Mehr durch Zufall habe ich diese Seite gefunden, die sich nach eigenen Angaben mit den „Agrarsysteme der Zukunft“ beschäftigt.
https://agrarsysteme-der-zukunft.de/
Ich habe lange gesucht, was dort für einen praktischen Landwirten zu finden ist. Etwas, das mir sagt, wie die Agrarsysteme der Zukunft aussehen werden. Etwas wirklich Brauchbares habe ich nicht gefunden.
Schauen Sie mal unter „Konsortien“, mit welchen Themen man sich aktuell beschäftigt. Die dort verwendeten Abkürzungen habe ich noch nie gehört. Bei „GreenGrass“ geht es – Überraschung – um die Weidewirtschaft, bei „Suskult“ um Indoor-Lebensmittelproduktion. Die dort gemachten Aussagen halte ich für sehr gewagt.
Was ich mich auch frage: für wen werden solche Arbeiten gemacht? Wo werden die Ergebnisse umgesetzt? Oder ist es doch Selbstbeschäftigung im Elfenbeinturm?


Ich habe ja nichts gegen Gedanken, soll sich doch jeder selbst machen.
Entstehen aber „Agrarsysteme der Zukunft“ nicht auf den Betrieben selbst? Wenn ich mir überlege was alles “ Neues“ hinzu kann und was tatsächlich geblieben ist. Dafür brauche ich „KEIN“ Ministerium für …
VEG 4.0 …ganz einfach.
Unsere Wissenschafter machen es sich da viel gemütlicher. Anstatt aufwändige Homepages mit unzähligen leeren Wort-Kilometern zu basteln, geben sie im ORF zum Thema „Umbau des Ernährungssystems“ bekannt, dass das Problembewusstsein der Bauern hoch ist und die Bereitschaft, sich mit Klimaanpassung auseinander zu setzen. Man schlägt Experimentierräume in den Regionen vor (Wer die wohl erfunden hat?)
„Bei guten Ernten dürften künftig die Preise nicht in den Keller rasseln, um den Betrieben die Möglichkeit zu geben, Puffer aufzubauen.“ Na, wenns dann einer von der BOKU sagt, dann könnte es ja doch stimmen …
https://science.orf.at/stories/3237041/
Das Ganze ist vom Bundesministerium Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert, ausgestattet mit 50 Millionen Euro. Begonnen wurde 2015, 8 sog. Konsortien wurden ausgewählt und ab 2019 für 5 Jahre gefördert. Schaut man sich jedoch die ökonomischen Anreize an, wird klar: Das System belohnt die Erstellung risikoorientierter, praxisferner Modelle, weil damit Karrieren aufgebaut, Gelder gesichert und politische Interessen bedient werden. Die Praxisnähe bleibt dabei auf der Strecke.
Fragen Sie wegen der 50 Millionen (Ihren Arzt oder Apotheker – sorry, hilft auch nicht) Ihren Wahlkreisabgeordneten von 2015 wegen der Zustimmung zum Bundeshaushalt.
Es ist so einfach, mit fremdem Geld umzugehen
Es war scheinbar genug Geld da. Die Zeiten ändern sich.
Wenn man den Träumern einer ackerfreien Landwirtschaft zuhört,
wird das Spaltungs Bewußtsein deutlich.
Da wird schon mal gesagt, dass man die Lebensmittel
auch diese Weise endlich „selber“ machen könnte.
Ein komplexes internationales Tech Startup wäre also
mehr „wir selbst“ als herkömmliche Bauern.
Wenn das mal kein Spaltungsdrang ist.
Abgespalten werden sollen „die Bauern“
die gar nicht verstehen,
aus welchem Grund sie anders sein sollen.
Dieser Drang scheint so groß zu sein,
das dafür auch alle Wissenschaftlichkeit über Bord geworfen wird.
Solarzellen und LEDs sollen viele Wachstumsebenen ermöglichen,
und damit den unerwünschten Acker ersetzen.
LED Lampen haben einen Wirkungsgrad von ca 10 %
Solarzellen keine 50% im besten Labor Modul.
