Natürlicher Zucker, Industriezucker und die Zuckersteuer
Es gibt eine hitzige Debatte darüber, ob „natürlicher“ Zucker besser ist als der weiße – von diversen Kreisen auch „Industriezucker“ genannte – aus der Tüte. Chemisch und ernährungsphysiologisch betrachtet ist die Antwort jedoch einfach: Für den Körper macht es kaum einen Unterschied, woher die Saccharose stammt. 1. Die Chemie: Zucker bleibt Zucker Ob im Apfel oder in der Cola – die Moleküle sind identisch. Der handelsübliche Kristallzucker (Saccharose) besteht zu jeweils 50 % aus Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker). In den meisten Früchten liegt genau diese Kombination ebenfalls vor. Sobald der Zucker den Dünndarm erreicht, spaltet der Körper die Saccharose in ihre Einzelteile auf. Die Leber und die Zellen „wissen“ nicht, ob die Fruktose gerade aus einer Bio-Birne oder einem Gummibärchen stammt. Die biochemische Umsetzung, insbesondere der Stoffwechsel in der Leber, bleibt bei gleicher Menge identisch. 2. Der „Natürlichkeits-Fehlschluss“ Oft wird argumentiert, dass Fruchtzucker gesund sei, weil er aus der Natur kommt. Doch isolierte Fruktose, die oft als Süßungsmittel verwendet wird, ist exakt derselbe Stoff, der in Obst für Süße sorgt. Die Menge macht das Gift: …










