Bauer Willi
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„Die Bauern sollen nicht so jammern“

Nachdem Herr Rukwied (Präsident des Deutschen Bauernverbandes) zur Situation in der Landwirtschaft wegen Hitze und Dürre befragt wurde und daraufhin mit der Forderung nach billigerem Diesel geantwortet hat, ging in den sogenannten Sozialen Medien so richtig die Post ab. Und dann kam natürlich sofort wieder der Satz: „Die Bauern sollen nicht so jammern, die kriegen doch Subventionen“.

Dazu Folgendes: In Deutschland gehört Jammern zum Handwerk. Egal ob es der Bauer, der Lokführer (lange nichts mehr gehört), der Handwerker oder der Angestellte ist: alle jammern und sind unzufrieden. Sogar Beamte jammern.

Wenn der Bauer jammert, sollten wir hingegen zufrieden sein, denn er ist noch da und macht seine Arbeit. Sorgen machen sollten wir uns erst, wenn keiner mehr aufs Feld fährt und für unser Essen sorgt.

Es ist aber in der Tat eine schwierige Situation. Alle wollen regionale, perfekte Lebensmittel zu niedrigen Preisen, verlangen aber gleichzeitig Höchststandards beim Tier- und Umweltschutz. Und keiner will Zugeständnisse machen, wenn eines davon nicht geht. In der Regel entscheidet sich der Verbraucher gegen Tier- und Umweltschutz und für niedrige Preise. Übrigens nicht nur bei Lebensmitteln. Temu lässt grüßen (aber da kauft ja niemand….)

Man muss meines Erachtens aber unterscheiden zwischen dem Meckern über das Wetter (was nicht nur Bauern tun) und den strukturellen Problemen: Wenn die Auflagen steigen, der Handel aber nicht mehr für die Lebensmittel zahlen will, geraten vor allem kleine Familienbetriebe schnell an ihre Grenzen. Es ist einem Landwirt nicht vermittelbar, dass er immer höhere Auflagen mit der entsprechenden Dokumentation erfüllen soll, gleichzeitig aber Handelsabkommen mit Südamerika oder asiatischen Staaten abgeschlossen werden, bei denen die Produktionsbedingungen kaum eine Rolle spielen. Die Kontrolle ist ohnehin sehr schwierig bis unmöglich. Und ein Testat ist schnell erstellt.

       Was die Subventionen angeht

Ich bin dafür, alle Subventionen abzuschaffen,  also auch: (und das sind nur ein paar Beispiele) 

  • Dienstwagenprivileg
  • finanzielle Unterstützung des Öffentlichen Nahverkehrs
  • steuerfreies Kerosin
  • steuerfreie internationale Flüge
  • Entfernungspauschale
  • Industriestrompreis
  • Eigenheimförderung
  • Subventionen auf Photovoltaik, Windkraft etc.
  • Förderung von Museen
  • Filmförderung
  • Förderung kultureller Einrichtungen
  • Förderung von Sportstätten, Schwimmbäder etc.

 

Was wäre, wenn alle Agrarsubventionen abgeschafft würden?

Dazu habe ich im Jahr 2015 (!) bereits einen längeren Artikel geschrieben. Seitdem hat sich nichts geändert. Die Diskussion ist die gleiche wie vor 11 Jahren. Lesen Sie selbst, ich war selbst erstaunt.

Subventionen – abschaffen !?

 

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61 Kommentare

  1. Inga sagt

    das sind wir auch der Ökologie schuldig.

    Ach, was ist die Produktion von Autos so einfach, im Gegensatz zur
    Produktion von Nahrungsmittel aus der Natur.

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    • Zgnflüstrr sagt

      Die deutsche Automobilindustrie ist nicht pleite! Es schließen nur Volkswagen, Porsche, BMW und Mercedes ihre Werke.

      Das muss man auch mal hinkriegen mit deutscher Wirtschaftspolitik, die renommiertesten Unternehmen der Welt zu zerschlagen und binnen kurzer Zeit hunderttausende+ Arbeitsplätze zu vernichten. – Wer ist dafür verantwortlich? Keiner. Ich musste … habe halt … Steuervergünstigung.