Das macht dann zuammen maximal 5 %.
Man bräuchte also
gegenüber einem normalen Acker
zusätzlich zum Rohstoffverbrauch
für die gleiche Kalorienzahl im Endprodukt
mindestens die 20 fache Grundfläche.
Die Ackerflächen braucht man dann ja als Platz für die Solarzellen, die die vielen Ebenen in den Gebäuden beleuchten ….
Bei uns beweiden sie jetzt mit Schafen Solarparks, die auf wertvollen Ackerböden errichtet wurden und rühmen sich, dass sie Energie- und Lebensmittelproduktion gleichzeitig schaffen ….
Die ökobewegte Stadtbevölkerung ist ganz begeistert. Aber natürlich sollen wir unseren Fleischkonsum trotzdem halbieren.
Bei allen Projekten wird mit englischen Kunstnamen und Abkürzungen gearbeitet. Auch für die Projektbeschreibungen und Zusammenfassungen musste ich einiges an Zeit investieren um zu verstehen worum es eigentlich geht.
bei SUSKULT heisst es z.B: „SUSKULT entwickelt technologische und politische Lösungsmöglichkeiten und Anpassungsstrategien für eine umfassende NEWtrient®-Transformation. In der NEWtrient®-Transformation sind Kläranlagen der Zukunft (»NEWtrient®-Center«) zentrale Schnittstellen für die metropolintegrierte Rückgewinnung und Valorisierung der wesentlichen Ressourcen Wasser, Stickstoff, Phosphor, Kalium, CO2, Energie und weiterer Ressourcenströme für die zukunftsfähige und nachhaltige Nahrungsmittelproduktion in Deutschland.“ und „Die Relevanz der in 2016 formulierten SUSKULT-Vision, dass es in 2050 keine Kläranlagen im Sinne von Entsorgungsanlagen mehr geben wird, sondern sogenannte »NEWtrient®-Center«, hat sich in den vergangenen Jahren im Kontext aktueller Krisen erheblich gesteigert.“
Ich habe das für mich wie folgt übersetzt: Unser aller Abfall welcher z.B über den Schmutzwasserkanal in die Kläranlagen gelangt soll aufbereitet und als Flüssigdünger im NEWtrient®-Center genutzt bzw vermarktet werden. Eine sinnvolle Sache vor allem wenn man die derzeitige marginale Nutzung/Wiederverwertung von z.B Phosphat sieht welches durch die Toilettenspülung zu den Kläranlagen gelangt und nicht wiederverwertet wird. Warum muß man diese Erkenntnis und die hieraus erforderlichen Handlungen so umständlich in solch einer Form umschreiben?
Mein Eindruck im Grunde geht es bei SUSKULT um eine Art Green washing von Kläranlagen denn sie werden nicht mehr als Kläranlagen/Entsorgungsanlagen bezeichnet sonden als NEWtrient®-Center.
Offen bleibt für mich in welchem „Center“ die anderen Bestandteile der restlichen Ausscheidungen (Wirkstoffe Arzneimittel aller Art, Drogen, PFAS…) landen oder sollen die wie Klärschlamm auf den Feldern der Landwirte eingesetzt werden?.
„Offen bleibt für mich in welchem „Center“ die anderen Bestandteile der restlichen Ausscheidungen (Wirkstoffe Arzneimittel aller Art, Drogen, PFAS…) landen oder sollen die wie Klärschlamm auf den Feldern der Landwirte eingesetzt werden?.“
Da sind sie dran….wir schaffen das! 👉✊
Kurzkettige PFAS effizient zerstören / UFZ-Team entwickelt Verfahren zur Entfernung von Perfluorbutansäure aus Wasser https://share.google/rvs7WEw5GTPG8fbhD
Hier ein analoges Beispiel aus der Baubranche: „The Frankfurt Prototype-sustainable housing“ 🤓
https://youtu.be/JhdTh8JcL_A?is=Ud1XP83ZDTnEGncn
Zukünftige Agrarsysteme werden sich unter zukünftigen Bedingungen formieren. Es ist müßig, sich darüber heute den Kopf zu zerbrechen. Heute können wir unsere Betriebe nur flexibel halten für das was da kommen mag.
