Jahr: 2015

Blüten an Silvester

Wie hat sich der warme Dezember auf unseren Feldern bemerkbar gemacht? Zum Jahresabschluss aktuelle Bilder und Erläuterungen mit blühenden Rosen und anderen Verrücktheiten. Wir, Alois und ich, freuen uns auf ein Jahr voller Dialoge auch in 2016. 0

Palla – Altes und Neues Jahr

Die Zeit zwischen den Jahren ist die Zeit der Jahresrückblicke und der guten Wünsche fürs nächste Jahr. Ich möchte nun nicht mehr zurückschauen. Es war ein schwieriges Jahr, aber es liegt hinter uns. Natürlich wandern die Gedanken noch oft zu den Kühen, aber nur kurz. In schwierigen Situationen merkt man verstärkt, wie wichtig die Menschen sind, die einen begleiten. Zwischenmenschlich ist es in belastenden Lebenssituationen häufig nicht einfach, aber ich danke nun von Herzen für unsere Großfamilie und unsere Freunde, die uns so oft mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind. Vielen Dank an Bauer Willi und Alois, die mich eines Tages fragten, wie es uns als Milchbauern denn so geht. Das brachte mich dazu, die ganzen Dinge aufzuschreiben, und das hat gut getan. Ich kann das nur weiterempfehlen. Meine Wünsche für das neue Jahr nicht nur für uns selbst sondern auch für die ganze Landwirtschaftsbranche habe ich zufällig in meiner Weihnachtspost entdeckt: Ein bisschen mehr Frieden und weniger Streit Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass Ein …

Michael – die Zukunft als Landwirt in Hohenlohe

Michael Reber ist Landwirt in Hohenlohe. Er sucht eigene Wege für sich, seine Familie und seinen Betrieb. Damit auch andere an seinen Gedanken und an seinem Suchen teilhaben können, hat er begonnen zu bloggen. Hier sind seine Gedanken zur Jahreswende. Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Zeit, inne zu halten und aus den Lehren des Jahres die Vorsätze für 2016 zu bauen. Ein Jahr, das für die Landwirtschaft in Hohenlohe prägend sein wird: Jahrhundert-Trockenheit – Tiefstpreise für Ferkel – Nicht-kostendeckende Erlöse in Ackerbau, Schweinemast und Milchviehhaltung. Je länger diese Situation 2016 anhalten wird, desto einschneidender sind die Veränderungen für die Region. Betriebe werden die Stall- und Hoftüren für immer schliessen, die finanzielle Situation zermürbt die Familien. Wer trägt die Schuld daran? Politik, Bauernverband, Beratung oder auch wir Bauern selbst? Meiner persönlichen Einschätzung, aber auch meiner persönlichen Erfahrung auf meinem Betrieb nach tragen wir Bauern zu allererst selbst die Schuld. Auch wenn diese Erkenntnis weh tut! Wir glauben Politik und Beratung, dass die Zukunft im Export liegt und die globalen Märkte auf unsere (austauschbaren) …

Alois – Weitreichende Entscheidung

Ob eine Entscheidung gut oder schlecht war, erkennt man oft erst Jahre später. Das Jahr 2015 erlöste mich von manchen Zweifeln. Dafür bin ich sehr dankbar. So wie Palla, entschied ich mich schon vor 20 Jahren die Milchviehhaltung aufzugeben. Mehr noch – ich extensivierte anstatt zu wachsen: Ich stellte auf Bio um und habe fast alle Pachtflächen abgegeben. Obendrein baute ich meinen alten Stall zu Gewerberäumen um, was jahrelang eine Haupteinnahmequelle des Betriebes war. Als jedoch vor 2 Jahren mein Mieter auszog, ließ sich das Loch nicht so einfach stopfen. In der Folge zweifelte ich oft an meiner eigenen Entscheidung von damals. Im Januar dieses Jahres erschien ein Altenpfleger und interessierte sich für die Gewerberäume. In den folgenden Monaten reifte in unseren Köpfen das Projekt „Tagespflege für Senioren auf dem Bauernhof“. So ganz einfach war dies zwar auch nicht mit all den Formalien und Vorschriften. Doch wo eine starke Idee und begeisterte Menschen sind, da bahnt sich auch ein Weg. Im Mai erfolgten dann die Unterschriften unter die Verträge, gefolgt vom Umbau-Start im Juli. Nach …

Droht Deutschland eine Hungersnot?

