Bauer Willi
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Weniger Insektenmasse aber mehr Vielfalt. Gut so!

Herwig Scholz ist seit seiner Jugend ein Insekten-Fan, arbeitet bei der Landwirtschaftskammer NRW, ist für den Naturschutz zuständig und ist Mitglied des NABU. Er ist Agraringenieur, lebt bei Krefeld und kennt das Naturschutzgebiet Orbroich, in dem die Krefelder Insektenstudie gemacht wurde, seit über 30 Jahren. Nebenher bewirtschaftet er mit seiner Frau einen kleinen Bioland-Betrieb mit Obst und Gemüse. Hier seine Erkenntnisse und Erläuterungen über die Entwicklung der Insekten. Aus erster Hand.

Wort für Wort sehr lesenswert, weil er die Gründe für den Rückgang der Fluginsekten-Biomasse ganz woanders sieht.

Zunächst einmal zu meiner Person.
Ich bin Agraringenieur und war von 1986 bis 1999 landwirtschaftlicher Betriebsberater der Landwirtschaftskammer in der Stadt Krefeld. Ich kenne daher seit über 30 Jahren das Naturschutzgebiet Orbroich und die Landwirtschaft dort. Seit dem Jahr 2000 bin ich unter anderem auch als Referent für Naturschutzplanung tätig. Seit langem bin ich auch Mitglied im NABU.

Ich bin „nur“ gelernter und kein „geborener Bauer“ sondern im ähnlichen Wortsinn „geborener Biologe“. Meine Eltern waren begeisterte Botaniker, mein Vater war Biologielehrer und Naturschutzbeauftragter im ehemaligen Rhein-Wupper-Kreis. Schon als Jugendlicher bestimmte und präparierte ich Insekten. Eine faszinierende schöne Welt unter dem Binokular oder dem Mikroskop. Im Ackerbau lernte ich auch die weniger attraktive Seite der Insekten kennen. Sie sind oft erhebliche Nahrungskonkurrenten der Menschheit oder sind Überträger von Krankheiten nicht nur für Menschen, sondern auch für wichtige Kulturpflanzen, die nicht selten Hunger-Katastrophen nach sich ziehen können. Schon die Bibel wusste über die Heuschrecken- und Stechmückenplagen zu berichten. Ich unterscheide daher sehr deutlich zwischen

Schad-Insekten, die für Menschen auch lebensbedrohend sind
Nutz-Insekten, wie z.B. Bienen, die der Menschheit nützen und
Insekten, die zumindest nicht erkennbar weder schaden noch nutzen.

Verheiratet bin ich mit einer Spezialistin im Einsatz von räuberischen oder parasitierenden Insekten als Nützlinge zur Bekämpfung von schädlichen Insekten. Sie ist gleichzeitig auch noch für die Schädlingsbeobachtung im Gemüsebau am Niederrhein verantwortlich. Zusammen führen wir im Nebenerwerb einen Bioland Obst- und Gemüsebaubetrieb mit Nützlingseinsatz. Insekten und ihre Populationsdynamik ist also eines unserer täglichen Gesprächsthemen.

 Warum ich mich zu Wort melde

Der mediale Hype über das angeblich festgestellte oder prognostizierte Insektensterben/Schwund bewegen mich, etwas neutraler und sachlicher das Wort zu ergreifen.

Zentraler Ausgangspunkt ist die Veröffentlichung der Messungen der Insektenbiomasse der Krefelder Entomologen im Naturschutzgebiet Orbroich 1989 und 2013. (Ermittlung der Biomassen flugaktiver Insekten im Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch mit Malaise-Fallen in den Jahren 1989 und 2013 / Entomologischer Verein Krefeld. Sorg, M. …) Diese Untersuchungen wurden später noch mit weiteren Untersuchungen verknüpft, statistisch ausgewertet und im Oktober 2017 auf der Internetplattform PLOS ONE veröffentlicht (https://journals.plos.org/plosone/article/comments?id=10.1371/journal.pone.0185809).

Die Untersuchungen selbst sind mit bestem Wissen und Gewissen und hohem ehrenamtlichem Engagement und Arbeitseinsatz durchgeführt worden. Aber über die Interpretation der Ergebnisse bin ich gerne bereit zu diskutieren da mir zahlreichen Umgebungsfaktoren auf Grund meines privaten und beruflichen Werdegangs näher bekannt sind und ich hier zur Interpretation beitragen will.

Tatsächlich gibt es gravierende Veränderungen in der Insektenwelt. Jedoch liegt die Verantwortung weniger bei den heute noch wirtschaftenden Landwirten. Der Lebensmitteleinzelhandel und die begleitende Politik hat über die letzten 40-50 Jahre hinweg in der früher eher kleinbäuerlichen Struktur der Bundesrepublik hunderttausende von Betrieben zur Aufgabe gezwungen. Diese Auswirkungen sind wesentlich gravierender für unsere Insektenwelt, als der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Das will ich hier am Beispiel von Orbroich und der sich dort über Jahrzehnte gewandelten Einflüsse näher darlegen.

Die Krefelder Untersuchungen im Naturschutzgebiet Orbroich

Das Naturschutzgebiet Orbroich wurde im Rahmen des Landschaftsplanes der Stadt Krefeld Ende 1991 unter Naturschutz gestellt. Die Fallenstandorte der Untersuchungen des Entomologischen Vereins und ihre weitere Umgebung sind mir seit 1987 bis heute vertraut.

Zuvor differenziere ich erst einmal, was man mit Insektensterben/Schwund eigentlich meinen könnte:

  1. Aussterben einzelner Insektenarten?
  2. Verlust der Artenvielfalt in einer Fläche?
  3. Rückgang der Anzahl der Individuen einer Art?
  4. Rückgang der allgemeinen Insektenbiomasse (als Futterbasis für Vögel)?

Bei der Art, wie sie durchgeführt wurde, geht es bei der Krefelder Studie nur um den letzten Punkt 4, den Rückgang der gefangenen Fluginsekten-Biomasse in Naturschutzgebieten hier vor allem im Naturschutzgebiet Orbroich, bei der man einen erheblichen Rückgang der gefangenen Biomassen 1989 und 2013 feststellte.

Hierzu einige nicht abschließende Umgebungsfaktoren, die bisher nur wenig oder gar nicht diskutiert wurden und den Wenigsten bekannt sein dürften:

  • Aufgabe Vieh haltender Betriebe:
    Um 1989 herum existierten im Umkreis von gut 1 km um die Fallenstandorte noch rund 12-15 landwirtschaftliche Betriebe mit Viehhaltung und Weidegang. Gut 50% der Grünlandflächen im Orbroich wurden beweidet. Heute existiert nur noch ein Milchviehbetrieb direkt am Rande und ein weiterer gut 1 km entfernt. Etwa die Hälfte der zwischenzeitlichen Betriebsaufgaben wurde seinerzeit von mir als Betriebsberater mit begleitet. Von den 66 ha Grünland wird heute nur noch rund 1 ha beweidet. Von den ursprünglichen rund 18 ha Acker wurden 9 ha in Grünland umgewandelt.

 

    1. Rund 85% der Landwirtschaftlichen Betriebe rund um das Naturschutzgebiet haben zwischen 1989 und 2013 ganz mit der Bewirtschaftung oder zumindest mit der Viehhaltung aufgegeben.
    2. Aufgabe der Weidehaltung auf Grünland:
      Die umgebenden Grünlandflächen um die Insektenfallen herum wurden 1989 weitgehend zur Jungviehaufzucht oder für trocken stehende Kühe oft mit frühem Weideauftrieb genutzt. Die Weidehaltung im Nahbereich der Fallen und weitgehend im gesamten Naturschutzgebiet existierte 2013 schon nicht mehr. Die ehemaligen Zaunanlagen sind inzwischen verfallen. Damit können sich dort auch alle die Insekten nicht mehr entwickeln, die auf die Kuhfladen angewiesen sind. Auf jedem Kuhfladen können sich 200g-300g Insektenmasse entwickeln. Bei einem durchschnittlichen Viehbesatz von 3 Vieheinheiten je ha, 10 Kuhfladen je Vieheinheit und Tag und einer Weidesaison von 200 Tagen ergibt das 1,2 bis 1,8 Tonnen Insektenmasse je ha. 1989 wurden geschätzt noch rund 25-30 ha Grünland im Orbroicher Bruch regelmäßig beweidet. 2013 fehlten daher gegenüber 1989 im Naturschutzgebiet 30-54 Tonnen Insektenbiomasse im Jahr.
    3. Durch die Aufgabe der Weidehaltung zwischen 1989 und 2013 konnte sich in der Umgebung der Fallen 2013 im Umfang von 30 bis 54 t keine Insektenbiomasse mehr entwickeln, die auf den Kot der dort ehemals weidenden Rinder spezialisiert waren.
    4. verschwundene Misthaufen und Hygienekonzepte:
      Auf den verbleibenden Höfen mit Viehhaltung sieht es mit der Insektenbiomasse nicht viel besser aus. Die Misthaufen sind verschwunden, die Güllebehälter abgedeckt und umfangreiche Hygienekonzepte verhindern die Entwicklung von Fliegen im großen Stil.
    5. Wandel zur ausschließlichen Wiesennutzung:
      Auch schon 1989 wurde ein erheblicher Teil der Grünlandflächen im Orbroich als 2-4 schürige Wiesen ohne Weidehaltung genutzt. Heute erfolgt dies nur noch ausschließlich. Wahrscheinlich wurde tendenziell auch die Schnittnutzung auf eher 3-4 Nutzungen erhöht. Ein Teil der Flächen wurde 2013 gleichzeitig auch mit Extensivierungsauflagen nur noch 2 schürig bewirtschaftet. Fakt ist, dass mit jedem Grünlandschnitt auch ein erheblicher Teil der Insekten und ihre Futtergrundlage schlagartig verschwindet.
      Grünlandschnitte, ob auf extensivem Grünland als auch auf intensiv genutztem Grünland reduzieren die Insektenbiomasse auf den Grünlandflächen nach jedem Schnitt deutlich.
    6. Umfangreichere Niederwaldnutzung vor 1989 in der Umgebung:
      Nur wenige Jahre vor der Aufstellung der Fallen im Jahr 1989 wurden in unmittelbarer Nähe und im weiteren Umfeld mehrere Forstflächen als Niederwald genutzt. Dabei wurden auch stark beschattete Kleingewässer im Wald freigelegt und reaktiviert. Gleichzeitig wurden auch erhebliche Nährstoffmengen des überwiegenden Erlenbruchwaldes freigesetzt. Mir sind Untersuchungen zur bemerkenswerten Insektenvielfalt nach der Niederwaldnutzung bekannt, die auch bei der Stadt Krefeld vorliegen müssten. Vielleicht waren sie sogar der Ausgangspunkt für die erstmalige Aufstellung der Fallen des Entomologischen Vereins. Es handelte sich um gravierende Veränderungen in direkter Umgebung der Fallen im Jahr 1989.
      Durch die Niederwaldnutzung wenige Jahre vor 1989 wurden zahlreiche Insekten angelockt, fanden dort gute Entwicklungsmöglichkeiten und könnten dadurch verstärkt in den Fallen gefangen werden sein.
    7. Gemüsebau im Naturschutzgebiet und darum herum:
      Etwa 400m neben den Fallenstandorten wirtschaftete 1989 noch ein kleiner Gemüsebaubetrieb auf seinem Zweitbetrieb überwiegend unter Glas. Diesen Betrieb hat die Stadt Krefeld, vor allem aus städteplanerischer Sicht, zusammen mit seinen beiden Standorten gekauft und in den Kreis Kleve umgesiedelt. Das unterstütze zwar etwas die Extensivierung, war aber nicht vorrangiges Ziel und dürfte auf Grund seiner geringen Größe nur wenig Einfluss auf die Insektenwelt gehabt haben.
      Ein weiterer inzwischen aufgegebener Gemüsebaubetrieb hatte sicherlich einen deutlich größeren Einfluss. Er bewirtschaftete nur 100-250m neben den Fallenstandorten rund 2ha Ackerflächen im Naturschutzgebiet und weitere 8,5 ha Acker südlich 400-700 m entfernt mit vielfältigem Frischgemüse. Hauptkulturen waren Salate und verschiedenste Kohlarten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es auf solchen Flächen immer wieder mal einzelne Sätze wegen zu starkem Schädlingsbefall aufgegeben wurden oder sich nach der Haupternte auf den manchmal noch wochenlang stehen gebliebenen Resten erhebliche Blattlauspopulationen aber auch Kohlweißlinge, Eulenschmetterlinge oder andere Kleinschmetterlinge wie Kohlmotten in erheblichem Umfang entwickelten, ist sehr groß und ließe sich heute nur über die Auswertung der Fallenfänge nachweisen. Ein Teil dieser Ackerflächen in der Nähe der Fallen wurde schon vor 2013 in Grünland umgewandelt. Die übrigen Ackerflächen werden heute normal ackerbaulich weitgehend ohne Gemüse genutzt. Die Vermehrungspotentiale des Freilandgemüseanbaus im näheren Umfeld waren 2013 weitgehend verschwunden. Im weiteren Umfeld von 1-2km wird heute noch Freilandgemüse regelmäßig angebaut. Ob von diesem Gemüseanbau insektizide Wirkungen im nennenswerten Umfang 2013 bis in das Naturschutzgebiet hineingereicht haben, ist eher unwahrscheinlich. Erstens ist man auf Grund besonderer Vorgaben des Lebensmitteleinzelhandels im Umgang mit Insektiziden bei Frischgemüse extrem zurückhaltend, zweitens liegt in der Hauptwindrichtung ein gut 200 Meter breiter Waldgürtel dazwischen.
    8. Insektenarten, die auf die Gemüsekulturen spezialisiert waren, verschwanden zwischen 1989 und 2013 weitgehend aus dem Naturschutzgebiet und der näheren Umgebung. Eine Auswertung der Fallenfänge und Differenzierung in schädliche Insekten des Gemüseanbaus und in für das Naturschutzgebiet typische Arten würde hier weiterhelfen.
    9. Kalkungsverbot auf Grünland bei Extensivierungsauflagen:
      Nicht diskutiert wird bisher die Praxis der Grünlandbewirtschaftung im Vertragsnaturschutz mit allgemeinem Düngungsverbot, maximal mit Stallmist, der aber kaum noch im Raum vorhanden ist. Das Düngungsverbot schließt fataler Weise in der Regel auch die Kalkung mit ein. Immer mehr versauern die Flächen und die Kleearten verschwinden. Klee ist auf Knöllchenbakterien angewiesen, die unbedingt das Spurenelement Molybdän benötigen. Sinkt der PH-Wert zu stark, so wird Molybdän im Boden fixiert und die Knöllchenbakterien können keinen Stickstoff mehr binden. Nach und nach verschwinden auf langsam versauerndem extensivierten Grünland die Kleearten und mit ihnen viele Hummeln und Wildbienenarten, die oft auf die Blüten der Kleearten angewiesen sind.
    10. Die übliche Praxis des Kalkungsverbotes auf extensivierten Grünland sollte durch Bodenproben begleitet überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
  • Einfluss von Wanderschmetterlingen:
    Unberücksichtigt sind bisher die Wanderschmetterlinge, die bei uns immer wieder mal aus dem Mittelmehrraum in mehr oder weniger großen Schwärmen zufliegen. Auch Gammaeulen und Kohlweißlinge werden mit den Fallen gefangen. Da sie in großen Massen auftraten können ist damit zu rechnen, dass Sie in Jahren mit erheblichem Zuflug auch die Biomasse in den Insektenfallen erheblich mit beeinflussen können. So war z.B. das vergangene Jahr 2018 ein Jahr mit einem massenhaften Wanderflug von Kohlweißlingen. Ob im Jahr 1989 und/oder 2013 Wanderschmetterlinge einen deutlichen Einfluss gehabt haben, sollte näher untersucht werden.
    Bei der Interpretation der Fallenfänge sollte deutlicher zwischen der Biomasse der Wanderschmetterlinge und derjenigen der heimischen Insektenwelt differenziert werden.

 

    1. Weitgehender Stickstoffverzicht kann die Reproduktionsraten von Insekten reduzieren:
      Insekten sind noch mehr als Menschen, Vögel und Säugetiere auf Stickstoff in ihrer Nahrungskette angewiesen. Neben dem für alle Lebewesen essentiellem Stickstoffbedarf für ihrer Eiweiße benötigen Insekten noch zusätzlich Stickstoff für ihre Gerüstsubstanz Chitin. Daher filtern saugende Insekten wie Blattläuse und Schildläuse die stickstoffhaltigen Substanzen aus dem Pflanzensaft ihrer Wirtspflanzen heraus und scheiden die überschüssigen Zuckerstoffe als Honigtau wieder aus. Stickstoff ist für Insekten in der Regel eine Mangelware.
      Konsequenz: Reduziert man in einem Naturschutzgebiet die Stickstoffzufuhr, reduziert man gleichzeitig nicht nur die Nährstoffbasis für Pflanzen und erhöht die Vielfalt, sondern gleichzeitig reduziert man auch den verfügbaren Stickstoff für Insekten, reduziert damit deren Reproduktionsraten und verhindert so eine Massenvermehrung und die Bildung von Insektenbiomasse.
    2. Ausnahmejahr 1989 durch Massenauftreten von Getreideblattläusen, Marienkäfern, Schwebfliegen und Florfliegen
      Das Jahr 1990 ist in der Landwirtschaft des Rheinlandes als das Jahr bekannt, in dem die Landwirte in der Gerste nur „Stroh gedroschen haben“! Soll heißen, dass dort Ertragsausfälle von 60% und mehr auftraten. Vorausgegangen waren zwei sehr milde Winter (1988/89 und 1989/90). Viele Getreideblattläuse überwinterten lebend ohne Wirtswechsel und vermehrten sich explosionsartig im Frühjahr 1989 und dann auch im Frühjahr 1990. Sie übertrugen dabei gleichzeitig das Gelbverzwergungsvirus vorwiegend auf die Gerste, das dann zu den existenzbedrohenden Ertragsausfällen führte. Das Jahr 1989 ist in der Literatur als Massenvermehrungsjahr von Blattläusen und ihrer Räuber bekannt (DUNK, K. V.D. (1989), Das Jahr der Marienkäfer, Galanthea, Nürnberg). Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen können sich nur in Massen vermehren, wenn sich zuvor ihre Wirte, die Blattläuse, massenhaft vermehrt haben.
      Das Massenauftreten von Blattläusen und ihren Räubern im Jahr 1989 findet sich mit Sicherheit auch in den Fallenfängen von 1989 wieder. Zu diskutieren ist hier die Vergleichbarkeit des Ausnahmejahres 1989 für die nachfolgenden Jahrgänge.
    3. Massenwechsel von Schadinsekten insbesondere von Blattläusen auf Getreide in Verbindung mit Insektizideinsatz
      Durch den immer stärker an Schadschwellen orientierten Einsatz von Insektiziden und Auswahl nützlingsschonender Mittel geling es heute der Landwirtschaft mit relativ kleinen Insektizidmengen ein Massenauftreten von Blattläusen im Getreide immer mehr zu vermeiden. Der frühe Insektizideinsatz im Getreide im Herbst oder zeitigen Frühjahr nahm erst nach der Katastrophe in 1990 mit dem Gelbverzwergungsvirus Einzug in die Praxis. Einen leichten Blattlausbefall tolerierte man bis dahin gerne, da sogar mit kleinen positiven Ertragszuwächsen zu rechnen war. Mit der heut üblichen frühen Kontrolle der Getreideblattläuse sind großflächig auch keine Massenwechsel von Getreideblattläusen und somit auch den davon profitierenden Marienkäfern oder Schwebfliegen wie 1990 zu erwarten. In der Bundesrepublik werden rund 20% der gesamten Landfläche mit Getreide bestellt. Das war früher ein gigantisches Potential an Insektenbiomasse.
      Mit großflächigen Massenwechseln von Getreideblattläusen ist heute nicht mehr zu rechnen. Davon profitiert auch der ökologische Landbau selbst wenn er keine Insektizide einsetzt. Auf rund 90% der Getreideflächen werden landesweit die Gesamtpopulationen von Getreideblattläusen auch mit höherem Infektionspotential für das Gelbverzwergungsvirus auf einem niedrigen Niveau gehalten. Eine großflächige Kontrolle der Getreideblattläuse mit ihrem Infektionspotential für das Gelbverzwergungsvirus ist ohne Insektizide und nur mit Hilfe der Kontrollmechanismen der Nützlingsförderung, Sortenwahl etc. des ökologischen Landbaus im Moment noch nicht erkennbar.
  • Die Pflanzen- und Insektenvielfalt in Naturschutzgebieten stabilisiert nicht nur die Räuber- Beutebeziehungen sondern auch die Insektenbiomasse auf niedrigem Niveau:
    Durch das Zurückdrängen einheitlicher Kulturpflanzenbestände in Naturschutzgebieten z.B. durch die Aufgabe der Ackernutzung reduziert sich in erheblichem Umfang das Auftreten regelmäßiger Massenvermehrungen einzelner Insektenarten.
    Eines der zentralen Ziele der Entwicklung von Naturschutzgebieten ist die Schaffung stabile Ökosysteme. Das stabilisiert gleichzeitig auch die Räuber/Beute Beziehungen zwischen den primär beißend saugenden Insekten wie Blattläuse und Raupen und ihren Räubern wie z.B. Marienkäfer sowie Spinnen oder Parasiten wie z.B. Schlupfwespen. Es entwickelt sich ein Gleichgewicht allerdings auf niedrigem Niveau. Durch die gezielt beabsichtigte Vielfalt der verschiedensten Pflanzen in Naturschutzgebieten ergibt sich automatisch eine relativ hohe Artenvielfalt. Da keine einzelne Pflanzenart mehr den Raum beherrscht, ergeben sich auch keine Potentiale für eine Massenvermehrung der darauf spezialisierten Insekten.
    Der Rückgang der gefangenen Insektenbiomasse in einem gut entwickelten Naturschutzgebiet ist ein zentrales Indiz für die erfolgreiche Entwicklung zu mehr Artenvielfalt und ist umgekehrt gerade nicht besorgniserregend. Hohe Artenvielfalt im Raum bedeutet gleichzeitig fast schon zwangsläufig eine relativ geringe Individuen-Zahl der einzelnen Art. Daraus ergibt sich, dass die Insektenbiomasse in gut entwickelten Naturschutzgebieten mit der Steigerung der Artenvielfalt zwangsläufig sinkt. Je erfolgreicher die Entwicklungsbemühungen eines Naturschutzgebietes waren, desto niedrigere Fallenfänge sind zu erwarten. Sie sind kein Anlass zur Dramatisierung von Veränderungen, hier dem Rückgang in der Insektenbiomasse, sondern umgekehrt ein Anlass zur Gratulation an Naturschutzverwaltung und die beteiligten Naturschutzverbände vor Ort. Die Konzepte zur Extensivierung haben funktioniert.

 

Diese beispielhafte Zusammenstellung einiger der zahlreichen Einflussfaktoren und deren mögliche Wechselwirkungen machen deutlich, dass nicht einzelne Faktoren herausragenden Einfluss auf den vielerorts erkennbaren Insektenschwund haben, sondern dass eine Vielzahl von Faktoren und ihre Wechselwirkungen ursächlich sind. Nicht ein einzelner Faktor ist verantwortlich, sondern die sich oft auch gegenseitigen beeinflussenden positiven oder negativen Wechselwirkungen ergeben das Gesamtbild.

Zugegeben, für Vogelfreunde, die auch den Rückgang von Insekten fressenden Vögel beobachten, eine eher nicht befriedigende Erkenntnis. Ihnen geht es da nicht anders wie all den vielen ehemaligen Milchviehbetrieben, die früher ums Naturschutzgebiet Orbroich herum existierten. Im Rahmen der Betriebsaufgaben machte da wehmütig der Spruch die Runde:

Und geht die letzte Kuh vom Hof, dann ziehen auch die Schwalben fort!

Ich hoffe, mit diesen Ausführungen einiges Nachdenken zu erreichen. Mit Insektizid- oder Herbizidverboten kommen die Schwalben und andere von Insekten lebende Vögel mit Sicherheit nicht wieder zurück. Der strukturelle Wandel alleine schon durch die zahlreichen Betriebsaufgaben mit ihren früher breit verteilten Nutztierhaltungen ist da viel gravierender. Die sich ständig überbietenden Forderungen nach zusätzlichen Geboten und Verboten ob für den Naturschutz, den Wasserschutz, Hygiene für den Verbraucherschutz oder das Tierwohl befeuern den Strukturwandel nur noch mehr zu immer größeren Betriebseinheiten. Welcher kleinere heute noch existierende Betrieb mit Nutztieren kann denn noch die Forderungen in Sachen Hygiene, Lagerkapazitäten und Ausbringungsverbote sowie Einschränkungen der Düngemengen auf seinen Flächen erfüllen? Dafür fehlen schlicht das Kapital, der Optimismus und die Zuversicht, dass man mit Gewissheit den Betrieb in die nächste Generation tragen könnte. Die ständigen Forderungen „die Landwirtschaft müsse sich ändern“ führt tatsächlich zur Veränderung, aber um 180 Grad gedreht anstatt in die beabsichtigte Richtung.

Die kleineren Betriebe geben auf, so wie sie es seit über 50 Jahren schon tun und die verbleibenden werden zum Wachen gezwungen. Siehe hierzu den Mansholt-Plan von 1968 über das „Wachsen oder Weichen“. Er wurde zwar seinerzeit offiziell abgelehnt, aber in der Sache seit über 50 Jahren bis heute strukturell Zug um Zug umgesetzt.

Selbst als Öko-Bauer bin ich davon überzeugt, dass der Ruf nach dem ökologischen Landbau da auch nicht gravierend weiterhelfen wird. Der Ökolandbau gerät auch heute schon immer mehr in den Fokus des weitgehend kommerzorientierten Lebensmitteleinzelhandels (LEH). Geiz scheint in Deutschland nun mal eben geil zu bleiben. Der konzentrierte LEH ruft wie immer nach einheitlichen großen Chargen makelloser Ware möglichst mit Ökosiegel. Das kann der ökologische Landbau auch nur mit immer größer werdenden Betriebsstrukturen leisten. Der Weg ist vorgezeichnet. Kleinere Betriebe stören da nur und würden langfristig gnadenlos über den Weg der Reklamationen wegen Kleinigkeiten oder nicht mehr Kosten deckenden Preisen an den Existenzrand gedrückt und zur Aufgabe gezwungen, es sei denn es finden sich regional/lokal an bisherigen Strukturen vorbei andere solidarische Wege. Und ohne Insektizide oder Fungizide geht „makellos“ auch nicht. Nur das die Wirkstoffe aus der Natur selber stammen und nicht aus der chemischen Retorte. Auch im Ökolandbau lassen sich einheitliche große makellose Chargen nur in größeren Monokulturen und meist auch nur mit dem Einsatz von Öko-Pflanzenschutzmitteln produzieren auch wenn man dort mehr in Kreislaufsystemen denkt und versucht sehr bewusst Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen. Viel Platz wird in den meisten Systemen des Ökolandbaus für Insekten auch nicht bleiben – wenn, dann nur durch Nützlinge kontrolliert auf niedrigem Niveau. Und gelingt es dort das biologische Gleichgewicht zwischen Beute und Räuber herzustellen, dann bleibt, wie oben beschrieben, nicht viel Insektenbiomasse übrig.

Ich bin davon überzeugt, nicht die Insektizide sind das Problem der heute wahrgenommenen gravierenden Veränderungen in der Insektenwelt, auch wenn einzelne Insektizide über ihre Zielflächen und Zielorganismen hinausgehende Wirkungen entfaltet haben wie z.B. einige neonicotinoide Wirkstoffe.

Die von unserer Gesellschaft schleichend hingenommene Aufgabe der kleinbäuerlichen Strukturen und die ständige Steigerung der Forderungen, Gebote und Verbote ist das tatsächliche Problem. Auf die Auswirkungen der Lichtverschmutzung oder versteinerter Vorgärten will ich hier erst gar nicht weiter eingehen.

Ein persönlicher Hinweis am Rande:
Ich hätte es gegenüber der der Politik, den Medien und der Landwirtschaft als fairer empfunden, wenn man mit der Aussage, dass die bei PLOS ONE veröffentliche Krefelder Studie eine weltweite Aufmerksamkeit von über einer halben Million Leser gefunden haben soll, etwas zurückhaltender gewesen wäre. Das Ro-Bot-Netzwerk um die Internetplattform Hacker News herum hatte sich schon wenige Minuten nach der ersten Veröffentlichung des Artikels angenommen und in wenigen Stunden mit Roboterprogrammen mehrere Hunderttausend ausschließlich automatisierte digitale Zugriffe erzeugt und damit eine angeblich extrem hohe öffentliche Aufmerksamkeit suggeriert. Ihre Aktivitäten dokumentierten die Roboterprogramme unter Twitter (https://www.altmetric.com/details/27610705/twitter).

In diesem Sinne werbe ich für einen fairen Umgang der Gesellschaft, der Medien und des Naturschutzes mit der Landwirtschaft. Die Verantwortung für den gesellschaftlich erzwungenen Wandel in der Landwirtschaft tragen wir alle.

Herwig Scholz

(Aufrufe 19.109 gesamt, 1 heute)

444 Kommentare

  1. Thomas Apfel sagt

    Problematisch sind aus meiner Sicht vor allem die getrennte Betrachtung der landwirtschaftlich genutzten Grundstücke einerseits und ihrer Umgebung andererseits.
    Ich habe in den letzten Tagen unsere Flächen und die unmittelbare Umgebung derselben nach Art der Nutzung und ÖVF- Wirksamkeit vermessen.
    Außen vor gelassen habe ich Gewerbegebiete, Siedlungsflächen und den „Rahmen an zusammenhängenden Waldflächen.
    Das Gebiet untersuchte Gebiet umfasst (ist identisch mit den Monitoringvorhaben)
    1.157 ha brutto. In den 9 Teilflächen werden 978 ha landwirtschaftlich genutzt (Antragsfeldblöcke).
    889 ha sind innerhalb der Feldblöcke reine Nutzfläche ohne Feldränder, Zaunstreifen, Gräben mit Saumstrukturen usw., das heißt, der ÖVF- Anteil innerhalb der Feldblöcke liegt bei 9,1 % der LN. Das ist an sich schon recht gut, aber die Flächenanteile die als ÖVF bewertet können, liegen auf der insgesamt betrachteten Fläche bei 21,4 %.
    Warum ist das so wichtig? : Weil zu befürchten steht, dass bei den Forderungen an die Landbewirtschafter (z.B. nach 20 % ÖVF lt. NABU) die Umgebung nicht berücksichtigt wird. Landschaften müssen immer als Ganzes betrachtet werden, auch um abschätzen zu können was an Arten überhaupt zu erwarten ist. Wir gehören zur „Liste klein strukturierter Landschaften Deutschlands. Diese Liste möchte z.B. UBA und Naturschutzverbände abschaffen um besser mit Pauschalforderungen und Aussagen argumentieren zu können.

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  2. Obstbäuerin sagt

    Vorgestern habe ich dem Prof. Schmitt vom Senckenberg-Institut eine Liste mit den von mir beobachteten und fotografierten Tagfaltern geschickt. Es waren nur 25 Arten, weil nicht alle in die Tabelle gepasst haben. Insgesamt waren es mehr als 30 Arten. Neben dem Beobachtungsdatum habe ich auch die Entfernung zu einem konventionellen Erdbeer- und Maisfeld sowie einer Obstanlage angegeben. Die Entfernung lagen zwischen mitten drin, 10 m und 60 m. Geschätzt habe ich bei einem Besuch zwischen 20 und 100 Schmetterlinge gesehen. Liebe Frau Spaeta, wenn sie daran interessiert sind, schicke ich Ihnen gern eine Übersichts-Karte mit 30 unserer Schmetterlinge. Ich habe sie diese Woche in Druck gegeben und heute zurück erhalten.

    1+
    • Elise Speta sagt

      Obstbäuerin: Vielen Dank für Ihr Angebot. Aber ich glaube, dass es wichtiger ist, diese Übersichtskarte an Thomas Schmitt zu mailen. Da könnten Sie die Forschergruppe auch gleich für die weitere Untersuchungen vor Ort einladen.

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      • Obstbäuerin sagt

        Da sind wir schon dran – mit Unterstützung des Senckenberg-Instituts wird in Kürze ein Schmetterlings-Monitoring bei uns beginnen.

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    • fingerphilosoph sagt

      Zwischen 1840 und 1880 gab es lt. Aufzeichnungen des Senckenberg-Museums 117 verschiedene Tagfalterarten (in einem Gebiet bei Regensburg aufgezeichnet). 2013 waren es dort noch 71. Wenn du, liebe Obstbäuerin, jetzt gerade mal auf mehr als 30 Arten kommst, und das noch im Obstbau, wo mehr Insektengekrabbel zu erwarten wäre, bestätigst du damit, was du immer so vehement bestreitest, nämlich einen dramatischen Rückgang der Vielfalt.

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      • Obstbäuerin sagt

        Hallo Fingerphilosoph, leider weiß ich nicht, wie die Artenanzahl in unserem Gebiet um 1840 war. Wenn man aber bedenkt, dass ich meine Beobachtungen an maximal 8 Tagen im Juli und August und dann höchstens in je 1-2 Stunden gemacht habe, kann davon ausgegangen werden, dass mir einige Arten nicht vor die Kamera gekommen sind. Wie dem auch sei, das Monitoring wird uns Auskunft geben.

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        • fingerphilosoph sagt

          Ich nehme an, die Ergebnisse des Monitoring werden hier auf diesem Blog zwecks Einsichtnahme sachlich, objektiv, vollständig und wertneutral zur Verfügung gestellt. Und wenn ich mir noch was wünschen darf, dann hätte ich vom Senckenberg-Institut parallel dazu gern noch ein paar Vergleichsdaten, beispielsweise von einem geografisch vergleichbaren Areal, das als Streuobstwiese und ohne Glyphosateinsatz bewirtschaftet wird. Vielen Dank für die Mühe. Ich bin schon sehr gespannt.

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          • Obstbäuerin sagt

            Wenn Bauer Willi das als Beitrag einstellt, gern. So in ein-zwei Jahren denke ich.

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      • Thomas Apfel sagt

        Die Wahrscheinlichkeit des Vorkommens einer ausgeprägten Artenvielfalt bei einzelnen Insektengruppen hängt auch davon ab, wo in Deutschland die betrachtete Landschaft liegt.
        Ich habe gestern auf dem Acker die Wildbienenleute getroffen. Bei 6 Begehungen bei uns wurden 25 Arten gefunden. Auf meine Frage warum z.B. am Bodensee 110 Arten gefunden wurden und bei uns nicht, bekam ich die Antwort, dass die Artenzahlen in Süddeutschland von Natur aus sehr viel höher sind und solche Zahlen bei uns gar nicht zu erwarten sind. Das (intensiv mit Wein-, Obst- und Ackerbau genutzte Gebiet am Kaiserstuhl weist nach seiner Aussage mit über 300 Wildbienenarten die höchste Diversität in Deutschland aus.
        Also: Das Ganze ist komplex und kaum mit pauschalen Einschätzungen zu beschreiben.

        2+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Eine Frage hätte ich, wie viele Schmetterlinge leben auf der Straße die zu deiner Wohnung führt?

        1840 waren es bestimmt mehr, damals war es keine Straße. Bevor jemand die Klappe aufreihst, zuerst vor der eigenen Türe kehren.

        1+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sicher habe die auch untersucht, wie viele Schmetterlinge in Wohngebieten und Gewerbegebieten vorhanden sind.

      Man kann nicht alles haben, das billige Essen und jede Menge Schmetterlinge.
      Wenn man das will, dann müsste man den Ackerbau einstellen und die Früchte des Ackerbaues kaufen, in den riesigen Feldern in USA, Kanada, Südamerika und Australien da gibt es bestimmt die Schmetterlinge, die bei uns vermisst werden, oder?

      1+
    • Herwig Scholz sagt

      Wurden die untersuchten Grünlandflächen außerhalb der NSG mit Insektiziden behandelt oder mit anderen „Spritzmitteln“?Wie oft wurde das Grünland geschnitten?
      Wie kommt man zu dem Schluss, das die „Industrielle Landwirtschaft“ mit ihren „Spritzmitteln“ schuld ist ohne dass man darüber Infos hat?

      3+
      • Herwig Scholz_ Die Forscher haben mit dieser aktuellen Studie zunächst einmal aufgezeigt, dass sie in der Nähe intensiv genutzter Ackerflächen nur ein Drittel so viele Tiere wie in naturnahen Arealen fanden. Also nicht „weniger Insektenmasse aber mehr Vielfalt“ – und schon gar nicht „gut so“! Sie haben zugleich angekündigt, dass weitere Untersuchungen vor Ort klären sollen, wie man die Insekten am besten schützt und was ihnen wie stark zusetzt. Ich vermute stark, dass da der Habitatsverlust durch die Strukturarmut der meisten landwirtschaftlichen Flächen auch eine sehr wichtige Ursache sein wird. – Die Landwirtschaft muss sich also doch ändern: auch für die Schaffung (oder wo es sie noch gibt) den Schutz geeigneter Strukturen und vor allem muss sich damit das Fördersystem ändern. Vielleicht könnten in der Zukunft „Landschaftspflegebauern“ für die mühsame Biotoppflege ein gutes (Neben)-Einkommen erreichen und müssten ihre Betriebe nicht aufgeben.

        2+
        • Bauer Willi sagt

          Liebe „E“
          Ich habe schon mehrfach auf dieses Papier des Bundesamt für Naturschutz hingewiesen. Dort steht ziemlich exakt drin, wie Bauern und Naturschützer gemeinsam konkret etwas bewirken können. Bitte lesen und dann Ihren Kommentar darüber abgeben. Trifft das Ihre Forderungen? (muss, muss, muss)

          Und schauen Sie mal ganz am ´Schluss, wer daran mitgewirkt hat 🙂

          4+
          • Elise Speta sagt

            Ja, ich halte, wie bereits geschrieben, diese 11 Punkte für vielversprechend. Wie dort angeführt, sind Einkommenssicherheit, Bürokratieabbau, Verlässlichkeit… enorm wichtig. Z.B. nicht nur der Ertragsentgang einer Magerwiese gehört ausgeglichen, sondern der bestehende und durch „richtige“ Pflege erhaltene Biodiversitätsmehrwert gefördert. – Aber haben Sie den Eindruck, dass man sich auch um die Umsetzung dieser Punkte ernsthaft bemüht?

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        • Herwig Scholz sagt

          Eine Förderperiode ist üblicher Weise max. 5 Jahre. Danach neues Spiel, neues Glück. Welcher Betrieb kann auf der Basis als Landschaftspflegebauer seinen Betrieb als sichere Existenzgrundlage an die nachfolgende Generation weitergeben? Zumal man die Förderbeträge immer aus der Sicht der Entschädigung und nicht als Entlohnung für eine existenzsichernde Dienstleistung berechnet. Und so geht der Strukturwandel weiter und weiter.

          2+
          • bauerhans sagt

            „Zumal man die Förderbeträge immer aus der Sicht der Entschädigung und nicht als Entlohnung für eine existenzsichernde Dienstleistung berechnet.“

            es geht ja auch nicht vorrangig um förderung der bauern,sondern darum,den wähler zu beeindrucken.

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        • Elise Speta sagt

          Herwig Scholz: Bei dem Kommentar_ Die Forscher…. ist von meinem Namen irrtümlich nur das E übrig geblieben.

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    • Mark sagt

      Wieder s ein populärwissenschaftlicher Müllartikel:
      „Rund die Hälfte der 189 in Deutschland ursprünglich heimischen Tagfalterarten stehen auf der Roten Liste oder sind bereits ausgestorben.“ Wieviele stehen auf der roten Liste und wieviele sind ausgestorben?? Auf der roten Liste zu stehen, ist meist so dramatisch nicht. Suggeriert werden soll bei dieser Formulierung aber Rund die Hälfte ist „ausgestorben“ . „Eine treibende Kraft dahinter dürfte die industrielle Landwirtschaft sein.“ Schon in der Formulierung reinste Spekulation, später im Text wird der „Rückgang“ der Insektenanzahl den „Spritzmitteln“ angelastet, obwohl die Ursache gar nicht untersucht wurde.
      „Auf Grasland, das von intensiv genutzten Äckern umgeben sind, fanden die Wissenschaftler insgesamt zwei Drittel weniger Schmetterlinge als auf naturbelassenen Flächen in Naturschutzgebieten.“ Na schlimm, wenn es anders herum gewesen wäre. Es ist nicht Ziel der Acker- und Graslandbewirtschaftung die Zahl der Schmetterlinge zu vermehren!!

      1+
      • fingerphilosoph sagt

        Wenn es in Deutschland tatsächlich mal 189 Tagfalterarten gab und die Obstbäuerin in ihrem ach so artenreichen Obstgarten gerade mal noch „über 30 Arten“ (also vermutlich 31) vorfindet, ist das durchaus ein Hinweis auf einen dramatischen Rückgang der Artenvielfalt, selbst wenn dieser Hinweis bloß populärwissenschaftlich ist. Nicht alles, was populärwissenschaftlich daherkommt, ist deswegen falsch.

        Mir scheint bei dieser unsäglichen Diskussion viel wesentlicher, dass Insekten plötzlich in toto als liebenswerte und für unser aller Überleben notwendige Mitgeschöpfe dargestellt werden, wobei der Unterschied zwischen Nützlingen und Schädlingen gänzlich aufgehoben wird. Ich bin sicher, dass die allermeisten, die jetzt lauthals das Insektensterben bejammern, nach Insektenschutzmitteln greifen, wenn sie in die Tropen fahren, Wanzen im Bett und Kopfläuse bei ihren Kindern vorfinden. Es gibt in Deutschland 33.000 verschiedene Spezies von Insekten, die wenigsten davon sind Schmetterlinge, Hummeln und Bienen.

        1+
        • Obstbäuerin sagt

          Fingerphilosoph, diese 189 Tagfalter kommen niemals an einem Ort vor, sondern sind an bestimmte Pflanzen, Gegenden usw. gebunden. Warum soll denn unbedingt überall der gleiche Prozess stattfinden, wo doch die Bedingungen so unterschiedlich sind. Was die Schadinsekten betrifft haben wir leider auch Arten dazubekommen.

          3+
        • fingerphilosoph sagt

          @Mark
          Neulich habe ich gelesen, dass Berggorillas nicht mehr als akut vom Aussterben bedroht gelten, weil sich der Bestand in den letzten sieben Jahren von 768 auf knapp über 1.000 erhöht hat, dies dank „Gorilla Watching“ betuchter Touristen, die das Virunga-Gebiet und den Bwindi-Nationalpark als eine Art Modern Zoo für sich entdeckt haben. Da kommt doch Freude auf bei soviel Erfolg bei der Rettung der Natur. Das heißt, den Flugverkehr darf man gar nicht einschränken, weil sonst die Berggorillas doch aussterben und dann ist die Greta Thunberg daran Schuld.
          Oder etwa nicht?

          @Obstbäuerin
          Deshalb habe ich im Kommentar weiter oben ja auch nur 117 Tagfalterarten erwähnt. Die waren nämlich alle aus dem demselben Areal bei Regensburg.

          1+
          • Mark sagt

            @ f..ph
            Bingo! Jetzt müssen wir es nur noch schaffen, alle Chinesen hierher in unser Insektennotstandsgebiet fliegen zu lassen und ihnen als Attraktion ausgestorbene Schmetterlinge zu präsentieren, dann können wir das Insektensterben vielleicht auch noch abwenden.

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        • Mark sagt

          „Nicht alles, was populärwissenschaftlich daherkommt, ist deswegen falsch.“ Most of it…

          0
          • fingerphilosoph sagt

            Jaja, halt all das, was dir gerade nicht in den Kram passt, während das, was dir in den Kram passt, selbstverständlich wissenschaftlich fundiert, sorgfältig eruiert, korrekt dargestellt, objektiv, wertneutral usw. ist. Das habe ich schon begriffen 🙂

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  3. Herwig Scholz sagt

    Hier eine statistische Ergänzung zu meinen Aussagen über die von der Gesellschaft „schleichend hingenommene“ Aufgabe hunderttausender Betriebe in der Agrarstruktur der Bundesrepublik am Beispiel der Rindviehhaltung.
    Veränderungen in der Rindviehhaltung seit 1950 bis 2018
    Jahr Rindvieh-Halter Milchkuh-Halter
    1950 1.535.955 k.A.
    1959 1.287.324 k.A.
    1969 905.459 837.746
    1979 553.675 456.414
    1989 371.190 292.455
    1999 237.964 152.653
    2009 183.001 97.431
    2018 139.612 62.813
    Interpretiere das jeder selber, der will.
    In den letzten 68 Jahren seit 1950 haben 93% aller Rindviehhalter und in den letzten 29 Jahren (seit 1989, Basisjahr der Krefelder Studie) haben 79% der bis dahin noch verbliebenen Milchviehhalter aufgegeben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Quelle: Statistisches Bundesamt, GENESIS online Datenbank

    6+
  4. Sabine Norbisrath sagt

    Ich denke, die vielen Beiträge zeigen, wie sehr uns alle das Thema Umweltschutz bewegt. Das ist schon mal gut.
    Dann sieht man aber auch, wie weit die Standpunkte auseinander liegen.
    Ich denke, es ist höchste Zeit, dass in Sachen Naturschutz auch mal – so sehr das viele Menschen enttäuschen wird – Klartext geredet wird, auch bei den Naturschutz-Organisationen.
    Einfach eine lange Rote Liste medienwirksam zu betrauern, ist nicht hilfreich. Gerade wenn die Hälfte der dort vertretenen Tiere und Pflanzen eher Anzeiger für Dauerstress sind und auf Übernutzung und Ausbeutung von Böden hindeuten. Viele dieser stark bedrohten Arten sind die Pflaster und Mullbinden der Natur, mit der sie versucht das Bodenleben zu heilen und den Wasserkreislauf wieder in Gang zu setzten. Wie viel von solchen Wunden wollen wir künstlich offen halten, um diese hochspezialisierten Heiler der Natur zu erhalten?
    Neben den armen Standorten, sind häufig Pflanzen und Tiere auf der Roten Liste, die sich auf feuchte oder wechsel-feuchte oft sehr nährstoffreiche Standorte spezialisiert haben. Diese Feuchtgebiete wurden auch aus Gründen der Volksgesundheit in der „guten, alten Zeit“ bekämpft, nicht nur um neues Land für die Lebensmittelproduktion zu erschließen. Vor allem Stechmücken, die in solchen Gebieten oft in Massen auftreten, sind Vektoren für eine Vielzahl von Krankheiten, die nicht nur Menschen und Vieh befallen, sondern auch Wildtiere töten. Da sollte man sich die Frage stellen, wie viel und wo man solche Gebiete wiederherstellen kann, ohne die Bevölkerung – die sich Gewiss nicht vom Besuch dieser Orte abhalten lassen wird- zu gefährden?
    Auch sollte geklärt werden, ob und wie Rückbau entschädigt wird.
    Ich erinnere mich da an ein „Kriebelmücken-Schutzgebiet“ was in meiner Heimatstadt angedacht war. Dafür sollte ein eh schon von Autobahn, Zufahrtsstraßen und Bahntrassen zerschnittenes Heidegebiet renaturiert werden. Ganz am Anfang war vorgesehen, das dafür z.B. ein alter Föhrenwäld abgeholzt und Schwimmbad abgerissen werden sollte. Da gegen sind die Bürger auf die Barrikaden gegangen. Natur ja, aber nicht so. Wie viel Natur wollen die Leute also wirklich?
    Heute ist nur ein winziger Teil der ursprünglichen Planung umgesetzt worden. Ein Schäfer beweidet die noch offenen Flächen. Wie lange er das tun wird, steht insbesondere nach dem letzten Sommer in den Sternen. Eine Zufütterung wäre während der Trockenperiode eigentlich dringend angezeigt gewesen. Das wurde dem Schäfer von der Naturschutzbehörde untersagt. Um nicht auf der anderen Seite Probleme mit dem Tierschutz zu bekommen, musste er also aufwendig Tiere woanders ‚Zwischenparken“, ob der inzwischen ältere Herr das noch einmal mit macht, ist fraglich.
    Wie sieht es mit dem Tierschutz im Naturschutz aus?
    Darf man z.B. in Beweidungsprojekten Vieh (ver-)hungern lassen, nur weil man den Stickstoffeintrag bei Null halten will? Wie sinnig ist in dem Zusammenhang „Hands-Off“-Gedanke, wenn so gehaltene Tiere kaum eine echte Tierkontrolle zulassen und extrem unter Stress stehen, wenn sie z.B. für notwendige Impfungen oder Behandlungen dann doch eingefangen werden müssen? – Nun, mir ist eine Kuhherde, die dem Futtereimern hinterher rennt, echt lieber als eine die im Galopp vor mir weg rennt, aber meine Erfahrungen beziehen sich da ja auch eher sanftmütige Milchkühe.
    Aucht sollte der Naturschutz ganz klar kommunizieren, dass es nicht darum geht die Biene, den Wolf oder den Panda zu retten, sondern unsere Lebens- und Wirtschaftsweise zu ändern, und es damit nicht mit drei Tagen Handy-Fasten im Jahr gemeint sind. Sondern auch wirklich für viele Menschen schmerzhafte Einschnitte und Beschränkungen persönlicher Wahlmöglichkeiten geht.
    Wenn ein Huhn grundsätzlich 18 Euro das Kilo kostet und 10 Eier nicht unter 5 Euro zu haben sind, weil der Bauer halt eine Wohlfühl-Oase für Mensch und Tier betreibt und zwischen seinem Futtergetreide Klatschmohn und Kornblumen blühen, hat so mancher Bürger keine Möglichkeit mehr sich für oder gegen den Vegan Life Style zu entscheiden.
    Dass er sich diese Wahlmöglichkeit nehmen lässt, bezweifle ich stark.
    Vllt. sollte man da auch mal vom Naturschutz her zugeben, dass es sehr einfach ist, den Bauern zum Naturschutz zu verpflicht, solange es den Bürger max. fünf Euro Monatsspende und eine Unterschrift kostet.

    10+
    • Stadtmensch sagt

      Hört doch auf, euch an den Wunschvorstellungen von entfremdeten Konsumzombies abzuarbeiten!
      Ihr Landbewirtschafter habt das Wissen und die Möglichkeiten, das Richtige zu tun. Ein nachhaltiges Landnutzungskonzept zu entwickeln und durchzusetzen, mit dem der Mensch und der Planet in Symbiose leben können.
      http://terranovavoice.tamera.org/2015/11/wasser-das-fehlende-puzzlestuck-zur-losung-des-klimawandels/4237
      Kmme gerade von einer Info-Veranstaltung zur Schwamm-Stadt. Organisatoren: die Üblichen Verdächtigen, Lieblingsfeinde der Landwirtschaft, BUND, Weltretter, Aktivisten, Sehr interessant!
      Morgen werden wir einen Bachzulauf vom Müll befreien. Und wir gehen grimmig ans Werk nach dem Motto: Tue Gutes und erwarte keinen Dank 😉

      4+
    • Sabine sagt

      Stadtmensch, nur mal ein Beispiel wie viel Geld gerade dahin geschmissen wird, wo NGOs am lautesten schreien.
      In Bonn wurde eine 300qm ( selbst nach meinen bescheidenen Maßstäben ein Handtuch) von einer Wildblumen-Landschaftsgärtnerin unterstützt vom Bonner Wissenschaftsladen und dem BUND in einem Projekt zu einem Insekten-Park umgestaltet. Dafür wurden unter anderem ordentlich Kalkschotter und Sand angekarrt, eine paar Baumstämme hübsch drapiert und eine Trockenmäuerchen gesetzt. Ja, es wurden auch viele Pflanzen gesetzt, unter anderem Nickende Disteln und Glockenblumen. Kostenpunkt über 44.000 Euro.
      Alleine das Bundesamt für Naturschutz hat für diesen Garten 25.000 Euro locker gemacht. Natürlich sind das nur die Kosten für das Anlegen, gepflegt werden soll das von den Bewohnern einer Siedlung drumherum.
      Nachdem mir da erstmal die Spucke weg blieb-denn das sind fast 150 Euro pro qm, von denen über 80 Euro alleine vom BfN kommen- formte sich in meinem Kopf die Frage, wo ich ein Antragsformular für sowas herbekomme. Schönes Gärtchen, keine Frage, aber für die Kohle? Nickende Disteln, Moschusmalven und Stochschnäbel…. Was?
      Mich macht sowas immer wieder fassungslos, gerade wenn ich immer wieder höre, dass die Landwirte es ja vorne und hinten reingeschoben kriegen.
      Für einen ha Blühfläche gibt es mit viel Glück und Spucke … und nur wenn man ein Vernetzungskonzept hat …. irgendwas um die 600 Euro. Also.. warte 600/10.000 äh… 6 Cent pro qm. Damit sind alle Kosten wie Ernteausfall, Pflege und evtl. Folgekosten abgegolten.
      Ja, diese Projekte sind langfristige Projekte, sollen auch die Wohnquartiere bereichern …. aber rechne mal, wieviele Jahre dafür ein Bauer einen gleich großen Blühstreifen erhalten müsste.
      Ich will gar nicht wissen, wer sich da alles die Taschen voll macht. Und alles weil die Leute sich ins Hemd scheißen, weil angeblich die Insekten aussterben…. was so noch gar nicht erwiesen ist. Wer solche Projekte betreut, der rennt doch lachend zur Bank.

