Monate: Juni 2015

Skandal – Cyanidin in Erdbeeren gefunden

Eine von uns in Auftrag gegebene Studie hat Cyanidin in Erdbeeren nachgewiesen. Cyanidin gehört nicht zur Gruppe der Cyanide, dessen bekanntester Vertreter das Cyankali ist. Aber es hört sich doch sehr gefährlich an. Sehen Sie selbst: Hier einige,  natürliche, nachweisbare Inhaltsstoffe der Erdbeeren. Bisher ist völlig unklar, wer für den Skandal verantwortlich ist. Wahrscheinlich aber wieder die pflanzliche Gentechnik. Wir empfehlen bis auf Weiteres nicht mehr als 5 Zentner Erdbeeren pro Tag zu verzehren. Willi und Alois 0

Der Neandertaler im Supermarkt

Frau Kerz ist Wissenschaftsjournalistin und Soziologin und hat deshalb einen unerwarteten und sehr unterhaltsamen Blickwinkel auf dieses Thema geworfen. Vielen Dank, Frau Kerz. Zur Frage des Wegwerfens, habe ich als Soziologin folgende Anmerkung: Damals, vor 30.000 Jahren, torkelten der Neandertaler und seine verwandten Hominiden so durch die Lande und erfreuten sich an jedem essbaren Halm, den sie finden konnten. Oft streiften Sie tagelang durch die Lande, weil es nichts zu essen gab. Sei es, dass gerade Herbst war und die Nahrung langsam aber sicher verging, sei es, dass Winter war, und es sowieso kaum etwas gab, sei es, dass Frühling war, mit warmem Sonnenschein, aber noch nichts Essbares gesprossen war, das man schon hätte essen können. Ergo, zwei Drittel des Jahres war das für die Hominiden nicht so doll mit Essen. Und das ist immer noch in unserem Gehirn verankert. Und nun stellen Sie sich so ein kleines Neandertalerchen in einem Supermarkt vor. Jeden Tag genug zu essen, egal welche Jahreszeit, egal, welches Wetter, Essen in Hülle und Fülle. Da greift das Neandertalerhirn – und damit …

Hurra, es hat geregnet

Am 22. Und 23. Juni zusammen rund 15 mm. Der Boden ist jetzt in den ersten 5-8 cm feucht, so dass die Kulturen neue Wurzeln bilden und das Wasser aufnehmen können. Im Bild drei unterschiedlich große Weizenähren und daneben die dicksten Körner. Von mir aus kann es jetzt noch zwei Wochen kühl und feucht bleiben. Nur blöd, dass der Wetterbericht für nächste Woche die nächste Hitzewelle ohne Regen ankündigt. Die können wir jetzt eigentlich nicht gebrauchen. Und der Alois im Allgäu säuft ab. Der hat schon über 100 mm und weiß nicht mehr wohin mit dem Wasser. Schick mir was in’s Rheinland! Wat dem ein die Uhl, ist dem anderen die Nachtigall. Gut, dass wir Bauern das Wetter noch nicht selbst machen können. Euer Bauer Willi 0

Lieber Verbraucher – Unser erster Dialog

Im meinem Brief habe ich Sie fürchterlich beschimpft. Ich war echt wütend und das haben Sie dann abbekommen. Mittlerweile habe ich mich wieder gefangen und habe Sie eingeladen. Ich habe Ihnen eben unseren Hightech-Kuhstall gezeigt – mit Melkroboter.  Und nun  sitzen wir noch etwas zusammen. Wir beginnen zu reden. Sie erzählen mir, dass Ihr Großvater  einen kleinen Bauernhof hatte, aber „noch so einen richtigen, mit vielen Tieren“. Das weckt auch in mir Erinnerungen an früher. Sie spüren das. Langsam taut das Eis zwischen uns. Sie sprechen darüber, dass Sie neben Ihrer Rasenfläche jetzt auch drei Tomaten gepflanzt hätten und dass es nicht einfach ist, die auch großzuziehen. Gespritzt würden die aber nicht, Sie wollten ja Bio-Tomaten. Im letzten Jahr hätte das aber nicht geklappt, nach dem langen Regen wären die Blätter auf einmal alle braun geworden und die Ernte wäre ausgefallen. Jetzt komme ich als erfahrener Bauer in Fahrt und erzähle Ihnen, warum das so gekommen ist. Ich kenne das ja  von den Kartoffeln. Und so entsteht auf einmal ein Dialog zwischen uns. Ich erzähle Ihnen dann …

Ich wollt Herrn Remmel nicht versemmeln…

…aber anders ging es nicht. Am Mittwoch (17.6.) war ich in Berlin auf dem Raiffeisentag als Überraschungsgast eingeladen. Das Thema lautete: „Agrarwirtschaft in der Dauerkritik- Genossenschaften gehen in die Offensive“. Auf dem Podium: hochrangige Vertreter aus Politik, Medien, Umweltschutz und der Agrarbranche. Und ich, aber nicht auf dem Podium, sondern um jeweils nach den Runden der Podiumsdiskussion als „freier Radikaler“ für etwas Schwung zu sorgen. Dabei hatten die Podiumsdiskutanten es ohnehin nicht einfach, denn der Moderator Prof. Leif verstand es hervorragend, sie aus dem Konzept ihrer vorgefertigten Meinung zu bringen. Sehr „knackig“ spielte er die Bälle von Vorwurf und Verteidigung hin und her. Meine Zwischenrufe brachten Minister Remmel schließlich etwas aus der Fassung. Schon mit meinem Einwand, dass wir schon vieles gut machen, worüber aber nicht geredet würde, konnte er sich erkennbar nicht anfreunden. „Es muss sich vieles ändern, einfach mit mehr Öffentlichkeitsarbeit macht es sich die Agrarbranche zu leicht.“ Als er dann noch meinte, dass die Kunden bestimmt für noch bessere Qualität mehr bezahlen würden, wurde es etwas lauter. Ich musste ihm leider erneut …

