Monate: April 2020

Brief an die Präsidentin

Am 28. April, also vorgestern, haben einige Landes-Agrarminister*innen einen Brief an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen geschrieben. Hier der Wortlaut: Brief LM an EU Darin geht es darum, die „grüne Transformation effektiv voranzutreiben“. Die aktuelle Krise „führe uns die Schwächen der bisherigen Landwirtschaftspolitik vor Augen“. Die Unterzeichner sind überzeugt, „dass eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik zum Wohl von Bäuerinnen und Bauern, Tieren und Umwelt ein zentraler Grundstein für den wirtschaftlichen Aufschwung ist“. Die Unterzeichner dieses Papieres sind ausnahmslos alle Mitglieder der Partei Die Grünen. Die anderen Minister*innen haben nicht mit unterzeichnet. Merkwürdig. Welchen Sinn dieser Brief an die Präsidentin haben soll, erschließt sich mir nicht. Habt ihr eine Idee? Mir fällt dazu nur ein: si tacuisses, philosophus mansisses Bauer Willi 4

Die Sache mit dem Namensvetter

Eine Reportage über Willi, das männliche Kalb. Es hat es gut, denn es wächst auf einem Bio-Bauernhof auf…. Gut gemeinte Reportage mit einigen fachlichen Fehlern. (Auch „konventionelle“ Kälber bekommen Biestmilch. Und die Story mit den Antibiotika hält sich wohl ewig…) Aber trotzdem ganz „nett“… https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/Willi-Ein-Kalb-waechst-heran,sendung1016494.html   0

Blick über den Tellerrand: Indien aktuell

Für diesen Blick nach Indien hat James Taylor Teile dankenswerterweise Teile eines Textes der BBC übersetzt, der die Situation im landwirtschaftlichen Bereich recht gut widergibt. Für den, der ausreichend Englisch versteht, hier der Link mit dem vollständigen Text: https://www.bbc.com/news/world-asia-india-52176564 Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in der Bevölkerung Indiens sind bäuerlich beschäftigt, obwohl die Landwirtschaft (nur) rund 16% zum Bruttoinlandsprodukt (GDP = Gross Domestic Product) beiträgt. Indien ist einer der weltweit grössten Erzeuger von Feldfrüchten wie Reis, Weizen, Zuckerrohr, Baumwolle, Gemüse und Milch. Nun gibt es Bedenken, dass der Stop des bäuerlichen Betriebes nicht nurBauern und Arbeiter trifft, sondern auch Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln hat. Das Ausgehverbot hätte nicht zu einer schlechteren Zeit kommen können. Indiens bäuerliche Hochsaison ist zwischen April und Juni. Das ist die Zeit, wenn die Winterfeldfrüchte – Weizen, Reis, Hülsenfrüchte – geerntet und verkauft werden. Es ist auch die Hauptsaison für Obst. Es ist aber auch die Zeit, wenn die Bauern die nicht bewässerten Felder für die Sommerernte einsäen, einschliesslich Reis, Hülsenfrüchte, Baumwolle und Zuckerrohr. „Das Ausgehverbot hat beide …

Blick über den Tellerrand: China aktuell

Ein Blick von James Taylor, der dazu die englische Presse beobachtet hat. Die Landwirtschaft in China nach dem Shutdown  Während in Europa erste Einschränkungen vorsichtig zurückgenommen werden und das wirtschaftliche Leben reanimiert wird, lohnt ein Blick in das Land, in dem die Pandemie begann und dort natürlich auf die Landwirtschaft, die 1,4 Milliarden Menschen ernährt. Aufhorchen ließ im März 2020 die Überschrift in der Financial Times „China: Landwirte fuerchten die Lebensmittelknappheit nach den Corona bedingten Einschraenkungen“. Erst einmal ist es erstaunlich zu nennen, dass die Sorgen und Nöte von Bauern im fernen China in einer Zeitung prominent dargestellt werden, in der oft nur Hurrameldungen der Börsianer und Berichte über börsennotierte Unternehmen Platz finden. Auf der anderen Seite zeigt es doch, dass dieses Thema elementar sein muss, sonst würde es in der Financial Times keinen Platz finden. Eine Umfrage in 1.636 Landkreisen in China hatte ergeben, dass die Aussichten auf die kommende Pflanz- und Erntesaison pessimistisch betrachtet wurden, wobei als Gründe auf den vorderen Plätzen die fehlenden Arbeitskräfte, der fehlende Dünger und das fehlende Saatgut genannt …

