Monate: Mai 2026

1,75 Milliarden € für die Moorvernässung in Deutschland

Ich gebe zu, dass ich von Mooren keine Ahnung habe. Ich lese aber immer wieder, dass die Vernässung von Mooren im Sinne des Klimaschutzes ist. Deshalb hat die Bundesregierung ein Programm aufgestellt, in dem 1,75 Milliarden € für die Vernässung von 90.000 ha Moorflächen bereitgestellt werden. Dies entspricht einer Fläche von 30 x 30 km. Aktuell liegt die jährliche durchschnittliche Vernässungsrate bei 2.000 Hektar https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/neues-foerderprogramm-leitet-trendwende-ein-im-umgang-mit-mooren-in-deutschland Im nachfolgenden Artikel wird erläutert, dass die Flächen weiter bewirtschaftet werden können. Als alternative Nutzung werden Paludi-Kulturen genannt oder die Haltung von Wasserbüffeln mit dem Verkauf des Fleisches. https://www.topagrar.com/betriebsleitung/news/bund-startet-milliardenprogramm-zur-moorvernassung-das-steht-drin-20024819.html? Hier ein Zitat aus dem Artikel: „Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer lobt das Konzept von „Klimaschutz als Geschäftsmodell“: „Sei es der Anbau von Schilf als Baustoff für Dächer oder Fleisch aus der Haltung von Wasserbüffeln – hier liegen neue Einkommenschancen für unsere Höfe. Auch innovative Nutzungsformen wie Moor-Photovoltaik sind möglich.“ Aus Rainer Sicht ganz wichtig: „Moorschutz geht nur gemeinsam mit den Betrieben. Daher sehe ich es als Aufgabe der Politik, Angebote zu machen, mit denen sich Klimaschutz für die Landwirte rechnet. Genau dafür …

„Bio-Bauern düngen nicht mit Kunstdünger“

Mit dieser „Weisheit“ überrascht uns Jost Maurin von der TAZ. Aber nicht er hat das herausgefunden, sondern die von ihm benannten Agrarwissenschaftler. Ich habe mir seinen Artikel einmal vorgenommen und kommentiert. Den Text von Maurin habe ich schwarz geschrieben, meinen Kommentar in blau. Bitte beachten: Mir geht es nicht um Bio-Bashing, es geht mir um schlechten Journalismus Biobauern leiden nicht darunter, dass sich Kunstdünger wegen des Irankriegs stark verteuert hat. „In der ökologischen Landwirtschaft sind synthetische Stickstoffdünger verboten“, sagt Jürgen Heß, Agrarwissenschaftler am Forschungsinstitut für Biologischen Landbau. Deshalb würde es sie nicht treffen, dass die Preise für Düngemittel wie Harnstoff, Ammoniumnitrat oder Kalkammonsalpeter seit Beginn des Irankriegs Ende Februar erheblich gestiegen sind. Das ist eine Feststellung, deren Inhalt wohl den meisten Lesern bekannt sein dürfte. Wegen der Krise kostet Erdgas mehr, das sowohl der wichtigste Rohstoff als auch die primäre Energiequelle für die Herstellung dieser Düngemittel ist. Zudem werden viele dieser Produkte durch die Straße von Hormus verschifft, die nun blockiert ist. Kunstdünger verursachen erhebliche Treibhausgasemissionen bei Produktion und Anwendung. Richtigerweise müsste er dies nur …

Wer baut denn heute noch einen Stall?

Wer investiert heute denn noch in einen Stall. Wo doch die Tierhaltung in Deutschland abgeschafft werden soll…(Ironie?) Ich habe Reinhard Seevers, der einigen hier im Blog sicher bekannt ist, gefragt. Er ist Architekt für Stallbauten und muss es wissen. In welche Tierarten wird bevorzugt  investiert? Aus meiner Sicht, die ja nur begrenzte Aussagekraft haben kann, ist die Planungstätigkeit im Agrarbau in den Jahren 2025 und 2026 eine der höchsten der letzten 25 Jahre. Die Zahl der Umsetzungen ist aber dennoch geringer, als 1993ff, da die baulichen Anlagen größer und die Planung extrem komplexer geworden sind. Ich beurteile dies aus der Sicht eines freischaffenden Planers, der sich in den 7 nördlichen Bundesländern ausschließlich mit Rind, Schwein, Pferd und Legehenne befasst. Für Mastgeflügel und für Biogas kann ich keine Aussage treffen, diese Bereiche haben sich derart vertikal organisiert und spezialisiert, dass es für einen Einzelkämpfer nicht oder nur sehr schwer umsetzbar ist. Meine Aufgaben teilen sich in 50:50 Schwein und Rind auf, zus. kommen noch Bio-Legehennen und Pferdebetriebe sowie diverse Kleinigkeiten wie Nachgenehmigungen oder Kompostierungsanlagen etc. dazu. …

