Bauer Willi
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Das Feld ist die Fabrik – warum industrielle Landwirtschaft wichtig ist

Es wird viel über diverse Formen der Nahrungsmittelproduktion diskutiert. Ich habe bereits über „Essbare Insekten“ und „Urban Farming“ gesprochen, die trotz aller medialen Aufmerksamkeit bis heute Randthemen geblieben sind.

Es gibt drei fundamentale Gründe, warum die industrielle Landwirtschaft auf absehbare Zeit die einzige Möglichkeit bleiben wird, die Menschheit zu ernähren

1. Die „Kalorien-Arithmetik“

Urban Farming konzentriert sich auf wasserhaltiges Edelgemüse. Die Weltbevölkerung überlebt aber durch Kalorien. Ein Weizenfeld produziert pro Hektar Millionen von Kalorien mit minimalem technischem Aufwand. Um dieselbe Menge Kalorien in einer Vertical Farm zu produzieren, wäre der Energieaufwand so gigantisch, dass das Brot am Ende 20 Euro kosten müsste. Solange wir keine Lösung für den energieeffizienten Anbau von Grundnahrungsmitteln in Hallen haben, bleibt es – auf absehbare Zeit – ein Nischen-Hobby für die Oberschicht.

2. Geografie schlägt Technologie

Es ist ökonomisch fast immer sinnvoller, Lebensmittel dort anzubauen, wo die Natur die besten Bedingungen bietet (Sonne, Wasser, Boden), und sie zu transportieren, als die Natur in einer teuren Box in der Stadt nachzubauen, denn die Transportkosten machen bei den meisten Grundnahrungsmitteln nur einen kleinen Teil des Endpreises aus. Auch bei den derzeitig hohen Energiepreisen.

Die Kapitalkosten einer High-Tech-Farm in Berlin oder New York sind hingegen um ein Vielfaches höher als die Logistik von einem Feld in Spanien oder Polen. Die Kosten für die Verteilung innerhalb der Stadt bleiben

3. Das Skalierungs-Paradoxon

In der Industrie führt Skalierung meist zu sinkenden Preisen. Bei Urban Farming steigen mit der Größe oft auch die Komplexität und das Risiko (z.B. Schimmelbefall in der gesamten Anlage, technisches Versagen der Nährstofflösung). Viele Start-ups haben festgestellt, dass ihre Kosten pro Salatkopf eben nicht sanken, wenn sie die Anlage vergrößerten, weil die Technik- und Energiekosten linear mitwachsen. Urban Farming wird dort existieren, wo die „normale“ Landwirtschaft an ihre physikalischen Grenzen stößt. Bei der Besiedlung des Mondes oder des Mars…

  • Fazit: 

Urban Farming ist ein faszinierendes technologisches Schaufenster, aber kein Geschäftsmodell, das die industrielle Landwirtschaft vom Thron stoßen wird. Es ist die „Boutique“ der Lebensmittelproduktion, während das Feld die „Fabrik“ bleibt. Von daher habe ich auch kein Problem mit dem Begriff „industrielle Landwirtschaft“.

Ich wünsche allen Lesern ein Frohes Pfingstfest!

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71 Kommentare

  1. Johann sagt

    Lieber Herr ZgnFlüsterer!
    1470 kg CO² Pro Tonne Weizen scheint nicht viel. Rechnen Sie Ihren Hektarertrag pro Hektar dann haben Sie die CO² – Entnahme pro Hektar. Dies geschieht aber nur durch die Photosynthese.
    Ich weiß nicht was da ein Geschwafel sein soll.
    Oder sind Sie ein Anhänger der NGOS?

  2. Johann sagt

    Die ganze Debatte um die Ernährung mit künstlich erzeugten Lebensmitteln dient nur einer kleinen Gruppe von Menschen (NGOS).
    Es ist nun einmal ein Naturgesetz, Da der Mensch hauptsächlich aus Kohlenstoff besteht, muss dieser vorher als Nahrung aufgenommen werden. Da der Kohlenstoff über Pflanzen, welche diesen aus dem Kohlenstoffdioxid der Luft mit Hilfe der Photosynthese entnehmen. Wir Menschen nehmen diesen direkt im Gemüse oder veredelt im Fleisch auf. Wir sorgen mit der Atmung, wie alle anderen Lebewesen auch, dass dieser Kohlenstoff wiederum in die Atmosphäre gelang.
    Eine tonne getrockneter Weizenkörner enthält Ca. 400 kg Kohlenstoff. Dazu müssen 1470 kg CO2 der Luft entnommen werden. Dies gilt für alle Feldfrüchte und auch für unsere Nahrung. Alles andere ist reines Geschwafel.

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  3. Polymesos sagt

    Heutige Landwirtschaft ist ja gerade NICHT industriell.
    Wir haben NOCH das Privileg etwas Echtes zu essen.
    Das wird zwangsläufig mal anders.

    Also sicher nicht durch vertikale Farmen,
    denn die widersprechen der Physik.
    Nein, die zukünftige Nahrungswirtschaft wird,
    wenn mehr als 10 Mrd Menschen zu ernähren sind,
    natürlich sukzessive in die Chemiefabrik verlegt.

    Startrek Fans kennen Replikatornahrung,
    und hey, das geht!
    Also nicht so wie im Film
    in einem Kaffemaschinen ähnlichen Gerät,
    aber großtechnisch geht das.

    Dann wird es nicht mehr allein Kunstdünger sein,
    der uns ernährt,
    sondern zunehmend auch noch Kunstnahrung.
    Der Treibstoff für die Maschine Mensch
    ist und war immer reine Chemie.