Nach Corona: Das kann ja jetzt weg…

Corona hat der Menschheit gezeigt, auf was wir verzichten können. Nahezu die gesamte Wirtschaft wurde heruntergefahren. Eine Ausnahme: die Land-Wirtschaft, weil man auf Nahrungsmittel nicht verzichten will (und langfristig auch nicht kann). Jetzt bietet sich die wirklich einmalige Gelegenheit, unsere Wirtschaft so umzugestalten, dass die nächste Krise, der Klimawandel, möglichst vollständig verhindert oder zumindest um Jahrzehnte herausgezögert werden kann. Umbau der Industriegesellschaft Das geht relativ einfach dadurch, dass man bestimmte Dinge jetzt nicht tut und Dinge, die zu Corona-Zeiten normal waren, jetzt beibehält. Keine Förderung und Unterstützung der Flug-Branche weltweite Verteuerung von Kerosin  und Schweröl (Flug-, Schiffsverkehr) Keine Unterstützung von Werften (Kreuzfahrtschiffe, Containerschiffe) Keine Unterstützung der Tourismusbranche (Urlaub regional) Keine Unterstützung von Geschäftsmodellen, die nicht systemrelevant sind (Spielhallen, Fitness-Studios, Solarien, Umwelt- und andere NGO’s) Home-Office muss die Regel werden, nicht die Ausnahme individuelle Mobilität verteuern, Benzin nicht unter 2 €/l. KFZ-Steuer erhöhen ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) innerstädtisch kostenlos Preis für CO2 kurzfristig auf 60 €/t ansetzen Strompreis senken, Biogas stoppen, EEG-Umlage reduzieren Investitionen in private, mit fossiler Energie betriebene Heizungen verbieten Die Liste ist sicher nicht …

Feinstaub – aber keine Autos

Das wird der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht in den Kram passen: Es sind kaum Autos auf der Strasse, aber die Werte für Feinstaub und Stickoxide ändern sich kaum. Man muss schon alle drei Artikel (s.u.) lesen, um zu dem Schluß zu kommen, dass niemand erklären kann, wie diese hohen Werte zustande kommen. Es wird viel vermutet, aber keiner weiß was. Der Artikel von wetteronline meint, es könnte an der Gülle-Ausbringung liegen. Warum dann aber die Werte in der Stadt Essen so hoch sind, wird nicht erklärt. So viel Gülle wird da ja nicht ausgebracht. https://www.focus.de/auto/news/diesel-fahrverbote-kaum-verkehr-trotzdem-schlechte-luft-corona-entlarvt-fahrverbote-als-sinnlos_id_11866874.html https://www.deutschlandfunk.de/hohe-stickoxidwerte-neuer-streit-ueber-fahrverbote-in.697.de.html?dram:article_id=475012 https://www.wetteronline.de/wetternews/kein-widerspruch-feinstaub-trotz-corona-krise-2020-04-24-fs Irgendwie erinnern mich das alles an den Ärger um die Meßstellen der Nitratwerte. Da tauchen auch immer mehr Ungereimtheiten auf. Und dann sind da ja noch die steigenden Methangehalte in der Luft, obwohl die Rindviehbestände weltweit abgenommen haben. Schon seltsam, was der Corona-Shutdown so alles ans Tageslicht bringt. 150