Trakzeptanz – erneuerbar tanken

Biokraftstoffe sind derzeit die bedeutendste erneuerbare Alternative im Verkehrssektor. Die Bandbreite ist vielfältig: So sind Biodiesel, Pflanzenöl, Bioethanol, Biomethan und Hydrierte Pflanzenöle (HVO) am Markt verfügbar. Ich finde das eine gute Sache, die noch stärker an Bedeutung gewinnen sollte. Hier mein Statement: https://www.erneuerbar-tanken.de/trakzeptanz/statements

Energie vom Acker oder auf dem Acker?

Immer, wenn ich in den „Sozialen“ Medien davon spreche, dass wir Landwirte von unseren Feldern Energie holen können, gibt es Menschen, die argumentieren, dass man ja mit Photovoltaik das Hundertfache an Energie „ernten“ kann als mit dem Anbau von Mais, Raps oder Zuckerrüben. Ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht. Das Argument „Vom Acker mit Photovoltaik (PV) ernte ich mehr als vom Maisacker“ ist ein klassisches Beispiel für den Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Rein physikalisch betrachtet stimmt es zwar, dass die elektrische Energieausbeute pro Fläche bei Solarzellen um ein Vielfaches höher ist als der Energiegehalt der Biomasse, die auf derselben Fläche wächst. Die Behauptung, PV sei deshalb  überlegen, ist „systematisch falsch“, weil sie die unterschiedlichen Funktionen von Landwirtschaft und Energiewirtschaft ignoriert. Warum der Vergleich hinkt: Verschiedene Formen von Energie Photovoltaik liefert Strom (hochwertige physikalische Arbeit), während Mais chemisch gebundene Energie liefert Mais ist speicherbar: Die Energie im Mais kann monatelang in Form von Silage gelagert und genau dann verstromt oder verfüttert werden, wenn sie gebraucht wird. PV ist flüchtig: Ohne extrem teure Batterien …

Netzstabilität und Batteriespeicher

Heute mal nichts über Landwirtschaft. Ich interessiere mich für unsere Stromversorgung. Wenn ich vom Dachfenster an den Horizont schaue, sehe ich vier Kohlekraftwerke, wovon zwei noch am Netz sind. Sie sollen 2030 abgeschaltet werden. Das sind nur noch vier Jahre. Ich beobachte, dass auch an sehr sonnigen und windigen Tagen, wie wir sie in diesem Frühjahr über lange Zeit hatten, diese Kohlekraftwerke in Betrieb sind. Gleichzeitig sehe ich, dass viele der Windräder, die wir hier auch rund um den Ort haben, abgeregelt sind. Sie drehen nicht und produzieren keinen Strom. Anlagen, die nicht in Betrieb sind, verdienen kein Geld. Das macht wenig Sinn. Ich habe in den letzten Tagen (Ende April) auch viel auf die Seite von electricitymap geschaut. Während dieser sonnigen und windigen Phasen (zwischen 9 und 18 Uhr) haben wir Strom im großen Stil exportiert und dafür Geld aufgewendet (negativer Strompreis). In der Nacht haben wir den Strom von den Ländern zurückgekauft, die in den hellen Stunden unseren Strom gegen Geld aufgenommen haben. Wir haben also zweimal Aufwand für Strom gehabt, der zu …

Mehrtägiges Seminar zur Rattenbekämpfung?

