Jahr: 2026

Das Wort zum Sonntag…

Die Reaktionen auf meinen Artikel von Montag hatte ich so nicht erwartet. Zum einen, weil diese durchweg positiv waren (was mich gefreut hat), zum anderen, weil er als eine Art „Abschiedsbrief“ interpretiert wurde. Wie im Text beschrieben, werde ich kürzer treten,“einen Gang runterschalten“ aber nicht „den Mund halten“. Alle, die das erwartet hatten, muss ich enttäuschen. 🙂 Damit eine gewisse Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit in die Texte kommt, habe ich geplant, jeweils am Samstag einen Text zu veröffentlichen, der dann am Sonntag und nachfolgenden Tagen kommentiert werden kann. Wenn es genügend Material gibt, werde ich zusätzlich mittwochs einen weiteren Text zur Diskussion stellen. Damit bleibt der Blog (hoffentlich) lebendig. Und wenn es dann noch etwas ganz Wichtiges sein sollte, erlaube ich mir, mich dazwischen auch noch zu Wort zu melden. Aber es soll ja nicht in Arbeit ausarten… 🙂 Wenn Ihnen als Leser interessante Themen auffallen, die Sie gerne diskutiert haben wollen, können Sie dies hier in den Kommentaren tun oder per Mail an willi@bauerwilli.com. Aktuell bin ich unterwegs nach Raisting am Ammersee. Vergangene Woche war …

Elf Jahre Bauer Willi – Zeit, einen Gang runterzuschalten

Am nachfolgenden Text habe ich seit langem gearbeitet. Ich habe ihn immer wieder umformuliert, Zeilen gestrichen, andere ergänzt. Vermutlich ist er immer noch nicht ganz fertig, aber er muss jetzt raus.  Liebe Freunde, Wegbegleiter und treue Leser, alles hat seine Zeit. Am 12. Januar 2015, also vor genau elf Jahren habe ich den ersten Beitrag auf diesem Blog veröffentlicht. Mein Ziel war es immer, Brücken zu bauen – zwischen der Landwirtschaft und den Verbrauchern, zwischen Stall und Supermarkt. Nach über einem Jahrzehnt intensiver Debatten und wunderbarer Begegnungen habe ich mich entschlossen, das Projekt „Bauer Willi“ in seiner bisherigen Form nicht weiterzuführen. Elf Jahre sind in der digitalen Welt eine Ewigkeit, und ich merke, dass es Zeit ist, einen Gang runterzuschalten. Ein Rückblick voller Dankbarkeit Wenn ich heute zurückblicke, bin ich stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben. Der Blog und seine vielen Kommentatoren haben der Landwirtschaft ein Gesicht und eine Stimme gegeben und hitzige Debatten durch echte Einblicke geerdet. Dass heute etwas anders über die Arbeit auf dem Acker und im Stall gesprochen wird, …

Mercosur…Merz…Mist…

Nach 25 Jahren Verhandlung wurde das Mercosur–Abkommen von seiten der EU-Kommission verabschiedet. Das EU-Parlament muss noch zustimmen. Deutschland hat dem Abkommen zugestimmt, Frankreich, Polen, Ungarn, Österreich und Irland votierten dagegen.  Damit es wirksam wird, muss das EU-Parlament es noch absegnen. https://www.deutschlandfunk.de/eu-staaten-billigen-mercosur-abkommen-unterzeichnung-steht-bevor-100.html Bundeskanzler Merz begrüsst, dass das Abkommen nun unterzeichnet werden kann. https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pressemitteilungen/bundeskanzler-merz-zur-einigung-zum-eu-mercosur-abkommen-2402138 Mit keinem Wort erwähnt er, dass die Landwirte aus ganz Europa vehement protestiert haben. Er verhält sich wie die ehemalige Kanzlerin Merkel: beide hatten und haben für diese Branche nichts übrig. Was bei Merz jedoch hinzukommt: er macht sich nicht einmal die Mühe, die Kritik der Landwirtschaft aufzunehmen und zu erklären, warum er trotzdem für Mercosur gestimmt hat. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass Länder wie Frankreich, Polen oder auch Österreich dagegen votiert haben. Diesen Regierungen sind ihre Landwirte noch etwas wert. Zugegeben: die französischen Bauern haben radikaler demonstriert, wenn man das Abkippen von Mist denn als radikal bezeichnen will. In Deutschland haben die Bauern offensichtlich inzwischen resigniert. Es waren nur noch wenige am 8. Januar auf der Strasse. https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/mercosur-kompromiss-warum-immer-noch-bauern-protestieren,mercosur-136.html Von Seiten …

