Alois
Kommentare 59

Michael – die Zukunft als Landwirt in Hohenlohe

Michael Reber ist Landwirt in Hohenlohe. Er sucht eigene Wege für sich, seine Familie und seinen Betrieb. Damit auch andere an seinen Gedanken und an seinem Suchen teilhaben können, hat er begonnen zu bloggen. Hier sind seine Gedanken zur Jahreswende.

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Zeit, inne zu halten und aus den Lehren des Jahres die Vorsätze für 2016 zu bauen. Ein Jahr, das für die Landwirtschaft in Hohenlohe prägend sein wird: Jahrhundert-Trockenheit – Tiefstpreise für Ferkel – Nicht-kostendeckende Erlöse in Ackerbau, Schweinemast und Milchviehhaltung. Je länger diese Situation 2016 anhalten wird, desto einschneidender sind die Veränderungen für die Region. Betriebe werden die Stall- und Hoftüren für immer schliessen, die finanzielle Situation zermürbt die Familien.

Wer trägt die Schuld daran? Politik, Bauernverband, Beratung oder auch wir Bauern selbst? Meiner persönlichen Einschätzung, aber auch meiner persönlichen Erfahrung auf meinem Betrieb nach tragen wir Bauern zu allererst selbst die Schuld. Auch wenn diese Erkenntnis weh tut! Wir glauben Politik und Beratung, dass die Zukunft im Export liegt und die globalen Märkte auf unsere (austauschbaren) Produkte wie Milch und Fleisch nur warten. Wir haben aufgrund dieser Einschätzung als Unternehmer Entscheidungen getroffen, in quantitatives Wachstum durch Stallneubau, Flächenzukauf oder -zupacht oder Investitionen in erneuerbare Energien zu setzen.

Uns allen hätte klar sein müssen, dass eine Exportorientierung auch ein Risiko in sich birgt. Das sehen wir seit dem Russlandembargo deutlich.

Gerade wir in Hohenlohe mit geringer Flächenausstattung des Einzelbetriebes haben seit jeher auf die tierische Veredlung gesetzt. Doch haben wir (ich nehme mich da nicht aus!) den gesellschaftlichen und den strukturellen Wandel zulange ignoriert und stehen nun vor existentiellen Problemen: Gesunde Betriebe mit Hofnachfolger sehen keine Perspektive mehr, junge Betriebsleiter werfen das Handtuch, weil das Einkommen nicht einmal mehr für Zins und Tilgung reicht.

Sollen wir das so weiterlaufen lassen und schauen wir als Landwirte, als Verbraucher, als Region der Weltmarktführer dem Ganzen einfach zu? Ich will das nicht, auch wenn ich für meine Familie und mich und unseren Betrieb die Zukunft positiv sehe. Es könnte mir egal sein und ich könnte (wie sicher mancher Berufs“kollege“) auf Pachtflächen spekulieren. Das Problem ist aber tiefgreifender, weil es die Situation für die übrig bleibenden Betriebe eben auch verschlechtert! Vermarktungs- und Einkaufsstrukturen werden mit jedem aufhörenden Betrieb schlechter, auch die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber dem letzten Betrieb im Dorf sinkt, wenn man das nicht aktiv bearbeitet.

Darum will ich die Situation nicht weiter so laufen lassen. Ich will etwas tun. Und ich merke, dass ich mit meinen Ideen zwischen 2 Polen sitze: Produktion für den Weltmarkt zu kostengünstigen Preisen auf der einen Seite und Bio-Produktion auf der anderen Seite. Ich will den Weg dazwischen. Ich könnte frustriert aufgeben. Aber ich will, dass die Region landwirtschaftlich stark und vielfältig bleibt. Eine lokale Erzeugerorganisation macht es uns vor. Auch wenn deren Chef polarisiert, sollten wir uns an einen Tisch setzen! Wir haben den Markt vor der Haustüre, die regionale Produktion der meisten Produkte ist geringer als die Nachfrage. Unser Ziel kann schon allein aufgrund der regionalen Strukturen nicht der Weltmarkt sein, weil Gesetzgebung, Besiedlung und nicht zuletzt auch unsere bäuerliche Mentalität diese Betriebsgrößen bis auf wenige Ausnahmen gar nicht erlaubt bzw. will.

Lasst uns als stolze Bauern aktiv werden. Wer den Kopf in den Sand steckt, hat schon verloren! Wir brauchen ein breites Bündnis der Solidarität. Das muss aus unserer Bauernschaft heraus kommen, denn das nimmt uns niemand ab.

Das ist mein Ziel für 2016: das Überleben der Landwirte in Hohenlohe aktiv anzugehen.

Euer Michael Reber

http://innovativelandwirtschaft.de/

(Aufrufe 2.551 gesamt, 1 heute)

59 Kommentare

  1. hier noch etwas, das (zumindest mir) Mut macht.

    Wenn 180 junge Menschen zusammenkommen, weil sie ihre Zukunft in der Landwirtschaft sehen, dann ist das für mich ein tolles Symbol.

    Letztes Jahr war ich selbst auf der Tagung eingeladen, einen Workshop abzuhalten und bei der Podiumsdiskussion kräftig mitzudiskutieren.

    schaut selbst, und ich entschuldige mich jetzt nicht dafür, daß es alles „Bio´s“ sind:

    1+
    • bauerhans sagt

      dazu passt die sendung des HR von gestern 21.00
      „landleben mit zukunft“
      ich staune immer wieder wie solche direktvermarkter ihr arbeitspensum bewältigen.

      2+
      • Das stimmt. So verlockend die Selbstvermarktung ist, sie hat Nachteile. Man braucht nicht nur passende Produkte und Zeit, sondern auch einen marktfähigen Standort.