      Nee, aber jetzt nehmt mal die Brille ab, denn – keine Tat ohne Täter! – die Verantwortlichen existieren real, wie auch die Mitläufer – in Politik, Wirtschaft, Medien, Gesellschaft, Konsumenten. – Wenn man zu genau hinsieht, ist man wahrscheinlich selbst noch schuld.

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  2. Andreas sagt

    Dr. Willi @ Sie behaupten hier immer wieder: „Diese ganzen Ausgleichszahlungen machen meist zwischen 10% und 40% des Betriebseinkommens aus. Gerade bei kleineren Betrieben ist der Anteil höher als bei den Großen.“
    Wenn Ihre Aussagen stimmen würden, dann müsste ein 3000 Hektar-Betrieb bei 450.000 €uro Subventionen die er im Jahr bekommt, doch 4,5 Millionen Euro Gewinn machen.
    In Wirklichkeit übersteigen gerade bei den Großbetrieben die Subventionen die Gewinne um ein vielfaches. Übrigens, die Zahlungen aus der zweiten Säule sind keine Subventionen, sie sind eine Bezahlung für genau definierte Leistungen des Landwirts , der Landwirtin für die Gesellschaft.
    Der Aufwand wird genau berechnet, ein Anreizcharakter darf keinesfalls vorhanden sein

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    • Arnold Krämer sagt

      @Andreas
      1. Betriebseinkommen ist das Einkommen eines pacht- und schuldenfrei gedachten Betriebes ohne Fremd-Arbeitskräfte.
      Für die konkrete Gewinnermittlung eines Unternehmens sind folglich gezahlte Löhne, Zinsen und Pachten vom Betriebseinkommen abzuziehen. Der Rest (=Gewinn) ist Entlohnung für das Eigenkapital, die Eigentumsflächen und die eigene (nicht vorab entlohnte) Arbeit.

      Zwischen beiden Größen können im Einzelfall sehr große Differenzen liegen. Folglich können auch die EU- Ausgleichzahlungen extrem unterschiedliche Bedeutung haben. Durchschnittswerte sind wenig aussagekräftig.

      2. Die Zahlungen der 2. Säule sind immer gedacht und berechnet als Nachteilsausgleich. Die mit den jeweiligen Verpflichtungen vorhandenen Aufwendungen werden also ausgeglichen, im günstigsten Fall überkompensiert oder “ der Gesellschaft geschenkt“. Die „Mitnahmegewinne“ können imEinzelfall durchaus lukrativ sein. Dann macht man eben mit. Ansonsten lässt man es meist bleiben.

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  3. Jürgen Donhauser sagt

    Willi, vielleicht ist es Zeit unsere grünen Kreuze umzulackieren – auf rot, denn wir schreiben tief rote Zahlen…….
    Analog zur Ampel: Bei Grün wird (noch) gefahren – bei Rot steht alles still……

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    • Kemetbauer sagt

      @all
      Egal welche Symbole für den Hinweis auf die missliche Lage verwendet werden, die Obrigkeit hat mittlerweile ein Auge darauf geworfen. So werden in BBg die aktuell aufgehängten „letztes Hemd“-T-Shirts, im Rahmen der Gefahrenabwehr, von der Polizei abgenommen. Mir scheint, die Politik ist sehr dünnhäutig geworden.
      Ganz anders hier in ST. Weiße T-Shirts baumeln mit Wahlplakaten um die Wette. Wahrscheinlich macht die Polizei bisher nichts weil der Bürger sonst verlangen würde, dass auch die Wahlplakate, natürlich im Rahmen der Gefahrenabwehr, ebenfalls entfernt werden müssten. Von einigen dieser Plakate geht wahrscheinlich auch eine viel größere Gefahr aus.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Symbolik hilft keinem mehr. Erst die Realität lässt alle hart aufschlagen, Staatsgeldempfänger wie Steuerzahler, Kranke wie Alte, Bauern wie andere Unternehmen…….die Meisten glauben nicht daran, dass dieses Land auch mal kein Geld mehr haben könnte. Diese Erkenntnis werden wohl bald sehr viele Bürger zu spüren bekommen. Und dann wird nach Schuldigen gesucht…..schaun mer mal, wer diesmal dran sein wird.

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        • Kemetbauer sagt

          @RS
          Dann sollten wir in Fatalismus üben und der Dinge harren, denen wir, zumindest nach Ihrer Meinung, nicht entkommen können.