      5+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        “ gepflegt werden soll das von den Bewohnern einer Siedlung drumherum.“

        Ich fürchte, dass man die Helfer genau einteilen muss, dass jeder mal mithelfen darf 😉

        Vor ca. 30 Jahren wurde in meinem Ort ein Sportgelände erbaut, für die Verwirklichung musst ein Bach verlegt werden.

        Die örtliche BUND Gruppe übernahm erfreulicherweise die Pflege.
        Nach einem Jahr wurde die Gemeinde unterrichtet, die BUND könne mangels Personal die Aufgabe nicht mehr durchführen. Es ist halt was anderes, wenn man mit der Sense am Bach mäht, als über die Bauern zu schreiben.

        Ein gleichzeitig angelegter Obstlehrpfad wird immer noch von den Obstbauern unterhalten.

        1+
      • bauerhans sagt

        die NW berichtete,dass unsere gemeinde blumensamen für 2000m2 zur kostenlosen verteilung zur verfügung stellt.
        ich hatte darauf hingewiesen,dass wir bauern hier jährlich bis 1400000m2 zwischenfrüchte aussäen.

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Was?

          Blumensamen für 20 ar, das ist der helle Wahnsinn, gibt es dafür einen Umweltpreis?

          0
  5. Sunshine sagt

    Heute auf facebook gesehen:

    Man sollte die Landwirte schützen , denn seit ihre Zahl sinkt gibt es auch weniger Insekten .

    4+
  6. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, 400 Wortmeldungen Stand 18.25 Uhr. Das habe ich glaube im Blog bei Willi noch nicht erlebt. Hat Er hier, mit der Angel den „Goldenen Fisch “ an Land gezogen, oder auf was basiert sonst das so große Interesse der Blogteilnehmer ? Alle Kommentare habe ich gelesen, konnte mich aber selbst nicht dazu entschließen, meinen Senf dazuzugeben.
    Was mir nicht sonderlich gefallen hat war der rauhe Ton unter einigen Blogern.
    Es geht doch sicher auch anders! Leben und Leben lassen.

    1+
    • Mark sagt

      Falls ich damit gemeit bin gelobe ich Besserung. Wenn ich mich in anderen, nichtlandwirtschaftlichen Blogs so umschaue, so muss ich feststellen, dass es hier noch sehr gesittet zugeht.

      2+
  7. Paulus sagt

    Weiß jetzt gar nicht wo ich meinen Beitrag zum Thema Insekten noch halbwegs sinnvoll unterbringen kann.
    Eines muss man diesem Oberlehrer schon lassen. Er scheint immerhin einer der wenigen seiner Zunft zu sein, die auch außerhalb des notwendigen Unterrichts noch Wissen vermitteln. Das imponiert mir schon und im Rückblick auf meine eigene Schulzeit an einer altsprachlichen klösterlichen Penne waren es genau diese Typen, allerdings in Sachen Physik und Chemie, die mich zu einem Ingenieurstudium bewogen haben. Wenn auf dem Klostergelände, wohlgemerkt am Nachmittag, also in der Lehrerfreizeit, mal wieder ein Raketenstart angesagt war, stand selbst der Vater Abt ganz gerne in der ersten Reihe.
    Von meiner Auffassung, dass der gute Marzellus Boos alle Vorurteile bedient und mit seiner Imkerei ein gewisses parasitäres Verhalten an den Tag legt, muss ich ja trotzdem nicht abweichen. Nehmen wir die (älteren) Schulmeister halt so wie sind, bei den Jüngeren habe ich weitaus Schlimmere um nicht zu sagen Versager erlebt.

    0
    • Mark sagt

      Das Wenigste, was der angesprochene Herr ausserhalb des Unterrichts vermittelt, ist Wissen. Meine Bewunderung hält sich daher sehr in Grenzen.

      0
  8. Thomas Apfel sagt

    @Stadtmensch
    Ich setze mich einfach mal oben ran. Bei der Fülle an Diskussion verschwindet man sonst.
    Das Verfahren MC Kompostierung ist von Walter Witte (Gernrode) entwickelt worden.
    Microbielle Carbonisierung ist ein Kompostverfahren bei dem „Nährsubstrat“ und „Füllsubstrat“ (Lignin-haltige Stoffe wie Holz oder Stroh) durchmischt, angefeuchtet, aufgesetzt, leicht verdichtet und dann während des Rotteprozesses nicht umgesetzt werden. Im Ergebnis bleibt der größte Teil des Kohlenstoffs des Ausgangsmaterials im Substrat. Bei herkömmlicher Kompostierung gehen 30 – 50 % des Kohlenstoffs an die Atmoshäre verloren. Die Prozesstemperatur überschreitet 50° C nicht wesentlich. Im Endprodukt sind gegenüber herkömmlichen Kompost doppelt bis dreifach höhere Gehalte an „echten“ Huminstoffen gefunden worden.
    Die Vorgänge sind an sich bekannt. Sie laufen bei Tiefstallmist z.B. ähnlich und sind der Grund für die hohen dauerhaften Kohlenstoffgehalte im Plaggenesch einer menschengemachten Bodenart in den Gebieten mit Plaggenwirtschaft (Heidegebiete Niedersachsens z.B.).
    Ein Projekt mit dreijähriger Laufzeit an der Harzhochschule Wernigerode hat Wittes Ansichten im Wesentlichen bestätigt.

    1+
  9. Marzellus Boos sagt

    Was sagt man dazu? Das Bundesamt für Ernährungssicherheit und Verbraucherschutz (nachgeordnete Behörde des Bundeslandwirtschaftsministeriums) hat unter Umgehung der Beteiligung des Bundesumweltamtes ein neues Insektizid für die Landwirtschaft zugelassen, das den Wirkstoff Cyantraniliprol enthält. Bisher war der in Deutschalnd, Österreich und der Schweiz verboten. Es gab wohl eine – laut Wikipedia – im Jahr 2018 eineNotfallzulassung für die Bekämpfung der Kirschfruchtfliege und Kirschessigfliege im Obstanbau zugelassen.

    Cyantraniliprol ist … hochgiftig für ALLE Insekten und wirbellose Wasserorganismen.

    Es wird als hoch toxisch für Bienen eingestuft. Die LD50 von Cyantraniliprole beträgt für Honigbienen (Apis mellifera) 0,0934 µg·Biene− Unterhalb der letalen Dosis konnte eine erhöhte Lethargie der Bienen festgestellt werden.

    Handelsnamen

    Von DuPont mit dem Zusatz „powered by Cyazypyr®“
    Exirel®
    Benevia®
    Verimark®

    Dupont Lumiposa®
    Syngenta Minecto® Pro (in Kombination mit Abamectin)
    Syngenta Minecto® Duo 40WG (in Kombination mit Thiamethoxam)

    Wie hatte Frau Glöckner noch vor kurzem getönt? „WAS DER BIENE SCHADET, MUSS VOM MARKT“ Ich lach mich tot. Da fühlt man sich doch als Imker und als Verbraucher total verarscht. Wie sehen die Bauern das? Ihr werdet jedenfalls dafür einmal mehr abgewatscht werden, weil es Bauern sein werden, die die „Mittelchen“ einsetzen.

    WENIGER BIENEN! WENIGER INSEKTEN! GUT SO???

    Ich weiß: Ihr macht nicht die Politik, wenigstens nicht unmittelbar. Wer hat da Druck gemacht? War das die Industrie? Waren das die Bauernverbände? Oder beide?

    Da bin ich aber mal gespannt, wie die Imker in eurer Nähe reagieren werden, wenn ihre Bienen nicht mehr zum Stock zurückfinden. Ob die dann noch so zahm und verträglich mit den Landwirten umgehen, wie das hier ja gelegentlich geäußert wird, das wage ich jedenfalls zu bezweifeln. Von der sensibilisierten Öffentlichkeit mal ganz abgesehen. Darunter sind nicht nur „Mainstreamspinner“, wie manche hier glauben.

    zum Nachlesen, weil man mir ja hier nicht glaubt: https://www.bienenjournal.de/aktuelles/meldungen/bienengiftiger-wirkstoff-bekommt-zulassung/

    6+
    • Sunshine sagt

      Wusste ich gar nicht. Aber nun wissen es ALLE, die auf dieser Page landen.

      Wurden Sie von der Firma bezahlt, daß Sie das hier veröffentlichen?

      1+
    • Obstbäuerin sagt

      Ganz einfach, Marzellus, wenn die Kirschessigfliege zuschlägt, sind alle Kirschen hin. Deshalb werden wir das Mittel einsetzen aber wir werden keine Haustierbienen in den Bestand lassen. Da hat der Imker überhaupt kein Problem, dass seine Bienen nicht mehr in den Stock zurückfinden. Er muss auch nicht wild und unverträglich reagieren. Er hat nur keine Kirschblüten mehr, denn Bio-Kirsche gibt es nicht.

      0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die großräumige Verbreitung die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) erfolgte vermutlich durch den Import befallener Früchte. Eine lokale Ausbreitung von einigen Kilometern ist durch die Fliegen selbst möglich. Im Prinzip heißt das, der glöbale Handel hat und wieder einmal eine Schädling beschert, den es früher nicht gab. Allein in 2016 haben die mittelbadischen Obstbauern einen Schaden von einer Million erlitten.

      Von der Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO) wurde Drosophila suzukii als ein Schadorganismus eingestuft, von dem eine große pflanzenschädigende Gefahr für den europäischen Obst- und Weinbau ausgeht. Drosophila suzukii findet in Europa für ihre Etablierung nahezu ideale Lebensräume, obwohl diese in den nördlichen Breiten auch vom Vorhandensein von Überwinterungsplätzen im Umfeld menschlicher Behausungen abhängen.

      Das Mittel wird als bienengefährlich eingestuft, wie das im BIO Anbau zugelassens Spinosad auch, das ist richtig. Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden; dies gilt auch für Unkräuter., womit wir wieder beim Glyphosat wären.

      2+
    • tiwas sagt

      an Marzellus Boos:
      Ich unterschreibe jedes Wort.
      Es hat auch keinen Sinn, jedesmal über irgendwelche neuen Namen und „Wirkstoffe“ zu verhandeln, endlos zu diskutieren und sich am Ende wirklich vera….en zu lassen. Dann anders rum: Komplette Giftfreiheit fordern und das mit „Schmackes“.
      Anders geht es wohl nicht.
      Die Weinkönigin hat ohnehin bereits ihren Zenit überschritten, soviel kann die garnicht lächeln, wie ich über die kotzen kann.
      Wem die dient, ist glasklar.

      Das herunterspielen der Giftwirkung gehört ja auch zum „guten Ton“ hier. Es gibt ja in Deutschland wohl kein mit Roundup & Folgeprodukte behandeltes Feld hier….
      Alles naturvergilbt….

      Das nennt man dann Dialog…

      8+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Komplette PSM Freiheit zu fordern, ist das eine,
        dass wir dann Hungersnot in Deutschland in Kauf nimmt, sollte man der Bevölkerung auch sagen, oder meint der tivas nur PSM frei auf Deutschlands Äckern und der deutsche Verbraucher ernährt sich von amerikanischen Feldern?

        9+
      • Sunshine sagt

        Hallo tiwas,

        nun wollen Sie wieder totale Giftfreiheit. Aber da müssen wir konsequent sein: chemische Arzneimittel müssen auch weg. Denken Sie mal an die Fische, die von Verhütungsmitteln Mißbildungen entwickeln.

        hm, irgendwie ist die Message, daß Getreide auch von Viren gelb wird, nicht angekommen. Spreche nun ich eine Fremdsprache für Sie?

        Das für mich Wichtige wäre zu wissen, was Ihr beruflicher Hintergrund ist. Haben Sie etwas beruflich mit Landwirtschaft zu tun?

        Ihre Beiträge klingen immer so verzweifelt und weil Sie das Gefühl haben, zu den Kollegen nicht durchdringen zu können, wenden Sie Ihre „Fachsprache“ an. Aber ich habe den Eindruck, das verschafft Ihnen mehr Konflikte als Gehör.

        Es hat ja einen Grund, daß Sie hier schreiben. Was ist Ihr Ziel? Sie regt irgendwas ganz furchbar auf, aber irgendwie kommen wir nicht auf den Punkt.

        Lassen Sie einfach mal ein mildes Herz zu und dann schauen wir mal, ob wir auf dem Weg weiterkommen. Wir können uns nur als Menschen begegnen und das geschieht immer auf der Herzebene.

        Und Ihre Fachsprache müssen Sie in Deutsch übersetzen, das alle hier verstehen. Dann wird das eher was.

        3+
      • Marzellus Boos sagt

        Danke. Was hier als erstes mal wieder auffällt ist die reflexartige Reaktion Gift ist Gut! BIO ist schlecht.

        Das Julius Kühn Institut (Bundesforschungsinstitut für Pflanzenschutz) hat ein Merkblatt herausgegeben, das ganz andere Empfehlungen gibt:

        Maßnahmen – Vorsorge
        Die Fliegen können mit Apfelessigfallen erfasst werden. Geeig-
        net sind Gefäße von 250 – 750 ml Inhalt mit dicht schließendem
        Deckel, z. B. Plastiktrinkbecher, die man im oberen Bereich mit
        zehn 3 – 4 mm großen Löchern versieht. Köderfl üssigkeit ist 1:1
        mit Wasser verdünnter naturtrüber Apfelessig, der 2 – 3 cm hoch
        in die Falle gefüllt wird. Ein Tropfen Spülmittel lässt die gefange-
        nen Insekten in der Flüssigkeit absinken.
        Die Fallen sollten am Beobachtungsstandort in schattigen
        Bereichen in der Nähe der Früchte angebracht und wöchentlich
        kontrolliert werden.

        Chemische Behandlung wird als sehr schwierig beurteilt, wegen der Vermehrungszyklen und der Tatsache, dass die Fliege vor allem reife Früchte aufsucht, die kurz vor der Ernte stehen. Da kann man dem Endverbraucher ja am besten gleich die Giftmischung zum Nachspülen dazupacken. Es soll ja für den Menschen angeblich nicht schädlich sein In Tierversuchen wurde gezeigt, dass Cyantraniliprol eine geringe Toxizität für Menschen bzw. Säugetiere aufweist.

        Da erinnere ich mich an die Glyphosatdiskussion. Da hat ein Monsanto-Lobbyist (Ich bin definitiv keiner, wie oben vermutet wurde) doch glatt behauptet, man könne das Zeug sogar trinken und ein Selbstmordversuch mit Glyphosat sei kläglich gescheitert. Zum Piepen, das müsst ihr euch unbedingt ansehen. Das Video stammt aus 2016. https://www.youtube.com/watch?v=uc-wP1Qo1Jk Was heißt dann in diesem Zusammenhang „geringe Toxizität“?? Der Selbstmord gelingt???

        Aber die Wissenschaftler sind ja alle nur neben der Spur, von der Grünlobby, Idioten und grüne Spinner … bla, bla, bla. …

        Bei dem Stichwort Kirschessigblüte fällt mir noch ein: Im letzten Jahr war das ein Thema bei den Obstbauern im Raum Mülheim Kärlich bei Koblenz. Was hat man gemacht: Radikal alle wilden Brombeerhecken abrasiert, weil man meinte, damit den Schädling an der Ausbreitung zu verhindern. (Ich kenne dort einen Gemüsebauern, der ökologisch (pfui aber auch) arbeitet und seine Produkte selbst vermarktet. Der hat sich ziemlich über seine Kollegen geärgert.)

        Ob das jetzt ökologisch sinnvoll war, wage ich ja mal zu bezweifeln. Im Sinne der Imker war das jedenfalls schon mal nicht. Die Brombeere ist eine wertvolle Futterpflanze. Weil die Nektarien ziemlich offen liegen, nutzen das auch andere Insekten/Bestäuber. Außerdem sind solche Brombeerhecken wertvolle Rückzugsräume für Vögel, Lurche, Kleinsäuger etc. Um die Ausbreitung konsequent zu verhindern hätte man den Bauern eigentlich empfehlen müssen, alle Hecken zu beseitigen. „Außerdem nutzt die Art zahlreiche weitere Wirtspflanzen wie z. B. Mahonie, Rosen (Hagebutten), Heckenkirsche, Hartriegel, Maulbeere. In den Alpen wurde sie auf über 1000 Meter Höhe an den Früchten einer Kreuzdorn-Art gefunden.“ schreiben die „Mainstream Wissenschaftler“ vom Julius Kühn Institut.

        Besser wäre es gewesen, man hätte nach Ernteausfallentschädigung gerufen, den Winter abgewartet und auf Temperaturen von unter 3° Celsius gehofft, dann hätte sich das Problem von selbst erledigt. Dann bricht nämlich die komplette Population Gott sei Dank zusammen. (Das war im Februar tatsächlich im Raum Koblenz der Fall). Man kann da nur hoffen, der Klimawandel kommt nicht zu schnell. Dann haben wir tatsächlich ein massives Problem mit unseren Kirschen u.s.w.

        Wenn es keine kurze Kälteperiode gegeben hätte, wäre es nach JKI das Mittel der Wahl gewesen rechtzeitig oben beschriebene Fallen aufzustellen.

        Aber jetzt gibt es ja glücklicherweise zugelassenes Gift. Bienen? Insekten? Was geht mich das an?

        Hier wird vorgeschlagen, dass die Hausbienen nicht an die Obstbäume gelassen werden. Am besten stellt man dann ja Schilder auf, aber hilft das? Also meine Bienen sind definitiv intelligente Lebewesen. Aber das Lesen konnte ich trotz der Tatsache, dass ich Lehrer bin, den Tieren nicht beibringen. Wildbienen können das schon mal gar nicht.

        Ich hätte ja verstanden, wenn man argumentieren würde, dass Bienen eigentlich keine reifen Früchte anfliegen (Ausnahme vollreife Maulbeeren). Das Problem könnten vielleicht die Sprühnebel sein, die die Begleitvegetation vergiften. Hier wird ja behauptet, dass die in den Obstbaubetrieben so üppig wächst und gedeiht.

        Es könnte auch sein, man spritzt das Gift präventiv in die Blüte, was keinen wirklichen Sinn macht. Der präventive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sei «eine Verschwendung von Zeit und Geld» schreibt der SCHWEIZER Bauer u.a.

        Es könnte aber auch sein, dass diejenigen Trolle, die mit Ihren Nicknames Ahnung signalisieren, gar keine Ahnung haben. Wenn die dann auch noch praktizieren, dann wundert mich in der Tat gar nichts mehr.

        In der Hoffnung, dass ehemalige Landwirte und Obstbäuerinnen doch noch lernfähig sind, habe ich mal das Merkblatt des Julius Kühn Instituts zum downloaden und LESEN angehängt.

        https://www.schweizerbauer.ch/pflanzen/pflanzenschutz/erstmals-wirtschaftliche-schaeden-durch-kirschessigfliege-17389.html

        6+
        • Obstbäuerin sagt

          Hallo Marzellus, bevor ich zum Thema komme, eine Bemerkung, bevor wir überhaupt spritzen haben wir ein digitales Wetterprogramm, dass die Bedingungen für die Entwicklung von Schadsituationen voraussagt und des weiteren haben wir ein Pflanzenschutzamt, dass durch Fallenauswertung die Prognosen bestätigt oder auch nicht. Wir leben nicht mehr in der Steinzeit und sind aus verschiedenen Gründen sehr an einer Begrenzung von Spritzungen interessiert. Trotzdem danke für Ihre fachliche Unterstützung.
          Jetzt mal zu der Auseinandersetzung IMKER – OBSTBAUER. Zugespitzt kann man sagen, der IMKER fordert vom OBSTBAUER den Verzicht auf jegliche Produktionsmittel, die ihm das Überleben erst ermöglichen, weil seine Bienen, die er zum größten Teil als Hobbyimker hält, eventuell geschädigt werden könnten. Die Existenz des Einen soll für das Hobby des Anderen geopfert werden. Mein Ansatz, das Problem zu lösen, hilft beiden. Der IMKER kümmert sich selber um das Futter für seine Bienen und der OBSTBAUER kümmert sich selber um die Bestäubung. Das ist kein optimaler Zustand aber im Moment der einzige Weg, dem Dilemma auszuweichen, das darin besteht:
          EGAL, WAS DER BAUER MACHT, ER IST SCHULD AN ALLEM.

          4+
          • Obstbäuerin sagt

            Nachsatz: den Abstand zu konventionellen Obstanlagen von mehr als 4 km müssen Sie bei der Pacht von Ackerland für die Futterproduktion natürlich beachten. Ich habe gehört, dass es besondere Blühmischungen für Bienen gibt, da ist an Alles gedacht.

            0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ich betone ausdrücklich, dass meine Post nicht an den obigen Verfasser geht, denn der Herr Boos hat angekündigt, mit mir nicht Diskutieren zu wollen.

          1. Niemand hat behauptet BIO sei schlecht, ich behaupte, der Heiligenschein hat BIO nicht verdient und der Bauer muss sich an das halten, was der Verbraucher kauft und nicht was der Verbaucher sagt.

          2. Selbstverständlich wird nicht einfach PSM ausgebracht, auch nicht bei der Kirschessigfliege. Wenn der Verfasser des obigen Artikels seine Arbeit verrichtet, sieht er halt nicht wie viele Male der Obst und Weinbauer seine Früchte ansieht, um abzuschätzen, ob eine Pflanzenschutzmaßnahme notwendig ist, hierzu wird gerne die Kompetenz von Fachkräften angenommen, wie beschrieben, von Fachkräften, nicht von eingebildeten.

          3. Die Rodung von Wirtsträgern – wie am Anfang empfohlen wurde, halte ich für nutzlos, weil mit dieser Maßnahme die KEF nicht aufzuhalten ist.

          4. Ernteausfallentschädigung
          Was hätte das für ein Medienecho ausgelöst.

          5. Wer hat dem marzellus erzählt, dass unter 3° die Population zusammen fällt, die KEF verträgt Minusgrade

          6. Mit Fallen kann man die Population kontrollieren um deine gezielte Pflanzenschutzmaßnahme durchzuführen, das Mittel hies seit 2015 Spinnosat als Notzulassung.

          7. Im Schweizer Bauer von 2014 steht:

          „In einer Publikation von 2013 schreibt Agroscope, der Einsatz von Spritzmitteln sei «nur dann angezeigt, wenn ein sehr starker Befall in der Kultur die Ernte direkt gefährdet». Der präventive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hingegen sei «eine Verschwendung von Zeit und Geld».“

          Die KEF kann nur vorbeugend bekämpft werden, selbstverständlich wird dies nur gemacht, wenn ein Schadensfall zu erwarten ist.

          8. Vor 3 Jahren hat in der Nachbarschaft eine kritische Frau (zufällig eine Lehrerin) nachgefragt, ob ich ihr ihren Kirschbaum spritzen könnte. Ich fragte sie ob sich Läuse über ihren Baum hermachte, nein, sie fragt nach wegen der Kirschfruchtfliege, sie möchte sich nicht vergiften.
          Meine Antwort:
          Wenn ich jetzt meinen Holzkessel anfeuere, glaubst Du die Wärme hält an bis zum nächsten Winter?

          Zielgerichtet habe ich ihr den Baum behandelt, und war von meinem Wissen begeistert.

          9. Ich könnte jetzt sagen, dass ein Apotheker, oder zb. ein Lehrer keine Ahnung hat von seinem Beruf, aber dann würde ich mich auf die selbe Stufe stellen, wie der Verfasser der obigen Post.

          5+
        • Schmeckt gut sagt

          Marzellus, sie wollen uns also uralte Veröffentlichungen als Gegenargument verkaufen. Pfui. Denn mittlerweile hat sich die Erde ein paarmal um die eigene Achse gedreht und die Situation ist teilweise katastrophal geworden. Im Weinbau sind ganze Anlagenerträge verworfen worden. Mit Essiggehalten teilweise über 9%. Ja, soetwas kann die Suzukii hinbekommen. Haben sie schon einmal Essigfliegenbefall gesehen? Wahrscheinlich nicht. Wäre ein gefundenes Fressen für die Medien. Wenn alle wirksamen Insektizide verteufelt und verboten worden sind, wird sich die Presse auf die Lebensmittelsicherheit stürzen. Denn nicht nur die Früchte sehen fürchterlich aus. Die ganze befallene Anlage stinkt zum Himmel. Kein Bauer möchte das erleben. Eine Anmerkung noch. Es gibt einen erwiesenermassen funktionierenden Schutz. Komplette Einnetzung 4m hoch mit einer hohen Temperatur unter dem Netz. Hält die Insekten zunächst 2-3 Wochen davon ab, eine erste Generation im eingenetzen Bereich zu entwickeln, was oft ausreicht, viele Früchte zu retten. Und KEF mögen kein trockenes Klima mit Temperaturen über 30 Grad.

          3+
          • Schmeckt gut sagt

            Noch ne Ergänzung: Erstellungskosten Einnetzung 60-100.000 Euro je ha +/- . Ärger mit den Mitbürgern im Ort ist vorprogrammiert durch die „Verschönerung“ der Landschaft. Regelmäßiges Durchpflücken ist seit dem Auftreten der KEF eh schon Pflicht (Thema Bestandshygiene). Wenn man eine 4-6 tägige Pflücke nicht hinbekommt, kann man das Pflücken und eine Insektizidspritzung gleich lassen – und die Anlagen roden. Diese Erkenntnisse sind mehrere Jahre alt – kann Marcellus natürlich nicht wissen 😉

            2+
          • Obstbäuerin sagt

            Wie sieht es denn mal mit einer ganz persönlichen Sicht auf das Problem aus, Marcellus. Wie kann das Dilemma denn praktisch gelöst werden? Sie wollen nicht, dass Ihre Bienen Schaden nehmen und wir wollen als Bauern weiter existieren.

            1+
          • Schmeckt gut sagt

            Was wollen sie uns damit sagen? Die Seite ist wichtig und bekannt und hier werden die neuesten Erkenntnissse zur KEF veröffentlicht. Jeder betroffene Obstbauer wartet auf und sucht gute Tipps zum effektiven Umgang mit der KEF. Wir sind hier auf eine gute Beratung angewiesen und versuchen mit ihrer Hilfe eine Existenzgefährdung einzuschränken. Marcellus, wie wärs denn mal mit außergewöhnlichen Ideen zum Umgang mit den KEFs. Es gibt schließlich auch weltweit Ideen, die alle wissenschaftlich bearbeitet werden, um mit diesen gefährlichen Schädling umzugehen. Dazu gehört auch ein PSM-einsatz, gerne mit alternativen Präparaten, nur wirken müssen sie.

            4+
        • Philip sagt

          Bezüglich des von Ihnen angeführten Beispiels einer Massnahme basierend auf Apfelessig vom JKI einige Gedanken.
          Link:
          https://www.julius-kuehn.de/media/Veroeffentlichungen/Flyer/Drosophila_suzukii.pdf

          Man muss ja bedenken, dass es einen nicht unerheblichen Aufwand bedeutet zahlreiche Plastikbecher pro Baum aufzuhängen und jede Woche mit neuer Flüssigkeit zu bestücken.
          Allein diese Massnahme gross gedacht, braucht ja erheblichen, ständigen Input an Plastikbechern, Draht, Essigsäure und Tenside die ja auch alle im Müll enden, von der manuellen Arbeit die dahinter steckt ganz zu schweigen.
          Zudem ist Apfelessig und Spülmittel auch toxisch wie jeder hoffentlich weiss, und ich behaupte mal, dass wenn man die Toxizität der Reinstoffe mit Cyantraniliprole vergleicht, es durchaus zu unliebsamen Überraschungen kommt (sie schrieben ja selbst dass Cyantraniliprole eine geringe Toxizität für Menschen aufweist).
          Zudem gehe ich davon aus, dass auch andere Insekten in die Falle gehen, die ja ständig „da hängt“, was vielleicht problematischer sein könnte als einzelne Anwendungen eines Insektizids.

          Ich finde gut, dass sie auch eine Alternative vorschlagen, aber für mich sieht dass so als könnte die Alternative in der Gesamtbilanz schlechter abschneiden.

          2+
      • brouss sagt

        Tiwas stelle eine Armee zusammen und vernichte einfach die Anlagen von den Gift-Produzenten.
        Dann machen wir Demeter wie damals die SS im Osten.

        1+
    • Mark sagt

      @ Marzellus
      Für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zuständig. Es entscheidet auf Basis von Berichten und Stellungnahmen weiterer Behörden: Das Umweltbundesamt (UBA), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Julius Kühn-Institut (JKI) bewerten das Umweltverhalten, die toxikologischen Eigenschaften und die biologische Wirksamkeit. Das Verfahren ist fix und kann vom BVL nicht verändert werden. Im vorliegenden Fall hat das UBA keine wissenschaftlich belegt Gründe für eine Ablehnung der Zulassung vorlegen können, statt dessen wollte das UBA eine 10%ige Flächenextensivierung als Zulassungsvoraussetzung. Dies ist jedoch eine rein politische (ideologische) Forderung, sagt nichts über die Umweltverträglichkeit der Mittel aus, und gehrt damit nicht ins Zulassungverfahren.
      Was Sie hier unterstellen die reflexartige Reaktion „Gift ist gut“ ist faktenbefreiter, populistischer Quatsch, so wie vieles, was sie hier vorbringen. Was Sie machen, ist dagegen in jedem Pflanzenschutzmittel ein böses Gift zu sehen! So ganz neben bei erwähnen sie ihre tatsächliche Absicht, die „sensibilisierte“ (besser wäre, die aufgehetzte) Öffentlichkeit und die „zahmen“Imker gegen die Bauern aufzubringen!

      7+
      • Marzellus sagt

        Das UBA ist laut Pressemeldung übergangen worden. Das gab es schon unter Christian Schmidt (Glyphosatzulassung) und setzt sich unter Glöckner offensichtlich fort.

        1+
  10. Thomas Apfel sagt

    @tiwas
    Ich habe mir gerade Ihre Tweets der letzten 10 Beiträge nochmal angesehen und nach Framing gesucht. In jedem Ihrer Tweets wird die Moralkeule geschwungen und sowohl die Blogteilnehmer, als auch die Bauern pauschal beleidigt und beschimpft.:
    Gift und vergiften/Lügen/Misshandlung/Qualzucht/Chemie/Exesse/ kommt in fast jedem Ihrer Beiträge mehrfach vor. Die Dialogteilnehmer der aus Ihrer Sicht „Gegenseite“ werden zusammengefasst als: niederträchtig/ gaunerhaft/geistig verarmt/ drogensüchtig/ unbelehrbar/ bezeichnet. Sie führen keine Diskussion und keinen Dialog, Sie behaupten. Das kann man so machen, ist dann aber eher zweckdienliche Beschimpfung, die in der Außenwirkung sicher wirksam ist.
    Dialog ist, wenn man wenigstens versucht die Sicht des Gegners auf die selben Dinge wahrzunehmen. Man muss ja nicht die Sicht des Anderen übernehmen, aber als auch möglichen Teil der objektiven Realität anerkennen.
    Die selbige ist vom Einzelnen immer nur aus seinem beschränkten Blickwinkel wahrgenommen. Für das Erreichen eines weitgehenden Konsens über Zusammenhänge benutzen wir die Wissenschaft. Und Wissenschaft ist, wenn sie diesen Namen verdient immer ergebnisoffen.
    Was Sie tun ist moralisches Eifern, das kann gesellschaftlich durchaus Veränderungen bewirken, unterliegt (wie die Geschichte in vielfältiger Weise gezeigt hat) aber immer der Gefahr Fehlentwicklungen auszulösen. Davon, dachte ich, hat uns die Aufklärung als Epoche zum Glück befreit.

    8+
    • Sunshine sagt

      @tiwas. Es gibt im Getreidebau eine Viruskrankheit. Von der sehen die Pflanzen auch gelb aus. Eventuell verwechselt? Ich an Ihrer Stelle würde mal vom Auto aussteigen und die Pflanzen näher betrachten.

      2+
      • tiwas sagt

        an Sunshine:
        Sie werden lachen, ich betrachte mehr, als Sie glauben, nicht nur mal so „vom Auto aussteigen“ (übrigens: Ich steige „aus“ dem Auto aus, „vom“… aus- oder absteigen heißt das beim Trecker).

        Wenn Roundup im Spiel ist, sind ja nicht nur die Stoppeln gelb, sondern auch Beikräuter betroffen- bis auf einige „Super-Weeds“, die sich auch bei uns schon zeigen.

        Außerdem beobachte ich das Feld sehr gerne, nachdem ich einen „Industriellen“ mit seinem Lieblingsspielzeug auf dem Feld beobachtet habe, die Entwicklung der nächsten Tage. Also nicht nur eine Momentaufnahme, sondern die Entwicklung über einen Zeitraum. Auch lässt sich anhand der Folgebearbeitung ja auch einiges schließen.

        Zur Farbe: Um sowohl Wirkung als auch Farbe des vergifteten Bereichs zu studieren, sind einem industrielle Landwirte mit an Zahl und Umfang z.B. mit reichhaltig hübsch gefärbten Banketten immer gerne behilflich.
        Da gibt es also bei „Geübten“ keine Zweifel.
        Das kann der Profi sofort sehen – und der „interessierte Laie“ genauso.

        Außerdem: Man kannt ja seine Pappenheimer.

        7+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Die heutigen Bauern sind nicht, was sie mal waren, alle sprechen vom Insektensterben und völlig unbemerkt machen sich Asiatische Buschmücken und Tiegermücken und jetzt noch die Aedes koreicus breit.
          Offensichtlich taugt das Roundup nichts mehr, sonst wäre dies nicht möglich, oder haben die Roundap AC eingesetzt?

          https://link.springer.com/article/10.1007/s00436-019-06232-x

          2+
        • Sunshine sagt

          in Franken heißt das „von dem“, die Füße reichen bis zum Hintern und man deckt sich mit einem Teppich zu. Und fahr halt heißt fahren. Das sind die Tücken der deutschen Sprache, über die ich Sie aber gerne aufkläre. Wir Bayern haben Identität und unsere Dialekte mögen wir auch. Nun ja, wir hatten auch mal einen gelben Acker und da war es eine Viruskrankheit. Und die tritt im Frühjahr immer besonders gerne auf. Was haben Sie eigentlich immer mit Ihren „Industriellen“. Ich hab noch nie jemanden so komisch reden hören. Woher kommt dieser Slang? Hört sich irgendwie nach Sekte an. Sind Sie in einer? Auch die ganzen anderen „Fachausdrücke“. Die stehen gar nicht in unseren Lehrbüchern. Woher bekommt man denn einen so auffälligen Wortschatz? Hört sich interessant an.

          4+
          • tiwas sagt

            an Sunshine:
            Ich zitiere Sie „Was haben Sie eigentlich immer mit Ihren „Industriellen“. Ich hab noch nie jemanden so komisch reden hören. Woher kommt dieser Slang? Hört sich irgendwie nach Sekte an. Sind Sie in einer? Auch die ganzen anderen „Fachausdrücke“. Die stehen gar nicht in unseren Lehrbüchern. Woher bekommt man denn einen so auffälligen Wortschatz? Hört sich interessant an. “

            Haha, jetzt haben Sie mich wirklich herzhaft zum Lachen gebracht!

            Welche „Fachausdrücke“ und „auffälligen Wortschatz“ meinen Sie denn?

            Danke für Ihr Interesse. Wären wir nicht im Internet, sondern auf einer wirklichen, persönlichen Veranstaltung, würde ich Sie jetzt zu einem z.B. Abendessen einladen und bei Interesse mit mit Fachwörtern reichen Erklärungen über Zusammenhängen dieser Art (so wie ich sie sehe) echt gut unterhalten, da bin ich mir sicher.
            Ich schenke Ihnen ein Lächeln für diese Erheiterung. 🙂

            2+
            • Sunshine sagt

              oh tiwas, das würde ein wunderbarer Abend werden. Ich liebe Diskussionen. Nein, jetzt mal ernsthaft, ich befasse mich immer wieder mal mit Germanistik. Wo entstehen denn solche Worte wie Qualzucht, verseuchtes Fleisch, vernünftige Lebensmittel heißen „giftige Lebensmittel“ usw. Vor 10 Jahren haben Leute so noch nicht gesprochen. Woher kommt dieser Trend, wer spricht diese Sprache und in welches Genre würden Sie diese Sprachart einordnen

              4+
              • tiwas sagt

                an Sunshine:
                Der Begriff „industrielle Landwirtschaft“ wird von Menschen verwendet, die eben dieser Landwirtschaft das Adjektiv „konventionell“ nicht zugestehen.
                Konventionell sind die Betriebe, die ohne Kunstdünger und Biozide wirtschaften und nicht die, die mittels Maschinen- und Technikeinsatz selbst die Tierzucht derart „optimieren“, dass eben nur noch Qual für Tiere und Pflanzen übrig bleibt. Konventionelle ackern seit tausenden Jahren konventionell!
                Qual bei Pflanzen? Ja, richtig gelesen. Die un-natürliche Zwangs-Ernährung über die Wasser-Saftströme ist n i c h t die gesunde Ernährung, die eine Pflanze zu einem wertigen Lebens-Mittel macht. Die Pflanze wird schwach und krank, aufgedunsen, leblos.
                Die Turbo-Kuh und die immer trächtige oder säugende Sau ist n i c h t die ethisch vertretbare Variante der Tierzucht. Es ist einfach nur eine Qual. – Glücklich die Ferkel, die angesichts solcher Barbarei sofort sterben!

                Welche Begriffe hätten Sie noch gerne geklärt?

                Es gibt immer mehr Menschen, die so urteilen und die Sprache ist ein wichtiges Gut.
                Was versteht ein Mensch, der nicht industrieller Bauer ist, unter „Pflanzenschutz“? – Dass er die Umwelt mit ihren wunderbaren Pflanzen schützt. Und nicht, dass er alles „kontrolliert“, „trocknet“ und „beizt“.

                4+
                • Obstbäuerin sagt

                  Tiwas, er produziert 95% der Nahrungsmittel. Mit den 5%, die von den sogenannten besseren Bauern stammen, würde der eine oder andere nix abbekommen.

                  3+
                • Sunshine sagt

                  o.k., das ist natürlich spannend, daß Sie eigene Wortschöpfungen verwenden. Unter industriell hatte ich mir jetzt einen Konzern wie Shell oder Würth vorgestellt. Industrie + Landwirtschaft bringe ich jetzt nicht so wirklich zusammen. Bei uns in Bayern bewirtschaftet ein Landwirt 50-60 ha. Ist das nun Industrie für Sie? Vielleicht ein weiteres neues Wort: Kleinbauern-Industrie? Was haben Sie gegen Landmaschinen? Sind doch praktisch. Wir hätten ja gar keine Leute, die die ganze Arbeit machen. Da bräuchten wir Zuwanderung von Menschen, die bereit sind, den Knochenjob für wenig Geld zu machen. Ich hab das jetzt erst gar nicht geschnallt, als sie von schwach, aufgedunsen, krank und leblos sprachen, Ich dachte da zuerst an unsere Fehlernährten, die massive Probleme haben. Eigentlich stehen die ja fast schlechter da als die Pflanzen. In Ihrer Sprache müsste man denen die (Zucker-) Wasser-Saftströme abstellen? Und kranke Menschen werden doch auch mit Chemie vollgepumpt und das Zeug ist überall in der Umwelt zu finden. Ich mag Homöopathie und bin der Meinung, niemand mehr sollte Chemie bekommen. Wenn Pflanzen krank werden, gibt es Mißernten, das ist gut fürs Gewicht und wer krank wird, muß halt notfalls sterben. Sie denken mir da nicht radikal genug. SÄMTLICHE Chemie gehört abgeschafft. Und eigentlich sollte auch niemand mehr essen. Dann könnten wir die ganzen Ackerböden zu Naturschutzgebieten umbauen. Das wäre ein wirklich großer Fortschritt für die Menschheit.

                  1+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  „Konventionell sind die Betriebe, die ohne Kunstdünger und Biozide wirtschaften“

                  Da wird der Herr tiwas hungen müssen.

                  Bereits 1885 wurde die Bordeauxbrühe eingesetzt, eine Brühe aus Vitrol und Kalk. Kupfer wird ja auch om Bioanbau eingesetzt.

                  Na ja, Kunstdünger,
                  Naturphosphat und Patentkali darf ja auch aufgebracht werden.
                  Was nicht aufgebracht werden darf ist Stickstoff, gewonnen nach dem Haber-Bosch verfahren. Unsere Luft besteht zu 78 % aus Stickstoff und der darf nach Konzentrierung nicht im BIo Betrieb aufgebracht werden, komisch, oder?

                  4+
              • tiwas sagt

                an Sunshine:
                Jetzt enttäuschen Sie mich etwas. Ein interessanter Abend mit gepflegtem Dialog sieht anders aus. Wie kann man Ihre Verbitterung auflösen?

                Bitte informieren Sie sich, wie eine Pflanze (also nicht die zwangsernährte) Nahrung aufnimmt. Da gibt es verschiedene Nahrungsströme. Den symplastischen Weg (von Zelle zu Zelle) oder den apoplastischen, durch wassergefüllte Zellzwischenräume.
                Bei der Zwangsernährung wird nur der zweite genutzt. Der ist aber eigentlich nur Notfällen vorbehalten, macht die Pflanze zu einem schwächlichen Kümmerling.

                Das Stickstoff aufwändig technisch „gewonnen“ wird, unter hohem Energieaufwand, ist insofern bemitleidenswert unintelligent, da es Mikroben verschiedenster Art (Nein, nicht nur die „Knöllchenbakterien“! ) gibt, die bei gewissen Voraussetzungen (die der industrielle Landwirt halt nicht kennt, weil er sowas nicht gelernt hat) den Stickstoff aus der Luft schöpfen und fixieren- Unsere Luft enthält rund 78% Stickstoff ….
                Das Ausfahren von Stickstoffpellets empfinde ich entsprechend dämlich, aber jeder hat so seine teuren Hobbies…
                Was ich davon halte, wenn jemand das als die einzig mögliche Methode anpreist, möchte ich jetzt hier nicht preisgeben… -die Natur hat seit hunderten Jahrmillionen bewiesen, dass diese Lehrmeinung nicht stimmt.

                Zum Thema „industrielle Landwirtschaft“: Der Begriff hat es nicht nur in die Aufnahme in Wikipedia geschafft, er ist allgemein in sehr vieler Munde und wird den Begriff „konventionell“ für diese Betriebsart ablösen. https://de.wikipedia.org/wiki/Industrielle_Landwirtschaft

                5+
                • Sunshine sagt

                  o.k. habe ich mir angeschaut. 500 Kühe, 2.000 Schweine….. Da sind die Bayern recht weit davon entfernt. Kunstdünger mögen Sie nicht – dann müssten Sie ja ein Fan von „Kacke“ sein?

                  Ich bin nicht verbittert. Ich wollte jetzt einfach auch mal engagiert wirken. Ich will Sie ja nicht langweilen.

                  Es ist mir aber nicht entgangen, daß die Fränkin Ihrem Gemüt gut tut. Jetzt haben Sie gar kein Spezial-Wort benutzt. Und geschumpfen haben Sie auch nicht. Sunshine bringt tiwas Sunshine und Wärme ins Herz.

                  Ich glaube, wenn Sie so weiter machen, werden Sie auch die anderen hier lieb gewinnen. Weil wenn jemand fachlich argumentiert, hört jeder gerne hin.

                  Ihre „Fachwörter“ sind für Fremdsprachler manchmal etwas befremdlich. Aber wenn wir die in das uns geläufige Deutsch übersetzen würden? Ich hab mich jetzt etwas in Ihren Jargon eingearbeitet. Aber wir leben in einer schnell-lebigen Zeit und meist ist den Leuten dann eine „Fremdsprache“ zu anstrengend. Können Sie richtiges Deutsch? Ich nicht so gut, meist kommt irgendwann mein Dialekt zum Vorschein. Sie haben so gesehen ja auch einen Dialekt. Kann man Ihre Sprache so bezeichnen?

                  2+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Die Art von Landwirtschaft, die sie meinen, wurde von der Politik massiv durch öffentliche Gelder unterstützt und täglich wird diese Art von Landwirtschaft an der Ladenkasse bestätigt.

                  Na ja, sonst kaufen die angeblich alle BIO-Lebensmittel, mit de Gosch. (Mundartlich mit dem Mund)

                  2+
    • tiwas sagt

      Thomas Apfel:
      Danke für Interesse, Sie sind ein treuer „Follower“. Sie machen sich viel Mühe, scannen meine letzten Beiträge und „werten“ Sie gar aus… Also wenn das nicht lobenswert ist, was dann?
      Ich verstehe aber nicht ganz, was Sie wollen.
      Dass ich meine Position vetrete, können Sie mir nicht anlasten.
      Ich versuche, die Ihre zu verstehen, aber z.B. das Ausbringen von Umweltgiften, da, wo es auch anders geht, gehört nicht in meinen Toleranzrahmen. Auch die „Intensivtierhaltung“ findet nicht meine Zustimmung. Da bin ich ja nicht alleine in der Öffentlichkeit.

      So, wie Sie die Begriffe, die aus dem Kontext gerissen und auch verfremdet aufgelistet haben, ist das unredlich ( Herr Apfel: Notieren Sie! – ein neues böses Wort! ).
      Wozu soll das führen? Wollen Sie Ihre Dialogpartner diskreditieren?

      Sie rufen mich dazu auf, wissenschaftlich zu diskutieren, mischen selber aber höchst emotional auf. Ganz so, wie es Ihnen passt.

      Ich benutze das Wort „Gift“ – ja und? Wenn ich über Gift rede, meine ich: Gift!
      So what?

      Anders gefragt: Was wollen Sie mit Ihrem obigen, lächerlichen Traktat bezwecken? – Dialog? – welcher Art?

      Andere Variante: Sie bemühen sich stets und ständig, andere der Trollerei zu bezichtigen. – Bewerten Sie mal Ihren obigen Beitrag nach den von Ihnen wissenschaftlich gelieferten Definitionen!

      7+
      • Thomas Apfel sagt

        Sie sind für mich kein Dialogpartner sondern ein Hassprediger mit recht beschränktem Wissen.

        4+
      • Sunshine sagt

        Tiwas, wissen Sie was ich nicht verstehe: der Biofleischabsatz liegt derzeit bei 0,8 % gemessen am Gesamtumsatz der deutschen Landwirtschaft. Wenn Sie die ganzen Kritikpunkte, die Sie nennen, loshaben wollen, müßten Sie sich doch eher um eine Absatzsteigerung im Biobereich bemühen. Ohne entsprechende Märkte kann auch nur ein kleiner Anteil an Landwirten umsteigen. So gesehen sind Sie hier im falschen Forum. Sie müßten die Leute kontaktieren, die ähnliche Interessen haben wir Sie und Sie zum Biokauf ermuntern. Anders sehe ich schwarz für Ihre Nöte.

        4+
        • tiwas sagt

          an Sunshine:
          „Sie müßten die Leute kontaktieren, die ähnliche Interessen haben wir Sie und Sie zum Biokauf ermuntern.“
          (Ein Daumen hoch ist von mir)

          Ja, das eine tun und das andere nicht lassen ist eine Spezialität von mir.

          Ich kaufe direkt, gerade esse ich eine Orange, die ich direkt aus Spanien erworben habe.
          Wir kaufen zur Erntezeit von uns persönlich bekannten Erzeugern öfters einen größeren Posten hier und teilen das dann unter „uns“ auf (also der „Sekte“, wie Sie meinen ;.) ).
          Aber: Es ist ein „Bio“-Orange.

          1+
          • Sunshine sagt

            hm, Tiwas. diese Info stimmt mich nachdenklich. Weil Bio + Spanien in einem Satz finde ich merkwürdig. Allerdings bin ich jetzt nicht so ne Bio-Spezialistin. Sie haben da sicherlich interne Begründungen, die den Verzehr einer Orange aus Spanien rechtfertigen.

            Mit Sekten hatte ich mich auch mal auseinandergesetzt. Und es ist wirklich so, daß die oft eine eigene „Fachsprache“ haben. Und bei Ihnen sehe ich das auch. Sie benutzen Worte ganz anders als die Menschen, die ich kenne. Das mag aber an meiner fränkischen Einöde liegen. Und oft folgen ganz komplizierte und sehr lange Monologe.

            Nun ja, machen wir uns einen schönen Abend, auch wenn wir nicht zusammen essen können.

            Zum Thema Orange und Bio könnte eine ähnliche Erklärung. Text ist zwar auf die Zeugen Jehovas abgestimmt, aber den hab ich mir gemerkt.

            http://www.manfred-gebhard.de/Parsimony.912.htm

            0
            • tiwas sagt

              an Sunshine:
              Orange-Spanien? Ist nicht so schwer.

              Hier bei uns reifen nur schwer Orangen und wir wollen eben keine Almeria-Produkte.
              Das hat zur Folge, dass die Schalen nicht gewachst sind und wir die Früchte relativ rasch verzehren. Fällt auch nicht schwer, denn sie sind außerordentlich …. alles!

              Sekte? – Fehlanzeige. Kein Interesse. Sie tappen da im Dunkeln, ganz ehrlich. Weder eine ausgefallene Spezialeinheit, noch die ganz große mit den Chefs in Frauenkleidern aus Rom.

              Im Übrigen müssen wir Gott (wenn´s ihn denn gibt) für alles danken, – selbst für einen Ober-, Unter- oder Mittelfranken. 🙂

              3+
              • Sunshine sagt

                haben Sie schön geschrieben. Ehrt mich, wenn Sie die Franken mögen. Wo leben Sie denn? Reden da mehr so wie Sie?
                Diese Sprachentstehung beschäftigt mich noch immer. wie ist diese Sprache entstanden? Haben Sie noch mehr solche „Fachworte“. Das müßte man schier mal alles aufschreiben und so eine Art Vong-Wörterbuch schreiben. Kennen Sie noch mehr so Umdeutungen?

                Spezialeiheit? Nun haben Sie sich verplappert. Was ist denn Ihre Mission oder Ihr Auftrag, den Sie hier umsetzen sollen.

                Mögen Sie den Katzen-Artikel`? Ich find den zum Kringeln.

                Aber ich finde, Sie können keine Orangen essen. Wir essen im Winter selbstgemachtes Sauerkraut und unsere Sommerernte vom Garten. Was kostet so eine super-duper Orange, weil Sie ihr nicht widerstehen können? Muß ein tolles Ding sein, daß sogar Sie mit Ihrer Einstellung so was kaufen. Gibt´s die überall in Deutschland oder nur in Ihrem Milieu`?

                0
                • tiwas sagt

                  an Sunshine:
                  Nun ja, die Fronge sinn halt…die Fronge. 😉

                  „Umdeutungen“?
                  Das ist jetzt der Witz, oder?
                  Da bin ich gegen die Wortakrobaten aus den Zuliefer-Lobbies der Landwirte aber ein bescheidenes Licht.
                  Ich deute ohnehin nichts um, sondern mir fällt die „Schön-Sprack“ der Industriellen auf.
                  Kartoffeln „trocknen“ heißt Totspritzen des Krauts. Wenn das dann meine „Um-Deutung“ ist, nun denn, das lasse ich mir gefallen. Ich würde eher Zurück-Deutung dazu sagen. Zurück zur Wahrheit und zum Ursprung. Ggen die Entartung und Vergewaltigung der Sprache.

                  Was war noch? Achso , „Spezialeinheiten“ im Sektenwesen sind für mich dann neben der „röm-kath.“ die evangelische, die Zeugen J., Scientologie u.v.a. Hat nichts mit „meinem Auftrag“ (grins) zu tun. Ich denke und schreibe in meinem eigenen „Auftrag“ .
                  Ich muss echt lachen. Haha, Sunshine… – ja, tut gut.

                  Hier tummeln sich echt eine Menge Extrem-Verbitterter, die ihren Hass und ihre verkorkste Vita mir anlasten wollen. Ich bin Verbraucher… also in dem Kreis hier naturblöd.