        Wenn man, wie ich, im Sommer auf dem Markt steht und mit Kunden plaudert, während zu Hause keiner ist, der das Heu kreiselt, dann nervt das schon. Aber bisher ist noch jedes Heu trocken geworden und ohne die immer wieder netten und nahezu 100% positiven Rückmeldungen meiner Kunden würde Landwirtschaft mir deutlich weniger Spaß machen. Wenn Kunden zu Weihnachten kleine Geschenke mitbringen, weil sie dankbar sind, daß man sich abrackert, dann hat wohl nicht so viel falsch gemacht.

        Im Gegensatz sehe ich dazu meine „Großabnehmer“, da gibt es kein Dankeswort für die regelmäßige und zuverlässige Lieferung, sie erwarten eher Weihnachtsgeschenke, weil andere Lieferanten das auch machen.

        2+
    • Alois Wohlfahrt sagt

      Das ist ja schön. In dem Video sieht man, dass zu dem Treffen konventionelle Landwirte eingeladen wurden: Die Teilnehmer diskutierten mit Gabriele Mörixmann und Kirsten Wosnitza über Betriebswachstum.

      2+
      • Wir 🙂 Öko-Junglandwirte haben auch eine eigene facebook gruppe, in der durchaus kontrovers und selbstkritisch über Bio diskutiert wird und das ganz ohne Beleidigungen, obwohl(!) ich auch dort viele Beiträge poste und kommentiere.

        Zitat des Admin “ Ich finde das hier ne echt gute Diskussionskultur von euch! Danke an euch alle dafür!
        (Denn wenn man sonst irgendwo auf fb oder so mal Kommentare liest heutzutage, dann wird einem immer öfters ganz traurig dabei – wie sich Leute aufs übelste beschimpfen können. Schön, dass es hier ganz anders ist, und hier noch freundlich und mit gegenseitigem Respekt diskutiert wird. Auch das macht unsere Gruppe und euch alle besonders!)“

        https://www.facebook.com/groups/36524214665/

        Ausserdem kann man viele Vorträge der Tagung auf der Webseite nachlesen
        http://www.oeko-junglandwirte-tagung.de/tagungen/

        2+
  2. Uli49 sagt

    Auch in diesem Beitrag gibt es wieder einen Seitenhieb auf die BESH.
    Immer diese Andeutungen, damit kann ich nichts anfangen.
    Ich kaufe als Verbraucher gerne das Fleisch von der BESH, auch wenn es teurer ist.
    Mache ich da etwas falsch? Unterstütze ich eine Mafia?
    Wo soll ich denn kaufen, wenn ich gute Qualität aus möglichst artgerechter Haltung haben will? Die Bauern und Metzger in meiner Umgebung haben in dieser Beziehung keine Ambitionen.
    Grüße Uli

    2+
    • Michael Reber sagt

      Das ist kein Seitenhieb! Rudolf Bühler polarisiert als Mensch mit seinen Positionen, er nutzt das sehr geschickt für seine Zwecke. Aber lieber ein Mann mit klarer Position als ein „Mitschwimmer“ im Strom. Wer klare Positionen hat, polarisiert immer! Das sehe ich doch selbst in der Kommunalpolitik.
      Aber er hat es geschafft, dass Hohenlohe und Schwäbisch Hall für Genuss, Premiumnahrungsmittel und Kulturlandschaft stehen, deutschlandweit und international!
      Die Produkte sind sehr gut, die dürfen Sie ruhig weiter kaufen!
      Was ich selbst festgestellt habe, ist, dass die meisten Metzger wenig Interesse an besserer Haltung haben, weil das ja mehr kostet. Nur: wie soll man sich dann vom Discounter abheben? Aber alle kaufen ja lokal bei „ihrem“ Bauern.
      Ich habe es mehrfach versucht. Keine Chance. Keiner ist bereit, dem Fleisch an der Theke ein Gesicht (das der Landwirtsfamilie!) zu geben. Ich wollte, dass der Kunde des Metzgers zu uns auf den Hof kommt, um wirklich schauen zu können, woher das Fleisch kommt und wie das Tier gelebt hat.
      Also bleiben Sie der BESH treu, denn Sie unterstützen damit auch Hohenloher Bauern.
      Ich möchte aber, dass die ganze Region sich noch mehr vom normalen Markt abhebt, um mehr Wertschöpfung in die immer noch kleiner als im restlichen Deutschland strukturierte Landwirtschaft zu bekommen. Das kann auch die BESH nicht alleine schaffen, dazu brauchen wir alle Marktpartner in der Region.

      3+
      • Alois Wohlfahrt sagt

        Hallo Michael,
        unser Allgäuer Regionaldiscounter Feneberg hat mit der Marke VonHier geanu das umgesetzt: Landwirte aus der Anonymität herausgeholt.
        Bio-mit-Gesicht http://www.bio-mit-gesicht.de/feneberg.html
        Marke VonHier: http://www.feneberg.de/marken/vonhier/
        Bei einem VonHier-Produkt kannst Du den Landwirt als Erzeuger (mit Gesicht) per Schlüsselnummer zurückverfolgen: http://www.bio-mit-gesicht.de/
        Feneberg hatte in den ersten Jahren mächtig zu kämpfen umd überhaupt Landwirte zu finden, die bereit waren ihr Gesicht zu zeigen. Feneberg hat viel investiert und letztlich viel gewonnen.
        Vielleicht sollten wir da mal gemeinsam nach Kempten fahren.
        Alois

