership Action Plan“)
                  Darin wurde der Ukraine und Georgien eine NATO Mitgliedschaft in Aussicht gestellt.

                  Damal war Deutschland noch gegen so einen provokativen Akt. Da waren noch keine [30 Tagessätze] in Regierungsverantwortung. Unterschätzen sie nicht die „Atemnot“ einer expansiven kapitalistischen Wirtschaft, wenn sie nicht mehr genügen Rohstoffe zu Müll verarbeiten kann: https://www.counterfire.org/article/killing-hope-us-military-and-cia-interventions-since-world-war-ii/

                  Ja, lesen sie mal ein Buch! Statt irgendwelche moralischen Implikationen zu fühlen!

                  „Later in the book, Blum expands this argument, stating that US foreign policy was shaped by the needs of the US military-industrial complex. For example, he strongly argues that the apparent tacit US encouragement of Iraqi occupation of Kuwait in 1990 followed by a huge disproportionate US military response was primarily motivated by the needs of the US military-industrial complex to avoid cuts after the end of the Cold War.“

                  …oder gehen sie selber in den Schützengraben, statt den Ukrainern eine Sterbehilfe zu finanzieren! Wenn sie so auf Moral abfahren…

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                • Christian Bothe sagt

                  EF: Und wer und mit was unterstützt Europa die Ukraine? Wo ist da der Unterschied?
                  Das ist alles Wahnsinn: Bin gerade in SH und lese einen tollen Beitrag im “Flensburger Tageblatt”vom ehemaligen UN Botschafter von der Schulenburg zum Thema…

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Wie sagte Victoria Nuland 2014 in einem Telefongespräch:“… fuck the EU….“ weil sie so zögerlich war…😁

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              • Smarti sagt

                Es ist so dumm, Drohnenfabriken mit ukrainische Firmen nahe München ( warum nicht gleich noch die ganze Adresse veröffentlichen ) und in Ostdeutschland, weil ja hier in Deutschland die Waffenfabriken vor russischen Angriffen sicher sind. Und dann noch Langstreckenwaffen, die dann – von Deutschland gesponsert – in russischen Städten und Raffinerien einschlagen… Ha, ha, ha, selten so gelacht. Waffen herstellen zur Verteidigung, ja, aber an einem geheimen Ort und bestimmt nicht in der Nähe von Ortschaften ! Politik ist so verflochten und so geldgeil, da kommt ja kein Normalsterblicher mehr draus.

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                • Kemetbauer sagt

                  @S
                  Sie glauben doch nicht wirklich, dass die Geheimdienste zur Lokalisierung der Munitionsfabriken auf die Mitteilung der Medien angewiesen sind; oder doch?
                  Die Medien machen diese Angaben nur damit die pazifistischen Demonstranten wissen, wo sie sich einfinden müssen.

          • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

            Das Unrecht eines Landes kann durch Verweis auf andere Länder niemals rechtfertigt werden. Haben Sie die Einmärsche der Russen 1956 in Ungarn oder in Tschechien 1968 schon vergessen. Das war in Europa. Russland ist ein agressives Land. Da gibt es nichts zu beschönigen.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Wenn wir schon relativieren, dann können wir ja auch 27 Millionen Tote auf russischer Seite aufgrund des deutschen Angriffes in Verbindung bringen mit der Handreichung Russlands zur Wiedervereinigung. Deutschland ist ein aggressives Land, da gibt es nichts zu beschönigen….merkst selber oder?

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ich denke, es ist nicht notwendig, Feindseligkeit gegenüber Russland zu schüren. Putin sorgt selbst für genügend Spannungen.
        Es verwirrt mich auch, dass aufgrund von nur zwei Pistolen so ein Aufstand gemacht wird.

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      • Limes sagt

        „Es verwirrt mich auch, dass aufgrund von nur zwei Pistolen so ein Aufstand gemacht wird.“
        @RS Ach was zwei Pistolen so was von harmlos
        gestern war siebter Jahrestag damals am 23.8.2019 reichte eine Pistole mit der im Tiergarten jemand mit mehreren Schüssen niedergestreckt wurde
        Weil wir gerade bei friedlichen Menschen sind, sicher hat damals weiter östlich jemand zufrieden gelächelt

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          • Limes sagt

            ein echter @RS nie um eine banale Ausrede verlegen natürlich kann man auch jemand mit einem Messer umbringen.
            Alternativ zum Messer hätten sie auch argumentieren können: mit einem Hammer man auch Menschen schädigen um seine Ideologien durch zu setzen

            • Reinhard Seevers sagt

              Genau, genauso banal, wie das eine Delikt als Beleg für das andere heranzuziehen.
              Was soll damit eigentlich bewiesen werden?