    Dann braucht es nicht nur keine Erde mehr,
    auch auf Blätter und Wurzeln kann man verzichten.
    Warum nicht Kohlenhydrate direkt in der Retorte synthetisieren?
    Entsprechende Grundlagen Experimente gibt es längst,
    irgendwann skaliert man das hoch.

    Dann gibt es vielleicht Sandaz OmegaDREI-olin,
    oder Kelligs Synth-Bread auf den Teller.
    Sicher findet die Werbung noch geschmackvollere Namen.

    Mit knappen Aminosäuren wird das längst gemacht.
    Wir essen bereits etwas Kunstnahrung,
    und meist fällt das gar nicht auf.

    Die Fadigkeit dieses zukünftigen Essens,
    wird auch niemandem auffallen,
    denn auch heute beschwert sich ja kaum wer.
    Man schmecke nur mal an Standard Schokolade.
    Boomer wissen, dass es besser ginge.
    Wer nie etwas anderes gekostet hat,
    nimmt den Standart an.

    Konventionelle Landwirtschaft
    wird dann das neue Bio,
    wo noch ganz echt gewachsene Luxusprodukte
    für Besserverdienende entstehen.

    Da hängt ja tatsächlich etwas Erde dran.
    Wow! Nice!

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    • evonik sagt

      Das Essen aus der Fabrik wird nie was Gscheits und je näher man dem Natürlichen kommen will, desto teurer wird es.
      Der Körper ist evolutionär darauf programmiert das Vit. B 12 z.B. aus natürlicher Umgebung (z.B. Leber ) aufzunehmen. Es sind doch schon Unterschiede in der Verwertbarkeit von der Leber zu z.B. Tofu zu erwarten.

      Ich denke die Politik hat gedacht in Deutschland mit Bio super gesunde Lebensmittel zu erzeugen und die billige Masse importieren wir . Das ist man aber mit zu wenig Hirn angegangen und populistischen Fanatikern auf den Leim gegangen. Z.B. durch die Blockade der Gentechnik.

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      • Polymesos sagt

        Genau.
        Das wird nie was G’scheits.

        Ändert aber nichts daran,
        dass es gegessen werden wird.
        Auch heute schon
        wird eine Menge „Nix-g-scheits“ gegessen.

        Ganz ohne künstliche Produktion
        kann man Essen auch schon sehr schlecht machen.

        Die Leute,
        die sich Gedanken um die Unterschiede
        zwischen natürlichem und künstlichem Vit B12 machen,
        (bei Vit E wäre das noch wichtiger)
        stellen nicht den Löwenanteil der Kunden.

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        • evonik sagt

          Sehe ich auch so. Deswegen schreibe ich ja von Ernährungsforschung in bäuerlicher Hand!
          Der Start könnte ganz einfach und billig und trotzdem wirkungsvoll sein . Wenn z. B. Bauern mit chronischen Krankheiten ihren Arzt zu ein paar zusätzlichen Untersuchungen überreden könnten, würde sowas eventuell die Krankenkasse finanzieren.

          Ich habe unserem BBV-Kreisobmann und MdB vor 20 Jahren mal vorgeschlagen, der BV solle ein paar Ökotrophologen/-innen einstellen, die Ernährungsstudien auswerten.

          • Polymesos sagt

            Naja, es gibt genügend Sachen,
            die zwar die süchtig machenden Level von Fett, Salz und/oder Zucker enthalten,
            aber im Vergleich zu früher traurig an echtem Geschmack verloren haben.

            Ich kritisiere das nicht.
            Aber das wird oft gekauft.
            Das ist es offenbar, was Mensch will.

            Vielleicht ist diese Wahrnehmung aber auch einfach bedingt
            durch mein Alter.

  4. Dietmar Groß sagt

    @BW: „Es ist ökonomisch fast immer sinnvoller, Lebensmittel dort anzubauen, wo die Natur die besten Bedingungen bietet (Sonne, Wasser, Boden), und sie zu transportieren,…“

    Soll das ein Plädoyer für die uneingeschränkte Industrialisierung der Landwirtschaft sein?

    Dem muss ich entschieden Wiedersprechen!

    Das Credo von BW muss in der aktuellen politischen Situation erweitert werden um zwei weitere Faktoren:
    1. die Kosten für Arbeitskraft
    2. die komparative Kostenvorteile

    Thomas Bröcker beschreibt die aktuell zu beobachtenden Strukturwandeleffekte für die Bereiche Obst und Gemüse eindrücklich..
    Auch bei Ackerfrüchten und in Teilen der (bodenunabhängigen) Veredlung werden die geringeren Arbeitskosten in Verbindung den handelspolitischen Interessen von Industrie und Dienstleistung in den nächsten Jahren in den oligopolen Marktstrukturen des Erfassungs- und Lebensmitteleinzelhandels zu verschärftem Wettbewerb sorgen.
    Die südlichen EU-Länder übernehmen Marktanteile vor Allem bei Obst und Gemüse; mit der Integration der Ukraine in die EU nimmt der Marktdruck auch bei den Massengütern des Ackerbaus zu.
    Es ist eine Mär, zu glauben, dass sich die Situation entspannt, wenn sich die Menschheit weiter vermehrt oder sich nach westlichen Standards ernährt.
    Wenn es den Interessenvertretungen der Landwirtschaft nicht gelingt, gesellschaftliche Begründungen für den Erhalt staatlicher Prämienzahlungen zu definieren, die über die Warenproduktion hinaus gehen (z.B. Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, Sicherung einer Bewirtschaftung in benachteiligten Regionen, Prämien für besonders artgerechte Tierhaltung usw. ), dann wird es in absehbarer Zeit nicht nur für die bäuerlichen Betriebe duster.
    Nur eine verschwindende Minderheit landwirtschaftlicher Betriebe kann sich Prämienverzicht leisten.
    Wer glaubt, dieser Kampf um Prämien könne ohne neue gesellschaftliche Allianzen (Naturschutz, Tierschutz etc.) gewonnen werden, der träumt noch von der Macht, die DBV und Agrarwirtschaft bis in die 90er Jahre (vielleicht) hatten.