Zuckersteuer?

Diese Pressemitteilung habe ich von gleich zwei Verbänden bekommen. Es freut mich, dass man die Initiative ergreift. Sehr geehrter Herr Dr. Kremer-Schillings, der Lebensmittelverband Deutschland und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) starten ihre Kampagne „Kein echter Norden ohne Zucker“. Mit der Initiative reagieren die Verbände auf aktuelle politische Vorschläge der schwarz-grünen Landesregierung in Schleswig-Holstein zur Einführung einer Zuckersteuer. Ziel der Kampagne ist es, eine sachorientierte Debatte über Ernährungspolitik zu fördern und populistische Ansätze, die in die Rezepturhoheit der Lebensmittelhersteller eingreifen, entschieden zurückzuweisen. Eine staatliche Abgabe würde ohne nachweislichen gesundheitlichen Effekt genau diesen Kern der Produktentwicklung treffen. Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer von Lebensmittelverband und BVE betont: „Im Norden weiß man, was gut schmeckt. Eine Zuckersteuer braucht hier niemand. Die Rezepturhoheit gehört in die Küche der Lebensmittelhersteller und nicht in politische Debattenräume. Der gesundheitliche Nutzen solcher Steuern ist fraglich. Keine der oft angeführten Modellierungsstudien erfüllt die wissenschaftlichen Anforderungen, die für politische Entscheidungen nötig wären. Eine echte Verbesserung für die Lebensqualität der Menschen erreicht man nur durch Bildung, Bewegung und ein vielfältiges Angebot.“ Mit dem Claim „Kein echter …

NABU verkauft Fleisch einer ausgestorbenen Rasse

Genau genommen ist es nicht der NABU, sondern die NABU-Agrar-Umwelt gGmbH, die Fleisch vom „Auerochsen“ verkauft. https://www.nabu-agrar-umwelt-gmbh.de/fleischverkauf/fleischverkauf-heckrind/ Tatsächlich handelt es sich aber um das Fleisch des Taurusrindes, dass eine Rückzüchtung darstellt. Der NABU e.V. stellt nämlich selber fest, dass der Auerochse ausgestorben ist. https://rlp.nabu.de/natur-und-landschaft/beweidungsprojekte/auerochse/index.html Quellen geben das Jahr 1627 an. Und so lange wird sich das Fleisch ja nicht gehalten haben. 🙂 Von daher handelt es sich im streng juristischen Sinne um Verbrauchertäuschung. Aber das ist bei einer NGO nun nicht wirklich ungewöhnlich, schließlich dient es ja einem guten Zweck  🙂 Verkauft wird das 10-Kilo-Paket mit verschiedenen Fleischstücken zum Preis von 160 €.