        2+
      • Uli49 sagt

        Jetzt wird es eine interessante Diskussion!
        Alois hat ja schon auf meine Einkaufsquelle Feneberg hingewiesen: Damit ist klar, der Vertrieb ist der Dreh und Angelpunkt. Die meisten Menschen unterschätzen die Bedeutung von Vertrieb und Marketing. Der Preis eines Autos beträgt am Ausgang des Werkstores nur 2/3 des Listenpreises. Man schaue sich die ellenlange Kette der Wertschöpfung an, von der Konstruktion und Entwicklung über den Bau der Fertigungsstraße bis zur Montage durch die Arbeiter, dazu noch die Verwaltung und die zahllosen Zulieferer. Warum erhält der Vertrieb dann wohl den Löwenanteil des gesamten Verkaufserlöses?
        In einer Überflußgesellschaft, wo jeder schon alles hat, was er braucht, ist es eben eine hohe Kunst noch etwas zu verkaufen. Da gibt es nur zwei Wege. Entweder über Rabatte (das machen die schwachen Verkäufer) oder über starke Marken. Warum kaufen die Leute Persil, wo jeder Test zeigt, daß halb so teure Waschmittel genau so sauber waschen? Warum verdienen sich die Handelsketten dumm und dämlich? Wer eine starke Marke oder die Bindung der Endkunden hat, der hat die Macht.
        Man kann Rudolf Bühler sympathisch finden oder auch nicht, aber er hat eine starke Marke etabliert und ist ein Marketing-Genie.
        Genauso wie Feneberg seine Marke über einen langen Zeitraum etabliert hat und jetzt die Früchte erntet.

        2+
        • Michael Reber sagt

          Das ist das A und O, dass die Vermarktung stimmt! Es geht ja auch um eine nicht unerhebliche Menge! Aber wir Landwirte müssen einfach Umdenken und schauen, wie wir die Wünsche der Verbraucher bedienen! Nicht rumjammern, dass nur Geiz geil sei, sondern ein Angebot schaffen, das der Verbraucher haben will – starke Marken eben! Morgen will ich schon mal Rudolf Bühler kontaktieren. Fakt ist aber auch, dass das nicht alles über den Schwäbisch Haller Schlachthof laufen kann. Dafür ist er zu klein. Aber ich denke an Lösungen, nicht an Probleme. Ich bin positiv gestimmt, dass die Zeit jetzt reif ist.

          2+
  3. Ludger Gerding sagt

    Herr Reher, sie haben Recht nicht die Beratung oder die Politik haben in erster Linie Schuld an der jetzigen schwierigen Lage und den niedrigen Preisen, sondern wir Landwirte selber. Nur glaube ich, dass der Ausdruck Exportorientiert ein Mythos ist. Er mag in gewissen Punkten zutreffen, wenn z. B Dänische oder Niederländische Bauern speziell für den Deutsch Markt ihre Ferkel produzieren, es haben auch Hohenloher Bauern oft speziell für die Mäster in Niedersachsen und Westfalen Ferkel erzeugt, für Milch und den Fleischsektor trifft es aber nicht zu. Ich kenne keinen Landwirt der speziell für den Export Mastschweine hält, sondern was exportiert wird ist immer das, was auf dem deutschen Markt nicht abzusetzen ist. Ich kann mich zwar für die Produktion regionaler Produkte entscheiden ist dieser Markt aber gesättigt müssen die übrigen Mengen auch wieder woanders verkauft werden. Genauso wie der Ausdruck Exportorientierung falsch ist, ist es falsch zu behaupten es gäbe kein „Wachsen oder Weichen“ im regionalen Markt. Wenn ich auch nicht Verband und Politik eine Hauptschuld für die schwierige Lage vieler Betriebe gebe, sollten wir sie doch nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Die Forderung des BDM zu versuchen die Milchmengen für einen Übergangszeit zu steuern halte ich für überlegenswert. Ich halte es auch für Falsch für größere Abnehmer-, und Liefermengen Boni zu gewähren, gerade auch von Bäuerlichen Genossenschaften, wenn die nur mit der Menge zu begründen sind. Es läge in der Verantwortung des Verbandes solche Geschäftsstrukturen zu durchleuchten und eine Gleichberechtigung zwischen den Betrieben zu fordern.

    2+
    • Michael Reber sagt

      Wenn wir aber (scheinbar) 120% des Schweinefleischs produzieren, was in Deutschland verzehrt wird, müssen doch die 20% exportiert werden oder? Oder glauben Sie das nicht?
      Ich habe auch nicht gesagt, dass ich „Wachsen oder Weichen“ stoppen möchte. Vieles ergibt sich mit dem Generationswechsel. Im Moment ist aber einfach in unserer Region ein Ausbluten der Ferkelerzeugung festzustellen, weil der Ferkelpreis leider nicht hier gemacht wird, sondern deutschlandweit! Ich kann natürlich die Märkte nicht abschotten, aber ich kann den Trend zur Regionalität auch nutzen, wenn wir hier lokal Mangel haben.

      1+
      • Ludger Gerding sagt

        Ich glaube Sie haben mich nicht richtig verstanden ich möchte gar nicht starkem Export das Wort reden und bin erst recht nicht gegen regionale Vermarktung, wenn ein Betriebsleiter darin eine Change sieht und der Markt da ist. Ich glaube wir müssen aber auch realistisch sein, regionale Märkte sind immer eng und es kann sich immer nur eine begrenzte Anzahl Bauern darin tummeln. Bei uns in der Stadt gibt es vielleicht noch eine Handvoll echter Metzger versuchen Sie denen mal eine Wochenlieferung von 80 bis 100 Mastschweinen anzubieten die winken sofort ab. Dass bei Ihnen die Ferkelproduktion ausblutet glaube ich Ihnen gerne hier in einer Schweinehochburg ist es überhaupt nicht anders, es stellen200ter. Dauerbetriebe ihre Produktion ein trotz guter Leistungen im Abferkelbereich. Um aber noch einmal auf den Export zurückzukommen, etwas aus meiner Erfahrung. Vor der letzten großen wirtschaftlichen Krise in der Schweineproduktion hatte ich über viele Jahre einen festen Mäster, sehr regional hier im Ort. Was geschah, der Mäster überlegte sich ich kann an meinen Mastschweinen nicht genug verdienen oder mache vielleicht sogar Verluste ich stalle vorübergehen keine Ferkel auf. Was soll ich sagen, ich war froh das ich einen Händler fand der die Ferkel abnahm. Es sind damals mehrere Gruppen nach Spanien exportiert worden, trotz der schlechten Ferkelpreise natürlich mit einem Abschlag von damals 4 Euro.