          • Reinhard Seevers sagt

            Nenne es, wie du willst…..es wird dennoch nicht vorüberziehen. Die Zeit wird es zeigen, und auch Kemets werden es spüren. Niemand kennt die Rezepte und Antworten aber die Zeichen sind eindeutig….Arzttermine, Pflegesituation, steigende Arbeitslosenzahlen, höhere Schulden…..aber hee, Fatalismus neee. 😎

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            • Reinhard Seevers sagt

              Deutschlands „Dümmster“ (Hannes Jaenicke) sieht es auch ziemlich fatalistisch Kemet.
              Auszug:

              „All das klingt, als sähen Sie die Zukunft Deutschlands eher pessimistisch.

              Ja. Aber vor allem, weil die AfD so stark geworden ist. Wenn die hier tatsächlich etwas zu sagen bekommt, sehe ich kohlrabenschwarz. Wenn wir sie irgendwie im Zaum halten können, bin ich vorsichtig optimistisch.“

              So sind die Sichtweisen eben unterschiedlich.

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              • Kemetbauer sagt

                @RS
                Ich gehe mal davon aus, dass sie mit der Misere hier nicht wirklich vertraut sind. ST hat seit 24 Jahren jeweils eine von unterschiedlichen Koalitionen, immer unter einer CDU-Regie, geführte Landesregierung. Wir haben die höchste Schulabbrecherquote, den höchsten Anteil mindestlohngeprägter Arbeitsverhältnisse, seit 3 Jahren ein schrumpfendes BIP, den höchsten Besatz mit Arbeitskräften des ÖD, die geringste Lebenserwartung usw. usw.. Das sind nicht wirklich Gründe, die das Leben hier lebenswert machen. Wenn man Landwirt ist, sieht die Sache noch anders aus. Politisch haben wir alle denkbaren Konstellationen durch. Ich bin kein Fan der „Alternative“, kann aber die Bedenken vieler Mitbürger gegen ein „weiter so“ sehr gut verstehen. Würde ich taktisch wählen wollen, müsste ich „Grüne“ wählen. Die allein stehen stehen für den Ausbau der Ökoförderung.
                Was würde denn passieren, wenn es eine blaue Regierung gäbe? Mehr als 90% der Gestaltungsräume werden von Bundes- und EU-Recht gestaltet. Dagegen kann man anrennen; das ist aber sinnlos. Es bleiben die kleinen, realitätsnahen Felder. Genau dort ist allerdings auch der größte Nachholbedarf. Sind die bisher von AfD-Politikern besetzten politischen Positionen skandalumwittert? Wohl kaum. Egal wie die Wahl hier ausgehen wird, es werden 5 Jahre des Stillstands werden. Entweder ausgebremste blaue Politik oder sich selbst zerfleischende Bündelung aller im Landtag vertretenen Farben, mit Ausnahme von Blau.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Wer ist hier dann fatalistisch unterwegs?
                  Wenn man erkannt hat, dass das politische System eklatante Fehler in sich birgt, dann ist ja schon mal der erste Schritt getan. Man muss evtl. größer Denken und das Parteiensystem und den Föderalismus mitdenken. Die EU und die Russlandpolitik sind dann das nächste große Feld, was zu beackern ist. Das transatlantische Bündnis fällt in sich zusammen, die BRICS-Staaten werden die Oberhand übernehmen und wir sind immer noch am Gängelband der USA…..usw. usw……aber heee, was soll der Fatalismus. 🤡

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                • Kemetbauer sagt

                  @RS
                  Ich hatte ja schon darauf hingewiesen, dass man als Landwirt hier recht gute Arbeitsbedingungen vorfindet; sofern man selbstständig ist. Ich lebe hier jenseits aller gesellschaftlichen Konglomerationen, zumindest räumlich betrachtet. Die mein Handeln betreffenden juristischen Normen kommen vor allem aus Brüssel. So what?