Ich hatte bereits in einem früheren Artikel darauf hingewiesen, dass Landwirte ab 2027 für die Rattenbekämpfung mit den Rodentiziden der sogenannten zweiten Generation eine Schulung benötigen, die mehrere Tage dauert und bis 600 € kosten kann. Nun kommt dieses Thema auch in den Medien an. https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/ratten-in-der-landwirtschaft-das-aendert-sich-beim-gift-einsatz,rattengiftschulung-100.html https://www.tagesschau.de/inland/regional/schleswigholstein/ratten-in-der-landwirtschaft-das-aendert-sich-beim-gift-einsatz,rattengiftschulung-100.html Hier mein früherer Beitrag mit weiteren Details. Ich habe das Thema auch über „meinen“ MdB  in Berlin platziert. Bürokratie, Ratten und das Seminar

Hallo Aldi, ich hab da mal eine Frage

Wir haben am Wochenende das Blättchen von Aldi Süd ins Haus bekommen. Auf Seite 3 ist zu lesen: „60% unseres Eigenmarken-Frischfleich aus Rind, Schwein, Hähnchen und Pute stammen – mit Ausnahme der (internationalen) Spezialitäten – aus den Haltungsformen 3,4, und 5.“ 60% wovon, habe ich mich gefragt. Und das steht ganz unten im Kleingedruckten: 60% bezogen auf den Umsatz von ALDI SÜD in Deutschland. Gemeint ist ja wohl auch hier das Eigenmarken-Frischfleisch. Auf der Seite gibt es drei Produkte aus dem Bio-Bereich (Bio-Schweinefleisch hat in Deutschland einen Marktanteil von rund 1%) und 5 Produkte aus dem konventionellen Bereich. Bis auf die Merguez-Bratwurst (ausländische Spezialität?) sind alle aus der Haltungsform 2. Cordon bleu, Chicken Nuggets und marinierte Hähnchensteaks sind kein Frischfleisch sondern verarbeitete Produkte. Von den 8 Produkten (Bio und Konvi) sind zwei Produkte mit „Qualität aus Deutschland“ gekennzeichnet. Die Bio-Produkte sind es nicht,  sie entsprechen aber der EU-Öko-Verordnung. Somit gehören sie keinem deutschen Bio-Verband an. Es deutet auch nichts darauf hin, dass das Bio-Fleisch aus Deutschland kommt.   Jetzt meine Fragen: was will uns Aldi …

Kooperativer Naturschutz

Kooperation statt Einzelmaßnahme? Eine bundesweite Umfrage des Thünen-Institutes erfasst, wie Landwirtinnen und Landwirte kooperative Agrarumweltmaßnahmen einschätzen. Unter welchen Bedingungen würden Landwirtinnen und Landwirte an kooperativen Agrarumweltmaßnahmen teilnehmen? Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Diskussion um kooperative Ansätze – auch mit Blick auf internationale Vorbilder wie das niederländische Modell, fehlt bislang ein belastbares Stimmungsbild aus der Praxis. Im Projekt MoNaKo wird dieser Frage nachgegangen und auch erläutert, was unter kooperativem Naturschutz verstanden wird. Die Teilnahme dauert etwa 15 Minuten und ist anonym. https://thuenen.limequery.com/489247?lang=de Je mehr mitmachen umso aussagekräftiger sind die Ergebnisse.  

Zuckersteuer, Salzsteuer, Fettsteuer, Fleischsteuer… was noch?

Der nachfolgende Text könnte Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. Zucker ist ungesund Salz ist ungesund Fett ist ungesund Fleisch ist ungesund Ich war so froh, dass der Ampel das Licht ausgegangen ist und wir die Bevormundung durch einige Ideologen in der damaligen Regierung endlich los waren. Und jetzt das: die neue Bundesregierung will tatsächlich eine Zuckersteuer einführen. Wenn sie das macht, dann aber bitte konsequent auf alle zuckerhaltige Lebensmittel Steuer auf Limonade Steuer auf Bier und Wein Steuer auf Kuchen und  süße Backwaren Steuer auf Ketchup Steuer auf Schokolade Steuer auf Gummibärchen Steuer auf Datteln und andere Trockenfrüchte Steuer auf Nuss-Nougat-Creme Steuer auf Fruchtjoghurt Steuer auf Fertiggerichte (Pizza etc.) Weil ja auch Salz ungesund ist, bitte auch eine Salzsteuer auf alle stark salzhaltigen Lebensmittel Instant-Suppen Sojasauce gesalzener Hering Salami und Rohschinken Salzstangen Schafskäse Oliven Cornflakes Etwa ein Viertel unserer täglichen Salzaufnahme stammt alleine aus den täglichen Backwaren (Brot und Brötchen) Auch Fett ist ungesund. Deshalb ist eine Fettsteuer unumgänglich. Diese Steuer muss erhoben werden auf folgende Lebensmittel: Olivenöl und andere Speiseöle Butterschmalz Schweineschmalz und …