  4. Frikadellen piet sagt

    moin ich bin mir da nicht sicher, ob man den ganzen falschen System nur der Herr schuld ist! ich vermute das ganze System ist irgendwo ein wenig fehlerhaft. man müsste es vielleicht mal mit dem in Dänemark oder Holland vergleichen, ob es da irgendwie anders läuft. schönen Sonntag

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  5. Rathje Clasen sagt

    Man hört da immer wieder mal so ein Spruch.—–
    1000 Landwirte können einen Schlachthof/Molkerei/Landhandel ernähren,
    Aber nicht ein Schlachter 1000 Landwirte.

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      • Thomas Bröcker sagt

        Früher ging das umgekehrt:
        „Ein Vater kann 12 Söhne ernähren: Zwölf Söhne aber keinen Vater.“😎😎😎

  6. Guten Morgen
    Also mich würde jetzt interessieren mit welchen Kulturen kann man 1.000,-€ oder gar 1.300,-€ pro Hektar erwirtschaften?
    Was für ein Klima (Wetter) haben sie da?
    Ich kann mir allenfalls 200,-€ /ha Acker oder 150,-€/ha Grünland leisten.
    Durchschnittliche Regenmenge 650l/Jahr, Juli und August sind meist recht trocken und ende September wird das Wachstum durch einzelne kalte Nächte sehr eingeschränkt.
    Weideperiode wird durch Wurmdreck beendet da wir TL und L Böden haben.
    Wünsche allen einen schönen Sonntag.

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    • Markus Siepker sagt

      Der Ackerbau in unserer Veredlungsregion ist für den Pächter erstmal ein reines Verlustgeschäft.
      Kulturen wie Kartoffel, Zwiebel oder Möhre können evtl. noch positive Ergebnisse erzielen.
      Die Bodenpreise werden in Kauf genommen, wenn Grundfutter für das eigene Vieh erzeugt werden muss oder steuerliche Gründe dahinter stecken. Bisher war es der Vorteil der landwirtschaftlichen Tierhaltung gegenüber der Gewerblichen (wobei dieser wegen der Umsatzgrenze in der Regel wegfällt). Bisher wurde auch Flächendruck durch nötige Fläche bei Bauvorhaben nach Privilegierung erzeugt.

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    • Arnold Krämer sagt

      Die hohen Pachtpreise werden erwirtschaftet über Viehhaltung, Biogasanlagen und ggfls Sonderkulturen.
      Im Einzelfall muss auch das Lehrerinnengehalt der Ehefrau dran glauben😎
      Die Bodenrente dürfte mit den klassischen Ackerkulturen wie Getreide und Mais bei 400 bis 500 €/ha liegen.
      Wenn z. B. mit Zwiebeln oder Industriekartoffeln im Anbaujahr höhere Renditen erwirtschaftet werden, muss man die Fruchtfolge mitbetrachten.

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      • Kemetbauer sagt

        @AK
        Da haben Sie im ersten Satz aber auch gleich drei Problemfelder angeführt. Wirtschaftliche Viehhaltung mit Schweinen dürfte aktuell nicht möglich sein. Geflügel schleppt sich so durch. Biogasanlagen werden mit dem Wegfall des EEG zu einem nicht geringen Teil komplett unwirtschaftlich. Vor dem Hintergrund der Mais-Deckelung wird es da sehr sehr eng werden. Sonderkulturen leiden unter den hohen Arbeitskosten aufgrund des sich ständig erhöhenden Mindestlohnes und dem geringeren Preis für Importware. Da könnte auch die Möglichkeit mit dem Lehrerinnengehalt knapp werden.

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        • Arnold Krämer sagt

          Ich hätte schreiben sollen: „wurden“ statt „werden“
          Es gibt mittlerweile eine klare Seitwärtsbewegung bei den Pachtpreisen mit sogar leichter Tendenz nach unten.