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Kemet schrieb:“Die mein Handeln betreffenden juristischen Normen kommen vor allem aus Brüssel. So what?“
                  …………………………………………………………
                  „EU-Recht fungiert als supranationale Rechtsquelle, die direkt in den Mitgliedstaaten Anwendung findet. Dies bedeutet, dass die Regelungen der Europäischen Union Vorrang vor nationalem Recht haben und somit eine einheitliche Rechtsordnung schaffen. Der Grundgedanke dieser Vorgehensweise ist es, einen reibungslosen Binnenmarkt zu fördern, der nicht durch unterschiedliche nationale Vorschriften behindert wird.“
                  ……………………………………
                  Komisch, wenn doch alles gerecht geregelt ist, um den Handel gerecht zu gestalten, warum ist es dann eben nicht gerecht? Die EU und ihre supranationale Gesetzgebung gehört derart reformiert, dass sie überflüssig wird……man könnte also gegen die unsinnigen Verordnungen und Gesetze vorgehen, wenn man sich nicht ständig hinter feigen ökonomischen pseudo-Argumenten verstecken würde….Heuchler allesamt.

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                • Limes sagt

                  „Wir haben die höchste Schulabbrecherquote,…“
                  Das überrascht mich denn die Menschen dich bisher dort getroffen habe machten auf mich einen gebildeten Eindruck. Aber sie mögen richtig liegen denn der AFD Politiker Baumann behauptete „40 Prozent der jungen Leute können nicht mehr lesen und schreiben.“
                  Der Statistik kann man entnehmen 2025/2026 hatten 11,2 % der Menschen in Sachen Anhalt (bundesweit ca 30%) einen Migrationshintergrund das hat mich noch mehr überrascht. Was ist dann in der Erziehung durch Hiesige falsch gelaufen frage ich mich.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  KI sagt:
                  „Ein direkter Vergleich der Bundesländer ist schwierig. Die Kultusministerien nutzen unterschiedliche Rechenwege und Bezugsgrößen (einige messen an allen Abgängern eines Jahrgangs, andere an der gesamten Wohnbevölkerung). Zudem fließen Förderschulabschlüsse, die nicht bundesweit als gleichwertiger Schulabschluss anerkannt werden, oft in die Statistik ein.“

                  BR24 sagt :“Unter den Schulabbrechern sind Jugendliche mit ausländischer Staatsbürgerschaft fast dreimal so häufig vertreten wie Jugendliche mit deutscher Staatsbürgerschaft. …..“
                  Bezogen auf ganz Germanien……die Einen sagen so, die anderen labern anders, je nach politischer Absicht.✊😎

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                • Limes sagt

                  @RS
                  ja da stimme ich ihrer Einschätzung zu es wird viel gelabbert wie in diesem Bsp von dem Labberhannes Baumann

                • Kemetbauer sagt

                  @L
                  Baumann bezog sich wohl auf die UNICEF-Studie aus dem Mai 2026. Dort wird belegt, dass 40% der 15-Jährigen nicht die Mindeststandards im Lesen und in der Mathematik erreichen.
                  Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Sachsen-Anhalter oder zumindest die Personen die Sie dort getroffen haben, einen gebildeten Eindruck gemacht haben, dann ist das natürlich repräsentativ. Vielleicht waren es aber auch etwas ältere Menschen, die evtl. sogar noch das DDR-Schulsystem durchlaufen hatten.

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            • Liesel sagt

              Wenn man arbeitslos daheim sitzt, hat man auch Zeit sich um seine pflegebedürftigen Eltern und Großeltern zu kümmern.

              Nennt sich Win-Win.

              *duckundweg*

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  4. Georg Johann Brand sagt

    Lieber Bauer Willi, Sie sprechen mir aus dem Herzen.
    Alle Subventionen abschaffen, das ist mir auch mehr als sympathisch.

    Ganz wird es aber nicht gehen, denn dann würde alles nur noch dorthin „wandern“, wo die besten Voraussetzungen sind, wo am billgsten produziert werden kann.

    Das betrifft ganz allgemein die Wirtschaft, aber ganz besonders auch die Landwirtschaft. Denn Boden, Klima, Grünlandanteil, Betriebsstruktur usw. sind nunmal nicht überall gleich, national und international.
    Und ungleich ist auch das was von der Landwirtschaft an Umweltleistungen gefordert wird.

    Das muss ausgeglichen werden, denn es darf keine einseitigen Belastungen geben, die zu einer Schwächung der deutschen und europäischen Landwirtschaft führen, im Wettbewerb mit der Landwirtschaft in anderen Ländern und Regionen der Welt.
    Wenn es diesen Ausgleich nicht gibt, wenn die Gesellschaft nicht bereit ist, dafür zu bezahlen, werden wir in vielen Regionen keine Landwirtschaft mehr haben und unsere ohnehin wachsende Abhängigkeit von importierten Nahrungsrohstoffen noch weiter steigern.