                  Katzen-Artikel? Nix versteh…. Emoji => „Help“ find ich net jetzt 🙂

                  Hier für die Sprachakrobatin was:
                  Besser, ich esse Orange als Organe…
                  ….naja für die Uhrzeit noch nicht mal so schlecht, oder? Aber bin nicht veggie oder gar vegan. Nur von den Tieren aus der Q-Zucht kaufe ich nicht. Das würde mir den Magen umdrehen, allein die Vorstellung.

                  Jetzt echt Orangen:
                  3,50 EUR das Kilo inkl. Fracht ist angemessen, ich würde auch mehr zahlen. Direkt vom Baum in die Kiste und zu mir. Die Blätter an der Orange sind noch ganz frisch, wenn sie ankommt, die Kiste.
                  Ich esse auch keine Erdbeeren jetzt, aber Orangen schon. Die wachsen halt hier nicht… und dem Zwischenhandel wollen wir das nicht in den Rachen werfen immer. Es sei denn, es ist ein Bio-Händler. Dann muss aber die Qualität so sein, wie die ich jetzt habe.

                  2+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  „Hier tummeln sich echt eine Menge Extrem-Verbitterter, die ihren Hass und ihre verkorkste Vita mir anlasten wollen. “

                  Echt, alles Extrem-Verbitterter?
                  Und einen im Wahn verfallener.

                  3+
                • Sunshine sagt

                  Hallo Tiwas,

                  aber irgendwie ist Ihre Sprache auch etwas gewalttätig. Das tut beim Lesen schier etwas weh.

                  Und ich glaube, das ist auch Ihr Problem hier. Wenn Sie garstige Worte benutzen, verschließen die Menschen ihr Herz.

                  Sehen Sie Landwirte nicht als Menschen und meinen Sie, die haben kein Herz, weil Sie solche Worte verwenden?

                  Besser, ich esse Orange als Organe…

                  Den Satz hab ich gemocht. Endlich kann man mal über Sie lachen – im positiven Sinne. Ihr ganzer Text wurde zum Ende hin immer besser. Es freut mich, daß Sie Witze machen. Das macht Sie sympathisch. Sie mögen Umgang mit Sprache.

                  Bitte mehr davon. Ich mag solche Texte.

                  Sunshine tut Tiwas gut. Nun schimpft er nicht mehr so viel und macht schöne Witze. Sie haben vorhin Gott für die Franken gedankt. Da haben Sie gscheit recht. In welcher Region leben Sie?

                  0
                • Sunshine sagt

                  @Tiwas

                  Was war noch? Achso , „Spezialeinheiten“ im Sektenwesen sind für mich dann neben der „röm-kath.“ die evangelische, die Zeugen J., Scientologie u.v.a. Hat nichts mit „meinem Auftrag“ (grins) zu tun. Ich denke und schreibe in meinem eigenen „Auftrag“ .
                  Ich muss echt lachen. Haha, Sunshine… – ja, tut gut.

                  Hier für die Sprachakrobatin was:
                  Besser, ich esse Orange als Organe…
                  ….naja für die Uhrzeit noch nicht mal so schlecht, oder?

                  Tiwas, das sind gute Texte. Lassen Sie uns doch auf diesem Sprachniveau fachsimpeln. Wenn Sie so verbiestert sind, dann stressen Sie Menschen und die machen dicht. Das macht Ihnen keinen Spaß und den anderen auch nicht.

                  Ja, ich bin eine Sprach-Fetischistin, darum habe ich Wertschätzung für gute Texte. Und die Texte, die Sie geschrieben haben, sind wirklich gut. Ich konnte da endlich im Umgang mit Ihnen entspannt sein und ich hab darüber auch gelacht. Nicht über Sie, über Ihren Sprachwitz.

                  Ich denke, auf diesem Sprachniveau können wir alle gut miteinander zurecht kommen. Warum nutzen Sie dieses Potential nicht? Sie haben´s.

                  Ich hab mir nun die Mühe gemacht, die sympathische Seite an Ihnen zu finden. Verschütten Sie das micht wieder mit Ihrer „Fachsprache“. Sympathie ist der bessere Weg.

                  Sunshine mag Sie, wenn Sie schöne Worte benutzen und Witze machen. Man kann auch mit schönen Worten seine Meinung sagen.

                  0
  11. Elise Speta sagt

    Anstatt hier einen Dialog zu führen, mit welchen Maßnahmen man das dramatische Insektensterben stoppen könnte, wird hier von vielen der wissenschaftliche Konsens darüber einfach ignoriert (ich empfehle noch einmal dringlich A. Segerer: https://www.youtube.com/watch?v=qsMiFWx20jY
    J. Reichholf: https://www.youtube.com/watch?v=jwo03Dqi3c0&fbclid=IwAR3cM426sUwOMBbVFf4yWFzDkBGqFkLfjJJYgL9JlnoDKiuWS2rkVs2KA-Q4+ und auch Kunz https://www.youtube.com/watch?v=NWArqSuL5C4 . Mich erinnert das immer an die „Leugner“ (auch wenn es Herrn Apfel stinkt) der Evolution, aber
    die richten mit ihrem Ignorieren der Wissenschaft keinen weiteren Schaden an, im Gegensatz zu denen die den Biodiversitätsverlust bagatellisieren und daher Maßnahmen zum Schutz verweigern.
    Zur Frage (Mark), was es für Problem wäre, wenn 85% der Insekten ausgestorben wären: Gesicherte Vergleichsdaten haben wir dazu nicht, denn bei den letzten 5 großen Massenaussterben im Verlauf der Erdgeschichte waren wir ja noch nicht dabei. Beunruhigend ist, dass es ein globales Phänomen ist, und mehrere Ursachen hat, von denen wir zwar einige kennen (Habitatverlust, Artenrückgang bei den Pflanzen, Giftausbringung ….) aber sicher nicht alle, auch Wechselwirkungen kennen wir (z.B durch den oben geschilderten Rückgang der Beweidung, oder durch Anreicherung von Nitrat in der Gegend, das führt zu üppigerem Pflanzenwachstum v.a. von nitrophilen Arten, diese verdrängen genügsamere Arten, diese fehlen dann für manche Schmetterlingsraupen als Futterpflanzen, manchen Wildbienenarten fehlt dann der offene Boden für den Nestbau usw). Aber es sind bei weitem nicht alle Wechselwirkungen bekannt. Insekten sind aber nicht nur wichtige Bestäuber und daher für unsere Nahrungsmittelversorgung wichtig, sie sind auch Nahrungsquelle z.B. für Vögel und Amphibien, die auch mit ihnen verschwinden. Sie sind auch wichtige Recycler in der Natur (nicht nur von Kuhfladen), oft auch Überträger von Mikroorganismen, die den Abbau dann weiter führen …sie sind die Grundlage eines intakten Ökosystems und das könnte plötzlich umkippen, (von Gewässern kennt man das). Was dann passieren würde, darüber kann man spekulieren, herbeiführen sollten wir das aber lieber nicht.

    4+
    • Karin sagt

      Sie schreiben schon wieder nur darüber, was in der Landwirtschaft passiert, oder unterlassen wird. Sie vernachlässigen Themen, die rund um die Landwirtschaft passieren, wie Flächenversiegelung, Lichtverschmutzung, Stein- bzw. Schottergärten in der Stadt… Das ist es, was uns Landwirte massiv ärgert. Wir sind nicht die Alleinschuldigen.

      1+
      • Elise Speta sagt

        @Karin Wo lesen Sie in meinem Kommentar, dass die Landwirte die Alleinschuldigen sind?. Habitatverlust (=Verlust des Lebensraums), Artenrückgang bei Pflanzen, gibt es ja keineswegs nur in der Landwirtschaft, ja nicht einmal die Giftausbringung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Landwirtschaft. – Flächenversiegelung einzudämmen ist z. B. ein ganz wichtiges Anliegen. Schottergärten werden mehr, es gibt sie sogar schon am Land :https://www.facebook.com/GaertenDesGrauens/

        2+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sehr geehrte Frau Speta,
      wir sehen hier eine Menge Fachleute mit einem gesicherten Einkommen, die über Schmetterlinge diskutieren um gleich die Schuldigen zu präsentieren, ein gelungenes Fressen für alle, die ihren Lebensinhalt darin zu sehen, den Bauern in die Parade zu fahren. Es ist ja schön und recht, wenn sie sagen, diesbezüglich muss die Landwirtschaft finanziell unterstützt werden, unterstützt wird in des Volkes Meinung nicht die Schmetterlinge, sondern der Bauer.
      Auf dieser Basis wir es nichts werden, mit dem Insektenparadies, die Bauern, die das Paradies unterhalten sollen, sterben aus, es sei den die werden bezahlt nach TVöD.

      Die andere Frage ist, wie viel ertragreicher Ackerboden können wir für den Naturschutz opfern, ohne für Hunger in den Ländern zu sorgen, deren Nahrungsmittel wir den armen Menschen weg kaufen. Das wäre auch mal eine Überlegung wert.

      8+
    • Mark sagt

      Prof. Reichholf schreibt im Klappentext seines neuesten Buches:
      „Auch wenn manche Medienberichte oder eigene Beobachtungen dies nahezulegen scheinen, unsere heimische Natur befindet sich keineswegs auf dem Rückzug. Was vielen als ein Verarmen, als ein Verschwinden der Natur erscheint, ist zu-nächst nichts anderes als der Ausdruck für den Wandel der Natur. So läßt sich z.B. festhalten: Das beklagte Artensterben findet zumindest in Deutschland nicht im befürchteten Umfang statt. Im Gegenteil, laut Angabe des Bundesamtes für Naturschutz leben in der Bundesrepublik 48000 Tierarten. In der Bilanz sind das 4000 mehr als noch vor zwanzig Jahren.“
      Ist Reichholf ein Leugner?

      3+
      • Elise Speta sagt

        @ Mark_ Meinen Sie das Buch von J. Reichholf: „Schmetterlinge, warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet.“?
        Klappentext: „Die Schmetterlinge sterben aus. Nur noch selten sehen wir Bläulinge, Schachbrettfalter oder Schwalbenschwanz. Der Kleine Feuerfalter und der Segelfalter sind bereits weithin verschwunden. Pestizide, Überdüngung und Monokulturen machen den Insekten den Garaus. Mit ihnen verschwinden die Vögel. Der Biologe und Bestsellerautor Josef H. Reichholf analysiert die drohende ökologische Katastrophe… „ Und in dem Interview über seine Langzeituntersuchungen zum Verschwinden der Schmetterlinge https://www.youtube.com/watch?v=jwo03Dqi3c0 spricht er von einem Rückgang der Schmetterlinge von 80-85 % in der Agrarlandschaft, in den Dörfern ca 50 % Rückgang in den Städten ca gleichbleibend.

        2+
        • Obstbäuerin sagt

          Elise Speta, genau diese Schmetterlinge kommen bei uns häufig vor. Außer dem Segelfalter, den ich voriges Jahr nur einmal gesehen und fotografiert habe.

          0
          • Elise Speta sagt

            @ Obstbäuerin: Alle genannten? Herzlichen Glückwunsch, Sie dürften da ja auf einer „Insel der Seligen“ leben. In welchem Gebiet ist denn das? Von Ihrem User-Namen schließe ich, dass Sie eine Obstplantage haben. Welche Pflanzenschutzmittel verwenden Sie, wie sieht die Struktur der Umgebung aus?

            1+
          • Elise Speta sagt

            @ Obstbäuerin: Alle genannten? Herzlichen Glückwunsch, Sie dürften da ja auf einer „Insel der Seligen“ leben. In welcher Gegend ist denn das? Von Ihrem User-Namen schließe ich, dass Sie eine Obstplantage haben. Welche Pflanzenschutzmittel verwenden Sie, wie sieht die Struktur der Umgebung aus?

            0
            • Obstbäuerin sagt

              Unser Obstanbaugebiet liegt an der polnischen Grenze bei Frankfurt Oder. Wir verwenden sowohl Glyphosat, als auch Neonicotinoide und andere Pflanzenschutzmittel. Wir haben eine kleinteilige Struktur abgesehen von den Obstanlagen aber die Wildbienen und Schmetterlinge halten sich auch direkt in den Anlagen auf. Hecken, Zaunstreifen und Windschutzstreifen ergeben eine Länge von 48 Kilometern, die mein Mann z.T. schon zu DDR-Zeiten angelegt hat. Im letzten Sommer habe ich sehr häufig Bläulinge, Schachbrettfalter, Schwalbenschwanz und den kleinen Feuerfalter gesehen. Neben den Allerweltsfaltern Tagpfauenauge, Admiral, Zitronenfalter und Kleiner und Großer Fuchs waren da noch Landkärtchen, Kaisermantel, Perlmuttfalter, Augenfalter und einige, die ich noch nicht bestimmt habe. Auch ein Mittlerer Weinschwärmer war dabei, den ich erst für ein Blatt gehalten habe und als Highlight der Segelfalter. Ich empfinde unser Gebiet auch als Schmetterlingsparadies und versuche seit drei Jahren darauf aufmerksam zu machen aber selbst die Grünen, die ich eingeladen habe, zeigten Null Interesse.

              1+
              • Elise Speta sagt

                Dieser Schmetterlingsreichtum ist beeindruckend! Ich vermute, die kleinteilige Strukur als als wichtigste Ursache dafür. Wie lange betreiben Sie denn dort schon den Obstbau?

                0
                • Obstbäuerin sagt

                  Den Obstanbau gibt es hier schon mehr als 50 Jahre. Zu DDR-Zeiten war es ein Volkseigener Betrieb und jetzt sind wir mehrere bäuerliche Einzelbetriebe. Bis auf einen Betrieb produzieren alle konventionell. Sicher ist die Struktur eine wichtige Basis für unsere hohe Biodiversität aber gerade im Obstanbau ist die Anwendung von Pflanzenschutz höher als im Ackerbau. Die Verbindung von Pflanzenschutz und Artensterben halte ich angesichts der Erfahrung, die wir bei uns machen für gegenstandslos. Wenn es das Artensterben gibt, liegt es garantiert nicht an Pflanzenschutzmitteln.

                  0
        • Mark sagt

          Ich meine „Zukunft der Arten“ neuste Auflage von Prof. J.Reichholf. Interessant ist Ihre obige Beantwortung der von mir in den Raum gestellten Fragen. Wir wissen noch nicht mal sicher, ob es ein „menschengemachtes“ Insektensterben gibt, oder ob die Beobachtungen nicht doch innerhalb einer natürlichen Volatilität liegen, wir wissen nichts über Ursachen, und wir wissen auch nichts über eventuelle Auswirkungen eines worst case Szenarios, aber wir wissen es ist DRAMATISCH. Es ist ganz offensichtlich, immer mehr, vor allem auch (Pseudo-)Wissenschaftler leiden an einer neuen Krankheit: Alarmismus

          3+
          • Elise Speta sagt

            @Mark_ „wir“, wissen sicher noch zu wenig über die komplexen Zusammenhänge in einem Ökosystem. Aber Biologen und da v.a. die Entomologen wissen von ihren Untersuchungen und aus der studierten Literatur, dass „dieses“ seit Jahren beobachtete Insektensterben stattfindet z.B. auch Malicky (2001): Die Veränderung einer Landschaft im Spiegel ihrer Vegetation und ihrer Insekten: Das Wiener Neustädter Steinfeld bei Theresienfeld (Niederösterreich) von den vierziger bis zu den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts – Stapfia – 0077: 101 – 112. und sie wissen auch einiges über die Ursachen: Strukturverlust in der Landschaft, damit verbunden Habitatverlust, Verinselung von Lebensräumen verbunden mit eine Abnahme der genetischen Diversität, keine Wanderkorridore und Rückzugsgebiete, Wegfall der speziell benötigten Nahrung (von 429 nestbauenden Bienenarten Deutschlands sind 138 (ca. 32%) oligolektisch d. h. sämtliche Weibchen im gesamten Verbreitungsgebiet sammeln auch beim Vorhandensein anderer Pollenquellen ausschließlich Pollen einer Pflanzenart oder nah verwandter Pflanzenarten, auch die Raupen vieler Schmetterlingsarten fressen nur auf einer einzigen Pflanzenart), die Giftwirkung von Insektiziden…..Das worst case Szenario? Möglicherweise das 6. Massenaussterben im Lauf der Erdgeschichte , wenn Biodiversitätsverlust, Klimawandel, Umweltverschmutzung, Kontaminierung, Ressourcenkappheit, Überbevölkerung …zusammenwirken. Der Mensch dürfte dann kaum unter den Überlebenden sein.

            0
            • Bauer Willi sagt

              Eine ausgezeichnete Analyse. Und ja, die Landbewirtschaftung ist an diesem Wandel auch beteiligt. So wie von Ihnen beschrieben. Diese Entwicklung ist weltweit zu beobachten. Richtig ist aber auch das „Klimawandel, Umweltverschmutzung, Kontaminierung, Ressourcenkappheit, Überbevölkerung …zusammenwirken.“ Also muss jeder seine Hausaufgaben machen. Die Verengung nur auf die Landwirtschaft geht mir auf den Senkel. Siehe auch die Petition bei change.org.

              5+
              • Elise Speta sagt

                Ich habe Ihre Petition schon vor einiger Zeit unterschrieben, weil sie wichtige Forderungen enthält, allerdings ist leider ein großer Teil ausgespart, nämlich der, der von den Landwirten den Schutz der Biodiversität und der Umwelt einfordert.

                1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Herr Reichholf spricht in dem Video, dass in den Städten der Bestand der Schmetterlinge konstant geblieben wäre und in den Dörfern zurückgegangen ist.
          Ich frage mich allen ernstes, wo die Schmetterlinge in der der Stadt sind, die von Herrn Reichholf angesprochen wird. Letztes Jahr im Frühsommer war ich ein paar Tage in Neumarkt und Nürnberg. Selbst in den kleinem Park beim Maibachmuseum war kein Schmetterling zu sehen, von der Nürnbergerstraße wo sich mein Hotel befand ganz zu schweigen, auch in Nürnberg war es keinen Deut besser.

          Mit Prozentzahlen habe ich so meine Probleme mit der Deutung.
          Wenn die Population in der Stadt gleichbleibend ist, heißt das noch lange nicht, dass es dort mehr Schmetterlinge gibt.
          Ähnlich sehe ich es mit den Stadtbienen, dort soll es angeblich den Bienen besser gehen, als auf dem Lande, wenn jetzt bald die Obstblüte bevorsteht und zehntausende von Obstbäumen blühen, dann kann ich die Bienen in der Stadt nur bemitleiden. Zu bemerken ist noch, dass die Stadtbienen in starker Konkurrenz stehen zu den Wildbienen.

          1+
        • Sunshine sagt

          „Monokulturen“. Woher kommt nur dieses seltsame Wort. Der Ackerbauer baut schon seit hunderten Jahren Monokulturen an. Immer eine Frucht auf einem Acker. Das ist auch im Biobau nicht anders. Was verstehe ich an dem Wort nicht? Jeder benutzt es … man meint es negativ …. aber so war es schon immer und so machen es auch heute noch alle. Egal ob konventionell oder Bio

          5+
          • tiwas sagt

            Ooops , habe statt auf „antworten“ versehentlich sogar noch einen „Thumb-Up“ bedient…. – der war jetzt aber nicht gewollt.

            Fragen wir mal Tante Wiki:
            „Als Monokultur (von altgriechisch μόνος monos, deutsch ‚allein‘ und lateinisch cultura ‚Anbau, Pflege‘) werden landwirtschaftliche, gartenbauliche oder forstwirtschaftliche Flächen bezeichnet, auf denen ausschließlich eine einzige Nutzpflanzenart über mehrere Jahre hintereinander angebaut wird.[1] Die Methode bietet Vorteile bei Pflege und Ernte, nutzt jedoch natürliche Ressourcen wie Licht und Wasser sowie Synergie-Effekte zwischen verschiedenen Organismen oft nicht optimal und erhöht die Anfälligkeit für Störungen (geringere Resilienz). “
            Und vor hunderten Jahren waren die Flächen lange nicht so groß, wie sie heute sind. Die Flächenangaben „Tagwerk“ und „Morgen“ mögen dafür zeugen, dass hiermit eine Fläche bedacht ist, die ein Arbeiter in einer bestimmten Zeit des Tages bewältigen konnte. Da waren nicht zig-ha gemeint. sowas gab es da nicht.

            Mono (!) – Kulturen sind z.B. die alljährlich angebauten Zuckerrüben, soweit das Auge reicht, immer und immer wieder. „Früher“ hatte man auch noch Jahre der Brache, das ist heute widerum ein Fremdwort. Will keiner mehr hören. Aufgrund der Spekulationen rund um unsere Nahrung auch kaum noch möglich.

            Interessiert hier aber auch scheint´s kaum einen. Sah, dass es die Woche schon mal Thema war, aber gerade die Opfer des Systems machen sich für die Knechtschaft stark. Tssstsssstsss Kopfschüttel…

            4+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Die Opfer des Systems, ja ich sehe sie auch als Opfer, die müssen schauen, was ist besser Pest oder Cholera und aus langjähriger Erfahrung heraus weiß man, dass man mit impulsiven Meinungen außenstehender keine vernünftige Landwirtschaft betreiben kann.

              EL, der Zeit seines Lebens immer Monokulturen angebaut hat.

              1+
            • Sunshine sagt

              @tiwas, also die fränkischen Landwirte machen das nicht so gerne. Hier besitzen Landwirte oft genug die Flurstücke, die seit Generationen von derselben Familie bewirtschaftet werden und man würde sich ja die eigene Bewirtschaftungsgrundlage mit solchen Anbauweisen schwächen. Ich habe den Verdacht, daß man das gerne auf Pachtflächen praktiziert. ‚Wir Bayern haben KULAP. Da gibt es sogar Fördergelder für die 5-gliedirige Fruchtfolge. Auch in den Fachzeitschriften wird das immer wieder thematisiert. Ich müsste nachlesen, ob Fruchtfolge nicht sogar eine Cross Comüliance Vroschrift ist.

              Was ist Ihr beruflicher Hintergrund?

              0
          • Mark sagt

            „Monokulturen“. Woher kommt nur dieses seltsame Wort. Der Ackerbauer baut schon seit hunderten Jahren“ Leider wird der Begriff „Monokulturen“ meist, selbst von Landwirten, falsch verwendet. Nur eine Frucht auf dem Acker ist REINKULTUR, jedes Jahr die gleiche Frucht auf dem selben Acker ist Monokultur.

            3+
        • Sabine sagt

          Okay, nochmal zu dem was warum gefährdet ist.
          Bläulinge – zu denen auch der Kleine Feuerfalter gehört.
          Viele Bläulinge sind in der Tat auf eine einzige Futterpflanze angewiesen, viele dieser Futterpflanzen sind Standortspezialisten. Dazu benötigen viele – nicht alle Bläulinge – auch noch Ameisen, meist wieder eine für einen bestimmten Lebensraum spezialisierte Ameisenart. Wenn ich als Bläuling z.B. eine Pflanze brauche, die auf moorigen oder wenigstens nassen Standorten, in sonnigen hochstehende Wiesen wächst und eine Ameise brauche, die lichte Bruchwälder und Auen bevorzugt, brauche ich in de Tat schon mal sehr viel Glück um mich überhaupt fortzupflanzen. Diese Standortkombi war nie häufig.
          Sicher sind diese Standorte auch gefährdet durch Landwirtschaft. Z.B. durch trockenlegen von Wiesen, die dann mehrfach gemäht und gedüngt werden, aber auch durch Stilllegung dieser Flächen. Die sind dann nämlich ratz-fatz verbuscht. Und, das darf man auch nicht vergessen, viele dieser ansich für gewerblichen Landbau unattraktive Böden, wurden in der Vergangenheit zu Neubauflächen und Gewerbegebiete umgewidmet . Dass uns das ganz oft auf die Füße gefallen ist, zeigten z.B. die Hochwasser-Serien am Rhein in den 90igern. Der durch solche Raumplanungen sehr eingezwängte Fluss, explodierte gerade im Winter nach starken Regenperioden förmlich Mitten in der kölner Altstadt. Folge war aber nicht, dass nun die Häuslebauer enteignet wurden und die ursprüngliche Bewirtschaftung wieder hergestellt wurde, sondern die letzten verbliebenen landwirtschaftlichen Flächen wurden oft zu grünen Rückhaltebecken ernannt, die jetzt u.a. auch als Umweltschutzflächen gepflegt werden. Das aber meist so, wie es sich irgendwer im Ministerium ausgedacht hat, der u.U. noch nie was von den Ameisen und ihren Faltern gehört hat. Wann und wie oder wie oft die gemäht werden, darauf haben Landwirte so ziemlich gar keinen Einfluss mehr.
          So wie auch Landwirte sehr wenig Einfluss darauf haben, ob irgendwo Wilde Möhren, Fenchel oder Dill irgendwo wuchern kann. Sicher kann man bedauern, dass die nicht mehr auf den Weiden und Heuwiesen stehen – wobei Wilde Möhren nun wirklich da nichts zu suchen haben und Fenchel von der Kuh wahrscheinlich schon weggefuttert werden, bevor eine Schwalbenschwanzraupe das tun kann. Allerdings sind da noch nie sehr häufig gewesen. Das sind Pflanzen, wie man sie an matschigen Wegrändern oder Industriebrachen findet. Bei mir auf der Wiese wachsen die Meter hoch, weil sie dort immer eine kahle Stelle finden wo meine Zwerge die Wiese kaputt gescharrt haben. Und genau deshalb hab ich auch Schwalbenschwänze. Würde ich die Zwerge abschaffen und die Wiese „ordentlich“ pflegen, wer der Falter weg. Das genau ist in ganz, ganz vielen Siedlungen passiert. Kleintierhaltung findet kaum noch statt, weil sie auch nur noch bedingt erlaubt ist, Gemüsegärten verschwanden, weil man eh alles beim Aldi billiger bekommt und die Wegränder werden ordentlich gemulcht, weil es ja sonst Beschwerden hagelt, man würde am erholsamen Sommerspaziergang durch bösartig in den Weg wuchernde Pflanzen gehindert. Aber der Landwirt soll seine Heuwiese nicht mehr düngen, nur noch ein mal im Jahr mähen, weil ja sonst die hübschen Schmetterlinge sterben. Echt jetzt?

          3+
    • Obstbäuerin sagt

      Der Schaden, den nichtvorhandene Nützlinge verursachen ist spekulativ, Elise Speta. Welche Schäden von Insekten, die in Massen auftreten, verursacht werden können ist durch die Geschichte, bis zur biblischen, belegt. Daraus folgten immer Hungersnöte und andere Katastrophen. Lesen sie den Beitrag von Georg Keckl, der wie immer sehr eindrucksvoll mit Beispielen, seine Sicht der Dinge darlegt. http://www.keckl.de/texte/Maischberger%20Bienen%20Feb%2019.pdf

      1+
      • Elise Speta sagt

        @Obstbäuerin_Der Schaden nicht vorhandener Nützlinge ist spekulativ? Die Bestäubungsleistung der Insekten (nicht nur der Honigbienen) ist ziemlich gut untersucht, auch über andere Ökosystenleistungen als wichtige Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Tieren (der stumme Frühling rückt näher), auch ihre Rolle als Recycler und für die Bodenbildung untersucht man, aber da sind sicher viele Zusammenhänge noch nicht durchschaut. Interessant sind da z.B. die neuen Untersuchungen an Bienen mit Glyphosat. Die Wissenschaftler kamen zum Schluss, dass Glyphosat negative Auswirkungen auf die Darmbakterien der Bienen und den schützenden Effekt der Darmflora hat. https://science.orf.at/stories/2937969/
        Ich bezweifle nicht, dass Massenauftreten von „Schadinsekten“ Katastrophen zur Folge hatten und haben. Über die Ursachen kann man, zumindestens bei den weit zurückliegenden, nur spekulieren, was das seit Jahrtausenden eingespielte ökologische Gleichgewicht zwischen „Nützlingen“ und „Schädlingen“ aus dem Gleichgewicht gebracht hat (Ausbleiben des Regens? Übernutzung z.B. durch übermäßige Beweidung?, Abholzung? Klimaveränderung?…..)
        Zu dem zitierten Text von Herrn Keckl: Zur „UBA-Nitratlüge“ (Nitratwerte im Grundwasser Deutschlands) da steht für mich Aussage gegen Aussage, allerdings bin ich bei Herrn Keckls Aussagen schon etwas misstrauisch geworden: Verurteilt der Europäische Gerichtshof nur auf Verdacht? http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/nitrat-im-grundwasser-eugh-verurteilt-deutschland-a-1214152.html Die Überschreitung der höchsten zulässigen Menge von 50 mg/l an den verschiedenen Messpunkten ist doch wohl gemessen und nicht bloß erfunden worden?
        Zum „Großen Brachvogel u.a. Vögeln die vor Naturschützern auf die Startbahnen flüchten“ In Österreich musste der Große Brachvogel auch auf das Flugplatzgelände (von Wels) flüchten, aber nicht vor den Naturschützern sondern mit ihrer Hilfe ist ihm und manchen andern Tieren dieses Rückzugsgebiet erhalten geblieben und wurde nicht in ein Gewerbegebiet umgewandelt. Von ihren früheren Brutgebieten sind sie nämlich vertrieben worden durch Zerstörung von Feuchtgebieten und geänderte landwirtschaftlicher Nutzung. https://naturschutzbund-ooe.at/flugplatz-wels.html
        Keckls wiederkehrende Behauptung, dass das von den Wissenschaftern festgestellte Insektensterben nur auf die Krefelder-Studie zurückginge, die obendrein nur „Schrott“ wäre und die Schlüsse daraus die Qualität von „Die Hexen sind an allem schuld“ habe. wird auch durch herbsetzende Wortwahl nicht wahrer. Was ist mit den von ihm zwar teilweise falsch und nicht am aktuellen Stand zitierten Roten Listen? http://www.keckl.de/texte/ag.pdf Meinen Sie, dass durch Würfeln festgestellt wird, in welche Gefährdungskategorie eine RL-Art gestellt wird? Und gefährdet in RL sind „Arten, die merklich RL 3 (derzeit 88) oder erheblich (RL 2_derzeit 81 Widlbienenarten Arten) zurückgegangen sind . RL 1 „Vom Aussterben bedrohte Arten“– (derzeit 25) bedeutet dass sie so bedroht sind, daß sie in absehbarer Zeit aussterben, wenn die Gefährdungsursachen fortbestehen. http://www.wildbienen.de/wbi-rote.htm Rote Listen gibt es in Deutschland übrigens nicht nur von Wildbienen und Schmetterlingen, auch von weiteren 25 Insektengruppen wurde die Bestandsentwicklung in den letzten 50-150 Jahren untersucht.

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      • Elise Speta sagt

        @Obstbäuerin_Der Schaden nicht vorhandener Nützlinge ist spekulativ? Die Bestäubungsleistung der Insekten (nicht nur der Honigbienen) ist ziemlich gut untersucht, auch über andere Ökosystenleistungen als wichtige Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Tieren (der stumme Frühling rückt näher), auch ihre Rolle als Recycler und für die Bodenbildung untersucht man, aber da sind sicher viele Zusammenhänge noch nicht durchschaut. Interessant sind da z.B. die neuen Untersuchungen an Bienen mit Glyphosat. Die Wissenschaftler kamen zum Schluss, dass Glyphosat negative Auswirkungen auf die Darmbakterien der Bienen und den schützenden Effekt der Darmflora hat. https://science.orf.at/stories/2937969/
        Ich bezweifle nicht, dass Massenauftreten von „Schadinsekten“ Katastrophen zur Folge hatten und haben. Über die Ursachen kann man, zumindestens bei den weit zurückliegenden, nur spekulieren, was das seit Jahrtausenden eingespielte ökologische Gleichgewicht zwischen „Nützlingen“ und „Schädlingen“ aus dem Gleichgewicht gebracht hat (Ausbleiben des Regens? Übernutzung z.B. durch übermäßige Beweidung?, Abholzung? Klimaveränderung?…..)
        Zu dem zitierten Text von Herrn Keckl: Zur „UBA-Nitratlüge“ den Nitratwerten im Grundwasser Deutschlands steht für mich Aussage gegen Aussage, allerdings bin ich bei Herrn Keckls Aussagen schon etwas misstrauisch geworden: Verurteilt der Europäische Gerichtshof nur auf Verdacht? http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/nitrat-im-grundwasser-eugh-verurteilt-deutschland-a-1214152.html Die Überschreitung der höchsten zulässigen Menge von 50 mg/l an den verschiedenen Messpunkten ist doch wohl gemessen und nicht bloß erfunden worden?
        Zum „Großen Brachvogel u.a. Vögeln die vor Naturschützern auf die Startbahnen flüchten“ In Österreich musste der Große Brachvogel auch auf das Flugplatzgelände (von Wels) flüchten, aber nicht vor den Naturschützern sondern mit ihrer Hilfe ist ihm und manchen andern Tieren dieses Rückzugsgebiet erhalten geblieben und wurde nicht in ein Gewerbegebiet umgewandelt. Von ihren früheren Brutgebieten sind sie nämlich vertrieben worden durch Zerstörung von Feuchtgebieten und geänderte landwirtschaftlicher Nutzung. https://naturschutzbund-ooe.at/flugplatz-wels.html
        Keckls wiederkehrende Behauptung, dass das von den Wissenschaftern festgestellte Insektensterben nur auf die Krefelder-Studie zurückginge, die obendrein nur „Schrott“ wäre und die Schlüsse daraus die Qualität von „Die Hexen sind an allem schuld“ habe. wird auch durch herbsetzende Wortwahl nicht wahrer. Was ist mit den von ihm zwar teilweise falsch und nicht am aktuellen Stand zitierten Roten Listen? Meinen Sie, dass durch Würfeln festgestellt wird, in welche Gefährdungskategorie eine RL-Art gestellt wird? Und gefährdet in RL sind „Arten, die merklich RL 3(derzeit 88) oder erheblich (RL 2_derzeit 81 Widlbienenarten Arten) zurückgegangen sind . RL 1 „Vom Aussterben bedrohte Arten“– (derzeit 25) bedeutet dass sie so bedroht sind, daß sie in absehbarer Zeit aussterben, wenn die Gefährdungsursachen fortbestehen. http://www.wildbienen.de/wbi-rote.htm Rote Listen gibt es in Deutschland übrigens nicht nur von Wildbienen und Schmetterlingen, auch von weiteren 25 Insektengruppen wurde die Bestandsentwicklung in den letzten 50-150 Jahren untersucht.

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  12. tiwas sagt

    Es ist eigentlich egal, zu welchem Beitrag ich das poste, es passt überall:

    Ich bin heute weit übers Land gefahren.

    Riesige Flecken „erstrahlen“ im typischen „roundup-yellow“.
    Hier stirbt das Bodenleben und das dem nachgeordnete Leben… – sofern überhaupt noch was da war.

    Ich hoffe inständig und bin sogar sicher, dass es für diesen Frevel irgendwann einen Zahltag gibt.
    Die Hölle ist nicht ein Ort tief unter der Erde, sondern direkt bei uns. Manche haben selber entschieden, Teufel zu sein.

    9+
    • Sunshine sagt

      Kupfer vom Biobau tötet auch Bodenleben und belastet die Böden nachhaltig mit Schwermetallen. Übrigens: ich lebe in Franken, da kannst du herumfahren wo du willst, du wirst keine gelben Flecken sehen. Schlicht und ergreifend, weil die Flächen mit Winterweizen angebaut sind oder im Herbst gegrubbert wurden und demnächst Zuckerrüben gesät werden.

      4+
    • Bauer Willi sagt

      Ich bin gestern 300 km nach Landau und zurück gefahren. Ich habe genau eine Fläche gesehen. Für die Aussage bezüglich des Bodenlebens hätte ich gerne einen Beleg.

      5+
      • tiwas sagt

        an Bauer Willi:
        „Ich bin gestern 300 km nach Landau und zurück gefahren. Ich habe genau eine Fläche gesehen“
        Nanana, so schlimm ist es aber bei mir nicht. Eine einzige Fläche? – Hier bei mir wird die Fläche „roundup-yellow“ ab und an noch durch einige grüne Felder unterbrochen.

        „Für die Aussage bezüglich des Bodenlebens hätte ich
        gerne einen Beleg. “
        Dass durch Ihre informationsfilternde Kommentar-Kerntruppe jetzt erstmal über die Quelle gelästert und anschließend der Beitrag als „“fakenews“ bezeichnet wird, ist nicht zu erwarten, sondern kommt zu 100%. Dennoch will ich Ihnen diesen Beitrag gerne zur Kenntnis geben, als Basis zum Dialog:

        https://www.oekologische-plattform.de/2017/01/schleichende-und-akute-vergiftung-durch-pestizide/

        Dass Biozide nicht das Bodenleben befördern, müsste aber auch Ihnen klar sein, oder? Das betrifft auch die Regenwürmer, die im besonderen Maße Stoffe über die Schleimhäute aufnehmen. Auf die Regenwürmer sind wir alle angewiesen, sonst macht sich ihre Erde bald vom Acker.

        Das „Roundup“ seinem Namen alle Ehre macht und nicht nur auf der beabsichtigtenFläche ganze Arbeit leistet, sollte auch dem Hardliner vorstellbar sein. Dass flüchtige Stoffe emittieren durch Verwehungen, Auswaschungen und auch Ausgasungen, muss jetzt nicht noch extra bewiesen werden, oder lieber doch?

        6+
          • tiwas sagt

            an Obstbäuerin:
            Der im Artikel beschriebene „Schaden“ ist, dass sich Regenwürmer aus der Rotteschicht ernähren und diese im Boden umsetzen in Humus.
            Dadurch werden einige Hungerkünstler der Natur laut Studie betroffen. Ich habe aber in unseren Wäldern noch nicht beobachten können, dass die Laubschicht so schnell abnimmt, dass Keimlinge nicht mehr bedeckt sind.

            Dass Regenwürmer mehrere Meter tiefe Röhren in den Boden graben und Biomasse einarbeiten, dürfte doch gerade in den hiesigen Äckern dankbar angenommen werden. Hier ist mit der Pflugsohle meist das untere Ende erreicht.
            Eine „Invasion“ der Regenwürmer ist aber auf den heutigen, industriell „bearbeiteten“ Böden keineswegs zu erwarten/befürchten – leider!

            Im Übrigen kann ich es nicht verstehen, wie man als Landwirt/in
            bezweifeln kann, dass Regenwürmer die „Bedeutung haben, die ihnen angedichtet wird“. Alleine der Begriff „angedichtet“ zeigt, dass Sie über das Bodenleben so rein über kein Wissen verfügen.
            Das ist sehr Schade. Ein Schaden, der dann zuletzt uns alle trifft.

            Wenn Sie mal anfangen wollen, hier eine schnelle Übersicht. Stören Sie sich nicht daran, dass es ein Kinderkanal ist. Manche der aufgeführten Informationen sind auch dem Erwachsenen nicht bewusst oder dürfen aufgefrischt werden:
            https://www.youtube.com/watch?v=1UNVOohSBDo

            Wenn Sie mehr wissen wollen, kann ich Ihnen auch andere, weiterführende Quellen angeben.
            -Oder Sie lesen das Buch „Der Regenwurm dein Freund und Helfer“ (1974) von Gustav von Heyer, einem weiter blickenden Landwirten.
            https://www.zvab.com/9783888960451/Regenwurm-Freund-Helfer-Gustav-Heyer-3888960452/plp

            4+
            • Obstbäuerin sagt

              Tiwas, die Aussage des Artikels ist, dass es große Gebiete gab und bestimmt auch noch gibt, wo gar keine Regenwürmer natürlich vorkommen. Dort gibt es aber auch eine Humusschicht und ein Bodenleben und Landwirtschaft. Kommen sie mal runter von Ihrem hohen Ross und lassen Sie Ihre Belehrungen mit Schulwissen, dass jedermann bekannt ist. Es gibt längst neue interessante Ansätze, die den Humusgehalt des Bodens tatsächlich verbessern könnten.

              0
              • tiwas sagt

                an Obstbäuerin:
                Wenn es sich aber doch um „Schulwissen, dass jedermann bekannt ist“ handelt, wie können Sie denn sagen, es sei „fraglich, ob Regenwürmer überhaupt diese Bedeutung haben, die ihnen angedichtet wird“

                Ich meine, das erkennt ja sogar jeder, der einen Garten hat oder wer in der Natur sich bewegt. Warum also keine „Professionelle“?
                Nicht alleine der Regenwurm, sondern viele Destruenten bauen die Rotteschicht ab. Wer bezweifelt das?
                Im von Ihnen empfohlenen Bericht wird
                Ich bezweifle dennoch, dass Sie sich mit der Materie auseinander gesetzt haben. Ihr Wissen ist- was das Thema betrifft- nicht sehr ausgeprägt, sonst würden Sie diese Aussagen nicht treffen.

                Sie sagen weiterhin:
                „Es gibt längst neue interessante Ansätze, die den Humusgehalt des Bodens tatsächlich verbessern könnten.“
                Können Sie mir dazu was berichten?
                Und was meinen Sie mit „tatsächlich“? -Also halten Sie die Wirkung des Regenwurms -bereits von Darwin beschrieben: „Man kann wohl bezweifeln, ob es noch viele andere Tiere gibt, welche eine so bedeutende Rolle in der Geschichte der Erde gespielt haben wie diese niedrig organisierten Geschöpfe.“ – doch für eine Fabel?
                Darwin hatte bereits am 10. Oktober 1881 das Ergebnis seiner lebenslangen Wurmstudien im Buch mit dem Titel: „Die Bildung der Ackererde durch die Würmer“ herausgegeben. – Eine Dichtung, ein Märchenbuch also?

                Hätten Sie geschwiegen…

                7+
                • Bauer Willi sagt

                  Neulich im Fernsehen. Regenwürmer gab es in Nordamerika nicht, bis die europäischen Siedler sie dort eingeführt haben. Mittlerweile verändern sie dort die Natur in eine nicht erwünschte Richtung…

                  3+
                • tiwas sagt

                  an Bauer Willi:
                  „Regenwürmer gab es in Nordamerika nicht, bis die europäischen Siedler sie dort eingeführt haben. Mittlerweile verändern sie dort die Natur in eine nicht erwünschte Richtung… “
                  Zunächst einmal gibt es ja verschiene Arten von „Regenwürmern“.
                  Während der als „Kompostregenwurm“ bekannte Eisenia foetida / Eisenia andrei sogar als „Tennessee Wiggler“ oder „Roter Kalifornier“ (eine Verbreitung Ost bis Westamerika lässt ja wohl auch eine Verbreitung Süd bis Nord zumindest vermuten – wer sollte sie aufgehalten haben?) sogar jahrzehntelang bis andauernd in großen Massen zu uns eingeführt wurde und wird, war der „Gemeine Regenwurm“ (Lumbricus terrestris), auch „Tauwurm“ oder „Aalwurm“ genannt, seit der letzten Eiszeit wohl in Nordamerika laut Berichten ausgestorben.
                  Der Tauwurm ist bei uns der Tiefgräber, der bis 5 Meter tiefe Röhren gräbt und zur Bodenbelüftung, zum Abfließen des Oberflächenwassers in tiefere Schichten und somit zur Durchfeuchtung und dauerhaften Bewässerung unserer Böden maßgeblich beiträgt.

                  Was ist aber nun die „nicht erwünschte Richtung“ in Nord-Amerika und Kanada?
                  In Welt.de beschreibt es ein Artikel so: „Die Würmer ziehen Laub, das normalerweise an der Oberfläche zersetzt wird, in ihre Gänge und verändern dadurch den Nährstoffgehalt und die chemische Zusammensetzung der oberen Bodenschichten.“

                  Es heißt weiterhin:
                  „In den USA und Kanada sorgen sie nun für Probleme, weil sich Flora und Fauna auf ein Leben ohne Würmer eingestellt haben.“

                  Der Wurm macht das, was er schon immer gemacht hat.
                  Seine „Arbeit“ ist bei uns sowohl erwünscht, als auch haben sich hierzulande eben Flora und Fauna sehr intensiv auf ein Leben MIT Würmern eingestellt.

                  Ich wüsste jetzt nicht, was die „Probleme“ auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans mit der Entwicklung des heimischen Regenwurms bei uns zu tun hat.

                  Vielleicht vertrauen Sie der Quelle?: LfL – Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft.

                  https://www.lfl.bayern.de/iab/boden/100745/index.php

                  5+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  „Ich wüsste jetzt nicht, was die „Probleme“ auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans mit der Entwicklung des heimischen Regenwurms bei uns zu tun hat.“

                  Wenn sie es nicht wissen, dann unterlassen sie die Beiträge zu diesem Thema.

                  1+
                • Thomas Apfel sagt

                  Es geht nicht darum, was der Regenwurm in Europa macht, oder nicht macht. Es geht darum, dass offensichtlich in Nordamerika nach der Eiszeit ohne Regenwürmer (soweit man der Theorie vom Aussterben folgt) sehr fruchtbare Böden entstanden sind. Dies sollte zumindestens dazu anregen, darüber nachzudenken, was an der Theorie der Humusbildung durch den Regenwurm dran ist und was nicht. Der Regenwurm ernährt sich von Bodenbakterien, Humus (stabile Huminsäuren und Humate) werden hingegen durch Bodenbakterien gebildet. Möglicherweise ist der Regenwurm neben seiner Rolle als „Durchmischer“ in erster Linie ein Anzeiger für hohe Bakterienaktivität im Boden. Sein tatsächlicher Einfluß auf die Bildung der wichtigen Dauerhumusfraktion aber möglicherweise gleich null. Das ist bei der Suche nach Wegen, diese Humusfraktion im Boden zu erhalten und ev. anzureichern von großer Bedeutung.
                  Ich arbeite an diesem Thema im Übrigen wissenschaftlich.

                  2+
              • tiwas sagt

                an Thomas Apfel:
                Sie schreiben „Der Regenwurm ernährt sich von Bodenbakterien, Humus (stabile Huminsäuren und Humate) werden hingegen durch Bodenbakterien gebildet.
                Möglicherweise ist der Regenwurm neben seiner Rolle als „Durchmischer“ in erster Linie ein Anzeiger für hohe Bakterienaktivität im Boden.
                Sein tatsächlicher Einfluß auf die Bildung der wichtigen Dauerhumusfraktion aber möglicherweise gleich null.“

                Sie erschrecken mich jetzt wirklich. Ich bin völlig entsetzt!

                Wer je einmal einem Tauwurm zugeschaut hat, wie er sich ein Blatt oder einen Halm mit dem Mund ergreift und in die unterirdische Röhre zieht, der weiß, dass der Regenwurm nicht nur ein „Durchmischer“ ist. Die für den Regenwurm zum Teil noch zähen Pflanzenteile presst er innen an die Wurmgänge und versieht sie mit einer Schleimschicht, in der Mikroben aus dem Bereich Pflanze, Tier und Pilzen enthalten sind. Diese beginnen die „Vorverdauung“ für den Regenwurm. Nachdem die eingezogene Biomasse nun zart genug ist, frisst der Regenwurm diese auf.

                Wollen Sie nun, Thomas Apfel, wirklich behaupten, der Regenwurm würde sich nicht an der Verdauung von organischem Material und somit auch an der Humusbildung beteiligen?

                5+
                • Bauer Willi sagt

                  @tiwas
                  Konkret meine ich einen Beleg für die Wirkung von Glyphosat auf den Regenwurm Lumbricus terrestris. Ich habe mein Rigorosum bei Prof. Mückenhausen in Fach Bodenkunde gemacht.
                  Seitdem wir in unserem Betrieb 100% Mulchsaat praktizieren, hat die Zahl der Regenwürmer massiv zugenommen. Und gerne können wir unseren Boden bis 3 m Tiefe aufgraben. Aber nur, wenn Sie nicht nur zuschauen, wie ich grabe… 🙂

                  1+
                • tiwas sagt

                  an Bauer Willi:
                  „Konkret meine ich einen Beleg für die Wirkung von Glyphosat auf den Regenwurm Lumbricus terrestris.“

                  Nur der Form halber mache ich Sie darauf aufmerksam, dass das Bodenleben, das Edaphon, nicht ausschließlich aus dem Regenwurm Lumbricus terrestris besteht. Sehr wichtig sind sogar diee von den industriellen Landwirten so gefürchteten Pilze (es gibt abertausende verschiedene davon! – Sagt Ihnen der Begriff „Mykorrhiza“ etwas? – Mit einer Gabe Fungizid killen Sie eine der wichtigsten Optionen für natürliche Pflanzengesundheit). Der – unvergiftete – Boden ist ein Organismus, ein lebendiges Wunder.

                  Zu Ihrer Frage:
                  Ich verlinke einmal diese Studie, kann aber unzählige andere anführen, die zu dem gleichen oder gar noch alarmierenderem Ergebnis führen. https://www.nature.com/articles/srep12886

                  Was Ihr Rigorosum bei Prof. Mückenhausen im Fach Bodenkunde angeht: Vielleicht hat er einfach nicht rigoros genug nachgehakt?

                  3+
                • tiwas sagt

                  an Bauer Willi:
                  Hier noch ein erhellendes Video. Dieser österreichische Wissenschaftler hat sich ernsthaft mit dem Thema befasst.

                  3+
                • Thomas Apfel sagt

                  @tiwas. Der Regenwurm ernährt sich nicht von pflanzlichen Materialien, sondern von den Kleinstlebewesen die auf dem und um das organische Material gedeihen. Er hat auch keine Mandibeln oder Ähnliches mit denen er beißen oder kauen kann.
                  Aus den rein pflanzlichen Reststoffen lässt sich die für sein Wachstum erforderliche Stickstoffmenge nicht generieren. Am Ende des Regenwurms ist die Stickstoffkonzentration (im Kot) 16 X höher als in der Umgebung.
                  Die höchsten Anteile an echten Huminstoffen im Endprodukt Kompost erreicht man über „Kalte Kompostierung“ im MC-Verfahren. Regenwürmer können in diesem Substrat während der Rotte nicht leben, da innerter Schwefelwasserstoff das verhindert.

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                • Stadtmensch sagt

                  @Thomas Apfel
                  Kalte Kompostierung? Ist das auch etwas für den Hobby-Gärtner? Ich bin gar nicht zufrieden mit meinen Kompostversuchen und quäle mich mit der Dissertation von Ina Körner zum Thema herum (https://d-nb.info/104845438X/34).
                  Von ihr gibts auch ein Interview im Netz zu der Tatsache, dass 85% des Bioabfalls der Privathaushalte (zumindest in Hamburg?) im Restmüll entsorgt werden. Aus Bequemlichkeit. Ein riesen Verlust.
                  Ansonsten wieder mal gute Beiträge von euch allen – kann man nur lernen. Ändern leider nix. „Wohlstand“ oder Insekten scheint die Devise.

                  0
                • tiwas sagt

                  an Thomas Apfel:
                  Sie werden lachen, Herr Apfel, aber auch ich bin nicht so uninformiert, wie Sie es vermuten.
                  Wo der Stickstoff herkommt, nachdem ein Tier Biomasse konsumiert und umgesetzt hat, ist wohl nicht wirklich jetzt die Frage, oder?

                  Ich sage: Aus der zu destruierenden Biomasse und bei Bedarf auch aus der Luft. D’ac­cord?

                  Sie schreiben „Der Regenwurm ernährt sich nicht von pflanzlichen Materialien, sondern von den Kleinstlebewesen die auf dem und um das organische Material gedeihen.“

                  Gut, da können wir uns drauf einigen, denn was der Regenwurm macht, machen Sie übrigens auch. Sie bestehen geradezu aus Mikroben und Sie füttern eben diese, wenn Sie denken, Sie ernähren sich selber.
                  Sie haben von diesen Mikroorganismen mehr im Körper, als Sie selber Körperzellen besitzen. Also bestehen Sie zum größten Teil aus Mikroben. Keine Bange, wir alle tun das. Pflanzen und Tiere.
                  Nun gut, zugegeben, an der Quantität jetzt gemessen.
                  Immerhin machen diese Kleinstlebewesen in Ihrem Körper extrahiert etwa 1,5 bis 2 Kilo an Gewicht aus.

                  Dennoch sollten Sie diese Lebewesen in sich behalten, ein schnelles Abnehmen über Antibiotika-Aufnahme ist auf die Dauer sogar tödlich. Sie brauchen diese mehr, als diese Sie brauchen. Ohne diese können Sie Ihre Körpertemperatur nicht aufrecht erhalten u.v.m., auch manche gute Idee käme gar nicht an Sie heran.
                  Die Wissenschaft ist sich nicht ganz einig darüber, wie weit die Macht dieser von Ihnen nur dem Regenwurm
                  zugeschriebenen (es sind zum größten Teil die Gleichen!) Mikroben und Zellorganellen reicht. Manche meinen gar, der tierische und pflanzliche Körper werde gar von Ihnen gesteuert. Da lassen wir die Forscher aber noch forsch noch was forschen!