    Deshalb finde ich die permanenten Attacken auf NGOs in diesem blog(bei berechtigter Kritik im Detail) töricht.

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Deshalb finde ich die permanenten Attacken auf NGOs in diesem blog(bei berechtigter Kritik im Detail) töricht.“

      Wo ist denn der Zusammenhang der derzeit agierenden NGOs zu dem Thema? Mein Brett ist gerade zu groß, um drüber weg zuschauen.🫤

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    • Bauer Willi sagt

      @Dietmar Groß
      Meine nüchtere Erkenntnis: Die Abschaffung der Landwirtschaft wird weitergehen. Und den Mitbürgern ist es egal.
      Irgendwann wird man erkennen, dass es töricht war, die Selbstversorgung Zug um Zug aufzugeben.
      Zu den NGO sage ich nichts. Die verlieren an Einfluss und ich bin nicht wirklich traurig darüber.

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      • Dietmar Groß sagt

        @BW
        „Die“ Landwirtschaft wird nicht abgeschafft, sondern unter Marktdruck monofunktional auf kostengünstige Rohstoffproduktion getrimmt. Diejenigen (wenigen), die sich in diesem Prozess des „Wachsen oder Weichen“ behaupten (wollen), brauchen ebenso eine ideologische Rechtfertigung für ihr Unternehmensmodell, wie diejenigen, die die Multifunktionalität ihrer Wirtschaftsweise in den Vordergrund rücken. Am „Markt“ ist diese Multifunktionalität nur sehr begrenzt realisierbar; deswegen braucht es lokal/regionale und auch zentrale Bündnisse mit anderen gesellschaftlichen Interessengruppen, die gesellschaftlichen Druck aufbauen; so wie es sich in der ZKL manifestiert hat. Auch wenn diese Strategie in der Ampelzeit keine nennenswerten Früchte getragen hat, ist sie deshalb noch lange nicht sinnlos, sondern die einzige Hoffnung, um nicht in der Depression zu landen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Am „Markt“ ist diese Multifunktionalität nur sehr begrenzt realisierbar; deswegen braucht es lokal/regionale und auch zentrale Bündnisse mit anderen gesellschaftlichen Interessengruppen, die gesellschaftlichen Druck aufbauen; so wie es sich in der ZKL manifestiert hat. “
          DAS ist semantisch herausfordernd, sprich, was soll das in der Realität bedeuten?

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        • Jürgen Donhauser sagt

          @DG – die Depression in der LW entsteht unter anderem dadurch, dass sie von der ZKL attestiert bekommen hat, jährlich für einen Umweltschaden von 90 Mrd. € verantwortlich zu sein!

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          • Reinhard Seevers sagt

            Die ZKL und dessen Ergüsse haben genau nichts erreicht, schon gar nicht pro agricola.
            Es bedarf auch keiner weiteren Beschäftigung damit, die Leitplanken werden zukünftig anderswo gesetzt.

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        • Bauer Willi sagt

          @Dietmar Groß
          Was Sie schreiben ist doch nichts anderes als die Fortsetzung des Trends zur industriellen Landwirtschaft. Industrie ist doch nicht negativ! Es wird nur von bestimmten Kreisen negativ interpretiert.
          Haben Sie den neuen Landwirtschaftsminister schon mal das Wort „ZKL“ hören sagen? Ich nicht. Daran können Sie erkennen, dass das Thema durch ist.

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          • Dietmar Groß sagt

            @BW
            Minister kommen und gehen. Wer die Agrarpolitik länger verfolgt, wird sich nicht leiten lassen vom Handeln eines Ministers im ersten Regierungsjahr.

            Was sich nicht ändert, sind die Kräfteverhältnisse zwischen Landwirtschaft, Agrarindustrie und den Oligopolen des Einzelhandels. Klar sollte sein, dass nur wenige „industrielle“ Landwirte, insbesondere im Hochlohnland Deutschland, in diesem Machtgefüge mittelfristig faire Preise zu erwarten haben, die auch langfristige Berufs- und Investitionsentscheidungen rechtfertigen.

            Was empfehlen Sie dem großen Rest bäuerlicher Betriebe, insbesondere in Mittelgebirgsregionen, die weder von der Natur und schon gar nicht (mehr) durch notwendige Infrastrukturen (Molkereien, Schlachthöfe,Erfassungshandel) begünstigt sind?
            Einzelne können Chancen in den Nischen finden. (DV,Bio,artgerechte Tierhaltung,usw.) Das ist auch gut so.
            Aber der Erfolg erfordert auch das „gesellschaftliche Grundrauschen“ für diese Marktalternativen durch BürgerInnen, die den NGOs näher stehen als dem großen Agrobuissines.
            Und noch wichtiger ist das Eintreten für den Erhalt und die gesellschaftlich sinnvolle Verteilung von Agrarsubventionen.
            Hier braucht auch der aktuelle Landwirtschaftsminister eine breitere gesellschaftliche Rückendeckung; es sei denn er will auch hier als „TuNix-Minister“ in die Analen eingehen.

