Bauer Willi
Kommentare 211

Grüne Kreuze – was einer alleine nicht schafft…

Ich bin immer noch aufgebracht über das Agrarpaket von BMEL und BMU. Aber als Unternehmer unternehme ich was und verlasse mich nicht darauf, dass andere das für mich machen.

Mein stiller Protest

Das Abfackeln von alten Reifen, einen Treckerkorso oder das Bespritzen von Gebäuden mit Gülle (wie es die Franzosen machen) würde uns sicher nicht das Wohlwollen unserer Mitbürger einbringen. Deshalb habe ich heute auf unserem Feld, an einer vielbefahrenen Bundesstraße, ein grünes Kreuz aufgestellt. Quasi als stiller Protest. Täglich fahren daran mehrere tausend Fahrzeuge vorbei. Unsere Mitbürger werden es sehen, und sich fragen, was das soll. Die Idee dahinter: euch zu motivieren, auch grüne Kreuze aufzustellen.

Die Wirkung

Stellt euch einfach mal vor, dass im Verlauf der nächsten Tage und Wochen überall in Deutschland grüne Kreuze stehen! Auf euren Feldern, entlang von Straßen, Gehwegen oder Radwegen. Rund um die Dörfer oder in den Orten und Städten, am Bahnhof oder vor dem Supermarkt. Überall dort, wo viele Menschen vorbeikommen. Irgendwann wird das auch den Medien auffallen und sie werden anfangen zu fragen. Den Bauern, den Bürgermeister oder auch Verbände. Wir Bauern werden den Journalisten sagen, dass es Mahn-Kreuze sind, die auf die Folgen des Agrar-Paket und die allgemeine Lage der Landwirtschaft hinweisen. Wir werden ihnen erzählen, dass dieses „Agrarpaket“ (?) nicht nur die Existenz unserer Betriebe gefährdet, sondern auch die Versorgung der Bevölkerung mit regionalen Lebensmitteln. Ich habe das ja im Artikel von Freitag ausführlich beschrieben. Und ich habe mir auch einen Text einfallen lassen, den ihr gerne an eure Nachbarn, an Journalisten oder den Bürgermeister weitergeben dürft. Hier als Word-Datei:

Pressenotiz-grüne-Kreuze-1 oder auch als pdf-Datei: Pressenotiz-grüne-Kreuze-1

Wenn ihr den Text abändern wollt: gerne. Lasst euch was einfallen! Und wenn ihr auf Facebook, Twitter oder Instagram aktiv seid, postet doch einfach ein Bild. #grünesKreuz

Besinnen wir uns auf den unseren Genossenschafts-Gedanken. Wie sagte vor rund 200 Jahren F.W. Raiffeisen:

„Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“

Was ihr tun könnt

Das alles wird nur funktionieren, wenn viele mitmachen. Gebt diese Informationen deshalb auch an die weiter, die nicht im Internet unterwegs sind. Überzeugt sie, mitzumachen. Was ihr braucht sind: zwei Bretter, etwas grüne Farbe (egal ob John Deere, Fendt oder Claas 🙂 ) und ein paar Schrauben. Das müsste doch auf jedem Hof zu finden sein. (und ist steuerlich absetzbar…(Ironie) ) Heute und am Wochenende findet ihr vielleicht eine halbe Stunde Zeit und die passenden Bretter. Und wenn ihr gerade in der Mais-Ernte seid, macht ihr es halt danach.

Ihr findet das lächerlich, albern oder primitiv? Ein Zeichen von Hilflosigkeit? Auch gut, dann feiert weiter euer Selbstmitleid, schimpft weiter über die Politiker, die Medien oder die bösen NGO. Wer jetzt noch nicht den Knall gehört hat, soll brav zusehen, wie die deutsche Landwirtschaft abgewickelt wird. Es ist Zeit zu handeln. Jetzt.

Dieser Artikel wurde um 5 vor 12 veröffentlicht.

Euer Bauer Willi

P.S.: Ich erhebe keinerlei Rechte auf den Text. Das Logo hat mir dankenswerterweise unser Berufskollege Martin Grube zur Verfügung gestellt, auch er erhebt keine Rechte darauf. Es darf also frei verwendet werden. Auch als Aufkleber, auf T-Shirts….

 

 

 

 

 

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211 Kommentare

  1. NutzeDieseChance sagt

    Was meint ihr, sollen wir unsere Bilder mit den Kreuzen auch auf den Seiten von Klöckner, Schulze und Co posten. https://de-de.facebook.com/juliakloeckner/
    https://de-de.facebook.com/svenja.schulze/
    https://www.facebook.com/WinfriedKretschmann/
    https://www.facebook.com/volksbegehrenartenvielfalt/
    https://www.facebook.com/EDEKA/
    https://www.facebook.com/Rewe/
    https://www.facebook.com/aldi/

    Und Mails versenden an all diese??? Wenn es alle machen sind die Postfächer am Montag voll…. Und überall gibts nur grüne Kreuze.
    julia.kloeckner@rlp.cdu.de
    buero@spd-muenster.de
    winfried.kretschmann@
    gruene.landtag-bw.de
    info@edeka.de
    kundenservice@rewe.de
    mail@aldi-sued.de

    Bittet bei euren Tageszeitungen um Termine, damit diese berichten.
    Wir haben am Donnerstag einen Termin…

    0
  2. Hey Willi, du bist ein Fuchs, wegen was brauche ich wirklich nicht erwähnen, es finden sich auch in Baden Württemberg immer mehr grüne Kreuze, die offensichtlich Wirkung zeigen, der 4. September ist nicht nur dein Geburtstag er ist für uns künftig ein Feiertag der Landwirtschaft, der Blick in die Medien hat uns die letzen Tage sehr demotiviert, aber das ist auf einmal wie weg geblasen, ein Kreuz habe ich schon gestellt, aber ich habe noch viel grüne Farbe übrig, die Verwendung findet… Willi vielen Dank, bist ein cooler Typ…

    9+
  3. Obstbäuerin sagt

    Die grünen Kreuze haben es sogar in den Bundestag geschafft. Nachzulesen bei topagrar:
    ….. Die Stoßrichtung des Insektenschutzplanes lasse Bauern verzweifeln, sagte Connemann und verwies auch auf die „grüne Kreuze“ Aktion, die Landwirte in einigen Regionen seit Veröffentlichung des Agrarpaketes aufstellen. Sie kritisierte vor allem die Absichtserklärung im Insektenschutzplan artenreiches Grünland und Streuobstwiesen unter den Schutz eines Biotopes zu stellen. „Hier ist eine Grenze überschritten“, sagte Connemann. Es dürfte keine Einschränkung der Bewirtschaftung ohne eine Entschädigung der Landwirte dafür geben, sagte sie. Außerdem sprach sie sich gegen das Verbot von Herbiziden und biodiversitätsschädigenden Insektiziden in Schutzgebieten aus. ….

    5+
      • Ja hier geht es los. Mein Mann hat heute auch ein grünes Kreuz – als „Hochkreuz“ gebaut- an der A 20 gesehen. Er fragte dann seinen Mitfahrer, ob er wisse , was das sei. Klar, das ist das grüne Kreuz von Bauer Willi.

        4+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Obstbäuerin, das ist der Brandenburgbauer wie er leibt und lebt .Ich bin sehr überrasch
      das Du mich gefunden hast. Danke für diesen Link. Ich persönlich bekomme das nicht auf die Reihe. Warscheinlich bin ich zu alt für so neine Sache.

      2+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Obstbäuerin , ich bin Überrascht. Den Link kenne ich noch garnicht. Danke für die Nachricht. Weist Du was, ich bin ein sehr kühler Typ. Ich habe auch ein persönliches Lieblingssprichwort. Ganz ruhig bleiben und erst überlegen was Ihr sagen wollt.
      “ Einen Feind tötet man von hinten , einen Freund ersticht man von vorn“,
      Auf deine Reaktion bin ich jetzt gespannt.

      1+
      • Obstbäuerin sagt

        Ich verstehe nicht, was Du mir damit sagen willst? Hätte ich es nicht einstellen sollen?
        Wenn ich gewusst hätte, dass es sich um Dich handelt, hätte ich vorher gefragt. Nun ist es zu spät.

        1+
        • Der Brandenburgbauer sagt

          Moin, ganz ruhig bleibe, ich habe mich über diesen Link, pesönlich sehr gefreut.
          Das mit dem Lieblingssprichwort von mir klären wir beide bei Gelegenheit.

          1+
  4. Bauer Fritz sagt

    Interessante Zitate:
    1) Klimaschutz wird zur Milliardenfalle für Generationen
    2) „Und ich halte es für eine Zumutung, solche Ziele zu formulieren, ohne zu überlegen, was es kostet, diese Ziele zu erreichen.“
    3) „Wir haben zurzeit einen Überbietungswettbewerb der Parteien und politischen Akteure, wenn es um das Erreichen der EU-Klimaziele geht“. Doch wenn nicht geklärt sei, wie der Klimaschutz bezahlt werden solle, „können wir uns das abschminken“.
    4) „Selbst bei konservativen Annahmen sind ……… jährlich mindestens sechs Milliarden Euro Unterstützung nötig, wenn die Klimaziele ….. erreicht werden sollen“

    Diese Zitat stammen NICHT aus dem Bereich Landwirtschaft.
    Sondern: (https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article200075640/Klimaschutz-Wohn-Verbaende-fordern-Milliarden-Zuschuesse.html)

    Wird „lustig“ werden in Deutschland, wenn sich das untere Einkommensdrittel nicht mal mehr geförderte Wohnungen wird leisten können und dann auch noch die Nahrungsmittel teurer werden.

    3+
    • Thomas Apfel sagt

      Auf welchem Level sind eigentlich die anderen EU-Länder ? Was ich in anderen Ländern an unsaniertem Gebäudealtbestand sehe nährt den Verdacht hier geht´s wieder nur gegen Deutschland. Oder geht’s wie beim Nitrat wieder nur um das sogenannte „Verschlechterungsverbot“ bei dem Dänemark, England und die Niederlande gut dastehen weil sie von einem doppelt so hohen N-Überschusslevel wie Deutschland jetzt etwa auf unserem Niveau gelandet sind. Gleich hohe (oder niedrige) N-Überschüsse können positiv oder negativ gewertet werden, ja nach dem, von welchem Level das betroffene Land kommt. Das ist gelebte „Relativitäts-Theorie“ (oder -Praxis).

      7+
  5. Gewisse Kollateralschäden wird es bei Aktionen immer geben. Hier werden sich diese auf absolut unbedeutendem Niveau befinden und daher bedenkenlos in Kauf zu nehmen sein. Im Übrigen bin ich der festen Überzeugung, dass es sich nicht „auszahlt“ eveybody´s darling zu sein. Klare Kante wirkt immer authentischer und überzeugender. Ich werde deshalb ein Kreuz setzen, in Neongrün, um auch wahrgenommen zu werden!

    6+
  6. Thomas Apfel sagt

    „Die Aktion hat Erklärungsbedarf“ : Natürlich hat sie das, dazu muss es aber erst einmal eine werden ! Ich kann nur bitten: „Macht doch verdammt nochmal alle mit ! Was genau soll denn Schlimmes passieren ?Die Zeit zu erklären kommt nur wenn möglichst Viele mitmachen und nicht schon wieder die Spalter und Zweifler das Sagen bekommen. Und das Greenpeace und Andere sich belustigen war zu erwarten. Für die sind wirksamere Aktionen immer möglich weil die genug zusammengelogene Spendenknete haben. Die Befürchtung es könnte als „Vergiftete Felder“ verstanden werden teile ich nicht, Hier haben die NGO´s mit Warnfarbe, Schutzanzügen und Totenkopfschildern die Reizschwelle schon viel zu weit überzogen.
    Es wird als das wahrgenommen, was es ist: Ein stiller Mahnruf und die Erwartung mit in die Gespräche über Dinge die uns betreffen einbezogen zu werden. Und die acht Schilder die ich aufstelle stehen tatsächlich auch für je einen Familienbetrieb aus unserer kleinen Gemeinschaft, der die Segel einholen musste !

    Passend hätte ich da noch 2 Strophen aus den 70-gern:

    Am Abend da kommen die Spötter
    mit dem Lächeln um den Mund
    schmälern uns jeden Posten, machen zum Gramm das Pfund
    kommen uns gern mit Zitaten, keiner bleibt da verschont
    Ach, und sie wollen uns raten: nichts hat sich gelohnt!

    Am Abend da kommen die Zweifler mit den Falten im Gesicht
    blättern in alten Briefen, traun unsern Worten nicht.
    Halten sich raus aus dem Ganzen, altern weit vor der Zeit.
    Ach, und ihr Schmerz wie von Lanzen, weltenweit ihr Leid.

    2+
  7. Friedrich K. sagt

    Tut mir leid, Willi, aber diese Aktion ist von Außenstehenden schwer zu verstehen.
    Wir hatten Verwandtschaft am Wochenende zu Besuch und zeigten stolz Fotos der Kreuze im Internet. Die Gegenfrage war: „Warum weist ihr mit den Kreuzen auf den Tod hin, der uns (Nichtlandwirten) auf dem Acker droht? Habt ihr was gespritzt?“ Die Perspektive der Bauern einzunehmen, fiel ihnen schwer.
    Ohne eine erklärende reichweitenstarke Kommunikation bis in alle Redaktionen werden sich die Grünen und ihre NGO-Truppen über diese Aktion ins Fäustchen lachen,

    8+
    • Gurkenhobel sagt

      „Ohne eine erklärende reichweitenstarke Kommunikation bis in alle Redaktionen werden sich die Grünen und ihre NGO-Truppen über diese Aktion ins Fäustchen lachen“

      Abwarten. Es fängt doch gerade erst an. Grundsätzlich hast du Recht. Etwas Geduld. Das wird schon. Mitmachen. Fragende aufklären. Läuft…

      9+
      • Bauer Willi sagt

        Stimmt. Die Grünen regen sich bei Twitter schon mächtig auf. Und Greenpeace macht sich lustig. Ziel erreicht. Läuft. Wir werden wahrgenommen und man spricht darüber…

        11+
    • Bauer Willi sagt

      Kritik ist erlaubt. Und jetzt Vorschläge zum besser machen. Kommt da was? Verfügst Du über die Mittel einer weitreichenden Kommunikation bis in alle Redaktionen? Dann her damit!! Kommt da was?

      Wir haben bewusst auf eine Pressenotiz verzichtet. Da passiert dann, was immer passiert. „Ach ja, die Bauern jammern wieder.“ So ist es ein stummer Protest.

      Wenn viele mitmachen, wird es immer mehr Fragen geben. Man wird herausfinden wollen, was das bedeutet. Dann kommt unsere Stunde. Wenn aber wenige mitmachen, wird es ein Flop. Es liegt an uns ob hopp oder topp. Du kannst den Artikel von morgen, Dienstag schon mal an Deine Tageszeitung schicken….

      9+
  8. Gurkenhobel sagt

    Lieber Willi, liebe Forumsteilnehmer,

    ich finde die Aktion großartig. Was ich ein wenig schade finde, dass sich fast stets nur Landwirte als Betroffene fühlen. Auch der gesamte vor- und nachgelagerte Bereich ist betroffen. Pflanzenzüchter, Pflanzenschutz, Beratung, Müller, Zuckerfabrik, Landtechnik, und weitere. Ich selbst bin kein Landwirt mit Betrieb, arbeite aber als Agraringenieur in der Pflanzenzüchtung, Versuchwesen und Beratung mit Zuckerrüben. Bauer Willi kenne und schätze ich seit über 20 Jahren.

    Durch meinen täglichen persönlichen, herzlichen und freundschaftlichen Kontakt zu vielen verschiedenen Landwirten und ihren Familien hier und über Deutschland hinaus fühle ich mich dem Berufsstand sehr eng verbunden. Sollte es irgendwann keine Rüben mehr geben, ist mein Job auch überflüssig. Nach fast einem Vierteljahrhundert der intensiven Arbeit mit dieser wunderbaren Kulturpflanze und ihren Anbauern würde mich das nicht nur beruflich treffen, sondern auch traurig machen. Auch ich möchte mir das nicht durch die Politikerkaste, diesem selbstzufriedenen Club der Ahnungslosen, zerstören lassen.

    In diesem Sinne werde auch ich ein Kreuz vor meinem Häuschen aufstellen. Und ihr Landhändler, Treckerverkäufer, Zuckerbuden, Landberater usw. könnt das auch. Auf geht’s.

    23+
    • Obstbäuerin sagt

      Das ist ein Superkommentar, der müsste auch bei topagrar eingestellt werden. Agrar heute hat noch keine Notiz von unserer Aktion genommen und auch sonst ist es still im Medienwald. Mal sehen, wann sich das ändert.

      2+
      • Gurkenhobel sagt

        Ich denke schon, dass davon Notiz genommen wird. Wir müssen einen friedlichen Flächenbrand mit grünen Kreuzen entfachen, dessen Ernsthaftig- und Dringlichkeit nicht in Frage gestellt werden kann.

        4+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Obstbäuerin, der Chefredakteur der Bauernzeitung dem ich heute einen Leserbrief zum Thema gesendet habe, hat sich bei mir gemeldet.
        Die Aktion ist ein Thema in der neusten Ausgabe, die ab Freitag den 13.9.19 erscheint.

        1+
        • Bauer Willi sagt

          Die LZ Rheinland ist nicht dabei. Sie empfindet die Aktion als Blasphemie (=Gotteslästerung) Die Agrarzeitung kommt demnächst. Dort wird ein Artikel drin stehen.

          2+
      • Bauer Willi sagt

        Das rheinische Wochenblatt LZ Rheinland ist nicht dabei. Sie empfinden die Aktion als Blasphemie (=Gotteslästerung)

        1+
    • Ulfrid sagt

      Super Einwand und tolle Aktion von Dir.
      Ich habe nun Vor, ein weiteres Kreuz auf einem Feld vor unserem Dorf zu platzieren. Das dies dann gemeinsam stibt, sollte vielleicht die Aufmerksamkeit noch erhöhen.

      0
    • firedragon sagt

      Hallo Gurkenhobel, Du bist ein Schatz.
      Du hast recht. Durch unsere Landwirtschaft kennen wir natürlich auch viele Landmaschinenhändler. Einige von ihnen stehen ebenfalls kurz vor dem Aus. Ist schon so, hat die Landwirtschaft kein Geld, investiert sie nicht…

      0
  9. Friedrich sagt

    Jedes Kreuz ist ein Wählerkreuz weniger für die immergewählten Parteien. Dazu kommen noch die Landeigentümer , die ihr Land verpachtet haben und ein großer Teil der Familienangehörigen. Meine 15 Familienangehörigen wählen jedenfalls bei so einem Enteignungsfeldzug nicht mehr die Immergewählten. Hier muß endlich ein „So geht es nicht Punkt “ gesetzt werden , damit die da in Berlin mal in ihrem Glashaus aufwachen und einmal nicht nur an sich , sondern auch mal an die Wähler denken. —- Das die NGOs sagen , daß es nicht weit genug geht , ist doch klar . Wenn nur noch ein Bauer übrig bleibt , würden die das immer noch sagen , um ihr Geschäftsmodell zu erhalten.Auch hier kann man sagen , steht jedes Kreuz , „bis hierher und nicht weiter“! Jetzt gehts ums Ganze . Das sollte jeder Bauer wissen . Also nichtstun und ducken geht nicht . Aufstehen und kämpfen für die Freiheit des Wirtschaftens ist angesagt. Nur mit Kampf kann unsere Freiheit und Demokratie gesichert werden. Unsere sozialistische Regierung will uns als letzte Bastion für die Freiheit und Demokratie fertigmachen , damit der Sieg der 68er zu Feiern ist. Jedes Kreuz steht deshalb auch für unsere Demokratie und den Rechtsstaat !

    8+
  10. Christian von Wendorff sagt

    Redet nicht so viel, sondern stellt Kreuze auf!!
    Ich finde es eine super Idee, nachdem immer wieder festzustellen ist, dass von Seiten unserer Verbände etc. kläglich wenig oder auch gar nichts passiert!! Mehr als traurig!!!Es wird nur zugeschaut…!
    Also : KREUZE AUFSTELLEN!!!

    Danke an dieser Stelle an Bauer Willi!!
    Davon brauchen wir mehr!
    Gruß aus McPomn

    7+
    • Christian Ahrens sagt

      Genau! Nicht reden sondern machen.
      Haben heute auch ein Kreuz aufgestellt.

      Gruß aus Sachsen

      2+
  11. Michael Behrens sagt

    Einen Flächenbrand entfachen!
    Hallo, wie wäre, es die Dorfjungenden, bzw die Landjugenden mit einzubeziehen? Das in jedem Dorf 10 Kreuze aufgestellt werden und zeitgleich geht die Pressemitteilung an die örtlichen und auch überregionalen Medien raus.