Nicht jammern und kritisieren – wenn alle Eltern zu ihren Kindern sagen: „Du sollst dir später mal nicht die Hände schmutzig machen. Mach dein Abi und studiere, dann kannst du später immer noch etwas zum Thema Landwirtschaft machen“.
Und jetzt haben wir sie, und die wollen beschäftigt werden, mit Studien, Statistiken und Forschungsprojekten, egal wie sinnlos sie auch sind, und die letzten praktizierenden Landwirte zu Tode regulieren.
Zu einem der Themen habe ich vor 2 Jahren einen Vortrag gehört (food4future).
Den Hut hierfür hatte das IGZ in Grossbeeren (bei mir in der Nähe) auf.
Ein absolut „kopfertes“ Projekt, in dem sich die Wissenschaftler mal so richtig austoben konnten ohne auch nur im Ansatz über Wirtschaftlichkeit nachzudenken. Ich kam mir bei den ganzen bunten Bildchen(in der Regel zur Landwirtschaft im urbanen Raum) vor wie dazumal in der 10. Klasse (1973), als wir Aufsätze und Bilder schaffen sollten: „wie stellst du dir das Leben im Jahr 2.000 vor.
Wenn es sonst keine anderen Probleme gibt, kann man ja so etwas mal machen – DAS Ergebnis fand ich einfach nur albern und wirklichkeitsfern.
Ins ZALF Müncheberg ist auch viel Geld gegangen (DAKIS), um Biodiversität und Ertrag in Einklang zu bringen. Rausgekommen ist ein Gis-basiertes Beratungs- und Überwachungstool, wie und wo man Biodiversitätsmaßnahmen mit dem höchsten Effekt für die Biodiversität platzieren kann. Das wird ganz sicher über uns kommen und wiederum mehr Aufwand und Sanktionsmöglichkeiten generieren.
Halbwegs sinnvoll sind die abgeschlossenen Projekte zur Nutzung von Nährstoffen aus Siedlungsabfällen und Abwasser (mit dem Ergebnis „geht meist nicht“) und das Projekt zu Kabinen für ldw. Maschinen der Zukunft.
Insgesamt geht der aberwitzige Prozess , alles in irgendwelche Algorithmen zu pressen um die wirtschaftlich Tätigen besser vom Work-Life-Balance-Home-Office Arbeitspatz aus überwachen zu können weiter. Die Algorithmen haben immer Lücken, die die Wirklichkeit nicht richtig abbilden … aber kein Problem, dann wird eben der Bauer zu Foto und Erklärung aufgefordert.
Kindergarten für Erwachsene, leider mit fatalen Folgen im wirtschaftlichen Realleben.
Wie hat es Ulrike Guerot so schön formuliert: „Die pickeligen Computernerd´s , die vor 20 – 30 Jahren nicht an die schönen Mädchen gekommen sind, rächen sich dafür an uns, jetzt wo sie an der Macht sind, indem sie uns ihre Algorithmen aufzwingen.“
👍👍👍 für diesen Beitrag, Herr Bröcker!
Ich habe im letzten Jahr einen Vortrag von Prof. Enno Bahrs in Göttingen zum Thema seines Projekts „NOcsPS -Landwirtschaft 4.0 ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz“ (auch Teil des großen Ganzen) gehört und Kontakt vermittelt zu einem hiesigen größeren Kartoffelbauern, um das Projekt vielleicht ein weniger mehr auf breitere Beine zu stellen. Leider hat das aber für 2026 nicht geklappt. Ein neuer Versuch ist vielleicht 2027 möglich.
Mein Eindruck: Alle Projekte und Versuche sind gedanklich der Vor-Corona-Zeit vor 2020 entstanden. Alles finanzierbar, alles wünschenswert. Die Zeiten haben sich geändert!
