Bauer Willi
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Eine frohe Botschaft – die Erfolge der Bauern

Von den Medien wenig beachtet ist die Zahl der unterernährten Menschen in den letzten Jahrzehnten immer weiter zurückgegangen. War es im Jahr 1991 noch fast jeder Vierte, der unter Unterernährung leiden musste, so waren es im Jahr 2013 nur noch 13%. Immer noch zu viel, aber die Verbesserung ist beachtlich.

Dieser Rückgang ist um so bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass im gleichen Zeitraum die Weltbevölkerung von 5,3 Mrd. auf 7,2 Mrd. angewachsen ist. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche ist im gleichen Zeitraum weltweit nahezu konstant geblieben. Folglich sind pro Hektar jedes Jahr mehr Kalorien erzeugt worden.

Eine bessere Versorgung mit Kalorien, eine höhere Nahrungsmittelqualität und andere Faktoren haben auch zu einem  deutlichen Anstieg der Lebenserwartung geführt. Der Weltbürger wurde im Jahr 1991 nur rund 65 Jahre alt, heute liegt dieser Wert bei rund 71 Jahren. Es sind also rund 6 Jahre mehr, die die weiter wachsende Weltbevölkerung mit Nahrung versorgt wird. Bei einem durchschnittlichen Kalorienverbrauch von rund 2.900 Kcal pro Tag macht dies für einen Bürger in einem Jahr exakt 1,06 Mio. Kalorien, die zusätzlich erzeugt wurden.

Zusammengefasst: Trotz einer wachsenden Weltbevölkerung sinkt die Zahl der Unterernährten und steigt die Lebenserwartung. Und das bei einer nahezu konstanten Anbaufläche.

Das sind gute Nachrichten. Es wäre doch schön, wenn die Medien auch mal über die Erfolge der Bauern weltweit berichten würden. Mich würde es freuen…

Euer Bauer Willi

P.S.: Vielleicht gebt ihr den Artikel mal an eure Tageszeitung. Dann haben die auch mal was positives zu schreiben. Würde ja gut in die Weihnachtszeit passen, oder?

(Aufrufe 1.714 gesamt, 1 heute)

31 Kommentare

  1. Schweinebauer Piet sagt

    Morgen werde ich den Bericht an unsere Tageszeitung schicken. Über die Reaktion berichte ich dann hier.

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Gast,
      die Kurve zeigt die ProduktionsMENGE, nicht die HektarERTRÄGE. Das ist ein großer Unterschied. Den Rückgang der Fischbestände habe ich nicht aufgeführt, weil er mit meinem Beruf nichts zu tun hat. Regenwald habe ich auch keinen abgeholzt, aber in meinem Betrieb die Erträge gesteigert, und das bei nahezu konstantem Einsatz von Produktionsmitteln. Das kann ich belegen. (Schlagkartei, Buchführungsabschlüsse etc.)

      Bei uns brüten wieder Falken und Eulen, wir haben wieder Fledermäuse auf dem Hof, die Eichhörnchen sind wieder da, Füchse gibt es in Hülle und Fülle und vor zwei Wochen habe ich wieder den ersten Weißstorch bei uns auf dem Acker gesehen.
      Bauer Willi

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      • Hallo Bauer Willi,
        aber die absolute Menge macht doch Menschen satt!
        Was nutzt mir von einem ehemaligen 100 Hektar Betrieb auf 10 Hektar meinetwegen die doppelten Erträge, wenn 90 Hektar unfruchtbar geworden sind.
        Und genau das passiert in USA und weltweit, Versteppung, Versalzung, Ausbreiten der Wüsten, Versiegelung usw. und die moderne Landwirtschaft trägt eine Teilschuld z.B. am Klimawandel. Und dass weltweit ein beträchtlicher Anteil der Nahrung von Fischen kam, darf man seriös nicht weglassen und auch hier gilt: Meer tot, Menschen hungern und werden zu Terroristen, siehe Somalia.

        Das Hinstarren auf einzelne Höchstleistungen auf guten deutschen Ackerböden macht blind für die Zusammenhänge, frag mal Misereor / Brot für die Welt u.a.

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        • Lieber Gast, die Meriten, die er sich anheftet, kommen in den Entwicklungsländern zustande. China, Indien, Brasilien. Ertragssteigerung durch Zucht, Pflanzenschutz und Maschinen. In Afrika und in der Ukraine liegen fruchtbare Schwarzerdeböden fast ungenutzt.
          Wir verheizen unsere Nahrungsmitteln in den Biogasanlagen, die Mehrkosten trägt jede kleine Oma, die sich gerade was zu beißen kaufen kann.
          Die Kindersterblichkeit ein wenig verbessert, schon steigt die Lebenserwartung.