    Diese Abhängigkeit wächst, weil wir immer mehr landw. Fläche verlieren und diesen Flächenverlust nicht mehr durch steigende Erträge ausgleichen.
    Im letzten Jahrhundert ist z. B. der Weizenertrag von ca 20 auf ca 80 dt gestiegen, diese Steigerungskurve ist aber um die Jahrtausendwende abgebrochen und zeigt seither eine eher fallende Tendenz. Und dabei bräuchte man eine ansteigende Kurve, denn zum „normalen“ Flächenverlust für Gewerbe, Siedlung und Verkehr (immer noch rd. 50 ha/Tag) kommen jetzt die Verluste für Freiflächen PV und für die Wiedervernässung von Moorböden.

    Wir brauchen daher die Unterstützung des Staates (der Gesellschaft), damit auch außerhalb der Gunstlagen weiter Landwirtschaft betrieben wird und die Ungunstlagen nicht noch zusätzlich zum Flächenverlust beitragen.

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    • Liesel sagt

      Wenn man nicht subventionieren will, dann kann man ja immer noch versuchen seine (Land-)wirtschaft mittels Zöllen zu schützen. Kann natürlich auch nach hinten losgehen…

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        • Liesel sagt

          Wie schon geschrieben. Früher haben die Leute nicht auf die „jammernden Bauern“ geschimpft sondern ihnen wurde Angst und Bange weil sie wussten, wenn der Bauer nichts erntet, dann gibts im Winter nichts zu kauen.

    • Inga sagt

      das sind wir auch der Ökologie schuldig.

      Ach, was ist die Prduktion von Autos so einfach, im Gegensatz zur
      Produktion von Nahrungsmittel.

  5. Jürgen Donhauser sagt

    Die Leute die sich bei billigen Diesel für Landwirte aufregen wissen wohl nicht, dass es sich hierbei um Steuergerechtigkeit und nicht um Subventionen handelt! Einfach mal nachdenken über die Historie und Zweck der Mineralölsteuer.

    Zu Rukwied fällt mir nichts mehr ein, außer: „Wenn unsere Forderungen nicht vollumfänglich erfüllt werden, dann kommen wir wieder….“
    Gähn…..

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    • Zgnflüstrr sagt

      Der Landwirtschaftsminister Özdemir war aber auch richtig zusammengezuckt, als neben ihm der Bauernpräsident Rukwied mit einer Bauernrevolte drohte. (Dabei hatten sie sich garantiert vorher abgesprochen.)

      Inzwischen gibt’s ja den Özdemir nicht mehr, aber der Rukwied hält sich.

      Und ihr macht alle mit. Ihr seid so langweilig. Soll ich mal einen Rant anfangen, oder was?

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    • Inga sagt

      richtig.

      warun wird dahinsichtlich nicht mehr aufgeklört.

      Agrardiesel wird doch hauptsächlich zur Produktion verbraucht und nicht auf der Autobahn.

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    • Inga sagt

      Jeder der über diese Rückvergütung Kritik übt, sollte sich vorher schlau machen,

      bevor er sich öffentlich blamiert.

  6. Limes sagt

    auf der Liste fehlt noch die erst im Dez 2025 im Bundestag verabschiedete Subvention für Gewerkschaftsmitglieder.
    https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw49-de-steueraenderungsgesetz-1128142

    in Gewerkschaftsmitteilungen ist z.B zu lesen: „Obwohl Gewerkschaftsmitglieder höhere Werbungskosten haben, sparen sie gegenüber Nicht-Mitgliedern kaum Steuern. Die Bundesregierung beseitigt nun diese Ungerechtigkeit.“ und “ Vorteil für Gewerkschaftsmitglieder – Künftig soll gelten: Der Mitgliedsbeitrag kann zusätzlich zur Werbungskostenpauschale abgesetzt werden. Dadurch sparen Gewerkschaftsmitglieder Steuern. Im Regelfall zwischen 25 und 35 Prozent des jährlichen Mitgliedsbeitrags.“
    dazu folgende Rechnungs des DGB Steuer Ersparnis 167 Euro jährlich. Wahrscheinlich sind es bei den „Führungskräften“ eher mehr. Es gibt 5,4 Mio Gewerkschaftsmitglieder. Die entgangenen Steuereinnahmen kann jeder selber ausrechnen.
    https://www.igmetall.de/service/ratgeber/steuervorteil-fuer-gewerkschaftsmitglieder
    https://www.bundestag.de/resource/blob/1121366/04-DGB.pdf

    Erstaunlich was so alles trotz knapper Kassen geräuschlos möglich ist.