        2+
        • Michael Reber sagt

          Sehr geehrter Herr Gerding,
          dieses Verhalten der Mäster (bin ja seit 3 Jahren selbst einer) finde ich auch asozial! Es ist ja im Moment auch so, dass nur der Ferkelerzeuger die Zeche am Schweinemarkt bezahlt. Ich kann ja trotz schlechter Mastschweinepreise noch den Großteil der Kosten decken weil die Ferkel billig sind. Das kann aber keine Dauerlösung sein. Darum ja mein Ansatz, die Wertschöpfung für das Schwein „am Haken“ zu erhöhen, um es allen in der Erzeugungsstufe verteilen zu können. Und regional sehe ich mal als dehnbaren Begriff. Da gehört hier in Hohenlohe der kaufstarke Großraum Stuttgart auf jeden Fall dazu! Wir hier können hochwertige Lebensmittel auf dem Land für die Stadt erzeugen. Und dafür haben wir in Baden-Württemberg eben nur noch 50% des Bedarfs. Dies meinte ich mit regional. Die Preise für ganz Deutschland werden aber in den Überschussgebieten gemacht. Das finde ich ärgerlich, weil es eben regionale Gegebenheiten nicht widerspiegelt. Aber darüber lässt sich sicher lang und ausgiebig streiten, was regional ist. Ein Nord-Westdeutscher Betrieb „exportiert“ sicher liebend gern gen Süden! Alles Ansichtssache. Ich will aber eine Lösung für „meine“ Region Hohenlohe, weil sich eben mehr ändert als dass nur ein paar Landwirte die Segel streichen. Schönen Abend Ihnen!

          0
          • bauerhans sagt

            „…dieses Verhalten der Mäster (bin ja seit 3 Jahren selbst einer) finde ich auch asozial!“

            das ist ein normaler vorgang, auch auf seiten der ferkelerzeuger.
            ich habe selbst erlebt,wie zugesagte ferkel nicht geliefert wurden.

            1+
  4. Walter Parthon sagt

    Ein toller Beitrag von Herrn Michael Reber
    Was ich dem Bauernverband vor werfe ist das man so gut wie nichts wegen
    Russlandembargo hört.
    Vor Weihnachten wurde es von der EU verlängert. Von der Industrie kam eine starke Ablehnung. Bauernverband nichts.

    6+
    • Michael Reber sagt

      Kann ich nur zustimmen! Gerade das wäre Aufgabe eines Verbands. Auf die Märkte kann der nicht einwirken.

      2+
  5. Alois Wohlfahrt sagt

    Ich bitte als Administrator eindringlich beim Thema zu bleiben und auch Unterstellungen zu unterlassen.
    Ebenso ist das „Satt-Thema“ hier Fehl am Platz. Das wird doch an vielen anderen Stellen im Netz genügend gewürdigt. Dort kann man auch gerne an den Diskussionen teilnehmen.
    Gegenüber dem Herrn „Gast“ sind wir solange „gastfreundlich“ solange die Nettiquette gewahrt ist. Schließlich bringen uns die Rufe des „Rufers aus der Wüste“ auch nicht aus der Ruhe.
    Kurzum: Seid nett zu einander!
    Sonst muss ich als Adminstrator nicht so nette Dinge tun. 🙁
    Alois

    2+
    • Michael Reber sagt

      Danke Alois, das wollte ich gerade auch schreiben. Lasst uns über den Beitrag diskutieren, nicht darüber, wer den rechten Weg in der Landwirtschaft gepachtet hat! Den gibts nämlich nicht, wie Palla schon richtigerweise geschrieben hat!

      2+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Der Betriebsleiter muss immer selbst die Entscheidung treffen, der Berater, ob Bauernverband oder das Amt für Landwirtschaft sind halt nur Berater.
        Wenn ihr euch selbst die Schuld an der Preismisere gibt:

        #Wer trägt die Schuld daran? Politik, Bauernverband, Beratung oder auch wir Bauern selbst? Meiner persönlichen Einschätzung, aber auch meiner persönlichen Erfahrung auf meinem Betrieb nach tragen wir Bauern zu allererst selbst die Schuld. Auch wenn diese Erkenntnis weh tut! #

        Dann wäre Schweigen besser!

        Darauf, genau darauf hat man gewartet, dass dies von Bauern in den Medien diskutiert wird. Ob diese meine Meinung einen Heiligenschein verdient, mag ich nicht zu beurteilen, werde aber keinem Empfehlungen geben, dessen Betrieb ich nicht kenne.

        0
    • Rufer aus der Wüste sagt

      Danke das ihr mich gewaehren lasst aber solange niemand die Ursache beim Namen nennt wird sich eh nichts aendern.
      Also macht weiter so und geht mit wehenden Fahnen in den Untergang.

      Positive finde ich hier die eingestellten Links. Da waren schon ein paar sehr gute dabei um neue Ideen zu sammeln.

      0
  6. Gratulation zur Erkenntnis, daß ein dem Bauernverband und angeblichen Beratern hinterherlaufen nicht der Königsweg sein kann und eigenes Denken nicht ersetzt.

    Einer der wenigen Bauern, die offen zugeben, daß sie selbst die Hauptschuld an der Misere tragen und weder Verbraucher, noch Politik die Hoftore zumachen, sondern der eigene Sturkopf.