    2+
  12. Bauer Fritz sagt

    Wohin der Weg der Anspruchsteller führt, läßt sich absehen.
    Das Problem: hat mit Rechnen, Mathe und Logik zu tun. All das muß man ja als Anspruchsteller weder kennen noch können. Viel einfacher ist ja: „Ich will – also macht mal.“
    Hier wird sichtbar, wo wir heute schon (vielfach) stehen:
    Über 200 ha zur Existenzsicherung notwendig
    (https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/ueber-200-ha-existenzsicherung-notwendig-557981?utm)
    Ökonomische Zwänge stehen im Widerspruch zu Forderungen aus der Politik, dass Ackerbauern künftig noch mehr für den Insekten- und Naturschutz tun. Nicht alles, was gesellschaftlich wünschenswert ist, ist für einen Familienbetrieb auch zu leisten.

    8+
  13. Hagbard Celine sagt

    Anstelle von blindem, symbolischem Aktionismus könnte man natürlich auch anfangen die umfassende Situation zu betrachten und geeignete Schritte in diese Richtung zu unternehmen.
    Einen guten Überblick für die notwendigen Fragen und eine umfassende Handlungsweisen gibt es bei Dr. Daniel Wahl:
    https://www.youtube.com/watch?v=uNS_8m7C3EI

    Weitere sinnvolle Ansätze gäbe es z.B. bei
    – Buckminster Fuller (https://www.bfi.org/)
    – Robert Gilman (https://www.context.org/iclib/ic36/gilman1/#histoutline)
    – David W. Orr (http://www.oberlinproject.org/about/founder-visionary/david-w-orr/)
    – Joanna Macy (https://workthatreconnects.org/foundations-of-the-work/)

    Für viele Menschen sind diese Ideen und Entwicklungen so unglaublich weit entfernt. In ihrer umfassenden, systemischen Betrachtungsweise erscheinen sie aber derzeit als die fortschrittlichsten Mittel, um unsere Beziehung zum Planeten Erde wieder zu regenerieren und eine nachhaltige Zukunft für das Netz des Lebens im Rahmen unseres Handelns anzustreben.

    0
    • Bauer Willi sagt

      Liebe Celine
      Ich hoffe, ich darf Sie so nennen. Als Betreiber der Seite fände ich es sehr hilfreich, wenn Sie Ihre Meinung äußern. Es hat sich leider eingebürgert, diese durch den Verweis auf externe Links zu verschlüsseln. Glauben Sie mir, bei mehr als einem Link schaut sich die niemand mehr an.
      Sie haben doch eine eigene Meinung! Sagen Sie mir und uns, was Sie uns sagen wollen. Was sind Ihre Wünsche, Gedanken, Vorstellungen. Was soll anders laufen? Und ganz wichtig: wie sehen Lösungen aus. In der Analyse der Fehler Anderer sind viele schon sehr gut. Mit den Lösungsvorschlägen hapert es noch was.

      15+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Willi, gebe ich Dir Recht. Eine große Bitte habe ich persönlich an Dich, eventuell andere auch. Schränke bitte den Umfang der Beiträge in Deinem Blog, was den Umfang der Meinungsäußerungen betrifft etwas, „Stark“ ein.
        Wir reden hier wohl doch von Mensch zu Mensch. Politiker typische Antworten die hier immer mehr geäusert werden zerstören den guten Diskussionsstiel in Deinem Blog.

        2+
    • Obstbäuerin sagt

      Hallo Hagbrod, wir haben genug eigene Probleme. Intergalaktische Lösungen liegen uns nicht so. Oder habe ich da was falsch verstanden?

      2+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sehr geehrter Herr Hagbard,

      sie sind sicher ein kluger Mensch, deshalb bringen sie jede Menge Links in Englisch geschrieben hier im Forum.

      Wir sind hier in Deutschland und nicht jeder beherrscht diese Sprache., somit kann ich nicht an ihrem Wissen teilhaben.

      Vielen Dank

      3+
  14. Christian Bothe sagt

    meine Leserzuschrift in Top agrar von eben…

    Eine gute Aktion und bildhafte Darstellung von Dr. Willi Kremer-Schillings im Sinne unserer stark gebeutelten LW. Hoffentlich gibt es viele Nachahmer von Praktikern. Das Logo ist auch gut gestaltet und sollte man als Aufkleber verbreiten. Auf den Dienstwagen von Merkel, Klöckner, Schulze und Co.ist genügend Platz für so etwas und trägt zur Erinnerung bei…

    6+
  15. Ren'e Lehmann sagt

    Hallo Bauer Willy,
    Hallo auch ihr anderen Landwirte!
    Ich bin seit 36 Jahren in einem brandenburgischen Landwirtschaftlichen Betrieb mit Leib und Seele beschäftigt!
    Ich kann dir nur zustimmen und es wird höchste Zeit, das wir unseren Berufsstand wieder in ein würdiges Licht stellen!
    Ich gehe fest davon aus das alle Landwirte egal ob Familienbetrieb, im Nebenerwerb, als Biobauer ,als konventioneller Bauer oder als Landwirt in einer Genossenschaft oder GmbH Landwirte sind die gesunde Grundnahrungsmittel produzieren wollen und es auch machen!!! Jede Betriebsform hat seine Daseinsberechtigung! Darum müssen wir endlich mit einer Sprache sprechen und uns nicht gegenseitig ausspielen ! Das ist nämlich unser Problem, warum wir es zugelassen haben, unsere Arbeit die wir leisten so schlecht zu machen! Uns für Geldgierige, tötende, vergiftende, rücksichtslosen Bauern in der Öffentlichkeit darzustellen und der mit Hauptverantwortlich für den Klimawandel ist!
    Lasst uns endlich gemeinsam die Menschen, die es durch die Medien, Politiker ,NOks nicht besser wissen können aufzuklären! Das wenn diese Politik so umgetzt wird, es den Verbrauchern definitiv schlechter gehen wird und der Klimawandel nicht aufgehalten wird!!!!

    12+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin, Ren`´e Lehmann,ich nehme mal an, Du bist hier bei Willi, neu im Blog.
      Alle Achtung ,super Deine Meinung die Du hier der Öffentlichkeit preis gibst.
      Wenn Du so weiter machst ,bis Du für uns alle ein willkommener Blogger.

      1+
  16. Arnold Krämer sagt

    @Herr Suhr!
    Viele Ihrer Einlassungen zeigen mir, dass Sie Landwirtschaft und insbesondere Wirtschaft nur aus der Theorie kennen. Dafür bietet ihr letzter Beitrag auf meine Ausführungen wieder ein gutes Beispiel. Dort schreiben sie unter anderem:

    „Ich sehe heute das Ergebnis, das schon damals mit dem Mansholt-Plan angestrebt wurde. Kerngedanke: Durch Handel und bürokratische Maßnahmen werden die Kleinen weggebissen und verdrängt, die großen werden Größer. Jetzt haben Großbetriebe nicht nur niedrigere Produktionskosten und bessere Einkaufskonditionen…..“

    Sie verkennen das Wesen der marktwirtschaftlichen Ordnung, das Grundprinzip des Kapitalismus, in dem durch Produkt- und Prozessinnovationen Produkte jeglicher Art immer kostengünstiger hergestellt und für breite Bevölkerungsschichten verfügbar gemacht werden. Der Massenwohlstand, den es ohne Zweifel im Vergleich zu früheren Jahrzehnten gibt, wäre anderweitig nicht möglich gewesen. Bei allen Kollateralschäden also ein Segen für die Menschen, oder?
    Es ist der autonome technische Fortschritt, der gerade in der Landwirtschaft zum Segen für die Landwirte selbst aber vor allen Dingen auch für die Verbraucher in den letzten 50-60 Jahren wirksam war. Diesen nicht zu nutzen, musste praktisch immer zur Betriebsaufgabe führen. Aber viele Familienbetriebe sind dadurch nicht unendlich groß geworden. Das müssen sie auch nicht.
    Zitat Fredmund Malik, St. Gallen: „Ein Unternehmen muss nicht groß sein, ein Unternehmen muss stark sein“.
    Ich kenne sehr viele landwirtschaftliche Familienunternehmen in meiner Region, die es mit den Großbetrieben im Osten alle Male aufnehmen können, weil sie ein hohes Maß an Arbeits-, Kapital- und Flächenproduktivität aufweisen können.
    Mir ist um den in der Tat größer gewordenen landw. Familienbetrieb nicht bange, es sei denn er wird durch bürokratische, kleinkarierte Auflagen systematisch in eine organisatorische Enge mit überhöhten Kosten getrieben,
    oder die wettbewerbsverzerrenden nationalen Eingriffe nehmen über Maßen zu.

    14+
    • Stadtmensch sagt

      Massenwohlstand …also ein Segen für die Menschen, oder?

      Das müssen wir später mal die Enkel fragen. Bis jetzt sieht es so aus, als hätten wir alles vergeigt. Aber das kommt davon, wenn man stumpf vor sich hin wirtschaftet.
      Ich sage nur 13% Ackerfläche für Energiepflanzen! Mit einem lausigen Wirkungsgrad verglichen mit der direkten Nutzung der Sonnenenergie (120W im Jahresmittel pro m² für PV zu 0,5W für Mais). Aber den NGO Propaganda für Flächenimport vorwerfen.
      Sie verachten jeden, der in ihren Augen keine Ahnung von grundlegenden Zusammenhängen hat. Springen sie mal über ihren Schatten und erklären sie nicht alles mit dieser „Genialer Unternehmer wird von Bullshitjob-Inhabern an der Daseinsvorsorge für Letztere gehindert – Schablone“!
      Ich frage mich, was das Aufstellen von Kreuzen bewirken soll. Schlechtes Gewissen beim Grünen-Wähler? Bauer Willi ist für mich aus vielerlei Gründen nicht so überzeugend in der Opferrolle, aber sicher irre ich mich wieder mal gewaltig.
      nAcht

      4+
      • Arnold Krämer sagt

        Stadtmensch
        1. Gut, der Mensch ist eine Belastung für die Erde, er produziert unentwegt und zunehmend Müll, anders als alle anderen Lebewesen. Irgendwann muss die Spezies Mensch dafür einen Preis zahlen.
        2. für Biogas habe ich mich noch nie begeistert, aber sie ist zumindest grundlastfähig
        3. ich verachte niemanden, stelle aber fest, dass Sie meiner Argumentation auch aus früheren Beiträgen (nicht zustimmend) folgen können
        4. Nachdenklichkeit, oder besser “Vordenklichkeit“, weil die Politik auf dem Weg ist sehr viel kaputt zu machen, was nicht reversibel ist, und das gilt nicht nur für die Landwirtschaft

        10+
      • Thomas Apfel sagt

        Guten Morgen Stadtmensch,
        beim Thema Energiepflanzen über Biogas stimme ich Ihnen zu. Wir wollen, auch, um besser aufgestellt zu sein, 100 ha unserer sandigen Böden mit Photovoltaik belegen. Das ist im Moment so Mode wie vor 18 Jahren BioGas. Wie sich das vom Landschaftsbild einordnet, da bin ich gespannt. Es ist keine zusammenhängende Fläche und kann durch Gestaltung (Hecken/Baumreihen) aufgelockert werden, trotzdem wird das das Landschaftsbild nach den Windmühlen nochmals heftig verändern. Ich bin schon gespannt woher die Bürger- und anderen Proteste kommen werden. Von den Grünen können sie ja eigentlich nicht kommen.

        Was die Kreuze betrifft bin ich ganz anderer Meinung als Sie: Die Politik verliert bei ihren Entscheidungen (nicht nur zur Landwirtschaft) die Wissenschaftlichkeit zu Gunsten von Glaubenssätzen aus den Augen und trifft daher Entscheidungen an der Realität vorbei. Insbesondere ist das an den Diskussionen zu Pflanzenschutz und Bodenfruchtbarkeit zu sehen, von echter Diskussion über „Nachhaltigkeit mal ganz zu schweigen.
        Diese Entscheidungen sind nicht Ursache für das Wachsen und Weichen, beschleunigen aber diesen Prozess (bei gegenteiliger Absicht) insbesondere bei den (gewünschten ??) kleinen Betrieben.. Und daher finde ich schon, dass es höchste Zeit ist darauf aufmerksam zu machen.
        Bei uns haben in den letzten 15 Jahren 8 von 17 Familienbetrieben (alles Wiedereinrichter) aufgegeben. Es gab in den letzten 25 Jahren 3 Suizide die direkt mit der Situation (Überlastung) zu tun hatten. Allein dafür kann ich ganz berechtigt 8 Kreuze aufstellen um endlich mal öffentlich darüber zu reden was diese Politik mit den Menschen (auch Bauern sind Menschen !!) macht.

        25+
        • Arnold Krämer sagt

          Volle Zustimmung, die Politik beschleunigt ohne Not strukturelle Veränderungen in eine Richtung, von der man vorgibt, sie nicht zu wollen.

          14+
        • Stadtmensch sagt

          Guten Morgen zusammen,
          ich wünsche mir auch eine Diskussion um echte Nachhaltigkeit. Zur „Verschandelung“ der Landschaft mit Anlagen zur regenerativen Energiegewinnung kann ich nur sagen, dass sich die Menschen auch an die Zumutungen des motorisierten Individualverkehrs gewöhnt haben. Unter PV-Anlagen hat man je nach örtlichen Gegebenheiten angeblich nur 30% Ertragseinbuße. Auch was Herr Steggeman schreibt, finde ich immer sehr interessant. Wenn man jetzt noch Biokohle zur Bodenverbesserung zu einem großen Thema zu machen würde, hätten wir genug Stoff für konstruktive Diskussionen. Für echte Nachhaltigkeit sind lw. Praktiker unverzichtbar.

          „Auch Bauern sind Menschen“.

          Natürlich! Als ich vor einiger Zeit meine ehrliche Betroffenheit ob der vergeblichen Bemühungen des Gemüsebauern (s. Doku), von seiner schönen sinnstiftenden Arbeit leben zu können, hier zum Besten gegeben hatte, wurde ich von Ihnen drauf hingewiesen, dass die Familie selber Schuld gewesen wäre, da sie keine ausreichende Marktanalyse betrieben hätten. Deshalb will ich es mit Mitleid nicht übertreiben. Wie soll ich als kleines Verbraucherlein dazu beitragen, dass sich im „leistungsorientierten“ Wohlstandssystem nicht alle niederkonkurrieren und bei diesem Getobe alle Lebensgrundlagen verwüsten?

          1+
          • Thomas Apfel sagt

            Biokohle ist ganz am Rande Schwachsinn und Ressourcenverschwendung, aber das ist ein anderes Thema.
            Um Mitleid geht es auch nicht, sondern um Betrachtung des Vergangenen, um daraus zu lernen. Und bei den Grünen Kreuzen geht es um ein Ausbremsen falscher Agrarpolitik. Irgendwie muss man doch diesen Pendelrythmus der Entwicklung von einem Extrem ins andere mal an eine praktikable Mittellinie bringen. Nur kann die Basis dafür nur Wissenschaft und nicht Dogmatik sein. Darum geht es und um nichts Anderes.

            4+
            • Stadtmensch sagt

              „praktikable Mittellinie“
              Dazu müsst man nur die vielen Einzelinteressen (meist ökonomischer Natur, Stichwort 40000€ Pacht für WK-Anlagen Standort) in Richtung solare Kreislaufwirtschaft dirigieren. Wenns die Politik nicht macht, macht es die Natur (was sowieso passieren wird). Das Thema Energiepflanzen war sicher auch wissenschaftlich induziert aber wie heißt es so schön „es irrt der Mensch so lang er strebt“.
              Den Schwachsinn der Biokohle können sie ja bei Gelegenheit mal erklären. Es geht nicht drum, statt dessen Braunkohle-Substrate zu nehmen (weil die Tagebaue gerade mal offen sind), sondern um THG-Sequestrierung, also Kohlendioxid wieder im Boden als Kohlenstoff binden.

              0
              • Thomas Apfel sagt

                Biokohle ist so etwas wie schwarze Farbe. Sie ist neutral, hat keine Kationen Andockmöglichkeiten, ist prinzipiell eher wasserabweisend und geht mit nichts im Boden Verbindung ein. Sie hat maximal eine belüftende Funktion. Kohle ist ein Endprodukt und erhöht den C-Gehalt im Boden, wenn ich sie verbuddle. Irgendein Effekt auf Erträge taucht erst bei Aufwandmengen über 30 t/ha auf, wahrscheinlich wegen guter Durchlüftung. Dafür müssen Sie aber 100 to Pflanzenmasse „verkohlen“. So ineffektiv und dann noch mit einem derart unbrauchbaren Ergebnis-Stoff ist nicht einmal die ineffektivste Form der Kompostierung,
                die „Biodynamisch-vegane Kompostierung“ bei der zwar nur 25 % der Ausgangsmasse verwendbares Produkt entsteht, hier aber wenigstens mit der Chanche auf einen gewissen Anteil echter Humusstoffe (Huminsäuren, Humate).
                Ansonsten weiß ich nicht was Sie mit „wenn es die Politik nicht macht, macht es die Natur“ .. meinen ?? Lässt „Die Natur“ einen Solarfolienbelag auf alle beleuchteten Oberflächen wachsen oder wie macht sie das ?
                Da sind mir wahrscheinlich irgendwelche „neuesten Erleuchtungen“ entgangen.

                2+
                • Stadtmensch sagt

                  Wieso ist Verkohlung ineffektiv? Das Holzgas kann doch genutzt werden. Der enstehende Kohlenstoff muss natürlich mit Nähstoffen „aufgeladen“ werden. Durch die große innere Oberfläche sind damit auf jeden Fall positive Effekte im Hinblick auf Nährstoff-Verfügbarkeit und Verlustminimierung nachgewiesen worden. Das UBA (ich weiß – nicht zitierfähige, realitätsferne Dogmatik) hat hunderte Seiten Studien dazu bereitgestellt. Auch ein Strategiepapier der Bundesregierung zur CO2 Sequestrierung beschäftigt sich eingehend mit diesem Thema.
                  Bei klassischer Kompostierung entweicht der enthaltene Kohlenstoff innerhalb kurzer Zeit komplett als CO2.

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                • Thomas Apfel sagt

                  Sie können Kohle nicht aufladen, die hält nichts fest. Die übliche belüftende Kompostierung hat tatsächlich CO2 Verlustraten von 40 – 70 %, nicht belüftende hat quasi keine C-Verluste und bildet hohe Anteile von Dauerhumus, die dann tatsächlich die Kationen-Austauschkapazität verbessern und ebenso die Wasserhaltefähigkeit (unter anderem auch chemisch zeitweise fixiertes Wasser) Kern-Ausgangsstoff für Dauerhumus ist Lignin. Lignin wir bei belüftender Kompostierung pilzlich zersetzt und bei der Verkohlung verbrannt.

                  0
                • Kohle finde ich spannend als Thema, Stichwort Terra Preta.

                  Humus besteht zu ca. 60% aus Kohlenstoff.

                  Man kennt es von der Aktivkohle, daß diese Gift absorbiert. So ähnlich ist es auch mit Holzkohle, wenn man diese vorher quasi im Kompost sich mit Nährstoffen aufsaugen läßt, dann das Ganze im Boden verarbeitet. NIE PUR VERBUDDELN, absorbiert Nährstoffe, die dann Pflanzen nicht mehr zur Verfügung stünden. Quasi ein Nährstoff- und Wasserschwamm.

                  Der Gedanke dahinter: Eine Art künstlicher Humus. Und wie Humus – siehe vor allem moorigen Grund – eine hohe Speicherkapazität für Nährstoffe und Wasser. Vorteil in Trockenzeiten, Nachteil beim Ausbringen von zuviel Gülle bzw. Dünger, da die Nährstofferosion niedriger ist (aber so sickert auch weniger ins Grundwasser, wenn man so will).

                  Von physikalischen Prinzip her super. Nur wie man diesen Humusersatz am wirksamsten umsetzt, das ist die Frage. Das Fermentierungsverfahren hat beispielsweise das Problem, daß der Boden übersäuert.

