Bauer Willi
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Wanderschäfer – Ein Beruf stirbt aus

Schafe

Eine sehr gute Dokumentation über Wanderschäfer in Deutschland. Ohne Wanderschäfer keine Artenvielfalt. Es gibt derzeit nur noch 900 Berufsschäfer und mit dem Nachwuchs sieht es nicht gut aus.

Aber im Wettbewerb mit z.B. Australien und Neuseeland haben deutsche Wanderschäfer keine Chance, denn nur von den Erlösen kann hier niemand davon leben. Die Wolle ist fast nichts wert, und das Fleisch wird nur wenig nachgefragt. Den Beitrag zur Landschaftspflege will aber niemand bezahlen.

Und es geht auch um den Wolf…

https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-schaefer-in-not—ein-traditionsberuf-vor-dem-ende-100.html?fbclid=IwAR3cmz6tDCzekJflOQ-ANDcju0xKvPNMeLsWQKzUHHE7kHGZMqQVJsBO9NE

Wer den Wanderschäfern eine Stimme geben will, sei auf diese Petition hingewiesen:

https://www.change.org/p/rettet-die-letzten-sch%C3%A4fer-innen-deutschlands-ein-traditionsberuf-am-ende-sch%C3%A4fereiretten

Das kostet nichts und ist etwas mehr als nur Mitleid…

Bauer Willi

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19 Kommentare

  1. tiwas sagt

    Also, wenn überhaupt Subvention fließen soll, dann ist die für die Wanderschäfer wirklich angebracht.

    Die Landschaft ist allerdings sehr geschunden durch riesige, aneinanderhängende Ackerflächen, die eine Wanderung mit der Herde zu einem Marsch der Tränen verkommen lassen. Statt Bankette, die man unterwegs ansteuern kann, muss ein Wanderschäfer jetzt unendliche Kilometer überbrücken, ohne die geringste Möglichkeit, die Tiere irgendwo im Schatten rasten, einige Pflänzchen abknabbern zu lassen.
    Die Landschaft ist für einseitige Zwecke „bereinigt“, entseelt, begradigt. Die Äcker gespritzt, eine ständige Gefahr der Vergiftung der Hunde und der Schafe, vom Schäfer ganz zu schweigen. Der „Pflanzenschutz“ hat ganze Arbeit geleistet, in vielen Regionen ist Wanderschäferei allein deshalb völlig unmöglich. Da braucht nicht erst der Wolf als Problem herangezogen werden.

    Wir müssen diesen Menschen dankbar sein, die bereit sind, auf jeglichen Komfort zu verzichten und die eine so wichtige Aufgabe übernehmen.
    Die positiven Ergebnisse dieser Arbeit sind nicht Wolle und Fleisch allein, sondern eine gute Landschaftspflege – da, wo es noch möglich ist. Die noch verbliebenen Auenlandschaften sind typische Wanderschäfer-Regionen.

    Aber Dankbarkeit allein reicht nicht, eine angemessene Entlohnung soll gewährleistet sein.
    Auch die soziale Akzeptanz und Wertschätzung muss den Wanderschäfern zukommen.

    Gute Restaurants aus der Umgebung würden überdies den Schäfern die Tiere mit Kusshand abnehmen, so denn die Koordination, die Kommunikation und die Logistik stimmt.
    Es wird Zeit, den Wert dieser Arbeit anzuerkennen und die Landschaft wieder dahin zu gestalten, dass auch die Wanderschäferei eine Zukunft behält. Eine Ent-Flurbereinigung ist der Weg und dafür ist es höchste Zeit!

    3+
    • bauerhans sagt

      „Gute Restaurants aus der Umgebung würden überdies den Schäfern die Tiere mit Kusshand abnehmen“

      die kaufen lamm aus NZ ,tiefgefroren.

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    • Mark sagt

      „Die Landschaft ist für einseitige Zwecke „bereinigt“, entseelt, begradigt. Die Äcker gespritzt, eine ständige Gefahr der Vergiftung der Hunde und der Schafe, vom Schäfer ganz zu schweigen“ Stuss!

      2+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Es war eigentlich zu erwarten, dass sie die Wanderschäferei für ihre Hassparolen benutzen.

      Als ich noch ein Kind war, sind die Schäfer von ihren Winterweiden im Badischen nach dem Schwabenland gezogen. Durch den jetzigen Verkehr ist es schlicht und einfach nicht möglich die Schafe durch eine vielbefahrene Landesstraße zu treiben, eine Straße wo täglich über 150 LKW fahren.

      Eine „Ent-Flurbereinigung“ wird es nicht geben, weil es gar keine Flurbereinigung gab, man müsste halt ab und zu die Straßen für die Schafe sperren, sie müssten den Auto und LKW Fahren das nur beibringen, das werden sie sicher gerne tun.
      Ich freue mich darauf. 🙂

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      • Inga sagt

        Warumj hatten früher die Autofahrer mehr Verständnis für eine Kuh-oder Schafherde,

        aber heutzutage?
        Keine Geduld und Verständnis mehr. warum?