          Viele Grüße!

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          • Bauer Willi sagt

            Hallo Alexis
            ich spreche von den Erfolgen weltweit und so steht es auch im Artikel! Da ich mehrfach in der Ukraine (und Russland) war, kenne ich die Gründe für das Brachliegen aus eigener Anschauung und Gesprächen mit den Menschen vor Ort. Die Biogasanlagen waren vor allem von den Grünen politisch gewollt (Künast: „Bauern sind die Scheichs von morgen“), jetzt will es keiner mehr. Den Satz zur Kindersterblichkeit kommentiere ich nicht. Ich hätte den auch so nicht von Ihnen erwartet.
            Bauer Willi

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            @ Alexis

            Wenn für Lebensmittel weniger bezahlt wird, als für Energie, dann stimmt was nicht in unserem System. Außerdem sollten mal Biogasanlagen landw. Überschüsse vermeiden.
            Habe mal Ahnenforschung betrieben, bis zum Jahre 1900 ist keiner meiner Vorfahren Älter als 47 Jahre geworden. Da sie im Verhältnis recht vermögend waren kann es nicht am Hunger gelegen haben.

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        • Stadtmensch sagt

          Ich würde auch sagen, dass der ermittelte weltweite Anstieg der Lebenserwartung nur teilweise einer gestiegenen Versorgungssicherheit zuzurechnen ist. Die FAO scheint des Öfteren ihr Rechenmodell für die Berechnung des „Welthungers“ anzupassen. z.B. wird als Referenz für den Energiebedarf ein phlegmatischer Mitteleuropäer (sitzt nur rum) herangezogen.

          http://www.mathias-binswanger.ch/inhalt/Arbeitsberichte/binswanger_freihandel_diskussionspapier%5B1%5D.pdf

          Leben und leben lassen sieht anders aus:

          „Die von vielen Ökonomen und der Weltbank skizzierterosige Zukunft der Entwicklungsländer
          in einer liberalisierten Welt wird allerdings durch die bisherige Entwicklung aufs Schärfste konterkariert. Die Marktöffnung in den Entwicklungsländern begann im wesentlichen zu Beginn
          der 80er Jahre und setzt sich bis heute fort. Schauen wir aber die Importe und Exporte von
          Agrargütern der LDCs genauer an, dann können wir feststellen, dass diese seit der beginnenden Liberalisierung in den 80er Jahren von ehemaligen Nettoexporteuren zu Nettoimporteuren geworden sind. Das ist genau das Gegenteil dessen, was gemäss der Theorie der komparativen Vorteile hätte eintreten sollen.“
          ….
          „Ja, dank der massiven Subventionen in den USA und in einigen EU-Ländern wird der Freihandel überhaupt erst interessant für die multinationalen Konzerne, denn sie ermöglicht die globale Vermarktung von subventionierten Produkten. Verlierer des Freihandels sind hingegen die vielen kleineren Bauern, die sich trotz massiven Subventionen mit rückläufigen Einkommen konfrontiert sehen. Verlierer sind aber auch die Bauern in den ärmsten Ländern, obwohl diese ja eigentlich einen komparativen Vorteil in der Landwirtschaft besitzen sollten. Davon handelt das nächste Kapitel.“

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            • Stadtmensch sagt

              Natürlich kann man mit Statistik zu dem Schluss kommen, dass jeder Erdenbewohner seinen Energiebedarf mit der Menge der derzeit weltweit produzierten Nahrungsmenge decken könnte.
              Ich weiß nicht, ob es gerechtfertigt ist, daraus zu schlussfolgern, dass diese Nahrungsmenge auch entsprechend verteilt wird oder ob nicht etwa energiereiche Pflanzen an Tiere verfüttert werden, um uns Westlern gute Laune zu bereiten. Der Wirkungsgrad der o.a. Energiemenge würde darunter jedenfalls massiv leiden.

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            • Philip sagt

              Statistik braucht man da nicht zu bemühen. Die Zahl der Unterernährten sinkt prozentual und absolut.

              Geben Sie es zu, diese Entwicklung ist gut.