                  Nun zu Ihrer Beschreibung der kalten Kompostierung. Bitte teilen Sie mir mit, was Sie unter
                  „MC-Verfahren“ verstehen, vielen Dank, ich kann mir darunter jetzt nichts vorstellen.
                  Meinen Sie mit „kalter Kompostierung“ eine aerobe Kaltrotte?

                  Ich denke, bei der Regenwurm-Ernährung sind wir noch nicht mal so weit auseinander.
                  Was den Anteil des Regenwurms – oder eines anderen Wenigborsters von mir aus- an der Humusbildung betrifft, sollten Sie das aber keineswegs herunterspielen. Auch Asseln, Springschwänze etc. tun natürlich tolle Dienste da, keine Frage.
                  Was sie aber nicht vertragen, sind Biozide, da sollten wir uns drauf einigen.

                  3+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Ach der Herr Moritz steht dahinter.

          Zu den Bildern, das Abspritzen des Grases bin an die Bitumendecke hat nichts mit fachlicher Praxis zu tun, nur so was sieht man selten, Straßen jedoch überall, ja ich fahre auch auf Straßen und das schöne daran ist, das wird nicht kritisiert, obwohl von der Straße kein Vogel überleben kann.

          Dann wird auch noch das Pflügen kritisiert, Pflügen ist die einzige Alternative zur Direktsaat, nur eines von den beiden ist machbar.

          Jetzt kommen wir zu dem Bild mit der gelben Brühe.
          Es soll vorkommen, dass es auch bei einem landwirtschaftlichen Betrieb zu einem Unfall mit Chemikalien kommen kann, auch bei Unternehmen soll es so was geben, ich nenne nur mal „seveso“ oder „Sandoz“.

          Aber sie selbst benutzen keine Chemischen Produkte, da bin ich mir sicher. 🙁

          1+
    • Karin sagt

      Eine ähnliche Aussage habe ich vor anderthalb Jahren mal von unserem hiesigen Lokalreporter in einem Gespräch mit ihm gehört. Er meinte damit die abgeernteten Getreide-Stoppelfelder. Dass Getreide beim Abreifen gelb bzw. Bräunlich wird, entzog sich wohl seiner Kenntnis. Seiner Meinung nach war das alles mit dem bösen „Glühfosfat“ totgespritzt. Maispflanzen werden ja auch bräunlich wenn sie bis zum dreschen reifen. Die Reste der Pflanzen, die stehen bleiben, sind eben auch gelb oder braun. Solche Aussagen zeugen von unglaublicher Fachkenntnis. WIR Landwirte müssen noch ganz viel erklär-Arbeit leisten…….

      3+
      • tiwas sagt

        an Karin: Das „Glühfosfat“ (sehr lustig) hinterlässt ein ganz spezielles Gelb, das kann man von goldgelben Stoppelfeldern klar unterscheiden.
        Sie bestreiten doch nicht etwa, dass derzeit in großem Ausmaß „Pflanzenschutzmittel“ ausgetragen werden?

        Vielleicht sind die aktuellen Spritzarbeiten auf den Feldern ja nur Einbildung?

        Vielleicht sind die vom Hersteller selbst veröffentlichten Zahlen des Verbrauchs von Roundup (u.a. „PSM“) in Deutschland ja nicht richtig und die Bauern spritzen nicht diese Mittel, sondern nur Wasser und/oder Luft, das anschließende Gelb auf eben diesem zuvor gespritzten Feld ist dann Folge dieser Bewässerung/Belüftung?

        – Bitte leisten Sie mir da Erklär-Arbeit mit IHRER unglaublichen Fachkenntnis, vielen Dank.

        4+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Komisch,

          ich sehe die erfolgreiche Anwendung als helles Braun an, keines Falles als Gelb.

          0
        • Kar sagt

          1. Schon mal dran gedacht, dass man mit einer Feldspritze auch flüssigen Dünger ausbringen kann?
          2. Ich weiß nicht, wo Sie leben, will es auch gar nicht wissen, aber hier, wo wir leben, regnet und stürmt es seit Tagen. Da kann man gar kein PSM „in großem Maße“ ausbringen. Wissen Sie, den Landwirten geht es momentan finanziell nicht wirklich so gut, dass sie durch unsinnige PSM-Maßnahmen noch zusätzlich Geld zum Fenster herauswerfen.
          3. Möchten Sie, dass die deutsche Landwurtschaft erhalten bleibt? Oder möchten Sie lieber demnächst alle Lebensmittel aus dem Ausland kaufen?
          4. Ihre Art, hier gegen die konventionelle Landwirtschaft zu wettern, ist dem Dialog nicht gerade förderlich. Das habe ich vor ein paar Tagen schon gedacht, als ich ihre Kommentare gelesen habe. Ich bewundere Willis und Alois‘ Geduld.
          5. Damit ist mein dualog mit Ihnen beendet. Sie werden von mir keine Antwort mehr bekommen.

          1+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Hoffentlich mit dem Fahrrad,
      wenn nicht, dann bitte mal am Auspuff schnuppern.

      1+
  13. Ehemaliger Landwirt sagt

    „Ökologie und ihre biologischen Grundlagen“
    so lautete ein Fernkurs der in den 80ziger Jahren von der UNI Tübingen angeboten wurde.
    Ursprünglich wurde mit 30 Teilnehmern gerechnet, der Kurs wurde zu einem Erfolg, letztendlich waren es 3.000 Teilnehmer, unter anderem einige „grün“ angehauchte Politiker, auch Lehrer die ich besonders erwähnen möchte.
    Es wurden auch mehrere Präsenzphasen angeboten, die wenig in Anspruch genommen wurden.

    Es konnte auch eine Abschlussprüfung absolviert werden, genau 31 Teilnehmer von den 3.000 machten mit. Wie viele Bestanden haben, konnte ich nicht in Erfahrung bringen, ich weiß nur dass ein Landwirt unter denen war, die bestanden haben, wenn ich jetzt nur noch wüsste wie der hieß. 🙁

    1+
  14. Marzellus Boos sagt

    Noch ein letztes Mal zu diesem Thema: Die statistischen Fehler der Krefelder Studie aufgrund der Argumente von Herwig Scholz mal eingeräumt: Muss ich jetzt als interessierter Laie sagen, die Welt ist in Ordnung? Das, was ich auf meinen Gängen durch die Agrarlandschaft der Koelner Bucht sehe, wenig Vögel, wenig Insekten, bis an den Wegrand gepfluegte Äcker, kaum Hecken, .. ist ökologisch völlig in Ordnung, solange es kein sauberes Insektenmonitoring gibt?

    Auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro am 5. Juni 1992 wurde „Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) beschlossen“. Die Konvention ist ein international rechtsverbindlicher Vertrag und wurde inzwischen von 193 Staaten ratifiziert, darunter auch Deutschland.Darin steht ausdrücklich, dass man „eingedenk des allgemeinen Mangels an Informationen und Kenntnissen über die biologische Vielfalt sowie der dringenden Notwendigkeit, wissenschaftliche, technische und institutionelle Voraussetzungen für die Bereitstellung des Grundwissens zu schaffen [hat], das für die Planung und Durchführung geeigneter Maßnahmen erforderlich ist“.

    Der eigentliche Skandal ist doch, daß wir 27 Jahre nach Rio heute eine solche Diskussion über verlässliche Daten führen.

    Die UNO hat aus gutem Grund die Jahre 2011 bis 2020 als „Dekade der Biodiversität“ ausgerufen, weil Artenrückgang und der Verlust an Biodiversität bereit in den 90er Jahren eine der großen internationalen politischen Zukunftssoregn waren. Wir sind am Ende des Zeitraums und müssen feststellen: Außer Spesen nichts gewesen.

    Nichtstun ist Machtmissbrauch, hat die FDP im letzten Bundestagswahlkampf plakatiert.

    Auf die hier stattfindende Diskussion bezogen nehme ich von Seiten der Mehrheit der mitdiskutierenden Landwirtschaft mit: Wir leisten als größte Gruppe der Landbesitzer keinen Beitrag zur Lösung eines drängenden Problems, solange man uns nicht unumstritten nachweisen kann, dass es das Problem als solches überhaupt gibt.

    Und ich wiederhole noch einmal meine Frage wie sieht eure konkrete Greeningmassnahme in Bezug auf das Problem des Artensterbens aus? Die Frage wurde an mich zurück gegeben, ich habe sie aufrichtig beantwortet. Und ich denke, dass ich einiges tue, ganz ohne Subventionen, aber aus Verantwortung für meine Kinder und Enkelkinder und für meine nach 40 Jahren Schuldienst mittlerweile tausende Schüler, denen ich nicht nur Liebe zur Natur und Umwelt sowie Verantwortungsbereitschaft predige, sondern auch nach bestem Gewissen und Wissen vorlebe.

    P.S. : Kommentare von Anonymen in diesem Blog werde ich in Zukunft ignorieren und nicht mehr darauf reagieren.
    Leider hat das anonyme und wütende Attackieren von Menschen, die andere Positionen vertreten, dem Blog Betreiber Bauer Willi in den Medien das zweifelhafte Prädikat WUTBAUER eingetragen. Das hat er sicher nicht verdient, und schwächt seine Glaubwürdigkeit, wenn er öffentlich für euch streitet.

    12+
    • Mark sagt

      “ Das, was ich auf meinen Gängen durch die Agrarlandschaft der Koelner Bucht sehe, wenig Vögel, wenig Insekten, bis an den Wegrand gepfluegte Äcker, kaum Hecken, .. ist ökologisch völlig in Ordnung, solange es kein sauberes Insektenmonitoring gibt?“ Die Frage ist doch, muss es in Deutschland flächendeckend 100% Artenvielfalt geben? Wer bestimmt, was 100% überhaupt sind? Und was passiert wirklich, wenn diese auf 20% abssinkt? Stellt sich dann ein neues öklogoisches Gleichgewicht ein?? Ich bin der festen Überzeugung, bevor man jetzt in einen blindwütigen Aktionsmus verfällt muss man erst mal entdramatisieren und zu Realität zurückkehren.
      Mein Beitrag für Artenvielfalt: 1200 klassische Streuobstbäume, 4 ha ganzjährige Blühflächen, aufgeteilt in 9 Schläge, 15 ha Greeningzwischenfrucht, 5ha Rotklee zur Frischfütterung, bei 50 ha Grünland zieht sich der erste Schnitt über 6 Wochen, Ackerflächen mit durchschnittlich 0,7 ha Größe. Noch Fragen?

      8+
    • Thomas Apfel sagt

      Wir (7 Betriebe + NABU + Solawi + Permakultur) entwickeln gemeinsam eine vernetzte Saum- und Biotopstruktur auf ca. 700 ha Anbaufläche. Seit den 80-ziger Jahren haben wir permanent 48 ha Flächen (durch die kleinstrukturierten Betriebe) an Zaunstreifen, Stilllegungen, Feldhecken und Windschutzpflanzungen. Wir wollen versuchen die 10 % ÖVF zu erreichen und begleiten das Ganze mit einem breit angelegten Monitoring
      (Flora, Fauna: Vögel, Reptilien, Wildbienen, Schmetterlinge, Libellen, Laufkäfer, Schwebfliegen, Grashüpfer).
      Und trotzdem stehe ich genau auf dem Standpunkt wie Mark,: Wir müssen erstmal die Ausgangslage landschaftsbezogen ermitteln und nicht (durch unzulässige Extrapolation)
      entstandene Scheindaten als Anlaß für Panikmache nehmen.

      6+
    • Arnold Krämer sagt

      Ja, es gibt die „Agrarwüsten“ in D mit dem Mangel an Biodiversität. Dort gibt es (vermutlich auch zu Recht) aber einen anderen Handlungsbedarf als in den Regionen, die sich wiederum durch eine relativ starke Viehhaltung wie das südliche Weser-Ems-Gebiet und das Münsterland auszeichnen. Dort hat entgegen der Mainstream-Ansicht auch das Greening durchaus eine Menge Positives bewirkt. Vermutlich ist dort der Rückgang der Insektenpopulationen auch weniger deutlich ausgefallen. Dort ist die Landschaft eher kleinstrukturiert gegliedert. In vielen Gemeinden bräuchte man nach 40 Jahren aus arbeitstechnischer/ökonomischer Sicht eher eine zweite Flurbereinigung.

      Mit radikalen und bundeseinheitlichen Regelungen wird man weder dem Naturschutz noch den berechtigten Interessen der Landwirte gerecht.
      Und wie es sich anfühlt und auswirkt, wenn man – wie in der aktuellen und noch einmal zur Verschärfung vorgesehenen Dünge-Verordnung des Bundes – in „Sippenhaft“ genommen wird, darüber könnten auch hier im Blog sehr viele Landwirte berichten.

      6+
      • Marzellus Boos sagt

        Absolut richtig. Auch ich kenne andere Agrarwelten. An meinem Dienstort zum Beispiel herrschen verglichen mit Pulheim traumhafte ökologische Verhältnisse. Aber auch hier wird vieles falsch gemacht, ausdrücklich nicht von den wenigen noch existierenden Lndwirten. Hier geht es um das Thema „Offenhaltung“ der Kulturlandschaft in einer insgesamt extensiven Landwirtschaft.

        Hier sind es eher kommunale Bauhöfe, Straßenverwaltungen, Privatgrundstückbesitzer, die es der „Natur“ schwer machen. Der Grund ist in der Regel weniger böse Absicht, sondern wenig Verständnis für die oft kleinräumigen ökologischen Zusammenhänge.

        9+
        • Bauer Willi sagt

          Danke für diesen Kommentar. Seien Sie gewiss, es werden in den nächsten 10 Jahren noch viel weniger Landwirte werden. Aus den verschiedensten Gründen, von denen einer aber auch die seelische Belastung ist, der sich viele nicht mehr aussetzen wollen. Fahren Sie nach Köln-Auweiler und fragen, wie viele Landwirtschaftsschüler dort gemeldet sind.

          2+
  15. Ehemaliger Landwirt sagt

    Soeben hat mir der Rektor unserer Schule (800 Schüler) mitgeteilt, dass er den Bericht von Herwig Scholz an die Lehrer unserer Schule weiterleitet. Ein Lehrer ist auch Hobbyimker.

    An die Badische Bauernzeitung habe ich den Artikel auch übermittelt.

    5+
  16. Obstbäuerin sagt

    Eine Uneinsichtige meldet sich zu Wort, liebes Roggenbrot. Gerade habe ich mit einem Vertreter des Nabu telefoniert, weil wir zusammen eine Streuobstwiese anlegen. Er hat mir zur gegenwärtigen politischen Situation mitgeteilt, dass er die Strategie nicht richtig findet, weil es tatsächlich solche Insekten-Vogelparadiese, wie unseres gibt. Sie können das anzweifeln oder auch lächerlich machen, es ändert nichts an der Existenz und jedermann ist eingeladen, sich davon mit eigenen Sinnen zu überzeugen.

    3+
  17. Roger Roggenbrot sagt

    Guten Morgen, lieber Thomas Apfel.
    Haben Sie gut geschlafen?
    Ich komme gerade vom Bio-Hofladen eines regionalen Bauern und habe Kartoffeln, Eier, Milch und einige andere Erzeugnisse gekauft.
    Ich zahle dort mehr, als für industriell hergestellte Erzeugnisse. Ich kann mit den Leuten diskutieren und so Auge in Auge diskutieren wir verschiedene Themen.
    Das Bauernehepaar ist interessant. Die Frau ist überzeugt Bio und der Mann industriell.
    Da gehen wir fair miteinander um, auch wenn die Überzeugungen oft auseinandergehen.

    Warum muss denn hier so geprollt werden?

    Marzellus schrieb es schon „eigentlich wollte ich hier nichts mehr posten“…
    Er hat es dann aus Liebesmüh wieder getan und prompt hat er wieder seine „Packung“ kassiert.
    Auch die von mir angesprochene Dame wurde wieder unsanft angegriffen.

    Was ich mal getan habe, war Ihnen den Spiegel vorzuhalten und da gehen Sie dann hoch wie eine Rakete.

    Sollte ich hier jemanden falsch skizziert haben, dann nehme er/Sie meine höflichste Entschuldigt an. Andere werden sich aber wiedererkennen und vielleicht mal überprüfen.
    Man kann ja nicht alle über einen Kamm scheren.
    Überdies kenne ich Bauern nicht so mimosenhaft, da kann es auch mal deftig über den Tisch gehen.

    Das Sie, Thomas Apfel überall Trolle sehen, ist Ihr Problem.
    Es bemühen sich hier ab und an Menschen um ernsthaften Dialog.
    Dann diffamieren Sie diese nicht, oder halten Sie Ihre eigenen gewählten Level auch bei Widerworten aus.

    Allen eine schöne Woche!

    6+
    • Thomas Apfel sagt

      „da kann es auch mal deftig über den Tisch gehen“
      Und warum gestehen Sie MIR das nicht zu ??

      1+
      • Roger Roggenbrot sagt

        An Thomas Apfel:
        Wenn Sie hier im Kollektiv Leute, die sich auf Dialog mit Ihnen einlassen, diffamieren, beschimpfen und verhöhnen, werden Ihnen die Dialogpartner ausgehen.

        Sie bewegen sich ohnehin die meiste Zeit im eigenen Dunstkreis.

        Marzellus hatte seinen wirklichen Namen veröffentlicht und jetzt wird seine Vita auf infame Weise angegriffen, er ist hier ein „Oberlehrer“, ein „Troll“, „einer, der nur Honig ernten will und das Thema Insektenschutz zum Vorwand nimmt“ usw., usw.
        Es fehlt noch, dass die Ersten die Muster seiner Gardinen beschreiben, um da Drohpotential dann aufrecht zu halten.
        Ähnliches alles schon dagewesen hier in diesem Theater. Ich kann nur jedem raten, der eine andere Meinung hat als die der industriellen Landwirte, keinen echten Namen zu nennen. Für einige ist es eine Einladung, handfeste Drohungen auszustoßen in der Art: „ich setze mich gleich in meinen Wagen und statte dir mal einen Besuch ab, den du nie wieder vergisst!“

        Frau Elisa Speta hat auch sicher sehnsüchtig darauf gewartet, von rüpelhaften
        Blog-Warten ( Schreibweise ist so gewollt) hier als „transsylvanische Verpeilte“ bezeichnet zu werden.

        Sie, Thomas Apfel, machen meinen Nicknamen zu „Liebes Roggenbrot“, ich könnte Sie jetzt „Lieber Apfel“ benennen, aber als „Troll“, den Sie mich stets und ständig bezeichnen, ist mir das nicht zielführend.
        Da soll ich meinen Aluhut aufziehen, bin Verschwörungstheoretiker, habe keine Ahnung weil ich ja kein Bauer, sondern ein „Städter“ bin, der sowieso keine Ahnung hat und nur „NGO-Positionen ungefiltert widergibt“.

        Wissen Sie, ich kann ja manchmal sogar darüber lachen, wie berechenbar einfach gewebt hier mancher Bauer-Dauergast sofort sein Sprüchlein aufsagt, wieder aufsagt …und wieder aufsagt. Und für die Belange unter der Gürtellinie findet sich auch ein ganz spezieller Spezialist, der immer wieder durch Schlüfriges auffällt, ungefragt und egal, ob zum Thema passend…. ihm ist wohl danach.
        Da es aber eigentlich um „Dialog“ geht, ist es eben nicht zum Lachen.
        Da müsste doch auch aus Respekt zu den Schöpfern dieses Blogs, etwas weniger „Troll!“, „Aluhut!“ und „keine Ahnung!“ den „Dialogpartnern“ entgegengebracht werden.
        Sonst sind Sie irgendwann ganz unter sich… -im „Wir-sind-uns-alle-einig-Dialog“.

        12+
        • Obstbäuerin sagt

          Das klingt jetzt wie unser ehemaliger Blogteilnehmer, Herr Felser. Wir werden niemandem etwas antun, Roger Roggenbrot. Mäßigen sie Ihren Zorn und zeigen sie den Respekt, den Sie auch von uns erwarten.

          3+
          • Roger Roggenbrot sagt

            an Obstbäuerin:
            Diese Punkte, die ich anführe, hat Marzellus weiter unten auch angeprangert und etliche andere. Ich bin wirklich gespannt, ob er sich nochmal aufrafft/es sich antut, hier zu schreiben.
            Wer auch immer, hier sind schon viele gekommen und schnell wieder gegangen, anders ausgedrückt:
            Sie haben hier schon viele Leute verschlissen!

            7+
              • Ferkelhebamme sagt

                Also gerade von der Obstbäuerin habe ich schon viel gelernt, weil von Obstbau selbst keine Ahnung, und lese die Beiträge sehr gerne! Vielen Dank dafür!

                1+
                • Obstbäuerin sagt

                  Danke Ferkelhebamme, finde Deine Beiträge auch immer sehr interessant – aus den gleichen Gründen. Keine Ahnung von Ferkelaufzucht.

                  1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „Es fehlt noch, dass die Ersten die Muster seiner Gardinen beschreiben, um da Drohpotential dann aufrecht zu halten.“

          Sie werden es kaum glauben, so wichtig ist der Herr Boos auch nicht, dasselbe gilt auch für Sie. 🙂

          4+
    • brouss sagt

      Der Roger Roggenbrot kauft also beim Bio-Bauern und diskutiert mit denen.
      Kann man Argumente von Bio-Bauern ernst nehmen?

      Meiner Meinung nach nicht. Dazu ist die Bio-Szene zu abgehoben. Mag ja sein, dass die Leute es gut meinen, aber man hat die Tendenz sich die Welt so zu reimen, wie es fürs eigene Konto passt.
      Hexenwahn im Mittelalter, Judenwahn bei den Braunen und heute Glyphosatwahn. Wir sind auf dem Weg in eine finstere Epoche.

      Die Argumente sind aber auch sehr positiv emotional besetzt. Vor einigen Wochen wollten ein Agrar-Ing. und ich eine Lehrerin davon überzeugen, dass man mit Kreislaufwirtschaft auf Biohöfen nicht die Menschheit ernähren kann. Sobald der Bio-Bauer nämlich etwas verkauft hat er keine Kreislaufwirtschaft mehr, denn dann gehen Nährstoffe weg vom Hof. Ersetzen tut man die Nährstoffe, dann durch den Zukauf billiger konv. Ware (Futter, Einstreu, Mist, Gülle, u.a.). Entgegen Behauptungen in der Öffentlichkeit werden in der Bio-Lw auch mineralische Dünger verwendet, welche in der konv. Lw mit „Kunstdünger“ bezeichnet werden.

      Daran kann man auch erkennen, dass die konv. Lw. die Grundlage (fast) der gesamten Ernährung der Menschheit ist.

      Wenn in D 9% der Fläche bio bewirtschaftet wird und 5% der Lebensmittel bio sind, man dann noch die Erträge aus konv. Zukauf und importierte Lebensmittel abzieht, stellt sich die Frage:

      Zu was ist der Bio-Landbau überhaupt in der Lage?

      Aber „Kreislaufwirtschaft“, das klingt gut. Was die Bio-Bauern darunter verstehen, macht aber jeder Massentierhalter auch.

      4+
    • Christian Bothe sagt

      Lieber H. Roggenbrot,Sie kommen aber heute sehr geläutert daher.Waren Sie gestern in der Kirche?Das macht Eindruck und ich finde das gut. Bleiben Sie so,das tut dem Blog gut…

      0
      • Christian Bothe sagt

        Muss mich leider revidieren,hatte noch nicht alle Ihre „Botschaften“ von heute gelesen.Aber vielleicht entwickeln Sie sich noch…

        0
  18. Mark sagt

    Überarbeitete Version:
    „Wer die Krefelder Studie gelesen hat, wird als erstes bemerken, dass hierin keineswegs Zeitpunkte 1989 und 2017 miteinander verglichen werden, sondern ein Zeitraum von 27 Jahren dokumentiert ist.“
    Wenn man sich die „ursprüngliche Krefelder Studie“ und nicht die nachträglich von „Wissenschaftlern“ verfälschte anschaut, kommt man zu ganz nüchternen Ergebnissen:
    1. Die natürliche Volatilität der jährlichen Insekten – Bio – Masse (IBM) ist ernorm.
    2. Von 1989 – 1991 hat die IBM um 67 % abgenommen, dass dies mit der landwirtschaftlichen Nutzung zusammenhängt ist ausgeschlossen
    3. Die IBM im Jahr 1991 ist niedriger als im Jahr 2011, könnte auch nicht sein, wenn die LW der Verursacher eines Insektensterbens wäre
    4. Gegen Ende des Betrachtungszeitraums steigen die IBM-Werte
    5. 1989 ist ganz offensichtlich ein Ausreisser
    6. Würde man das Jahr 1989 abschneiden und für die fehlenden Jahre die durchschnittliche IBM der Jahre 2007 – 2010 annehmen, gäbe es überhaupt kein Insektensterben
    Mein Fazit: hier wird ganz bewusst dramatisiert!
    Zum Schluss noch eine ketzerische Frage: Wenn es tasächlich einen Insektenrückgang von 85% gibt, wo ist dann bitteschön das Problem? Oder anders ausgedrückt: Wieviele Insekten brauchen wir wirklich??

    9+
  19. Thomas Apfel sagt

    @roger Roggenbrot
    Ich find es schon erstaunlich, dass Sie bei einer solchen Fülle an Beleidigungen in einem einzigen Tweet von Dialogbereitschaft von Ihrer Seite aus sprechen.
    Alle Anderen Blockteilnehmer (außer @ marzellus und elisa speta) sind:
    Kasper, Traurige Gestalten, Drogensüchtige die sich ihre Dosis Wichtigkeit abholen, Sammelsurium von Freaks, Lachhafte Gurkentruppe, unterste Schublade, zum Fremdschämen, Dümmliche mit Psychosen, Lobby Hyänen, Teufel und Beelzebub (Anwender und Hersteller) sind sich einig..
    Nachdem NGO- geschulte bekannte Leier: ständiges Wiederholen der politisch geframten Begriffe, hier nicht wie sonst in der Gesellschaft einen Rückzug der Kritiker Ihrer Auffassungen zur Folge hatte, fällt Ihnen nichts weiter ein, als extrem beleidigend zu werden. UNTERSTE SCHUBLADE !!!

    4+
  20. Roger Roggenbrot sagt

    Liebe Elisa Speta und lieber Marcellus.

    wir haben etwas gemeinsam: Wir gehen dem „Wir wollen Dialog“ auf den Leim. An dieser Stelle hier werden Sie nur von Lobby-Hyänen zerfleischt und von Dümmlichen verschlissen. Bauer Willi tut mir sogar leid. Ich glaube, er meint es ehrlich. aber mit den Hardlinern im Tross verschwenden Sie und ich nur Ihre Zeit und er wird zum Kasper.

    Ein „Obstbäuerin“ hat trotz Nikotinoiden den Garten Eden bei sich und ein Mark fragt: Es sind 85% weniger Insekten, und, was solls? Ein unterste-Schublade-bedienender „Ehemaliger“ ist nur zum Extrem-Fremdschämen geeignet und eine natur-naive „Inga“ lebt hier ihre Psychosen aus. Wer es denn erträgt, kann sich dann noch mit einem „Brötchen“ auseinandersetzen. Ein „Apfel“ freut sich, meinen Nicknamen zuverballhornen.
    Eine lachhafte Gurkentruppe, nicht in der Lage, wirklich zu diskutieren, sondern auf Erhaltung des Status Quo bedacht, ähnlich eines Drogensüchtigen. Dann kommen Kommentare nach dem Niveau „was rauchen Sie? – will ich auch!“ oder „Aluhut!“ – Traurige Gestalten dürfen munter walten.

    Das ist das „Dream-Team“, welches sich hier ihre Dosis Wichtigkeit abholt und sich Däumchen zuschiebt, woanders gibt es das scheinbar nicht.
    Damit ist dieser Blog ein Sammelsurium von Freaks geworden, die ihre „Konzepte“ verteidigen, koste es, was es wolle, also auch im Endeffekt die Glaubwürdigkeit.

    Sorry, das ist mein Fazit hier. Vertane Zeit, vergebene Liebesmüh.

    Nicht ein einziges Mal – und das werden Sie ebenfalls so erkennen – gab es ein : “ da ist was dran“ , “ so habe ich das noch nicht gesehen“, “ in dem Punkt gebe ich Ihnen Recht“ , Nein, hier wird gemauert und schlau-gebauert. Immobil, statisch, betoniert, Hirn und Herz. Unfähig zu wahremDialog. Verhöhnen und beschimpfen, geifern und blödeln, das zeichnet das Gros der Teilnehmer aus.

    Man möchte gerne Dialog, aber wie ist der so möglich?

    Ich bleibe trotzdem auch noch dran – wegen Leuten wie Sie es sind.

    Beste Grüße!

    15+
    • Thomas Apfel sagt

      Troll, wie schon gesagt !!! Definition nochmal nachlesen @roger Roggenbrot !!!

      0
    • Sunshine sagt

      muß man so ausfällig argumentieren? Vielleicht sollten Sie den Text noch mal respektvoller gestalten.

      2+
    • Berthold Lauer sagt

      Wo war Ihr „Da ist was dran“ oder „so habe ich das noch nicht gesehen“ ? Sie verteidigen ihre Überzeugung und ihre Quellen sind die einzig richtigen! Darf man! Aber man muss auch andere ihre Überzeugung zugestehen und akzeptieren, wenn sie sich auf andere Quellen berufen. Wir Landwirte leben doch nicht im luftleeren Raum! Auch wir lesen Zeitung, sehen fern, informieren uns! Wir haben eine qualifizierte Ausbildung, viele ein Studium und bilden uns regelmäßig weiter! Wir nutzen modernste Technik und setzen neueste Forschungsergebnisse um. Auch weil wir uns Gedanken um unsere Umwelt machen! Natürlich haben wir einen anderen Blickwinkel! Und der ist wesentlich differenzierter! Wir müssen abwägen und viele Ansprüche unter einen Hut bringen! Wir tragen das ökologische und das ökonomische Risiko! Und wir sammeln Erfahrungen! Tagtäglich! Die stehen oft im Widerspruch zu dem, was uns Tag für Tag um die Ohren gehauen wird!
      Entschuldigung, wenn wir es wagen zu widersprechen und uneinsichtig sind!

      6+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Ein unterste-Schublade-bedienender „Ehemaliger“ ist nur zum Extrem-Fremdschämen geeignet “

      WOW,
      JETZT HABEN SIE ES MIR GEGEBEN.

      Voller Ehrfurcht verneige ich mich für solch eine geballte Intelligenz.

      3+
      • Inga sagt

        Ja Ehemaliger ,
        das wissen wir doch genau,

        dass Bauern, die im Dreck herumwühlen und sich so viel Mühe für so wenig Geld und Freizeit machen, sich auch noch mit dem Innenleben eines Misthaufens und der Erde des Ackers auskennen,
        recht unkultiviert und die untere Schublade sind,

        die dagegen die die Gesetze der Natur nicht zu beachten brauchen, weil sie es nicht nötig haben,

        weil ihr Geld leichter verdienen,

        die brauchen sich mit Menschen der Unteren Schublade nicht abzugeben!
        Die benutzen sie höchstens als Untertanen.

        Aber die Menschen, die der Natur wirklich helfen wollen, die repetieren die Bauern und wollen mit ihnen in der Beziehung zusammen arbeiten und mitdiskutieren.

        3+
  21. Obstbäuerin sagt

    Marcellus, ich möchte hier noch mal klar darlegen, warum ich im Obstanbau eine Umstellung auf Bio-Anbau für ökologisch nicht sinnvoll halte. Als erstes ist die Biodiversität in unserem konventionellen Betrieb keineswegs geringer als in dem benachbarten Biobetrieb. Und zweitens lehne ich das benötigte Bio-Insektizid – ein Pyrethrin, das nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge beseitigt ab. Das ist aber nur ein negativer Grund, der zweite ist die Produktion. Die für das Produkt erforderlichen Chrysanthemen werden in Afrika, Südamerika und Tasmanien angebaut und verhindern den Anbau von Nahrungsmitteln auf diesem Ackerland. Dazu kommt der Transport und die aufwendige Verarbeitung. Sollte sich der Bioobstanbau wesentlich erweitern, wird auch die benötigte Menge an Pyrethrinen steigen und noch mehr Ackerland für eine Luxusproduktion in Europa verbraucht. Das halte ich für ökologisch untragbar.
    Es handelt es sich bei diesem Bio-Insektizid, das neurotoxisch auf sensorische wie auch motorische Nerven wirkt, um eine ähnliche Wirkungsweise, wie die von Neonicotinoiden.
    Auch nachzulesen unter:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrethrine

    10+
  22. Ehemaliger Landwirt sagt

    „Das Leben ist kurz und es ist Zeitverschwendung mit Menschen zu diskutieren, die ihre eigenen beschränkten Wahrnehmungen“

    Wer meint,
    andere auf diese Weise dumm anzumachen, der ist auch nicht fähig seine Schüler auf das Leben vorzubereiten.

    Herr Schulmeister,
    mein Vater pflegte immer zu sagen, halte andere nicht für blöder als Du selber bist.

    „Bei einem ähnlichen Thema habe ich die Frage gestellt, welchen konkreten Beitrag denn die Diskussionsteilnehmer selbst gegen den Artenschwund Thema leisten.“

    Wie sieht ihr konkreter Beitrag gegen den Artenschwund aus?
    Sie reden sich raus, sie hätten keinen Acker, um eine Blütenwiese anzulegen.
    Ich gehe mal davon aus, dass sie dieses Video nicht gesehen haben, der Link wurde in in diesem Block von Bauer Willi eingestellt.

    https://www.youtube.com/watch?v=NWArqSuL5C4

    Nun Herr Schulmeister, nicht alle hatten die Möglichkeit das Abitur zu machen um danach zu studieren, meine Kinder sind auch Akademiker, haben jedoch nicht Lehramt studiert und das macht mich Stolz.

    4+
    • Marzellus sagt

      Ich habe Ihnen ja schon einmal mein Beileid fürIhr Leherertrauma ausgedrückt, und ich wiederhole das auch gerne.

      Und die Antwort auf die Frage, was ich denn Konkretes tue, will ich Ihnen nicht schuldig bleiben.

      Vor mehr als 20 Jahren habe ich von meiner Heimatgemeinde ein etwa 2,5 Ha großes Areal (Unland, Feuchtgebiet) langfristig gepachtet, auf dem ich so gut wie gar nichts mache, außer darauf zu achten, dass Lurche, Vögel, Pflanzen … ungestört leben können und natürlich meine jährliche Pacht zu überweisen. Gelegentlich übernimmt mein Schwager, der vor Ort wohnt, kleinere Pflegemaßnahmen. Ich bin nämlich der Meinung, dass der beste Naturschutz darin besteht, dass man Natur in Ruhe lässt.

      Dann habe ich seit vierzig Jahren immer schon einen ziemlich großen Garten (Größen je nach Wohnort 2000-zur Zeit 800 qm). Selbstverständlich waren und sind alle meine Gärten naturnah und insektenfreundlich gestaltet. Ein Teil der Fläche ist immer Küchengarten gewesen, in dem ich in giftfreier Kompostwirtschaft Gemüse für meine Famile anbaue.

      Dann sorge ich mit meiner Bienenhaltung dafür, dass es nicht nur inmeinem Garten ordentliche Ernten, sondern auch im näheren Umfeld gibt.

      Nach meiner Buchverffentlichung werde ich immer wieder zu Vorträgen eingeladen, in denen ich i.d.R. honorarfrei über insektenfreundliches Verhalten im privaten Umfeld referiere, oder Kindern in Jugendgruppen, Kindergärten oder Schulen erkläre, wie der Nektar der Blumen als Honig auf ihrem Frühstücksbrötchen endet. Das kostet mich regelmäßig ein Glas Honig, ein bis drei Baguette vom örtlichen Bäcker und ein halbes Pfund Butter aus regionaler Landwirtschaft, versteht sich (auch, wenn das heute leider schwer festzustellen ist). Meine aktiven Schüler betrachten es seit Jahren als gebont, anlässlich meiner ersten Schleuderung zum Honigfrühstück eingeladen zu werden, aber natürlich auch, um mit mir darüber zu diskutieren, warum Natur- und Umweltschutz für ihre Zukunft wichtig ist. (weil das ja auch für eine gute Vorbereitung auf ihr Leben wichtig ist). Der Honig ist dabei natürlich nicht das einzige Argument, das in solchen Gesprächen ausgetauscht wird. Für morgen habe ich ein Pfund Sonnenblumensamen „aus eigenem Anbau“ einer alten Sorte, die ich vo einem Imkerkollegen als Samen bekommen habe, eingepackt, die meine Schüler bei sich zu Hause im Garten aussäen wollen. Es handelt sich dabei um Sonnenblumen, die nicht so überzüchtet sind, dass sie gar nicht mehr von Insekten angeflogen werden, weil sie gar keinen Nektar mehr anbieten. Auch das müsste man mal unter Landwirten diskutieren.

      Leider habe ich für viel mehr nicht Zeit, aber nach dem nächsten Schuljahr gehe ich in den Ruhestand, dann wird sich das ändern.

      Außerdem halte ich niemanden für dumm und mache auch niemanden dumm an; nur, das „wird man ja doch mal sagen dürfen“: Es ist MIR zu DUMM „mit Menschen zu diskutieren, die ihre eigenen beschränkten Wahrnehmungen verallgemeinern und alles, was dem widerspricht, diskreditieren, diffamieren oder versuchen ins Lächerliche zu ziehen.“ Aber jetzt wiederhole ich mich.

      8+
      • Sunhsine sagt

        daß Sie so aber kein Nutzland bewirtschaften können, ist Ihnen schon klar? Der Landwirt muß mit seinem Land den Betrieb aufrecht erhalten und ein Familie ernähren. Das, was Sie betreiben, ist zwar lobenswert, aber keine Landwirtschaft.

        5+
        • Marzellus Boos sagt

          Das ist keine Landwirtschaft. Richtig! Ich hatte mal 12 Morgen Weideland und eine Fischteichanlage (geerbt); darauf habe ich dann als junger Mann Schafe gehalten und Forellen gezüchtet; das Land und die Fischteiche habe ich beide später an meine Schwester und meinem Schwager verschenkt, damit sie landwirtschaftlich etwas besser aufgestellt waren. Der Strukturwandel hat inzwischen auch sie und ihren Milchviehbetrieb überholt. Das Grünland ist mittlerweile verpachtet. (Ich konnte mich aus beruflichen Gründen nie richtig darum kümmern.)

          Damit will ich sagen, dass ich die ökonomischen Probleme und Zwänge der Bauern aus eigener Anschauung kenne.

          Trotzdem versuche ich im Kleinen ökologisch zu gärtnern und das mit respektablem Erfolg. Faszinierend finde ich den Ansatz der „Permakultur“, mit dem ich nach meinem Ruhestand in meinem Garten weiter experimentieren will. Heute ernährt ein Bauer 1000 Menschen. Mein Bauer ernährt nur 999,5 Menschen. Was ich an Fleisch, Fisch, Obst etc. brauche, kaufe ich vorzugsweise regional ein, und nicht nur BIO und es gibt viele Menschen, die ich kenne, die das auch tun. Im Umland von Köln, wo ich jetzt wohne, gibt es etliche Betriebe, die das „direkt vom Bauernhof“ Einkaufen ermöglichen. Ich selbst kaufe für gewöhnlich bei befreundeten Bauern ein. Einer hat sogar eine Eigenjagd und beliefert mich bei Bedarf mit Wild. Manchmal bezahle/tausche ich auch mit dem Honig aus meiner Hobbyimkerei, am liebsten gegen Obstler aus der eigenen Brennerei. In der Südeifel und auch auf der Grafschaft gibt es nämlich sogar Obstbauern, denen ich freundschaftlich verbunden bin, die einen hervorragenden Obstler brennen.

          Warum soll ich mein Geld zum Aldi tragen um einen lizensierten Industrieapfel „Pink Lady“ zu kaufen? Da gibt es Gott sei Dank immer noch dank der heimischen Obstbauern ein diversifiziertes Angebot, vom Kompottapfel bis hin zum Tafelapfel. Auf einem solchen Apfelhof bin ich seit letztem Jahr als Imker einmal im Jahr eingeladen, beim gut besuchten Hoffest die Gäste über die Bestäubungsleistung von Bienen zu informieren. Ich verkaufe dabei den Honig eines befreundeten Imkers, weil ich meine eigene Nachfrage mit meinen wenigen Völkern gar nicht decken kann. Ich lebe gut von einem festen Beamtengehalt und lebe nach der Devise: Genug ist besser als zuviel.

          Ein guter Freund von mir war in einer Führungsposition der RLP Agrarverwaltung und hat unter anderem engagiert für die Entwicklung der Regionalmarke Eifel gekämpft und das Konzept kooperativer Hofläden in der Eifel begleitet. Ich habe das als langjähriges aktives Kreistagsmitglied immer politisch unterstützt. Da sind auch kommunale Gelder als Starthilfen reingeflossen, LEADER Programme mussten entwickelt werden und da musste auch in der Bevölkerung Akzeptanz entwickelt werden, was damals eine wichtige kommunalpolitische Begleitmusik war.

          Ich schreibe das, weil ich deutlich machen will, dass man nicht nur als Landwirt sich in Landwirtschaft einigermaßen auskennen kann und sich für das Thema interessiert.

          Was mir heute Sorgen macht ist nicht, dass meine Bienen über die Runden kommen (wie hier behauptet wurde), sondern dass wir u.a. eine nachhaltige, ökologisch verantwortbare neue Ausrichtung von Landwirtschaft brauchen. Der Grund: Ich habe zwei Enkelkinder (3 & 6Jahre), um deren Zukunft ich mir Gedanken und Sorgen mache.

          Weshalb schreibe ich eigentlich so viel über mich? Weil ich es für wichtig halte, dass man auch online sich zu erkennen gibt, statt sich hinter einem Nickname/Pseudonym/Alias etc. zu verstecken um Unverschämtheiten loszulassen. Wenn ich zu einem Thema eine Meinung habe, dann brauche ich mich nicht hinter einem Fakenamen zu verstecken, weil ich ein Grundrecht in Anspruch nehme. Das ist die Unkultur des Internetzeitalters, dass man dieses Recht allein schon dadurch schwächt, dass man sich hinter einem Decknamen verbirgt. Da kann ja kein Dialog bei herauskommen!

          Ich bringe meinen vielen Schülern bei, dass man für seine Meinung mit seinem guten Namen geradestehen muss. Die Freiheit der Meinung ist ein zentrales Bürgerrecht und auch ein Bürgerpflicht. Und ich lebe das auch. Wer will kann meinen Namen googeln. Ich habe nichts zu verstecken.

          11+
          • Sabine sagt

            Marzellus, überleg mal, wie dein Leben aussähe, wenn Du eben nicht in der Schule aufgepasst hättest.
            Viele Leute arbeiten für einen Stundenlohn zwischen 10-15 Euro Brutto. Was die am Ende auf dem Konto haben, bleibt jeden Monat also deutlich unter 2000 Euro. Dafür müssen sie in Ballungsräumen trotzdem hohe Mieten und Nebenkosten bezahlen, oft geht es trotz Öffentliche nicht ganz ohne Auto. Selbst wenn es Paare sind, wird es spätestens schwierig, wenn Kinder kommen und einer die Berufstätigkeit vorübergehend runterfahren muss. Wir haben uns ein Heer von Menschen herangezogen, die in Zeitarbeit oder über Jahre in immer nur befristeten Jobs festhängen und die keine Planungssicherheit für ihre eigene wirtschaftliche Zukunft haben. Wenn man dem Armutsbericht der Paritätischen Verbände traut, leben 16 % der Bevölkerung in Armut und mehr als 60% der Leute befürchten, sie könnten in Zukunft sozial Absteigen. Über die Gründe dafür kann man sicher Streiten, aber erzähl denen mal sie möchten doch bitte 20% mehr für Lebensmittel ausgeben. Entschuldigung, aber die scheißen dir einen dicken, leider oft sehr braunen Haufen.
            Ich hab auch ne Bekannte, die arbeitet als Sonderpäd an einer Schule für lernschwache Kinder, die schmiert Butterbrote, um die Leistungen ihrer Schüler anzuheben und das erschreckende ist, es funktioniert.

            4+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Sehr geehrter Herr Boos,

            ich fühle mich nicht angesprochen, weil meine Anschrift dem Bauer Willi und dem Alois vorliegt.

            Die letzten beiden letzten Abschnitte zeigen, dass sie in einer anderen Welt leben, als Bauern.
            Sie haben keinen Betrieb der auf vielen Ebenen angreifbar ist, sie haben keine Bäume, oder Weinreben, die bei Nacht und Nebel abgesägt, oder abgeschnitten werden können. Sie habe auch keine Nutztiere, die bei einem Stalleinbruch zu Schaden kommen. Das alles hat es schon gegeben, auch bei der Bienenhaltung. Bei wenigen Völkern ist das finanziell noch überschaubar, dennoch auch für jeden Bienenhalter mehr als ärgerlich.

            Während der BSE-Kiese war ich auch in einem Forum unterwegs mt zwei Milchviehalter, eine Gruppe die sich Veganer nannten, wollten unsere Ställe leeren, ich war gelassen, weil mein Stall leer war, die beiden anderen bangten um ihre Tiere. Einer von den Beiden War vom Allgäu, seine Adresse erfuhr ich über das Internet.

            Daher empfehle ich jedem, sein GRUNDRECHT auf Verschleierung des Nick-namens in Anspruch zu nehmen.

            Und was Unverschämtheiten betrifft, einfach mal vor der eigenen Wohnung kehren.

            4+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        „Es ist MIR zu DUMM „mit Menschen zu diskutieren, die ihre eigenen beschränkten Wahrnehmungen verallgemeinern und alles, was dem widerspricht, diskreditieren, diffamieren oder versuchen ins Lächerliche zu ziehen.“ Aber jetzt wiederhole ich mich.“

        Wenn sich Menschen mehr mit ihrer eigenen Wahrnehmung beschäftigen würden und sich bemühen würden, herauszufinden, wie andere einen wahrnehmen, welche Wahrnehmungsfehler man selbst macht, was richtig und objektiv falsch ist,
        wäre das Leben wesentlich einfacher und sehr viel unproblematischer und erfolgreicher. Experimente und Messungen haben z.B. ergeben,
        dass Wahrnehmungs-Experten allein in einem 5 minütigem Gespräch
        zwischen zwei Personen, die sich sehr gut kennen (z.B. Ehepartner),
        ca. 20 – 50 Kommunikations- und Wahrnehmungsfehler entstehen,
        die zu Fehleinschätzungen und Missverständnissen führen oder führen können. Fehleinschätzungen und Missverständnisse sind zugleich die Hauptursache für
        Probleme, Ärger und Streit.

        Jetzt habe ich den Karl-Theodor zu Guttenberg gemacht. 😉

        3+
  23. Marzellus sagt

    Eigentlich hatte ich mir vorgenommen auf diesem Forum nichts mehr zu posten. Der Grund: Das Leben ist kurz und es ist Zeitverschwendung mit Menschen zu diskutieren, die ihre eigenen beschränkten Wahrnehmungen verallgemeinern und alles, was dem widerspricht, diskreditieren, diffamieren oder versuchen ins Lächerliche zu ziehen. Exemplarisch der Kommentar von Mark: „Die Aussagen von Scholz sind fundierter und schlüssiger als die der Mainstreamprofessoren aus ihren Uniwolkenkuckucksheimen oder gar der Oberlehrerhobbyimker.“ (Mit letzterem bin ich wahrscheinlich gemeint)

    Doch es geht ja auch um diejenigen, die hier mitlesen. Deshalb:

    Wer die Krefelder Studie gelesen hat, wird als erstes bemerken, dass hierin keineswegs Zeitpunkte 1989 und 2017 miteinander verglichen werden, sondern ein Zeitraum von 27 Jahren dokumentiert ist.

    Zweitens geht es in der Krefelder Insektenstudie nicht allein um Messungen der Insektenbiomasse der Krefelder Entomologen im Naturschutzgebiet Orbroich. Die Datengrundlage, auf der der Rückgang der Insektenbiomasse festgestellt wird, basiert auf Messungen auf insgesamt 63 Standorten im gesamten Rheinland ( von Koblenz bis Krefeld). Da macht es dann wenig Sinn, Beobachtungen zum Umfeld des Naturschutzgebiets Orbroich, deren Richtigkeit ich zunächst einmal nicht in Frage stellen will, zu verallgemeinern.

    Drittens: Ein massives Problem habe ich allerdings mit der Aussage: Dem Satz „Hohe Artenvielfalt im Raum bedeutet gleichzeitig fast schon zwangsläufig eine relativ geringe Individuen-Zahl der einzelnen Art. “ kann ich noch folgen, aber nicht dem daraus abgeleiteten Fazit: „Der Rückgang der gefangenen Insektenbiomasse in einem gut entwickelten Naturschutzgebiet ist ein zentrales Indiz für die erfolgreiche Entwicklung zu mehr Artenvielfalt und ist umgekehrt gerade nicht besorgniserregend.“

    Das widerspricht „wissenschaftlich fundierten“ Messungen zum Thema Biomasse. Landschaften mit erhöhter Biodiversität sind produktiver als Landschaften mit Monokulturen. Die Biomasseproduktion ist in artenreicheren Landschaften höher und im Zeitverlauf stabiler. Landschaften mit hoher Artenvielfalt können sich besser und schneller an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen.

    Das sagt jetzt kein Oberlehrerimker: Das sind kurz gefasst die Ergebnisse einer Studie der Universität Zürich, die erstmals großflächig 450 Landschaften von je 1 Quadratkilometer Fläche, verteilt über die ganze Schweiz, untersucht haben.

    Zum Nachlesen: https://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2017/Biodiversitaet-Landschaften.html

    Dass eine höhere Biomasse in artenreichen Vegetationszonen auch eine höhere Gesamtbiomasse bezogen auf die faunistische Biomasse bedeutet, liegt für mich auf der Hand. Da mag ja bezogen auf die einzelne Art die Gesamtmasse rückläufig sein, aber das wird ja deutlich kompensiert durch die sich ebenfalls einstellende Faunenvielfalt.

    Viertens: Die Krefelder Studie bezieht sich ausdrücklich auf einen Rückgang der Fluginsekten. Dass es Wechselwirkungen zu den angrenzenden bewirtschafteten Flächen gibt, halte ich für wahrscheinlich. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das den oft unfairerweise als „Hobbyforscher“ betitelten Wissenschaftlern, nicht bewusst war. Deshalb erklären sie auch ausdrücklich: „Wir zeigen, dass dieser Rückgang unabhängig vom Lebensraumtyp offensichtlich ist, während Änderungen bei Wetter, Landnutzung und Habitatmerkmalen diesen allgemeinen Rückgang nicht erklären können.“

    Meine Meinung: Der hier veröffentlichte Beitrag von Herwig Schulz hilft in der Sache nicht wirklich weiter. Es geht in der gesellschaftlichen Diskussion darum, wie man eine drohende Gefahr abwenden kann. Da lese ich in diesem Forum selten etwas Konkretes.

    Bei einem ähnlichen Thema habe ich die Frage gestellt, welchen konkreten Beitrag denn die Diskussionsteilnehmer selbst gegen den Artenschwund Thema leisten. Da kam leider nicht viel, obwohl man ja aus dem EU-Subventionstopf mit der Greening-Prämie ganz schön viel Geld einstreicht.

    Aus meiner nicht „repräsentativen“ lokalen Sicht habe ich meine Zweifel, ob die dort zur Verfügung gestellten Mittel wirklich im Sinne des Umwelt- und Artenschutzes sinnvoll eingesetzt werden. Aber ich brauche mich ja auch hier nicht auf meinen subjektiven Eindruck zu verlassen und schon gar keine „alternativen Wahrheiten“ zu bemühen, sondern habe auch diesmal die Wissenschaft auf meiner Seite:

    Deshalb: Wer unvoreingenommen lesen kann, der lese: https://www.ufz.de/index.php?de=36336&webc_pm=1/2017, erkenne seine eigene Verantwortung und Möglichkeiten und höre vor allem damit auf, „die Unschuld vom Lande“ zu spielen.

    14+
    • Elise Speta sagt

      Als „interessiert Mitlesende“ bin ich erfreut über diesen fundierter Beitrag! Danke, dass Sie sich trotz vieler „Troll“-Meldungen hier entschlossen haben, die Sachlage klar darzustellen!

      7+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Sehr geehrte Frau Speta,
        ich habe in diesem Block diese Frage gestellt, die von ihnen leider nicht beantwortet wurde. Wenn sie dies noch nachholen würde.

        Meiner Meinung nach ist es mit einem satten Gehalt einfacher über ev. Mängel bei den Wohlfühloasen von Insekten zu sprechen, als auf eigene Kosten eben diese bereitzustellen.