    In Ruhe nachgedacht wird auch die Erkenntnis kommen, daß Biogas ein noch grösserer Irrtum ist, als der Export zu Billigpreisen.

    Wir brauchen jeden Acker für eine nachhaltige umweltschonende Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung und richtig: regional sollten/müssten/können wir beginnen und sowohl Verbraucher als auch NGOs mitnehmen.

    So umstritten Bühler und seine bäuerliche Erzeugergemeinschaft SH auch sein mag, er verweigert sich keinem Dialog, sie laufen in Berlin zusammen mit dem „schwarzen Tierrechtsblock“ auf der „Wir haben es satt“- Demo.

    Und das nenn ich Dialog, so wie ich ihn mir wünsche, auch von Willi und Alois im neuen Jahr, welches hoffentlich viele gute neuen Erkenntnisse bringen mag.

    3+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Andreas Fendt,

      es mag ja sein, dass der Bauernverband auch mal daneben liegt, dass die Russland Sanktionen kommen, das hätte doch der Bauernverband wissen müssen, gell.

      Egal für was sich die Betriebsleiter entscheiden, Konventionell oder BIO, der Geissenhof kann kein Vorbild sein.

      Wir machen euch satt!

      https://youtu.be/s4LvMknAY0U

      4+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Jawoll Herr Fendt,

          Dialog mit Herrn Fendt geht nur, wenn man mit Herrn Fendt der selben Meinung ist.

          Deshalb will ich mit ihnen keinen keinen Dialog führen, ich beleuchte ihre Beiträge kritisch und schreibe meine Meinung.

          6+
          • Michael Reber sagt

            Trotzdem wäre es schön, wenn auch Sie sich zum Thema bzw. zum Artikel äußern würden anstatt nur Contra zu geben.
            Dialog macht für mich erst Sinn, wenn wir wirklich auch am Tisch sitzen und diskutieren. In den sozialen Medien ist das zu anonym und jeder kotzt sich nur aus. Wenn man sich dabei in die Augen schaut, ist das eine andere Ebene!

            1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Dialog kann man nur mit denen führen, die Dialog wollen!
              Bis jetzt muss ich mich nicht als Gast II anmelden, mein Account wurde bis jetzt nicht gesperrt.
              Alles klaro?

              4+
            • bauerhans sagt

              „….Wenn man sich dabei in die Augen schaut, ist das eine andere Ebene! “

              dann wird nur noch nach dem mund geredet,um sein wunschbild oder seine vorteile zu wahren,insofern ist das hier gar nicht so schlecht und so ein herr fendt gehört unbedingt auch dazu!

              0
    • Michael Reber sagt

      Lieber Gast, ich habe eben NICHT geschrieben, dass der Bauernverband mit Schuld hat! Und so geht Dialog auch nicht, wenn er nur geht, wenn man die Meinung des Gegenübers einfach akzeptiert und der Gegenüber sich als GAST hier einträgt und nicht einmal sich traut, mit seinem echten Namen zu diskutieren.
      Biogas pauschal als Irrweg zu verdammen, ist auch sehr leicht daher geredet! Wenn man wie wir 70% Gülle und Mist verwertet, dann halte ich das für mehr als nachhaltig! Natürlich gab es auch hier Fehlentwicklungen, wie in vielen anderen Bereichen auch. Aber es ist eben auch nicht alles schlecht!
      Ich erwarte, dass sich nicht nur die Landwirtschaft bewegt (was wir zweifellos müssen!), sondern auch die NGO´s – das ist dann Dialog.
      Also lasst uns damit beginnen – und nicht gleich wieder mit pauschalen Diffamierungen auf beiden Seiten alles kaputt machen. Ich wollte einen einen Anfang machen!

      2+
      • Lieber Michael,
        zunächst der Grund warum ich hier mich als Gast melde, ist weil mein realer Name immer sofort zu heftigen Reaktionen führt, die mit dem Thema nichts mehr zu tun haben, so auch hier.

        Mich hat Dein Beitrag sehr gefreut, und daher habe ich kommentiert.

        Du hast den DBV nicht genannt, sondern geschrieben „wir vertrauen der Politik und Beratung“ und dann erkannt, daß deren Ideal viel im Export zu suchen, nicht das (einzig) Wahre ist. Und einer der Berater ist nun mal der DBV.

        Über Biogas könnten wir viel diskutieren, ich halte es, so wie es momentan läuft, und die Folgen bisher auf die Pachtpreise, für enorm schädlich. Für Bauern, aber auch für die Umwelt und die Artenvielfalt (es ginge ja auch mal ohne Mais, mit Silphie u.a.)

        Auch ich wollte einen neuen Anfang machen, habe aber sofort bemerkt, daß von einigen Wortführern hier, meine Beiträge nicht akzeptiert werden und in sofern halte ich mich von nun an wieder raus.

        Das mit Biogas können wir schon mal ausdiskutieren aber nicht hier bei Bauer Willi.

        Viel Erfolg 2016
        von Biobauer Andreas Fendt an den Biogasbauer

        PS: Ich bin großer Hohenlohe Fan. Ich bekomme zwei traumhafte Käse von dort, den Bühlertaler Dorfkäse und den Lammbert! Und eine andere Erzeugergemeinschaft, die OBEG, versorgt mich seit Jahren zuverlässig mit deutschen Sonnenblumenkernen, heimischer Leinsaat und wenn mal mein Getreide nicht reicht, auch mit gutem Mehl zu günstigen Preisen.

        1+
        • Michael Reber sagt

          Lieber Andreas,
          nun haben wir doch eine sachliche Basis gefunden! Ich erwarte nicht, dass wir einer Meinung sind, aber dass wir fair (hier auf dieser Plattform) miteinander umgehen. Was sonst so abgeht in den Sozialen Medien, da gebe ich heute keinen Kommentar ab.
          Aber danke, dass Du Dich bemüht hast. So können wir 2016 doch einfach mal weiter machen!
          Guten Rutsch!