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            • Stadtmensch sagt

              Ok – halten wir uns dann das was wir sehen: Politische Unruhen durch starke Preisschwankungen bei Grundnahrungsmitteln (arabischer Frühling), Die modernisierte Landwirtschaft hat den Krisenregionen bisher nur Ärger gebracht (ich lasse mich gern eines besseren belehren)
              Klimawandel und falsch betriebene Intensivierung der LW in Verbindung mit Bevölkerungsdruck führen zu einer Dynamik, wie wir sie in früheren Stadien der „Unterernährung“ nicht kannten:
              http://www.klimaretter.info/ernaehrung/hintergrund/17184-die-wiege-der-hochkulturen-trocknet-aus
              Was ist jetzt besser? Wir hatten seit WKII nicht so viele Heimatvertriebe wie heute. Es hat etwas mit der Vernichtung der Subsistenzlandwirtschaft zu tun – geben sie es zu…

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            • Philip sagt

              Habe ich kein Problem damit das zuzugeben. Und nun?

              Subsistenzwirtschaft produziert keine nenneswerte Überschüsse.
              Schlechte Ernten führen daher zu Hunger.

              Moderne Landwirtschaft steigert erstens die Erträge und zweitens die Ertragsstabilität.

              Daher bedingt die moderne Landwirtschaft (oder wie sie sagen „die Vernichtung der Subsistenzwirtschaft“), dass die Zahl der Hungernden sinkt.

              Ich finde besser, dass es weniger Unterernährung gibt (wieso setzten sie das Wort eigentlich in „“?).

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        • Bauer Willi sagt

          Hallo Gast
          Ihre Kommentare zeigen mir, dass noch viel Arbeit vor mir liegt. Ich suche die Statistik zu den Anbauflächen noch heraus (aber nach Weihnachten). Über den Klimawandel werde ich dann auch noch was schreiben, denn der dürfte wohl eher am Verbrennen fossiler Rohstoffe liegen. Zu Somalia kann ich nun wirklich nichts seriöses sagen. Das scheint bei Ihnen anders zu sein. Ich habe außerdem in dem Artikel von den Erfolgen der Bauern WELTWEIT gesprochen und dies nicht nur auf die westlichen Staaten begrenzt. Also bitte fair bleiben.
          Bauer Willi

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wer wie Miserior mit Anzeigen, wie es dem deutschen Bauern doch gut geht, gegen dem Bauern in Afrika, mit solchen Leuten spricht man als Landwirt nicht.

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    • Jochen Böhrer sagt

      Die Weizenerträge sind gesunken, weil andere Kulturen mehr Gewinn bringen. Und die Weizenerträge in USA sind auch deshalb gesunken, weil die dortigen Farmer dem Nachbaudogma frönen und die Züchter deshalb die Weizenzucht mangels Verdienst weitgehend eingestellt haben.

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      • Gülle-Doktor sagt

        Der von GAST präsentierten Statistik ist ganz eindeutig zu entnehmen, dass in den USA die Weizenerträge gestiegen und nicht gesunken sind.

        Allerdings war die Abnahme der Anbaufläche stärker als die Zunahme der Erträge, so dass die Produktionsmenge abgenommen hat.

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  2. Gülle-Doktor sagt

    Hallo Bauer Willi,

    wenn man anhand Deiner Zahlen die Zahl der ausreichend ernährten Menschen berechnet, wird die Leistungssteigerung der Landwirtschaft einschließlich der Ernährungswirtschaft noch deutlicher.

    Wurden 1991 75% der Weltbevölkerung von 5,3 Mrd. Menschen ausreichend ernährt, so waren das 4,0 Mrd. Menschen. 2014 wurden 87% von 7,2 Mrd. Menschen ernährt, so waren das 6,3 Mrd. Menschen. D.h., dass sich innerhalb von 22 Jahren die Zahl der ausreichend ernährten Menschen von 4,0 Mrd. auf 6,3 Mrd. also um 58% erhöht hat. Trotz der angeblich abgenommenen Qualität der Nahrung hat sich gleichzeitig die Lebenserwartung erhöht.

    Ich glaube, dass auf dieses Ergebnis alle Leute, die mit Landwirtschaft und Ernährung zu tun haben, stolz sein können. Gleichzeitig müssen wir uns bewusst sein, dass wir erst dann zufrieden sein dürfen, wenn alle Menschen ausreichend ernährt werden. Vor dem Hintergrund der weiter wachsenden Weltbevölkerung müssen wir dazu noch viele Anstrengungen unternehmen.

    6+
    • Bauer Willi sagt

      Danke für ergänzende Rechnung. Wie kann man die zusätzliche Nahrung für die gewonnenen 6 Jahre noch plastischer darstellen? Mir fällt da nichts ein. Bauer Willi

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      • Sophus sagt

        Kalorien Bedarf umrechnen in Tonnage an Früchten, Fleisch und Getreide. Eine ganz plakative Darstellung.

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