        Sind sie die Elise Speta, die das Buch*Wildpflanzen Siebenbürgens *zusammen mit Laszlo Rakosy geschrieben haben?

        Dann muss ich ihnen sagen, wir leben nicht in Siebenbürgen, und muss sie auf den folgenden Bericht hinweisen:

        „Durch die Änderung der Landnutzungsformen, so Rakosy, etwa der Beweidung, verschwänden gewisse Pflanzenspezies, und in der Folge auch einige auf diese angewiesene Insektenarten. Einhergehend mit dem EU-Beitritt Rumäniens würde kaum mehr gemäht, da die Milcherzeugung in Deutschland und Österreich billiger käme. Dadurch nehme die Verbuschung vordem offener Flächen in einigen Gebieten überhand.“
        https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/10259-floristischen-reichtum-erfasst-zum.html

        Offensichtlich sind sie der Meinung, die deutschen Bauern soll die Artenvielfalt wiederherstellen, was in Transsylvanien verloren gegangen ist.

        2+
        • Elise Speta sagt

          @Ehemaliger Landwirt: Ja, ich habe dieses Buch gemeinsam mit L. Rakosy geschrieben. Einen direkten Zusammenhang mit der Diskussion über das Insektensterben sehe ich allerdings nicht. Dass wir hier nicht in Siebenbürgen leben? Das habe ich eigentlich nie bezweifelt. Für den Link zur Siebenbürger Zeitung mit dem Bericht über meine Buchpräsentation bedanke ich mich herzlich, das hat beinahe schon vergessene Erinnerungen wieder wachgerufen. Was Sie meinen, dass ich offensichtlich meine, ist mir nicht ganz klar. Die beeindruckende Artenvielfalt Siebenbürgens ist leider auch schon etwas zurückgegangen, aber verglichen mit der in Deutschland immer noch gewaltig. Das hängt nicht nur mit der anderen Bewirtschaftungsweise zusammen, sondern auch mit den verschiedenen dort zusammentreffenden biogeografischen Regionen.
          Zu „Mängel bei den Wohlfühloasen für Insekten“. Allein dieser Satz zeigt in erschreckender Weise, dass Sie die Bedeutung und die weitreichenden Folgen des rasanten Insektensterbens nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollen..

          5+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Doch,
            ich nehme die Folgen eines weitreichenden Insektensterbens durchaus ernst, nur ein einseitiges ein prügeln auf die Landwirtschaft führt keines Weges zu Ziel.
            Für eine sinnvollen Naturschutzes, braucht es die ganze Bevölkerung die entsprechen danach leben, den Bauer an den Pranger stellen und anschließend die Prospekte nach den Sonderangeboten durchforsten, das lässt nicht auf einen sinnvollen Naturschutz hoffen.

            Haben sie alle Beiträge von Marzellus gelesen, dem geht es um Bienenweiden, damit er viel Honig ernten kann, sich als Umweltschützer darzustellen ist nur Tarnung.

            7+
            • Brötchen sagt

              Ehemaliger und die paar euro je ha sind ihm auch ein Dorn im Auge.
              Nehmen wir mal 100 euro je ha. Die verdient mein Klempner pro h.
              Und die Ackerflächen sind zur Produktion von Lebensmitteln gedacht. Ab einem bestimmten Mindestertrag rechnet sich die Bewirtschaftung erst. Kein Wort davon. Maximale Diversität auf Acker Flächen geht nicht, geht nur auf angrenzenden Flächen, die nicht genutzt werden und davon gibt es ne ganze Menge.

              4+
              • Brötchen sagt

                Die gigantischen Einkommen pro ha von ein paar tausend euro, interessieren doch einen Lehrer nicht.

                1+
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                „Maximale Diversität auf Acker Flächen geht nicht, geht nur auf angrenzenden Flächen, die nicht genutzt werden und davon gibt es ne ganze Menge.“

                Dies bestreite ich.

                Ich bin in der „glücklichen“ Lage ein Biotop zu besitzen, aber jetzt zum Anfang.

                Mit der Aufgabe der Viehhaltung haben wir eine Wiese, die zu einem Drittel moorig ist 2 x im Jahr mit dem Vordermäher abgemäht und abgefahren, wobei ein drittel von Hand ausgetragen wurde.
                Durch einen Leserbrief meinerseits wurde ich heftig angegangen, darauf mähte ich die Weise nur noch und seltene Pflanzen waren verschwunden.

                Trotzdem meinten die Behörden, es wäre ein Biotop und boten mir das Meka Programm von BW an. Für 117.- DM damals sollte ich die 33 Ar bewirtschaften, nach Anweisungen von einem Sesselfurzer. Dies lehnte ich ab
                und beruf mich, dass ich weiter wirtschaften darf wie vorher.
                Inzwischen mache ich bei einem Drittel nichts mehr und bin mal gespannt, ob ich mal einen Blauen Brief von der Gemeinde bekomme.

                Da ich ein Jahr vor der Neueinschätzung als Biotop Gesundheitlich nicht in der Lage war die Wiese zu mähen, darf ich keine andere Nutzung mehr durchführen, deshalb lassen wir es wachsen wie es wächst.

                2+
                • Herwig Scholz sagt

                  Womit dann in wenigen Jahren daraus Wald wird. „Und geht das Holz bis an den Sporn, so hat der Bauer sein Recht verloren“ und das ehemalige Feuchtwiesenbiotop ist verschwunden, darf auch nicht mehr wiederhergestellt werden, denn der neue Wald ist dann heiliger und keiner war dann dafür verantwortlich. So kann auch Artenschwund im Raum entstehen.

                  2+
            • Elise Speta sagt

              Ich prügle nicht auf die Bauern ein. Ich durchforste auch nicht Sonderprospekte, diese und andere Unterstellungen sind ärgerlich und nicht hilfreich, und ich wehre mich dagegen, dass falsche Informationen verbreitet werden und die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen ignoriert werden. Von manchen hier wird das Insektensterben geleugnet oder heruntergespielt z. B. von Obstbäuerin, die es nicht für dramatisch hält, dass 50% , also die Hälfte aller Wildbienenarten laut Roter Liste gefährdet sind. Oder die User die auf die Aussage von Axel Hochkirch„Wir können keineswegs warten, bis wir alles erforscht haben, bevor wir mit den notwendigen Maßnahmen beginnen“ mit Kommentare antworten, die Rückschlüsse auf ihre Ahnungslosigkeit zulassen: Mark: „Genau, mit solch primitven Totschlagargumenten man man alles, auch den größten Schwachsinn, rechtfertigen!!“ Würden Sie bei einem vom Tode bedrohten Krebskranken auch darauf warten wollen bis alle Ursachen der Krankheit erforscht sind? Oder „Ohne Datengrundlage auf puren Verdacht die Existenzgrundlage vieler kleiner bäuerlicher Betriebe aufs Spiel zu setzen,
              finde ich skandalös. Insektenbiotope lassen sich sehr leicht wiederherstellen, da muss keine Panik gemacht werden.“ Ohne?? Datengrundlage „Insektenbiotope lassen sich sehr leicht wieder herstellen“?? vielleicht Insektenhotels, aber nicht die Biotope der bedrohten Arten, zumindestens nicht leicht. – Natürlich muss es einen Dialog zwischen Naturschutz und Landwirtschaft geben.
              Da sind die von Bauer Willi vorgeschlagenen 11 Punkte schon ein interessanter Ansatz https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=BfN+11+Punkte
              Aber dafür ist ein Problembewusstsein auf beiden Seiten eine Voraussetzung.

              5+
              • Obstbäuerin sagt

                Aus dem 11-Punkte-Plan ergeben sich ein paar wesentliche Fragen:
                1. Erreichen Biobetriebe automatisch die höchste Punktzahl?
                2. Wo soll das Geld für die höheren Zahlungen herkommen, wenn der Fördertopf kleiner wird und zusätzlich noch Berater aus dem Topf bezahlt werden sollen?
                3. Wenn in einem konventionellen Betrieb bereits eine hohe Biodiversität nachgewiesen werden kann, wird er dann fördermäßig einem Bio-Betrieb gleichgestellt?
                4. Wenn ein kleiner Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen keine Umweltleistungen erbringen kann, bekommt er dann auch keine Förderung mehr?
                5. Die eine Seite sind die Bauern – welches ist denn die andere Seite?

                1+
                • Elise Speta sagt

                  Die Fördermittel müssen anders verteilt werden, noch dazu wo der Fördertopf kleiner geworden ist. Weg von den Großsubventionen für die größten Landbesitzer zu den Höfen mit geringem Einkommem. (siehe Marzellus: „Die 80 Prozent der Höfe mit dem geringsten Einkommen bekommen laut „Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung“ nur 25 Prozent der Direktzahlungen, die zehn Prozent mit dem höchsten Einkommen dagegen 55 Prozent. einer der größten Landbesitzer in Deutschland, die Südzucker-AG für ihren 10.000 Hektar großen Landbesitz an Subventionen einstreicht: 1.820.844,04 €.“) Und mit besonderer Förderung für Leistungen für die Biodiversität (Erhaltung und Schaffung von geeigneten Strukturen), für Bodenschutz, für Biolandbau und andere Umweltleistungen.
                  Die Details sollten in Gremien ausgehandelte werden, in die Landwirtschaft und Natur- und Umweltschutz (=andere Seite) Fachleute und Betroffene entsenden.

                  2+
                • Obstbäuerin sagt

                  Wie es so ist in unserem Fach, habe ich andere Zahlen als Marzellus allerdings von 2017. Wenn man die Fördersituation beurteilen will, muss man die Struktur der Landwirtschaft und die Zusammensetzung der Zahlungsempfänger kennen. 70 % der Landwirte bekommen weniger als 10.000 € – das erklärt sich ganz einfach daraus, dass 50-60 % der kleinen Betriebe im Nebenerwerb tätig sind. Das bedeutet diese Betriebe tragen insgesamt nur 10 % zur Nahrungsmittelproduktion bei und der Betriebsinhaber geht einer normalen Hauptbeschäftigung in einem oft gänzlich anderem Berufszweig nach. Sein Einkommen ist damit abgesichert.
                  Der größte Einzel-Nettogeldempfänger der Subventionen ist der Staat mit mehr als 200 Millionen €. Das Geld fließt in den Küstenschutz, den Hochwasserschutz, Nationalparks und anderes. Mehr als 400.000 € hat 2017 auch ein Energiekonzern für die Begrünung ehemaliger Braunkohlegebiete bekommen. Genauso bekam ein Rüstungskonzern 10.000 € ich glaube für die Begrünung eines Schießplatzes. Da gibt es bestimmt noch mehr, die aus dem Topf Geld bekommen, ohne etwas mit Landwirtschaft zu tun zu haben.
                  Der Rest geht an die verbleibenden 30 % der hauptberuflichen Landwirte. Als kleiner Betrieb würde ich mir natürlich wünschen, dass für die ersten 30 ha mehr Subventionen gezahlt werden. Außerdem sollte unbedingt berücksichtigt werden, wie hoch der Anteil an der Nahrungsmittelbereitstellung ist, denn das ist die Hauptaufgabe der Landwirtschaft.

                  2+
              • Thomas Apfel sagt

                Ein immer wieder verwendeter Begriff, der mir wirklich stinkt, ist das Wort „Leugner“ für den, der nicht Ihrer Meinung ist. Denn auch Sie Frau Speta haben nichts weiter als eine Meinung aus selektierten wissenschaftlichen Ergebnissen, wenn Sie die Untersuchungen nicht selbst gemacht haben.
                Der „Leugner“ kommt aus dem Umfeld der Inquisition und brandmarkt den, der nicht glaubt und verbrennt ihn gegebenenfalls auch.
                „Leugner“ ist eine abwertende und unzulässige Herabsetzung desjenigen, der bei dünner Datenlage eine andere Theorie vertritt.
                Denn auch Sie haben keine andere Datenlage als die derzeitig sehr dünne zur Verfügung.
                Dieses „Sie wollen doch nicht etwa leugnen, das…“ bringt den Gegenüber in unserem historischen Kontext (nicht zufällig und nicht ungewollt) in die Nähe des Faschismus. Und das ist einfach widerlich, auch wenns gerade auf Ihrer Seite der Diskutanten in Mode ist.

                6+
              • Marzellus Boos sagt

                Danke, Frau Speta, für Ihre Anmerkungen. Es ist in der Tat nicht leicht, hier mitzudiskutieren. Die Tatsache, dass Sie ein Buch über Insekten geschrieben haben, ist bei manchen Kommentatoren schon ziemlich verdächtig. Man wird als Oberlehrer, Troll, Besserwisser etc. bezeichnet. Wenn man mit Argumenten auftritt, ist man aggressiv oder hat „gurt reden“ mit seinem „fetten Gehalt“.

                Ein üblicher Vorwurf ist auch Eigennutz: „Haben sie alle Beiträge von Marzellus gelesen, dem geht es um Bienenweiden, damit er viel Honig ernten kann, sich als Umweltschützer darzustellen ist nur Tarnung.“

                Schade eigentlich, das Versprechen, einen „Dialog zu führen“, wird hier leider nur zum Teil eingelöst. Wer hier mit Echtnamen kommentiert, ist schnell „gegoogelt“ und wird entsprechend in ein Klischee gepresst. Bei mir ist es der „Oberlehrer“, während man sich selbst hinter einem Pseudonym verbarrikadiert.

                Was mich dabei am meisten irritiert, ist die Geringschätzung von Wissenschaft, solange sie nicht die Ergebnisse liefert, die ins eigene Weltbild passen.

                Das ist das eigentlich Schlimme am „postfaktischen Zeitalter“, dass man unter einem falschen Namen anonym alles sagen und schreiben kann.

                7+
                • Schmeckt gut sagt

                  Können wir bitte um die Themen streiten und nicht darum, ob jemand ein A.. Loch ist oder nicht. Es geht doch wohl um Argumente und mögliche Verbesserungen – nicht um Befindlichkeiten.

                  1+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  „Bei mir ist es der „Oberlehrer“, während man sich selbst hinter einem Pseudonym verbarrikadiert.“

                  Für den Fall, dass auch meine Person gemeint ist,
                  ich bin nicht Anonym hier, Bauer Willi und der Alois kennt meine genaue Anschrift.

                  Wenn man fragt, ob sich bei der Frau Elise Speta um die selbe Person dreht, die ein Buch *Wildpflanzen Siebenbürgens+ mitgeschrieben hat, wenn dies von ihnen negativ angesehen wird, dann sollten sie etwas an sich arbeiten.

                  2+
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Es wird von der Masse – darunter ist auch der Marzellus gemeint – auf die Bauern eingeprügelt in einer Art und Weise, dass die Bauern und was noch schlimmer ist, die potentiellen Nachfolger die Schnautze gestrichen voll haben.

                Bei uns nur in Mittelbaden fehlen in der Industrie 4.000 Arbeitskräfte, da werden Bauernsöhne mit Handkuss genommen und denen wird nach Ausbildung 50 bis 60.000 Euro bezahlt.

                Glauben sie ernsthaft, dass die warten bis man ihnen ein Almosen für ein paar Insekten bezahlt um anschließend wieder als Subventionsempfänger beschimpft zu werden?

                Wenn ich heute sehe, wie die jungen Väter am Freitagmittag mit ihren Kinder spazieren gehen, da war ich bei meinen Obstbäumen oder in den Reben, am Samstag auch, will mich jetzt nicht beklagen, so um 21 bis 22 Uhr hatte ich ja schließlich Feierabend.

                Ich wiederhole mich, mit einem hohen Einkommen lässt es sich trefflich über Insekten diskutieren, in der Welt des Bauern geht es brutaler zu.

                2+
                • Obstbäuerin sagt

                  Ehemaliger, weißt Du warum Ameisen nicht in die Kirche gehen?
                  Weil sie In Sekten sind!

                  1+
              • Mark sagt

                „Würden Sie bei einem vom Tode bedrohten Krebskranken auch darauf warten wollen bis alle Ursachen der Krankheit erforscht sind?“
                Sorry Frau Septa, solche Vergleiche sind unterstes Niveau!! Was Sie machen ist stupider Alarmismus!!

                2+
              • Sabine sagt

                Äh, also nur mal so… ganz, ganz viele Bienenarten brauchen keinen Landwirt, sondern ganz bestimmte Bedingungen, um leben zu können.
                Z.B. eine Glockenblumen-Scherenbiene ist es total egal, ob die Glockenblume, auf die sie angewiesen ist, nun im Balkonkasten, auf der Weide oder im Garten steht. Diese Biene braucht viele, viele Glockenblumen, Totholz- auch ganz selten auf Äckern anzutreffen- und freiliegenden Sand oder Lehm. Die Brut wird ausschließlich mit Pollen von Glockenblumen gefüttert, die Nester werden in Totholz wie z.B. wurmstichige Zaunpfähle und Bretter, Rieddächer, abgestorbene und abgeknickte, markhaltige Stängel von Stauden oder Büschen o.ä. angelegt, die einzelnen Brutkammern werden mit einem Sand-Erde-Gemisch verschlossen. Alles Dinge, die eher im Umfeld eines nicht ganz so ordentlichen Hausgartens zu finden sind und nicht auf einem Acker. Wenn ich aber auf keinen Fall alle paar Jahre meinen Gartenzaun erneuern will, dann knall ich da schön Holzschutz-Lasur drauf. Wenn ich in Schlappen zur Mülltonne will und Gummistiefel ja was für die anderen sind, kies oder betonier ich jeden Weg um mein Haus herum und Staudenbeete sind ja eh nur Arbeit, die niemand machen will und schon ist wieder eine Bienenart weg. Ganz ohne Bauern und ganz ohne PSM.
                Von den über 700 wilden Bienenarten in Deutschland sind sehr, sehr viele auf sehr ähnliches Umfeld angewiesen. Die brauchen die „Kross-Ecken“ im Garten, die Pfütze in der Einfahrt, eine bestimmte Pflanzenart oder Pflanzenfamilie und haben relativ wenig von nem Blühstreifen am Acker.
                Nur um nochmal zu veranschaulichen, mit wem wir es auf der Roten Liste zu tun haben. Da steht Andrena aberrans ganz oben, auch Geißklee-Sandbiene genannt. Die gibt es in Deutschland nur in Bayern und da nur auf den süd-östlichen Hügeln des Frankenalb. Weil nur dort findet sie Regensburger Geißklee bzw. Seidenhaar-Zwergginster, der braucht nämlich sandige, trockene, sehr arme und sonnige Standorte. Auch diese Biene braucht bewuchsfreie sandige Erde für ihren Nestbau. Das größte Problem dieser Biene ist nicht die Landwirtschaft, sondern die Verbuschung und Verwaldung ihres Lebensraums. Dieser Biene fehlt die Geiß, die auf solchen Standorten früher häufig geweidet. … und die Geißen fehlen, weil es die armen Leute nicht mehr gibt, die auf die Milch und das Fleisch der Ziege angewiesen waren. Diese Standorte sind häufig so schlecht, dass eine Bewirtschaftung heute überhaupt nicht mehr in Frage kommt. Da kann der Bauer noch die nächsten 100 Jahre nen Blühstreifen um den Acker einsäen, da von wird es nicht eine dieser Bienen mehr geben.

                7+
                • Herwig Scholz sagt

                  @Sabiene
                  Vielen vielen Dank!!
                  Die Landwirtschaft kann einiges auf ihren Flächen umsetzen, aber den meisten der Insekten auf der roten Liste wird sie damit nicht erreichen. Dort, wo man schon vor vielen Jahrzehnten die Bewirtschaftung aufgegeben hat, muss man sich über ideologiefreie Pflegekonzepte Gedanken machen. Vielleicht nicht immer, aber oft genug gehört da eine Entwaldung oder Entbuschung und dann einfach nur wieder Vieh in die Landschaft und wahrscheinlich nicht als Wanderschäferei, sondern wie früher dauerhaft. Da kann die lokale Landwirtschaft bei der Betreuung dann wieder helfen. Aber das ist teuer. Neue Zaunanlagen, Ställe, Winterfutter und das mit der Gewissheit, dass mit dem bisschen Fleischertrag mit Sicherheit keine Erträge zu erzielen sind. Deswegen aht sich die Landwirtschaft ja auch daraus zurückgezogen. Dazu gehört dann aber die Erkenntnis, dass weniger die noch verbliebenen Landwirte darum herum verantwortlich sind, sondern die Erkenntnis, dass die aufgegebenen Betriebe oder oft genug Subsistenzwirtschaften einfach nur eine Brache hinterlassen haben. In der Agrarstruktur nennen wir das Sozialbrache. Diese Extremstandorte sind ein Sozialfall.
                  Herr Prof. Kunze hat da schon recht, wo mal Vieh war und viel Vielfalt, haben wir heute einfach nur zu viel Grün. Viele Bäume und Gehölze müssen da wieder weg und damit wir dafür nicht auch noch wieder Waldausgleichsmaßnahmen durchführen müssen, müsste man das Bundeswaldgesetz in diesem Punkt anpassen, denn solche Pflegemaßnahmen umsetzen ist das eine, aber dann wieder einen Waldausgleich mit Landkauf und Aufforstung finanziell zu stemmen, sehen alle bisherigen Naturschutzmaßnahmenkonzepte nicht vor und machen substantiell auch keinen Sinn. Da sind dann auch die willigsten Naturschützer und Naturschutzbehörden vor Ort machtlos.

                  5+
                • Sabine sagt

                  Der Wald, denke ich, muss nicht immer zwingend weg, aber vllt. sollte man mal überdenken, aus welchen Gründen man den Wald nur noch als Wald haben wollte, und ob das dem Wald und der Artenvielfalt so wahnsinnig zuträglich war. Warum gibt es den Wald nur noch als Holzproduzenten und Naherholungsgebiet mit hoher Schalenwilddichte?
                  Warum wurden z.B. die Huterechte aufgehoben?
                  Was hat das für Folgen im Aufbau der heutigen Wirtschaftswälder gehabt?
                  Wir Deutschen haben alle einen ziemlichen Knall, wenn es um den Wald geht. Selbst ein noch so sehr in Monokultur angelegter Wirtschaftswald ist für uns irgendwie die wilder, ursprüngliche Natur. Ach wenn er eigentlich nicht großartig was anderes ist wie ein sehr, sehr langsam reifendes Maisfleld.

                  6+
            • Elise Speta sagt

              @ Ehemaliger Landwirt Meine Antwort ist irrtümlich einige Kommentare weiter nach unten gerutscht.

              0
            • Marzellus sagt

              „Haben sie alle Beiträge von Marzellus gelesen, dem geht es um Bienenweiden, damit er viel Honig ernten kann, sich als Umweltschützer darzustellen ist nur Tarnung“

              @ehemaliger Landwirt: DÜMMER GEHT’s NIMMER. und das ist in Ihrem Fall nicht nur eine Frage von Bildung. Mein Vater hat mir auch einenSpruch hinterlassen. „Wer selbst nichts taugt, hält andere für schlecht!“ den gibt es auch auf Eifler Platt: „Wä selver nüüst doucht, hält annere für schlecht!“

              4+
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Ach der Herr Marzellus ist am Austeilen und meint zu anderen sagen zu müssen, dass er nichts taugt.

                Marzellus, ich habe mit Politikern gesprochen, die sie höchstens vom Fernsehen her kennen.

                Deshalb habe ich für ihr geschreibsel nur ein müdes Lächeln über.

                4+
      • Thomas Apfel sagt

        Trolling ist „bewusstes Provozieren über Beleidigungen, mit dem oft alleinigem Ziel unsachliche und emotionale Reaktionen der Blogteilnehmer auszulösen“.
        Für diese Definition finde ich in den letzten Beiträgen exakt 3 Beispiele:
        @tiwas, @roger roggenbrot und mit Einschränkungen @marcellus.

        5+
    • Bauer Willi sagt

      @Marcellus
      Wenig Widerspruch. Das Greening oder auch Blühstreifen machen nur für wenige Arten Sinn. Vielfalt muss anders „erzeugt“ werden. Dazu gibt es hier im Blog eine Reihe von Artikeln. Was Landwirte gemeinsam mit Naturschützern als guten Kompromiss gefunden haben finden Sie auf der Homepage des BfN unter 11-Punkte.

      3+
    • Sunshine sagt

      Sie sollten sich einmal mit den ganzen landw. Gesetzen und Förderungen auseinandersetzen. Dann wissen Sie, was Landwirte alles für die Natur tun. Übrigens: wenn wir auf Biobau umstellen sollen, dann brauchen wir Käufer für diese Produkte. Der Bioanteil liegt derzeit bei 5 % und da ist noch viel Auslandsware dabei. Daran könnte man auch mal arbeiten, dann sähe die Welt anders aus. Ist den meisten halt zu teuer. Tag für Tag findet an den Supermarktkassen eine Volksbefragung statt, die ganz klar für die konventionelle Landwirtschaft ausfällt. Wie wollen Sie das ändern? Sie fordern mehr Naturschutz, ich fordere mehr DEUTSCHE Biokäufe. Für Ihre Lösungsvorschläge bin ich gerne offen.

      3+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Das Leben ist kurz und es ist Zeitverschwendung mit Menschen zu diskutieren, die ihre eigenen beschränkten Wahrnehmungen“

      Wer meint,
      andere auf diese Weise dumm anzumachen, der ist auch nicht fähig seine Schüler auf das Leben vorzubereiten.

      Herr Schulmeister,
      mein Vater pflegte immer zu sagen, halte andere nicht für blöder als Du selber bist.

      „Bei einem ähnlichen Thema habe ich die Frage gestellt, welchen konkreten Beitrag denn die Diskussionsteilnehmer selbst gegen den Artenschwund Thema leisten.“

      Wie sieht ihr konkreter Beitrag gegen den Artenschwund aus?
      Sie reden sich raus, sie hätten keinen Acker, um eine Blütenwiese anzulegen.
      Ich gehe mal davon aus, dass sie dieses Video nicht gesehen haben, der Link wurde in in diesem Block von Bauer Willi eingestellt.

      https://www.youtube.com/watch?v=NWArqSuL5C4

      Nun Herr Schulmeister, nicht alle hatten die Möglichkeit das Abitur zu machen um danach zu studieren, meine Kinder sind auch Akademiker, haben jedoch nicht Lehramt studiert und das macht mich Stolz.

      1+
    • Schmeckt gut sagt

      @marcellus. Mit einer Optimierung des Biomassezuwachses durch Artenreichtum können wir Bauern sehr gut leben. Wo wird nicht übereinstimmen, ist die Selbstverständlichkeit, mit der gefordert wird, dass diese Mehrleistung kostenlos oder gnädigerweise kostenneutral zu erfolgen hat. Oder wie soll ich ihre Aussagen sonst verstehen? Die Gesellschaft fordert im Moment von uns, dass wir sehr preiswert große Mengen Biomasse auf der Fläche und in den Ställen erzeugen. Dies wird auch mittelfristig so bleiben, denn alle Zeichen stehen auf Marktöffnung (Milch, Zucker, Fleisch, O&G…). Wir Bauern kämpfen also auf verschiedenen Ebenen oft mit geringsten Margen und (weltweit gesehen) eingeschränkten Möglichkeiten. Sagen sie uns, wie sich dies so ändern läßt, dass wir auch mit „Gelassenheit“ eine Agrarwende „ertragen“ können 😉 . Und nochmal: wir haben die Ausbildung, das KnowHow und auch die Hartnäckigkeit, alle gewünschten Veränderungen mitzutragen. Wir werden unseren Rücken aber nur krumm machen, wenn wir den Lebensunterhalt für unsere Familien gesichert wissen. Im Extremfall könnte uns doch auch der „Staat“ als Landschaftspfleger/Landschaftswirt anstellen. Dann sind die Einzahlungen in die Renten- und Krankenkassse bei einer 38,5 Stundenwoche und 13. Monatsgehalt gesichert. Über die fälligen Pachtzahlungen von Staatsseite läßt sich sicherlich ein Kompromis finden.

      4+
    • Thomas Apfel sagt

      Die meisten Standorte außerhalb von Krefeld sind in großen unregelmäßigen zeitlichen Abständen, bei uns in Brandenburg je Standort ein- bis zweimal in 27 Jahren, untersucht worden. In dieser Beziehung und aus diesem Grunde ist die Auswertung der Krefeld-Studie in Bezug auf die Bedeutung außerhalb des untersuchten Gebietes 2 mal zur Unstatistik des Jahres gekührt worden. Die Daten die ausserhalb von Krefeld erhoben wurden, lassen schon nach statistischen Grundprinzipien (Standorttreue, Zeitpunktübereinstimmung, Kontinuität) keine Auswertung und Trendbestimmung zu. Und das wissen auch Sie.

      2+
      • Marzellus sagt

        2 mal zur Unstatistik des Jahres? Richtig ist: 2 mal zur Unstatistik des MONATS. Dann muss noch dazu gesagt werden von wem. Einer der so manipulativ wertenden Autoren ist Professor Walter Krämer, der zusammen mit zwei Kollegen einmal im Monat ein solches „Prädikat“ vergibt.
        Als Statistiker mag er ja recht haben, aber das Insektenprojekt Krefeld ist ja nun auch keine Seminararbeit an seinem Institut an der Uni Dortmund. Was ärgerlicher ist, dass man gerne übersieht, dass es außer der Krefelder Studie auf deutschem Boden wenig an großflächigen Untersuchungen zum Thema Insektensterben gibt. Der Trierer Insektenspezialist Axel Hochkirch bringt das Problem von gleichzeitiger Datenarmut und Dringlichkeit auf den Punkt: „Wir können keineswegs warten, bis wir alles erforscht haben, bevor wir mit den notwendigen Maßnahmen beginnen“. Zu Recht beklagen Hochkirch und andere schon seit langem das mangelnde Monitoring von Insektenpopulationen. Mir stellt sich hier dann auch noch die Frage: „Will man denn (von verantwortlicher Seite) wirklich wissen, was man (nicht nur in der Landwirtschaft) der Natur zumutet?“

        Übrigens: Die Welt ist ein Dorf. Mit Walter Krämer habe ich als Junge vor über 50 Jahren in meinem Heimatort in der Westeifel zwischen Kuhfladen Fußball gespielt, ohne dass ich mir damals der Tasache bewusst gewesen bin, dass ein Kuhfladen bis zu etwa 200 verschiedene Insektenarten ernähren kann. Professor Krämer ist ein „bunter Hund“, der zu allen möglichen Zeitfragen bellt, unter anderem zu Fragen der Linguistik. Da kenne ich mich beruflich ganz gut aus. Was er als Präsident des Vereins der Deutschen Sprache vertritt, ist manchmal ziemlich „verquer“, aber „jeder Jeck ist anders“ und ich finde es einfach nur amüsant.

        2+
        • Mark sagt

          „Wir können keineswegs warten, bis wir alles erforscht haben, bevor wir mit den notwendigen Maßnahmen beginnen“. Genau, mit solch primitven Totschlagargumenten man man alles, auch den größten Schwachsinn, rechtfertigen!!

          4+
          • Obstbäuerin sagt

            Aber zumindest hat mal einer die Datenarmut zugegeben, Mark. Das will auch schon was heißen. Ohne Datengrundlage auf puren Verdacht die Existenzgrundlage vieler kleiner bäuerlicher Betriebe aufs Spiel zu setzen,
            finde ich skandalös. Insektenbiotope lassen sich sehr leicht wiederherstellen, da muss keine Panik gemacht werden.

            3+
            • Mark sagt

              Absolut richtig, Obstbäuerin. Mich nervt es nur, dass die von Marzelus vorgetragene, geradezu infantile Argumentationsweise immer mehr Verbreitung findet (Gretchen läßt grüßen).

              5+
        • Herwig Scholz sagt

          @Marzellus versus @Tomas Apfel
          Da muss ich jetzt doch Thomas Apfel zur Seite stehen. Er hat durchaus recht, die in der Studie angewendete Statistik öffnet alle Wege hin bis zur Nonsenskorrelation. Es fehlt ihr tatsächlich an einigen Grundprinzipien. Mein Professor für biologische Statistik an der Uni Bonn hätte mir mit Sicherheit eine solche Auswertung um die Ohren geschlagen.
          Zweifel sind durchaus bei folgenden Grundsätzen der biologischen Statistik angezeigt:

          Grundsatz 1: Grundgesamtheit (Population)
          Die Menge der »Untersuchungseinheiten«, auf die die Ergebnisse einer statistischen Analyse verallgemeinert werden sollen, bezeichnet man als Grundgesamtheit oder Population. Die Grundgesamtheit muss sowohl sachlich als auch räumlich und zeitlich exakt definiert werden (Quelle: http://eswf.uni-koeln.de/glossar/node114.html)

          Grundsatz 2: Zufälligkeit einer Stichprobe aus einer Grundgesamtheit …

          Grundsatz 3: vergleichbares stetiges Merkmal
          Durch die Vielzahl der beobachteten Populationen ist es durchaus gerechtfertigt die summarische Biomasse als vergleichbares gemeinsames stetiges Merkmal in Zweifel zu ziehen. Die durchschnittliche Biomasse von Schlupfwespen hat einen völlig anderen Mittelwert, wie die der Marienkäfer und somit auch eine andere Gleichverteilungskurve mit anderen Standardabweichungen. Die summarische Betrachtung der Biomasse bedeutet, dass man mehrere Tausend Gleichverteilungskurven und ihre Standardabweichungen übereinanderlegt und dann so tut, als ob sich daraus wieder eine Gleichverteilungskurve und eine Standardabweichung ergäbe, die man dann wieder mit den Instrumenten der biologischen Statistik auswerten dürfe. Ich kann sehr gut verstehen, wenn Statistiker mit diesem Vorgehen nicht einverstanden sind.

          Grundsatz 4: Prüfung der Gültigkeit einer These …
          Grundsatz 5: Prüfung der kausalen Gründe für eine Korrelation …
          Grundsatz 6: Zulässigkeit der Extrapolation …

          Ich will hier auf die weiteren einzelnen Grundsätze der biologischen Statistik nicht eingehen. Aber deutlich wird an dieser Aufzählung schon, dass die Zweifler an der angewendeten Statistik durchaus gute Gründe für ihre Zweifel haben. Das muss man in diesem Block nicht mit Diffamierungen und Herabsetzungen der Person ohne substantielle Begründungen begleiten.

          Sei es drum, die Studie ist so wie sie ist in der Welt und die meisten glauben, dass sie auch statistisch korrekt ist, sieht in den Grafiken ja auch toll aus. Betrachtet man nur die Einzelwerte ohne die ganze Statistik darum herum, so sind gewisse Trends durchaus zu erkennen unabhängig davon, ob man sie jetzt auch statistisch absichern kann oder auch nicht. Der auch in anderen Studien erkennbare Wandel in der Insektenwelt wird deutlich und über deren Ursachen wollte ich hier intensiver diskutieren.
          Glauben heißt hier aber nicht unbedingt es auch wirklich wissen.

          Auch auf der Tagung Insektenkonferenzen am 10.9.2018 in Stuttgart Hohenheim wurden deutliche Zweifel an der statistischen Aussagefähigkeit, seine Interpretationen und Extrapolationen in einzelnen Beiträgen auch mit substantiellen Ansätzen deutlich. Insofern sind die Ausführungen von Thomas Apfel durchaus gerechtfertigt.

          6+
          • Brötchen sagt

            Herwig was du beschreibst, ist die reine Lehre. das lässt sich mit feldversuchen nicht realisieren. man kann sich dem annähern mit Tricks. z.b. indem man Faktoren konstant hält.

            0
            • Herwig Scholz sagt

              Ja, aber dann bedarf es einer Beschreibung des Problems der Abweichungen und man darf wohl auch die Beschreibung der verwendeten Faktoren erwarten. Das setzt aber voraus, dass man die Masse jeder einzelnen Insektenart gewogen hat und dann für jede Art einzeln einen Anpassungsfaktor verwendet hat. Bei geschätzten 2.000-4.000 Arten (abgeleitet aus Studien von 1989 und 1990 von Dunk in Nürnberg, die über 3.000 Arten in ihren Malaise-Fallen gefangen haben). Von dieser Sisyphusarbeit habe ich bisher noch nichts mitbekommen.
              Sorry, ich habe für gut ein Dutzend Diplom- und Doktorarbeiten und wissenschaftlichen Versuchen an der damaligen Kernforschungsanlage in Jülich die Statistik durch den Computer gejagt. Ich weiß wie man biologische Daten für biometrische Auswertungen sachgerecht aufarbeitet.

              1+
              • Sabine sagt

                Dass eine solche Studie eine unglaubliche Arbeit wäre, dass weiß aber niemand. Laut Rheinischer Post (und anderer Medien) ist die Methode der Krefelder über jeden Zweifel erhaben. Als ich das gelesen habe, war ich echt platt. Warum triezen Profs junge Menschen auf der ganzen Welt mit solchem Unsinn den Grundlagen des methodisch-systematisches Vorgehens, bei dem die Ergebnisse der Arbeit für jeden objektiv nachvollziehbar oder wiederholbar sind?
                Warum darf man sich nicht einfach irgendwie eine Messreihe ausdenken und anschließend „brain-stormen“, was die Ergebnisse uns sagen möchten und danach ein Problemstellung suchen auf die unsere so gewonnenen Erkenntnisse passen?
                Je länger ich darüber nachdenke, um so mehr beschleicht mich der Verdacht, dass in Krefeld eine „Storchen-Statistik“ erstellt wurde.

                5+
    • Herwig Scholz sagt

      @Marzellus
      „Wir zeigen, dass dieser Rückgang unabhängig vom Lebensraumtyp offensichtlich ist, während Änderungen bei Wetter, Landnutzung und Habitatmerkmalen diesen allgemeinen Rückgang nicht erklären können.“
      Lieber Marzellus,
      Genau dieser von Ihnen zitierte Satz der Studie hat mich dazu bewogen, die erheblichen Änderungen der Landnutzung und Habitatmerkmale exemplarisch für das Orbroich im Bereich der Landwirtschaft deutlich herauszustellen. Ich kenne auch einzelne der anderen Fallenstandorte, aber nicht von vor rund 30 Jahren. Bei einigen dieser Standorte dürfte die Aufgabe der Milchviehhaltung und gleichzeitig die der Weidehaltung in mehr oder weniger großem Umfang im größerem Umfeld ebenfalls zutreffen. Genau diese gravierenden Elemente wurde in der Veröffentlichung eben nicht mit untersucht, wahrscheinlich war man sich ihrer Relevanz auch nicht bewusst.
      Im Übrigen kenne ich Dr. Sorg persönlich seit vielen Jahren und will seine Integrität ausdrücklich nicht in Frage stellen. Er war durchaus erfolgreich zusammen mit der Landwirtschaft insektenfreundliche Habitate rund um Krefeld zu entwickeln. Was mich besonders störte ist der stark auf der Studie aufbauende pauschalierende und sich mit der Studie rechtfertigende und alles übertönende Schrei nach allgemeinen Insektizidverboten. Das kam zunächst einmal nicht aus der Studie selber heraus. Das wurde hineininterpretiert und draufgesattelt.
      Dass halte ich für deutlich zu kurz gesprungen. Mit ein Verboten einzelner Insektizide oder vollständiges Insektizidverbot auf einigen Flächen lässt sich die Insekten-Welt nicht wieder heilen. Davon bin ich überzeugt, das wird nicht viel bringen. Die ganze Agrarstruktur und viele weitere Rahmenbedingungen haben sich drastisch verändert und das lässt sich in vielerlei Hinsicht nicht wieder zurückholen. Insektizide sind nur einer von wahrscheinlich mehreren Dutzend Faktoren und deren Verbot wird nur eine kurzfristige Beruhigung bringen. Und dann wird man merken, dass man mit Insektizidverboten fast nichts oder sogar gar nichts erreicht hat außer dass man sich kurzfristig beruhigt hat nur viel Zeit verloren gegangen ist.
      Außerdem will ich hier deutlich differenzieren zwischen Extremstandorten wie Magerrasen, Borstgraswiesen oder Kalkmagerrasen, Heiden und Moore etc., aus denen sich die Landbewirtschaftung schon lange zurückgezogen hat und den sonstigen allgemeinen landwirtschaftlichen Flächen, die wir nun mal für die Ernährung von rund 80 Millionen Menschen in Deutschland brauchen. Auf die Extensivierung allgemeiiner landwirtschaftlicher Nutzflächen auf eher besseren Böden bezieht sich meine Aussage, dass mit einer Extensivierung nicht gleichzeitig auch mehr Insektenbiomasse zu erwarten ist. Dafür sind die Wechselwirkungen zwischen Räubern und Beute oft viel zu komplex. Wenn der Einsatz von Nützlingen, im geschützten Anbau gut klappt, dann findet man dort kaum Insektenbiomasse. Extremstandorte sind gekennzeichnet von extremer Nährstoffarmut, hoher Heterogenität seltener Spezialisten und leiden jetzt darunter, dass sie von externem Stickstoffeintrag über die Luft faktisch überdüngt werden. Da reichen auch schon 10-20kg Stickstoff über das natürliche Maß hinaus. Dass hier seltene Pflanzenarten und damit seltene Insektenarten bis zum Aussterben verdrängt werden ist gut nachvollziehbar. Wie schon wonders aufgeführt, darf man auch das Pflegemanagement noch einmal überprüfen, ob es denn auch den ehemaligen Nutzungsverhältnissen noch entspricht, bevor sich die Landwirtschaft aus diesen Räumen zurückgezogen hat. Professor Kunze macht ja sehr deutlich, dass man auch auf Extremstandorten früher ständig Vieh vom Pferden über Rinder, Ziegen und Schafe bis hin zu Schweinen gehalten hat.
      Zurück zu den großflächigen Auswirkungen und Veränderungen in der Agrarstruktur. Mit Anreizen wieder zur Weidehaltung zurück könnte man schon ein Stück weiter weiterkommen. Das tut die Schweiz auch. Ihre Bemühungen, die Weidehaltung auf den Almen zu erhalten, sind nach meinen Informationen enorm zumal das auch durch deutlich höhere Milchpreise begleitet wird. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass man dort, wo noch viel Vieh auf den Weiden hält auch die übrige Biomasse im Raum hoch ist.
      Zurück zur Weidehaltung bei uns in den Niederungen bis in die mittleren Mittelgebirgslagen. Zur Weidehaltung bedarf es umfangreicher Zaunanlagen, die im Übrigen ein vielfältiger Biotoptyp an sich schon sind. Die müssen nicht nur errichtet, sondern auch ständig gewartet und gepflegt werden. Die Weidetiere müssen vom Landwirt täglich kontrolliert, was ganz schön in die Zeit geht. Dann die Verteilung auf verschiedene Parzellen und/oder ein regelmäßiger Umtrieb. Es gibt nicht allzu viele zusammenhängende Grünlandbereiche, wo man mal eben umtreiben könnte. Die kleineren Milchviehbestände zwischen 10 und 40 Kühen, die früher eine Koppelweidehaltung mit 10-14 Einzelkoppeln praktiziert haben, sind weitgehend verschwunden. Hinzu kommt noch der Verlust an nutzbarem Grundfutter. Mit einer Schnittnutzung habe man etwa 30% mehr nutzbares Grundfutter als bei der Weidehaltung. Das geht tief in die Betriebsstrukturen hinein. Es ist vor allem der Kosten- und Zeitdruck bei ständig reduzierten Preisen, der weitgehend zur Aufgabe der Weidehaltung geführt hat.
      Entweder hole ich mir das Futter dann vom Acker, was dann auch ins Geld geht oder ich reduziere den Tierbestand bei gleichen Festkosten. Kommt noch hinzu, dass man das Management mit den organischen Düngern ändern muss. Weniger Grundfutter von der Weidefläche heißt auch man darf bedarfsgerecht auf der Entzugsbasis nicht mehr so viel auf der Weide düngen wie auf einer mehrmals geschnittenen Wiese. Man muss dann den organischen Dünger andernorts unterbringen, was zusätzlich Geld kostet. Um im faunistischen Sinne und in Bezug auf die Insektenbiomasse etwas zu erreichen, muss die Weidehaltung im größeren Stil schon im zeitigen Frühjahr beginnen und nicht erst nach dem ersten Schnitt. Wenn heute Weidehaltung noch praktiziert wird, dann nicht mehr in der Koppelhaltung sondern auf größeren Flächen erst nach dem ersten Schnitt meist erst ab Mitte/Ende Mai. Dann ist es für die Wiesenbrüter und ihre Küken aber schon zu spät und die erste Generation der am Gras lebenden Schmetterlinge ist dann auch schon im Futtersilo verschwunden.
      Bis jetzt gibt es aber noch keine ernsthaften Angebote, die alle der hier aufgeführten Rahmenumstände kostendeckend berücksichtigt oder sogar zusätzliche Anreize schafft. Ein Landwirt muss dann ja auch seine ganze Betriebsführung und sein Zeitmanagement anpassen. Das wird nicht ohne zusätzliche Arbeitskräfte gehen, die dann auch sozial verträglich zu entlohnen wären.
      Auch mit dem gezielten Kleeanbau Fehlanzeige. Hier könnte man auch etwas erreichen. Aber dafür bedarf es wieder einer Frischfuttererntekette und täglicher Futterbergung. In der Milchviehhaltung wurde zumindest im Rheinland bis in die 70iger Jahre noch täglich der Eiweißbedarf für die Milchkühe frisch vom Rotkleefeld geholt. Die dafür geeigneten Flächen dafür dürfen aber nicht auf Grund der Rüstkosten nicht zu weit vom Hof liegen. Rotklee für das Futterlager ganzflächig anzubauen und auf einen Schlag dann ins Silo zu fahren, bedeutet auch wieder einen blanken Tisch auf größerer Fläche. Das hilft nicht viel. Die tägliche Frischfutterbergung kann da nur für Insekten und Vögel weiterhelfen. Im Greening den Leguminosenanbau, so allgemein wie es jetzt geschieht, zu fördern ist ja ok. Aber das kann nur der Anfang sein. Will am das alte Habitat der Rotkleefelder zurückhaben, braucht man andere Rahmen- und Förderbedingungen.

      11+
      • Marzellus sagt

        @Herwig Scholz Natürlich haben Sie Recht, auf die aktuellen Rahmenbedingungen von Landwirtschaft hinzuweisen. Mir ist es durchaus klar, dass die Bauern i.d.R. nicht mutwillig Natur zerstören, sondern dass das Artensterben eine logische und leider auch vorhersehbare Folge der seit Jahren betriebenen „Wachse oder Weiche“-Politik in der EU ist, die an ihre ökologische Grenze stößt bzw. lange schon gestoßen ist.

        Sie nennen in Ihrem Beitrag Beispiele dafür, was heute nicht mehr passiert und erklären, warum das aus im Wesentlichen betriebswirtschaftlichen Gründen heute nicht mehr möglich ist. Ich könnte aus eigener Ansicht noch weitere solcher „Beispiele“ hinzufügen. Die meisten meiner fast 64 Lebensjahre habe ich auf dem Land verlebt und habe das gesellschaftliche Drama des „Höfesterbens“ aus der Nähe miterlebt, sogar in der Familie meiner Schwester, die in einen Bauernbetrieb eingeheiratet hat, der heute nicht mehr existiert.

        Die erreichten und zum Teil überschrittenen ökologischen „Grenzen des Wachstums“ schreien doch nach „Wende“ und nicht nach „Weiter so!“ und das geht nur über eine gezielte Förderung der heute am meisten vom „Strukturwandel“ bedrohten Betriebe am unteren Ende der Betriebsgrößen.

        Statistisch zahlt der Staat über den Subventionstopf 42 Prozent der Einkommen in der Landwirtschaft. Aber die Statistik täuscht. Die momentane Agrarförderung funktioniert nach dem „Matthäus – Prinzip“: Wer hat, dem wird gegeben … . Fördermaßnahmen orientieren sich im Prinzip an der Betriebsgröße und subventionieren so nicht nur Landwirte, sondern zum Beispiel auch Kapitalgesellschaften, die Landkauf im großen Stil betreiben und Flächen vor allem in Ostdeutschland als Renditeobjekte aufkaufen.

        Die 80 Prozent der Höfe mit dem geringsten Einkommen bekommen laut „Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung“ nur 25 Prozent der Direktzahlungen, die zehn Prozent mit dem höchsten Einkommen dagegen 55 Prozent. Großbetriebe profitieren besonders, die kleineren haben das Nachsehen. Der Teufel scheißt halt immer auf den größten Haufen. Das aktuelle, auf Großbetriebe ausgerichtete Subventionsmodell wirkt sich negativ auf Umwelt- und Landschaftsschutz aus, verdrängt bäuerliche Betriebe und gefährdet damit die Entwicklung des ländlichen Raums.

        Ein paar groteske Beispiele, die ich mal nachrecherchiert habe: Man staunt nicht schlecht, wenn man die Summen sieht, die einer der größten Landbesitzer in Deutschland, die Südzucker-AG für ihren 10.000 Hektar großen Landbesitz an Subventionen einstreicht: 1.820.844,04 €.

        Der Brillenmultimillardär Fielmann – 6,2 Milliarden $ Vermögen – schneidet sich vom großen EU-Subventionskuchen für die Landwirtschaft für seine groß aufgezogene Biolandwirtschaft ein Stück in Höhe von 637.842,88 € ab. Es klingt wie Hohn, wenn der Mann, der laut Forbes Magazin zu den 300 reichsten Menschen der Welt gehörende Unternehmer allein 236.014,95 Euro Basisprämie erhält, die der „Einkommenssicherung und Risikoabsicherung der landwirtschaftlichen Betriebe“ gilt. Und das politische Berlin diskutiert darüber, ob man eine Mindestrente über Sozialhilfeniveau erhält, wenn man ein Leben lang gearbeitet hat.

        Ich kann nicht verstehen, warum die Landwirte, die hier mitdiskutieren und das Thema Insektensterben marginalisieren oder gar als nicht relevant bezeichnen, sich nicht auf den Standpunkt stellen, gerade angesichts der weder regionalwirtschaftlich, noch sozial noch ökologisch begründbaren Subventionspolitik sich auf die Seite der Menschen stellen, die eine ökologischere Landwirtschaft wollen.

        7+
        • Arnold Krämer sagt

          Marzellus:
          Die Zeit des klassischen „Wachsen oder Weichen“ ist vorbei. Diese Erscheinungen waren vor allem dem autonomen technischen Fortschritt geschuldet, der zu einer starken Erhöhung der Arbeitsproduktivität und gleichzeitig deutlich steigenden Naturalleistungen führte. In der Folge sanken die Stückkosten und die Erzeugerpreise in den seit 1960 schnell gesättigten Agrarrohstoffmärkten (mit gleichzeitig sehr positiven Nebeneffekten für die Endverbraucher). Wer da nicht mitzog (oder in die Wertschöpfungskette einstieg) konnte keine ausreichenden Arbeits-Einkommen ( der „große Brocken“ neben der Kapital- und Bodenverzinsung als Einkommensquelle) mehr erzielen. Er musste zwangsläufig weichen und sein Arbeitseinkommen außerhalb der Landwirtschaft erwirtschaften. Je nach Region oder Eigentumsfläche blieb vielen aber noch ein teilweise beachtliches Einkommen aus der Verpachtung von Flächen und Ställen.

          Heute sind wir in der Zeit von „Weichen und Wachsen“, so wie in anderen Wirtschaftssektoren auch. Der technische Fortschritt flacht ab, (Ertragszuwäche, Arbeitsproduktivität, Arbeitsteilung; vieles ist in vielen, nicht allen, Regionen D ausgereizt) oder wird durch den Staat zurück verordnet. Die NGO‘ und andere Interessengruppen fordern noch mehr auf diesem Gebiet zu tun (siehe Diskussionen in diesem Blog). Die Kosten steigen an. Die Verarbeiter beziehen die Rohstoffe, der Handel die konsumfertigen Lebensmittel aus dem Ausland). Die Einkommen sinken oder werden (nicht vollständig) durch staatliche Transferzahlungen kompensiert. In der Folge werden die Flächen und die Ställe (und die Marktanteile) der weichenden Landwirte an wirtschaftlich gesunde Unternehmen gehen, die die Hofnachfolge sichern können. Das ist Marktwirtschaft, die aber von manchen Diskutanten hier im Blog auch immer wieder offen oder verdeckt in Frage gestellt wird.
          Letztlich geht es tatsächlich um die wirtschaftliche Grundsatzfrage, die man aber für den Sektor Landwirtschaft nicht anders beantworten darf als für die gesamte Wirtschaft in unserem Land. Der Reichtum unseres Landes hat ja nicht nur mit der (volkswirtschaftlich eher unbedeutenden ) Agrarrohstofferzeugung sondern auch mit den vor- und nachgelagerten Sektoren zu tun. Gerade im vorgelagerten Sektor sind viele mittelständische Akteure auf höchsten technischen Niveau mit Exportanteilen von 70- 80% unterwegs. Vielleicht sagen Ihnen die Namen Grimme (Kartoffeltechnik), Amazone (PS-Technik) Krone (Feldfuttertechnik) oder Big Dutchman (Stallhaltungsanlagen) ja etwas. Schauen Sie einfach mal nach.