Das Land schafft Verbindung…

Das Land schafft Verbindung…über das Radio. Weil das täglich gehört wird. Und oft über Stunden. Das nutzt die Initiative „Heimische Landwirtschaft“. Seit 2011 gibt es den Zusammenschluss von Landwirten, die stolz auf ihren Beruf sind und der Gesellschaft zeigen wollen, wie Landwirtschaft heute funktioniert. Fast 1.500 Mitgliedsbetriebe und mehr als 100 Fördermitglieder aus ganz Deutschland zeigen als Botschafter ihren Einsatz für die heimische Landwirtschaft. Diese Zahl lässt sich noch steigern. Wenn jetzt jedes Mitglied von LsV Original und LsV Deutschland auch Mitglied von „Heimische Landwirtschaft“ wird, dürfte das Geld auch für Fernseh-Spots reichen. An einem Strang ziehen, in die gleiche Richtung ziehen und etwas Konstruktives leisten, das wäre jetzt angesagt. Und wenn dann noch der DBV und alle seine Landesverbände mitmachen… (Man wird ja noch träumen dürfen) Bisher haben sich große und kleine, konventionell und ökologisch wirtschaftende Höfe aus ganz Deutschland der Initiative angeschlossen, um gemeinsam Öffentlichkeitsarbeit für die Branche gestalten. Und die ist tatsächlich verbandsneutral… „Heimische Landwirtschaft“ setzt vor allem auf das Medium Radio. Mit gezielten Spots dort und in den sozialen Medien wirbt …

Mehr Methan – aber nicht mehr Kühe! Und jetzt?

„Die Kuh als Klimakiller“. Diesen subtil einfachen aber falschen Satz glauben viele. Eben weil er so einfach ist. Wer hat jetzt aber eine Erklärung für die Fakten des nachfolgenden Artikels: https://ooe.lko.at/mehr-methan-und-weniger-kühe+2500+3210837 Dort heißt es: „Offen bleibt damit die Frage, aus welchen Quellen das Methan für die jährlichen Steigerungen kommt. Die Rinder in Europa (und Österreich) können es in diesem Zeitraum aufgrund der annähernd gleichbleibenden Bestandszahlen kaum sein.“ Danke an die LK Oberösterreich für die Recherche.   8

Massentierhaltung? Bio? Was will der Verbraucher?

Ja, das Video dauert 5 Minuten. Es beleuchtet, was der Verbraucher nicht will. Und was der Bürger will, bzw. auch nicht will.  Was der Verbraucher sagt, das er macht. Aber dann doch nicht macht. Nein, keine Verbraucherbeschimpfung. Nur eine realistische Darstellung am Beispiel von Hühner. Welche Konsequenz zieht man als Landwirt daraus? 3

Klein, aber oho!

Bio-Bauer Franz (Kinker) aus dem Allgäu hat sich  Gedanken gemacht, was Corona mit uns macht und welche Lehren wir daraus ziehen…könnten… Wie ein klitzekleiner Virus die Welt verändert Mit noch nie dagewesener Wirkung und Geschwindigkeit verbreitet es sich ein Virus auf dem ganzen Globus. Covid 19, so nennt man diesen Virus. Er zeigt uns mit aller Härte, was er draufhat. Kein Tag vergeht, an dem nicht neue Warnungen und Hiobsbotschaften in den Medien verbreitet werden. Unzählige Menschen leiden und sterben an den Folgen der Infektion. Die Weltwirtschaft ist in den Grundfesten erschüttert und kommt schwer ins Straucheln. Verschwörungstheorien gab es in jüngster Zeit immer wieder. Diejenigen, die gerne düstere Geschichten erzählen gingen davon aus, dass Computerhacker irgendwann einen Virus verbreiten, der alles zum Erliegen bringt. Dass diese Aufgabe nun ein bislang unscheinbarer, natürlicher Virus übernimmt, damit haben wohl die Wenigsten gerechnet. Die Wirtschaft, ein Motor der lief wie geschmiert Bislang waren wir gewohnt, dass Firmen jedes Jahr satte Gewinne einfuhren, besonders die börsennotierten. Auf den jährlich stattfindenden Aktionärsversammlungen wurden satte Zuwächse erwartet. Um die Wünsche …