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            • Reinhard Seevers sagt

              „Was empfehlen Sie dem großen Rest bäuerlicher Betriebe, insbesondere in Mittelgebirgsregionen, die weder von der Natur und schon gar nicht (mehr) durch notwendige Infrastrukturen (Molkereien, Schlachthöfe,Erfassungshandel) begünstigt sind?“
              Empfehlungen werden wohl kaum jemandem helfen….was empfehlen Sie denn der deutschen Industriegesellschaft in Gänze?
              Die gesamte Form unseres Wirtschaftens steht vor einem Umbruch und keiner hat eine Idee, wie es gehen soll. Die Bauern sind die letzten, die Berücksichtigung finden werden es müssen Millionen Menschen so ausgestattet sein, dass es keinen Bürgerkrieg gibt. In naher Zukunft gilt: jeder ist sich selbst der nächste.

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    • Sonja Dengler sagt

      Dietmar Groß: Die ewig verbreitete Angst vor einer Überbevölkerung, die uns alle in den Hungertod treibt, ist seit Prof Malthus schon längst überholt – man kann es ruhig „Futterneid“ nennen, auf jeden Fall ist es eine Ideologie. Dieselben Konzerne, die die Überbevölkerung behaupten, bereichern sich an 73 Millionen Abtreibungen/Jahr und es sind auch dieselben, die den Bauern ihre Daseinsberechtigung absprechen und Landwirtschaft künftig unter Glas betreiben wollen, zu der man nur noch angelernte Kräfte benötigt.
      Die NGOs werden m.E. völlig zu Recht angegriffen, denn sie sind ja nur das Sprachrohr dieser Ideologen. Ihr Leserbeitrag ist KI-zusammengestrickt und sinnlos.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      @Dietmar Groß: „ Deshalb finde ich die permanenten Attacken auf NGOs in diesem blog(bei berechtigter Kritik im Detail) töricht“.

      Herr Groß, töricht ist als NGO zu glauben, dass wenn man hier immer strengere Auflagen in Umwelt- und Tierschutz fordert und damit die heimische Landwirtschaft unterstützen würde – das Gegenteil ist der Fall! Es ist ein Bärendienst an Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz. Die NGO wollen ihr Geldspender (Verbraucher) nicht verärgern und sagen deshalb nicht deutlich: „Ihr Verbraucher seid mit euren Einkaufsverhalten verantwortlich für die Art der Produktion, und sonst niemand!“

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    • Christian Bothe sagt

      DG: Lese gerade Ihre “geistigen Ergüsse” zu NGO etc. Keine hochentwickelte industrielle LW braucht solche Organisationen( 551 soll es geben, vom Staat subventioniert…)! In den letzten Jahren hat sich die LW rasant entwickelt und zu einem zuverlässigen Partner des LEH mittels Verarbeitungsbetriebe entwickelt! Auch wenn die Preisgestaltung ( wie gerade aktuell) katastrophal scheint! Was Ihre Aussage zur Ukraine betrifft, hoffe ich das die nie Mitglied der EU werden! Wie H.Schmidt
      mal sagte:…was hat die Ukraine in der EU verloren…” Ungarn zeigt gerade den Weg auf, was momentane Importe aus der Ukraine betrifft!

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  5. Kemetbauer sagt

    Das ist dann wohl das endgültige Eingeständnis, dass die DDR-Landwirtschaft überlegen war. Schon 1963 wurde auf dem VI. Parteitag der SED festgelegt, dass, unter dem Motto: „Umfassender Aufbau des Sozialismus“, die weitere Entwicklung der Landwirtschaft in eine weitere Intensivierung mit allmählichem Übergang zu industriemäßigen Produktionsmethoden zu erfolgen habe. Was daraus geworden ist, wissen wir alle.
    Während man auf dem Acker den Eingangsthread zu diesem Thema vielleicht noch ansatzweise nachvollziehen kann, würde er in der Veredlung die Entwicklung der letzten 40 Jahre komplett ad absurdum führen. Nein, wir brauchen nicht konzentriert, da wo es besonders einfach geht, eine intensive Landwirtschaft sondern dort, wo ldw. Produkte besonders stark nachgefragt werden. Wo wir heute noch Gunstlagen haben, kann schon morgen durch Versalzung (Bewässerung), Trockenheit (Magdeburger Börde im Regenschatten des Herzes), steigende Wasserstände (Marschen) oder andere Veränderungen auch klimatischer Art, die Landwirtschaft sehr schwierig werden. Wir sollten vielmehr stärker an der Fruchtbarkeit unserer Böden arbeiten (Humusbildung), um die Lebensmittelerzeugung vor Ort erhalten zu können.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Das Problem ist nur, auch wenn ich Ihre Ansicht im Grundsatz teile, dass die Vier „Großen“ sich im Einkaufsverhalten nur marginal um regionale Erzeugung kümmern. Wenn „Gunstgebiete“ (meist auch von den Löhnen her) durch Gegebenheiten verschiedener Art „günstiger“ erzeugen, wird dort eingekauft. Marokko ist bei Obst und Gemüse offensichtlich ein „Gunstgebiet“, ebenso der ägyptische Kartoffelanbau mit tertiärem Wasser. Das gleiche gilt für die Folienmeere von Almeria.