          4+
        • Thomas Apfel sagt

          Der falsche Blick auf die großen Betriebe ist der, der so tut, als wäre am Kopf der Genossenschaften und Agrargesellschaften immer EINE Person, die sich alles einsteckt. Bei Fielmann und einigen Super-Reichen kann man das so sehen. Es ist aber so, dass auch ein durchmechanisierter Großbetrieb Personal beschäftigt (reine Ackerbauer 0,6 – 0,8 VBE/100 ha; Gemischtbetriebe 1,3 bis 2,7 VBE/100 ha) Das Führungspersonal und alle Mitarbeiter arbeiten im Angestelltenverhältnis. Die Löhne sind oft besser als das Einkommen je Familien-Arbeitskraft in kleinen Betrieben. Diese Einkommen sind das was im Wesentlichen erwirtschaftet werden muss, und zwar im Osten auf Grund der Verluste an Verarbeitungsmöglichkeiten mit geringeren Hektarerlösen.

          1+
    • Sabine sagt

      Bitte immer auch darauf achten, dass es sich beim Krefelder Verein überwiegend um Laien handelt. Da hilft es auch nicht wenn die RP hervorhebt, dass der Spiritus Rector des Vereins promovierter Biologe ist und daher die Methoden, also auch die Ergebnisse über alle Kritik herhaben sind.
      Die sind so wenig wissenschaftlich Entomologen wie ich wissenschaftliche Ornithologin oder Fachberaterin für Geflügelproduktion bin. Da kann ich 100mal Kurse für den Einstieg in die Hühnerhaltung abhalten und 1000mal mit Leuten auf ne Vogelstimmen-Exkursion latschen, wissenschaftlich Arbeiten ist was ganz anderes. Ich kenne das auch und es war mir zu Rotze langweilig.
      Gefühlt 5 Millionste Agarplatte zu beimpfen, in den Brutraum zu schieben und dann auszuwerten, um herauszubekommen mit welchem freaking Erreger ich es denn dieses Mal zu tun habe, dafür braucht es einen ganz bestimmten Charakter. Den hatte ich leider nie und habe das zu meinem Glück auch früh genug erkannt.
      Für bestimmte Probleme die richtige Fragestellung zu erarbeiten und zur Beantwortung dieser Frage eine wissenschaftliche Methode zu entwickeln, also Parameter zu identifizieren und sich Techniken einfallen zu lassen, diese Parameter verlässlich zu messen und diese Ergebnisse dann in richtig zu interpretieren, ist eine hohe Kunst. Vor allem weil jeder Schritt auf den Weg von der Fragestellung bis zur Interpretation auch anderen Orts nachvollziehbar sein muss. Wenn die Messungen meiner Parameter uneinheitlich ausfallen, muss ich in einer wissenschaftlichen Studie Einflüsse und Störungen klar identifizieren. Ich muss also beweisen, warum sie abweichen.
      All das ist in der Krefelder Studie noch nichtmals angedacht gewesen.
      Da sind Insektenfallen aufgestellt worden und man hat schlicht die Menge festgehalten und dann fröhlich gemutmaßt, warum man einen Rückgang beobachten kann.
      Wenn ich in meinem Garten einen Rückgang der Singvögel feststelle, heißt das doch nicht zwangsläufig, dass die vom Bauern nebenan totgespritzt worden sind. Dann kann es doch auch sein, dass meine bekloppte Nachbarin seit zwei Jahren Eichhörnchen in ihrem Garten füttert. … und hab nen Hals geschoben und die Arme wusste überhaupt nicht, dass die kleinen Teufel auch Vogeleier und Küken auf der Speisekarte haben. Da hat es geholfen mal mit ihr zu reden. Die war völlig fertig, weil sie doch auch die Vögelchen so toll findet und jetzt überlegen wir uns, wie wir die niedlichen kleinen Teufel und die kleinen Sänger so unterstützen, dass alle Freude am Garten haben. Da geht einiges.
      Wäre ich bei der auf der Matte gestanden und hätte Vogelmörder geschrieen, wäre wir wohl zu einem weniger erfreulichem Ergebnis gekommen.

      3+
    • Mark sagt

      „Wer die Krefelder Studie gelesen hat, wird als erstes bemerken, dass hierin keineswegs Zeitpunkte 1989 und 2017 miteinander verglichen werden, sondern ein Zeitraum von 27 Jahren dokumentiert ist.“
      Wenn man sich die „ursprüngliche Krefelder Studie“ und nicht die nachträglich von „Wissenschaftlern“ verfälschte anschaut, kommt man zu ganz nüchternen Ergebnissen:
      1. Die natürliche Volatilität der jährlichen Insekten – Bio – Masse IBM ist ernorm.
      2. Von 1989 – 1991 hat die IBM um 67 % abgenommen, dass dies mit der landwirtschaftlichen Nutzung zusammenhängt ist ausgeschlossen
      3. Die IBM im Jahr 1991 ist niedriger als im Jahr 2011, könnte auch nicht sein, wenn die LW der Verursacher eines Insektensterbens wäre
      4. Gegen Ende des Betrachtungszeitraums steigen die IBM-Werte
      5. 1989 ist ganz offensichtlich ein Ausreisser
      6. Würde man das Jahr 1989 abschneiden und für die fehlenden Jahren die durchschnittliche IBM der Jahre 2007 – 2010 annehmen, gäbe es überhaupt kein Insektensterben
      Mein Fazit: hier wird ganz bewusst dramatisiert!
      Zum Schluss nch eine ketzerische Frage:WENN ES TATSÄCHLICH SO WÄRE; DAS JETZT 85% DER iNSEKTEN FEHLEN, WO IST DAS PROBLEM??

      5+
    • bauerhans sagt

      „Das Leben ist kurz und es ist Zeitverschwendung mit Menschen zu diskutieren, die ihre eigenen beschränkten Wahrnehmungen verallgemeinern und alles, was dem widerspricht“

      eine sehr dekadente aussage!

      ich hab mit verwaltungsangestellten zu tun,die richtlinien und vorgaben im naturschutz beachten müssen,aber praktisch keine erfahrung in der umsetzung haben.
      da kommts dann zu „zielkonflikten“,aber nie zu auseinandersetzungen.

      1+
  24. Roger Roggenbrot sagt

    Ich stelle fest: Das allgemeine Interesse schießt sich auf diesen Artikel ein.

    Ich habe den Artikel dehr gerne geteilt und er regt, wi ich feststelle, ziemlich auf, gelinde gesagt. 🙂

    Na dann: Gute Fahrt, Herr Herwig Scholz!

    14+
    • Mark sagt

      „….Artikel dehr gerne geteilt und er regt, wi ich feststelle, ziemlich auf, gelinde gesagt. 🙂“
      Besonders diejenigen, denen fakes lieber sind als Fakten, gell R.R.

      2+
    • Christian Bothe sagt

      Fahre jetzt in meine Garage,um dort zwei überwinternde Schmetterlinge zu begutachten und in die Inventur für die Krefelder Studie aufzunehmen…

      0
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Du stellst die Garage für Schmetterlinge zu Verfügung?

        Das finde ich jetzt löblich, sollte alle machen.

        0
    • Obstbäuerin sagt

      Mich regt er nicht auf – ich würde mich freuen, wenn Sie meine Frage: Warum es in einem intensiv behandelten Obstanbaugebiet Schmetterlingen und Wildbienen gut geht? Wie erklären Sie sich das, Roger? Wenn Sie denken, das kann ja nicht stimmen, lade ich Sie gern im Sommer ein. Kann man sich wirklich mit eigenen Augen ansehen. Oder könnten unsere Insekten mutiert sein? Es muss doch eine Antwort geben!!!!

      4+
      • Brötchen sagt

        Gestern habe ich einen Bericht über Österreich gesehen. Da wurde gesagt die varoamilbe befällt auch Wildbienen und schwächt diese. Die wurde eingeschleppt.

        1+
        • Elise Speta sagt

          @ Brötchen: Können Sie mir bitte den Link zu diesem Bericht geben. Bisher war man der Meinung, dass Wildbienen nicht von der Varroamilbe befallen werden. Man hat zwar sowohl bei Hummeln als auch bei einigen anderen Wildbienenarten verschiedene Milben entdeckt, nicht aber die Varroamilbe, sondern sog. „Kommensale“ (Tischgenossen, die sich von Nahrungsrückständen des Wirtes ernähren), die den Wildbienen eigentlich (meist) nicht schaden.

          0
          • Brötchen sagt

            Das wurde nur nebenbei gesagt. Glaube das war eine Sendung in 3 sat. Über die Lausitz. Ich würde mich darauf jetzt nicht darauf verlassen.
            Aber eigentlich ist das logisch. Geflügelkrankheiten werden auch durch Wildvögel eingetragen, ansonsten müsste man nicht gegen Newcastle oder mareksche Krankheit impfen. Deshalb habe ich die Frage ja gestellt.
            Wenn die carnica stark gefallen ist, auch durch viele neue Hobbyimker, die nicht so fachkundig sind und nicht die Zeit haben. Kann ich mir die Möglichkeit vorstellen. Sie können bei den Bieneninstituten anfragen….Hohenneuendorf, Celle oder glaube in BW gibt es auch eins. Vielleicht haben die dazu Literatur.

            0
              • Elise Speta sagt

                Danke für den Hinweis. Ich habe mir jetzt den Film aud 3 Sat über die Lausitz angesehen. Es sind zwar Honigbienen dort vorgekommen, aber nichts über die Varroa. Macht aber nichts. Der Film war sehenswert.

                0
                • brötchen sagt

                  Dann war es das über strassendörfer in österreich.
                  Es wurde nur als kommentar gesagt.

                  0
  25. Roger Roggenbrot sagt

    Mein Resümee:
    Hier stehen sich zwei Langzeitstudien gegenüber: Krefeld vs Leverkusen

    23+
  26. Karin sagt

    Vielen Dank Herr Scholz.
    Wir werden Ihren Artikel verbreiten und haben es auch schon getan. Für uns ist das alles in sich sclüssig und nachvollziehbar und auch sehr gut geschrieben. Auch Ihre Ausführungen in Ihren weiteren Kommentaren geben eine gute Hilfestellung zu Argumentation in Diskussionen. Allerdings wird man angesichts der Berichterstattung der Medien trotzdem mutlos. Folgender Bericht stand heute in der Tageszeitung.

    https://www.muensterschezeitung.de/Lokales/Staedte/Muenster/3665797-Aktionsbuendnis-kaempft-gegen-das-Insektensterben-Handeln-bevor-es-zu-spaet-ist

    Wir werden aber Ihren Artkel an die zuständige Redaktion schicken, regional und auch an die Lokal-Redaktion. Ob es was bewirkt?

    Was wir nicht verstehen ist, dass der Bauernverband bzw aucb die Landesverbände weiterhin still bleiben. Der ist es so, dass man von dort auch agiert, dieses aber von den Medien nicht gehört und verbreitet wird?

    Vielen Dank auch an Willi und Alois für euren unermüdlichen Einsatz.

    9+
    • Sunshine sagt

      gib ihnen die richtige Antwort: Wir haben in Bayern 20 % Grüne, 18,4 % haben das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ unterschrieben. Dazu kommen Tierschützer, Artenschützer, Vogelschützer, Bienenschützer, Insektenschützer, Naturschützer, Klimaschützer, Umweltaktivisten, die ÖDP, BUND, Bund Nabu, Peta, Tierschutzbund, Greenpeace und die Veganer. Und diese Personengruppen bringen gerade einen Bioabsatz von ca. 5 % zusammen. Der Fleischabsatz Bio liegt bei unter 2 %. Eine Gesellschaft, die solche Zahlen produziert, hat weder das Recht sich über konventionellen Ackerbau zu beklagen noch über unerwünschte Zustände in der Tierhaltung.

      13+
      • bauerhans sagt

        „hat weder das Recht……“

        die hattens einfach gemacht und es hatte geklappt.
        ähnliches könnte der bauernverband,wenn er denn wollte,mit seinen vielen geschäftsstellen im land auch erreichen.

        2+
        • Sunshine sagt

          was wollen wir erreichen und wie bringen wir den Bauernverband dazu, das zu tun, was wir wollen? Wie organisieren wir uns, damit wir „Macht“ haben?

          2+
          • Obstbäuerin sagt

            Hallo Sunshine, ich hatte vorgeschlagen einen eigenen Naturschutzverein der Bauern zu gründen, allerdings finde ich für meine Vorschläge wenig Begeisterung. Vielleicht sollten wir tatsächlich auf Frauenpower setzen?

            2+
            • Sunshine sagt

              und was willst du da machen? Das Thema Naturschutz ist doch jetzt schon über-besprochen. Und wir können die Natur schützen. so viel wir wollen. Das wurde uns bisher nicht anerkannt und wird uns auch in Zukunft nicht anerkannt. Und meist kommen dann noch zusätzliche kosten, die kein Landwirt über die Marktpreise zurückerstattet bekommt. Ich sehe das Problem nicht darin, daß zu wenig für die Natur getan wird, sondern daß eine Partei und NGOs Landwirte systematisch schlechtreden, um an Wählerstimmen/Spendengelder zu kommen. Un dein Naturschutzverein wird dagegen nicht helfen. Der Konflikt ist gewollt. Auf unsere paar Wählerstimmen können die gut verzichten, da sie sie von anderer Stelle wegen uns reichlich bekommen. Hier sähe ich ein sinnvolleres Betätigungsfeld.

              7+
              • Obstbäuerin sagt

                Sunshine, der Verein oder wie auch immer benannt, sollte das, was wir schon machen und was vorhanden ist in die Öffentlichkeit bringen. Und die Positionen, die für unser Weiterexistieren wichtig sind, den Wählern glaubhaft darstellen. Das der Konflikt so zugespitzt wird, hängt mit der Umverteilung der Fördermittel zusammen, da möchten die NGO´s nicht nur mitreden, sondern auch ein Gutteil von abhaben. Das zu verhindern, wäre ein sinnvolles Ziel.

                2+
                • Sunshine sagt

                  ich bin da jetzt etwas wankelmütig. Immer wenn was „organisiert“ ist, wird man unglaubhaft, so nach dem Motto „was sollen sie auch anderes sagen“. Wir können uns da mal drüber unterhalten, aber aus meiner Sicht lassen wir diesen ganzen Leuten viel zu viel Macht im Internet. Die Deutungshoheit über unseren Beruf haben andere. Die müssen wir uns wieder zurückholen.

                  4+
                • Elise Speta sagt

                  Ich denke, Sie haben Recht, es geht in dem Konflikt um die Umverteilung der Fördermittel. Aber es sind nicht die NGOs, die abkassieren wollen, sondern die Betreiber der Tierfabriken und des großflächigen Maisanbaus, und die Agrarchemie, wollen von ihren Pfründen nichts abgeben. Es sollten diejenigen Landwirte, die tatsächlich zum Artenschutz, zum Tierwohl, zur Strukturierung der Landschaft (Hecken, Säume, Brachen, Streuobstwiesen….) zum Schutz des Bodens und des Wassers, zur Reduktion des Gift- und Nitrateinsatzes beitragen deutlich mehr Fördermittel bekommen. Den bürokratischen Aufwand dafür müsste man allerdings reduzieren.

                  1+
                • Sunshine sagt

                  du hast recht. Aber wie sollen wir das durchsetzen? Dafür müssten wir uns organisieren und alle in die gleiche Richtung arbeiten. Über die Berufsverbände kann man das nicht regeln.

                  Doch, die NGOs und die Grünen wollen von dem selbst geschürten Konflikt profitieren. Was meinen Sie, warum die schon jahrelang auf Landwirten herumhacken. Betrachtet man nüchtern die Gesetze, seriösen Statistiken, gibt es nur wenig Gründe, die das Dauergemecker begründen könnten.

                  Tierfabriken, Maisanbau …. ich kann es nicht mehr hören. Auch die Tierfabriken erhielten Genehmigungen für den Stallbau und sind legal. Un der Maisanbau kommt von den Grünen wegen Biogasanlagen. Ich verstehe den Bohei nicht. Wenn ich kein Fleisch von Tierfabrien mag, dann kaufe ich es einfach nicht. Der Absatz von Biofleisch liegt bei 0,8 % gemessen an den Gesamterlösen der deutschen Landwirtschaft. Eine Gesellschaft, die eine solche Zahl produziert, braucht sich über die derzeit TEILWEISE bestehende Tierhaltung nicht zu beklagen.

                  1+
  27. Roger Roggenbrot sagt

    Der Beitrag als solcher ist gut gemacht, in vielen Punkten Übereinstimmung, kene Frage. Insbesondere die Auswirkung auf die Insektenhabitate, was die Weidehaltung auf Grünland und eben die Kuhfladen angeht. Warum aber sind weniger Kühe auf der Weide?
    Das Grünland kenne ich noch als ausgewogene Mischung von Kräutern, Klee, Wildblumen usw. – Heute zu Flächen mit ausschließlich Weidelgras degeneriert!

    Problematisch bis propagandistisch wird es aber dann hier:
    Der Experte (Qualifikation: „Insekten-Fan“) führt aus, dass die Insektizide, insbesondere die systemisch aufgebrachten Nervengifte, keine gravierenden Auswirkungen auf die Artenvielfalt haben, lediglich die „Insekten-Biomasse“ würde reduziert – was dann als „Gut so!“ qualifiziert wird. – Das ist alles andere als „gut so!“

    Ich denke, mit diesem Statement, gefolgt von den nachfolgenden Kommentaren der Hardliner hier, die daraus „Siehst du, ich wusste es ja! – Alles nicht so schlimm!“ hat sich dann der Blog hier von jeglicher Anstrengung für ernsthaftem Dialog verabschiedet.

    Sie können ja so weitermachen und am Schluss stellt sich sogar in einem weiteren Expertenbeitrag noch raus, dass die Neonicotinoide die Artenvielfalt noch steigern (klingt ja schon in der obigen „Expertise“ so durch). Das wäre auch wünschenswert, dann dann ist es klar ersichtlich, dass es sich hier um eine reine Satire-Seite handelt.

    34+
      • Roger Roggenbrot sagt

        an Sunshine – Ich zitiere Sie:
        „aber die Krefeld-Studie scheint auch nicht das Maß der Dinge zu sein. “

        Wenn die „Insekten-Biomasse“ abnimmt, ist das schon mal ein Maß, welches Beachtung finden muss. Vielzitiert und sicher für Jedermann auch in der täglichen Praxis gut nachvollziehbar ist die „Windschutzscheibe“, die heute eben nicht mehr von Insekten bedeckt ist, sondern auf hunderte Kilometer unverändert frei bleibt.
        – Es beeinträchtigt das Schwinden der Masse und/oder Vielfalt in der Nachfolge auch die Menge und Vielfalt der in der Ernährungskette übergeordneten Tiere, ich denke, da gibt es wohl keine Unstimmigkeiten.

        Es ist klar, dass in einer Zeit, wo zunehmend Neonicotinoide/Neonikotinoide als eine der Hauptgründe ausgemacht werden, die PR-Abteilungen der Agrochemie-Multis zur Gegenoffensive blasen. Hier und da eingespielte Beiträge obigen Kalibers wären da schon ein Mittel zum Zweck.
        Hilfreich und mehr vertrauensbildend wäre dann eine möglichst ungefärbte Betrachtung.
        Ein Beitrag à la „Weniger Insektenmasse aber mehr Vielfalt. Gut so!“
        und das Resumé, das alles andere, niemals aber die Biozide Grund für ein angebliches (!) Artensterben sind, ist nicht förderlich, sondern bringt gesundes Misstrauen hervor.

        Dass der Bauernverband hier auf Zeit spielt und eine möglichst langzeitlich angelegte, neue Studie fordert, war ohnehin zu erwarten – und die Forderung kam prompt!
        Einzig, dass man nicht die Anwendung solange aussetzt, sondern das Problem solange aussitzt, ist dann nicht nur ein ethisches Defizit des Bauernverbands und seiner Mitglieder. Einzig anständiges und gesetzlich akzeptables Verhalten wäre, bei Verdachten dieser Art die Mittel unverzüglich auszusetzen, bis es neue Erkenntnisse gibt.

        Erwartungsgemäß wurde dann – selbstverständlich! – die Krefeld-Studie und auch die Mitglieder des renommierten Vereins, deren Entomologen z.T. anerkannte Wissenschaftler sind, infam diskreditiert, gar als „Hobby-Forscher“ bezeichnet.
        Das ist aber falsch!
        Etwa ein Drittel der Vereinsmitglieder besteht aus an der Uni ausgebildeten Wissenschaftlern. Ein weiteres Drittel hat keinen akademischen Abschluss, aber Erfahrung in der Insektenkunde und arbeitet unter Anleitung und Kontroller der o.g.. Das dritte Drittel befindet sich sozusagen in der Ausbildung.
        Ein Arzt, der in seiner Freizeit bei Ärzte ohne Grenzen arbeitet, ist ja auch kein Hobby-Mediziner.
        Der fachliche Spiritus rector des Vereins, Martin Sorg, ist promovierter Biologe, der seinen Doktor mit einer Arbeit über Insekten gemacht hat und bis heute als naturwissenschaftlicher Gutachter tätig ist.

        Diese Gruppe engagierter Entomologen hat wissenschaftliche Daten zwischen 1989 und 2015 an über 60 Standorten gesammelt
        – Welche andere Institution hat vergleichbare stabile Werte anzubieten?

        Sie sagen dazu nur lapidar: „aber die Krefeld-Studie scheint auch nicht das Maß der Dinge zu sein.“ – Ihre Aussage mag für sich sprechen!

        Die Kernaussage der Krefelder Spezialisten ist: „Die Zahl der Fluginsekten ist in Teilen Deutschlands erheblich zurückgegangen. In den vergangenen 27 Jahren nahm die Gesamtmasse um mehr als 75 Prozent ab“ ist schon ernstzunehmen und nicht runterzuspielen.

        Und nochmals zitiere ich den Titel des Beitrags „Weniger Insektenmasse aber mehr Vielfalt. Gut so!“
        Gut so? – Nein, so nicht!

        32+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „Einzig, dass man nicht die Anwendung solange aussetzt, sondern das Problem solange aussitzt, ist dann nicht nur ein ethisches Defizit des Bauernverbands und seiner Mitglieder. Einzig anständiges und gesetzlich akzeptables Verhalten wäre, bei Verdachten dieser Art die Mittel unverzüglich auszusetzen, bis es neue Erkenntnisse gibt.“

          Anstand wäre auch, Bauern anständig zu behandeln.

          Es ist ja einfach von Bauern den Verzicht von Insektiziden zu verlangen und anschießend geht man zu ALDI und Co. einkaufen, zb. Obst von fernen Ländern, das eingeflogen wurde. Obst das in Deutschland nicht mit dem selben PSM erzeugt werden darf.

          8+
        • Arnold Krämer sagt

          Roger Roggenbrot:
          Die Krefeld-Studie ist tatsächlich nicht das Maß aller Dinge!

          Weil mit den vorgenommenen Verallgemeinerungen in den Kernaussagen (nur die bleiben hängen und werden instrumentalisiert) Angst geschürt wird und einseitige Schuldzuweisungen gegenüber der konventionellen Landwirtschaft vorgenommen werden. Damit kann man die politisch Verantwortlichen wunderbar vor sich her treiben. Die wissen doch jetzt schon nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht angesichts der vielen großen Zielkonflikte in einer immer komplexer werdenden Technik-, Wirtschafts- und Wählerwelt und wem sie auf der wissenschaftlichen Seite und in den eigenen Fachbehörden denn überhaupt noch vertrauen können.

          Bitte schön, die Ackerbauern bewirtschaften nur ca. 1 Drittel der Landfläche Deutschlands, auf denen weiß Gott nicht überall und jährlich Insektizide eingesetzt werden. Der Artikel und die Diskussion gestern und heute, die nicht oberflächlich waren, haben gezeigt, dass sehr viele Einflussfaktoren bewertet werden müssen und man darf auch nicht verkennen, welche qualitative Entwicklung der Pflanzenschutz in den letzen 60-70 Jahren vorzuweisen hat. Ich empfehle Ihnen dringend, einmal den Informationsveranstaltungen der Landwirtschaftskammern oder auch der DLG zu diesen Themen beizuwohnen. Vielleicht hätten Sie dann etwas mehr Respekt und würden zurückhaltender argumentieren.

          Was ist erheblich?
          Ja, 75 % sind erheblich. Aber die Insektenmasse nur eines Jahres mit der Insektenmasse wiederum nur eines Jahres zu vergleichen, ist grob fahrlässig oder vielleicht sogar vorsätzlich angesichts der natürlichen jährlichen Schwankungen in den Insektenpopulationen. Man hätte auch statistisch anders abgeleitete Prozentzahlen veröffentlichen können.

          Und was sind Teile Deutschlands?

          3+
          • Roger Roggenbrot sagt

            an Arnold Krämer
            „Was ist erheblich?
            Ja, 75 % sind erheblich. Aber die Insektenmasse nur eines Jahres mit der Insektenmasse wiederum nur eines Jahres zu vergleichen, ist grob fahrlässig“

            Wer tat dies? Die Zahlen über 30 Jahre liegen offen auf dem Tisch. Man muss schon sehr zweckorientiert-gefiltert wahrnehmen, um sowas zu schreiben, wie Sie es tun.

            Wissen Sie, was ich wirklich erheblich finde?
            Dass Sie das Lied der wirklichen Großindustriellen singen, während Sie absaufen.
            Sie wenden sich gegen den Konsumenten, während das eigentliche Problem woanders liegt.

            Hier geht es um eine fatale Entwicklung für Mensch und Umwelt, auch nicht zuletzt für Sie als Landwirte kleinerer Betriebe:.
            Die Landwirtschaft verwandelt sich immer mehr zu einer Geldquelle für Investoren und Großkonzerne, denen jegliches Interesse an Nachhaltigkeit und einer lebenswerten Zukunft abgeht.

            So sind in Ostdeutschland bereits rund 70% der Ackerflächen nicht mehr in der Hand der Bauern, die sie bewirtschafteen, sondern gehören Agrarkonzernen, die mit dem Land spekulieren, Subventionen einziehen.

            Ganz vorneweg als Erfüllungsgehilfin der Agrarlobbyisten: Frau Julia Klöckner, unser aller „Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft“

            Sie merken das scheinbar noch nicht einmal, sondern arbeiten sich daran ab, ihr vermeintliches Recht auf Giftspritzereien zu verteidigen.
            Die Messer gegen Sie sind gewetzt, der Verbraucher würde ihnen sicher gerne helfen, aber Sie vermasseln es in diesen Kernfragen, stellen sich auf die Seite derer, die Sie verraten und verkauft.

            Das, Herr Arnold Krämer ist wirklich „erheblich“!

            31+
          • Arnold Krämer sagt

            Präzisierung bzw. Differenzierung zu den Entscheidungsproblemen der politisch Verantwortlichen:
            Die Politiker mit einem klaren Weltbild haben die Probleme natürlich nicht.

            1+
    • Ackerbauer sagt

      Alles Roger!?

      Der Kuhfladen ist nicht die gute fachliche Praxis.
      Legt man die Maßstäbe der Düngeverordnung an.
      So verursacht eine hoch konzentrierte Nährstoffbelastung von 2000kg/N auf das Ha umgerechnet.
      Sie sind mir vielleicht ein Experte, geben auch noch die Neonics-Diskussion unreflektiert wider.
      Erhebungen haben gezeigt das ein Rückgang der Insektenpopulation auch in Mittelgebirgslagen in einem Abstand von über 100Km zur nächsten Ackerbauregion zu verzeichnen war.
      Oh man es wird höchste Zeit das die längst ausstehende Finanzkrise zurückkehrt.
      Spätestens dann erwachen viele von der dekarbonisierten ökologischen Mittelalter Träumerei!

      4+
    • Herwig Scholz sagt

      Da schein ein Hardleiner nach dem Motto zu argumentieren, „Alle Gifte müssen weg“. Wir da nicht nach dem alles oder nichts Prinzip das Kind mit dem Bade ausgeschüttet? Meine Ausführungen zum vorsichtigen Umgang mit Insektiziden sin noch lange keine Glorifizierung von Neonikotinoiden. Da darf man ruhig mal alle meine Kommentare lesen. Kochsalz ist auch Gift, eine Tagedosis von 100g reicht aus. Ich bin froh, dass es die verschiedensten Gifte gibt und die stärksten hat die Natur selber auf Lager. Habe über ein Jahr lang meinen Sohn damit vollgepumpt, damit er seine Leukämie überlebt. Hat er, da wird man andächtig und ist glücklich darüber, dass wir solche Gifte zur Verfügung haben.
      Schon mal was von Heuschreckenplagen gehört, die Hunderttausende von Menschen in Hungersnöte getrieben haben und auch heute noch in Afrika immer wieder auch tun? Die wären dort froh, wenn sie wirkungsvolle Insektizide zur Verfügung hätten.
      Ein Blick in die Bibel hilft: 2. Mose 10.12 oder 2 Mose 8.13 und 8.16 nachlesen. Dazu gehört auch 2. Mose 9.1 denn die Viehpest wurde von Insekten übertragen. Von den 10 Plagen der Bibel sind daher alleine 4 Insektenplagen. Im übrigen tobte sich noch die Malaria vor etwas über 100 Jahren in der Erft-Niederung bei Köln aus, schon gewußt?

      7+
      • Roger Roggenbrot sagt

        An Herwig Scholz:
        Sie schreiben (ich ziehe mir mal den Schuh an):
        „Da schein ein Hardleiner nach dem Motto zu argumentieren, „Alle Gifte müssen weg“.“
        Falsch! – Nicht alle Gifte müssen weg.
        Es reicht, die bedenklichen Gifte wegzulassen, bis dass es einen Konsens gibt.
        Nicht richtig ist, dass Zertifikate von z.T. fragwürdigen Stellen als maßgeblich
        anerkannt werden, obwohl eine Vielzahl von weltweiten Studien eben vor diesen Giften und deren Anwendung auf der Fläche warnen.

        Das mit dem Salz habe ich schon oft genug gelesen und dass Medikamenete in der Humanmedizin wirk- und heilsam sind, ist hier nicht das Thema. Ich hoffe, Ihrem Sohn geht es besser und wünsche Ihrer Familie das Beste.

        Wer Lebensmittel produziert, hat eine Verantwortung.
        Menschen zu vergiften, ob bewusst oder fahrlässig, ist unverantwortlich.
        Wenn es Bedenken gegen Stoffe gibt, darf man nicht einfach weiter diese ausbringen.

        Dass Sie Insekten als (biblische) Plage ansehen, erhellt den Zugang zu Ihren Beitrag
        allerdings etwas.
        Sehen Sie, hatten Sie nicht selber was von „Nütz und Unnütz“ geschrieben? Abgesehen davon, dass ich mir nicht anmaßen würde, über Gut und Böse (Sie sind ja scheinbar gläubig: Hat Gott aus Ihrer Sicht Böses erschaffen? ) in Gottes Schöpfung zu richten, ist es doch so, dass die Gifte eben da keine Entscheidung treffen und alles vernichten!

        Es gibt Menschen überall auf der Welt, die verzweifelt versuchen, die Insekten zu retten, weil sie wissen, wie wichtig diese für unsere Welt sind. Aber deren Bemühen wird durch die Vergifterei auf großer Fläche zunichte gemacht.

        Für Sie, Herr Scholz, sind Insekten laut eigener Erklärung eine Plage und Sie nennen sich aber als zur Rechtfertigung für Ihren Beitrag „Insekten-Fan“. Erkennen Sie den Fehler?

        40+
        • Obstbäuerin sagt

          Jetzt bleiben Sie mal auf dem Teppich, Roger. Kein Landwirt vergiftet irgendjemand oder glauben Sie die Menschen würden immer älter, wenn ihnen unentwegt giftiges Essen zur Verfügung stünde? Und man kann durchaus Wasser lieben und trotzdem vor Überflutungen warnen. Die Natur gibt und nimmt und sie ist nicht immer unser Freund.
          Insekten eignen sich hervorragend, um Existenzängste zu schüren. Sie sind flüchtig, schwer zu zählen und es gibt keine echte Basis von der man ausgehen kann. Auch ein Optimum ist mir nicht bekannt.

          6+
        • Herwig Scholz sagt

          Lieber Herr Roggenbrot,
          ich glaube Sie haben mich da nicht richtig verstanden. Ich bin seit über 20 Jahren selber praktizierender Bioland-Bauer.
          Ich erhebe mich aber nicht über die vielen konventionellen Landwirte die mit bestem Wissen und Gewissen bemüht sind einwandfreie Lebensmittel zu produzieren.
          Wer definiert den Bedenklichkeit? Es ist ja so einfach geworden für alle möglichen Bedenken eine scheinbar breite öffentliche Relevanz zu erzeugen, und das dann auch noch heftig und polemisierend zu vertreten, ob berechtigt oder nur an den Haaren herbei gezogen. Das trifft auf extrem viele Lebensbereiche zu. Fake-News sind das neue Zauberwort.

          Nur mal so als Rechenbeispiel. Mit einer simplen Programmierschleife im Visual-Basic von Excel oder Word könnte ich ein mal in der Sekunde auf die Internetadresse dieses Artikels zugreifen und dann wieder schließen. Zum Programmieren brauche ich dafür keine 15 Minuten!!! Der Counter läuft dann. Aktuell sind für dies Seite etwas über 6.000 Aufrufe registriert. Nach zwei Stunden hätte ich diese Anzahl mehr als verdoppelt. Nach einem Tag würde ich rund 90.000 Aufrufe erzeugt haben. Und wenn es tatsächlich Überprüfungssoftware im Hintergrund gäbe, dann hänge ich noch eine halbe Stunde Programmierzeit dran und lasse das über verschiedene Proxi-Server oder abwechselnde Mailadressen zufallszahlengesteuert in unterschiedlichen Zeitspannen laufen. So funktioniert heute die Suggestion einer hohen öffentlichen Meinung oder Aufmerksamkeit in den digitalen Medien.

          Sind denn die Pflanzenschutzmittel des ökologischen Landbaus ihrer Meinung nach bedenklich? Da gibt es sicherlich auch einige Menschen, die diese Meinung vertreten. Ich setze die mit bestem Wissen und gewissen ein, wenn ich es für nötig halte und andere Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Ok, das sind dann vielleicht in der Sache nur Rapsöl (Micula) oder Backpulver (Kumar), aber auch das kann für Insekten oder Pilze schon in geringen Dosen giftig sein.

          7+
          • Roger Roggenbrot sagt

            an Herwig Scholz:

            Lieber Herr Scholz,

            ich habe Sie schon richtig verstanden, dass Sie selber Bioland-Bauer sind, das hatten Sie ja eingangs beschrieben.

            Sie glauben also, der Wunsch/die dringende Bitte der Verbraucher sei „Meinungsmache“ als Ergebnis einer Programmierschleife?
            Gehen Sie so mit den Meinungen Ihrer Kunden um? Also alles „Fake News“?
            – Das lasse ich dann mal für sich stehen, da darf sich jeder selber seine Schlüsse ziehen, auch Ihre Kunden.

            Es geht aber hier um den Massen-/Artenschwund bei Insekten. Da haben Sie alle Faktoren, die Ihnen gefielen hoch- und die Ihnen nicht so gefielen runtergespielt.
            Das allerdings halte ich für sehr bedenklich. Da müssen Sie sich schon Erwiderungen gefallen lassen.

            Es geht darum, dass die Bevölkerung bittet und bettelt, dass nicht alle Tiere vergiftet werden. Wenn Bitten und Betteln nicht hilft, wird es allerdings auch mal ruppiger und es werden harte Forderungen. Müsste aber auch klar sein.

            Falls jedoch die PR-Rakete zündet, die hier so einige Kommentatorinnen fleißig in Szene zu setzen glaubten, dürfen Sie sich schon mal auf Einladungen zu Talk Shows vorbereiten. Dann sollten Sie aber noch das süffisante, versnobte Besserwisser-Lächeln eines Lungenfacharztes Dieter Köhler aus dem sauerländischen Schmallenberg, „Experte“ im von ihm aufgebrachten, bereits abgeflachten Feinstaub-Wirbel, einstudieren. Herr Köhler gefiel sich darin, die Grenzwerte anzuzweifeln und gab als Vorbild und Vorschlag höhere Werte, z.B. die der USA an. Wie das in der Bevölkerung ankommt, wenn ein Lungenfacharzt meint, die Belastungen für die Lungen der Menschen könne ruhig höher sein, haben Sie wahrscheinlich mitgekriegt.

            Sie, lieber Herr Scholz, bescheinigen durch Ihre obige „Expertise“ der Landwirtschaft, dass die Pestizide unerheblich für das Schwinden der Insekten sind…
            Ein Tipp: Seien Sie bei Ihren Zahlen aber gewissenhafter als dieser Köhler, um nicht auch zum Gespött der Nation, insbesondere der Branche zu werden.

            Erste Parallelen zeichnen sich bereits ab. Sie haben sich hier exponiert, haben vollmundig „A“ gesagt und für einen „Paukenschlag“ gesorgt, nun denn … – Good Luck!

            36+
            • Schmeckt gut sagt

              Liebes Roggenbrot, verraten sie uns bitte, was sie geraucht haben. Muß ja ziemlich starkes Zeugs sein 😉

              2+
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Nein, der hat nichts geraucht, der hat Spas daran uns in diesem Forum zu ärgern, der hat sicherlich schon die Sonderangebote der Discounter durchgesehen, die jeden Samstag im Briefkasten liegen.

                Menschen die in ihrem Leben nichts gescheites auf die Reihe gebracht haben, die möchten sich beweisen, was liegt näher, als über die Landwirtschaft herzuziehen?

                0
        • Ehemaliger Landwirt sagt
        • Schmeckt gut sagt

          Liebes Roggenbrot, im Moment werden massive Maßnahmen gegen Heuschrecken im nordafrikanischen Raum, auf der arabischen Halbinsel bis herüber nach Asien gefahren/geflogen. Die Mittel, die dort eingesetzt werden sind aus ihrer Sicht bestimmt nicht „nett“. Warum wohl? Erkenne den Fehler, sollte einer vorhanden sein.

          0
    • Mark sagt

      Fakt ist, dass die EFSA das europäische Verbot der Neonicotinoide vorallem auf Grund des politischen Drucks aus Frankreich und der NGO´s ausgesprochen hat. Weil keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege für das Verbot vorliegen, musste sie jedoch nationale Ausnahmemöglicheiten zulassen, von denen viele EU-Staaten gebrauch machen….
      Dass das Verbot der Neonicotinoide in der Tat ökologische Nachteile haben kann steht u.a. hier: https://www.n-tv.de/politik/Experte-kritisiert-Neonicotinoid-Verbot-article20410401.html

      1+
      • Roger Roggenbrot sagt

        An Marc:

        „…weil keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege für das Verbot vorliegen…“

        Es ist doch sogar so, dass keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege für die Unbedenklichkeit dieser Mittel vorliegen.

        Bei dieser Bedenkenlage könnten Sie noch nicht mal eine Frittenbude aufmachen, aber auf weltweiten Flächen geht es ja offensichtlich, wie man sieht.

        24+
        • Mark sagt

          „Bei dieser Bedenkenlage könnten Sie noch nicht mal eine Frittenbude aufmachen, aber auf weltweiten Flächen geht es ja offensichtlich, wie man sieht. “
          Witzbold! Die Zulassungsvorausetzungen für PSM sind höher als die für Arzneimittel, wenn bei der ursprünglichen Zulassung Bedenken im Raum gestanden wären, hätte es keine Neonics im Pflanzenschutz gegeben. Die danach angefertigten Studien, die Neonics Bienenschädlichkeit nachweisen sollen, sind allesamt äusserst fragwürdig. Ein Riesenproblem besteht jedoch darin, dass in den entsprechenden Zulassungsbehörden mehr und mehr die Ideologie zum Entscheidungskriterium wird. Im Fall des Verbots der Neonics wurde es der zuständigen EFSA – Präsidentin dann doch zu heiss, sie hat sich danach sicherheitshalber aus dem Staub gemacht!

          3+
          • Roger Roggenbrot sagt

            an Mark:
            „…wenn bei der ursprünglichen Zulassung Bedenken im Raum gestanden wären, hätte es keine Neonics im Pflanzenschutz gegeben.“
            Sie kennen schon die Aussage „Geld regiert die Welt!“ ?

            Wissen Sie, wie der „Beweis“ erbracht wird, ob ein Stoff „bienengefährlich“ ist?
            Die Biene wird kontaminiert und im Labor behalten, sie braucht sich auch nicht groß bewegen, fliegen etc. Also richtig gute praktische Zustände, nicht wahr?
            Wenn dann die Biene nach 24 Stunden „noch lebt“, egal ob sie sich am Boden krümmt, ganz sicher aber nicht mehr zum Volk zurück findet, dann ist das Mittel als „bienenfreundlich“ oder „bienenungefährlich“ eingestuft.
            Jemand hat mal einen guten Vergleich geliefert: Würde man ähnliche „Beweisführungen“ an den Menschen anlegen, dann wäre sogar eine deftige Portion Polonium „menschenunschädlich“, denn Sie würden nach 24 Stunden „noch leben“.

            27+
            • Obstbäuerin sagt

              Und warum geht es den Wildbienen dann in unseren Anlagen gut? Sicher können sie mir das erklären, Roger.

              0
            • brouss sagt

              Ich weiß nicht konkret was bezüglich Bienen untersucht wird. Aber allgemein gilt die LD 50 Rate:

              Es wird bestimmt bei welcher Belastung 50% der Versuchstiere sterben.
              Als Grenzwert für die Lebensmittel wird dann 1 / 100 genommen.
              Selbst wenn der Grenzwert um das Doppelte überschritten wird, hat man immer noch 50-fache Sicherheit.

              0
            • brouss sagt

              Und noch was Roger:

              Geld regiert die Welt. Das gilt aber nicht nur für die Pestizid- Produzenten. Das gilt auch für die Bio-Bauern.
              Im Vergleich zum Geschäftsgebaren in der Bio-Branche ist Monsanto ein Wohltätigkeits-Verein.

              1+
    • Herwig Scholz sagt

      Den „Insekten-Fan“ lasse ich mir von Roggenbrot nicht nehmen. Wahrscheinlich gehört das hier gezeigte subtile Diffamieren zu seinem Herabsetzungs-Stiel.
      Seit über 20 Jahren schmücken die Insektenbilder mit vielen wundervollen und authentisch gemahlen Darstellungen von Hechelmann, Isny unsere Wohnung. Ein Besuch in der Kunsthalle Schloß Isny, Allgäu sehr empfehlenswert.

      0
  28. Ehemaliger Landwirt sagt

    Es ist die Frage, ob man ein 15 jähriges Mädchen als Frau bezeichnen kann?

    Für mich ist Greta Thunberg eine Jugendliche und keine Frau.

    Als Frau die mitten im Leben steht, würde ich diese Ehrung als Beleidigung ansehen.

    4+
  29. Friedrich sagt

    Hab gerade im Internet gelesen , daß die Windräder rd. 1200 to/Jahr Insekten schreddern ?
    Kann jemand etwas dazu sagen ?

    1+
    • Ackerbauer sagt

      Sie liefern den Strom für die Haarp-Anlage
      Eine der größten steht in Marlow getarnt als harmlose Marinefunkanlage.
      Die ELF Anlage wurde an das Rostocker Lastenkraftwerk mit einem Erdkabel angeschlossen das einen Querschnitt aufwies um eine ganze Kleinstadt mit Energie zu versorgen!.

      Googelt ua. auch Insekten und Bienen sind elektrosensible Lebenwesen

      Sie kommunizieren über elektrische Felder im Stock
      Wie Bienen kommunizieren
      Bienen sind hochsoziale Wesen, die allerdings nur in der Gemeinschaft überleben können.
      Damit ein Bienenvolk funktioniert, müssen die Tiere miteinander kommunizieren. Das tun sie über elektrische Felder, die verschieden stark sein können.
      Bienen nutzen zur Verständigung elektrische Felder. Die Insekten strahlen im Bienenstock einer Studie zufolge elektrische Spannung auf ihre Artgenossen aus – unter anderem beim Schwänzeltanz. Das berichten Forscher um Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin nach einer Reihe von Experimenten in der Zeitschrift “Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences”.
      Demnach empfangen die Tiere die mit den elektrischen Feldern übertragenen Informationen etwa zu Futterstellen durch spezielle Rezeptoren in ihren Antennen.
      Wie andere Insekten auch laden Bienen ihre Oberfläche elektrisch auf, vor allem durch Reibung beim Fliegen. Studien an Hummeln hatten bereits gezeigt, dass diese elektrischen Felder wichtig sind für das Bestäuben von Blüten. In einer Reihe von Versuchen an Hunderten Honigbienen klärten die Berliner Biologen nun detailliert, wie die Tiere elektrische Felder wahrnehmen und übertragen.
      Demnach laden sich Honigbienen an ihrer Oberfläche umso stärker auf, je weiter sie fliegen. Bei der Rückkehr in den Bienenstock haben sie eine Oberflächenspannung von bis zu 450 Volt. Überraschenderweise bleibt die Spannung auch in der Behausung erhalten – etwa beim Schwänzeltanz, der der Verständigung dient. Wie die Forscher weiter ermittelten, strahlen die tanzenden Insekten die Spannung auf ihre Artgenossen beim Körperschwänzeln und Flügelschwirren charakteristische Felder ab.Felder bringen Geißel zum Schwingen
      Die Versuche zeigten, dass die elektrischen Felder die auf den Antennen sitzende Geißel zum Schwingen bringen. Dieses Vibrieren nehmen die Tiere mit dem sogenannten Johnstonschen Organ wahr – das besonders empfindliche Gehör der Bienen, das im zweiten Segment der Antenne liegt. Die ausgesendeten elektrischen Felder ergänzen und verstärken demnach die durch Tanzbewegungen übermittelten Informationen wesentlich.“Man muss eine besondere Lautstärke haben, um verstanden zu werden”, sagt Erstautor Uwe Greggers. Durch die elektrischen Felder nähmen die anderen Bienen Informationen zu Futterstellen auch dann noch gut auf, wenn ihnen Einzelbewegungen des Tanzes entgingen.

      2+
  30. Elise Speta sagt

    Dass der geschilderte Strukturwandel (und vor allem die Strukturverarmung) einen wesentlichen Einfluss auf die Insekten u.a. hat, ist einleuchtend und unbestritten. Aber der Schluss:
    „Weniger Insektenmasse, aber mehr Vielfalt“ widerspricht den Ergebnissen der wissenschaftlichen Untersuchungen:
    A. Segerer: https://www.youtube.com/watch?v=qsMiFWx20jY
    J. Reichholf: https://www.youtube.com/watch?v=jwo03Dqi3c0&fbclid=IwAR3cM426sUwOMBbVFf4yWFzDkBGqFkLfjJJYgL9JlnoDKiuWS2rkVs2KA-Q

    4+
      • Herwig Scholz sagt

        Folgt man den Ausführungen von Prof. Kunze in aller Konsequenz, dass müsste man ja das Bundeswaldgesetz in zwei Punkten entscheidend ändern.
        1. Das Weideverbot im Wald aufgeben oder drastisch modifizieren und 2. Die Wiederaufforstungsverpflichtung für Wald massiv entschärfen oder ganz streichen.
        Zum Punkt 2. eine kurze Geschichte:
        Als man die Autobahn A52 von Mönchengladbach nach Roermond (NL) vor gut 20 Jahren weiter baute, hatte man im Elmter Schwalmbruch bei Niederkrüchten als Ausgleichsmaßnahmen ganz im Sinne von Prof. Kunze ein größeres altes Wacholderheidegebiet weitgehend wieder entwaldet um der Heide und dem Wacholder wieder mehr Raum zu geben. Soweit so gut und alle incl. vieler Insekten waren zu frieden, bis auf einen.
        Die Forstverwaltung stellte dann fest, dass das ja jetzt kein Wald mehr im Sinne des Gesetzes ist und forderte die Neuanlage von rund 30 ha Wald. Also wurde auf unser aller Kosten ein kompletter landwirtschaftlicher Betrieb, der gerade aufgegeben wurde, gekauft und seine gesamten Ackerflächen wurden aufgeforstet und das auf Flächen auf denen es auch noch Rebhühner, Feldlerchen und Kiebitze gab. Jetzt nicht mehr! Verantwortlich war nicht die Forstverwaltung sondern das Forstrecht und das kann man wirksam nur auf Bundesebene ändern.

        5+
        • Obstbäuerin sagt

          Hallo Elise Speta, ein zu verallgemeinender, flächendeckender, immenser Artenverlust wurde bisher weder wissenschaftlich noch praktisch belegt. diese Aussage kann vielleicht in 5-10 Jahren getroffen werden aber im Moment sind es Einzelergebnisse, die eher regionale Bedeutung haben.

          1+
            • Obstbäuerin sagt

              Elise Speta: Ich wiederum empfehle Ihnen die Recherchen von Georg Keckl, der sich immer sehr gründlich mit Behauptungen auseinandersetzt. http://www.keckl.de/texte/ag.pdf
              So, wie es sehr viele regionale Gebiete (wie bei uns) mit einer intakten Biodiversität gibt, was man nicht verallgemeinern kann, gibt es auch Gebiete (wie Krefeld), wo das offensichtlich nicht so ist., was man auch nicht verallgemeinern sollte. In den von Ihnen zitierten Abhandlungen finde ich diese Differenzierung nicht.

              0
              • Elise Speta sagt

                @ Obstbäuerin: Ich habe Ihre empfohlene „gründliche Auseinandersetzung“ der Recherchen von Georg Keckl gelesen. Seine Quelle war (absichtlich?) nicht der aktuellen Stand der Roten Liste: http://www.wildbienen.de/wbi-rote.htm
                Wie Sie dort selbst lesen und zusammenzählen können, sind 38 Wildbienarten Deutschlands ausgestorben oder verschollen, 204 gefährdet, 33 Arten vermutlich (aber nicht gesichert) gefährdet, 24 extrem selten (nicht aktuell bedroht, aber gegenüber unvorhergesehenen Gefährdungen besonders anfällig) Das hat Herr Keckl offenbar mit gefährdet verwechselt und 43 auf der Vorwarnliste, 206 Arten sind ungefährdet.
                Also mindestens 204 Arten gefährdet und 206 Arten ungefährdet Das hält Herr Keckl für
                die Falschbehauptung von „50% vom Aussterben bedrohte Wildbienenarten“ ?? Ich habe somit seine Empfehlung ernst genommen: „Wer also selber recherchieren will, sollte unseriöse, unmoralische, scheinheilige, Quellen als solche gewichten, sich auf deren Eiferertum kein Bild machen“ .

                1+
                • Obstbäuerin sagt

                  Sehr geehrte Elise Speta, wie immer ist es eine Frage der Dramatisierung. Vom Aussterben bedroht sind laut Tabelle 5,5 % und 13,9 % sind stark gefährdet. Alle anderen sind weniger gefährdet. Die Meldung des Umweltministeriums lautete 50 % der Wildbienen sind vom Aussterben bedroht. Das stimmt nicht, wenn die Kriterien der Einstufung ernst genommen wird. Dann dürfte man für die Restlichen nur von Gefährdung sprechen.

                  0
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Sind sie die Elise Speta, die das Buch*Wildpflanzen Siebenbürgens *zusammen mit Laszlo Rakosy geschrieben haben?

                  Dann muss ich ihnen sagen, wir leben nicht in Siebenbürgen, und muss sie auf den folgenden Bericht hinweisen:

                  „Durch die Änderung der Landnutzungsformen, so Rakosy, etwa der Beweidung, verschwänden gewisse Pflanzenspezies, und in der Folge auch einige auf diese angewiesene Insektenarten. Einhergehend mit dem EU-Beitritt Rumäniens würde kaum mehr gemäht, da die Milcherzeugung in Deutschland und Österreich billiger käme. Dadurch nehme die Verbuschung vordem offener Flächen in einigen Gebieten überhand.“
                  https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/10259-floristischen-reichtum-erfasst-zum.html

                  Offensichtlich sind sie der Meinung, die deutschen Bauern soll die Artenvielfalt wiederherstellen, was in Transsylvanien verloren gegangen ist.

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        • Inga sagt

          also alle die wissen, das bestimmte Tiere ihre bestimmte Habitate bevorzugen, die ja von Zeit zu Zeit mit der Umwelt ändern,

          beschuldigen die Bauern nicht!