                  0
                • Brötchen sagt

                  @Stadtmensch,

                  Es sind ja Projekte, die begründet werden müssen und sobald im Antrag was von Klima steht, dann hat man gute Chancen. Solche Projekte werden auch gesucht.
                  Die Projekte sind ja an sich nicht schlecht.
                  Ich habe teilweise ab und an mit sowas zu tun und mir ist fast noch kein Projekt bekannt, was wirklich zu einem großen Umbruch oder Riesennutzen geführt hat.
                  Das UBA muss ja positive Begutachtungen schreiben, weil sie das fördern.
                  Wenn das mit der Solarkohle so gigantisch wäre, dann würden das schon längst private Firmen machen.
                  Meines Wissens gibt es dafür nur kleine Versuchsanlagen und auch nicht seit gestern.
                  Also nicht von dem medialen „Hype“ blenden lassen.
                  Wir reden hier von Erlösen pro ha von 2000 – 3000 Euro mit den Feldfrüchten, da muss ein Verfahren schon sehr sehr günstige Pflanzenkohle herstellen können und eine Gelddruckmaschine ist leider in der LW nicht erlaubt. Du kannst Dir an allen fünf Fingern abzählen, was der Spaß kosten darf. Ich sage jetzt mal 1000 € pro ha wären schon viel Geld und wir reden hier über 100 derte oder 1000 de Tonnen.
                  Ich staune ja auch, das für Dich die 40000 € Pacht für Windräder so eine Neuigkeit ist! Das ist alles Geld was jede Omi mit einer kleinen Rente, über den Strompreis bezahlt und Omi kann den Stecker nur in die eine Steckdose stecken. Also ist sie gezungen den Strom nur aus dieser Steckdose abzunehmen. In der Windradbranche steckt viel mehr Geld drin, als in unserem lächerlichen 1000 Euro für das bisschen Getreide. Der Investor verdient ja auch noch recht gut, die Hersteller, die Wartungsfirma und und und….Deshalb habe ich Dir die Zahl auch genannt, um Dir die Relationen klar zu machen.
                  Getreide gibt es zur Zeit im Überschuss, die Preise sinken zur Zeit, da Frankreich und Osteuropa sehr gute Ernten haben.

                  Fazit: für die LW sind nur Verfahren interessant, die fast nichts kosten und große Mengen bereitstellen können! Oder der Nutzen wäre gigantisch. Lw. Ackerbau ist in der Hauptsache oder zu 60 % reine Transporttätigkeit!
                  Wir sind arme Schweine im Gegensatz zum Gesundheitswesen o.a.

                  1+
                • Thomas Apfel sagt

                  Herr Suhr, Terra Preta ist keine Holzkohle, sondern Ergebnis der sauerstoffarmen Umsetzungsprozesse von Abfallhaufen aus organischen Materialien sowie Holzkohle und Holzasche. Die positive Auswirkung beruht nicht auf dem Kohlegehalt sondern dem Gehalt an Dauerhumusstoffen. Das ist im Prinzip ähnlich der Wirkung der „Tiefstallmistes“ der zu den extrem hohen Dauerhumusgehalten im Plaggenesch geführt hat die man, verwundert ob ihrer Höhe und Dauerhaftigkeit, gerade wieder untersucht.

                  4+
                • Ws ist Kohle denn anderes als Kohlenstoff, egal woher dieser kommt, es ist Kohlenstoff! Zirka 60% vom Humus ist Kohlenstoff.

                  Die Speicherkapazität ist der Kohlenstoff. Egal, ob man da irgendwelche Holzkohle verarbeitet oder organischen Dünger aus Mist verwendet. Es geht um die Absorptionsfähigkeit der Kohle! Organische Verbindungen sind Kohlenstoffverbindungen nebenbei.

                  Bedenkt man, daß man so auch den Kohlenstoff aus der Luft raushalten kann, wäre Boden ein sehr starker Speicher, eine massive CO2-Senke.

                  Stellen Sie sich vor, die kaputten Wälder würden teilweise verkohlt und dann im Boden verarbeitet/gespeichert.

                  Sie haben es doch selbst gesagt, Terra Preta ist eine Mischung aus Holzkohle und -asche mit organischen Resten. Ich habe nichts anderes behauptet. Sogar das mit der Fermentierung habe ich angesprochen.

                  Oder noch einfacher gesagt:
                  Der von Ihnen angesprochene Dauerhumusstoff ist der Kohlenstoff. Pflanzen nehmen diesen über die Luft auf, nicht über den Boden.

                  Ton und Lehm werden auch angesprochen bei Dauerhumusstoffen, aber wie auch schon verwiesen siehe Aktivkohle und deren Speichervermögen.

                  Es geht nicht um chemische Reaktionen, es geht nur um Speicherkapazitäten. Die anaerobe Fermentierung basiert auf dem Gedanken, daß es im Boden auch anaerobe zuginge, als würde man bei der Organtransplantation darauf achten, daß Spender und Empfänger zusammenpassen, sonst brauchen die Prozesse länger zur Umstellung. Aber es steht und fällt mit dem Kohlenstoff. Siehe auch die Humusbildung bei der Verarbeitung verschiedener organischer Dünger im Vergleich auch zu mineralischem Dünger, mit dem Humusaufbau nicht möglich ist … weil kein Kohlenstoff drin ist, keine organischen Kohlenwasserstoffverbindungen.

                  Hier macht man es aus Braunkohle …
                  https://f3.de/bodenkur-aus-braunkohle/

                  Es geht um den Kohlenstoff.

                  Und wer weiß, vielleicht ist der Boden deswegen Schwarz … bevor Sie wieder mit schwarzer Farbe kommen …

                  0
                • Brötchen sagt

                  Herr Suhr!

                  Dauerhumus ist eben NICHT! nur profaner Kohlenstoff.
                  Dauerhumus ist Kohlenstoff mit einer besonderen Qualität. Das ist das Problem dabei.

                  Irgendwie komme ich mir auch langsam irre vor, alle Welt will mit Gewalt CO2 einsparen und hauptsächlich soll die Lw das tun, obwohl die schon den Hauptanteil für unsere wirkliche Lebensgrundlage liefert. Alles andere ist nämlich reiner Luxus.
                  Irgendwie ist das eine Welt auf dem Kopf!

                  6+
                • Brötchen sagt

                  Die Kreuze müßten eigentlich verkehrtherum stehen und damit man es auch erkennt, einen Bauern verkehrt ans Kreuz genagelt. Oder schreibt oben und unten dran.

                  0
                • Stadtmensch sagt

                  @Brötchen

                  „Wenn das mit der Solarkohle so gigantisch wäre, dann würden das schon längst private Firmen machen“

                  Liegt daran, dass der Zusatznutzen bei der Fäkalienbehandlung nicht „zertifiziert“ ist.
                  Und niemand das dicke Brett Kreislaufwirtschaft durch Fäkalien-Kompostierung bohrt. Alle faseln von E-Mobilität. Welch Irrsinn in Zeiten von Arbeitsplatzzwang. Warum sollte D nicht Exportweltmeister von Umwelttechnologie werden?

                  „schon sehr sehr günstige Pflanzenkohle herstellen können und eine Gelddruckmaschine ist leider in der LW nicht erlaubt“

                  Man muss immer die ganze Rechnung aufmachen:
                  Was kostet es die Gesellschaft, Vorkehrungen für Überschwemmungen zu bauen oder wie in diesem Jahr, 100T ha Hitze- und schädlingsgestressten Wald neu hochzuziehen. Bei uns in der Stadt sind 2000 Straßenbäume vertrocknet (Pro Baumpflanzung 2000€).

                  0
                • Brötchen sagt

                  @Stadtmensch da gebe ich Dir recht und das wäre der Einstieg in eine Diskussion und da rennst Du bei mir offene Türen ein!!

                  Ich sehe das nur nicht, die werden genau das Gegenteil erreichen!

                  1+
                • Brötchen sagt

                  @ Stadtmensch, was die Straßenbäume betrifft.

                  Die werden schon recht groß gepflanzt. Da haben die noch keine richtigen Wurzeln . Unter normalen Wetterbedingungen funktioniert das auch, bei der Trockenheit dieses Jahr schaffen die das mit dem Wässern nicht bzw. hat sich keiner oder nur unzureichend gekümmert

                  2+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  besser wären die Wassersäcke, die brauchen in der Regel nur einmal IN DER WOCHE gefüllt werden.

                  0
                • Stadtmensch sagt

                  @Ehemaliger

                  “ haben die Einwohner deiner Stadt das Recht verloren, die Landwirtschaft zu kritisieren.“

                  Mist!
                  …zum Glück haben wir jetzt auch Wassersäcke.
                  😉

                  0
          • @Brötchen

            Es ist schade, daß nur jeder liest, was er hören will.

            Humus ist nicht nur profaner Kohlenstoff, das stimmt, sondern … wie schon erwähnt … knapp 60% Kohlenstoff. Was soll denn die besondere Qualität sein, Bio-Siegel?! Im Kern sprechen wir hier von Chemie. Und ein wichtiger Bestandteil von Humus ist Kohlenstoff, oder anders formuliert: In der Regel das, was von organischen Kohlenwasserstoffverbindungen so alles übrig bleibt. Und so lange die Kohle nicht verunreinigt wurde oder aus Regenwäldern kommt, ist es nunmal Kohlenstoff.

            Wer weiß, vielleicht haben die Maya einfach nur die Holzasche mit allen Essensresten in einen Pott geworfen, und damit keine Tiere drangingen, ’nen Deckel draufgemacht, bevor es später dann im Boden verbuddelt wurde.

            Es geht doch auch nicht um CO2-Speicher. Sondern mit Blick auf Klimawandel und Dürren vor allem und die Wasser- und Nährstoffspeicherkapazitäten. Das mit der Kohlenstoffbindung im Boden ist der nette Nebeneffekt, der es einem erlaubt, dafür die nötige mediale und politische Aufmerksamkeit zu erhalten.

            Nochmal sehr einfach ausgedrückt: Es wäre künstlicher Humus, mit dem man prinzipiell sogar Weideland aufwerten könnte. Und das alles mit positiver Klimabilanz, was will man mehr?!

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            • Thomas Apfel sagt

              Herr Suhr, jetzt reichts aber mit der Klugscheisserei. Sie übernehmen sich da gewaltig. Im Gegensatz zu Ihnen arbeite ich an dem Thema wissenschaftlich.

              5+
            • Brötchen sagt

              Chrtistian Suhr, Sieh bitte bei den einschlägigen Webseitne nach!
              Es gibt Dauerhumus und schnell abbaubaren Humus!
              Ich bin da auch nicht der Experte, da Tierhaltungsspezialist.
              Humusbildung ist ziemlich kompliziert.

              Terra Preta ist wahrscheinlich Holzkohle aus Brandrodungen gesammelt und mit menschlichen Fäkalien versetzt ! Wahrscheinlich speziell geschichtet.
              Das sind sehr mächtige aber räumlich sehr begrenzte Schichten, so eine Art Torflinsen im Urwald.

              Was Wasserhaltekapazität betrifft, das wissen Landwirte auch!

              Ohne Glyphosat bekommst Du das mit der Dauerhumusanreicherung nicht oder nur schwer hin, weil Du den Boden immer wieder bearbeiten mußt und da geht Dir dieser wieder verloren.
              Wenn Du dann noch beim N im Defizit bist, weil Du immer zu knapp düngst ( weil mehr nicht erlaubt ist) schafft man das mit dem Dauerhumus nicht!

              Im Prinzip dreht sich das alles im Kreise! Das ist ja gerade das was die LW so aufregt!

              6+
      • Dorfmensch sagt

        Sehr geehrter Herr Stadtmensch,
        zum Massenwohlstand für alle gehört eine Stadtbevölkerung, die immer aus dem Vollen schöpfen kann, auch bei Lebensmitteln und das ohne Arbeitseinsätze z.B in der Ernte. Wenn die deutsche Landwirtschaft kaputt ist, könnte ich mir vorstellen, das hier freiwillige oder Zwangsmaßnahmen für die städtische Bevölkerung in der Landwirtschaft wieder aktuell werden. Früher ist man auch selbst eingelagerten Kartoffeln, Rotkohl, Weißkohl, Wirsingkohl, Sauerkohl und Möhren über den Winter gekommen. Geht heute mit Sicherhet auch.
        Sie singen das Hohelied der Windenergie.Ich gehe davon aus, dass Sie gern unter einem wohnen und dieses Privileg nicht der Landbevölkerung allein gönnen. Wieviel man Energiepflanzen braucht, weiß ich nicht. Fragen Sie mal Fachleute aus der Energieplanung, woher die Grundlast kommen soll, wenn nach Ende von Kohle und Strom bei Dunkelflaute die Energienetze zusammen gebrochen sind und Strom für das Hochfahren benötigt wird. Antwort: z.B. aus Biogas.
        Sehr geehrter Herr Stadtmensch, warum wollen Sie den Landwirten nicht das Recht eines friedlichen Protestes (grüne Kreuze) zugestehen, wenn durch städtische Politik der deutschen Landwirtschaft der Garaus gemacht werden soll.
        Landwirte stellt überall grüne Kreuze auf!

        6+
        • Stadtmensch sagt

          Ach Dorfmensch. Mit Power to Gas ließen sich jetzt schon bis zu 3TWh
          ins Gasnetz durch Wasserstoff-Einspeisung puffern (70% Wirkungsgrad ohne Rückverstromung). Das ist 30 Mal so viel wie unser aktueller Puffer (die Pumpspeicherkraftwerke). Danach ginge es weiter mit Methanisierung des Wasserstoffs (Khlekraftwerke fürs CO2, das man dafür braucht, haben wir ja noch). Allemal besser als Ladeinfrastruktur für e-autos zu fördern oder für Stromexport draufzuzahlen. Man könnte anfangen, statt zu lamentieren, dass nix geht. Übrigens wohne ich an einer zu „Pendlerzeiten“ stark befahrenen Straße und unter einem Sendemast (man denkt man hat Tinitus, aber es ist der Scheiß-Mast), damit die Leute mit ihren Endgeräten daddeln können und ihre Konzentration zerfasert, bis sie komplett zu einer willenlosen exakt steuerbaren Konsumentenschar herabgesunken sind. Aktuell: amerikanische Veggie-Burger. Was soll es bringen, wenn sie einen Stadt-Land Gegensatz als Grund allen Übels herbei reden? Ein Arbeitsplatz in der Landwirtschaft wird einfach immer teurer. Wie kann man das kompensieren und Beschäftigung sichern. Ihre Vorschläge bitte. Meiner wäre: weniger arbeiten finanziert aus Umverteilung. Will keiner. Also baut Kreuze…

          0
          • Thomas Apfel sagt

            Wer soll (oder darf) weniger arbeiten und durch welche Umverteilung ?
            Machen Sie´s doch mal konkret: Wer soll die Arbeit, die ich gern bereit wäre weniger zu machen für mich tun und von wem wie bezahlt bekommen ? Und wie schlägt sich das Mehr an zu erarbeitendem Einkommen oder umgekehrt Kosten auf den Produktpreis nieder ?
            An fehlendem Zwang zu Produktivität ist die DDR Wirtschaft zu Grunde gegangen. Man kann nicht auf Dauer teurer produzieren als der Endverkaufspreis es abdeckt, es sei denn man druckt einfach mehr Geld.

            1+
            • Stadtmensch sagt

              Die EZB druckt auch Geld, indem sie schrottige Staatsanleihen kauft.
              Geht alles. Der Glaube ans Geld ist eben von der gleiche Art wie der Glaube an den lieben Gott.

              „Man kann nicht auf Dauer teurer produzieren als der Endverkaufspreis es abdeckt“

              bzw.

              Man kann nicht auf Dauer weniger bezahlen, als es tatsächlich kostet.

              2+
              • Thomas Apfel sagt

                Vollkommen richtig, aber nicht einmal der Sozialismus hat es geschafft in der Beziehung eine neue Idee hervorzubringen.

                1+
      • firedragon sagt

        Hallo Stadtmensch, in gewisser Weise hast Du recht. Ich gehe jetzt nur kurz auf das Thema Biogasanlage ein.
        Der ursprüngliche Gedanke war :Biogas aus Viehscheisse zu gewinnen. Eigentlich hätte die Politik den Bau einer Biogasanlage an viehhaltende Betriebe koppeln müssen, Grünschnitt der Gemeinde dazu und unverwertbare Biomasse. Hat sie leider nicht! Entstanden sind maisbetriebene Anlagen, staatlich gefördert! Dazu kann man stehen, wie man will, es ist egal. In diesem Fall allerdings der Landwirtschaft zuzuschreiben, sie trägt die alleinige Verantwortung ist nicht korrekt und trifft definitiv nicht zu.
        Anmerkung : Wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für eine Tätigkeit, die ausgeführt werden soll, mehr Geld anbietet, schlägt der AN dieses Angebot aus oder nimmt er an?

        1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        @ Stadtmensch

        2002 habe ich die erste PV Anlage, 2012 die zweite PV Anlage installiert.

        Auch ich bin schon heftig angegangen worden, nein nicht nur in Foren musste ich mir anhören, dass ich einer Mafia angehöre.

        Nach der Kompanie von Norbert Röttgen und Philipp Rösler waren selbst Menschen, die mir sonst sehr gesonnen waren, der Meinung dass ich ihnen das Geld aus der Tasche ziehe.

        Egal was man macht, ob Biogas, oder PV, es wird kritisiert.

        0
    • Ein Segen für die Menschen? Mit den Wirtschaftswunderjahren wurde Fleisch selbstverständlich, der Sonntagsbraten alltäglich. Essen wächst gefühlt im Supermarkt, Wertschätzung siehe wie gesagt ALDI in Australien, Link siehe oben. Oder lieber das Experiment Gänseschlachtung in der Öffentlichkeit?!
      https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-das-experiment-gaense-schlachtung-in-der-oeffentlichkeit-100.html

      Fortschritt zu nutzen ist richtig und wichtig. Aber man muß nicht jeden Mist mitmachen. Informieren Sie sich gern übers dreckige Dutzend, Stichwort PCBs. Asbest war auch super. Contergan ein Traum und wie schön unkontrollierbar Gentechnik ist zeigt die Ausbreitung der orangen Petunie. Vierzig Jahre wurde das erbgutschädigende Netzmittel Tallowamin bei Wirkstoff Glyphosat eingesetzt … joah, reicht wohl nicht, wenn man nur die Wirkstoffe durchtestet, bei Tensiden etwas schlurig ist …

      Also ist Ihre Aussage: Ja, sollen Rethmann, Fielmann und Co. die Höfe schlucken, die können viel besser produzieren und investieren in technische Neuerungen für maximale Produktivität?! Ewiges Wachstum, wachse oder weiche?!

      Mal so ein Gedanke: Wenn alle immer nur die Arbeitskräfte wegrationalisieren, wo soll dann die Kaufkraft herkommen so makroökonomisch?

      Es werden mehr Lebensmittel an der Börse gehandelt als real existieren.

      Mit Palmöl läßt sich schön billig arbeiten, geil muß ich es dennoch nicht finden.

      Unsere Wälder sind oft keine Mischwälder, um optimal bewirtschaftet werden zu können, wie steht’s gerade um diese? Effizienz ist nicht alles, siehe auch Humusaufbau von Böden!

      Und wenn Sie mir nicht glauben wollen von wegen Mansholt-Plan und Co., dann vielleicht dem Beitrag hier?
      https://www.bauerwilli.com/ein-radikaler-plan/

      Aber vielleicht lese ich auch nur zuviel, bin ja nur zehn Jahre Einzelunternehmer im Marketing, was für Ahnung hab ich schon von Bilanzen, Marktwirtschaft und Co. …

      Mal andersrum gefragt:
      Es Ihnen nicht aufgefallen, daß Kosten solidarisiert werden und Gewinne privatisiert? Oder denken Sie, unsere Pflege wäre super, woanders wäre sie ja schlechter? Nach unten orientieren sollte kein Maßstab sein für unsere Zukunft! Klingt immer schön, wenn jemand weniger Steuern und Kontrollen verspricht, oder? Hindert jedoch Verarbeiter und Handel nicht daran, daß einzupreisen, wenn der Staat nicht eingreift, oder?

      BIP zu betrachten, ist nicht ausreichend. Kaufkraftflüsse zu beachten, ist viel wichtiger.

      Und von wegen „… ein Unternehmen muß stark sein“. Hat was von Platitüden wie von Frau Klöckner, die Landwirtschaft muß dann halt „vor der Welle schwimmen“. Toi, toi, toi!

      Fragen Sie sich denn nicht, woher das Höfesterben kommt, ob es gewollt sein könnte? Der eine hat Kapital und kann sich modernisieren, der andere nicht und geht unter?! Und jede Produktivitätssteigerung wird wieder eingepreist, Stichwort auch Unfair Trading Practices wäre auch noch zu nennen.

      Auch jemand, der viel liest, kann eine Meinung haben. Ich bin auch kein Soldat, finde Krieg trotzdem schei*e!

      Sie sind wieder auf keinen der von mir angesprochenen Anträge und Ansätze eingegangen und wollen mir nur diskreditieren mit Blick auf ökonomische Zusammenhänge. Versuchen FDPler auch immer gern … aber die interessieren sich auch selten für Makroökonomie und glauben ans ewige Wachstum …

      Nun, ich bin Keynesianer wirtschaftsphilosophisch. Wenn Sie diskutieren wollen, geben Sie alles … ob Nominallöhne, daß Derivate nur Wettscheine sind oder wie das mit Angebot und Nachfrage läuft, wer am Unterbietungswettkampf am Weltmarkt wohl die besseren Karten hat, das lütte Deutschland oder eher USA, Südamerika und Co.?!