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      • Kemetbauer sagt

        @TB
        Wir müssen, um uns nicht misszuverstehen, eine Definition von „Gunstgebiet“ vornehmen. Ich gehe von den natürlichen Bedingungen aus. Wirtschaftlich betrachtet müssen wir natürlich die sozialen Fakten mit berücksichtigen. Diese können sich jedoch ganz schnell grundlegend verändern. Dass sich auch die natürlichen Bedingungen verändern, können wir an den Klimafaktoren festmachen. Fehlt das Wasser, macht sich der Löß vielleicht wieder auf den Weg. Dann könnten neue Gunstregionen entstehen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Fehlt das Wasser, macht sich der Löß vielleicht wieder auf den Weg. Dann könnten neue Gunstregionen entstehen.“

          Ja klar, dann lass uns in 5000Jahren darüber noch einmal diskutieren, gelle. Bis dahin genießen wir endlich die Sonne und die Wärme, die uns seit über 8 Monaten gefehlt hat….Prost.

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      • Kemetbauer sagt

        @TB
        Würde sich die Landwirtschaft ihrer Möglichkeiten bewusst, müssten sich die vier „Großen“ mit ganz anderen Umständen arrangieren. Das marktferne Bewusstsein vieler Landwirte lässt den LEH solche Umstände allerdings nicht erwarten. Die Abliefermentalität hat die heutigen „Großen“ erst groß gemacht.

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        • Bauer Willi sagt

          @Kemetbauer
          Die Bio-Branche hat uns vorgemacht, wie man sich selbst kastriert. Wenn Sie mit sich selbst ehrlich sind, werden Sie zugeben, dass es ein Fehler von Bioand und Co. war, sich den „Big Four“ an den Hals zu werfen.
          Ich war vierzehn Jahre im Vorstand einer Genossenschaft mit 1.000 Miitgliedern. Ich wüsste gerne Ihr Rezept gegen die von Ihnen genannte „Abliefermentalität“. Wo ist die bei Weizen, Raps und Zuckerrüben?

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            • Kemetbauer sagt

              @BW
              Entschuldigung aber das Wetter ist zu schön, um hier zeitnah antworten zu wollen. Da ich nicht nur ein das schöne Wetter liebender Landwirt sondern auch noch biker bin, können Sie mir die verspätete Reaktion vielleicht nachsehen.
              Ja, ich habe schon in 2016 davor gewarnt, sich mit dem konv. LEH ins Bett zu legen. Damals gab es einen großen Warenüberhang, der abgebaut werden sollte. Man hatte, auf Deubel komm raus produziert, natürlich auch um sich Marktanteile und damit auch Bedeutung sichern zu können und nun stand man vor dem Berg und die bis dato vermarktenden Einrichtungen wurden den Kram nicht los. Schon damals hatte ich gesagt, dass uns das Genick brechen würde. Leider kam es genau so. Ein Gutes allerdings hat die heutige Situation, wenn ich auf meine Warnung von damals hinweise, verstummen die Sesseletagen. Mich tangiert die Entwicklung nur peripher. Ich könnte meine Tiere auch konventionell vermarkten. Die Einbußen wären sehr gering. Die Zahl der Rinderhalter reduziert sich augenblicklich stärken als in den letzten 20 Jahren. Mir soll das recht sein.

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              • Bauer Willi sagt

                @Kemetbauer
                Danke, dass wir uns in diesem Punkt einig sind. Auch ich habe es damals bedauert, dass man die Entscheidung zur Vermarktung über die Discounter und Supermärkte gewählt hat. Damit war die Austauschbarkeit mit anderen Produzenten besiegelt.

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          • Andreas sagt

            @Dr.W.
            bei uns Bio-Milchbauern funktioniert die Marktregulierung seit Jahrzehnten überraschend gut.
            Während der Biomichpreis im letzten Jahr um 0,3 Cent auf 65,2 Cent zurückgegangen ist, liegt der konventionelle Milchpreis nur noch bei 39,6 Cent pro kg.
            Quelle: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Nein, wir brauchen nicht konzentriert, da wo es besonders einfach geht, eine intensive Landwirtschaft sondern dort, wo ldw. Produkte besonders stark nachgefragt werden.“………
      ……
      „Wir sollten vielmehr stärker an der Fruchtbarkeit unserer Böden arbeiten (Humusbildung), um die Lebensmittelerzeugung vor Ort erhalten zu können.“
      Aus den Zeilen ergibt sich dann für mich: Ackern im Tiergarten mit Humus aus Trockentoiletten…..oder wie soll man das zusammenbringen? Schulterzuck.

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      • Kemetbauer sagt

        @RS
        Sie müssen das gar nicht „zusammenbringen“. Genießen Sie einfach Pfingsten.

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    • Christian Bothe sagt

      Kemetbauer: Nur die intensive LW kann kontinuierlich Nahrungsmittel ökonomisch produzieren! Betrifft sogar Bioprodukte wie Dennree es mit ihrem 6000 ha Betrieb als Tochterunternehmen beweist( hat auch etwas mit Listung im LEH zu tun u.a.)! Auch in der DDR haben wir industriell produziert! Habe selbst ein 1200 ha Betrieb geleitet und später 10000 MS gemanagt, eine KAP / VEG (P)mit 3300 ha LN mit gegründet! War ja damals nicht ganz einfach aber erfolgreich, und Voraussetzung für die Bildung von Großbetrieben nach der Wiedervereinigung in Form von AG/GmbH und grosse Wiedereinrichter! Ich rede jetzt von 2000 ha und Betriebe mit 4000ha und industrieller Tierproduktion, nachhaltig geführt mit modernsten PM!