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  7. Werner Knödler sagt

    Seit mir Herr Rukwied gute 3000,00 Euro Wertverlust an den BayWa Aktien gekostet hat
    habe ich nur noch sehr wenig für ihn übrig und befürchte das er seinen Job beim DBV genau so
    schlampig macht wie den im Aufsichtsrat der BayWa.
    Das unser aktuelle Landwirtschaftsminister etwas zu Gunsten der Bauern bewegt ist wohl auch
    nicht zu befürchten .

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    • Zgnflüstrr sagt

      „3000,00 Euro Wertverlust an den BayWa Aktien“

      Ja, die Aktie ist auf Null, ne? Seit 2022 im Fall, aber „HODL it“!

      – Auf Nachfrage nennt die KI als erste Ursache Fehlinvestitionen im Erneuerbare-Energien-Bereich. Jetzt wolle sich das Unternehmen wieder auf seine Kernkompetenzen berufen. Aber mit nix Kapital mehr. Der Laden ist nichts mehr wert. Jetzt ist die Frage, ob er noch Leistungen für die Praktiker erbringt, z.B., ob man dort mit Gewerbeschein günstigen Rasensamen kriegt oder ob man da seinen Spaten repariert bekommt. Sonst könnte die BayWa tatsächlich bald weg vom Fenster sein.

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  8. evonik sagt

    Hier ein Kommentar aus „Steuern mit Kopf:

    Faktenfieber2025
    vor 1 Monat
    @wolfgang_hasselmann Hier noch ein Paradebeispiel: „In Grapzow in Mecklenburg wird zur gleichen Zeit am leistungsstärksten Windpark Deutschlands gebaut, 53 riesige Mühlen sollen sich hier bald im Wind drehen. Fast die Hälfte davon auf dem Boden des Bürgermeisters und seines Schwagers. Erwartete Einnahmen für die Beiden aus der Pacht: rund eine Million Euro im Jahr – und die Verträge laufen über viele Jahre.“ Quelle: NDR

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  9. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Wer zahlt eigentlich den Diesel für die Brandbekämpfung? Ich kann nur jedem raten dem Staat direkt eine Rechnung zu schicken!

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    • Liesel sagt

      Dem Staat eine Rechnung schicken! Der Bundesrepublik, dem Bundesland, dem Landkreis, der Kommune?
      Wieder mal eine hirnlose Stammtischparole.

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      • Zgnflüstrr sagt

        Nach den Landesgesetz ist die Kommune für die Erstattung zuständig. Bauer Christian Lohmeyer hatte gestern im Video 200 € pro Treckerstunde angesetzt und somit über 2.000-4.000 € pro Einsatztag frohlockt. Ich glaube, er selbst macht aber trotzdem nicht mit.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Wenn es in seiner Gegend nicht brennt, wo sollte er dann wohl teilnehmen? Manche scheinen den Kopf nur zu besitzen, damit es nicht in den Hals regnet…..😕

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          • Zgnflüstrr sagt

            Na ja, viele Bauern sind mit ihren Treckern ja auch nach Berlin angereist, teilweise sogar nach Brüssel. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 25 (oder inzwischen 40?) km/h kommt man ja auch ordentlich voran.

            Aktuell finden aber wieder gigantische Treckerauffahrten in Holland, Spanien und/oder Frankreich statt, wie BITCOIN HOTEL (derzeit Mexiko) und das Vermietertagebuch (derzeit Kanaren) berichten, aber die hiesigen Bauern-Influencer noch nicht.

            • Mark Rössler sagt

              Vermietertagebuch, wer den schaut, der hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
              Der erzählt durchweg Unsinn, einzig um damit Geld zu verdienen, bei der Vermietung scheint er wohl eher nicht kompetent zu sein.

            • Inga sagt

              gibt auch welche dir fahren 60h/km.