Was die massiven Fehlentwicklungen im Umfeld der Digitalisierung angeht, gibt es ein interessantes Buch von H. Rosa, Jena „Situation und Konstellation – Vom Verschwinden des Spielraums“, in dem das „Hineinpressen“ der Wirtschaft und Gesellschaft in Algorithmen thematisiert wird.
@TB
Sehr gut beschrieben. Auch die Personenbeschreibung der Computer-Nerds. Danke!
Auf der BOKU basteln sie schon ein KI – Tool für den Satelliten, das über Farbpunkte die Biodiversität auf den landwirtschaftlichen Flächen ermitteln soll. Damit sollen dann nicht nur Förderungsbezieher überwacht werden, sondern alle Eigentümer und Pächter landwirtschaftlicher Flächen. Da sind dann auch wir mit unseren paar Hektar Hobbylandwirtschaft dran.
BOKU muß nichts neu erfinden die VISTA Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH in München arbeitet schon mehr als 20 Jahre mit Satelliten Programmen
https://www.vista-geo.de/
Aber nicht mit diesem Punkterlprogramm, das ist nämlich noch gar nicht fertig.
Solche „Institutionen“ gibt es zu Hauf und man kann sich nicht ausdenken wieviel Geld dort verballert wird. Letztendlich geht es denen auch nicht um die Zukunft der Landwirtschaft sondern um den Erhalt des eigenen ( nutzlosen) Arbeitsplatzes. Fakt ist: niemand weiß derzeit wie Deutschlands Zukunft aussieht, wie will man dann die Zukunft der Landwirtschaft erforschen?
Unsere Zeit fällt dadurch auf, dass sie so unendlich viele „Experten“ hat – d.h: jeder, der das Alphabet kennt, sieht sich als einer, der zu jedem Thema etwas „Wichtiges“ beizutragen hat: die sog.Journalisten fallen dabei extrem auf: sie schreiben über Kindererziehung und haben selbst keine Kinder, sie schreiben über Bauernthemen und haben keine Ahnung von Ackerbau und Viehzucht, sie schreibseln über alles und jeden und nehmen sich furchtbar wichtig. Man sollte sie links liegen lassen.
guten Morgen das hört sich erstmal so an, als wenn wir Landwirte schon sehr modern sind! schönen Tag
Guten Morgen
Eine Tochter von mir war vor kurzem für 6 Wochen in der USA, in der Nähe von Mississippi.
Sie hatte da auch Kontakt zu einer Amisch Gruppe, in Gesprächen hat sie erfahren das die jungen Menschen nun auch vereinzelt anfangen mit Traktoren zu arbeiten natürlich nicht mit den modernsten. Eher so wie es bei uns in den 1950/1960 angefangen hat.
Was mir persönlich aufgefallen ist, in Spielen um die Landschaft hat man nie mit Missernten zu kämpfen. Ich denke der Grund wird sein das dann gleich der Erfolg ausbleiben wird. Je höher der Schwierigkeitsgrad ist sinken einfach die Erzeugerpreise wenigstens da geht es dann in die Nähe der landwirtschaftlichen Realität.
Wünsche eine schöne Woche, heute zum Glück wieder ein bisschen Regen, so darf es ruhig zwei Wochen regnen.
wenn die Amishpeople das mit ihrem Gott vereinaren können..
Technik enstand durch
Faulheit (eine Untugend?)
und aus der die Massenproduktion
und davon dir Umweltschäden?
@Inga
die Demeterbauern haben auch die Silage für ihre Tierernährung erlaubt bekommen.
Ich sehe deutlich das Ende im Tunnel, und da ist kein Licht. Begreift ihr Bauern denn nicht dass ihr überflüssig seid, weil ihr rückständig seid, an uralten Methoden festhaltet, und einfach nicht begreift dass mann/frau Prof. sein muß um das Ganze und Große und das ganze Große verstehen zu können. Und dann muß man dann auch danach handeln, ergo handeln können.. …..
Habe heute dazu einen Spruch gehört: Welche ist die wichtigste Fähigkeit des Landwirt? Die Leidensfähigkeit…