      Und was die Produktivitätssteigerung dank Technik angeht, einfach mal auf Michael Horsch hören:
      https://www.agrarheute.com/management/michael-horsch-digitalisierung-lohnt-ackerbau-551105
      Da geht noch was!

      Vielleicht lesen Menschen heutzutage zu wenig … wer weiß … Kleiner Gedanke: Man wird zum Antikapitalisten, weil man Kapitalismus versteht, nicht umgekehrt 😉 Und einen grünen und sozialen Kapitalismus gibt es nicht, Stichwort brandgefährlicher biozidgetränkter Wärmedämmsondermüll für mehr Energieeffizienz für Mietwucher oder der Bullsh** mit Klimazertifikaten.

      0
      • Arnold Krämer sagt

        Ihnen zu antworten fällt schwer, weil Sie in Ihre Kommentare alles reinpacken, was Ihnen so im Kopf rumschwirrt: Manches davon ist interessant und bemerkenswert, aber….
        Ist ja schön und gut, dass Sie Eifer und Sendungsbewusstsein an den Tag legen, aber überzeugender wäre es, wenn etwas mehr Klarheit, Ordnung und Richtung erkennbar wäre. Und: „In der Kürze liegt die Würze“. Dies nur als kleiner Tipp.

        Hier nur jetzt ein (willkürlicher/unvollständiger) Auszug aus dem, was Sie oben stehend geschrieben/angerissen haben:
        1. Gänseschlachtung in der Öffentlichkeit?! (mit Link)
        2. Fortschritt zu nutzen ist richtig und wichtig. Aber man muß nicht jeden Mist mitmachen.
        3. Ja, sollen Rethmann, Fielmann und Co. die Höfe schlucken
        4. Arbeitskräfte wegrationalisieren,
        5. Mit Palmöl läßt sich schön billig arbeiten
        6. Unsere Wälder sind oft keine Mischwälder,
        7. Und wenn Sie mir nicht glauben wollen von wegen Mansholt-Plan und Co.
        8. bin ja nur zehn Jahre Einzelunternehmer im Marketing, was für Ahnung hab ich schon von Bilanzen, Marktwirtschaft und Co.
        9. BIP zu betrachten, ist nicht ausreichend. Kaufkraftflüsse zu beachten, ist viel wichtiger.
        10. Und von wegen „… ein Unternehmen muß stark sein“
        11. Fragen Sie sich denn nicht, woher das Höfesterben kommt, ob es gewollt sein könnte?
        12. Auch jemand, der viel liest, kann eine Meinung haben.
        13. Nun, ich bin Keynesianer wirtschaftsphilosophisch.
        14. Und was die Produktivitätssteigerung dank Technik angeht, einfach mal auf Michael Horsch hören:
        15. Kleiner Gedanke: Man wird zum Antikapitalisten, weil man Kapitalismus versteht, nicht umgekehrt Und einen grünen und sozialen Kapitalismus gibt es nicht,
        16. Stichwort brandgefährlicher biozidgetränkter Wärmedämmsondermüll für mehr Energieeffizienz für Mietwucher oder der Bullsh** mit Klimazertifikaten.

        5+
      • „Kleiner Gedanke: Man wird zum Antikapitalisten, weil man Kapitalismus versteht, nicht umgekehrt“
        „Nun, ich bin Keynesianer wirtschaftsphilosophisch. “

        Ich kann mich da nur Arnold Krämer anschließen: Christian, Sie schreiben viel, machen sich auch sehr viele Gedanken. Aber den Überblick verlieren Sie dann im Eifer des Gefechts.
        Wenn Sie ein Keynesianer wären oder überhaupt näher wüssten, um was es Keynes damals ging, dann würden Sie sich niemals als Antikapitalisten beschreiben. Das beißt sich nämlich! Keynes wollte doch gerade den Kapitalismus „retten“ , er war ein bürgerlicher Ökonom, Börsenspekulant und eigentlich Kapitalist durch und durch. Mit irgendwelchen sozialistischen Ideen hatte er rein gar nichts am Hut, hielt Marx eher für einen Idioten. In dem Sinne bin ich auch Keynesianer , sonst gebürtiger Ostwestfale. Ist ähnlich sinnig.
        Ich glaube Ihnen gerne, dass Sie tatsächlich denken, die Vorschläge Ihrer Partei würden Landwirten oder sozialschwachen Menschen helfen/nützen. Aber vielleicht wäre da mal eine Überprüfung mit der Realität gut: Das beste Mittel , um weiterhin „Mietwucher“ zu begünstigen, ist durch einen Mietendeckel oder die Androhung von Enteignung den Wohnungsbau auszubremsen. Da hilft es auch nichts ,das Gegenteil zu behaupten.
        „Ohne Fackeln und Forken wird das nichts mehr …“
        Lassen Sie sie bitte im Westen. Mir sträuben sich die Nackenhaare bei dem unten verlinkten Artikel aus der TAZ. Es ist doch schlicht falsch, dass hier im Osten sehr vermögende Familie irgendwie Geld rausschleppen. Erstmal bringen sie welches ein, denn so ein Genossenschaftsanteil geht hier nicht für lau für den Ladentisch. Und das wollen Sie unterbinden? Und dann wundern Sie sich noch, dass Landwirte ihre Partei überwiegend nicht wählen? Welche Kriterien muss denn potentieller Käufer erfüllen, damit er Ihnen gefällt ? Das ist für mich Willkür pur und Ausdruck von Missgunst und Neid. Und für nicht wenige , die hier Genossenschaftsanteile halten , ist das die Altersvorsorge! Und genauso würden sich wohl im Westen Landwirte beklagen, wenn sich noch nicht verkaufen dürfen, an wen sie wollen.
        Hier in MV gibt es nun diverse vermögende Familien, die sich große Betriebe gekauft haben. Und die meisten davon sind ein Segen für die Region. Und auch das Wort „Spekulant“ ist da völlig unpassend. Das sind langfristig ausgelegte Investitionen, die in ihrer Bedeutung weit über die Landwirtschaft hinausgehen. Und da wird auch niemandem etwas weggenommen. Das ist pure Stimmungsmache.

        Willi, heute auf dem Weg zum Einkaufen habe ich nach einem grünen Kreuz Ausschau gehalten. Das wird hoffentlich noch werden. Allerdings wäre vielleicht etwas Farbe auch nicht schlecht. In einer dicht besiedelten Region ist das vielleicht nicht so wichtig. Hier steht aktuell noch der Mais, und zum Glück sind wir auch dabei , die dringend notwendigen Hecken – gut für die Natur und den Landwirt, geht doch- verstärkt anzupflanzen. Ich fürchte, da gehen die Kreuze etwas unter…
        Wir werden am Wochenende mal basteln und vielleicht fällt mir da auch farblich noch was ein.

        2+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Zu Ihren Ausführungen fällt mir ein Zitat des Ökonomen Mathias Biswanger ein: „Wir leben zunehmend nicht in einer Bedürfnisdeckungs-, sondern in einer Bedürfnisweckungswirtschaft. Dieses Sättigungsproblem hat sich eigentlich schon in den 1950er Jahren in den USA bemerkbar gemacht. Da gab es wirklich Befürchtungen, dass die Haushalte schon alles haben und das Wachstum gefährdet sei … Man hat in der Wirtschaftstheorie die Rolle des Geldes systematisch ausgeblendet … Dabei sind Geld und Gewinn das wichtigste Ziel in der kapitalistischen Wirtschaft … Die Hauptantreiber des Wachstumszwanges sind heute die Aktiengesellschaften … Sie werden von der Börse bewertet und das Management steht unter einem entsprechenden Druck, einen höheren Kurs zu generieren, der wiederum von den zukünftigen Gewinnerwartungen abhängt …Andere Formen, wie etwa Genossenschaften, haben mehr Möglichkeiten … Eine solche Entwicklung gibt es schon im Lebensmittelbereich … Das funktioniert bei Lebensmitteln durchaus … Hundertprozentig nachhaltig wird das Wachstum nie werden … „

      1+
      • Arnold Krämer sagt

        Ein früherer SPD-Oberbürgermeister der Stadt Freiburg hat vor vielen Jahren mal einen Buch/Büchlein geschrieben mit einem Titel, der menschliches (wirtschaftliches) Verhalten treffender und pointierter nicht beschreiben kann:
        „Je mehr wir haben, desto mehr haben wir zuwenig“

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        • Stadtmensch sagt

          Dann doch lieber Erich Fromm: Haben oder sein
          Oder moderner: Niko Paech: Befreiung vom Überfluss

          Außerdem hätte ich nicht gedacht, dass schon jemand den Begriff „Bedarfsweckungsgesellschaft“ erfunden hat (s.o. Kommentar von Elisabeth aka Bergbäuerin). Dachte, den hätte ich mir fein ausgedacht, um das System zur Sicherung von Arbeitsplätzen für die Beibehaltung der Ungleichverteilung von Produktionsmitteln usw usf… aufrecht zu erhalten.
          Nehmen sie das „unstrukturierte vor allem aber auch unökonomische linke Gebrabbel“ nicht so ernst. Es ist einfach nur noch Sarkasmus oder Neo Dataismus…

          0
  17. Günter Reichard sagt

    Hoi Willi,
    zunächst noch alles Gute zum Geburtstag, ich wünsche vor allen Dingen Gesundheit und
    immer das richtige Gespür für die Unabwägbarkeiten des Lebens.
    Ich finde die Idee mit den grünen Kreuzen großartig. Es hätte oder könnte ein Symbol werden, für alle Bauern in Deutschland und Europa.
    Eine Bewegung.
    Aber es gibt schon wieder Neider, Negativseher, einfach Menschen die glauben immer alles negativ sehen zu müssen.
    Die Bauern der Zukunft werden um des Überlebens willen noch über viele Schatten springen müssen
    Bei uns hat es heute einen halben Meter geschneit und die ersten Tiere sind wieder gesund zu hause.
    Was gibt es schöneres. Viele Grüße aus Südtirol Günter

    5+
    • Bauer Willi sagt

      Hoi Günter, schön von Dir zu hören. Bei meinen Besuchen in Südtirol habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Und natürlich gut erholt. Gerne hätte ich was von dem Niederschlag hier bei uns. Aber lieber als Regen und nicht als Schnee. 🙂 In den letzten zwei Wochen hatten wir 5 mm und für die nächsten zwei Wochen sind wieder sommerliche Temperaturen angesagt. Ich möchte kein „schönes Wetter“ mehr…
      Gruß
      Willi

      5+
  18. Alexander Borchert sagt

    Hallo Willi,
    Ich fand Deine „Grüne Kreuz“ Idee anfangs sehr gut.
    Jetzt finde ich sie richtig abschreckend und abstoßend.

    Ein Kreuz am Straßenrand, weist immer daraufhin, dass hier einer gestorben ist.

    Denk mal über die Wirkung nach!!!!! Hier ruht der Bauer Willi.

    Das erweckt Mitleid und Trauer, aber niemals Aufbruch und Aktionen. Dort ist alles tot sagt ein Kreuz. Das bringt mal einem jungen Hofnachfolger bei………

    6+
    • Bauer Willi sagt

      Anfangs gut… jetzt abschreckend…
      Erbitte Gegenvorschläge. Oder gerne auch eine eigene Initiative.

      7+
      • Obstbäuerin sagt

        Hier gab es mal eine Initiative gegen Fracking mit gelben Kreuzen aber diagonal. Bei einem einzelnen Kreuz hat man sich nichts bei gedacht aber es waren eine ganze Menge und da hat man schon gefragt, was das soll. Kam auch in den Medien. Ich finde die Idee wirklich gut, weil sie auch branchenübergreifend ist. Und gerade die Hofnachfolger werden doch wohl in die Aktion eingeweiht sein oder? Ein Kreuz ist ja auch ein Symbol für Mahnung und dann wird da wieder ein Schuh draus. Wir mahnen eine Politik an, die eine fortschrittliche Landwirtschaft für Alle ermöglicht. Es haben sich spontan so viele bereit erklärt mitzumachen, dass es garantiert ein Erfolg wird. Unsere 4 Kreuze werden morgen nach dem Regen (hoffentlich) an ihre Plätze gestellt.

        5+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Willi, lass dich durch so eine Meinung wie sie der Borchert hier vertritt nicht aus der Ruhe bringen. Du hast soviel Zustimmung für Deine und Eure Idee erhalten das ziehen wir gestandenen Landwirte und Bauern konsequent durch.
        Ich sage nur, wie bei den Musketieren, ohne Furcht und Tadel. Packen wir es an.
        Ein zurück geht gar nicht mehr. Meine 6 Kreuze stehen. Auf die Resonanz warte ich jetzt.

        1+
    • Ich dachte auch erstmal an Gelbkreuz, Weißkreuz und Co., chemische Kampfmittel, Achtung, hier setzt der Landwirt wieder was ein … so wie Kreuze an Bäumen, die man fällen will oder ähnliches. Grünkreuz waren Lungenkampfstoffe …

      Selbst würde ich wohl die Billigangebote – schei* aufs Urheberrecht – in super groß ausdrucken und an jedem Hof als Bauschild aufbauen, Tierwohl Hähnchenschenkel für 15 Cent und ähnliches. Oder den Direktvergleich Erzeugerpreise und Verkaufserlös, z.B. 14 Euro für ein ganzes Schwein. Das Bestmögliche fürs Tierwohl ist so nicht finanzierbar.

      1+
    • Bauer Willi sagt

      Anfangs gut…jetzt abschreckend…Woher des Sinneswandel?
      Erbitte Gegenvorschläge. Gerne auch eine eigene Initiative.

      0
    • Bauer Fritz sagt

      Bei uns werden üblicherweise zu Allerheiligen (kleine) weiße Kreuze aufgestellt, dort wo bei Verkehrsunfällen jemand verstorben ist.

      Außerdem halte ich die großen grünen Kreuze als Mahnmal mehr als angebracht, zumal die Möglichkeit durchaus real ist, daß an genau diesen Stellen Betriebe dem Absterben ausgesetzt werden durch eine nicht nachvollziehbare, weil hysterische Show-Politik.

      (das fällt übrigens inzwischen auch anderen auf: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt vor Aktionismus und „Hysterie“ in der Klimapolitik. „Immer neue Vorschläge für immer mehr Verbote bringen uns nicht weiter“ https://www.welt.de/politik/deutschland/article199876190/Klimaschutz-Vorschlaege-fuer-immer-mehr-Verbote-bringen-nicht-weiter.html )

      2+
    • Paulus sagt

      Alexander Borchert, es handelt sich um „grüne Kreuze“, die besitzen allein aufgrund der Farbe und der Aufstellungsorte eine eigene Qualität. Es beginnt mit einem stillen Protest, in wenigen Tagen kann oder wird es dank der Medien schon ganz anders sein.
      Insofern haben Bauer Willi und seine Mitstreiter mit dieser Initiative alles richtig gemacht.

      4+
    • Aber bei einem Verstorbenen ist es ein kleines braunes Kreuz mit Blumen, oder?

      Ein großes grünes ist eben für Bauernsterben.
      für Bauern-und Natursterben!?!

      0
  19. Brötchen sagt

    Ich stelle ein Kreuz für den fuchs auf , der heute in meiner hahnvoliere war. Leider habe ich ihn nicht erwischt, mußte erst die Gabel holen. Hat mich wieder einen halben Tag Arbeit gekostet, alles dicht zu machen und Strom neu zu legen. Mal sehen, in den das beeindruckt.

    1+
  20. Heinrich Steggemann sagt

    Stelle heute Nachmittag meine grünen Kreuze auf.

    Mit dieser Gesetzesvorlage macht man den fünften vor dem ersten Schritt und versucht Ziele mit immer mehr Detailregelungen zu erreichen, die nicht passgenau sein können, bei der noch grossen Betriebsvielfalt.
    Gesamtgesellschaftlich sollten wir ein grosses gemeinsames Ziel vor Augen haben.
    Das ist aus meiner Sicht der Humusaufbau über die Förderung eines vielfältigen Bodenlebens, um die Ernährung langfristig zu sichern und den Klimawandel auszubremsen. Pro 1% Humus pro Hektar werden rund 60to CO2 aus der Atmosphäre gesaugt und zusammen mit 1500kg Stickstoff fest verbaut. Gleichzeitig werden Ertragsschwankungen durch mehr Wasserspeicherkapazität verringert und der lokale Wasserkreislauf (Taubildung etc. ) stabilisiert.
    Der finanzielle Anreiz muss aus dem Klimaschutzfond oder über einen wirklichen CO2 Zertifikatehandel kommen.
    Das sind aus meiner Sicht die weiteren positiven Nebeneffekte ohne gesetzlichen Zwang und ohne Detailregelungswut:
    – geht nur mit einer Förderung des Bodenlebens ( Technik und Chemie kann es nicht)
    – ein vielfältiges Bodenleben versorgt die Pflanzen langfristig mit zusätzlichen Mikronährstoffen und fördert damit die Gesundheit von Pflanze, Tier und Mensch
    – Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel wirken eher dämpfend aufs Bodenleben, haben aber in den letzten 100Jahren die Ernährung gesichert (geringere Einnahmen aus der CO2 Speicherung in Abwägung zu geringeren Erträgen bzw. Ernterettung, wobei ich langfristig von einer Beibehaltung des jetzigen Ertragsniveaus ausgehe bei sinkendem Mineraldünger- undPflanzenschutzmitteleinsatz)
    – Rückführung der separat gesammelten menschlichen Ausscheidungen in die Ackerbauregionen als Mineraldüngerersatz. Schliessen des Kreislaufes insbesondere im Mikronährstoffbereich/ Entlastung der Klärwerke und damit auch der Flüsse und Meere
    – Ganzjährige Versorgung des Bodenlebens mit Wuzelexcudaten durch fast ganzjährig vorhandene lebende Wurzeln im Boden
    – vielfältige blühende Zwischenfruchtmischungen und Herantasten an Untersaaten fürs Bodenleben, als Nebeneffekt profitieren die Insekten
    – Wegfall der Sperrfristen bei den Wirtschaftsdüngern (bringt nur Effekte bei wenig belebten Böden und einer nitratdominanten Versorgung der Kulturpflanzen), stattdessen mehrere angepasste Teilgaben übers Jahr verteilt, speziell auch in die wachsenden Zwischenfrüchte, um die Nährstoffe schon mal im Wurzelbereich für die nächste Hauptkultur vorzuverdauen
    – saisonal mehr Weidevieh in den Ackerbauregionen über Winter zur Abweidung (Mobgrazing) der Zwischenfruchtflächen und mikrobiellen Beimpfung der Böden durch ihre Ausscheidungen( Ähnlich Wanderimker zum Bestäuben)
    – steigende Nachfrage und damit Forschungsbedarf nach mikrobieller Aufbereitung der Wirtschaftdünger menschlichen und tierischen Ursprungs während der möglichst kurzen Zwischenlagerung um möglichst kompatibel zum Bodenleben zu bleiben, Nebeneffekt wird ein sinkender Anfall von Ammoniak bei gleicher Einwohner- und Tierzahl sein.
    – ein mehr an Aufbauendem Bodenleben hilft uns beim Speichern von freigewordenem Nitrat im Sinne von noch mehr Grundwasserschutz
    usw.
    Das alles ist nur auf freiwilliger Basis möglich.
    Praktiker müssen sich zur Umsetzung viel neues aber auch sehr altes ackerbauliches Wissen (vorm Mineraldüngerzeitalter) aneignen. Dazu sind aktuell die allermeisten Berater mit ihrem aktuellen Wissen nicht in der Lage. Da nicht alle Betriebe gleich intensiv einsteigen, bleiben Vergleichsmöglichkeiten über längere Zeiträume zwischen unterschiedlichen Wirtschaftsformen erhalten, um frühzeitig Fehlentwicklungen mit „geringen Schmerzen“ zu korrigieren.
    Wir brauchen einen Übersetzungsservice im Netz, um ausländische Praxiserfahrungen dem deutschen Praktiker nutzbar zu machen.
    Es wird nur mit Motivation funktionieren.

    Mit noch mehr Gängelung und schwarz weiss denken fahren wir als Gesamtgesellschaft das Ding vor die Wand.

    Ich fordere die Forschung auf, Pioniere des schnellen Humusaufbaues wissenschaftlich zu begleiten.

    Ich fordere die Politik auf ein Gesamtpaket auf den Weg zu bringen und nicht Einzelpakete für Acker, Tier, Klima, Grundwasser, Wolf, Insekten etc. , die sich auch noch in Teilbereichen widersprechen.

    Schönen Restsonntag euch allen

    Muss jetzt selber im Stall noch vorarbeiten, um die Zeit für den 7. und 8. Tag Bodenkurs 2019 am Montag und Dienstag in Ostwestfalen freizuschaufeln.