Trockenheit und Kartoffelpreis

Ich hatte euch vor ein paar Tagen Bilder von trockenen Feldern gezeigt. Jetzt macht sich das auch in den Preisen bemerkbar. Die Kartoffeln setzen jetzt unterirdisch die Knollen an. Auch wenn man an den Blättern noch nicht viel sieht, so braucht die Kartoffel jetzt ausreichend Wasser, damit die Knollen auch dicker werden. Weil das Wasser aber in vielen Regionen, in denen Kartoffeln angebaut werden (Nordfrankreich, Belgien, Niederlande, Norddeutschland, Polen) fehlt, sind die Preise für Veredlungskartoffeln ab Mitte Mai deutlich angestiegen. Die Böden sind staubtrocken, und damit die Kartoffeln weiter wachsen können, muss der Kartoffeldamm gut feucht werden. Dafür werden kurzfristig mindestens 20-30 mm benötigt. Angegeben ist in der Kurve der Preis in Euro pro 100 kg für Lieferung im November. Am 15.6. betrug der Preis 20,10 €, am 18. Mai lag er noch bei 4,50 €. Hoffen wir, dass das Wochenende den dringend notwendigen Regen bringt! 0

Genosse und Bauer

Nein, es wird jetzt nicht politisch. Ich will euch nur mal erzählen, warum ich Bauer und Genosse bin. Aber eben ein anderer Genosse. Es geht um die, um meine Genossenschaft. Viele Leute meinen heutzutage, eine Genossenschaft sei etwas Altmodisches, weil Friedrich Wilhelm Raiffeisen die Genossenschaft aus der Not des 19. Jahrhunderts, quasi als Hilfsverein zur Unterstützung der der ländlichen Bevölkerung, erfunden hat. Das war 1864. Genossenschaften sind moderner denn je Ich bin sogar ein Genossenschafts-Fan. Schon mein Vater war Mitglied einer Genossenschaft und ich bin es auch. Und da bin ich nicht alleine, denn „meine“ Genossenschaft hat rund 1.200 Mitglieder. Diese und weitere rund 800 landwirtschaftliche Kunden verteilen sich auf ein Gebiet westlich von Köln mit einer Länge von ca. 100 km und einer West-Ost Achse von ca. 50 km. Sinn diese Initiative war der Zusammenschluss zum Nutzen aller, um durch Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung die Abhängigkeit und Fremdbestimmung abzubauen. Die daraus entstandenen (Orts-)Genossenschaften im Bankensektor, im Gewerbe und in der Agrarwirtschaft mussten sich, um wettbewerbsfähig zu bleiben, stetig weiterentwickeln hin zu leistungsfähigen und modernen …

Preisliste

Diesen Artikel hat Uli, ein sehr interessierter und bewusster Verbraucher, geschrieben. Er hat recherchiert, ob die dritte Option zu wachsen oder weichen, die Nische, ein gangbarer Weg ist? Und er kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.   Ich hatte bereits darüber geschrieben, wie wichtig eine professionelle Vermarktung ist und hatte eine Lanze für die Handelsketten gebrochen (https://www.bauerwilli.com/wachsen-oder-weichen-oder/#comment-4452). Kommentare dazu kamen fast keine. Für die Bauern hier im Blog scheint Vermarktung also kein Thema zu sein. Mir hat das keine Ruhe gelassen und ich habe jetzt eine Liste von Preisen recherchiert, die für sich spricht und hoffentlich nicht nur mir die Augen öffnet. Es geht um die Marktnische für Fleisch aus artgerechter Haltung. Als Beispiel habe ich den Preis für Schweineschnitzel gewählt. Für mich (exotischer Kunde) kommt noch hinzu, daß die Betäubung im Schlachthaus nicht durch CO2 erfolgen soll. Wie für alle Verbraucher zählt für mich nur der Preis. Ich kaufe also das günstigste Schnitzel, das meinen Anforderungen genügt. Meine Recherche ergab folgende Hitliste: 6. Platz – 39,50 Euro / kg Die vom Foristen Gernot verlinkte http://www.meinekleinefarm.org/ Es …

Reihenschluß und Trockenheit

Die nachfolgenden Aufnahmen stammen vom 12. Juni 2015 und entstanden bei mir (westlich von Köln). „Reihenschluss“ nennt man das Ereignis, an dem sich die Rübenblätter zwischen den Reihen berühren. Im vergangenen Jahr fand dieser um den 28. Mai (Namenstag Wilhelm) statt, dieses Jahr somit 2 Wochen später. Allerdings war 2014 ein Jahr mit Rekordernten und der 12. Juni ist ein durchschnittlicher Termin. Die Bilder von der Trockenheit zeigen zum einen eine Rasenfläche, die schon seit drei Wochen nicht mehr gemäht wurde. Die zweite Aufnahme, mit dem Fischreiher in der Mitte, ist eine Grasfläche, von der in der vergangenen Woche Heu gemacht wurde. Heute Nachmittag stiegen die Temperaturen wieder auf über 30 Grad, bei einer Luftfeuchte von nur 26%! Somit verdunstet extrem viel Wasser. Sollten die angesagten Niederschläge am Wochenende nicht fallen, wird sich die Situation weiter verschärfen. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Ein zunehmend besorgter Bauer Willi   0