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      • Kemetbauer sagt

        @CB
        Ach Herr Bothe, Sie wissen es natürlich auch besser. Die aktuelle Situation im Ackerbau ist alles andere als erbaulich. Teurer Dünger, teure, wenn überhaupt verfügbare entsprechende PSM, teurer Diesel und beschis… Preise. Was soll da ökonomisch funktionieren? Für das nächste Jahr müssen, zumindest hier in der Region, viele Landwirte auf spezielle Kulturen setzen, um mit den in diesen zugelassenen PSM dem AFU Paroli bieten zu können. Aber wo sollen denn Mais, Erbsen, Ackerbohnen und andere „Exoten“ hin vermarktet werden?
        Soll ich mit der Veredlung weitermachen? Schweinepreis? Milchpreis? Selbst die Rindfleischpreise befinden sich im Sinkflug. Natürlich, man kann sich auch etwas vormachen. In jedem Sommer gibt es eine Nachfrageloch beim Rindfleisch. Normalerweise geht es dann im September wieder aufwärts mit den Erzeugerpreisen aufgrund der wachsenden Nachfrage. Damit würde ich in diesem Jahr nicht unbedingt rechnen. Den Konsumenten fehlt es an dem Stoff, der zwischen Zeigefinger und Daumen quantifiziert wird. Und das wird vermutlich auch noch einige Zeit so bleiben, bzw. es wird sich noch verschlechtern. Grundsätzlich gilt es die Kosten im Griff zu haben. Das reicht aktuell aber nicht. Es müssen mehr Kostenpositionen auf den Prüfstand. Manch liebgewonnene Ausgabe hat jetzt keine Berechtigung mehr. Gerade im Technikbereich trifft das manche Berufskollegen sehr hart. Wer sich jetzt nicht diszipliniert, der dürfte zukünftig andere Einkommensmöglichkeiten für sich erschließen müssen.

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    • Christian Bothe sagt

      KB: „Was daraus geworden ist, wissen wir alle.“ Eine hervorragende Basis für konventionelle industriemässige LW ( Pflanzen-und Tierproduktion) im Osten des Landes mit Investitionen in Größenordnungen! Damit wurden auch Fehler der DDR – LW behoben,was die Trennung von Tier-und Pflanzenproduktion betrifft!

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      • Kemetbauer sagt

        @CB
        Vor einigen Wochen wurde, in der Bauernzeitung, über eine insolvente Agrargenossenschaft in Thüringen berichtet, die vor 3 Jahren von einer bayerischen Bauernfamilie übernommen wurde. Die Agrargenossenschaft hatte es nur auf eine Milchleistung von 9 Tsd. Liter Milch gebracht. Innerhalb von 2,5 Jahren hat die Bauernfamilie die Leistung auf 11,5 Tsd. Liter gesteigert. Da hat es wohl mit der LPG-Nachfolgeorganisation nicht so recht funktioniert. Andererseits, die durchschnittliche Milchleistung lag zur Wendezeit in der DDR bei 6,8 Tsd. Liter. Immerhin hatte es die Agrargenossenschaft auf 9 Tsd. Liter gebracht. Allerdings in fast 35 Jahren. Da waren die Voraussetzungen wohl doch nicht so gut gewesen; oder die Nachfolger waren nicht gut gewesen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ich finde es langsam peinlich, sich auch noch nach 35Jahren gegenseitig eine ursprüngliche Form der Bewirtschaftung vorzuhalten…..beide Systeme haben und hatten ihre Vor- und Nachteile aus denen die meisten Leute gelernt haben….die meisten, scheinbar nicht alle.🥴

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          • Kemetbauer sagt

            @RS
            Wo halte ich Herr Bothe die Landwirtschaftsform der DDR vor? Es geht um die Kritik an den Systemen. Auf das jeweilige System hatten und haben, wie man augenblicklich wieder erkennen kann, die darin tätigen Landwirte kaum einen Einfluss. In der DDR war das Landwirtschaftssystem politisch oktroyiert und hier im Westen haben die Landwirte, in Verkennung eventueller Folgen, sich weitgehend die Möglichkeiten der Gestaltung der Landwirtschaftsform leichtfertig aus der Hand nehmen lassen. Die Folgen auf beiden Seiten kennen wir. Mangel auf der einen Seite und Überfluss, bei schlechten Erzeugerpreisen, auf der anderen Seite. Jetzt scheint sich das aktuelle System wieder grundlegend zu verändern weil die Landwirte sich komplett abhängig gemacht haben von fossilen Energieträgern (Dünger/PSM/Diesel). Ob aus dieser Situation, wie zu DDR-Zeiten, wieder Mangelsituationen resultieren werden, kann derzeit niemand sagen. Das Potenzial dazu ist erkennbar.

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            • Christian Bothe sagt

              KB: Muss nochmal einhaken:Von welchem Mangel in der LW der DDR reden Sie eigentlich ständig?

              • Kemetbauer sagt

                @CB
                Schauen Sie doch einfach z.B. mal nach unter http://www.bpb.de/DDR-Kompakt/Lebensmittelversorgung, da wird Ihnen die DDR-Wirtschaft näher gebracht.
                Dass ein himmelweiter Unterschied zwischen der Lebensmittelversorgung der in der Landwirtschaft Beschäftigten und z.B. der Stadtbevölkerung bestand, werden auch Sie nicht abstreiten wollen. Falls doch, wirkt die DDR wohl noch nach.
                Schon fast lustig ist, dass die Produktivität der DDR-Landwirtschaft, in den 50er Jahren, aufgrund der Bodenreform um fast 50%, verglichen mit dem Vorkriegsdaten, zurückgegangen war. Bis zur Wende lag dieser Wert bei ca. 70% des Westwertes. Wieso eigentlich?