    7+
    • bauerhans sagt

      „den 7. und 8. Tag Bodenkurs 2019 am Montag und Dienstag in Ostwestfalen freizuschaufeln.“

      wo findet der statt und was wird da erklärt??

      0
      • Heinrich Steggemann sagt

        @bauerhans
        https://www.dreymann-agrar.de
        Die Teilnehmer sind bunt gemischt. Von klein bis gross. Bio und Konventionell. Sonderkulturen, Grünland und Ackerbau mit und ohne Vieh, Biogas.

        Zum reinschnuppern in die Thematik empfehle ich einen Feldtag bei Michael Reber, da er aus meiner Sicht als konventioneller Landwirt gut und selbstkritisch den Spagat zwischen der Theorie und der komplexen Umsetzung in die Praxis rüberbringt.
        https://innovativelandwirtschaft.de/termine/

        2+
  21. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Hochverehrter Herr Niemann,

    warum eigentlich sprechen Sie gebetsmühlenartig den konventionellen Bauern generell ihre fachlichen Kompetenzen ab; verirren sich dabei nicht selten sogar in verbale Entgleisungen zurück in Zeiten von Dunkeldeutschland!? Für mich signalisiert das eigentlich eine gemeine Schwäche in der eigenen Diskussionskultur. Anständige Überzeugungsarbeit sieht so jedenfalls nicht aus!

    Fakt ist, dass auch die von Ihnen gehypte „BIO-KLASSE“ oftmals nicht dem entspricht, was Sie den vermeintlich aufgeklärten Verbrauchern auf ihren Tellern suggerieren möchten. Viele „Agrarknete-Bioflächen“ offenbaren in der Praxis die dahingehend grausamen, wenig romantischen Wahrheiten.

    Die Volksbegehren in Bayern, jetzt sogar in noch verschärfterer Form in Baden-Württemberg, sorgen aktuell bereits dafür, dass viele berechtigt besorgte Wein- und Obstbauern sich in ihrer Existenz massiv bedroht sehen. Diese „Monokulturen“ verschwinden vielleicht bald von der regionalen Bildfläche, das würde eine durchaus zu betrauernde Leere auf den mit Designerporzellan und Edelkristallen hübsch eingedeckten Tischen in so manchen stylischen heimischen Esszimmern hinterlassen.

    Die ersten Opfer dieser Volksbegehren: Brach liegende bzw. gerodete Weinberge, von der Motorsäge effektiv bereinigte Streuobstwiesen, widerspiegeln eben ein genau solches urban utopisches Naturzerrbild.

    Die Natur selbst, werter Herr Niemann, ist grausam; überleben wird immer der/die/das Stärkere, auch wenn man das bei der ganzen hippen „BIO-Schönfärberei“ geflissentlich gerne vollkommen ausblendet.

    Ich jedenfalls weiß nicht, ob ich mir die hierdurch schleichend heraufbeschworenen bürgerkriegsähnlichen Zustände in unseren ländlichen Räumen wünschen soll, geschuldet alleine einem starrsinnigen Schreibtisch-Schwarzweißdenken, das ein farbenfroh fröhliches Kunterbunt in der Natur ablösen soll, …und bei letzterem habe ich nicht an Ihre Blümchen-Almheidi-Spielwiesen gedacht!

    28+
  22. Eckehard Niemann sagt

    Gegen perspektivlosen Kreuzigungs-Abgesang:

    Grünes Kreuz am Ackerrand?
    = Resignation im Bauernstand?
    Ohne eignen Zukunfts-Plan –
    spricht man so die Menschen an?
    Was viele Bürger von uns wollen,
    was wir als Bauern machen sollen –
    das ist sicher oft illusionär,
    umzusetzen sehr, sehr schwer –
    dennoch bleibt unsre Zukunfts-Devise
    keine andre als wie diese:
    diese Wünsche diskutieren;
    Umsetzungsmöglichkeiten eruieren:
    ob sie faire Preise schaffen –
    Chancen durch mengenreduzierte Klasse
    statt wie bisher mit ruinöser Masse…

    18+
    • Thomas Apfel sagt

      Dieses Dauerthema „mengenreduzierte Klasse statt ruinöser Masse“ tut so, als könnten die Bauern bei Neo-liberaler Globalisierung und uneingeschränkter Fusionitis im Handel gegen Aldi und Co. ankommen. Richtig ist schon, dass es ein Ziel bleiben sollte bessere Preise zu bekommen und regional vor billig. Die Mehrheit der Betriebe hat nicht und wird nicht die Möglichkeit haben das schrumpfende Hochpreissegment am Markt zu bedienen. Die immer wieder kolportierte „schlechte Qualität“ der „Massenware“ ist ein Affront an die 90 % der Betriebe, die diese Ware produzieren. In den Discountern wird eben nicht billiger Müll, sondern Markenqualität über die Marktmacht verramscht.
      Der von Herrn Suhr ganz unten eingestellte Artikel aus dem Handelsblatt bezüglich der Aktivitäten der ALDI Brüder in Australien zeigt das eigentliche Dilemma: Die Preise wurden in kürzester Zeit um 35 % gedrückt, und die Kunden haben dieses Angebot begeistert angenommen. Die einheimischen Supermärkte haben in kürzester Zeit 25 % Marktanteile verloren und haben jetzt ihre Preise ans Aldi-Niveau angepasst – und dreimal dürfen Sie raten zu wessen Lasten ?
      Wenn die Politik z.B. das unselige „Eigenmarken-Unwesen“, das die Preise nochmals um 25 – 30 % senkt, nicht gewillt ist zu beenden, ist alles Gelaber von weniger Masse und mehr Qualität Unsinn. Eigenmarken machen bei steigender Tendenz inzwischen über 50 % der Umsätze des LEH aus. Sie sind offiziell gestützter und von wohlwollenden Gesetzen begleiteter Betrug am Kunden und vor allem am Bauern.

      34+
      • Sehr geehrter Herr Apfel,

        Sie können es besser beschreiben als ich. So bekam ich gerade eine Gänsehaut, das Thema Eigenmarken muß ich zukünftig auch stärker ins Gespräch bringen, war ich doch als Azubi selbst jemand, der stolz darauf war, wie er mit Gut&Günstig-Produkten „bewußt einkaufen“ gegangen ist.

        Der Umstellungsprozeß war abhängig davon, überhaupt erstmal genug Einkommen zu haben, dann aber auch die Infos, was da wie zusammenhängt. Ich hatte mich damals nie gefragt, ob es für die Landwirte gut oder schlecht wäre. Läuft ja …

        Mein Auslöser war das Bewußtsein, daß ich nicht immer Zeitungsartikel von gemobbten Bauernkindern lesen wollte. Dann informierte ich mich erst näher. Doch ich sehe leider keine Mehrheit, die diese soziale Frage stellt 🙁

        Von der Selbstmordrate unter europäischen Landwirten ganz zu schweigen, überhaupt von Landwirten weltweit bis nach Indien. Das ist ein Systemfehler, Landwirtschaft wird dabei immer zum Opfer 🙁

        Hier noch ein Artikel von ALDI in den USA:
        https://www.supermarkt-inside.de/leh-usa-aldi-miamihomstead/

        0
        • Ja, so ist es, können wir in der wohlhabenden Welt uns keinen Naturschutz leisten und somit dem Bauern ehrliche Preise zukommen lassen, damit er naturgerecht wirtschaften kann? Und jeder Familienbetrieb eine ökologische Nische bleoben kann?

          0
      • Paulus sagt

        Thomas Apfel, es mag ja sein das ich mich irre, aber das „Eigenmarkenunwesen“ betrifft nach meiner Kenntnis nicht unbedingt die Erzeuger der Grundprodukte, sondern eher die Markenhersteller, die seitens des LEH zu diesem Konzept
        gezwungen werden. Für die Hersteller ist es noch nicht einmal eine zweite Schiene. Ich kenne da genügend Beispiele, bei denen die Produkte absolut identisch sind und sich nur anhand unterschiedlicher Verpackungen und im Preis unterscheiden. Einen Betrug am Kunden kann ich da beim besten Willen nicht erkennen. Es ist doch illusorisch anzunehmen, dass bekannte Hersteller eine eigene kostenintensive Produktionslinie fahren, nur um den Wunsch (oder den Zwang) nach No-Name-Produkten oder Eigenmarken mit einer deutlich geringeren Marge zu erfüllen. Industrielle Produktion an sich ist relativ unflexibel und erfordert nun mal die Produktion von Masse, unabhängig davon was anschließend auf dem Etikett der Konservendose steht.

        3+
          • Arnold Krämer sagt

            Das Essen wird nicht nur gefühlt teurer sondern auch ganz real.
            Beim Rohstoffproduzenten, dem Landwirt, ist kaum noch etwas zu holen. Dort gibt es keinen nennenswerten technischen Fortschritt mehr, der zu einer Produktionskostensenkung führen würde. Im Gegenteil. Auch die Kostendegegressionseffekte durch die Betriebs-/Bestandsgrößen sind in den Haupterzeugerländern der EU weitgehend ausgeschöpft. Sein Anteil am Endverbraucherpreis wird immer geringer und liegt mittlerweile bei allen Produkten deutlich unter 50 %, beim Getreide unter 10 %. In den nachgelagerten Verarbeitungs- und Vermarktungsstufen werden aber alle Kostensteigerungen weitgehend überwälzt, weil dort andere Wettbewerbsverhältnisse herrschen.

            7+
            • Erschreckend daran ist, wie man immer von noch höheren Erträgen träumt, noch günstigerer Produktion bis hin zur Gentechnik etc. Aber nicht bemerkt, daß es doch nur wieder alles eingepreist wird, das Ende nur aufschiebt 🙁

              Die Marge muß erstmal nach Risiko verteilt werden. Aber wer haut Verarbeitern und Handel auf die Finger? Wer macht einen auf Protektionismus?

              0
              • Arnold Krämer sagt

                ja, wer denn?
                Die Hauptverantwortung liegt bei denen, die die Rohstoffe der Landwirte verarbeiten und konsumfähig machen. Das sind Genossenschaften wie Privatunternehmer.
                Komisch, dass dort, wo Privatunternehmer die ersten Kunden des Landwirts sind, das oft besser klappt, als bei den Genossenschaften. (Geflügel, Kartoffeln, (nicht Stärke-K.) Eier ). Denken Sie mal darüber nach, warum das so ist.
                Meine Hauptgründe:
                1. fehlende Subventionshistorie
                2. keine institutionelle/personelle Verpflechtung
                3. günstigere (teilweise ideale) Produktionsstrukturen für den 1. Kunden

                Dagegen spricht nur das Totschlagargument „Agrarindustrie“. Aber in allen 3 Bereichen arbeitet die Mehrzahl der Landwirte (alle geht nicht) vollkostendeckend und darüber hinaus.

                3+
                • Hallo,

                  ich konnte jetzt nicht folgen. Aus meiner Sicht sind es die Verarbeiter und der Handel, die die Niedrigpreismisere verursacht haben (siehe Alois Müller als Treiber der Milchkrise meines Wissens). Oder halt Cargill und wie sie alle heißen.

                  Wenn der Landwirt nicht selbst im Wertschöpfungs-/Veredelungsprozeß einbezogen ist, am besten von Erzeugung über Verarbeitung bis Handel, zahlt er immer drauf.

                  Direktvermarktung wäre ein Ausweg, nur ist der Verbraucher zu bequem geworden. Der Erzeuger allerdings auch. Supermärkte verdrängten Tante Emma Läden und letztlich auch ein Stück weit die Wochenmärkte, Bei den Subventionen galt anfangs die Abnahmegarantie und heute ist der Kunde für den Landwirt meist nicht der Verbraucher direkt, sondern die, die dazwischensitzen.

                  Und die Politik läßt es gewähren. Ein System, das Landwirte dazu zwingt, möglichst billig zu produzieren, gleichzeitig aufgrund der dann gewählten Produktionsweisen Volkes Zorn erweckt, so daß Landwirte keine Lobby mehr haben. Und mit dem Höfesterben bricht der Widerstand zunehmend zusammen, waren 5.000 Höfe jährlich, meine ich, aktuell unter 270.000 verbliebene Höfe?!

                  Hier auch ein Beitrag von Bauer Willi bzw. Alois damals:
                  https://www.bauerwilli.com/das-system-landwirtschaft/

                  0
  23. Haselnuss sagt

    Hallo Willi, in der bayerischen Oberpfalz werden bald einige und noch mehr Kreuze stehen. Ich habe in der jungen Vergangenheit hinter die Kulissen der bayerischen Agrarpolitik geschaut. Man meint immernoch, die Bauern kann man mit warmen Worten besänftigen…

    11+
      • Thomas Apfel sagt

        Herr Niemann
        Ihr verwendetes Zitat/Liedzeile wird gemeinhin für rechtsnationale Einstellungen mit Nähe zur Nazivergangenheit verwendet. Welche Aussage des Kommentars über Ihnen berechtigt Sie zu dieser „Einordnung“ ?
        Symptomatisch ist diese reflexhafte Reaktion für Sie aber schon irgendwie. Nur hilfreich in keinem Falle.

        12+
      • Bauer Willi sagt

        @ Herr Niemann
        bitte beachten Sie die Spielregeln. Keine Diffamierung von Personen. Auch nicht von Kommentatoren. Die Zielsetzung Ihres Kommentars ist eindeutig.
        Zum Hintergrund: Dieser Kommentator hatte mit Klarnamen geschrieben, mich aber per Mail gebeten, ihn zu ändern, weil er persönliche Konsequenzen befürchtet. Diesem Wunsch bin ich nachgekommen. Der Anonymus „Haselnuss“ stammt also von mir. Nie im Traum hätte ich daran gedacht, dass ein Mensch auf die Idee kommen würde, den Namen so zu interpretieren.
        Inhaltlich: Der Kommentator kritisiert die bayrische Agrarpolitik. Was hat das mit dem Nationalsozialismus zu tun?

        21+
        • Arnold Krämer sagt

          E. Niemann ist gestern/heute wieder einmal als verbaler Heckenschütze unterwegs. Neulich als es um sein „Leib- und Magenthema“ „Agrarfabriken“ ging , hat er sich zur Sache nicht gemeldet. Ist er an sachlicher Auseinandersetzung zu Agrarthemen überhaupt interessiert? Manchmal habe ich da meine Zweifel.

          5+
          • Ich halte es nicht für zielführend, persönlich zu werden und nicht konstruktiv zum Dialog beizutragen! Egal von welcher Seite!

            Jeder mag sich politisch in einem anderen Lager verorten. Deswegen wäre es am objektivsten zu schauen, was man in Programmen nachlesen kann und wer wie im Bundestag und auf EU-Ebene agiert.

            Dann spart man sich auch das ganze linksgrünrotschwarzgelbbraun-Gedöns der Beleidigungen!

            Wir sind hier doch nicht auf Facebook 😀

            2+
          • Eckehard Niemann sagt

            Lieber Herr Krämer,
            Zweifeln bzw. Hinterfragen ist immer löblich;
            „Wer recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben.“
            (Aristoteles)

            Und:
            Bitte teilen Sie mir doch regelmäßig mit, wo ich Ihrer Meinung nach (arglos oder bösartig) übersehen oder versäumt haben sollte, mich zu einem Thema oder Anlass zu äußern…

            9+
            • Arnold Krämer sagt

              Herr Niemann
              Ich war doch so interessiert an einer Diskussion zum Thema Agrarfabriken mit Ihnen. Wenn Sie sich dazu nicht äußern, fehlt das Salz in der Suppe. Deshalb meine Enttäuschung.
              Den Begriff „Heckenschütze“ nehme ich zurück. Der passt nicht, weil Sie ja genau wie ich mit offenem Visier „kämpfen“.
              Aber „Schrotschütze“ passt schon irgendwie zu Ihrem aktuellen Diskussionsverhalten.

              6+
              • Bauer Willi sagt

                Ich habe keinen Jagdschein. Auf welche Tiere schießt man mit Schrot, auf welche mit der Kugel? Interessiert mich jetzt….

                1+
                • Eckehard Niemann sagt

                  Ich betrachte die Verwendung jeglicher Schießwaffen-Begriffe in einer Diskussion als voll daneben…

                  6+
                • Obstbäuerin sagt

                  Es war ein bildhafter Vergleich; Herr Niemann, den ich gut verstanden habe, ohne anzunehmen, dass irgendjemand zu Tode käme. Denn vor dem Schützen stand das Wort verbal. Wollen wir uns jetzt jeglicher sprachlicher Instrumente berauben, die einen Dialog erst interessant machen?

                  2+
                • Auf Niederwild und Geflügel schießt man meistens mit Schrot. Mit der Kugel triffst du schnelle und kleine Opfer eher schlecht. Allerdings darf das Gefieder/Fell nicht zu dicht sein, dann prallen die Schrotkugeln ab.
                  Einen Jagdschein habe ich zwar auch nicht, aber durchaus schon mal Schrot aus dem Braten aussortiert.

                  0
  24. Paulus sagt

    Willi spricht in seinem Beitrag auch die französischen Bauern an, deshalb noch Folgendes: Meine Frau und ich waren von einer solchen Blockade schon einmal betroffen, ich hatte es hier schon einmal geschildert. Die ganze Aktion verlief, zumindest dort wo wir sehr lange aufgehalten wurden, außerordentlich friedlich und völlig unaufgeregt. Die Bauern verteilten freundlicherweise auch kleine Häppchen, also ein paar Scheiben Baguette mit ein wenig Käse oder Wurst und Getränke gab es auch. Selbst für die Unterhaltung der Kinder wurde gesorgt. Fehlte nur noch ein Dixi-Klo aber das sieht man in Frankreich nicht so eng. Vor allem hatte man viel Zeit für gemeinsame Gespräche, das schien mir das Wichtigste zu sein und es ist nun mal die einfachste Art der Kommunikation. Man sieht also, dass man den Verbrauchern seine Anliegen zwar sehr ernsthaft aber gleichzeitig auch sympathisch und ohne Krawall vermitteln kann. Wir haben da eine wirklich positive Erinnerung. Die Bilder, die nicht nur in den deutschen Medien gezeigt wurden, betrafen wohl eher die Ausfälle.
    Und was machen die deutschen Bauern? Sie treffen sich in Berlin zu gemeinsamen Demos ausgerechnet mit denen, die ihnen den Garaus machen wollen und infantiles Topfschlagen finden sie scheinbar auch ganz toll. Allein der Ort Berlin wird doch schon als so etwas wie ein rotes Tuch empfunden.
    Abgesehen davon, die Kampagne mit den grünen Kreuzen halte ich für durchaus gelungen und nach dem Singen der Möhrenarie dürfte Bauer Willi wohl ausreichend gestählt sein.

    11+
    • Bauer Willi sagt

      @Paulus
      Interessanter Hinweis aus erster Hand. Tatsächlich transportieren die deutschen Medien nur den militanten Aspekt: brennende Autoreifen, krakelende Bauern. Deshalb haben wir (es waren an der Aktion im Hintergrund mehrere Personen beteiligt) auch diese Form gewählt. Ist sicher auch suboptimal, aber auf die Schnelle ist uns nichts besseres eingefallen, was relativ einfach zu realisieren ist. So kann jeder Einzelne entscheiden, ob er dabei sein will oder nicht.

      Der Deutsche an sich neigt ja dazu, sich in der Gruppe anders zu verhalten als normal. Ohne jemandem nahe treten zu wollen: ich war einmal im Stadion eines Fußballvereins einer nahegelegenen Großstadt, östlich meines Wohnortes. Das ist nicht meine Welt…

      Ich bin jetzt häufiger in Berlin. Das ist auch nicht meine Welt. Bei der letzten Veranstaltung gab es vegane Häppchen. Ganz o.k. aber Mettbrötchen mit Öllich (=Zwiebeln) finde ich auch ganz lecker.

      6+
      • Eckehard Niemann sagt

        Aber hallo…
        Fleischessen nicht nur als persönliches Verhalten – sondern als Programm??!

        5+
        • Thomas Apfel sagt

          Herr Niemann,
          Ihrer stattlichen Erscheinung nach sind Sie weder Veganer noch Vegetarier, also was sollen solche Kommentare ??

          4+
        • Bauer Willi sagt

          Der Sinn dieses Kommentars erschließt sich mir nicht. Ich habe geschrieben:
          „Bei der letzten Veranstaltung gab es vegane Häppchen. Ganz o.k. aber Mettbrötchen mit Öllich (=Zwiebeln) finde ich auch ganz lecker.“

          Übrigens habe ich vorgestern eine Einladung zu einem Veganer-Kongress bekommen, um dort einen Vortrag zu halten. Werde ich gerne machen, wenn es zeitlich passt. Es ist immer wieder interessant, dass Menschen in der Lage sind, auch über ihren Horizont zu schauen.