Die nächste Generation…

Die Seite „BioWissKomm“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, über Biologie wissenschaftlich zu kommunizieren, eben bio-wiss-komm. Der aktuelle Beitrag von Wolfgang Nellen beschäftigt sich mit der Stellung der „Neuen Züchtungstechniken“ in Europa und der Welt. Diese sind die nächste Generation (der Züchtung), aber mit Sicherheit nicht die letzte (Generation). Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Hier ein Zitat aus dem Artikel: „Landwirtschaft mit gentechnisch optimierten Pflanzen hat sich in einigen Fällen bereits durchgesetzt und wird sich weiter und immer schneller durchsetzen. Dass Europa eine Insel der „Gentechnikfreiheit“ wird, ist äußerst unwahrscheinlich und gewiss nicht zielführend. Es ist nur eine Frage, ob Europa dazu einen Beitrag leisten und damit auch Einfluss auf sinnvolle Regulierung nehmen will.“ In eigener Sache: Ich bin von Dienstag morgen bis Freitag abend unterwegs zu Vorträgen. Es kann deshalb mit dem Freischalten von Kommentaren etwas dauern.

Nebenerwerbslandwirt…

„Der ist ja nur ein Nebenerwerbslandwirt“. Haben Sie diesen Satz auch schon mal gehört? Ich schon, denn ich war mein Leben lang „nur ein Nebenerwerbslandwirt“. Was kaum einer weiß: mittlerweile werden mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe im Nebenerwerb bewirtschaftet. Statistisch gesehen sind somit Vollerwerbsbetriebe in der Minderheit. Der nachfolgende Link nennt die Zahlen, auch aufgeschlüsselt nach Regionen, denn da sind deutliche Unterschiede festzustellen. https://www.topagrar.com/betriebsleitung/news/starker-trend-hin-zum-nebenerwerb-landwirte-immer-alter-20021821.html? „Nur“ Nebenerwerbslandwirt zu sein hört sich nicht gut an, besonders wenn der Spruch von Berufskollegen kommt. Er hat irgendetwas Abwertendes, so als wäre man nicht ganz „für voll zu nehmen“. Wie denken wohl unsere Mitbürger darüber? Meine Erfahrung: es interessiert sie nicht. Wenn ich nachmittags mit dem Trecker übers Feld fahre, bin ich für sie genau so ein Bauer/Landwirt wie jeder andere auch. Gut, mein Trecker ist vielleicht etwas kleiner und auch etwas älter. Aber das macht mich nicht unsympathischer. So wie der Bauer auf dem Bild macht es übrigens heute keiner mehr. Zumindest nicht in Deutschland. Nicht mal ein Nebenerwerbslandwirt….

Kampf ums Saatgut…

Zugegeben: wenn ich den Begriff „geheime Weltmächte“ lese, denke ich zuerst an krude Verschwörungstheorien. Wenn der Begriff vom ZDF in der Überschrift einer Doku verwendet wird, sollte man einmal nachschauen https://www.zdf.de/video/dokus/geheime-weltmaechte-wer-bestimmt-die-zukunft-der-globalisierten-maerkte-100/geheime-weltmaechte–kampf-ums-saatgut-100 Wenn man dann diesen einleitenden Text liest, wird einem klar, wer mit den „geheimen Weltmächten“ gemeint ist: „Viele alte Sorten werden auf unseren Feldern mittlerweile nicht mehr angebaut – weil sich die industrialisierte Landwirtschaft auf wenige, erfolgs- und profitträchtige Sorten spezialisiert hat. Mit neuen Methoden, zum Beispiel Modifikation von Pflanzengenen, haben sich neue Player am Markt etabliert. Chemie-Riesen wie Bayer, BASF, Syngenta oder Corteva züchten Pflanzen, die resistent gegen firmeneigene Pestizide sind, stellen Düngemittel her und andere chemische Produkte, die den Bauern weltweit das Leben erleichtern. Kehrseite der Medaille: Landwirtschaft wird auch für die anbauenden Betriebe immer mehr zum Investitionsgeschäft. Und überall auf der Welt sind riesige Monokulturen entstanden.“ Auch wenn diese Beschreibung etwas einseitig ist (die Doku soll ja auch angeschaut werden) so bringt der Film doch anschauliche Beispiele der heutigen Züchtung und der Einengung von genetischer Vielfalt. Dass „alte Sorten“ heute kaum …