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          • Kemetbauer sagt

            @AK
            Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass die meisten Pachten für die Alterssicherung der Landwirte herangezogen werden. In D. kommen auf einen ldw. Betrieb im Schnitt knapp 17ha Eigentumsfläche. Werden die komplett verpachtet und i.d.R. ist das nicht alles Ackerland, kommen ca. 10 Tsd.€ zusammen. Dazu kommen ca. 600€/Monat Altersrente für den Altbauern und vielleicht noch einmal ca. 300€/Monat für die Altbäuerin. Macht in der Summe ca. 22 Tsd.€ Bruttoeinkommen für die ldw. Rentnerehepaar. Wenn da noch Hofgebäude unterhalten werden müssen und Steuern/Krankenkasse/Pflegekasse/Grundsteuern u.a. Abgaben anfallen, wird das sehr knapp. Diese Seite wird bei den Pachten leider häufig vergessen.

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    • Christian Bothe sagt

      Jek: Hier in Ostthueringen gibt’s einige Betriebe, die Nutzhanf anbauen, Getreide-und Grasvermehrung seit Jahren betreiben…Kenne allerdings deren Ökonomie 2026 nicht…

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  7. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Bei uns war Clemens Tönnies bei unserer Genossenschaft eingeladen (im Winter). Dort gab es auch keine Proteste. Selbst wenn das Unternehmen wichtig ist hätte man sich so manches Klatschen für seinen nichtssagenden Vortrag sparen können.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ich glaube im Grunde geht es doch nur um Vertrauen. In wen oder was sollen die Erzeuger noch Vertrauen haben. In die Politik? In die berufsständige Vertretung? In den Markt? In den Verbraucher? Da kommt nun der viel gehasste Unternehmer daher und unterbreitet einen Vorschlag, worauf der Berufsstand anscheinend verwirrt reagiert, was ja verständlich ist. Dennoch scheint es doch einen Schimmer von Hoffnung zu geben. Tönjes ist Millionär, Geld hat er also genug, warum bringt er sich dennoch ein? Vielleicht schlägt in seiner Brust doch ein bäuerliches Herz?🤔

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      • Lieber Reinhard
        Wenn einer eine Million hat, arbeitet er darauf hin das er eine zweite Million bekommt .
        Ich glaube auch nicht das viele von den oberen 10.000 für Lebensmittel überdurchschnittlich viel Geld ausgeben .

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Das Vermögen des deutschen Unternehmers Clemens Tönnies wird von Wirtschaftsmagazinen auf rund 1,2 bis 1,6 Milliarden Euro (bzw. US-Dollar) geschätzt. Er gehört damit zu den reichsten Deutschen….“

          soviel zur zweiten Million….

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      • Niederrheiner sagt

        Vielleicht mischt CT in der Diskussion mit, weil er sich doch ein bisschen Sorgen um die Rohstoffbasis für seine Metzgerei in Rheda macht. Sicher hat er bis jetzt immer dort gut zu tun. Nur könnte es bei den Schweinen auch mal ähnlich gehen wie bei Rindern. Über Jahre anhaltender Bestandsabbau und dann irgendwann zu wenig Rohstoff in D . Sicherlich können und müssen Schweinehalter schneller auf Preisänderungen reagieren, nur in Bestandserhaltung wird im Schweinrbereich schon lange nicht mehr investiert. Dann noch die kommenden Auflagen für die Sauenhaltung. Das wird zusammen mit nicht kostendeckenden Erlösen eine gefährliche Mischung bzgl. Stückzahl fertiger Mastschweine.

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  8. Reinhard Seevers sagt

    Es können sogar regionale, kommunale Steine im Weg liegen, die der Landwirtschaft im weiten Sinn in den Weg gelegt werden.
    So wie der Geestland GmbH geht es vielen Tierhaltungen im Land. Dieser Baustein kommt zu all denen von Herrn Krämer genannten immer noch dazu.

    „Rat verhängt Veränderungssperre: Geestland darf nicht erweitern „https://share.google/vd06XNeur7PEosQk4

    …..“Angesprochen auf eine Ausnahme bei den maximalen Gebäudehöhen für die benachbarte Firma Hydrotec sagte Klaus Schultze (Grüne): „Hydrotec wollen wir, Geestland nicht.“ Das sei eine politische Entscheidung. Matthias Kück (UWG) sah das ähnlich. „Wir sollten diese Chance nutzen“, meinte er. Außerdem sei das Unternehmen in Bezug auf die Gewerbesteuern nicht einmal in den Top 100 in Wildeshausen….“

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