          10+
          • Hi,

            ich ernähre mich selbst vegan. Auch wenn es provozieren wird, dennoch wäre das mit den Stoffkreisläufen wichtig. Mineralischer Dünger hilft nicht beim Humusaufbau mangels Kohlenstoff, Kompost deckt nicht die Nährstoffe, die man über die Nahrung aus der Produktionskette genommen hat.

            Wenn Deine Zuckerrübenreste von Tieren verwertet und dann ausgeschieden werden, ist das ein deutlicher Vorteil für die Nährstoffversorgung.

            Dazu noch Themen Mikroplastik auf Äckern etc.

            Und bring sie dazu, Wege der Direktvermarktung stärker zu nutzen, ob diverse Online-Portale wie Marktschwärmer, eine Hofkiste, falls es so ein Angebot vor Ort geben sollte, SoLaWi oder ähnliches.

            Mit dem Beispiel eines Veganers hier kannst Du punkten und auch selbstkritisch zeigen, daß Veganer eine gute Ernährung haben können. Zumal sie im Gegensatz zu Vegetariern keine Milchprodukte aufnehmen, denn Calcium hemmt die Eisenaufnahme. Veganer haben das Problem nicht.
            Such mal nach Patrik Baboumian. Veganer Strongman sozusagen.

            Bitte auch virtuelles Wasser ansprechen, Stichwort Avocado.

            Ein Vorteil: Pflanzliche Zutaten haben nicht selten höhere Haltbarkeit als tierische Produkte.

            Und ein Appell: Wenn ein Schweinestall abfackelt, kommen von veganer Seite Kommentare wie mir ihrer Ernährung wäre es nicht passiert. Aber von Fleischliebhabern Sprüche wie es rieche bestimmt lecker nach Grill. Beide scheinen die verendeten Tiere und die womöglich von der Existenz bedrohte Familie zu vergessen. Auch sollte man nie persönlich werden, wenn es beim Thema Ferkelkastration soweit geht auf Facebook, daß alle Landwirte kastriert werden sollten 🙁

            Ein weiterer Appell: Von den Mitmenschen nicht immer das Maximum verlangen, dann wird das nichts. Sondern zur Wertschätzung finden und Vorbild sein. Besser eine Millionen Menschen machen es gut (fleischarm, mehr Wertschätzung, bessere Preise und weniger Tierhaltung insgesamt) als eine Handvoll Menschen 100%ig.

            Ich hoffe, da sind Aspekte dabei, die Dir helfen, wenn Du daran teilnehmen solltest.

            0
    • Eckehard Niemann sagt

      Nachdenkseiten – 06. September 2019 – Redaktion

      Die Gelbwesten in Frankreich marschieren weiter – wenn auch mit gebremster Kraft. Sie geben nicht auf, die gesellschaftliche Situation in Frankreich verändern zu wollen. Trotz allen Widerstandes, der ihnen vonseiten der Staatsmacht entgegengebracht wird. Andrea Drescher sprach für die NachDenkSeiten mit dem Politikwissenschaftler Sebastian Chwala, der als Experte für französische Politik die Bewegung fast von Anfang an beobachtet und dafür gesorgt hat, dass viele Informationen, die man in den Massenmedien nicht lesen konnte, den Weg in die Öffentlichkeit fanden.

      Kurz zu Ihrer Person, damit die Leser einordnen können, mit wem sie es zu tun haben.
      Gerne. Ich bin 39 Jahre alt, stamme aus Ostdeutschland und lebe jetzt in Marburg an der Lahn. Als Diplom-Politikwissenschaftler war ich früher Stipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung und stehe jetzt in den letzten Zügen meiner Promotion zum Thema „Die radikale Rechte in Frankreich“. Daher auch mein Versuch, einen objektiven Blick über die politische Lage dort zu gewinnen. Ich stamme aus einer linken sozialdemokratischen Familie aus der DDR und bin seit meinem 16. Lebensjahr politisch aktiv. Bis zur Agenda 2010 war das bei den Jusos und dann, nach einiger Zeit im inneren Exil, wurde ich aktives Mitglied der Linkspartei. Dort war ich zeitweise Vorsitzender im Kreisverband, ein Amt, das ich aber wegen der Promotion niedergelegt habe, und bin als Geschäftsführer der Marburger Linken im Kommunalparlament tätig.

      Wie entstand Ihr Bezug zu Frankreich?
      Ganz banal. Ich habe mich immer für Frankreich interessiert, habe lange Jahre in Calw an der Grenze zum Elsass gelebt und intensiv Französisch gelernt. Ich mag Land und Leute. Die Spezialisierung hat sich dann im Studium ergeben. Mein Betreuer fragte mich, was ich machen wolle, und da es bei den Linken kaum jemanden gab, der sich in diesem Themenbereich wirklich auskannte, bot sich das einfach an.

      Sie engagieren sich jetzt im Umfeld der Gelbwesten – warum?
      Anfangs war ich zunächst eher zurückhaltend und habe das Ganze nur aus der Ferne verfolgt. Die Traditionslinien der Bewegung, die politische Stoßrichtung erschienen mir problematisch. Dann kamen aus meinem politischen Umfeld viele Nachfragen nach meiner Einschätzung und Bewertung. Dass ich nach Frankreich über die sozialen Medien sehr gut vernetzt bin und viele Kontakte habe, ist auch innerhalb der Rosa-Luxemburg-Stiftung bekannt. Zwei Wochen nachdem es in Frankreich losging, begann ich, mich intensiv mit dem Thema und der Bewegung zu beschäftigen.

      Woher beziehen Sie Ihre Informationen?
      Ich war in der Vergangenheit mehrfach in Frankreich, bei den Demos war ich jedoch nicht dabei – zugegebenermaßen aus Angst vor der Polizei. Ich bin aber eng über linke Gruppen online mit den Gelbwesten vernetzt, habe viele Kontakte ins wissenschaftliche Umfeld, lese viele Artikel und Studien und besuche Diskussionsveranstaltungen, bei denen Menschen auftreten, die vor Ort waren bzw. immer wieder sind.

      Die Linken waren ja insgesamt anfangs eher zurückhaltend, nicht wahr?
      Richtig, auch mich hat es am Anfang nicht begeistert. Das Milieu, aus dem die Bewegung entstand, war ja alles andere als unproblematisch. Im Dezember sah man die Bilder der „militanten“ Proteste. Richtig interessant wurde es dann, als der Forderungskatalog kam. Um den Jahreswechsel 2018/2019 wurde deutlich, welche Sprengkraft dahintersteckte. Die Regierenden in Frankreich hatten die Bewegung wohl zunächst als unkritisch eingeschätzt, sahen in ihr keine Bedrohung für die bestehenden Strukturen. Die ideologische Gefahr wurde erst nach Weihnachten wirklich deutlich.

      Wie entstand die Bewegung aus Ihrer Sicht und wie hat sie sich entwickelt?
      Anfangs hat man über rechte Netzwerkstrukturen für den 17.11. mobilisiert, den ersten größeren Aktionstag. In Facebook-Gruppen und Foren wollte man Menschen erreichen, die nicht in den rechten oder gar rechtsradikalen Organisationen organisiert sind. Der „Volkszorn“ wurde mit Themen hochgekocht, die klassischerweise eher von rechts kommen: Steuern, aufgeblähter Staat, Benzinpreiserhöhung, verbunden mit der gefühlten bzw. realen Erhöhung der Lebenshaltungskosten. Man zielte auf die Kleinbürger mit „rechter Tendenz“ ab. Richtige Parteiaktivisten wurden eher rausgedrängt. Kleinunternehmer, Handwerker, das weniger akademische Milieu – Menschen, die zwischen der Arbeiterklasse und den Unternehmern verortet sind, waren aktiv.
      Das hat sich ab Dezember dann verändert. Es stießen mehr und mehr Menschen hinzu, für die es über die Themen Preise und Steuern hinausging. Es wurden Forderungen an Macron, an das System laut. Und dann kam der Forderungskatalog: höhere Mindestlöhne, weg mit Obdachlosigkeit, Vermögensteuer wieder einführen. Die Demokratiefrage wurde gestellt. Es wurden soziale und systemische Fragen aufgeworfen. DAS war die Bedrohung, die dann in entsprechenden Reaktionen seitens der Regierung mündete.
      Es gibt aus meiner Sicht zwei Fraktionen bei den Gelbwesten. Die einen haben (noch) ein festes Arbeitsverhältnis, d.h. in Familien arbeiten beide Ehepartner, aber die Preissteigerungen und die langen Anfahrtswege zur Arbeit führen zur subjektiven Deklassierung. Die Einkommen halten den steigenden Preisen nicht mehr stand. Die zweite Fraktion sind Menschen, die bereits in prekären Verhältnissen leben, die heftige Brüche im Leben schon hinter sich haben und die für linke Themen von vornherein eher offen sind. Da beide Fraktionen aktiv zusammenarbeiten, brachten sie so viele auf die Straße. Und auch wenn die Zahlen aufgrund der massiven Repressionen zurückgehen: Zu speziellen Anlässen lassen sich immer noch in den vielen Städten Menschen mobilisieren.

      Von wievielen Städten sprechen wir denn?
      Das kann ich gar nicht genau sagen. Ob Paris, Lille, Marseille, Lyon, Toulouse, Bordeaux … In allen relevanten großen bzw. mittelgroßen Städten hat Woche für Woche etwas stattgefunden. Zunächst wurden die Kreisverkehre in den umliegenden Gemeinden der Städte belagert, dann gingen die Demonstrationen los. Es war nie eine Bewegung, die zentral auf Paris fokussiert war, sondern sie ist in ganz Frankreich regional verankert. Auch wenn das Innenministerium immer niedrigere Zahlen nannte: Über Monate waren allein in Toulouse und Bordeaux zwischen 20.000 und 30.000 Menschen jede Woche auf der Straße. Überall in den Städten tat sich etwas, nicht jedes Wochenende überall, aber überall immer wieder. Auch während der Sommerferien wird weitergemacht und wir erwarten alle, dass die großen Aktionstage nach den Ferien wieder losgehen. Aber keiner weiß etwas Genaues, es gibt ja kein zentrales Aktionsbüro, dass das Ganze steuert. Es gibt nur Zusammenkünfte, bei denen Aktive die gemeinsame Stoßrichtung besprechen. Bisher waren es drei solcher Zusammenkünfte, eine vierte ist geplant, aber wann und wo ist noch offen.

      Wie haben sich die Teilnehmerzahlen denn entwickelt?
      Im Frühjahr waren mehr als 130.000 Menschen an einem Wochenende auf der Straße, dann gingen die Zahlen – auch aufgrund der massiven Gesetzesverschärfung und Gewalt – wieder runter.

      Apropos Gewalt – es geistern ja viele Zahlen von Verletzten bzw. Toten und Verhafteten durch die sozialen Medien. Wie ist Ihr Kenntnisstand?
      Es gibt keine offiziellen Zahlen – der Inlandsgeheimdienst und die Sicherheitsstrukturen kennen sie natürlich, aber offiziell bestätigt wird wenig. Fakt ist, dass es enorm viele Schwerstverletzte durch das Eingreifen der Polizei gibt. Bestätigt sind 23 Menschen, die ein Auge verloren haben, 5 Menschen mit Verlust von Gliedmaßen und 300 Kopfverletzungen. Darüber hinaus gibt es noch eine große Anzahl Schwer- und Leichtverletzter – aber keine akkuraten Zahlen. Zwei Tote lassen sich eindeutig der Polizeigewalt zuschreiben, 12 weitere Menschen sind aufgrund der Unfälle an den Kreisverkehren zu Tode gekommen. Das darf man meines Erachtens aber nicht zusammenzählen. Es gibt auch eine hohe Zahl an Selbstmorden unter den Polizisten. Über 50 sollen sich das Leben genommen haben, man weiß aber nicht warum, da es keine Abschiedsbriefe gibt.
      Auch bei Verhafteten fehlen seriöse aktuelle Zahlen. Stand April waren es rund 2.000 Gerichtsverfahren, von denen 800 mit Haftstrafen geendet haben. Die Dunkelziffer der Verhaftungen liegt bei über 8.000.

      Wie verhält sich die Polizei? Was haben Sie wahrgenommen?
      Die französische Polizei greift hart und brutal durch. Teilweise kommen Einheiten zum Einsatz, die seitens des Staates zusammengestellt wurden, aus Angst, dass sich migrantische Gruppen gegen ihre schlechten Lebens- und Arbeitsverhältnisse erheben. Diese dienen jetzt dazu, die Gelb-Westen-Bewegung niederzuwerfen. Man hatte ja nach Dezember 2018 wirklich Angst davor, dass die Regierung gestürzt werden könne, und nutzt das gesamte repressive Potential der Staatsmacht.
      Revolutionäre Umstände sollten auf jeden Fall verhindert werden – dafür hat man gegen die bis dato eher unpolitische untere Mittelklasse alles rausgeholt, was man hatte. Die „Brigade Anti- Criminalité“ sollte mit einem hohen Grad an Repression gegen Migranten vorgehen. Jetzt ist das die Einheit, die den Großteil der Gummigeschosse verbraucht hat. Eine Art bewaffneter Kriminalpolizei, die in kleinen Einheiten sehr aggressiv und konfliktorientiert vorgeht. Das gesamte Waffenarsenal – alles was angeblich nicht tödlich ist, wie Granaten, Gummigeschosse und Drohnen – kommt zum Einsatz. In Frankreich sind das keine „Bürger in Uniform“, wie das noch in Deutschland der Fall ist.

      Sie sagten, dass die Gesetzgebung verschärft wurde. Inwiefern?
      Bereits seit dem Ausnahmezustand im November 2015 nach den Anschlägen wurden die Bürgerrechte massiv eingeschränkt. Hausarreste oder Hausdurchsuchungen ohne Richtervorbehalte wurden schon länger intensiv gegen Linke genutzt. Diese Regelungen hat Marcron schon im Herbst 2017 in das reguläre Antiterrorgesetz übernommen. Das wurde jetzt alles noch durch das Anti-Randalierer-Gesetz verschärft, das Demonstrationsverbote auf administrativem Wege ohne Richtervorbehalt ermöglicht. Darüber hinaus gibt es zwei Gesetze, die unspezifische Personenkontrollen erlauben und Vermummung zu einer Straftat machen, für die Gefängnis droht.
      Es gab bereits das Gesetz gegen Bandenkriminalität, das erlaubt, dass Menschen präventiv verhaftet werden, wenn vermeintlich eine Straftat drohen könnte. In Verbindung mit neuen Gesetzen und vermeintlichen Hinweisen im Vorfeld einer Demonstration kann man jetzt alle Menschen festnehmen, weil sie vielleicht eine Straftat begehen könnten. Die Gesetze zur Prävention, die ursprünglich dem Antiterrorkampf dienen sollten, werden übertragen auf die Zivilgesellschaft und hebeln damit sämtliche Rechte und Möglichkeiten der Bürger aus, sich zu wehren.

      Das heißt, die Repression nimmt zu?
      Ja, der Weg in den autoritären Polizeistaat in Frankreich setzt sich unvermindert fort. Ein weiteres Zeichen dafür ist die Entfernung kritischer Köpfe aus dem Lehrpersonal der Ausbildungsstätten des Polizeiapparates. Dieses Schicksal wurde gerade auch dem Soziologen Sebastian Roché zuteil, der bis vor kurzem Vorlesungen für zukünftige Leitungskader der Polizei halten konnte. Sein Forschungsgebiet sind die Beziehungen zwischen Zivilgesellschaft und Polizeiapparat. Roché hatte in den letzten Monaten vermehrt die Polizeigewalt und die Repression gegen die Gelbwesten in der Öffentlichkeit kritisiert. Es verwundert daher nicht, dass die Leitung der ESPN, der wichtigsten Polizeischule im Land, sich jetzt mit den Worten, dass man Rochés Ausbildungsbereich umstrukturieren wolle, von diesem trennt.
      Eine selbstkritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln ist im Apparat nicht erwünscht. Lieber soll sich die französische Polizei in einen Bürgerkrieg mit breiten Teilen der Gesellschaft verstricken, wie es die herrschende Politelite im Land fordert.
      Wie erleben Sie in Frankreich den Umgang mit „rechts“ und „links“ – in Deutschland ein Thema, das zu einer massiven Spaltung in der Gesellschaft führt?
      Eine Bruchlinie ist auch in Frankreich vorhanden – aber im Kontext der Gelbwesten dominierte die massive Unzufriedenheit mit der Politik der letzten Jahrzehnte. Beide Seiten arbeiten unter dem Banner der Nation zusammen. Für die Linke ist die Nation ein Emanzipationsprojekt, für die Rechte ein ethnisches Thema.
      Aber es ist eine gemeinsame Bewegung, die ein anderes Frankreich will und die gemeinsam mit der Polizeigewalt konfrontiert ist. Das führt – überraschenderweise – wohl auch dazu, dass auf der Rechten Autoritäts- und Staatsgläubigkeit an Bedeutung verlieren. Staat und Polizei werden zunehmend in Frage gestellt. Bürgerliche begrüßen den schwarzen Block, der sich der Polizei mutig entgegenstellt. Die Bewegung entwickelt sich nicht entlang der traditionellen Linien, sondern die Menschen agieren zunehmend gemeinsam.

      Wie ordnen Sie die Gelbwesten in Deutschland ein?
      In Deutschland ist die Bruchlinie zwischen rechts und links deutlich größer. Im Grenzbereich zu Frankreich, also Baden, Saarbrücken und an der Grenze zum Elsass, gibt es sehr enge Verbindungen mit den französischen Gelbwesten. Viele andere Gruppierungen habe ich aber eher als fremdenfeindlich, konservativ und reaktionär wahrgenommen. Aber man kann und muss die Debatte mit Rechten führen. Das Ergebnis sieht man in Frankreich. Dort sind die Gelbwesten immer sozialer geworden, das Nationalistische wurde immer mehr rausgedrängt. In Deutschland war es leider umgekehrt, da wurde es immer deutschtümeliger – und nicht sozialer. Die “Anti-Merkel-Rhetorik“ hat nichts mit der Protestbewegung in Frankreich zu tun.

      Wie sehen Sie die weitere Entwicklung?
      Aufgrund der gesetzlichen Maßnahmenpakete und der explodierten Polizeigewalt trauen sich viele nicht mehr auf die Straße. Ich hatte schon befürchtet, es bricht im Sommer zusammen. Aber jedes Wochenende sind Menschen aktiv. Kommt nach den Ferien ein deutlicher Anstieg? Das hoffen wir alle.
      Gleichzeitig sehe ich ein Problem: Was macht man politisch aus den Gelbwesten? Es gibt klare Forderungen, es ist aber nicht klar, wie man diese in die gesellschaftliche Debatte so einbringt, damit sich Kräfteverhältnisse verschieben oder die politischen Verhältnisse ändern können. Als Politikwissenschaftler muss ich die Frage stellen: Wie kommen wir konkret zu der von allen gewünschten Veränderung?
      Meine Überzeugung ist, dass die Gelbwesten an sich es nicht schaffen, eine starke politische Organisation zu gründen. Das wollen sie ja auch nicht. Bestehende progressive Organisationen sollten sich daher öffnen und den Aktivisten der Gelbwesten auch den Einfluss geben, ihre politische Programmatik einzubringen und das politische Programm insgesamt weiterzuentwickeln.

      4+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin.Herr Niemann ,mir persönlich gefallen Beitäge hier bei Willi überhaupt nicht, wen sie den Umfang einer Tageszeitung ausmachen.Manchmal sollte man auch nach dem Sprichwort“ In der Kürze liegt die Würze handeln“.

        11+
          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin Obstbäuerin, wie ist dein Tipp für die neue Landesregierung?
            Meine Vermutung, es wird auf SPD-CDU und Grüne herauslaufen.
            Die Grünen stellen ja als Bedingung das Umwelt- und Landwirtschafts-ministerium zu besetzen. Es wird dann für uns Landwirte noch schwieriger uns irgendwie am Markt zu behaupten,wenn nicht sogar aussichtslos.

            Angenehmen Sonntag an alle hier im Blog bei Willi.

            3+
            • Obstbäuerin sagt

              Guten Morgen Brandenburgbauer, ich befürchte Rot-Rot-Grün und Axel Vogel (Grüne) soll schon für den Landwirtschaftsministerposten vorgesehen sein. Da wird dann gemeinsam lamentiert: DAS GEHT UNS NOCH NICHT WEIT GENUG. Was auf Landesebene gegen uns durchgesetzt werden kann, wird kommen. Mein Optimismus befindet sich im Minusbereich.

              3+
              • Der Brandenburgbauer sagt

                Moin. Bin ich absolut nicht deiner Meinung.
                So wie ich Woidke kenne, will er eine gesunde Merheit für seine neue Regierung.Aber warten wir es ab.
                Nach dem Rücktritt von Senftleben CDU, ergibt sich ja jetzt eine ganz andere Konstellation.