        Weil die Leute heutzutage nicht mehr wissen, dass diese Tiere Milch und Fleisch liefern, also den Zugsammenhang nicht mehr kennen! .
        Früher hatte man mehr Respekt und Anerkennung dafür, weil man wusste wie sich Hunger anfühlte und weil prozentual mehr Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt waren.

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  2. Paulus sagt

    So eine Schafherde ist ja sehr schön anzusehen, allein die Schäfer scheinen eine ganz besondere Gattung Mensch zu sein. Sehr eigenartig, introvertiert, leicht abgedreht und ausgesprochen unfreundlich.
    Ich wundere mich immer wieder darüber, wie irgendwelche Exoten die ihre persönliche Leidenschaft ausleben, bzw. zu ihrem Beruf machen bestimmte Forderungen an die Gesellschaft stellen. Zwei Paradebeispiele hatten wir hier ja schon mal. Ich liebe diese Aussteigermentalität, insbesondere wenn sie mit Forderung an die Gesellschaft verbunden ist.
    Schafe mögen für bestimmte Funktionen wichtig sein und ich denke, dies wird wo es erforderlich ist honoriert, nicht zuletzt in monetärer Sicht. Wenn die Wanderschäferei nur noch bedingt möglich ist oder nichts mehr einbringt muss man sie aufgeben.
    Was kommt als Nächstes? Die Klagen der Kaninchenzüchter? Petition für irgendetwas?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Paulus,
      bei uns im Nordschwarzwald leisten die Schafe einen hohen Beitrag für die Natur. Würden die Schäfer aufgeben, würden mit den Jahren wieder die Birkenhecken auf den Grinden entstehen, wie vor 200 Jahren.
      Die Frage ist nur, was will die Gesellschaft, die „Aussteigermentalität wird an seine Grenzen kommen.

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      • Inga sagt

        Vor 200 Jahren?
        Als der Wolf noch da war und die Schafe nicht raus durften?

        Und was hat der Wolf für Vorteile inunserer Ökoloige?
        Sind die mehr von Vorteil, als die vom Schaf?

        Oder genau so viele?
        Dann lohntes sich nicht den Wolf hier anzusiedeln!

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          • Inga sagt

            Ich habe nur kombiniert!

            Da hätte man ein Atgument für die „Wolfskuschler“ und ihre These , deswegen!

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  3. bauerhans sagt

    wanderschäfer sind heute grossbetriebe mit mehreren herden,die gegen bezahlung deiche,truppenübungsplätze oder landschaftsschutzgebiete beweiden und dadurch offenhalten.
    die ziehen nicht mehr mit den schafen,sondern lassen diese per tiertransporter zu den weideflächen bringen.

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      • bauerhans sagt

        ich hatte mehrere dokumentationen dazu im tv,insbesondere ndr gesehen.
        da wurde auch darauf hingewiesen,dass besonders kleinere schäfereien mit um die 300 muttern auf die weidetierprämie angewiesen sind.

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        • Sabine, die schaffiebrige sagt

          Nun ja, ich bin letztes Jahr im März auf der Demo zur Weidetierprämie in Berlin gewesen und kann sagen, dass dort nicht nur Kleinbetriebe vertreten waren. Leider ist es so, dass man auch den Öffentlich-Rechtlichen nicht mehr unbesehen alles glauben kann – siehe auch das Thema Volksbegehren Artenvielfalt. Was in der Tagesschau für Zahlen genannt wurden, ist nach anderen Dokumentationen schlicht falsch gewesen.

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  4. Sabine, die schaffiebrige sagt

    Es ist immer weniger Platz für die Schäfer. Die Möglichkeiten, gut und sicher zu ziehen, werden weniger. Aus Triebwegen werden Fahrstraßen. Wer als Schäfer nicht ganz abgelegen zuhause ist, verliert über kurz oder lang die Möglichkeiten, mit den Tieren zu ziehen. Was bleibt? Stallhaltung? So verliert die Gesellschaft die letzte ursprüngliche Tierhaltung. Und vor den Toren der Rathäuser demonstrieren sie für Artenvielfalt und artgerechte Tierhaltung. :-/

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  5. Sabine, die schaffiebrige sagt

    Ich glaube, die Petition ist abgeschlossen. Es ging ja um die Wiedereinführung der Weidetierprämie, die auf der Agrarministerkonferenz im vergangenen Jahr beschlossen werden sollte. Die Unterschriften wurden übergeben. Eindruck hat es allerdings nicht gemacht.

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    • Sabine, die schaffiebrige sagt

      Es ist immer weniger Platz für die Schäfer. Die Möglichkeiten, gut und sicher zu ziehen, werden weniger. Aus Triebwegen werden Fahrstraßen. Wer als Schäfer nicht ganz abgelegen zuhause ist, verliert über kurz oder lang die Möglichkeiten, mit den Tieren zu ziehen. Was bleibt? Stallhaltung? So verliert die Gesellschaft die letzte ursprüngliche Tierhaltung. Und vor den Toren der Rathäuser demonstrieren sie für Artenvielfalt und artgerechte Tierhaltung. :-/

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    • Inga sagt

      Weidetierprämie?
      Für Kühe und auch Schafe?
      gut, aber wie geht man mit dem Wolf um?
      finaziert man von den höheren Prämien dann höhere Zäune?

      also bleibt für den Schäfer nichts?

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