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                • Christian Bothe sagt

                  KB: Wo haben Sie bloß gelebt, wenn Sie solche Erinnerungen haben? Auch zur Ökonomie in der LW der DDR gab es große Unterschiede in den Ergebnissen der Betriebe! Die Eigentumsformen und Investionen waren dafür entscheidend! Habe das ja intensiv mitgestalten können, worauf ich auch stolz bin! Mein letzter Betrieb, ein ehemaliges Stadtgut/VEG Mast hat jährlich Mill.Gewinn erwirtschaftet!
                  KB: Sollten unsere Diskussion darüber beenden, weil es andere Bloger nicht unbedingt interessiert…

                • Kemetbauer sagt

                  @CB
                  Ihr letzter Satz ist für mich kein Grund, um eine Diskussion hier zu beenden. Hier gibt es genügend Kommentare, die mich überhaupt nicht interessieren. Aber, unsere Positionen liegen zu weit auseinander, als dass wir uns verständigen könnten. Belassen wir es dabei.

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                • Ostbauer sagt

                  Soo.. einfach kann man es sich auch wieder nicht machen.
                  Das Ernährunssystem der DDR war auf Selbstversorgung mit Grundnahrungsmittel ausgerichtet, welche die damalige Landwirtschaft auch erfüllt hat; mehr macht sie heute auch nicht.
                  Faktoraustattungen waren zwischen LPG und VEG sehr unterschiedlich. ( vergisst CB immer gerne).
                  Produktivitätsverluste hatten verschiedene Ursachen.
                  Mit 80 kg N/ha Zuteilung konnte man auch keine großen Sprünge machen und der Verlust der Eigentumsbindung tat sein Übriges.
                  Wenn auch nachweislich vieles im Argen lag, an der Landwirtschaft ist die DDR nicht zu Grunde gegangen.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  „Wenn auch nachweislich vieles im Argen lag, an der Landwirtschaft ist die DDR nicht zu Grunde gegangen.“

                  Hätten die LPG-Tier nur ausreichend Material zur Verfügung bekommen, hätte die DDR uns damals in den Sack gesteckt. Die Grundlagen für eine produktionstechnisch- und Seuchenhygienisch optimierte Erzeugung lag vor, konnte nur nicht adäquat umgesetzt werden. Zu der Zeit fuhren im Westen noch Bauern mit dem Deckeber zur Sau und nach dem Akt machte das Bâuerlein am Dorfkrug ein Päuschen……😎…schön war die Zeit.

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            • Reinhard Seevers sagt

              „In der DDR war das Landwirtschaftssystem politisch oktroyiert und hier im Westen haben die Landwirte, in Verkennung eventueller Folgen, sich weitgehend die Möglichkeiten der Gestaltung der Landwirtschaftsform leichtfertig aus der Hand nehmen lassen.“

              Beides Systeme waren politisch oktroyiert, das westliche anders zu konnotieren hilft da nicht. Das Beste aus beiden System zu denken wäre mal eine Herausforderung…ohne Vorwürfe und Vorurteile. Sozialismus führt am Ende immer zu Mangelwirtschaft, das ist systemimmanent. Überfluss führt zu Einkommenseinbußen durch nicht schaffbarer Wettbewerb und in der Folge zu Betriebsstillegungen…was ist jetzt besser?

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              • Kemetbauer sagt

                @RS
                Wo liegt das Problem, wenn Betriebe auslaufen/stillgelegt werden? Solange die zukünftig ehemaligen Betreiber das Vermögen konserviert haben, ist doch alles in Ordnung. In der gesamten außerlandwirtschaftlichen Wirtschaft haben wir das „Sterben“ der Betriebe als notwendig begriffen, bzw. einfach hingenommen. Nur in der Landwirtschaft benötigen wir eine gewisse Theatralik, um diese Vorgänge zu beschreiben. Eine Mangelwirtschaft hat da ganz andere Auswirkungen.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Ich habe nie etwas anderes behauptet, als dass der Wandel zum marktwirtschaftlichen Kapitalismus gehört. In der Logik des Systems liegt aber eben auch, dass es sich irgendwann ausgemendelt, weil keine Konzentration mehr möglich sein kann. Dann kippt das System und es muss etwas ganz neues her. Der Sozialismus ist lediglich früher am Ende…..Mangelwirtschaft kann man sich derzeit im Gesundheitssystem ansehen. Letzte Woche im Kreiskrankenhaus, vier Patienten müssen tagelang auf dem Flur liegen weil alle Betten belegt sind. Patienten werden mit manipulierten Krankenberichten entlassen, damit Betten frei werden. Der Hausarzt ist nicht erreichbar, weil Feiertag, in der Bereitschaftsambulanz praktiziert ein 81jähriger Arzt….usw…..
                  Vielleicht sollte man sich das System schön-saufen?

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                • Inga sagt

                  da müssteman

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                  anrufen.

                  Aber wer will denn schon Verantwortung übernehmen und sich ein Unternehmen oder Praxis an das Bein binden.
                  Das schmälert doch die Lebensqualität

            • Karl Timme sagt

              Reinhard, wir hatten auch einen Deckeber. Nicht der Eber wurde zur Sau getrieben, die Sau wurde zum Eber getrieben. Wenn sie nicht gestanden hat kam die Bäuerinn am nächsten Tag noch einmal.

        • Christian Bothe sagt

          KB: Letzteres stimmt, kenne den Betrieb…Es wird wie in allen Branchen in der Marktwirtschaft immer so etwas geben( gewollt oder ungewollt)…Die LW und NGW ist da keine Ausnahme…
          Gibt natürlich auch andere Beispiele wie sich eine LPG/VEG ( mein Beitrag gestern) nach der Wende entwickelt haben…

    • Inga sagt

      Ja,
      das war industrielle Landwirtschaft.
      ich muss meiner Cousine, der Frau Lehrerin, dir so stolz auf unsere Industrie und ihren Erfolg ist, erklären,
      dass es neben der Industrie noch mehr gibt, nämlich die Ökologie

      und die muss von der Landwirtschaft so gut wie möglich
      in Stand gehalten werden.