          0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Werter Herr Fendt,
          nicht ihr reeller Name führt zu Reaktionen, sondern der Inhalt ihrer jetzigen und vergangenen Beiträge.

          Wenn sie mich auch zu den Wortführen zählen, dann möchte ich mich für die Blumen bedanken. 🙂 🙂 🙂

          Werter Herr Administrator,
          meine Post ist der Ausdruck meiner Meinung und gehört nach dem Outing von Herrn Fendt zum Thema.
          Die Unterstellung, bei den Gast würde es sich um Herrn Fendt handeln,nehme ich mit Bedauern zurück.

          3+
          • Sandra Harms sagt

            ja ehemaliger landwirt
            ich hatte schon öfter mal das gefühl das andreas heimlich wider mit mischt, soll er ja auch ruhig, wir haben ja schlieslich meinungsfreiheit, und eigentlich ist er ja auch ein ganz netter kautz.
            hoffentlich sperrt mich jetzt alois nicht weil ich vom thema abgekommen bin…

            2+
          • Alois Wohlfahrt sagt

            Ich habe als Admin mich gemeldet, weil ich fürchtete, es geht wieder eine Pro und Contra Fendt Diskussion los.
            Ich weiss von vielen Leuten nicht die wahre Identität. Damit habe ich kein Problem.
            Ich bitte darum, dass wir uns persönlich respektieren.
            Alois

            4+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Es geht nicht um den Namen Fendt, es geht um seine Beiträge.
              Wer meint, er macht sein Glück in der Bio-Schiene, dann soll er das tun.

              Wenn ich dann hören muss, dass alle „Dumm“ sind, die das nicht tun, dann geht bei mir die Hutschnur hoch.

              Es ist mir auch egal, ob jemand beim Bauernverband Mitglied ist, oder er sich bei einem anderen Verband wohlfühlt, als langjähriger Ortsvorsitzender des Badischen landwirtschaftlicher Hauptverbandes fühle ich mich durch die Art und Weise beleidigt, wie Herr Fendt seine Kritik am Bauernverband formuliert.

              Will nicht immer Kritik an dem Mann ausführen, sein Handel mit Biowaren am Marktstand ist Cleverer als die Erzeugung derselben.

              Meine Identität gebe ich ich nicht gerne frei, mit meinem richtigen Namen bin ich alleine über die Telefonauskunft aufzufinden und möchte gerne auf nächtliche Telefonanrufe verzichten.
              Vor einigen Jahren gab es in einem bekannten Magazin ein Forum, in dem es richtig heiß herging, einer der Mitstreiter ist auch in diesen Forum mit Beiträgen vertreten, die Adresse von einem anderen Mitstreiter bekam ich über das I-Net raus.

              Ein Gruppe von Menschen, die jegliche Tierprodukte ablehnt, wollte uns dreien den Stall leer machen, na ja meiner war eh leer, kaum auszudenken wenn unsere Adressen bekannt gewesen wären.
              Falls meine Identität geprüft werden soll, meine email-Adesse habt ihr ja.

              Und was Herr Reber angeht, er macht das was die meisten meiner ehemaligen Berufskollegen tun, betriebliche Belange werden in der Öffentlichkeit diskutiert, dort ist es der Stammtisch, hier ein der Öffentlichkeit zugängliches Forum.

              2+
            • „Will nicht immer Kritik an dem Mann ausführen, sein Handel mit Biowaren am Marktstand ist Cleverer als die Erzeugung derselben.“

              Dann lass es doch einfach, den 1. Halbsatz widerlegst Du mit dem 2. gleich wieder. Mir wird dauernd Polemik unterstellt was soll das dann sein?

              Ich versuche sachlich zu bleiben, und antworte für andere, die es evtl. wirklich interessiert:

              Als Marktbeschicker sollte man „Vollsortimenter“ sein, ich kenne kaum Kollegen, die nur mit eigenen Produkten kommen. Auf unserem Markt machen das 2 Biokollegen und kein einziger Konventioneller.

              Der Handel ist damit nicht clever (im Sinne von finanziell lukrativ) sondern schlicht notwendig um die eigenen Produkte erfolgreich an den Kunden zu bringen.

              Im Gegensatz zum Laden habe ich aber auch hier die Möglichkeit zu gestalten. D.h. ich kaufe weitestgehend Produkte von Biokollegen aus der Nachbarschaft, die eben nicht alle selbst auf den Markt können und wollen und das macht auch Sinn. Dabei kann ich auf Regionalität und Qualität Einfluss nehmen und meine individuellen Kriterien verwenden, die mich insgesamt glaubhaft machen. Ich z.B. handle grundsätzlich keine chinesische Waren und auch keine Flugwaren.

              Ich würde lieber nur 100% Eigenerzeugnisse verkaufen, das macht mehr Spaß und die ganze Wertschöpfung bleibt bei mir, also ist es finanziell lukrativ und wäre „cleverer“.

              Ich habe kein Problem mit Leuten, die nicht zu ihren Aussagen stehen und anonym bleiben wollen, wie z.B. auch Bauer Willi. Nur wenn von denen dann Vorwürfe kommen, ich würde mich als „Gast“ hier anmelden, ist das grotesk.