                0
                • Obstbäuerin sagt

                  Brandenburgbauer, wir werden sehen. Die Grünen bleiben uns so oder so erhalten.

                  0
          • Danke für diese nicht konstruktive Kritik. Tut mir leid, daß Ihre Partei wohl nicht ganz so engagiert auftritt wie meine, oder was darf ich dahinter vermuten?

            Besonders doof, weil ich ’n oller Verbraucher bin, oder? Im eigenen Dunstkreis manövriert’s sich leichter?!?

            Hier mal der Text eines Memes, den ich neben vielen gesammelt habe, und vergessen Sie nicht, Sie müssen’s nur lesen, ich muß es schreiben!

            Das eigene Brot

            Es stehen Scheunen Ställe leer,
            keine Kuh und kein Schweinchen mehr.
            Was in Jahrzehnten schafften Hände,
            verfällt und bitter ist das Ende.
            Der alte Bauer begreift es noch nicht,
            ihm stehen Tränen im Gesicht.
            Bei Mehrarbeit und wenig Lohn
            verläßt den Hof so mancher Sohn.
            Jahrhunderteland in unserem Land
            war Rückgrat stets der Bauernstand.
            Und mancher denkt bei vollem Tisch,
            die Bauern brauchen wir doch nicht.
            Die Menschen planen, doch es lenkt
            ein anderer anders als man denkt.
            Ein Blick weit in die Welt uns lehrt,
            das eigene Bort ist Goldes wert.

            (vielleicht ja auch von Ihnen?!)

            P.S.: Nachdenkseiten sind mit Vorsicht zu genießen, sie bedienen eher die Kommunitaristen, also nationalen Linken, um Sahra Wagenknecht, Diether Dehm und Co. Aufstehen, Querfront etc. inklusive. Auch wenn manche grundlegende Analyse in sich stimmig sein mag.

            2+
            • Obstbäuerin sagt

              Ich versichere hoch und heilig, dass das Gedicht 2023 das erste Landwirtschaftsgedicht meines Lebens ist. Ich fröhne nicht der Dichtkunst – ich male. Sahra Wagenknecht gehört, meiner Meinung nach, zu den wenigen wirklich sehr intelligenten Politikern, von der wir noch hören werden.

              3+
              • Hallo!

                Dichten kann ich gar nicht! Das klingt dann immer eher nach Muppet Show, könnte aber auch an zwei Kleinkindern liegen …

                Doch wäre es mir wichtig, in der Sache zu diskutieren, einen Plan zu entwickeln. Das mit den Kreuzen kann was bewegen, Stichwort „Ambient Marketing“. Aber womöglich hätten zwei Vogelscheuchen, wo ein dicker mit Zylinder und Monokel die andere Vogelscheuche (Landwirt oder Verbraucher) in den Hintern f***t, plakativer.

                Das Kreuz kann heißen: Wir haben was gegen alles Grüne und wünschen ihnen den Tod. Das hätte dann die total falsche Wirkung. Oder es wirkt für Laien als Kennzeichen, Markierung für irgendwas, wovon sie wieder keine Ahnung hätten, schlimmstenfalls ein neues Herbizide, so wie auch Ackerflächen gekennzeichnet sind, wenn neuer Energiemais ausprobiert wird.

                Wenn die Dinger nicht so teuer wären, wären auch die Skelettpuppen aus dem Unterricht plakativ … auch gefährlich mit Blick auf die Assoziation. Doch ohne Provokation geht es nicht, da hat Willi Recht.

                0
                • Obstbäuerin sagt

                  Hallo Herr Suhr, was ich mit meiner Antwort sagen wollte, ist ganz einfach: Ich distanziere mich von ihrem, leicht Blut und Boden angehauchten Gedicht.
                  Wenn sie hier ausführen:
                  … schlimmstenfalls ein neues Herbizid, so wie auch Ackerflächen gekennzeichnet sind, wenn neuer Energiemais ausprobiert wird…
                  frage ich mich, was Sie hier im Blog eigentlich wollen. Wir brauchen Herbizide für die Unkrautbekämpfung und wenden diese so umweltschonend an, wie es geht.
                  Und wenn ein neues umweltverträglicheres auf den Markt kommt, das auch getestet werden muss, um so besser. Ich denke die grünen Kreuze wurden von den Bauern mehrheitlich favorisiert und schon in die Tat umgesetzt. Vielleicht können Sie mir einen großen Wunsch erfüllen? Hören Sie auf, für Ihre Partei zu missionieren und diskutieren Sie möglichst nur einen Sachverhalt.

                  2+
              • @Obstbäuerin

                Ich finde es spannend, ob steht sogar was von Politikern, deswegen mein Hinweis, was Sie als Missionieren betrachten. Tut mir echt leid, daß da eine Partei sich für Landwirtschaft einsetzt, die nicht in Ihrem Interesse ist! Manch ein Landwirt ist ja selbst politisch aktiv im Lager derer, die nichts tun oder es verschlimmern …

                Nun weiß man, wer hier wie drauf ist politisch, wer gern das weiterso hätte und einfach nur weniger Steuern und Auflagen, aber wer auch den Wandel begrüßt, nur dabei nicht unter die Räder kommen möchte.

                Oder wie auf Facebook: Der Kampf um Deutungshoheiten.

                Und das, was einem nicht gefällt – zum Beispiel wenn die Gegenseite sich mehr für Landwirtschaft einsetzt als die eigenen Politiker – wird diskredtiert.

                Ich versuche wenigstens, was zu ändern und für jeden Hof zu kämpfen! Und ich bin NUR ein Verbraucher. In der Sache haben Sie leider nichts gesagt, während ich mir den Mund fusselig laber und dafür noch kritisiert werde.

                Ich halte Sie nicht auf, die oben genannten Anträge auch den von Ihnen favorisierten Leutchen zu schicken, vielleicht klappt’s ja.

                Mimimi nervt! Wollen Sie über was sprechen?
                Michael Horsch‘ Kritik an der Digitalisierung
                PCBs
                Konventionalisierung im Bio-Bereich
                Höfesterben
                Selbstmordrate unter Landwirten
                Bauernkindermobbing
                Unfaire Erzeugerpreise und Handelspraktiken
                Wertschätzung
                Dürren und Klimawandel
                usw.

                Aber dissen Sie mich ruhig weiter, nach unten tritt’s sich leichter. Nach vierzig Jahren Ariel wechselt man ja nicht mehr zu Persil!

                Wenn Sie wirklich in der Sache diskutieren wollen, bitte! Meine Kritik zu den Kreuzen: Es erzeugt bei Verbraucher wieder den Eindruck des jammernden Landwirts, der die Hand aufhält, aber weitermachen möchte wie bisher (siehe mediale Wirkung der pauschalen Forderung nach Dürrehilfe von Herrn Rukwied). Und das könnte nach hinten losgehen.

                Die Zeit wird’s zeigen …

                0
              • @Obstbäuerin

                Ich finde es spannend, oben steht sogar was von Politikern, deswegen mein Hinweis, was Sie als Missionieren betrachten. Tut mir echt leid, daß da eine Partei sich für Landwirtschaft einsetzt, die nicht in Ihrem Interesse ist! Manch ein Landwirt ist ja selbst politisch aktiv im Lager derer, die nichts tun oder es verschlimmern …

                Nun weiß man, wer hier wie drauf ist politisch, wer gern das weiterso hätte und einfach nur weniger Steuern und Auflagen, aber wer auch den Wandel begrüßt, nur dabei nicht unter die Räder kommen möchte.

                Oder wie auf Facebook: Der Kampf um Deutungshoheiten.

                Und das, was einem nicht gefällt – zum Beispiel wenn die Gegenseite sich mehr für Landwirtschaft einsetzt als die eigenen Politiker – wird diskredtiert.

                Ich versuche wenigstens, was zu ändern und für jeden Hof zu kämpfen! Und ich bin NUR ein Verbraucher. In der Sache haben Sie leider nichts gesagt, während ich mir den Mund fusselig laber und dafür noch kritisiert werde.

                Ich halte Sie nicht auf, die oben genannten Anträge auch den von Ihnen favorisierten Leutchen zu schicken, vielleicht klappt’s ja.

                Mimimi nervt! Wollen Sie über was sprechen?
                Michael Horsch‘ Kritik an der Digitalisierung
                PCBs
                Konventionalisierung im Bio-Bereich
                Höfesterben
                Selbstmordrate unter Landwirten
                Bauernkindermobbing
                Unfaire Erzeugerpreise und Handelspraktiken
                Wertschätzung
                Dürren und Klimawandel
                usw.

                Aber dissen Sie mich ruhig weiter, nach unten tritt’s sich leichter. Nach vierzig Jahren Ariel wechselt man ja nicht mehr zu Persil!

                Wenn Sie wirklich in der Sache diskutieren wollen, bitte! Meine Kritik zu den Kreuzen: Es erzeugt bei Verbraucher wieder den Eindruck des jammernden Landwirts, der die Hand aufhält, aber weitermachen möchte wie bisher (siehe mediale Wirkung der pauschalen Forderung nach Dürrehilfe von Herrn Rukwied). Und das könnte nach hinten losgehen.

                Die Zeit wird’s zeigen …

                0
                • Stadtmensch sagt

                  Herr Suhr, in der DDR-„Zwangskollektivierung“
                  hatten alle in der LW Beschäftigten eine gute soziale Absicherung. Man konnte bedarfsgerecht produzieren und Möglichkeiten der Mitsprache waren gegeben.
                  Das will man nicht mehr. Also lassen wir den Karren an die Wand fahren. 40% Agrarfläche im Osten in der Hand von Spekulanten – interessiert keinen. Ist gut so. Skaleneffekte – toll! Und dann meckern die Betreiber der „Wohlstandsmaschine“ über Bullshit-Jobs.
                  Kapitalistische Monaden quälen sich bis zum Suizid
                  und freuen sich, wenn Dienstleistungen für psychologische Betreuung ins BIP einfließen.

                  0
            • Aktueller Artikel in einer – oh, weia – linken Zeitung zum Thema Ostdeutschland. Jetzt mischt auch noch ALDI mit.

              Ohne Fackeln und Forken wird das nichts mehr …

              https://taz.de/Landgrabbing-in-Ostdeutschland/!5621001/

              Rot-Rot hat noch versucht, im Zusammenhang mit KTG Agrar Bodenspekulation auszubremsen, und angeblich wollten die Grünen was Entsprechendes dort bei Koalitionsgespräche einbringen (wer weiß), in Thüringen will man als ersten Schritt Transparenz in den Bodenmarkt bringen (Strohmänner etc. aufdecken). Aber ich sehe im wahrsten Sinne des Wortes Schwarz.

              0
      • Bauer Willi sagt

        Auszug aus den Spielregeln:

        „Kommentare sollten auch nicht länger als der dazugehörige Beitrag sein.“

        7+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Zitat aus dem obigen Bericht:

        „Ich stamme aus einer linken sozialdemokratischen Familie aus der DDR und bin seit meinem 16. Lebensjahr politisch aktiv. Bis zur Agenda 2010 war das bei den Jusos und dann, nach einiger Zeit im inneren Exil, wurde ich aktives Mitglied der Linkspartei. Dort war ich zeitweise Vorsitzender im Kreisverband, ein Amt, das ich aber wegen der Promotion niedergelegt habe, und bin als *Geschäftsführer der Marburger Linken* im Kommunalparlament tätig.“

        * wurde zur Kenntlichmachung von mir zugefügt

        Sauber Heer Niemann, mit was für sauberen Menschen sie sich vereinigen, auf den Rest meiner Gedanken nieder zuschreiben verzichte ich.

        Die Reaktionen nach den Ausschreitungen linksextremer Gruppen in Hamburg, bei denen ganze Stadtviertel und Straßenzüge in Schutt und Asche gelegt und Polizisten mit Stahlkugeln, Molotowcocktails und Steinplatten angegriffen wurden, sodass hunderte Verletzte zu beklagen waren, haben abermals gezeigt, dass Gewalt von links in breiten Teilen des bürgerlich-linken Milieus auf Verständnis trifft. Dieser Missstand sollte vielmehr angeprangert werden, anstatt eine mediale und gesellschaftliche Hetzjagd auf friedliche Patrioten zu veranstalten!

        3+
  25. Moin!

    Irgendwie habe ich das Gefühl, die Menschen denken, das wäre irgendeine neue Anbautechnik …

    Also auch, wenn es jetzt total eigennützig ist, weil ich da mitmache bei dem Verein. Aber wenn jeder Landwirt ’ne LINKE-Fahne in den Acker stellt (die Anträge im Bundestag entsprechend dem ja, wäre glaubwürdig und niemand rechnet mit Konservativen bei der Linken 😀 ), dürfte es auch aufscheuchen 😉
    Aus Angst vor den Roten hatte die CDU mal das so genannte Ahlener Programm.

    AfD wäre übrigens Blut und Boden Nazi-Kram, zumindest wäre das die Assoziation. Würde der AfD helfen, aber nicht den Landwirten. Die Wirtschaftspolitik der AfD steht auch für entfesselte Märkte, zerstört Kaufkraft etc. Vom Rassistischen ganz zu schweigen.

    Ansonsten geht wohl nur noch verbrannte Erde. Feuer bis zum Horizont. Wobei da die Großinvestoren etc. nie mitmachen würden. Das würde einen auch einholen.

    Chris

    0
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es gab mal einen Arbeiter und Bauernstaat.

        Die jetzigen Linken machen doch einen Klassenkampf auch gegen die Bauern, weil Bauern etwas haben, was viele Anhänger der Linken nicht haben, nämlich Grund und Boden.

        15+
        • Es wäre wirklich hilfreich, wenn man verfolgt, wer da welche Anträge im Bundestag eingereicht hat:

          Unser Antrag gegen Bodenspekulation:
          http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/018/1901853.pdf

          Abgelehnt von der Regierung.
          https://www.agrarheute.com/politik/koalition-lehnt-linken-antrag-bodenmarkt-transparenz-ab-550257

          Von R2G in Thüringen jedoch weiter verfolgt (wer regiert da noch gleich?):
          https://www.thueringer-allgemeine.de/politik/thueringen-will-geschaefte-von-bodenspekulanten-durchleuchten-id225243775.html

          https://www.thueringer-allgemeine.de/politik/rot-rot-gruen-will-bodenspekulation-mit-agrarland-erschweren-id225033971.html

          Anträge für steuerfreie Risikoausgleichsrücklage:
          2014: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/034/1803415.pdf
          Nochmal 2018: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/012/1901298.pdf

          Fairerweise muß man sagen zusammen mit den Grünen, die uns jedoch auch in vielen Dingen fremd sind, die Forderung nach einer Weidetierprämie:
          http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/016/1901691.pdf

          Aktuell aus April, während alle von Insekten sprechen, ein Antrag zur GAP allgemein:
          http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/093/1909344.pdf

          Auszug Zitat:
          Politik muss deshalb zwingend für Rahmenbedingungen sorgen, damit notwendiges Handeln nicht zum existenziellen Risiko für diese Betriebe wird.

          Die Landwirtschaft muss zum Verbündeten werden.

          Um die Artenvielfalt insgesamt und die Insektenvielfalt insbesondere zu erhalten und zu bewahren, braucht es eine Ökologisierung der Landwirtschaft und eine Sicherung der Lebensräume. Eine starke, in die Gesellschaft eingebundene und gemeinwohlorientierte Landwirtschaft braucht aber auch regionale Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungsketten. Erzeugerinnen- und Erzeugerpreise müssen auch dann kostendeckend sein, wenn nachhaltig produziert wird. Ein strukturelles Umdenken in der Gemeinsamen Agrar-politik (GAP) hin zu einer sozial-ökologischen Landwirtschaft, die nachhaltig produ-ziert und mit guten beruflichen Rahmenbedingungen den Ländlichen Raum stärkt, wird dringend benötigt.

          Zitat Ende

          Ja, man kann die Linke hassen, weil man irgendwie an ewiges Wachstum, weiterso, wachse oder weiche glaubt und mit Ausländern ein Problem hat und die Linke wirklich wirkt wie ein streitlustiger Haufen (nervt mich auch manchmal). Aber ich sag’s mal andersrum: Landwirte sind nicht die übliche Klientel für die LINKE, und trotzdem hauen wir da haufenweise Anträge raus, die von anderen vermeintlichen auf Seiten der Bauernschaft stehenden Parteien immer wieder abgeschossen werden. Wir haben da keinen Nutzen von wegen urbanes Milieu, oder?

          Wir setzen uns erstmal für die Schwächsten in der Gesellschaft ein, damit keiner unter die Räder kommt. Es gibt auch bei uns einige Betonköpfe, dennoch steht die LINKE für ein starkes Deutschland und einen starken Staat statt eines schlanken Staates, Öffentliches in öffentlicher Hand, mehr Fokussierung auf den Innenmarkt, höhere Löhne und würdevolle Sozialleistungen, so daß man sich auch faire Preise leisten kann.

          Wie heißt es so schön: Man wählt gern gegen seine Interessen, weil man lieber Menschen wählt, die einem sympathisch und ähnlich sind.

          Bis mir jemand den Gegenbeweis liefert, würde ich sagen, die LINKE versucht wenigstens aktiv was seit längerem. Alle anderen labern nur von wegen fairer Erzeugerpreise, aber machen nichts!

          Ja, wir sehen die Notwendigkeit eines Wandels. Doch dabei muß man alle Landwirte mitnehmen!

          Siehe Artikel hier:
          https://www.deutschlandfunk.de/linke-ueber-eu-kommission-agrarpolitik-ist-gescheitert.697.de.html?dram:article_id=454090

          Wir kämpfen für diejenigen, die uns kategorisch ablehnen.

          Naja, nach vierzig Jahren Persil wechselt man nicht zu Ariel 🙁

          2+
        • Ich habe heute gerade etwas im Vergleich von Rudi Dutschke und Greta Th. gelesen.
          Da habe ich den Rudi erstmal richtig verstanden,
          wie kann er denn die junge Demokratie schlecht machen, nur weil da en paar besitzende sind!
          Ich war im 8. oder 9. Schuljahr, unser damals 58 jähriger Sozialkundelehrer war auf unsere junge Demokratie und soziale Marktwirtschaft stolz und wir sollten auf sie aufpassen, wertschätzen und sie nicht vergehen lassen.
          Die soziale Marktwirtschaft lebt nun mal vom Eigentum, das ordentlich bewirtschaftet wird.
          Egal eine Fabrik, Handwerk oder Bauernhof!
          Wer wirtschaftet am elektivsten?

          Darum muß das Betriebsvermögen in der Erbschaftsteuer auch anders behandelt werden als Privatvermögen!

          Denn da profitieren wir alle von und deren Mitarbeiter zahlen auch in die Solidarkassen!
          Das Unternehmen schafft eben Arbeitsplätze!

          Und wir Unternehmer können von dem Betriebsvermögen nichts abbeißen, denn dann sind wir arbeitslos!
          Wenn das Lieschen Müller nicht versteht, das ist ja nicht schlimm,
          aber Politiker, die müßten das verstehen, sonst sind sie keine richtigen Volksvertreter!

          Na da steckt bestimmt die Industrie dahinter, oder?

          6+
          • Altbauer Jochen sagt

            So sehe ich das auch Inga,
            vom Betriebsvermögen ,sprich Bauernhof
            kann man nichts abbeißen.
            Es sei denn man verplempert das ererbte.
            Das macht man aber nur einmal und dann
            war´s das mit Betrieb.
            Wir sind doch nur Bewahrer des „Betriebsvermögens“
            für die nächsten Generationen.
            In der Hoffnung das sie noch bestehen.

            8+
            • Mit Betriebsvermögen spielen Sie sicherlich auf eine Vermögenssteuer an?!

              Dann informieren Sie sich über die Details, sonst kann man nicht kritisieren. Das wäre BILD-Stil:
              https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw03-de-vermoegenssteuer-537032

              Zitat:
              Danach sollen die Vermögen (private Geldvermögen und Verkehrswerte der privaten Immobilien- und Sachvermögen) zum Stichtag 31. Dezember 2016 festgestellt werden. Private Verbindlichkeiten sollen abgezogen werden können. Das so ermittelte Nettovermögen einer Person solle bis zu einem Betrag von einer Million Euro steuerfrei bleiben. Für betriebsnotwendiges Sachvermögen soll es nach Abzug von Verbindlichkeiten einen erhöhten Freibetrag von fünf Millionen Euro geben. Das oberhalb des jeweiligen Freibetrags von einer Million beziehungsweise fünf Millionen Euro liegende Nettovermögen will Die Linke mit einem Steuersatz von fünf Prozent besteuern.
              Zitat Ende

              Steuern muß nur zahlen, wer was hat. Ich selbst plädiere eher wieder für den alten höheren Einkommenssteuersatz und eine entsprechend hohe Kapitalertragssteuer, das wäre gerechter. Doch bedenkt man, daß der Soli auch nur eine Art Vermögenssteuer war, tut sich damit nichts. Und nicht zu vergessen, daß die Vermögenssteuer mit einem Instrument einhergeht, daß auch die Reichen zwingt, sich transparent zu machen bis hin zu Agrarflächen etc., mit denen sie spekulieren.