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      • Elise Speta sagt

        Der Beitrag von Prof. Werner Kurz ist unbedingt sehenswert und ich möchte mit ihm Aristoteles zitieren: „Wir können den Wind nicht ändern, wir müssen die Segel anders setzen“. Es fehlen die geeigneten Biotope: Da wir die aber nicht durch Hungersnöte erreichen wollen, müssen wir sie dort, wo es sie noch gibt, erhalten und dafür deutlich mehr Fördermittel verwenden (Feldraine, Magerwiesen, Streuobstwiesen, noch nicht umgebrochene, in monotone bis 6x jährlich gemähte Grasäcker verwandelte artenreiche Wiesen …) wo es keine geeigneten mehr gibt, welche schaffen (Brachen, offenen Böden, Saumbiotope …) Denn der immense Artenverlust, v.a. bei den Insekten, betrifft nicht nur ein paar Hobby-Entomologen sondern das Fundament eines intakten Ökosystems und damit uns alle.

        3+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „(Feldraine, Magerwiesen, Streuobstwiesen, “

          Letztes Jahr wurden für Äpfel von diesen Streuobstwiesen 5,50 Euro, vor 3 Jahren 3,50 Euro je 100 Kg bezahlt.

          Das sind unserer Gesellschaft die Biotope wert.

          Die NGOs fordern 20.- Euro als gerechte Bezahlung.

          6+
          • Thomas Apfel sagt

            Hallo Ehemaliger,

            ich glaube, die jährlich stark schwankenden Entemengen aus dem Streuobst sind ein großes Problem ,wenn man einen preisstabilen Markt generieren will. Wir haben hier so eine Initiativer aus Berlin, die mit uns eine Kooperation zum regionalen Streuobst- Äpfel- Bezug eingehen wollen. Da sind durchaus Preise von 25 – 32 €/dt im Gespräch.
            Die sind an uns allerdings im Herbst 2017 herangetreten, als die Streuobstmenge in Deutschland nahe Null war. Dieses Jahr, wo die Streuobstapfelmenge (wenn ich richtig liege) bei fast 1 mio Tonnen liegt, waren die Kontakte sehr viel extensiver. Ich will damit sagen, wir haben schon jede Menge Streuobstflächen, nur keine sinnvollen Nutzungskonzepte.

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          • Elise Speta sagt

            Die Landwirte, die noch Streuobstwiesen haben, sollten nicht nur mehr für ihr Obst bekommen, sie sollten vor allem auch dafür, dass sie die Streuobstwiesen erhalten und pflegen, deutlich mehr Fördergelder bekommen als z.B. für Maisfelder, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt (Lebensraum für viele Tiere, wichtige Struktur in der Landschaft) für uns alle. Außerdem sind blühende Obstbäume auch ein erfreulicher Anblick!

            2+
            • Schmeckt gut sagt

              Unser Problem ist nicht die Forderung nach Umsetzung gewisser Maßnahmen, sondern der ewige und nervende Nachsatz: dafür sollte (würde, könnte) der Bauer dann auch einen höheren Preis (oder mehr Förderung) bekommen. Der Mostobstmarkt ist ein gutes Beispiel dafür, was wirklich passieren wird: kein Geld gleich keine Ernte und nach einiger Zeit auch gerodete Streuobstbäume. Die auf den Fuß folgende Forderung wird sein, dass die Bäume unter Schutz gestellt werden müssen. Gut und schön. Die Arbeit bleibt an den Bauern hängen. Die Bäume ohne Pflege. Deshalb nochmal deutlich: wir Bauern können alles erfüllen, denn wir haben das Wissen, die Faktorenausstattung und oft auch den Wunsch, Veränderungen mitzutragen. Aber selbstverständlich bleibt von uns aus die Forderung, dass dies keine Verluste verursachen darf – anders ausgedrückt, dass wir von unserer Leistung auch leben können.

              3+
              • Elise Speta sagt

                Ja, das sollten Sie unbedingt bei Ihrer Vertretung einfordern, dass sie sich vehement dafür einsetzt, dass für die kommende EU- Förderperiode (2021-2027) ein Bauer allein für den Erhalt und die Pflege solcher Streuobstwiesen einen sicheren und angemessenen Förderbetrag bekommt (als Beitrag zum Schutz der Biodiversität), egal ob die Ernte gut oder schlecht ausfällt. Das würde wahrscheinlich doch manche davon abhalten, die Streuobstbäume zu roden. – Und da könnte die Agrar-Lobby beweisen, wie sehr ihr die kleinbäuerlichen Betriebe wirklich am Herzen liegen, wie in der Öffentlichkeit immer behauptet wird.

                0
                • Schmeckt gut sagt

                  Welche Agrarlobby? Bitte definieren sie das. Unser großes Problem in D und der EU sind doch die vielen unterschiedliche Betriebsformen. Das ist Chance und Bürde zugleich. Außerhalb von Europa gibt es eine Rücksichtnahme auf kleine Betriebe nicht. Hier zählt Kapital ohne Rücksicht auf Verluste. Unsere im Vergleich kleinen Betriebe haben das Nachsehen. Dies wirkt sich auch auf das Einkaufsverhalten des LEH aus – große und einheitliche Partien sind Voraussetzung für die Listung. Auch diesen wichtigen Punkt hat Herwig Scholz gut herausgearbeitet.

                  3+
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                „Die auf den Fuß folgende Forderung wird sein, dass die Bäume unter Schutz gestellt werden müssen. Gut und schön.“

                Genau das hat mich dazu bewogen, für die Rentnerbeschäftigung eine Intensivmostobstanlage anzupflanzen.

                2+
                • Thomas Apfel sagt

                  Hallo Ehemaliger,

                  mache ich auch gerade !

                  1+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Intensiv ist, wenn mehr als 2 Bäume auf einem ar stehen.

                  Meine stehen auf 3 x 5,5 Meter und werden nicht höher als 4 Meter.
                  Ernte Sorte Hilde letztes Jahr, im 5 Standjahr ca 115 KG je Baum.

                  2017 hatte ich einen Apfel mit 1678 Gramm, der Weltrekord liegt bei 1800 Gramm und wird von einem Japaner gehalten.

                  0
                • Mark sagt

                  Ich auch. Setze aber auf Topaz, eine Zweinutzungssorte als Tafel- und Mostobst. In die Hilde würde ich lieber nicht reinbeissen. Schwerpunkt bleibt bei uns aber der Streuobstanbau mit Börtlinger Weinapfel, Brettacher, Bittenfelder und der guten alten Gewürzluike. Mit 1200 Hochstämmen mache ich mehr Insektenschutz als Marzellus mit 1000 Büchern!!

                  0
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Mark

                  Hilde habe ich nur 40 Bäume, ist halt eine Rentnerbeschäftigung bei Rewena und Sirius sind es jeweils 90 Bäume. Mit deinen 1200 kann ich halt nicht mithalten.

                  Hilde, na ja, ist nur für hartgesottene. Letztes Jahr konnte man sie sogar essen, ich bleibe lieber bei Sirius, Jonagold, Elstar, 3 Topaz hab ich auch noch.

                  0
                • Obstbäuerin sagt

                  Ich wollte gern wissen, welche Sorte der große Apfel war, Ehemaliger. Unser größter war ein Gloria Mundi mit 1.380 g aber die Sorte ist eh riesig.

                  0
              • Herwig Scholz sagt

                Hallo Schmeckt gut,

                erlaube, dass ich mich auch zu diesem Thema außerhalb meines Artikels zu Wort melde. Seit über 15 Jahren versafte ich in unserem Betrieb in enger Zusammenarbeit mit unserem regionalen NABU Äpfel und sonstiges Streuobst von Leuten, die von ihren Äpfeln ihren Saft haben wollen bis herunter zu Kleinstchargen von 10kg. Davon machen jährlich inzwischen 2-300 Besitzer von Streuobstbäumen in der Region Gebrauch. Fast vollständig nehmen die Eigentümer der Bäume auch ihren Saft wieder mit, so dass ich hier nicht zur Mosterei werde, die anfängt selber im größeren Stiel Saft zu vermarkten. Außer meinem eigenen Saft und etwas Bio-zertifiziertem vom NABU vermarkte ich die hier produzierten Säfte nicht selber. Ich stecke daher seit langem tief im Thema.

                Ich sehe das Problem aber nicht beim Saft, auch wenn die Auszahlungspreise der verschiedensten Mostereien von Jahr zu Jahr exorbitant schwanken. Damit kann man nicht langfristig planen. Und ich warne ausdrücklich davor, hier in großem Stiel nach dem Staat als Finanzier zu rufen. Politiker denken da notgedrungen in viel kleineren Zeiträumen. Ich persönlich bin schon seit über 8 Jahren aus den Fördersystemen der EU und des Landes ausgeschieden. Bei meinen relativ wenigen Flächen viel zu kompliziert, viel Papierkram und die Aufmerksamkeit für die Produktion bleibt auf der Strecke. Wer als Landwirt größere Flächen bewirtschaftet, muss da anders rechnen. Der Ausstieg aus den Fördersystemen ist mein persönlicher Weg. Ich sehe da im stadtnahmen Bereich gute Chancen in solidarischen Systemen, die bereit sind, die Ertragsschwankungen mit zu tragen. Ein guter Saft lässt sich ja auch länger als ein bis 2 Jahr sicher lagern.

                Ich bin aber der Meinung, dass das Obst von einem Apfelbaum erst einmal in den Frischverzehr zu angemessenen Preisen gehört und nur der frisch nicht mehr vermarktbare „Rest“ in den Saft gehört. Da lässt sich die Arbeit auch gut bezahlen. Leider wurde in den letzten Jahrzehnten viel neues Streuobst überwiegend mit Saftobst-Äpfeln bepflanzt, die sich nur bedingt für den Frischmarkt eignen.

                Das Thema würde jetzt aber hier an dieser Stelle zu lang werden. Vielleicht machen wir mit Bauer Willi zusammen dazu mal ein eigenen Artikel. Ich habe nichts dagegen, wenn er Ihnen dafür meine Kontaktdaten zur Verfügung stellt.

                1+
                • Schmeckt gut sagt

                  Ich erkenne viele Gemeinsamkeiten in den Erfahrungen und auch im Einordnen von Vermarktungsregeln und Vermarktungsverhalten. Den letzten Schritt in Richtung Bioanbau können wir aus bestimmten, u. a. von ihnen beschrieben, Gründen nicht gehen. Ein gemeinsamer Artikel ist tatsächlich eine gute Idee.

                  1+
                • Thomas Apfel sagt

                  Frischobst aus Streuobst hat ausserhalb von solidarischen Strukturen keine wirtschaftliche Bedeutung, auch nicht im Bio- Bereich. Das hängt schon damit zusammen, dass sich Obst von Hochstämmen sich ganz gut schütteln, aber ganz schlecht pflücken lässt.
                  Sinnvolle Kombinationen sind hier eher Niederstamm- und Buschanlagen mit Sorten für beide Nutzungen (z.B. Topas, Sirius, Hilde und ev. noch Sehstermüher) auf M 25 oder M 26.

                  1+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Sirius, Hilde und Rewena sind meine Sorten, alle auf M25. Habe letztes Jahr alle eingesperrt, gemahlen natürlich.
                  Mit der Rewena bin ich nicht zufrieden.

                  1+
    • Herwig Scholz sagt

      Ja, das sieht wie ein Wiederspruch aus.
      Dabei stimme ich den Aussagen von A. Segerer und J. Reichhof voll und ganz zu. Wir haben bezogen auf viele Insektenarten einen erkennbaren dramatischen Rückgang in vielerlei Hinsicht. Das trifft vor allem die artenreichen Extremstandorte, die tatsächlich seit Jahrzehnten einer höheren vom Menschen gemachter Stickstoffbelastung ausgesetzt sind. Sobald dort eine kritische Grenze des Stickstoffeintrages überschritten ist, haben es manche Pflanzen extrem schwer, noch zu überleben. Und das sind oft die Futterpflanzen der seltenen Insektenarten. Die Gräser haben ein extrem hohes Stickstoffaneignungsvermögen und besitzen so eine hohe Konkurrenzkraft gegenüber zahlreichen anderen Pflanzen.
      Ich will hier nicht wieder mit dem schwarze Peter Spiel anfangen. Ein Teil des Stickstoffs in der Luft stammt auch aus der Landwirtschaft und bei jeder Verbrennung entstehen stickstoffhaltige Gase, je höher die Verbrennungstemperatur, desto mehr. Da ist jedes Auto mit Verbrennungsmotor daran beteiligt und auch der Hausbrand, ob mit Holz, Kohle, Öl oder Gas.
      Das ist die eine Seite, die der extrem stickstoffsensiblen Standorte. Sie leiden extrem und das anscheinend schon seit über einem Jahrhundert. Hier hat sich in der Regel die Landwirtschaft aber auch schon seit Jahrzehnten zurückgezogen. Die Wanderschäferei mal ausgenommen. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob die heutigen Pflegemaßnahmen meist mit einer Schaf- und Ziegenbeweidung wirklich die alte Bewirtschaftungsweise widerspiegelt. Ich wage das zu hinterfragen. Die entzieht nicht all zu viel Stickstoff. Früher ließ man dort sicherlich auch Kühe weiden und hat sie gemolken. Viele Familien in ländlich geprägten Gebieten mit Subsistenzwirtschaft hatte eine Kuh. Das ergab dann tatsächlich einen nennenswerten Stickstoffentzug. Ähnliches wohl auch mit Schweinen. Auch die trieb man in die Landschaft und in die Extremstandorte. Nur mit Weidehaltung konnte man dort ein bisschen Nahrungsmittel regional erwirtschaften. Da wurde dann auch regelmäßig der Boden freigelegt, entweder durch den Tritt der Kühe oder das Wühlen der Schweine. Das schaffte dann auf solchen Mini-Brachen regelmäßig wieder Freiraum für einzelne Pflanzenarten. Das war wohl eher die typische Nutzung der Extremstandorte.
      Zum Wiederspruch:
      Viele Naturschutzgebiete, so auch das Orbroich bei Krefeld sind aber keine besonderen Extremstandorte, sondern eher Standorte mit naturgegeben höherem Stickstoffangebot. Nicht nur die Kleearten sammeln Stickstoff, sondern auch die Erlen und verteilen ihn im Herbst teilweise auch in die Umgebung. Entwickle ich solche Räume von einer bisher intensiveren Landwirtschaft, dann passt das wieder. Wenn man dann aber die Weidehaltung aufgibt und das Grünland nur noch Wiesen sind, dann verschwindet wieder ein wesentliches Moment aus dem Naturraum.

      Die Verdriftung von Insektiziden wie beschrieben im Vinschgau ist mit Sicherheit auch Fakt. Die Apfelplantagen sind dort drei bis vier Meter hoch. Das Spritzen erfolgt dort mit Unterstützung von Ventilatoren mit hohem Druck und feinster Tröpfchenbildung. Das ist eine besondere Spezialität des Obstanbaus und wohl auch des Weinanbaus. Man versucht so die Pflanzenschutzmittel in den dichteren Bestand seitlich hinein zu bekommen. Da hat schon ein leichter Wind leichtes Spiel.

      Das trifft aber für den klassischen Ackerbau weitgehend nicht zu. Hier versucht man die Abdrift auf ein Minimum zu begrenzen. Die Technik braucht man schon zwingend für den Herbizid-Einsatz, denn eine Abdrift schädigt sonst die Nachbarkultur und für die Schäden haftet der Anwender. Auszuschließen sind Verdriftungen natürlich nicht, wenn bei stärkerem Wind gespritzt wird, aber wer tut das schon, wenn er dann in Kauf nehmen muss, dass der Wirkstoff wegfliegt und nicht da ankommt, wo er hin soll.

      Noch eine Aussage von J. Reicholf halte ich für besonders wichtig. Der Klee insbesondere Rotklee ist bei uns aus dem Anbau seit den 1970iger Jahren fast vollständig verschwunden und das schlagartig. Ein weitgehend unbekanntes Globalisierungsopfer. Meines Wissens hatte man einen erheblichen Teil der Kleesamengewinnung nach Persien verlagert, da man dort auf Grund der kontinentalen Witterung sichere und hohe Erträge erzielen konnte. Allerdings hat man dort die Saatgutbestände nicht auf die Schmarotzerpflanzen „Kleeseide“ untersucht, was in Mitteleuropa zwingende Pflicht ist. Die Samen der Kleeseide kann man nachher nicht mehr aus dem Rotkleesamen heraus reinigen. Sie sind weitgehend identisch. Dieses Saatgut gelangte großflächig nach Deutschland und innerhalb weniger Jahre waren die Felder der Milchviehbauern mit Kleeseide verseucht. Da die Samen der Kleeseide gut 20 Jahre lang keimfähig sind, musste die Milchviehhaltung kurzfristig auf ihr wichtigstes Eiweißfuttermittel, den Rotklee verzichten. J. Reichholf hat schon recht, das waren einzigartige Insektenrefugien zumal der Klee täglich frisch geschnitten wurde und so auf einen Kleefeld eine zusätzliche Vielfalt entstand. Die Samen der Kleeseide dürften inzwischen weitgehend ihre Keimfähigkeit eingebüßt haben. Der Weg zurück zu mehr Rotklee ist daher wieder offen. Ich wünsche mir, dass die Viehhaltung dem Rotklee und anderen Leguminosen wieder mehr Interesse widmet.

      7+
      • Thomas Apfel sagt

        Die stärkere Drift im Obstbau scheint kein großes Problem für die Artenvielfalt zu sein. Im Vinschgau ist es, wie teilweise im Ackerbau auch, eher das Fehlen von Saumstrukturen innerhalb der Obstflächen im Tal (30 – 50 €/qm Bodenpreise !!)
        Nach unserer Beobachtung und den ersten Ergebnissen der Erfassung der Biodiversität im Obstbau am Bodensee und in weiteren Gebieten ist eine Strukturvielfalt (nicht oder extensiv genutzte Flächenteile) entscheidender als die Pflanzenschutzanwendungen. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen Folgendes zu behaupten: Bei einem Anteil von 5 -10 % Saum- und Extensivflächen mit entsprechender Biotopgestaltung (nach dem von Prof. Kunz vertretenen Ansatz) ist der Einfluss des Pflanzenschutzes auf den benachbarten Intensivflächen nahe bei Null (max. 10%). Zumal Injektortechnik und Abdriftminimierung auch Obstbau Ziel und Praxis ist.
        Daher wird man auch im Vinschgau Artenvielfalt eher an den Randflächen, die ja Landschafts- bedingt reichlich da sind, finden.

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      • Elise Speta sagt

        Ja, der Titel Ihres Beitrags sieht nicht nur nach Widerspruch aus, er ist es und wird auch durch Ihre Ausführungen nicht aufgelöst und der Zusatz im Titel „Gut so!“ soll offenbar suggerieren, dass in der Landwirschaft ohnehin alles in Ordnung wäre. Sie stimmen den Aussagen von A. Segerer und J. Reichhof voll und ganz zu und schreiben: „Der Rückgang der gefangenen Insektenbiomasse in einem gut entwickelten Naturschutzgebiet ist ein zentrales Indiz für die erfolgreiche Entwicklung zu mehr Artenvielfalt und ist umgekehrt gerade nicht besorgniserregend …Sie sind kein Anlass zur Dramatisierung “ ???
        Zu Ihren interessanten Ausführungen zum Rotklee: Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass vermeintlich Profit steigernde Auslagerungen teuer werden können.

        2+
  31. brouss sagt

    Gibt es Studien wie sich Trockenjahre -wie 2018 – auf die Insekten auswirken?
    Als ich Ende Juni 2018 mit der Bewässerung meines Feldgemüses begonnen habe, war es schon sehr auffällig wie sich die Schmetterling auf die Schläuche und die feuchten Stellen gestürzt haben. Und dann war es noch Monate trocken.

    3+
    • Bauer Willi sagt

      Das Jahr 2018 war für viele Insekten günstig, weil es schon im Frühjahr trocken war und viele Larven, also die Vorstufe der Insekten, bessere Überlebensmöglichkeiten hatten.

      2+
      • Ackerbauer sagt

        Herr Bauer Willi

        Heucheln sie bitte nicht länger im dekadenten Ökophantasmus
        und lassen sie endlich die blanke Realität zu.

        Seit etwa 15 Jahren wird über Europa massiv SRM Solares Aerosol-Geoengineering betrieben.
        Wir hatten dabei ständige Wetterkapriolen sowie Rekorde seit Aufzeichnungsbeginn.
        Wer meteorologische Grundkenntnisse und nur ein wenig Beobachtungsgabe fürs Wetter hat, dem müsste ab etwa 2008 am Wolkenbild wie den eigenartigen Kondensstreifen was aufgefallen sein.
        Diese „neuen“ Contrail-Cirren (Cirrus-homogenitus)
        Aircraft condensationstrails wurden eigens im internationalen Wolkenatlas 2017 aktualisiert ähm legalisiert, obwohl es schon über 50Jahre ein und die baugleichen Mantelstrom/Turbofantriebwerke gibt.
        https://cloudatlas.wmo.int/aircraft-condensation-trails.html

        Der Himmel war in den Sommermonaten dabei in der oberen Atmosphäre so dermaßen voller Kondensstreifen(Cirrenschleier) das sich sogar die natürliche atmosphärischen Konvektion unterbunden war!

        Bzw. werfen sie erst mal einen Blick auf einen Flightradar mit 10000 täglichen Flugbewegungen nur über deutschen Luftraum und 200000 weltweit
        oder hier auf einen Schiffsradar/Marinetracker.
        Tausende von Tanker, Cargo/Container und Kreuzfahrtschiffen!
        Ein Oceanliner verursacht dabei mehr Abgasemissionen als 20Mio. PKWs

        Kann ihr naives Gesülze beim besten Willen nicht mehr ertragen!

        https://youtu.be/6LHmtG4HxpY
        https://www.facebook.com/frieden.rockt/videos/wettermanipulation-quadratische-wolkenv%C3%B6llig-normal/2145052322383031/
        https://youtu.be/YU5Lpy3DZn8
        https://www.directupload.net/file/d/5348/grwgywzv_png.htm
        https://youtu.be/oRZ02GGNtSM

        0
        • Bauer Willi sagt

          @Ackerbauer
          Können Sie den Punkt „ihr naives Gesülze“ etwas näher erläutern? Danke.
          Bauer Willi

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          • Ackerbauer sagt

            Sehen sie sich bitte erst die Fakten und Tatsachen genauer an.
            Vielleicht wird es ihnen selber bewusst das sie hier bestenfalls nur eine Scheinopposition führen und damit immer wieder neue Schweine durchs Dorf treiben helfen.

            1+
            • Inga sagt

              Ein echter Ackerbauer, der die Ökologie des Ackerlandes, Wiesen und Weiden und des Forstes auch etwas Wettergeschehen im Auge hat, dazu noch die Zukunft seines Betriebes, und die Sorge mit dem LEH,
              denkt nicht sofort an:
              „Diese „neuen“ Contrail-Cirren (Cirrus-homogenitus)
              Aircraft condensationstrails wurden eigens im internationalen Wolkenatlas 2017 aktualisiert ähm legalisiert, obwohl es schon über 50Jahre ein und die baugleichen Mantelstrom/Turbofantriebwerke gibt.“
              https://cloudatlas.wmo.int/aircraft-condensation-trails.html

              Dazu sind Sie, Herr Ackerbauer hier herzlich eingeladen um mit zu diskutieren und das Wissen aus ihrem Fachbereich uns kundig zu tun!

              Ich denke dafür ist der Blog da!

              Ich persönlich habe von den „neuen“ Contrail-Cirren genau so wenig Ahnung wie vom Sonnenstand, der unser Klima ja auch beeinflussen soll!

              1+
              • Ackerbauer sagt

                Inga
                Sie sollten sich erst ganzheitlich informieren.
                Eine Diskussion über Symptome in einem untergeordneten Fachbereich ist nicht zielführend.
                Um an die Quelle zu kommen muss man gegen den Strom schwimmen.
                Täglich grüßt das Murmeltier, ich fass es nicht sind den die Deutschen völlig ga ga
                https://youtu.be/PLPLUKEmVRs

                Ihren Kommentar nach wollen sie das derzeitige politische Fiat-Money/zinseszins Schuldgeldsystem wie das Wettersystem nicht mal ansatzweise verstehen.
                Das wäre die Grundvoraussetzung für einen objektiven Diskurs, deshalb macht mit ihnen weiteres keinen Sinn.

                1+
      • Es mag schon sein, dass das Frühjahr günstig für Insekten war. Ich war selber überrascht über die Menge und Vielfalt der Schmetterlinge.
        Aber was ist, wenn es dann 1 / 2 Jahr kein Wasser gibt?

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    • Obstbäuerin sagt

      Im Trockenjahr selbst, scheint es für Insekten eher günstig zu sein. Wir hatten ein ausgesprochenen artenreiches Schmetterlingsjahr. Wie es sich im Folgejahr auswirkt, müssen wir abwarten – allerdings habe ich schon einen Schmetterling im Februar fliegen sehen.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        In unserem Garten waren im Februar ein Tagpfauenauge und zwei Zitronenfalter unterwegs, dazu noch eine Holzbiene.

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  32. Herwig Scholz sagt

    @Kritischer Leser
    Zu der Qualität des „peer reviewed“ von PLOS.ONE will ich mich hier ausdrücklich nur begrenzt äußern, Fakt scheint aber zu sein, dass man da für die Veröffentlichung bezahlen muss.
    Aber andere haben sich mit solchen Veröffentlichungsplattformen kritisch auseinandergesetzt. Hierzu ein passender Link:
    https://rp-online.de/panorama/wissen/betrug-in-der-wissenschaft-warum-viele-studien-unsinn-sind_aid-24073329
    PLOSE.ONE wurde dabei nicht untersucht, aber das Prinzip der Bezahlung ist vergleichbar.
    Ein all zu kritisches „peer reviewed“ könnte da ja auch geschäftsschädigend sein. Ich persönlich werde bei PLOSE.ONE mit Sicherheit nicht veröffentlichen, zumal ich noch keinen Finanzier kenne, der mir die 1.000$ bis 2.000$ vielleicht auch mehr spendiert. Dass soll nicht heißen, dass Veröffentlichungen bei PLOS.ONE unseriös sind. Wer schnell an die Öffentlichkeit will/muss, dem bleibt oft kein anderer Weg, da ein gut durchgeführtes „peer reviewed“ eine ziemlich zeitraubende Instanz ist.
    In der Konsequenz heißt das, dass anscheinend das Label „peer reviewed“ in Zeiten des Internets nicht mehr unbedingt das sein muss, was es mal in der Vergangenheit unserer wissenschaftlichen Zeitschriften mal war.
    So zumindest in der Zusammenfassung meine Schlussfolgerung aus dem oben zitierten Artikel der Rheinischen Post.

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    • Wolfgang Nellen sagt

      @ Herwig Scholz:
      kein Affront, aber das wissenschaftliche Publikationssystem ist für Nicht-Wissenschaftler nicht nachvollziehbar und unbegreiflich: es gibt praktisch keine renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften, in denen man kostenlos publizieren kann! Da haben die Medien ein Fass aufgemacht, von dem sie nichts verstehen! Ich habe dazu zwei Artikel geschrieben die ziemlich ähnlich sind. Beide sind keine wissenschaftlichen Artikel demonstrieren aber ein wenig das System. Einer steht hier https://link.springer.com/article/10.1007/s12268-019-1007-0. Dafür habe ich nichts bezahlt, aber wenn Sie ihn lesen wollen, müssen Sie für die 2 Seiten 41€ zahlen! Der andere steht hier: https://www.laborjournal.de/blog/?p=9840. Das ist eine (recht solide) „Bildzeitung für Wissenschaftler“ die ausschließlich durch Werbung finanziert ist. Auch da habe ich nichts bezahlt und Sie können das kostenlos lesen. Einen wissenschaftlichen Artikel würde ich in beiden nie publizieren, dazu muss ich in ein anerkanntes Journal. Die Publikationsgebühren (2.000€ ist normal) zahlt die Universität oder die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

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    • Kritischer Leser sagt

      Sehr geehrter Herr Scholz,
      Gerne möchte ich die Ausführungen von Herrn Nellen noch um eine kurze Erklärung zu Publikationssystemen in der Wissenschaft erweitern.
      Im Prinzip gibt es zwei Systeme: Der Autor bezahlt, oder der Leser bezahlt.
      Bisher das häufigste Prinzip ist „Leser zahlt“. Über sein Abonement der Zeitschrift (bzw. das Abo dass seine Bibliothek/Uni abgeschlossen hat). Dieses Verfahren ist für die Verlage bisher extrem lukrativ gewesen. Wenn man genauer drüber nachdenkt aber ein Skandal. Die DFG zahlt einem jungen Wissenschaftler Geld für seine Forschung, die er dann in einer Zeitschrift eines renomierten Verlages veröffentlicht (das sollte wenigstens sein Zeil sein). Eine Förderbedingung der DFG ist in der Regel die Erstellung Wissenschaftlicher Publikationen für die ALLGEMEINHEIT! Andere Wissenschaftler müssen dann aus ihren öffentlichen(!) Geldern dem Verlag Geld dafür bezahlen dass er ihnen einen Artikel zur Verfügung stellt der mit öffentlichem(!) Geld gefördert wurde. Grotesk, wenn sie mich fragen. Ganz anders funktionieren die (neuen) open source Zeitschriften. Das peer review System ist dabei (bei den seriösen Journalen!!) identisch mit dem der Abo-Journale. Aber hier zahlt tatsächlich der Autor für die Veröffentlichung und seine Arbeit ist dann tatsächlich für alle(!!) frei verfügbar. Wenn Sie mich fragen, die fairere Strategie und (hoffentlich) der Weg der Zukunft.

      0
  33. Philipp sagt

    Vielen Dank für diesen äußerst sehr lesenswerten Artikel! Mir gefällt vor allem die differenzierte, sachliche Auflistung der Faktenlage. Die meisten, von Ihnen genannten Tatsachen, waren mir bisher nicht bekannt. Ich werde den Artikel weiterempfehlen!
    Viele Grüße

    3+
  34. Brötchen sagt

    Kritischer Leser!
    Wissenschaftliche Untersuchungen muss ich immer in Wiederholungen in der Praxis überprüfen. Die Theorie allein führt in Sackgassen.
    Ich arbeite selbstständig wissenschaftlich und habe langjährige Erfahrung.
    Dabei muss man sich immer selbst kritisch hinterfragen und nach allen Richtungen seine Theorie abklopfen, ob es zu.b. noch andere Einflussfaktoren geben kann.
    da Insekten eine sehr große Vielfältigkeit besitzen und eine extreme Vermehrungsfähigkeit, ist es mit richtig guten Untersuchungen schwierig, weil das extrem komplex ist und der Aufwand enorm.
    Die beschriebene Methodik ist eine Möglichkeit, sagt aber noch nichts über die wirkliche Qualität der Untersuchungen und Datenerfassungen aus. man sieht das an Statistiken. Z.b. bei der oben genannten Veröffentlichung sieht man nur schon aggregierte Diagramme und schon fertige Faktoren Analysen.
    Ihre Aussage ist in Bezug gerade auf diese Untersuchung ein Witz!
    Zum anderen kann man die Qualität nur wirklich einschâtzen, wenn man selber schon auf dem Gebiet gearbeitet hat. In einer Arbeit kann man nie alles detailliert darstellen.

    2+
    • Brötchen sagt

      Nachsatz : solche buntgewürfelten Feldstudien werden in meinem Fachgebiet auch gemacht.
      Und wissen sie was da rauskommt? Das was vorher alle Praktiker auch schon wussten, und man kommt keinen Schritt weiter.
      Soll heissen jeder erfasst Daten, dann werden da und da ausgewählte Faktoren schlecht und recht gemessen, das ganze in einen Topf (Wenn es denn überhaupt geht) und ausgewertet.
      Meiner Meinung kommt man den Ursachen nur näher wenn man innovativ in ganz andere Richtungen denkt und Faktoren gezielt setzt und andere konstant hält.

      Das Vorhaben von Thomas Apfel geht meines Erachtens genau in die Richtung!

      2+
  35. Paulus sagt

    Leute, wie ich soeben erfahren durfte ist heute Weltfrauentag und eine Greta Thunberg wurde zur „Frau“ des Jahres gekürt. Während wir hier über Kuhscheiße und Insekten diskutieren.
    Da ich dieses wichtige Ereignis nicht auf dem Schirm hatte und unvorbereitet bin stellen sich mir einige Fragen.
    Fahre ich nach Hause und erzähle was von Greta Thunberg, kommt das ausgesprochen schlecht an. Gratuliere ich zum Weltfrauentag treffen mich die giftigen Pfeile einer emanzipierten französischen Frau. Wage ich es gar noch Blumen mitzubringen, werde ich von der Existenz fliegender Untertassen überzeugt. Und wenn ich dann noch mit dem Thema Kuhscheiße und Insekten komme ist garantiert alles aus und vorläufig nichts mehr zu retten.
    Also liebe Leute – ich habe mich mit realen Problemen zu beschäftigen, die durchaus zu größeren Schmerzen führen können als es Insektenstiche hervorrufen. Wahrscheinlich hilft mir keiner, genau so wenig wie den Bauern die sich in einer ungleich schwierigeren Zwickmühle befinden.
    Abgesehen davon und Scherz beiseite: Der Artikel von Herweg Scholz ist einer der gehaltsvollsten die seit langem hier zu lesen waren!

    17+
    • Brötchen sagt

      Stimmt Paulus! Er hat zusammengefasst, was man hier auch aus Diskussionsbeiträgen auch schon entnehmen konnte.
      Àhm das mit den Frauen geht mir auch so….;)

      Frau des Jahres in Schweden. Na ja armes Kind.

      2+
    • Berthold Lauer sagt

      Für diesen Kommentar hat sich Paulus einen dicken „Daumen hoch“ verdient!!

      9+
    • Mark sagt

      „….ist heute Weltfrauentag und eine Greta Thunberg wurde zur „Frau“ des Jahres gekürt.“ Wäre ich eine Frau, wäre ich jetzt aber stinktsauer, aber richtig!!

      0
      • Obstbäuerin sagt

        Mark, ich seh das so: wenn die erwünschte Anerkennung für eine Person oder ein Objekt nicht von allein eintritt oder sogar das Gegenteil der Fall ist, versucht man das Image durch einen Preis oder eine Auszeichnung künstlich herzustellen.
        Besonders beliebt in der Architektur, der Literatur, dem Journalismus und der Politik.

        5+
        • Inga sagt

          Ob der Mark den Weltfrauentag nicht ernst nimmt?
          Ob er Fauen für voll nimmt?

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Es ist die Frage, ob man ein 15 jähriges Mädchen als Frau bezeichnen kann?

            Für mich ist Greta Thunberg eine Jugendliche und keine Frau.

            Als Frau die mitten im Leben steht, würde ich diese Ehrung als Beleidigung ansehen.

            2+
      • Christian Bothe sagt

        Nix weiter wie eine von den Medien gesteuerte Schulschwänzerin.Wenn Protest dann bitte nach der Schule.Da betrifft auch die deutschen Schüler!

        4+
    • Sabine sagt

      Ähm…. na wenn Blumen unerwünscht sind, hilft vllt. ein Fläschchen. Monbazillac, eine kleine Käseplatte vllt. mit einem schönen Bauernbrot und der Abend wird doch noch schön. 🙂

      2+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Sabine,
        es gibt auch in Deutschland Weine, die sich nicht hinter den französischen verstecken müssen.

        0
        • Inga sagt

          echte Emanzen wollen keine Sonderstellung, die brauchen so etwas nicht,
          die verdienen ihr Geld selber und können sich selber so etwas kaufen!

          0
            • Inga sagt

              Ja,
              deswegen ist das eine Beleidigung für die, die wollen sich auch nicht die Türe aufhalten oder in den Mantel helfen lassen.

              Das nehmen die als Verdummung der Frau, was ja eine Beeidung ist, auf!

              0
          • Paulus sagt

            Inga, die Sache mit der Emanzipation hast du noch nicht richtig verstanden. Emanzipierte Frauen (nicht Emanzen!) legen ausdrücklich Wert darauf als „Frau“ angesehen und geachtet zu werden, mit allem was dazugehört. Die sind doch nicht doof und verzichten auf die damit verbundenen Vorzüge. Zugegeben, solche Mädels sind nichts für Schisser. 🙂

            Zurück zum eigentlichen Thema, also der Kuhscheiße und den Insekten. Ich hänge auf unserem Landsitz immer diese altmodischen klebrigen Fliegenfänger auf, muss ja nicht gerade über dem Esstisch sein. Mir ist jedenfalls lieber wenn die Fliegen, die vorher auf der Kuhscheiße gesessen haben daran kleben bleiben, statt sich auf die Bratkartoffeln zu setzen. Insektensterben hin oder her, da bin ich brutal und einige Fliegenklatschen haben wir da auch.

            Die Unterscheidung zwischen Nutz- und Schadinsekten mag ja aus menschlicher oder landwirtschaftlicher Sicht ja Ok sein. Abgesehen von den zweifelsfrei wichtigen Bestäubern habe ich aber trotz des z.Zt. lauten Geschreis den Eindruck, so richtig mag sie keiner. Die ganze Debatte ist nicht unbedingt von Ehrlichkeit geprägt.
            Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass ausgerechnet die bekannte Fa. Globetrotter als Ausrüster für sogen. Naturfreaks, die sich in Extremklamotten auf eine Wanderung in die Eifel oder ins Bergische Land begeben, ein Angebot an Anti-Insektenmitteln (einschl. frontaler Direktbekämpfungsmöglichkeit mittels Sprays) aufzubieten hat, vor dem eine bäuerliche Genossenschaft verblassen würde.
            Und weil es keine Kuhscheiße mehr gibt, treten sie halt in Hundescheiße.
            Sorry Leute, mein Beitrag war jetzt etwas zu lang.

            7+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Willst Du jetzt noch sagen, die Hunde retten die Insektenwelt?

              0
              • Inga sagt

                Auf Hundescheiße fühlen sihc doch ganz andere Inseten wohl als auf Kuhscheiße!

                Man hat früher die unangenehme und krankheitsübertragenden Insekten wohl verscheucht und gar ausgerottet,
                warum ist der Mist und die Jauche so unappetitlich?
                Ekelhaft?
                Das ist den Menschen bestimmt angeboren (hat sich genetisch gefestigt) ,damit sie gesund bleiben!
                Deshalb hat man die ganze kulturelle Welt so gestaltet und nun stellt man fest, dass die Insekten fehlen!
                Meint ja Prof. Werner Kunz Düsseldorf auch!
                Wie müssen ein ökologisches Gleichgewicht schaffen! Vielleicht hat der Wald doch mehr Vorzüge für die Ökologie als eine Brache oder Heide?

                1+
              • Sabine sagt

                Hundescheiße wird von Wegschnecken geliebt, Wegschnecken werden von Leuchtkäferlarven gerne genommen, zu Johannis leuchten bei uns die Ecken, wo im die Gassigeher das mit dem Beutelchen nicht mehr so ernst nehmen. Da kann man ganz genau sehen, ab wo der Städter glaubt, er wäre in der Natur. Is schon sehr interessant.

                1+
            • Thomas Apfel sagt

              Fragt der Feriengast die Bäuerin: „Sagen Sie mal, man kann hier gar nicht aufs Klo gehen, sooo viele Fliegen !“
              Sagt die Bäuerin: „Ach gehen se doch Mittags, da sind die alle in der Küche.“

              1+
      • Inga sagt

        Die Frauen wollen gleichberechtigt sein und keine Sonderrolle spielen wie früher, als sie als benachteiligtes Geschlecht von höflichen Leuten, miest Männer als Extraaufmerksamkeit Blumen, Scholkolade, Likör oder sonst was geschenkt bekamen,
        dagegen sträuben sie sich!

        Ob sich die Männer damit erhöhen wollten?

        0
  36. Alexander Borchert sagt

    Sehr sehr guter Artikel.

    Für mich ergibt sich jetzt eine Aussage:

    „Alles was wir als Menschen tun verändert unsere Natur. Und alles was wir nicht tun, verändert unsere Natur auch.“

    Uns würde etwas mehr Gelassenheit und mehr Gewissen gut tun, damit wir einfach die Mittel und die Technik einsetzen, die etwas nachhaltiger ist. Den Rest erledigt die Natur für uns.

    5+
  37. Alexander Borchert sagt

    Sehr sehr guter Artikel.

    Für mich ergibt sich jetzt eine Aussage:

    „Alles was wir als Menschen tun verändert unsere Natur. Und alles was wir nicht tun, verändert unsere Natur auch.“

    Uns würde etwas mehr Gelassenheit und mehr Gewissen gut tun, damit wir einfach die Mittel und die Technik einsetzen, die etwas nachhaltiger ist. Den Rest erlidgt die Naturfür uns.

    2+
  38. Herwig Scholz sagt

    zu Bauer Krott
    „herunterspielen des Insektizid-Einsatzes“ und riesige Monokulturen
    Haben Sie schon einmal einen von Raupen zerfressenen Kohlkopf gesehen? den wollen Sie bestimmt nicht essen! Auch als Biolandwirt benutze ich Insektizide, wenn es angezeigt ist. Das ist aus meiner Sicht nichts, was man dramatisieren müsste. Sie werden mit ziemlicher Sicherheit auch eine Mücke totschlagen, wenn Sie sie beim stechen erwischen. Schon mal in die EU -Qualitätsnormen für Obst und Gemüse reingeschaut??
    Unter gemeinsame Merkmale aller Klassen heißt es da unter anderem:
    frei von Schädlingen und Schäden von Schädlingen !!! Das gilt auch für Bio-Obst und Gemüse. Bio-Direktvermarkter tolerieren da schon mal das eine oder andere an Schädlingen oder Schäden durch Schädlinge. Mir wurde aber auch nicht nur einmal z.B. Salat wegen Blattlausbefall reklamiert.
    Wie soll es denn gehen ohne den gezielten Einsatz von Insektiziden? Ich versuche zwar mit allen möglichen Tricks Schäden durch Insekten zu vermeiden. Aber oft genug habe ich die Populationsdynamik oder den Zuflug wie im letzten Jahr von Massen an Kohlweißlingen nicht im Griff. Das kann da schnell in die Existenzbedrohung gehen. Insekten sind nun einmal einer unserer größten Nahrungskonkurrenten der Menschen weltweit.

    Und wie ist es zu den als riesig empfundenen Monokulturen gekommen? Oft genug dadurch, dass die bisher vielen Nachbarn aufgegeben haben und der verbliebene Landwirt selbstverständlich die früher vielen einzelnen Schläge zusammen gelegt hat. Wie soll er den sonst den Preisdruck auffangen? Das dabei viele ehemalige Randstrukturen weggefallen sind, ist Fakt und aus Naturschutzsicht auch sehr bedauerlich. Ob ich als Landwirt 4 mal 1 ha bewirtschafte oder 1 mal 4 ha halbiert mir annäherungsweise die Bewirtschaftungskosten und noch viel mehr die Flächen des Vorgewendes, die oft mit Qualitätsverlusten und geringeren Erträgen verbunden sind.

    Wie schon gesagt, wir alle haben den Strukturwandel in der Landwirtschaft erzwungen und beklagen jetzt den Strukturverlust. Das ist aber nicht die Schuld der wirtschaftenden Betriebe.

    Im übrigen gibt es auch landwirtschaftliche Kulturen, wie der so oft verschriene Mais, der bisher nur mit einer insektiziden Samen-Beize behandelt wurde. Die Kultur selber wird in der Regel weder mit Insektiziden noch mit Fungiziden behandelt. Da drinnen findet man im Sommer meist eine erhebliche Vielfalt und sogar auch Insekten-Biomasse, die aber bisher nicht zu nennenswerten Ertragsausfällen führt. Da darf man ruhig mal genauer hinschauen.
    Herwig Scholz

    19+
  39. Herwig Scholz sagt

    zu Felix Riedel in Sachen Getreideblattlaus
    Das Gelbverzwergungsvirus war bis 1989 bis dahin kein wesentlicher negativer Ertragsfaktor. Bis dahin hatten wir aber auch kaum mal mehrere warme Winter ohne stärkere Wechselfröste, in denen die erwachsenen Blattläuse überlebten. Sobald die Blattläuse ihren Wirtswechsel mit überwinterndem Ei vollziehen, ist die Infektionskette unterbrochen. Vielleicht ist das Virus wie wir es ja auch von anderen Viren kennen auch aggressiver geworden. Ich weiß es nicht genau. Fakt ist aber, dass das Infektionsrisiko mit dem Virus sehr groß geworden ist und das die Ertragsschäden enorm sein können.
    Es wird auch nicht immer gleich prophylaktisch drauf los gespritzt. Das kostet ja auch Geld und Arbeit. Daher wird erst einmal die Fläche auf Blattlausbefall kontrolliert und nur bei Gefahr im Verzuge gehandelt.

    Der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar.
    Herwig Scholz

    16+
  40. Herwig Scholz sagt

    zu Felix Riedel
    Ganz bewusst habe ich für Krefeld nicht über die Artenvielfalt geschrieben, da mir dazu keine konkreten Fakten bekannt sind. Die meisten Insekten sind Insekten auf wenige Wirtspflanzen oder Beuteinsekten angewiesen. Senkt man z.B. durch Naturschutzmaßnahmen in einem bestimmten Raum die Anzahl von Pflanzen einer Art, z.B. durch das Abholzen von Nadelhölzern oder wie z.B. im Krefelder Orbroich durch Aufgabe der Gemüsekulturen, so verschwinden die adaptierten Arten zu Lasten der Artenvielfalt. Anders herum zielt der Naturschutz ja auch dahin, Flächen zu extensivieren oder Acker in Grünland um zu wandeln oder Flächen zu vernässen und vielleicht auch verschwundene Pflanzen wieder neu anzusiedeln. Das führt zur deutlichen Steigerung der botanischen Vielfalt, die wiederum zieht eine Erhöhung der Artenvielfalt nach sich. Das ist ein vielfältiges Wechselspiel mit erheblichem Zeitfaktor. Je nachdem ob ich einen Raum zu der Zeit untersuche, der gerade mehr Pflanzenarten verliert, ob bewusst durch Pflegemaßnahmen wie eine Entbuschung oder wie am Beispiel Orbroich mit der Aufgabe der Gemüseproduktion, komme ich zu anderen Ergebnissen.
    Außerdem geht es auch nicht immer um das größtmögliche Maß an Artenvielfalt als das höchst anzustrebende Ziel. Es ist eines der Ziele und ein wichtiger Indikator. Auf Extremstandorten ist eine relativ geringe Artenvielfalt vielleicht sogar typisch, dafür sie die dort gefundenen Arten aber meist sehr selten.
    Herwig Scholz

    8+
  41. Herwig Scholz sagt

    zu Arnold Krämer
    Ich habe im Kreis Viersen innerhalb von rund 14 Jahren weit über hundert landwirtschaftliche Betriebe bei der Betriebsaufgabe begleitet. Es war tatsächlich überwiegend die Gesellschaft und ihre Rahmenbedingungen, die die Betriebsaufgaben erzwungen haben. Allen voran die Preispolitik des LEH, die keine existenzsichernden Preise für die vielen kleineren Betriebe mit ihren relativ hohen Arbeitserledigungskosten mehr hergaben. Ich habe oft genug reale Stundenlöhne mit einem negativem Vorzeichen ausrechnen müssen. Nicht weil die Landwirtsfamilie nicht fleißig war, die waren oft genug im wahrsten Sinne des Wortes „krum“ gearbeitet. Wir als Gesellschaft haben dem LEH nach und nach die Macht in die Hand gegeben, die Preise hemmungslos und verantwortungslos im gegenseitigen Konkurrenzkampf oft deutlich unter die Gestehungskosten zu drücken.
    Die heute noch übrig gebliebenen Landwirte haben ihre Chancen genutzt, extrem kräftig in die Arbeitswirtschaft investiert und die frei werdenden Flächen der aufgegebenen Betriebe gepachtet. Nur durch massive Kostendegression und Leistungssteigerung haben sie es bis heute geschafft, das Erbe ihrer Eltern zu bewaren. Sie verdienen unser Kompliment anstatt Ihnen pauschal ständig die angebliche „Industrialisierung“ vorzuwerfen.
    Die Lebensmittelverarbeitung erfolgt doch auch mit extremer technischer Unterstützung. Warum darf sich die Landwirtschaft dieser technischen Hilfen denn nicht bedienen?????
    Wir, die Gesellschaft also wir alle haben sie doch zu diesem Weg gedrängt. Hätten die Verbliebenen auch aufgegeben, gäbe es keine Landwirtschaft mehr und was sollen wir dann essen?

    Deshalb bleibe ich dabei, wir alle haben die Preisspirale nach unten mit getragen und damit in der Regel nichts ahnend und ungewollt so viele Betriebe zum Aufgeben gezwungen.
    Herwig Scholz

    27+
    • Arnold Krämer sagt

      Betriebsaufgaben erfolgen/erfolgten aus
      1. privaten Gründen
      – keine Familiengründung
      – Krankheit, Tod
      – keine Hofnachfolger vorhanden
      – Hofnachfolger ungeeignet/uninteressiert
      – geringe Risikobereitschaft
      – mangelnde Unterstützung in der Familie
      u. a Gründe/Anlässe mehr

      2. betrieblichen/wirtschaftlichen Gründen
      – Standort für Weiterentwicklung ungeeignet
      – Überschuldung
      – zuwenig Eigenkapital
      – unzureichende Wirtschaftlichkeit (Mängel in der Unternehmensführung)
      u.a. Gründe mehr

      sowie einer Mischung aus vielen der genannten Gründe.

      Der wirtschaftliche Druck, mit dem nur wachsende (quantitativ und qualitativ) Betriebe zurecht kommen, ist letztlich durch die permanente Überproduktion entstanden. Die Agrarrohstofferzeugung ist nach dem Einsetzen der technischen Entwicklung in den 1960 Jahren jährlich mit rund 2% immer stärker gewachsen als die Nachfrage nach Lebensmitteln mit jährlich nur etwa 1%. (Mehr als sattwerden und wegwerfen geht eben nicht). Und das Ventil mit dem Export in Drittländer funktioniert eben auch nur begrenzt zumindest was die Erlöserwartungen angeht.

      2+
      • Herwig Scholz sagt

        Dem kann ich nur zustimmen. Eine Auflistung vieler Faktoren besagt aber noch nicht, welche Faktoren in welchem Umfang relevant waren. Ich habe zwar damals keine Statistik geführt, aber Marktpreise und der soziale Druck überwogen wie weitem.
        Hier nur der Hinweis:
        – Überschuldung und
        – zu wenig Eigenkapital
        sind doch oft das Ergebnis unzureichender Faktorentlohnungen!!
        Und wenn der Hofnachfolger uninteressiert ist, dann meist weil er erkannt hat, dass die Faktorentlohnung nicht passt. Womit ich wieder am Anfang bin.

        9+
      • Inga sagt

        und der Export in Drittländern ist aus ökologischer vielleicht auch aus humaner Sicht umstritten!

        Das Problem sonst sehr gut beschrieben.
        Damit muß man umgehen können, damit
        1. wir uns alle weiterhin zu Genüge und gesund ernähren können,
        2. die Ökologie nicht darunter leidet!

        0
  42. Herwig Scholz sagt

    Der Artikel ist selbstverständlich frei für eine Weitergabe. Sonst hätte ich ihn ja gar nicht zu schreiben brauchen.

    7+
  43. lso, ich habs gelesen, es ist auch anders als erwartet aufschlussreich, aber es ist ein kapitaler Fehler darin, der alles verdirbt:
    Die Krefelder Studie benennt deutlich einen Rückgang an Biomasse UND einen Rückgang an Arten. Die Insekten wurden ja nicht nur gewogen, sondern auch nach Möglichkeit bestimmt. Und dieser Rückgang an Arten ist in zahllosen anderen Studien belegt, es gibt keine Studie, die sagt, die Artenvielfalt der Tagfalter (eine prächtige Bioindikatorengruppe) nähme zu. Und alle Studien belegen eine ähnliche Höhe des Rückgangs an Arten (um 70%). Und alle, die sich mit Insekten befassen, haben diesen Rückgang bezeugt. Es ist wissenschaftlicher Konsens.
    Diesen Rückgang der Arten ignoriert der Autor des Artikels vollständig zugunsten der Hypothese: Weniger Biomasse = mehr Artenvielfalt.
    Von der Biomasse abzukoppeln ist erstmal sehr sinnvoll um zu präziseren Aussagen zu kommen. Aber so klappt das nicht, weil es gegen jede Empirie ist.