              Jeder darf wissen, wer ich bin, wo ich wohne und was ich mache, da habe ich wenig Geheimnisse. Weder PETA noch Bauer Willi sind bisher vor der Stalltüre gestanden, freuen würde ich mich über beide 🙂

              1+
            • Michael Reber sagt

              Lieber ehemaliger Landwirt,

              wenn Sie meine Gedanken als Stammtisch-Geschwätz sehen, tut es mir leid für Sie! Sie müssen sich ja nicht daran beteiligen. Im Übrigen haben Sie den Artikel dann auch nicht richtig gelesen! Es ging darum, was ich als Person Michael Reber 2016 tun will, nicht der Betrieb! Und wenn Sie wüssten, wie die Resonanz der Bevölkerung, also der Verbraucher, sprich: unseren Kunden, auf dieses öffentliche Zur-Schau-Stellen meines bzw. unseres Tuns ist, dann ist der Weg der einzig richtige! Dann haben Sie nicht kapiert, dass sich die Welt verändert und die Verbraucher so wenigstens die Möglichkeit eines Blicks hinter die Kulissen haben! Dafür sind sie ausnahmslos dankbar!!! Auch wenn ich mit Herrn Fendt da sicher keinen Konsens finden werde: Die Besucher unseres Hofes, die in die Ställe schauen durften, waren dafür dankbar, auch wenn nicht jeder deshalb die Art der Tierhaltung gut findet. Aber eine sachliche Auseinandersetzung darüber und das Darstellen wirtschaftlicher Zusammenhänge wie Nutzungsdauer von Ställen als Konsequenz unternehmerischer Entscheidungen (und dadurch entstehenden Problemen durch Änderungen von politischen und gesellschaftlichen Anforderungen in diesem Zeitraum) gibt beiden Seiten die Gewissheit, den Gegenüber besser zu verstehen. Und so ist es auch mit den virtuellen Besuchern über Facebook, Blog, etc.
              Sie verstehen endlich wieder landwirtschaftliche Zusammenhänge! Das ist Arbeit, die allen Landwirten zu Gute kommt! Es geht eben nicht mehr so wie vor 20 Jahren, Stalltüre verriegeln, Zaun um den Hof und dann ist alles gut.

              1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Gast

              Vom Biobauer
              zu Andreas Fendt
              jetzt Gast

              Sie haben sicherlich eine gute Erklärung, warum sie ihren Nick ständig ändern, meiner bleibt bei Ehemaliger Landwirt.

              1+
            • Danke Michel Reber,
              sicher werden wir fachlich nie ganz einer Meinung sein, aber in einem wichtigen Schritt sind wir es:

              Das Wichtigste ist Transparenz!

              Wir Bauern (und damit meine ich alle!) müssen den Bürgern wieder geduldig erklären, was wir machen und wie wir das machen.

              Wir müssen uns über Folgen unseres Tuns fachkundig machen, was auch mal heissen kann, daß man sich durch ein Pamphlet vom BUND oder PETA quälen muss.

              Für Lebensmittel (und auch Biogas 🙂 ) müssen wir fordern, daß draufsteht, was drin ist, wo es herkommt und wie es erzeugt wurde.

              Nur so kann es zu wieder zu einem breiten Bündnis für bäuerliche Landwirtschaft kommen, wo Bürger und Bauern zusammen stehen, auch mal gegen etwas. (wo das demnächst wieder auf der Strasse stattfindet, darf ich ja nimmer sagen….)

              1+
            • Sandra Harms sagt

              Andreas, tranparenz ist ein gutes stichwort, da müssen wir alle besser werden, aber auch andere können uns dabei unterstützen, zb sollte es in den grundschulen pflicht sein im rahmen des sachkunde unterrichts kindern landwirtschaftliche betriebe zu zeigen, vieler orts wird das seit jeher gemacht, aber es gibt sicher schulen die das nicht tun.

              1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Sehr geehrter Herr Reber,
              Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals behauptet hätte, ihre Ausführungen wären Stammtischgeschwätz.
              Geschrieben wurde, betriebliche Belange gehören nicht beim Stammtisch und nicht in einem öffentlich zu gängigen Forum diskutiert.
              Sätze wie:
              #Wer trägt die Schuld daran? Politik, Bauernverband, Beratung oder auch wir Bauern selbst? Meiner persönlichen Einschätzung, aber auch meiner persönlichen Erfahrung auf meinem Betrieb nach tragen wir Bauern zu allererst selbst die Schuld. Auch wenn diese Erkenntnis weh tut! #
              Sollte man intern Diskutieren und nicht in der Öffentlichkeit.

              Mir fehlt die Erkenntnis, ob Einladungen den Hof anzuschauen eine Erfindung aus dem Hohenloische ist, bei uns nennt man das Tag des offenen Hofes, oder der offenen Stalltür. Als Ortsvorsitzender des BLHV durfte bei 2 Betrieben die Inhaber unterstützen, das ist ca. 20 Jahre her. Die örtliche Winzergenossenschaft – bei der ich noch immer Mitglied bin – bot dies bereits vor 50 Jahren an.
              Der Vorwurf, ich wäre einer von gestern geht völlig ins Leere.
              Ehemaliger Landwirt bin ich nicht weil ich gescheitert bin, sondern ab dem Alter von 65 Jahren.

              2+
    • Rufer aus der Wüste sagt

      Ich bin jetzt am ueberlegen was an Biogas schlecht sein soll. Das schlechte sehe ich darin das man alles subventionieren muss weil es sich sonst nicht rechnet.

      Es wird doch moeglich sein das sich das selber traegt.
      Also warum dann nicht die Guelle zuerst durch die Biogasanlage lassen bevor sie auf Feld kommt?

      1+
      • 3 Beispiele, wo wir uns sicher schnell einigen:

        Wenn Stromerzeugung zur Nahrungskonkurrenz des Menschen wird, d.h. wo ohne Kofermenation Anlagen rein auf Ackerpflanzenbasis laufen und diese Pflanzen so angebaut werden, daß Monokulturen („Maiswüsten“) entstehen und Artenvielfalt leidet.

        Wenn Biogasmotoren laufen und die Wärme zum Kamin rausgeblasen wird.