      Was anderes, ein privat geführter Betrieb ist eben erfolgreicher, als ein sozialistisch geführter, oder?

      • Christian Bothe sagt

        Inga: Ob letzteres stimmt, bezweifle ich allerdings! Gilt aber nicht überall! War gerade wieder in einer AG( einem runden Betrieb) mit enormen Eigenkapital und hervorgegangen aus einer LPG! Na ja ist eben auch hier im Osten sehr regional unterschiedlich…

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  6. Karl Timme sagt

    Frohe Pfingsten!
    Die Nahrungsmittelproduktion ohne LN (Landwirtschaftliche Nutzfläche) ist kostenmäßig unschlagbar. Allerdings gibt es starke Bestrebungen der Landwirtschaft diese LN zu entziehen (Moorvernässung, Photovoltaig, Naturschutzgebiete, Renaturieungen, Einschränkungen der Ldw Nutzung wie durch rote Gebiete und vieles mehr).
    Die Alternativen Nahrungsmittelproduktionen werden so Stück für Stück einer Kostendeckenden Produktion näher gebracht.

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  7. Jek sagt

    Guten Morgen
    Die Kosten bei der industriellen Landwirtschaft steigen vielleicht nicht ganz linear, aber sie steigen auch bei größerer Menge.
    Bei meinem Betrieb konventionell 100 Milchkühe,3 Fremdarbeitskräfte alle 2 Wochen 6 Tonnen Kraftfutter dazu monatlich 2000,-€ Tierarzt kosten.
    Umsatz war hoch.
    Jetzt Bio Betrieb mit 50 Milchkühen ca 12 Tonnen Kraftfutter im Jahr ( über den Winter) eine Fremdarbeitskraft Futter Bergung reduziert Gülle Ausbringung halbiert.
    Tierarzt kosten im Monat nun ca 400,-€.
    Strom und Wasser Verbrauch fast halbiert.

    Lohn für Betrieb nicht sehr viel weniger, die Verantwortung aber gesunken.
    Also verständlich, dass Ich keinen großen Betrieb beneide, ich wünsche jedem das er Erfolg hat.
    In diesem Sinne schöne Pfingsten.

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    • Arnold Krämer sagt

      .. mit Verlaub: 100 Milchkühe vermutlich mit Nachzucht und 3 Fremd-Arbeitskräfte. Und der Betriebsleiter will auch noch ein Arbeitseinkommen oder aber Unternehmergewinn erhalten. Das kann wirklich nicht passen.
      Die Kostenstruktur in der Milchviehhaltung ist aber auch sehr komplex . „Fehler“ beginnen im Futterbau, gehen über die Kaelber- und Färsenaufzucht bis in die eigentliche Milchviehhaltung hinein. Insofern haben schon die Flächenkosten (Pachtanteile, Pachtpreise, Naturalerträge) eine hohe Bedeutung für die späteren Produktionskosten je kg Milch.

      Ich wünsche allen Frohe Pfingsten, werde jetzt urlaubsbedingt aber nicht weiter kommentieren, auch wenn das Thema reizt.

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      • evonik sagt

        SEMEX hat vor bald 20 Jahren mal einen kan. Farmer durch die deutschen Lande gefahren. Der sagte damals, dass 60 MK pro Arbeitskraft das Optimum seien.

        Da haben 3 Brüder einen Betrieb mit 200 Kühen bewirtschaftet und von deren Kindern wollte auch nur eines im Betrieb bleiben.

      • Smarti sagt

        Herr Krämer, JEK hat einen Reitbetrieb mit Reitschule und etwa 40 Pensionspferden „vergessen“, der ebenfalls dazu gehört mit den aufgezählten Angestellten. Früher waren auch viele Renovationen und viel Mithilfe bei Bauarbeiten zu stemmen, das nehmen wir heute gemütlicher.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Dann macht das ja Sinn, konventionell abzurüsten und ökobasiert abzugreifen. Pferde und bio- Milch passt gut zusammen, die feminine Klientel honoriert beides gern . Ist aber irgendwie kein Maßstab für eine vergleichende betriebswirtschaftliche Analyse, finde ich

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  8. Jürgen Donhauser sagt

    ……nicht zu vergessen, auch alle Technologien die in Fabriken „Nahrungsmittel“ durch Insekten, Pilzen oder Bakterien herstellen, benötigen landwirtschaftliche Pflanzen oder deren Abfälle als Grundstoff oder Nährlösungen um wachsen zu können. Es gibt zwar inzwischen auch andere Ansätze, aber die natürliche Photosynthese ist kostenmäßig immer noch unschlagbar.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Jede Form der Erzeugung orientiert sich an der Verfügbarkeit und den Kosten von Energie. Was am Ende wirkmächtig sein wird, wird daran gemessen. Sobald jede Form der Subventionierung fallen sollte, wird sich das komplett neu sortieren. Wenn nun offene globale Märkte mitspielen, wird sich der Preiswertere durchsetzen. Die Zukunft für unsere Landwirtschaft steht damit fundamental in Frage. Da ist es auch egal, ob einige Wenige versuchen, technologisch Salat anzubauen….denke ich.

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    • Inga sagt

      alles kommt von der Erde
      aus dem Boden, dem Land

      und das muss der Landwirt ernten.
      Neben der Landschaftspflege.

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