Wenn am 24.12.2015 um 14 Uhr alle Geschäfte schließen, dann könnte für manche eine ungeahnte Notzeit anbrechen. Denn es können dann fast 90 Stunden lang keine Lebensmittel mehr gekauft werden. Ist der Verbraucher auf diese extrem lange Unterbrechung der Lebensmittelversorgung vorbereitet? Damit Sie, liebe Mitbürger, keine Notzeit erleben müssen haben wir Tipps: Legen Sie rechtzeitig Vorräte an. Hilfestellung (PDF-Broschüre) gibt Ihnen das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Recherchieren Sie jetzt schon wo sich ihr nächstgelegener Landwirt befindet. Notieren Sie sicherheitshalber seine Telefonnummer. 😉 Insbesondere Hofläden mit 24-Stunden Milchtankstelle und Direktvermarktungsautomaten (Regiomat) https://youtu.be/I2DHfCDYAi8 Tipp: Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen. 😉 Ihre Landwirte waren das ganze Jahr fleissig und haben eine gute Ernte eingebracht. Und die Tierhalter kümmern sich auch über die Feiertage um das liebe Vieh. Machen Sie sich keine Sorgen. Genießen Sie Ihre Feiertage. Bauer Willi und Alois 0

Der Kuhstall ist leer! – Es ist vorbei!

von Palla Nun haben wir unsere Entscheidung mit dem Milchvieh aufzuhören in die Tat umgesetzt und unser Kuhstall ist leer – gähnend leer! Es ist vorbei! Gibt es damit nun weniger Kühe und damit weniger Milch auf dem Markt und bald einen kostendeckenden Milchpreis? Wie geht es den Kühen? Was bedeutet die Aufgabe unseres Milchviehbetriebes für den Markt, unser Umfeld und was eigentlich für uns persönlich? – für den Milchviehbestand in Deutschland: Nichts, denn wir haben so gut wie all unsere Kühe an einen größeren, moderneren Betrieb verkauft. Unser Ziel war, die Kuhherde möglichst als Ganzes zu verkaufen und es war kein leichtes Unterfangen einen geeigneten Betrieb zu finden. Ich bin sehr froh darüber, dass wir nicht gezwungen waren die Kühe schnell loszuwerden. – für die Milchmenge in Deutschland, bzw. die Entwicklung des Milchpreises: Nichts, denn der neue Betrieb hat ein ähnliches Milchleistungsniveau wie wir und lässt die Milch ganz herkömmlich von einer Molkerei abholen. – für unsere Kühe: Sie leben nun in einem nach aktuellen Erkenntnissen gebauten Stallgebäude, das nicht nur weitaus größer, sondern …

Eine frohe Botschaft – die Erfolge der Bauern

Von den Medien wenig beachtet ist die Zahl der unterernährten Menschen in den letzten Jahrzehnten immer weiter zurückgegangen. War es im Jahr 1991 noch fast jeder Vierte, der unter Unterernährung leiden musste, so waren es im Jahr 2013 nur noch 13%. Immer noch zu viel, aber die Verbesserung ist beachtlich. Dieser Rückgang ist um so bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass im gleichen Zeitraum die Weltbevölkerung von 5,3 Mrd. auf 7,2 Mrd. angewachsen ist. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche ist im gleichen Zeitraum weltweit nahezu konstant geblieben. Folglich sind pro Hektar jedes Jahr mehr Kalorien erzeugt worden. Eine bessere Versorgung mit Kalorien, eine höhere Nahrungsmittelqualität und andere Faktoren haben auch zu einem  deutlichen Anstieg der Lebenserwartung geführt. Der Weltbürger wurde im Jahr 1991 nur rund 65 Jahre alt, heute liegt dieser Wert bei rund 71 Jahren. Es sind also rund 6 Jahre mehr, die die weiter wachsende Weltbevölkerung mit Nahrung versorgt wird. Bei einem durchschnittlichen Kalorienverbrauch von rund 2.900 Kcal pro Tag macht dies für einen Bürger in einem Jahr exakt 1,06 Mio. Kalorien, die zusätzlich erzeugt wurden. Zusammengefasst: Trotz einer wachsenden Weltbevölkerung sinkt die …