        Wenn Strom aus Biogas hochsubventioniert auch dann erzeugt wird, wenn genug Wind weht und/oder Sonne scheint und zuviel Strom im Netz ist und er ins Ausland verschenkt werden muss oder ganze Windparks mit finanzieller Entschädigung stillgelegt werden müssen und das OBWOHL man Biogas für ein paar Stunden lokal speichern könnte oder über längere Zeit im Erdgasnetz.

        1+
        • Sandra Harms sagt

          tja, andeas,
          da ist aber der gesetzgeber gefordert, warum darf ich zb meine übergroßen oder beschädigten kartoffeln nicht in eine biogas anlage stecken….. warum sind unsere kollengen die vieh halten ab einer bestimmten größe nicht verpflichtet sämmtliche gülle oder festmist durch so eine anlage zu schicken….
          diese und viele anderen fragen werfen sich mir auf….
          aber da das nicht zum eigentlichen thema gehört schlag ich vor, das ich mit alois und willi mal darüber rede ein entsprechdes thema in der nächsten zeit zu machen. ich geh dann gern auch noch einen schritt weiter und kann gerne auch andere ungenutzte erneuerbaren energien wie zb wassermühlen mit eingehen.

          1+
  7. Palla sagt

    Michael, ich stimme deinen Gedanken voll und ganz zu.

    Es gibt keine Existenzberechtigung für landwirtschaftliche Betriebe!
    Wir Bauern müssen selbst dafür sorgen, dass es mit unseren Betrieben weitergeht und unsere Denkblockaden selbst abbauen.

    Miteinander wäre es weitaus einfacher!

    5+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Palla,

      da muss ich Dir energisch widersprechen, wenn es keine Existenzberechtigung für landwirtschaftliche Betriebe gibt, dann müssen wir alle auf die Lebensmittel verzichten.

      Es kann nicht jeder Betrieb überleben, aber das ist ja nichts neues.

      Milchvieh abzuschaffen, diese „Denkblockade“ hat man bei uns schon 40 Jahre hinter uns.

      0
      • Palla sagt

        Ehemaliger Landwirt, steht das irgendwo im Gesetz, dass es unseren Betrieb in genau der Form vor der Aufgabe des Milchviehs geben muss? Hat Irgendjemand, außer uns sebst ein Interesse daran, dass es uns als landwirtschaftlichen Betrieb auch in Zukunft geben muss?

        Ich kann niemanden in unserer Politik und Gesellschaft erkennen! Leider!

        Im Preis für unser Produkt schlägt sich doch deutlich die allgemeine Wertschätzung nieder. Es gibt wohl eine Existenzberechtigung für landwirtschaftliche Betriebe an sich, denn wir müssen ja was essen. Aber die Betriebe, die im großen Stil Lebensmittel produzieren müssen/sollen ja anscheinend nicht bei uns im Süddeutschen Raum, in Deutschland oder gar in Europa sein!

        2+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Palla,

          es steht nirgens geschrieben wie ihr den Betrieb ausrichtet, es steht auch nirgens geschrieben, dass meine Söhne meinen Betrieb nicht weiterführen mussten, es kann sein, dass Du dich falsch ausgedrückt hast.

          #Es gibt keine Existenzberechtigung für landwirtschaftliche Betriebe!#

          Wir müssen dem deutschen Verbraucher sagen, dass wir landwirtschaftliche Betriebe auch in Deutschland brauchen wegen der Lebensmittelversorgung und auch wegen der Landschaft. Derzeit halten sich die Gastronomie und Zimmervermieter bez. der Milch sehr zurück, denen sollte man auch mal sagen, dass deren Existenz auch auf dem Spiel steht.

          0
          • Palla sagt

            Ehemaliger Landwirt,
            Existenzberechtigung ist vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck. Grundrecht auf Existenz des Einzelbetriebes trifft es besser.

            Ich glaube jedenfalls, dass Rufe nach der Politik, wie sie z.B. der BDM mit seiner aktuellen Plakataktion „Merkel, Schmidt & Hogan wollen lieber Milchbauern ruinieren als die Milchmenge reduzieren!“ versucht, oder diese beiden besagten Demos, bzw. deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, unsere einzelnen Betriebe am Ende nicht weiterbringen.

            Die regionalen Zusammenhänge sind ein spannendes Feld, das noch viel zu wenig Beachtung findet!

            2+
            • Michael Reber sagt

              Liebe Palla,
              ich finde auch, dass wir Bauern endlich aufhören sollten, uns damit zu beschäftigen, wer „besser“ ist: BDM oder Bauernverband, Bio oder konventionell, WMES oder WHES, usw.
              Unnötige Verschwendung von Zeit und Energie, oft auch Geld. Wir sollten (meine Meinung!) versuchen, lokal und regional strategische Allianzen zu schmieden, an denen die gesamte Wertschöpfungskette, aber auch die Verbraucher mit beteiligt sind. Wie das konkret aussieht, weiß ich heute auch noch nicht, sonst würde ich es schon machen. Ich werde mich aber jetzt hinsetzen und das angehen. Wer wertneutral mitmachen will, ist herzlich willkommen.

              2+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Palla,

              man kann darüber streiten ob Plakataktionen mit Namen wie „Merkel, Schmidt“ usw. was bringen, wenn sich niemand bemerkbar macht, dann glaubt die Politik, sie sind alle zufrieden.

              Bei uns darf man zb. im Weinbau nur auf genehmigten Flächen Weinreben anbauen. Vor einer Zeit kam man bei der EU auf die Idee, den Anbau auf allen Flächen zuzulassen, das wäre das Ende des Weinbaues in Steillagen gewesen. Es war nicht einfach für die Verantwortlichen, die Politik konnte aber Überzeugt werden, dass der vorgeschlagene Weg ein falscher war.

              2+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.