              Einfache Lösungen gibt es nicht, deswegen stehen Sie in der Pflicht, vorher auch zu recherchieren, was sie da kritisieren!

              Steuern dienen dem Sozialstaat, dem Erhalt der Infrastruktur, Bildung, Renten usw. Niemand sollte von der Wohltätigkeit derer abhängig sein, die ihr Vermögen nicht unbedingt immer ethisch und moralisch einwandfrei erworben haben!

              Aber schade, daß sie auf meine genannten Anträge nicht eingegangen sind oder Gegenbeispiele aufgezeigt haben, erstmal anti, schon klar … ich fühl mich schon wie ein Landwirt unter Grünen …

              0
              • Arnold Krämer sagt

                „Steuern dienen dem Sozialstaat, dem Erhalt der Infrastruktur, Bildung, Renten usw.“
                Das ist die Theorie. Auf das „usw.“ kommt es an.
                Damit werden all die überflüssigen Gruppen, Firmen, Organisastionen subventioniert bzw. lebensfähig gemacht (gehalten), die den Menschen, die reale Werte schaffen, das Leben (und Arbeiten) immer schwerer machen.

                5+
                • Was war noch gleich der größte Finanzposten der EU, weil in sich selbst wirtschaftlich nicht tragfähig?

                  Das Leben machen Ihnen Müller Milch, ALDI, Edeka, Nestle und Cargill schwer und die Politik, die dagegen nichts tut.

                  Aber bestimmt liegt’s am NABU, daß der Verbraucher eine Geiz ist geil Mentalität hat …

                  Machen wir’s anders, ich zitiere mal eine vernünftige Stimme aus Reihen der CDU, auch wenn diese selten zu hören sind:

                  CDU-Abgeordneter Karl-Heinz Florenz:
                  „Als ich meine Ausbildung angefangen hab, hatte mein Vater 80 Mastschweine, ich hatte dann eine Generation später 800, und mein Nachbarssohn, der den gleichen Betrieb hat, der hat jetzt 3.000. Wenn man sich das vor Augen hält, dann kann man nicht sagen, weiter so.“

                  „Nicht jeder, der sich über die Nachhaltigkeit Gedanken macht, ist ein Aussteiger oder ein Träumer, sondern ganz im Gegenteil. Es kann so nicht weiter gehen. Es muss eine ökologische Komponente da rein, aber nicht als Almosen, sondern als Dienstleistungsauftrag.“

                  „Ich bleib dabei, dass es eine falsche Strategie ist, wenn eine Bauernfamilie 3.000 Mastschweine halten muss, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn sie nur halb so viele Schweine haben auf derselben Fläche, dann haben sie weniger Gülle, dann haben sie weniger Antibiotika, das würde allen helfen. Voraussetzung ist aber, dass der Landwirt sein Betriebsergebnis weitgehend über den Markt bekommt.“

                  1+
              • Arnold Krämer sagt

                Herr Suhr:
                Sie haben sich ja eine ganze Menge angelesen, das kann man nicht abstreiten.
                „Was war noch gleich der größte Finanzposten der EU, weil in sich selbst wirtschaftlich nicht tragfähig?“

                Trotzdem sind ihnen noch nicht alle Geheimnisse der Agrarpolitik der EU geläufig. Die aktuellen EU-Subventionen sind entstanden aus gekoppelten, also an die Produktion gebundenen Subventionen (bei weitem nicht für alle Produkte) und diese wiederum aus indirekten Subventionen über Interventionen und Exporterstattungen auf Großhandelsebene (dort, wo es lagerfähige Produkte gab).
                Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es für Speisekartoffeln nie eine dafür notwendige Marktordnung gegeben hat. Lediglich die Stärkekartoffel war über die Getreidemarktordnung extrem stark abgesichert und hat zum Beispiel dort wo es Stärkefabriken gab (Niederlande, Emsland, Bayern) zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen auf dem Bodenmarkt geführt.

                Möglich wäre gewesen, die Subventionen ab 2005 nach und nach gänzlich abzuschaffen. Denn sie sind gänzlich eingepreist in das, was man den Landwirten zahlt, wenn ein funktionierender, und dass ist wichtig zu wissen, Außenschutz, besteht. Man kann dieses ganz klar zeigen am Beispiel von Rindfleisch. Hier gab es in den siebziger und achtziger Jahren Exporterstattungen und Intervention. Als diese im Rahmen der GATT-Verträge abgeschafft werden mussten, wurden gekoppelte Prämien je Bulle (altersabhängig) bezahlt. Als dieses wiederum nicht mehr gewollt oder rechtlich möglich waren, wurden zunächst die gekoppelten Prämien über betriebsindividuelle Beiträge an die ehemaligen Bullenmäster ausgezahlt, dann ab 2006 nach und nach aber eingeschmolzen, und umverteilt an Milchviehhalter und an alle Landwirte, die aktiv Flächen bewirtschaften. Gleichzeitig stiegen die Rindfleischpreise für die Landwirte, um den Wegfall der Subventionen aufzufangen. Die Bullenmäster haben unter dem Strich vorher und nachher dasselbe verdient.

                Die aktuellen EU Prämien sind eine Subventionierung des Produktionsfaktors Boden, bei Biobetrieben zusätzlich auch des Produktionsfaktors Arbeit, um die Agrarrohstoffe preislich niedrig verfügbar zu halten.

                Ich bin fest davon überzeugt, dass bei einem kompletten Wegfall der Ausgleichszahlungen die wirtschaftliche Situation in der Landwirtschaft nach einer relativ kurzen Übergangszeit nicht schlechter, sondern besser wäre. Dann würde auch ihr abschließend geäußerter Wunsch in Erfüllung gehen:
                „Voraussetzung ist aber, dass der Landwirt sein Betriebsergebnis weitgehend über den Markt bekommt.“

                Voraussetzung wäre allerdings ein wirksamer Außenschutz, den man nicht will, weil man im Gegenzug Industrieprodukte weltweit verkaufen möchte. Und wie viel (unproduktive) Arbeitsplätze hängen mittlerweile an der Verteilung und Kontrolle der EU-Subventionen. Was sollen die Leute alle machen?

                So einfach und so kompliziert zugleich!!

                6+
                • Hallo, Herr Krämer:
                  Jetzt wird’s ja langsam interessant. Auch wenn wir immer noch nicht über die von mir angesprochenen Anträge und Schlußfolgerungen sprechen, sondern über sowas wie Vermögenssteuer und GAP, ganz andere Themen.

                  Die Geschichte der GAP kenne ich so von wegen Abnahmegarantien, Butterbergen und Milchseen, hier auch schön zu sehen:
                  https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/akte-d-folge-1-video-100.html

                  Aber dem kann man auch entnehmen, daß der Bauernschaft vertreten durch den Bauernverband etc. zunehmende die Zügel entglitten sind.

                  Mit den EPAs in Afrika und was nicht alles hat das eine mit dem anderen getauscht. Aber besser wurde es alles nicht. So manch einer möchte die 2. Säule abschmelzen.

                  Bei Kartoffeln könnte man auch über Kartoffelkartelle sprechen oder wie die Dürre zu fairen Preisen geführt hat, siehe hier, zirka ab Minute 27:
                  https://www.youtube.com/watch?v=TwelcZf5rd0

                  Ob FDP oder LINKE, aber viele Stimmen sind dafür, weg von den Subventonen zu kommen, um wieder Fairneß reinzubringen. Doch den Umstellungsprozeß würden viele nicht überstehen.

                  Wer da in der EU wie Geld verdient, ist mir wurscht.

                  Ich sehe heute das Ergebnis, das schon damals mit dem Mansholt-Plan angestrebt wurde. Kerngedanke: Durch Handel und bürokratische Maßnahmen werden die Kleinen weggebissen und verdrängt, die großen werden Größer.

                  Jetzt haben Großbetriebe nicht nur niedrigere Produktionskosten und bessere Einkaufskonditionen, sondern auch noch mehr Subventionen, ein mehrfacher Wettbewerbsvorteil. 5.000 Höfe müssen jährlich aufgegeben werden und für Herrn Rukwied ist es ein natürlicher Strukturwandel. AfD, FDP und Co. labern nur von Steuervergünstigungen, aber an Kaufkraft und Co., an den Marktverhältnissen werden sie nichts ändern, außer vielleicht mal über Freihandelsabkommen zu diskutieren.

                  Das System ist darauf ausgelegt, mit wenigen Großbetrieben günstiger produzieren zu können, immer auf Ertragssteigerung ausgelegt. So bleibt das Essen billig. Billiges Essen gleich billige Löhne und niedrige Lohnkosten in der Industrie, damit sich unsere Exportwirtschaft freut.

                  Mercosur zeigt es gleich doppelt: Unsere Landwirtschaft wird an die Wand gedrückt, aber das Auto kann man billiger nach Südamerika verticken, indem der Staat quasi auf Steuergelder (Zölle) verzichtet, die dann auch nicht für Renten, Infrastruktur und Co. zur Verfügung stehen.

                  0
          • Also erstmal ist das Ablenkung, Sie sind nicht auf die ganzen Bundestagsanträge etc. eingegangen, nennt sich Derailing, kenne ich auch auf Facebook, da aber eher vom politisch gegenüberliegendem Lager.

            Rudi Dutschke und die Studentenbewegung waren Grundpfeiler für die Grünen heute. Vielen von denen sind jetzt genauso wirtschaftsliberal wie diejenigen, die sie damals kritisiert haben.
            https://www.nwzonline.de/politik/berlin-rudi-dutschke-zur-ikone-der-linken-wurde-er-nie_a_50,1,1365820863.html

            Die Anspielung auf Greta nervt. Sie fordert doch nichts weiter als mehr Beachtung der Umwelt. Wenn es Sie aufregt, dann entweder, weil sie wissen, daß Sie auch verzichten müßten, nicht unbedingt jeden Tag Fleisch essen sollten oder sowas, also Ihre Lebenswelt beeinträchtigen würde (Stichwort Earth Overshoot Day), oder weil man schon vorher nicht vernünftig wirtschaften konnte als Landwirt, die Umweltauflagen der Tropfen sind, der das Faß zum Überlaufen bringt.

            Aber Kritik am Dumpingpreis vermisse ich, daß hätte Rudi besser gekonnt als Sie 😉

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        • Dann bring das den LINKEN mal bei, Ehemaliger Bauer!
          aber auf dich hören sie ja nicht, weil du nur ein Bauer bist,
          die sind aber was besseres!
          wenn die auf dem Baum sitzen…
          würde mein Mann jetzt sagen!

          Warum kapieren die das nicht!
          Die waren doch auch in der Schule
          die wissen doch auch, das unsere Landwirtschaft eine Säule unserer Volkswirtschaft ist.

          Wenn die Privatvermögen besser verteilen möchten, das ging ja!

          Von Einkommensmillionären zu HARTZ4lern
          Das würde vielleicht sogar die Wirtschaft ankurbeln!?!

          2+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Glaube kaum, dass die sich als was besseres fühlen.

            Manche, bis auf die Oberen verdienen zu wenig Geld, oder sie können mit dem wenigen das sie haben nicht umgehen und bringen nichts auf die Reihe.
            Erfahrungsgemäß bringt Neid auf andere nicht mehr in die Kasse.

            Inga, ein Cousin von mir hat in jungen Jahren eine blendende Idee, er hat ein Müllabfuhrunternehmen gegründet, ohne einen Pfennig von seinen Eltern.

            Wie viele Millionen der auf dem Privatkonto hat, ist mir nicht bekannt.

            Neidisch bin ich nicht, höchstens verärgert, dass ich nichts ähnliches gemacht habe.

            4+
          • Inga,

            Sie plädieren demnach fürs weiterso, immer mehr für immer weniger Geld.

            Also Sie erhöhen das Angebot und erwarten, daß der Preis steigt?

            Ich denke, beim Thema Kapitalismus und wie der Markt funktioniert, haben Sie jetzt Jahrzehnte erlebt, wie es ausgeht.

            Erst spart man bei der öffentlichen Hand durch Abschaffung von Steuern und Zöllen, der Staat wird marode (siehe Schulen, Brücken, Renten usw.).
            Dann reicht das auch nicht mehr Löhne fallen auch gern als Erstes.
            Und mit fehlender Kaufkraft landen alle irgendwann bei 0.

            Ist Ihnen etwa noch nicht aufgefallen, daß der Autoexport wichtiger ist als eine sichere, vielfältige und uns selbstversorgende Landwirtschaft?

            Wie gesagt siehe Anträge der LINKEN oben. Zeigen Sie mir, wer’s besser macht. Denn das sind Anträge im Bundestag.

            Und wir LINKE gewinnen sicherlich keinen Blumentopf, wenn wir für Landwirte kämpfen, die immer CDU oder FDP wählen, also das weiterso, den Henker, den man kennt. Wir machen trotzdem was.

            Aber … vermutlich wirken Herr Altmaier und Co. auch sympathischer, die sagen ja nicht nein zum Schnitzel … wie das so ist … und Parteiprogramme etc. liest ja eh keiner, das Geschriebene ist ja alles gelogen. Lieber glaubt man dem Gesprochenen … toi, toi, toi … 😀

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  26. Ernst A. Hahn sagt

    Liebe Obstbäuerin,
    das Gedicht ist absolute Klasse, darf man es weiter veröffentlichen? Würde „geschrieben von einer Obstbäuerin“ drunter schreiben … Oder wie soll ich Sie zitieren?
    LG
    Ernst A. Hahn

    0
    • Obstbäuerin sagt

      Fühle mich geehrt, Ernst A. Hahn, wenn Sie das machen wollen. Muss nur noch darüber nachdenken, ob ich mit meinem vollen Namen darunter stehen will oder als Obstbäuerin oder beides? Melde mich später noch mal.

      0
    • Obstbäuerin sagt

      Wenn sie meinen Namen nennen wollen, fragen sie bei Bauer Willi nach ansonsten reicht auch Obstbäuerin.

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      • Bauer Willi sagt

        Ich meine, „Obstbäuerin“ reicht.

        Ich möchte nicht gerne den Namen herausgeben um die Privatsphäre aller Kommentatoren zu schützen.

        4+
  27. Hallo Willi, eine Frage noch, gibt es Möglichkeiten, die ganzen Kreuze mit QR Codes auszustatten um auf den Pressebericht zu stoßen?

    2+
      • Ferkelhebamme sagt

        Einfach mal QR Code Generator googeln 😉. Ich suche in der Zeit Hilz und Farbe zusammen

        0
    • Bauer Fritz sagt

      @ Mr.T: Sie haben da eine gute ergänzende Idee angesprochen. Wäre toll, wenn sie oder sonstige affine Leser hier einen Ablauf posten können, wie denn auch weniger technikaffine Berufskollegen so einen QR-Code dann auf ihre grünen Kreuze (halbwegs wetterbeständig) anbringen können.
      Ist ja nicht auszudenken, wenn da Menschen der Generation I-Phone vor etwas stehen, und dann bei Google oder Wikipedia nix finden.

      1+
  28. Die grünen Kreuze finde ich eine Spitzenidee um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu bekommen und um vielleicht den ein oder anderen Städter zum Nachdenken darüber anzuregen, was passieren wird, wenn die heimische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion stirbt👍🏻Weiter so! Aufgeben ist keine Option!

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Ob das sympathisch wirken kann? Doch eher nein, oder?

      Wir haben die Sympathien vieler unserer Mitmenschen. Die sollten wir nicht mit unüberlegten Aktionen aufs Spiel setzen.

      9+
  29. Friedrich sagt

    Tolle Idee Willi. Jetzt haben wir alle auf dem Land lebenden Menschen mal in aller Stille die Möglichkeit unseren Protest gegen die da in Berlin raus zu lassen. Auch die Mainstreammedien sind damit genauso gemeint , denn die ldw. Demos in den letzten Monaten in Hannover und Münster haben die ja regelrecht mißachtet und nicht gebracht , aber sowie 20 Leute auf einem REWE-Markt demonstrieren dann sind sie da. Das ist Rot-Grüne Meinungsselektion. Jetzt können wir als schweigende Mehrheit unseren Einheitsparteipolitikern mal mit den Kreuzen unseren Widerstand und so denen mitteilen , daß bei der nächsten Wahl , die nicht unsere Wahl sind. Diese ,vor einigen Tagen vorgestellten Vorhaben sind ein Schlag gegen die Landbevölkerung und solche menschenverachtenden Politiker sind abzuwählen. Ich warte jetzt darauf , daß die Farbe trocknet und stelle dann meine vier Kreuze auf.

    15+
  30. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin Willi, ich bin schon fleißig am bauen. Meine Frau war sofort damit einverstanden, kommt auch nicht so oft vor. Die Mittagsruhe fällt heute aus, das Thema ist für mich wichtiger. In unserer sächsischen Nachbarschaft steigt heute das größte Volksfest Sachsen.
    Der Tag der Sachsen und hundert Jahre Riesa.
    Meine Frau will unbedingt dahin . Kein Problem habe ich ihr gesagt, ich schneide das Holz für das Kreuz zu und du nimmst den Pinsel in die Hand ,und wenn alles fertig ist fahren wir.

    10+
  31. Idee ist super, bin ich absolut dabei, dies hat meiner Meinung nach nichts mit jammern zu tun, wir müssen uns wirksam kenntlich zeigen… Wir müssen nur aufpasssn, dass wir mit dem Symbol „Kreuz“ nicht die Kirche unbeabsichtigt verärgern…

    5+
    • Rene Rempt sagt

      Das Kreuz kann auch so aussehen ❌➕

      Es geht nicht um Religion. Das Kreuz auf dem Bild steht bei uns und ich bin Atheist und das letzte an das ich dabei gedacht habe ist die Kirche. Muss man dann den erklären.

      0
  32. Obstbäuerin sagt

    Gute Idee, vor allem, wenn man an viel befahrenen Straßen hockt.
    Altbauer Jochen hat mich inspiriert:

    2023
    Seht, wie die Felder blühen
    und sich die Bauern mühen
    das Korn steht klein
    das Kraut steht gut
    im Boden hockt die Käferbrut
    im Unkraut summt es wunderbar
    und alle Träume werden wahr
    für kurze Zeit
    das Frühjahr kommt
    das Geld ist rar
    der Bauer ist bereit
    er stellt ein grünes Kreuz ans Feld
    dahin, wo jetzt Insekten wohnen
    nimmt seinen Hut, sein letztes Geld
    und geht …

    Nachsatz
    Essen kommt flott übers Meer
    nur bleibt der Teller dort oft leer

    44+
  33. Elisabeth Ertl sagt

    Vor allem bei den Supermärkten finde ich das sehr gut! Die Idee muss ich mir merken. Wenn bei uns die Grünen in die Regierung kommen, gibts es auch hierzulande bald einen Anlass dafür.

    1+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Eventuell noch einen grinsenden Amazonas-Bauern vor einer Rauchsäule daraufkleben.

      0
      • Oberländer sagt

        den Ur-Bauern ( Indios ) am Amazonas ist das Lachen ob der
        brennenden Wälder schon lange vergangen,
        Hie lachen nur unsere Konzerne .

        2+
  34. Werner sagt

    Ob man so als Unternehmer wahrgenommen wird???
    Das Bild des Jammerlappen wird bestärkt.

    Realismus ist angebracht. Man legt keinen Wrrt auf unsere Arbeit. Baut Biogasanlagen …

    3+
    • Bauer Willi sagt

      Ich wünsche Ihnen viel Glück mit dem Bau von Biogas-Anlagen…
      Haben Sie Begriffe wie Raiffeisen, Solidarität, Zusammenhalt schon mal gehört?

      Aber Ihr Kommentar ist irgendwie symptomatisch: Die krampfhafte Suche nach dem „Haar in der Suppe“…

      17+
      • Werner sagt

        Dass Sie schon viele Haare in der Suppe verloren haben, ist offensichtlich. Das Problem ist aber Ihr xxxxx (Administrator: bitte halten Sie die Spielregeln ein. Keine persönlichen Beleidigungen)

        1+
    • Aber, aber Herr Werner,

      ein Bilderbuchbauernhof (wie in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit) ist doch kein Unternehmer!
      Vielleicht ist er ein respektloses Märchen, Spielzeug oder eine Illusion?

      Da ist der Weg zum Unternehmer in der Wahrnehmung weit!

      Oder?

      1+

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