    Zur Getreideblattlaus: Es ging offenbar vorher auch. Dann hatte man ein Jahr Missernte. Erwartbare Zyklen, die räuberische Insekten begünstigen, etc.pp.
    Und daran soll alles weitere dann scheitern und auf ewig die Getreideblattlauskontrolle (auf die der Ökolandbau theoretisch mit komplexen Ökosystemen eine Antwort hat) legitimiert sein? Nochmal die Frage: Wie ging es vorher?

    1+
    • Bauer Willi sagt

      @Felix Riedel
      Jetzt muss ich Sie enttäuschen. Die Faktenlage ist nicht so, wie Sie sie beschreiben. Ein Beispiel finden Sie hier: https://www.bauerwilli.com/englische-insekten/

      Diese 30jährigen Untersuchungen von Wissenschaftlern wurde in Agrarlandschaften gemacht. Anders als in Krefeld immer die gleichen Standorte, keine Unterbrechungen in der Zeitreihe und stets mit einer Bestimmung der Arten. Das ist empirisch sauber. Die englische Studie kommt zu anderen (positiveren) Ergebnissen, weshalb sie auch in Deutschland nicht zitiert wird. Es besteht also kein wissenschaftlicher Konsens.

      Wie ging es vorher? Ja, wir können ganz Deutschland auf Bio umstellen. Können wir Landwirte auch. Das hat aber auch Konsequenzen!! Diese werden jedoch schamhaft verschwiegen. Fragen Sie mal die Rentnerin mit 750 € Rente.

      Übrigens werde ich – so Gott will – in diesem Jahr 65 Jahre. Ich weiß aus eigenem Erleben sehr wohl, wie es „früher“ ging. Können Sie nachlesen in dem Buch „SAUEREI“ im Piper Verlag.

      5+
      • Kritischer Leser sagt

        Lieber Bauer Willi, Ihre Aussage zu Shortall et al. 2009 hier und auch in Ihrem Blog Beitrag vorher ist falsch, mindestens aber irreführend. In einem von vier Untersuchungsgebieten wurde ein deutlicher Rückgang der Insektenmasse festgestellt, von einem relativ hohen Niveau auf ein mit den drei anderen Stadorten vergleichbaren. Die drei anderen Standorte bei denen tatsächlich keine Veränderung der Biomasse gefunden wurde, hatten alle deutlich niedrige Ausgangswerte zu verzeichen als der eine Standort mit Rückgang. Wenn man den Artikel komplett liest, wird in der Diskussion auch ganz deutlich über mögliche Ursachen in der Art der Landwirtschaft gesprochen. Die Autoren vermuten sogar dass die Biomassen der drei „unauffälligen“ Standorte desshalb so niedrig ist, weil die negativen Effekte der Landbewirtschaftung auf die Insekten dort schon vorher gewirkt haben.
        Für die Schlussfolgerung es gäbe keinen wissenschaftlichen Konsens über die Abnahme der Insektenfauna, ist dieser Artikel also eine denkbar schlechte Grundlage.

        An Herrn Scholz gerichtet:
        Zum Thema Düngung empfehle ich mal Kurze et al. 2018 und die Quellen darin.
        Zur Einschätzung der Veröffentlichung bei PLOS one: Die Tatsache dass es eine internetbasierte, open access Veröffentlichung ist schmälert nicht ihre Bedeutung. Auch bei PLOS one wird peer reviewed, wie in den „alten“ Zeitschriften. In dem Zusammenhang ist die Zahl der „Klicks“ tatsächlich wenig interessant, die Zahl der Zitationen in anderen Fachartikeln hingegen schon. Und da sind 169 Zitationen in gut 1.5 Jahren schon beachtlich.

        1+
        • Bauer Willi sagt

          Falsch zitiert. Es gab an einem Standort einen Rückgang. Richtig. Es gab an einem Standort eine Zunahme! An zwei Standorten keine Veränderung. Warum wird diese Studie des Rothamsted Institute in Deutschland nicht erwähnt?
          Wenn man diesen und andere Studien liest, wird dort von einem „Rückgang der Insekten besonders in urbanen Räumen“ gesprochen. Bevorzugt Nachtfalter! Könnte das was mit dem Licht zu tun haben?
          Trotzdem macht es Spaß, mit Ihnen zu diskutieren. Das hat wenigstens Niveau 🙂

          3+
          • Kritischer Leser sagt

            Sehr geehrter Bauer Willi, manche mögen das als Wortklauberei abtun, aber für das Verständnis wissenschaftlicher Texte ist es schon wichtig diese Details zu benennen: Es Gibt bei Shortall et al. 2009 an KEINEM der Standorte (kummulierten Daten) einen Anstieg! Die Grafik für Rothamsted mag das vermuten lassen, weder dort noch in Starcross oder Wye ist aber ein statistisch abgesicherter Trend (nach oben oder unten) feststellbar. Nach Artengruppen differenziert gibt es aber Abnahme der Biomassen von Motten (Hereford, Starcross, Wye und sozialer Wespen in Hereford (statistisch abgesichert).

            Zum Thema möchte ich Ihnen noch ein Editorial von S.R. Leather in den Annals of Applied Biology 172 (2018) empfehlen. Der Titel ist „Ecologigal Armageddon – more evidence for the drastic decline in insect numbers“. Der Autor kommt mit seiner Schlussfolgerung Ihrem Standpunkt (wenn ich ihn richtig verstehe) glaube ich recht nahe: Die Gesellschaft/Politik sollte es möglich machen dass die Landwirtschaft Maßnahmen umsetzt um den Insekten zu helfen, während (weil noch teilweise unbekannt) für die urbanen Räume sinnvolle Maßnahmen entwickelt werden müssen. Der Text enthält außerdem allerlei Quellen zum Thema.

            0
        • Herwig Scholz sagt

          Zum Thema der Veröffentlichung Kurze et al. 2018
          komme ich wahrscheinlich später noch einmal mit einem gesonderten Artikel. Mir fehlt noch der englisch Originalartikel.

          Was mir aber an den übersetzten Interpretationen aufgefallen ist bzw. was mich irritierte ist folgender Umstand.
          Normalerweise düngt ein Landwirt Grünland für eine Nutzung, üblicherweise für einen Schnitt mit 60-80kg N/ha. Auf besonders ertragreichen Standorten wie auf guten Böden und höhen Durchschnittstemperaturen am Niederrhein mit bis zu 100kgN/ha. Die Aufwuchsphase für eine Schnitt beträgt 4-6 ev. bis zu 8 Wochen. Das entspricht etwa der Entwicklungsdauer der untersuchten Schmetterlinge in der fressenden Raupenphase. Ich will nach den vorliegenden Informationen nicht ausschließen, dass im Versuch die gesamte Jahresdüngung völlig atypisch auf einmal gegeben wurde. So wie da bisher im deutschen Interpretationen dargestellt wurde, ist das denkbar. Die Dosis macht bekanntlich das Gift.
          Also bitte etwas abwarten. Ohne genauere Kenntnis des Versuchsaufbaus und des Originalartikels hier keine Vorverurteilung. Ich bitte da um etwas Geduld.

          0
    • Herwig Scholz sagt

      „UND einen Rückgang der Arten“ wurde eben nach meinen Informationen nicht festgestellt. Wie denn auch? Es wurde bisher veröffentlicht nur die Gewichtsmasse festgestellt und nicht ein Überblick über die gefundenen Arten.
      Die Entomologen vom Galanthea aus Nürnberg haben viele Jahre gebraucht, um ihre fast zeitgleichen Fallenfänge 1989 und 1990 mit dem gleichen Fallentyp in Nürnberger Naturschutzgebieten mit Artbestimmungen weitgehend auszuwerten. Es war eine gigantische Arbeit bin hinein in die Geschlechtsbestimmung und nicht alle Insektengruppen konnten abschließend bearbeitet werden, weil in einigen Spezialgebieten einfach die Spezialisten aus Altergründen ausgefallen sind. Auch die Fallenfänge aus Krefeld wird man nur sehr begrenzt mit modernen Methoden auf Basis der Bestimmung des genetischen Codes mal eben schnell bestimmen können. Es fehlt ganz einfach an Bestimmungs-Spezialisten, die die Artenvielfalt überhaupt feststellen könnten. Ein Insekt, das man nicht zweifelsfrei bestimmt hat und dann darauf aufbauend seinen genetischen Code erfasst hat, kann man später auch nicht zweifelsfrei in einer Massenprobe nachweisen. Ich meine mich zu erinnern, dass die Wissenschaftler aus Nürnberg um Galanthea herum rund 3.000Arten einzeln bestimmen konnten und das war nicht das Ende. Für Krefeld wurden nach meinen Informationen bisher in Präsentationen nur Teilinformationen über Schwebfliegen benannt. Alles ziemlich komplex. Aber klare Aussagen über die Artenvielfalt im Krefelder Orbroich konnte ich bisher nicht finden. Bin an Quellen interessiert.

      2+
      • Kritischer Leser sagt

        Sehr geehrter Herr Schulze,
        Die Daten (Fallenproben) liegen in Krefeld wohl vor, aber es ist das Schicksal der Taxonomie als Wissenschaft, dass es keinen Nachwuchs gibt (war kein „hippes“=Fördermittel bringendes Thema in den letzten 20-30 Jahren). Das haben Sie ganz richtig erkannt. Es ist aber, so weit ich informiert bin, erklärtes Ziel die Daten so weit wie möglich auszuwerten. Allein die Zeit…. und die Manpower! (und nicht am Schluss sicher auch noch das Geld!)

        0
          • Die Krefelder Studie beinhaltet viele Einzelstudien. Natürlich wurde im Verlauf der Zeit nicht alle gefangenen Exemplare bestimmt, aber einzelne Gruppen von Experten besonders bestimmt und bewertet, z.b. Schwebfliegen von Axel Ssymanks. Vgl.: https://www.deutschlandfunk.de/krefelder-studie-insektensterben-betrifft-nicht-alle-arten.676.de.html?dram:article_id=432715

            „Und bislang haben die Wissenschaftler gerade einmal gut 140.000 Insekten aus den zahlreichen Fängen bestimmt. Im nächsten Jahr wollen sie an einem Dutzend Standorten erneut Fallen aufstellen, um die Datenbasis für ihre Untersuchung zu verbessern.“

            https://www.spektrum.de/wissen/es-gibt-wenig-daten-aber-das-insektensterben-ist-eindeutig-besorgnis-erregend/1548199

            Ich weise auch darauf hin, dass anders als oft behauptet eine ganz gute Datenlage vorliegt, um Ableitungen und Schlüsse zu ziehen, die für jeden Biotoptyp und für jede Art der Indikatorgruppen Tagfalter, Libellen, Heuschrecken und Amphibien sehr exakte Gefährdunsfaktoren zu benennen. Es gibt die „Amphibien Hessens“ mit Verbreitungskarten und Diskussion sehr vieler Einzelbiotope – man kannbei Gewässern sehr exakt bestimmen, welche Qualitätseinbußen vorliegen. Es gibt die zweibändige Megastudie „Tagfalter Baden-Württembergs“, aus der historische Artentwicklungen so umfassend nachvollzogen und belegt werden, dass für jede einzelne Art sehr genau bekannt ist, warum sie aus Biotopen verschwand. Es gibt die einbändige Studie „Heuschrecken Baden-Württembergs“ und die zweibändigen „Libellen Baden-Württembergs“, jeweils Meisterwerke, in denen sämtlich die gleichen Schlussfolgerungen und Beobachtungen getroffen werden. Gefolgt von den „Nachtfaltern Baden-Württembergs“ in sieben Bänden, den Pilzen, Moosen, Flechten und Farne, Wildbienen und Vögel Baden-Württembergs nach jeweils gleichem Modell.
            Dieses Modell aus naturhistorischer Forschung, Auswertung bekannter Sammlungen und Zeugnisse und Kartierungsdaten über die Zeit entwarf einen wissenschaftlich hochwertigen Gold-Standard, der in anderen Bundesländern kopiert wurde. Hinzu kommen zahllose Doktorarbeiten, Publikationen wie Weidemanns „Tagfalter“, etc.pp.
            In allen ein massiver Rückgang an Artenvielfalt, in allen die gleichen Hauptfaktoren: Euthrophierung, Aufforstung, Nutzungsaufgabe (Sukzession), Gifte, Nutzungsänderung (Lichtwälder, Steinbrüche, etc.).

            Daher war an der Krefelder Studie vor allem eins überraschend: die Überraschung. Man weiß alles schon im Artenschutz. Leider fokussierte die Studie auf Biomasse. Das war von Beginn an ein Fehler. Ein weiterer Fehler aus dem Umfeld war, die bisherigen Leistungen wie oben angeführt zu verleugnen und Neuland zu behaupten, wo keines ist.

            1+
  44. Friedrich sagt

    Da hat der Herr Scholz uns Bauern aber aus dem Herzen gesprochen und den NABU-Ideologen kräftig wiedersprochen. Unsere grüne Politik in Deutschland und die neoliberale Politik der Bauernvernichtung aus Brüssel macht nicht nur die Bauern platt , sondern auch die Insekten. Eine Politik aus der Stadt bringt uns keine Insekten , sondern nur eine sachorientierte Landpolitk, denn alles hängt mit allem zusammen. Bei meinen Stallbauten mußte ich alles machen , damit keine Fliegen oder Vögel in die Ställe kommen. Damit waren auch die Schwalben von unserem Hof verschwunden. Die installierten Hygieneschleusen haben also nicht nur die Schwalben und Insekten , sondern auch die neugierigen Dorfkinder zu den Schweinen im Stall ausgesperrt. Auch die Güllebehälter sind heute abgedeckt. Selbst der Pferdehaltermist und der angefahrene Hühnermist muß abgedeckt werden . Auch soll per Gesetz die Gülle innerhalb einer Stunde eingearbeitet sein. Das sind keine guten Zeiten für mehr Insekten. Ergebnis :
    Politik vernichtet Insekten !!

    18+
  45. Heinrich Steggemann sagt

    Wir brauchen wieder mehr Scheisse und Vieh in und um die Naturschutzgebiete. Das Vieh wird wohl nicht wieder zurückkehren. Wir sollten uns aber Gedanken machen, wie wir mit tierischen Ausscheidungen düngen. Aufgrund immer längerer Sperrfristen muss Gülle immer länger gelagert werden. Kommen Kot und Urin zusammen und werden von Fäulnisbakterien zersetzt, entsteht Ammoniak. Mit jedem zusätzlichem Lagertag entsteht auch mehr Ammoniak. Auch bei der Ausbringung entsteht Ammoniak. Um dies zu reduzieren, wird die Ausbringtechnik in Richtung bodennah bzw. in den Boden immer aufwendiger und teurer. Scheisst und uriniert ein Tier direkt auf den Boden, entsteht so gut wie kein Ammoniak. Es muss nicht direkt eingearbeitet werden, so das die Insekten lange Zeit Zugriff darauf haben. Aus diesem Grund sollten die guten Praxiserfahrungen speziell in Süddeutschland zur milchsauren Güllefermentation (Unterbindung von Fäulnis während der Güllelagerung) ins Versuchswesen aufgenommen werden. Ebenso gibt es gute Erfahrungen mit der einfachen breiflächigen Verteilung solcher geruchsarmen Gülle, ohne Einarbeitung. Wird solche Gülle fast ganzjährig in kleinen Einzelgaben auf stark belebten Äckern und Grünland ausgebracht, werden zum einen die Insekten fortlaufend mit frischer Scheisse versorgt und gleichzeitig die Forderung zur Reduzierung des Ammoniakausstosses bis 2030 um rund ein Drittel erfüllt, ohne die Viehbestände abbauen zu müssen. Voraussetzung sind stark belebte Böden. Das vielfältige Bodenleben dient dabei als Nitratzwischenspeicher um das Grundwasser zu schützen.
    Den Ausführungen zur speziellen Düngung und Kalkung in Naturschutzgebieten kann ich nur zustimmen. Durch das provozieren von bestimmten Nährstoffungleichgewichten kann man das Wachstum bestimmter Pflanzengattungen fördern oder unterdrücken. Diese Zusammenhänge werde ich in Zukunft dazu nutzen, Problemunkräuter auf dem Acker zurückzudrängen. Ebenso wird mein Augenmerk darauf liegen, die Kulturpflanzen vor einem Assimilatestau in den Leitungsbahnen zu schützen, um Blattläuse möglichst gar nicht erst anzulocken.

    6+
  46. bkriege sagt

    Ein herausragender Aufsatz, den ich allerdings als direkte Antwort zum Hype über das Insektensterben noch viel besser gefunden hätte.
    Überraschend und neu (für mich) ist der Aspekt, dass konventionelle Landwirte durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln für eine Art „Herdenimmunität“ sorgen, die eine sorgenfreie Bio-Landwirtschaft (wenigstens auf einem erträglichen ökonomischen Niveau) erst möglich macht.

    5+
  47. Roger Roggenbrot sagt

    Es ist klar, dass es nicht einen Grund alleine für den Artenschwund gibt, es ist alles miteinander verzahnt und verwoben.

    Auffallend ist, dass einige Kommentatoren daraus eine General-Absolution für die in die Natur eingetragenen Gift-Cocktails ableiten.

    Dass es eine dramatische Reduzierung der Arten und nicht allein der Insektenmasse, sondern auch der Vögel, Amphibien, etc. gibt, ist inzwischen allgemeiner Konsens, außer in zweckorientiert wahrnehmungsreduzierten Zirkeln.

    Über die Gründe darf diskutiert werden, aber bitte nicht direkt wesentliche Faktoren kleinreden. Die Wirkungen der Neonikotinoide werden von den Herstellern und Anwendern selbstverständlich runtergespielt, da sind sich Teufel und Beelzebub mal wieder einig.

    Die Überschrift „Weniger Insektenmasse aber mehr Vielfalt. Gut so!“ erinnert an den Hype eines einzigen Lungenfacharztes aus dem Sauerland, für den die Feinstaub-Grenzwerte nicht hoch genug sein können. Zu solchen „Fachärzten“ geht man dann doch gern, wenn man ein Lungenproblem hat… Es gibt auffällige Parallelen, dass wie aus dem Hut „Experten“ Unbedenklichkeitsbescheinigungen rausklopfen, wie auch hier geschehen.

    Fazit: Fadenscheinig gefällig, dieser „Beweis“.

    23+
    • Bauer Willi sagt

      @Roger Roggenbrot
      Ich nehme mal an, dass Sie vor 5 Jahren den Begriff „Neonicotinoide“ noch nicht kannten. heute kennt ihn jeder, weiß dennoch nichts über die Wirkungsweise. Gleiches übrigens mit Glyphosat. Mag ja sein, dass wir Bauern in einer Filterblase leben, unsere Kritiker aber auch, weil diese Art der Kommentare „die sind doch alle von Monsanto gekauft“ immer häufiger wird. Eine klare Meinung bei fachlicher Ahnungslosigkeit. Sie müssen auch keine Ahnung haben. Das werfe ich niemanden vor. Aber keine Ahnung haben und sich ein Urteil erlauben, das gefällt mir nicht.
      Klar töten Insektizide Insekten. Das ist deren Aufgabe. Im Bio-Landbau ist das Spinosad. Das Ziel ist das gleiche: die Schädlingsinsekten zu töten.

      Zu dem allgemeinen Konsens: Genau das ist mein Problem. Ich höre da immer den Politiker, der sagt „wir sind uns doch hoffentlich alle einig, dass…“ Wer dann widerspricht, ist ein Leugner, der ausgegrenzt wird. Sie verstehen? Wir hatten das schon mal in Deutschland…

      24+
      • Roger Roggenbrot sagt

        an Bauer Willi
        Behaupten Sie, dass Kritiker keine Ahnung haben, sondern nur Sie, oder habe ich das falsch verstanden?
        Sollten wir alle in der jeweiligen „Blase“ stecken, dann gibt es also schon Bedenken gegen diese Mittel.
        Wenn die Bedenken aber nicht ausgeräumt sind und die „Unbedenklichkeit“ (wie kann man das bei Giften?) fraglich ist, dann dürfen aber doch nicht immer weiter diese Mittel ausgebracht werden.
        Wenn es Bedenken gibt, darf man doch nicht immer so weiter machen…

        Und natürlich habe ich mich darüber informiert, wie Neonikotinoide (wir sind hier ja in Deutschland, da schreibe ich das immer noch in meiner Sprache) wirken, gerade die systemische Wirkungsweise ist hochgefährlich und unkalkulierbar. Es ist ein gefährliches Nervengift, frei in die Natur gegeben. Als „Beize“ oder eben gespritzt, ein Kontaktgift noch dazu. Das ist nicht so harmlos, wie Sie es beschreiben.

        Sie haben selbst Glyphosat als Parallele angeführt.
        Sie wissen, wie das „Zertifikat“ hierfür zustandegekommen ist?
        Aktuell hat der Europäische Gerichtshof die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit / European Food Safety Authority) dazu verurteilt, dass sie die Studien, die dem Zertifikat zugrundeliegen, komplett offenlegen muss. Auch die Frage, ob es Interessenskonflikte gibt und die Hersteller der Mittel die EFSA selber auch beauftragen, muss jetzt beantwortet werden. Hier hatte sich die Behörde stets geweigert, das zu beantworten. Sie wird schon ihre Gründe gehabt haben und bald wissen wir mehr. Es beruht also alles auf Vertrauen auf „Behörden“, die ihrerseits bewiesen haben, dass sie die Interessen der Konzerne höher einstuft als die der Verbraucher.
        Den gleichen Zores hatten wir mit dem Vorläufermodell, das nannte sich „DDT“ – auch „völlig harmlos“!

        Lieber Bauer Willi, Sie sagen, dass Schäden durch die Pestizide nicht vorkommen, es also kein Konsens ist, dass die Pestizide auch „nützliche“ Lebewesen töten ?
        Wenn einer das behauptet, dann „hatten Sie das schon mal in Deutschland“ – das heißt, wer das behauptet ist ein Nazi? (Wie anders darf ich das sonst verstehen?)
        Bauer Willi, jetzt aber bitte mal halblang mit den jungen Pferdchen, auch wenn der Frühling wieder durchzustechen scheint!

        Einige letzte Fragen: Wenn aber jetzt doch herauskommt, dass keinerlei eigene Krebsstudien gemacht wurden, sondern nur die Herstellerblättchen kopiert wurden, was schließen Sie dann daraus?
        Dass das Mittel ja schon lange angewendet wurde und dadurch dessen Ungefährlichkeit bewiesen ist? Und die Rückstände in Lebensmitteln, in der Muttermilch, im Viehfutter, was aus Amerika kommt (Soja etc.) ?
        Sind denn Laboranalysen für Sie keine Fakten?

        Was, wenn Sie einsehen müssen, dass Sie in ihrer Blase (ihre Metapher) falsch lagen? Wie entschuldigen Sie sich bei Ihrer Familie und der restlichen Bevölkerung? Wie wollen Sie das machen? Wie wollten Sie das wiedergutmachen?

        Zum Schluss, nach „Lektüre“ der neu hinzugekommenen Kommentare, deren Interessenslage und Motivation rein nichts verhehlt, bin ich in der ursprünglichen Ansicht bestärkt, dass der obige Artikel ein tendentielles Pamphletchen zur rechten Zeit ist und ich halte es für „bestellt“. – Und das ist nicht „nur ein Gefühl“, wie Sie sich heute darin gefielen, es einem Kommentator an den Kopf zu knallen. Meine Meinung macht mich aber jetzt auch wieder nicht zu dem, was wir „schon mal in Deutschland hatten“.

        In dem Sinne, schönen Abend.

        39+
    • Obstbäuerin sagt

      Hallo Roger Roggenbrot, es war auch schon mal Konsens, dass die Erde eine Scheibe ist. Und wie ich letztens gelesen habe, hat einer von vielen, die das jetzt wieder glauben gesagt: wir sind schon Viele und werden immer mehr und das rund um den Erdball.

      6+
      • Roger Roggenbrot sagt

        an Obstbäuerin: „es war auch schon mal Konsens, dass die Erde eine Scheibe ist“ Falsch, eine infame Sekte hatte die Herrschaft über die Bevölkerung übernommen und wer anderes sagte, wurde unterdrückt und ermordet.
        Gegen Glaubenskrieger jedoch helfen, wie man sieht, keinerlei Argumente, sinngemäß bewegen Sie sich hier in Ihrem Dunstkreis in der Tat auf einer Scheibe.

        Wer es anders sieht, wird auf diesem Blog ermeuchelt. Sei es, er wird diffamiert, beschimpft, verhöhnt…. na ja, wer sehen kann, wird es sehen.

        Aus diesem Grund trifft mich Ihr Scheiben-Gleichnis nicht, denn es wendet sich – so sehe ich das – gegen Sie selbst.

        20+
        • Inga sagt

          Also Roger Roggenbrot,
          verstehst du das Wissen der Agrarier und Bauern als Dunstkreis, den man glauben kann oder nicht?
          Dann ist wohl das Geschehen auf dem Bauernhof ein Märchen für ich, oder?
          Na klar, deswegen eine Blase?

          “ dass Schäden durch die Pestizide nicht vorkommen, es also kein Konsens ist, dass die Pestizide auch „nützliche“ Lebewesen töten ?“

          „dass Schäden durch die Pestizide nicht vorkommen, es also kein Konzens ist, dass die Pestizide auch „nützliche“ Lebewesen töten ? „

          um dem Problem richtig in die Augen zu sehen, muß man differenzieren und nicht allzu verallgemeinern.
          „Pestizide ist ein Allgemeinbegriff!
          So zitiert nur jemand der kein Interesse an der Lösung hat, sondern nur an kontern, denke ich!

          Wer in der Denkblase von Bauern und anderen Ökologen steckt, der denkt eben nachteilig und nicht egoistisch!

          1+
  48. Bauer Krott sagt

    Viele interessante Dikussionsgrundlagen, mit denen der Autor für den Standort Orbroich auch großteils recht behalten wird. wobei mich stört, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ganz klar runter gespielt wird, die auch im Einklang mit dem Strukturwandel und dem Aufkommen von riesigen Monokulturen stehen. Unter anderem behauptet der Autor „Mit Insektizid- oder Herbizidverboten kommen die Schwalben und andere von Insekten lebende Vögel mit Sicherheit nicht wieder zurück“ und „nicht die Insektizide sind das Problem der heute wahrgenommenen gravierenden Veränderungen in der Insektenwelt, auch wenn einzelne Insektizide über ihre Zielflächen und Zielorganismen hinausgehende Wirkungen entfaltet haben wie z.B. einige neonicotinoide Wirkstoffe.“ Abschliessend möchte ich mich dem Autor aber nochmals anschliessen:“Nicht ein einzelner Faktor ist verantwortlich, sondern die sich oft auch gegenseitigen beeinflussenden positiven oder negativen Wechselwirkungen ergeben das Gesamtbild.“

    2+
  49. Krott sagt

    Viele interessante Dikussionsgrundlagen, mit denen der Autor für den Standort Orbroich auch großteils recht behalten wird. wobei mich stört, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ganz klar runter gespielt wird, die auch im Einklang mit dem Strukturwandel und dem Aufkommen von riesigen Monokulturen stehen. Unter anderem behauptet der Autor „Mit Insektizid- oder Herbizidverboten kommen die Schwalben und andere von Insekten lebende Vögel mit Sicherheit nicht wieder zurück.“ Daher kommt mir der Artikel wie gut gemachte Lobbyarbeit vor, auch wenn das vielleicht gar nicht die Intention war. Abschliessend möchte ich mich dem Autor aber nochmals anschliessen:“Nicht ein einzelner Faktor ist verantwortlich, sondern die sich oft auch gegenseitigen beeinflussenden positiven oder negativen Wechselwirkungen ergeben das Gesamtbild.“

    0
    • Bauer Willi sagt

      @Krott
      …“wobei mich stört“. Das finde ich eine interessante Aussage, weil Sie von Ihren Gefühlen reden. Mit Gefühlen kommt man aber nicht weiter, sondern nur mit Fakten. Ihr Einwand, dass es sich um „gut gemachte Lobbyarbeit“ handeln könnte, weist ja in die gleiche Richtung. Wir akzeptieren nur noch Meinungen, die zu unserem Weltbild passen und bewegen uns damit in einer Filterblase.
      Fahren Sie nach Krefeld und sehen Sie sich das Umfeld von Orbroich an. Ich habe das gemacht. Da ist von „riesigen Monokulturen“ nichts zu sehen. Wenn Ihnen das zu weit ist, „fliegen“ sie mit Google Maps dorthin.

      Was die Naturschutzgebiete brauchen, und das bestätigt mir auch Herr Tumbrinck vom NABU, sind Tiere, ist „Scheiße“. Seit dem das Vieh aus den Naturschutzgebieten verbannt wurde, ist auch die Masse der Fluginsekten (und nur darüber redet die Krefelder Studie!) zurückgegangen.

      Und ja, Schwalben sind da, wo Tiere sind, wo Misthaufen sind. Wir müssen die organischen Dünger in einer Stunde einarbeiten. Da hat keine Fliege eine Chance.

      30+
      • Ferkelhebamme sagt

        … und Güllebehälter müssen abgedeckt und selbst die Misthaufen an vielen Standorten in Hallen gelagert werden.

        7+
    • Mark sagt

      „wobei mich stört, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ganz klar runter gespielt wird,““ Mich stört, dass der Einsatz von PSM klar hochgespielt wird! Und nun?

      25+
    • Stephan sagt

      Hallo,
      ein wirklich interessanter Artikel. Warum Insektizide nun aber nicht klarer Teil des Problems sein soll verstehe ich nicht. Vielleicht fehlt mir der fachliche Hintergrund dazu – ich bin halt einfach nur Endverbraucher 🙂
      Ich verstehe diesen Satz des Autors kein Stück:
      Zitat: „Ich bin davon überzeugt, nicht die Insektizide sind das Problem der heute wahrgenommenen gravierenden Veränderungen in der Insektenwelt, …“
      Wenn Ihr (mit Ihr meine ich die vielen Landwirte hier auf der Seite) auf Euren Feldern Insektizide versprüht, dann sterben dort doch einfach mal alle Insekten unabhängig davon ob es sog. „Schadinsekten“ oder „Nutzinsekten“ sind, oder irre ich mich da?
      Das Ihr als Landwirte das Zeug spritzt um die Produktivitäten zu erreichen die es benötigt um Euch und Eure Kids zu ernähren steht dabei auf einem ganz anderen Blatt.
      Trotzdem ist der Einsatz von Insektiziden doch erstmal Sch** für alle Insekten, oder nicht? Und wenn da Menschen während oder unmittelbar nach dem Spritzen in der Gegend rumspazieren, dann sagt mir mein (hoffentlich) gesunder Menschenverstand auch erstmal: “ Hey wenn da einfach so Insekten an dem Zeug sterben, ist das für mich vielleicht auch nicht ganz so gesund“.
      Viele Grüße
      Stephan

      10+
      • Mark sagt

        „…unabhängig davon ob es sog. „Schadinsekten“ oder „Nutzinsekten“ sind, oder irre ich mich da?“ Genau da irrst Du Dich gewaltig. Im Gegensatz zu früher (z.B. E605) gibt es heute sog. selektive nützlingschonende Insektizide. Wenn die Landwirtschaft aufgrund des Insektizideinsatzes oder sonstiger PSM an einem Insektensterben beteiligt sein sollte, dann eher vor 30-50 Jahren, denn damals wurden tarsächlich richtige Hämmer versprüht, ohne Rücksicht auf Verluste. Genau darin liegt der Punkt, heute mit besseren, umweltschonenden Mitteln und Ausbringtechnik soll plötzlich alles schlecht sein..

        19+
      • Mark Rössler sagt

        Erst mal werden nur in sehr wenigen Kulturen überhaupt öfters Insektizide eingesetzt, Gemüse, Obst, Raps zum Beispiel.
        Mais, Zuckerrüben und Getreide kommen sehr oft ganz ohne aus.
        Mit dem Verbot der Beizung dürfte es auch bei Rüben und Mais zu neuen Problemen kommen, wo der ganzflächige Insektizideinsatz die Folge sein kann.

        Das alle Insekten sterben ist schlicht weg falsch.
        Und die Folgen, die fehlende Kontrolle von Schädlingen sind sehr oft erkennbar.
        Warum wohl gibt es so gut wie gar keinen Raps im ökologischen Anbau?

        8+
      • Berthold Lauer sagt

        Das ist genau so ein Punkt: Erstens machen Insektizide nur einen kleinen Teil der eingesetzten Pflanzenschutzmittel aus und werden in vielen Kulturen gar nicht eingesetzt, z.Bsp. Grünland, Mais, Ackerfutter, eher in Raps, Obst, Gemüse und Sonderkulturen. Zweitens wirken sie selektiv. Drittens sind in jedem Folgejahr ausgerchnet die Insekten, die wir z.Bsp im Raps als Schadinsekten gezielt und direkt bekämpfen, oft in Massen wieder da. Und ausgerechnet alle andern, die nicht gezielt und direkt getroffen werden, die werden dauerhaft dezimiert oder sterben aus????? Nein, den meisten fehlen ihre speziellen Habitate oder auch Nahrungspflanzen!

        10+
      • Obstbäuerin sagt

        Hallo Stephan, im Obstanbau werden sowohl Neonicotinoide als auch Glyphosat (seit 40 jahren) angewendet und trotzdem haben wir eine große Artenvielfalt. Wildbienen und Schmetterlinge, Käfer und Libellen – bei uns gibt´s davon reichlich auch direkt in den Anlagen. Letzten Sommer wurden glaube ich vom Nabu 95 verschiedene Vogelarten gezählt. Da waren auch seltene oder bedrohte Arten dabei. Beim Vorkommen von Beikräutern haben wir sogar beobachtet, dass nach einer Glyphosatanwendung die Artenvielfalt sehr viel höher ist, weil aggressive Arten, die schnell wachsen und andere unterdrücken, nicht mehr da waren.

        8+
      • Milchvieh :-D sagt

        Hallo Stephan,
        hier muss man unterscheiden zwischen den jeweiligen Wirkstoffen die zum Einsatz kommen. Banal ausgedrückt gibt es krasse „spritzmittel“ die alle töten diese sind meist verboten im Freiland und wenn dann nur mit Auflagen wo keine Nützlinge unterwegs sind. (Ab der ersten offenen Blüten auf dem Acker ist der Wirkstoff verboten) die anderen Gifte werden durch den Fraßschaden, den die Schädlinge verursachen, aufgenommen. Dadurch kommen auch nur bedingt nicht schädigende Insekten mit den Wirkstoffen in Kontakt.

        3+
  50. Ehemaliger Landwirt sagt

    Ein Beitrag von seltener Qualität.

    Abgesehen von den Details um das Naturschutzgebiet Orbroich, findet sich in dem Beitrag zusammengefasst die Gedankengänge vieler Kommentare hier im Forum.

    Es wäre schön, wenn die Medien auch solche Beiträge veröffentlichen würden.

    23+
    • Bauer Willi sagt

      Das liegt an uns. Ich habe ihn eben an BUND; NABU und Greenpeace geschickt. Macht ihr das auch! Schickt ihn an die Presse, an die Verbände und an wen auch immer.

      Es wäre schön, wenn…man müsste mal… Ne, machen!!

      16+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Darf man den Beitrag von Herwig Scholz weiterverbreiten, bzw. auch an Tageszeitungen schicken?

        In dem Beitrag ist diesbezüglich nichts zu lesen, hat Herr Scholz dir gegenüber die Freigabe für alle erlaubt?

        0
      • Christian Bothe sagt

        Ein toller Aufsatz fachlich fundiert von Herwig Scholz. Ich habe diesen mal an die Bauernzeitung,Top Agrar und agrarfakten.de weitergeleitet in der Hoffnung die Argumentation einer schwierigen Problematik zu versachlichen.

        7+
        • Christian Bothe sagt

          Bekam eben die Info,das Top Agrar den Aufsatz von H. Scholz publizieren wird.Da kann man dann weiter darüber diskutieren…

          0
  51. Thea S sagt

    Ein ausgezeichneter Beitrag, der endlich einmal wissenschaftlich fundiert ökologisch argumentiert. Nur schade, daß er vermutlich keinerlei Aufmerksamkeit erreichen wird. Mittlerweile zählen nur die Argumente, die die „öffentliche“ Meinung unterstützen. Fakten und anderslautende Theorien sind nicht gefragt und nicht gewünscht. Herr Scholz sollte diese Argumentation als Beitrag auch in PlosOne veröffentlichen.

    6+
  52. Berthold Lauer sagt

    Vielen Dank für dieses Statement! Schon zu Beginn der Diskussionen um die Studie hatten einige Kommentatoren und Autoren darüber spekuliert, dass Veränderungen Umfeld einen viel größeren Einfluss haben könnten als Pflanzenschutzmittel. Leider wurde der ganze Themenkomplex viel zu sehr instrumentalisiert als dass da noch Mal die Rückkehr zu einer sachlichen Auseinandersetzung möglich wäre!

    14+
  53. Obstbäuerin sagt

    Der Beitrag enthält viele Argumente, die völlig neu für mich sind und vieles stimmt mit dem überein, was ich in den vergangenen Jahren beobachtet habe. Die Frage ist nur, wie transportiert man dieses fundierte Wissen an die richtigen Stellen? In Brandenburg findet in zwei Wochen der Insektengipfel statt. Wie schaffe ich es, die Entscheider mit der anderen Sicht der Dinge überhaupt bekannt zu machen? Wer steht denn überhaupt noch auf unserer Seite? Meine Befürchtungen sind die gleichen die Mark hat – es gibt immer mehr Überläufer und die Lawine rollt. Da muss ich an den Kommentar zu einem Beitrag bei Blogagrar zu Stellungnahmen von Politikern zum Ausgang des BIENEN RETTEN Volksentscheids in Bayern denken. Der lautete: CDU und CSU – warum habt ihr uns verlassen?

    17+
    • bauerhans sagt

      „Die Frage ist nur, wie transportiert man dieses fundierte Wissen an die richtigen Stellen?“

      es bringt nichts,fundiertes wissen emotionalen ideologen zu präsentieren!!
      perlen vor die säue.

      4+
      • Bauer Willi sagt

        Hans, nicht immer so negativ. Schick ihn an Deine Tageszeitung. Oder an den Papst, falls Du katholisch bist….

        3+
        • Thomas Apfel sagt

          Guten Morgen Willi,
          Das wäre genau meine Frage. Ist diese Wortmeldung frei zitierbar oder (natürlich mit Quellenangabe) verwendbar ?
          Der Autor dürfte sich damit ja ganz ordentlich ins Schussfeld auch von Teilen des NABU begeben.
          Ansonsten teile ich die Auffassung, dass der Einfluss des Pflanzenschutzes auf Artenvielfalt ausserhalb behandelter Flächen relativ gering ist. Schließlich durchläuft jedes Mittel Prüfungen, die ähnlich streng sind wie in der Humanmedizin.

          0
          • Claus-Philipp Graf sagt

            Strenger! In der Zulassungspraxis für Medikamente gibt es keine Untersuchungen auf Umweltwirkungen.

            9+
        • bauerhans sagt

          der papst hat immer noch „andere probleme“ zu lösen,der hat den kopf nicht frei.

          1+
    • Schmeckt gut sagt

      Ein entscheidendes Problem ist tatsächlich dies „Verlassen Fühlen“ von Unterstützern in politischer Verantwortung. Wir sollen alle Voraussetzungen für „gesunde Lebensmittel“ erfüllen, als da wären: Hygiene inklusive Schädlingsfreiheit, geringste Rückstandshöchstmengen an PSM (die unsere Kritiker vehement immer wieder bezweifeln), Schonung der Umwelt, kostenlose Pflege und Wiederherstellung von Habitaten… und billige Rohstoffe, vieles schließt sich grundsätzlich aus und erfordert Kompromisse. Diese werden von den Kritiker aber garnicht angestrebt. Einige, komplexe Zusammenhänge hat Herwig sehr verständlich herausgearbeitet. Danke dafür. Seine Erläuterungen werden sicherlich Kritik bei den Naturschutzlobbyisten hervorrufen, die Unterstützung durch die aktiven Landwirte ist aber gewiss (Bio und Konvi). Hoffentlich kommt es in der Politik langsam an, dass der „bäuerliche Betrieb“ auf dem Spiel steht. Auf der anderen Seite kann auch das Ziel stehen, durch große Einheiten die manchmal „sturen“ Bauern besser zu beherrschen (egal ob Bio oder Konvi).

      13+
  54. Arnold Krämer sagt

    Ein sehr guter Beitrag, der ausgerechnet durch den letzten Satz aber ein wenig entwertet wird.

    „Die Verantwortung für den gesellschaftlich erzwungenen Wandel tragen wir alle“. Ist der Wandel gesellschaftlich erzwungen worden?

    Das bezweifle ich. Die Landwirte haben mit dem Streben nach Erleichterung ihrer schweren Arbeit und dem Streben nach (höheren) Gewinnen zusammen mit dem vorgelagerten Sektor die Melkmaschine, den Melkroboter, den Spaltenboden, die Flüssigfütterung die Pflanzenschutzspritzen u.a. Dinge mehr erfunden und damit ihre Arbeitsproduktivität erheblich gesteigert. Mit immer weniger Menschen konnte immer mehr und damit kostengünstiger produziert werden. Es ist der autonome technische Fortschritt, der den Wandel erzeugt hat. Deshalb ja auch der Ansatz, diesen zu bekämpfen, mit Begriffen wie Qualzucht, die Forderung nach dem Verbot von Spaltenböden usw. usw.
    Es ist illusorisch zu glauben, dass ausgerechnet der Sektor Landwirtschaft von dem Streben nach Innovationen, Erleichterungen, Verbesserungen für Mensch und Tier ausgeschlossen werden könnte, um ein altes gesellschaftspolitisches Bild vom Bauerntum zu bewahren.

    8+
    • Mark sagt

      „….ein altes gesellschaftspolitisches Bild vom Bauerntum….“ , das letztlich keiner mehr leben will.

      5+
    • fingerphilosoph sagt

      Technische Neuerungen werden ausschließlich mit positiven Assoziationen wie Fortschritt, Erleichterung, Verbesserung, Wohlstand etc. in Verbindung gebracht. Die Menschheit ist blind der Technoreligion verfallen, und der erste Glaubensgrundsatz dieser Religion besteht darin, dass Technisierung immer „gut“ und der Mensch im Zweifelsfalle immer „schlecht“ ist.

      Die durchaus vorhandenen negativen Seiten der Technisierung werden dem Menschen angelastet, der in dieser Technoreligion per se zu geizig, zu gierig, zu dumm, zu egoistisch, zu aggressiv oder was auch immer ist und deshalb, wie in jeder Religion, von den Technojüngern, wozu auch die Grünen und NGOs gehören, entsprechend umerzogen werden muss. Wenn es mit der Umerziehung durch permanentes Nudging, Konditionierung und verbaler Manipulation nicht klappt, wird man eben auch über die „genetische Verbesserung“ des Menschen nachdenken müssen, so das Credo dieser Religion.

      Umweltzerstörung, Artensterben, Zersiedelung, Licht- und Luftverschmutzung, Plastikmüll, Regenwaldabholzung, Ressourcenabbau und was es sonst noch alles so gibt, ist in der Technoreligion nicht etwa die Folge der Technisierung – was eigentlich logisch und einleuchtend wäre -, sondern die Folge von Gier, Egoismus, Dummheit usw. Entsprechend wird ständig am Menschen rumgekrittelt, aber nie an der Vertechnisierung der Welt.

      Die kleinbäuerlichen Strukturen sind nicht verschwunden, weil irgendwelche „schlechten“ Menschen aus Politik, Gesellschaft oder (Land-)Wirtschaft dies erzwungen haben, sondern das Verschwinden dieser Art der Landwirtschaft inklusive Insektenmasse wie übrigens auch des Handwerks sind zwingende Folge der Vertechnisierung der Welt. Technik macht die Welt steril, in jeder Bedeutung des Wortes.

      Man kann nicht gleichzeitig Anhänger der Technoreligion und Natur- bzw. Menschenfreund sein. Das Eine schließt das Andere aus. Die Entscheidung ist indessen schon längst gefallen. Wir glauben lieber, dass der Mensch gierig, böse, aggressiv, dumm, egoistisch und was auch immer sonst ist, als dass wir je einmal die Technisierung mit ihren Innovationen, Erleichterungen und Verbesserungen in Frage stellen.

      6+
      • Arnold Krämer sagt

        Technikentwicklung und Techniknutzung sind immer Menschenwerk. Nur der Mensch ist dafür verantwortlich zu machen.
        Die Frage ist also, was treibt die Menschen an? Meine Antwort:
        Es sind vor allem Neugier (als Vorstufe) und Gier neben einigen anderen Grundmotiven menschlichen Handelns (siehe Reiss-Profile). Darüber wird schon im Alten Testament in der Geschichte von Adam und Eva berichtet. Mit der Verkündung der 10 Gebote wurde/wird gleichzeitig versucht, den Menschen zur Selbstkontrolle und Selbststeuerung anzuhalten, mit durchwachsenem und scheinbar abnehmendem Erfolg.
        Man kann m.E. sowohl Menschen- und Naturfreund als als auch Technikfreund sein.
        Um die Wertmaßstäbe müssen die Menschen aber immer wieder neu ringen,
        1. weil vieles von dem Wissen früherer Generationen verloren geht/ nicht vermittelt wird (ein Bildungsproblem!!)
        2. durch die Technikentwicklung (z. B. Kernenergie, Gentechnik) auch immer neue Fragen entstehen und nach Antworten verlangen.

        0
        • Was Menschen zum technologischen Fortschritt antreibt? Das liegt doch auf der Hand! Die permanente Verfügbarkeit von immer mehr Fremdenergie. Das unterscheidet den Menschen von allen anderen Lebewesen. Daher kann diese Form von Fortschritt auch keine Lösungen für Probleme ermöglichen, die dieser Fortschritt hervorgebracht hat. Er vermag höchstens die Konsequenzen der Probleme immer schneller zu verlangsamen, so dass sie mitunter gar als erlöst erscheinen: https://guidovobig.com/2018/09/10/die-normalisierung-von-problemen/

          0
        • fingerphilosoph sagt

          Natur ist, grob gesagt, das Ergebnis des Wechselspiels zwischen Erde, Sonnenlicht und Leben. Einseitig betrachtet, nennt man dieses Wechselspiel „Anpassung“ oder Evolution.
          Der Mensch verweigert sich diesem Wechselspiel. Er passt sich nicht an seine natürliche Umgebung und an seine Mitgeschöpfe an, sondern an die von ihm selbst erschaffene Technik. Da alle Menschen mehr oder weniger dieselbe Technik benutzen, bringt diese Art von Anpassung automatisch Vereinheitlichung hervor.

          Entsprechend unterscheiden sich beliebige ausgewählte Genpools von Europäern, Asiaten, Südamerikanern, Afrikanern und Amerikanern aus hochindustrialisierten Ländern deutlich weniger voneinander als die Genpools von Schimpansen innerhalb derselben Horde, also von Schimpansen, die dasselbe Revier teilen. Das ist Verarmung, Verlust an Diversität. Entsprechend verarmt das Mikrobiom aus Darmbakterien beim Bewohner eines High-Tech-Landes, das Immunsystem und anderes mehr.
          Dem entspricht im Außenbild ebenfalls durch den Einfluss der Technik die Verarmung der Landschaft und der Arten inklusive Insekten, darüber können auch ein paar Blühstreifen und Wölfe nicht hinwegtäuschen.

          Großstädte haben überall auf der Welt dieselben Strukturen aus Flughafen, Straßen, Straßenbahnen, Hochhäusern, Banken, Hotels, Starbucks, McDonalds usw., sodass sich heute jeder in jeder Stadt problemlos zurechtfinden kann. Lebensstile gleichen sich einander an. Ebenso Eßgewohnheiten, Bildung, was auch immer.

          Gucken Sie sich mal ein paar Spielfilme aus verschiedenen Ländern aus den 50er oder 60er Jahren an und vergleichen Sie die dort gezeigten Landschaften mit den heutigen.

          Technisierung ist gleichbedeutend mit Vereinheitlichung, denn es gehört zum Wesen von Technik dazu, dass sie immer wieder nachgebaut und in identischer Form verbreitet wird.
          In Haushaltsgeräten haben Sie heute überall dasselbe Innenleben, Markennamen und Gehäuse täuschen eine Vielfalt vor, die realiter so gar nicht existiert. Vereinheitlichung ist der Gegenspieler zu Diversität.

          Technisierung ist deshalb nicht mit Natur vereinbar, weil Natur für Ausdifferenzierung und Diversität steht. Technisierung vernichtet Natur, selbst da, wo eine Schein-Diversität künstlich erschaffen wird, wie verschiedene Schweinerassen oder Kartoffelsorten.
          Diese Schein-Diversität ist nicht von Dauer, da sie nicht das Ergebnis natürlicher Evolution ist.

          Die Vereinbarkeit von Natur und Technik ist ein Dogma der Technoreligion, so wie die jungfräuliche Geburt ein Dogma bei den Katholiken ist.

          Gier und Egoismus sind ursprünglich keine negativen Eigenschaften, wie die Religionen inklusive der Technoreligion uns einflüstern, sondern entspringen der Lebenslust und dem Überlebenswillen der Individuen, sind aber durch die enormen Mengen an Fremdenergie, die sich der Mensch dank Technisierung angeeignet hat, ins Gigantische gesteigert und damit pervertiert worden.

          Es ist doch ganz einfach: je mehr Fremdenergie ein Mensch zur Verfügung hat, desto mehr Schaden kann er anrichten, desto mehr Disziplinierung, Regeln, Vorschriften und Kontrolle sind nötig. Fortschreitende Technisierung führt in zunehmende Unfreiheit. Es hat was von einem Treppenwitz, dass sich hier auf diesem Blog ausgerechnet die Technologiejünger bitterlich über die ständig wachsende Flut an Vorschriften beklagen.

          1+
  55. Annegret Sproesser sagt

    Danke für diesen fundierten Artikel. Er sollte mehr Verbreitung finden.

    8+
  56. Mark sagt

    Sehr interssanter Beitrag. Die Aussagen von Scholz sind fundierter und schlüssiger als die der Mainstreamprofessoren aus ihren Uniwolkenkuckucksheimen oder gar der Oberlehrerhobbyimker. Leider hat besagter mainstream schon alles festgeklopft, die Politik ist ja sowieso ms-hörig selbst BBV-Präsident Haidl ist jetzt zum ms konvertiert. So wird der Beitrag von Scholz wohl ungehört untergehen.

    18+
    • Kritischer Leser sagt

      Leider argumentiert Herr Scholz genau wie viele andere hier à la „ich habe selber gesehen/erlebt/das Gefühl/ den Eindruck“. Da tun sich Bauer Willi, die Obstbäuerin, Herr Scholz und andere Kommentatoren nichts. Es ist zwar völlig normal dass man als einzelner Mensch nunmal nur von seinen eigenen Erfahrungen aus Schlüsse ziehen kann und Standpunkte entwickelt. Aber diese „Eindrücke/Bauchgefühle“ in einen direkten Vergleich mit wissenschaftlichen Untersuchungen zu setzen, funktioniert nicht. Die Qualität einer wissenschaftlichen Untersuchung kann ich prüfen in dem ich mir die Methodik ansehe, die Datengrundlage prüfe etc. Aber wie soll ich denn „meinen persönlichen Eindruck über den Zustand des Oibroicherbruchs“ qualitativ überprüfen? Oder meiner Obstplantage? Oder meines Vorgartens? Das sind alles Eindrücke die jedem frei stehen sie zu teilen, aber bitte nicht in Relation setzen zu einer wissenschaftlichen Untersuchung. Wenn man sich damit messen möchte, dann bitte mit eigenen, fundierten und überprüfbaren Untersuchungen. (Das gilt natürlich auch für alle diejenigen die sagen „ich habe das „Gefühl“ alle Vögel sterben weil der Bauer da was spritzt!!“)

      1+
      • Obstbäuerin sagt

        Das ist mitnichten so, kritischer Leser. Was die Vogelarten betrifft haben wir Vergleichszahlen von vor 1990. Die Artenanzahl ist gestiegen, das kann belegt werden.
        Zur Zeit findet ein Wildbienenmonitoring statt und wir wissen bereits, dass es sehr viele und verschiedene Wildbienen gibt. Außerdem werden von unserer Abteilung Pflanzenschutz im Landesamt seit Jahren Fallen mit Schadinsekten ausgewertet. Die Erfassung von Schmetterlingen und anderen Insekten wird gerade angeschoben. Da verlasse ich mich aber auch auf meine Beobachtungen., wenn ich im Sommer hinkomme, sind mindestens 5-10 Schmetterlingsarten gleichzeitig da und dazu gehören auch seltenere Arten.
        Ein weiterer Beweis ist auf jeden Fall die Bestäubung im Apfel, die auf vielen Flächen schon ohne Haustierbienen sehr gut funktioniert.

        2+

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