              Für so etwas muss man tief in die Tasche greifen.
              aber das verstehen nur Srlbstständige.
              wer bezahlt deinen Lohn, wenn du streikst?
              Wer zahlt deinen Weg zur Arbeit?
              Wo bist du dabei versichert?

        • Liesel sagt

          Und woher nimmt die Gemeinde das Geld? Wenn der Verursacher nicht ermittelt wird (und selbst dann wird er kaum genug Geld haben) bleibt die Gemeinde auf den Brandbekämpfungskosten sitzen. Wird halt von den Steuern bezahlt. Werden halt weniger Straßen repariert oder Spielplätze saniert oder der Schützenverein bekommt halt weniger Zuschuss beim nächsten Saufgelage.

          Und jetzt stelle man sich vor, Steuern wären Raub und die Feuerwehr müsste sich privat finanzieren. Am besten mittels Rechnung bei den Grundstückseigentümern bei denen sie im Einsatz war. Die freuen sich dann, neben dem Brandschaden auch noch die private Feuerwehr zahlen zu müssen.

            • Liesel sagt

              Bei Wald- und Feldbränden gibt es eine Versicherung? Gut dann kann die Gemeinde die Rechnung an Wald- und Feldbesitzer schicken.

          • Inga sagt

            das zählt doch zu den Elementarschäden.

            wie die Brandversicherung damit umgeht, weiss ich nicht.

      • Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

        Naja, es ist ja auch ein großes Abenteuer. Wenn ich mir Videos dazu auf Instagram ansehe spielt so mancher offenbar seinen eigenen Einsatzleiter.

  10. Liesel sagt

    Welche Gefahr für die Bauern geht den von Magdeburg aus? Werden in Zukunft die Äpfel aus der Altmark zu Dumpingpreise verhöckert?

    Früher haben sich die Lebensmittelpreise entsprechend den Ernten angepasst. Passiert heute zwar auch noch (Kaffee teurer, Kakao teurer etc.) Früher war das aber für die Bevölkerung existenzbedrohend wenn die Ernten ausfielen. Heute können die Preise weitgehend stabil gehalten werden (dank Importen). Ist zwar nicht gut für die örtlichen Bauern (aber das sind sowieso die ganz Bösen) aber zumindest gut für den Verbraucher. Es wird (leider?) zu keiner Hungersnot in Deutschland kommen.

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    • Kemetbauer sagt

      @L
      „Äpfel aus der Altmark“? Das dürfte längst Vergangenheit sein. Bis zum Beginn der 2000er Jahre, gab es Rodungsprämien für Obstkulturen. DDR-Sorten waren nicht gewünscht. Auf den Flächen wird heute ganz normal geackert.

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    • Zgnflüstrr sagt

      @Liesel: „Es wird (leider?) zu keiner Hungersnot in Deutschland kommen.“

      Neulich hatte Friedrich Merz auf einem Wirtschaftsforum ebenfalls seine Meinung bekannt, ohne einen wirtschaftlichen Zusammenbruch wie nach dem Zweiten Weltkrieg sei Deutschland nicht zu transformieren. Die Typen meinen das echt so.

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    • Mark Rössler sagt

      Westeuropa wird eine schlechte Ernte einfahren, die Ukraine und Russland eine überdurchschnittliche und in Südamerika wird eine Rekordernte erwartet.
      Argentinien wird wohl so viel ernten wie noch nie, mit riesigen Abstand zum Schnitt.

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    • Inga sagt

      der Verbraucher ist doch auch Industriearbeiter und braucht deswegen billig satt zu essen.
      und wenn es in der Herstellung subventioniert wird.

    • Thomas Bröcker sagt

      Die Politik setzt lieber auf Transportausbau als auf heimische Produktion überlässt dem Handel die Aufgabe über billigen Einkauf die Preise stabil zu halten. Transportinfrastruktur ist im Krieg auch gut zu gebrauchen. Da fallen die Landwirte einfach hinten runter. Damit muss man sich abfinden und seine Lücke suchen. Der soziale Sprengstoff höherer Preise ist viel brisanter als der Untergang von 100.000 Bauerhöfen. Das ist leider so.

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      • Liesel sagt

        Aber mit ein paar Drohnen machst du auch die beste Transportinfrastruktur kaputt. Naja, die Deutsche Bahn hat das auch ohne Drohnen hinbekommen.

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  11. Sonja Dengler sagt

    In D leben ca. 85 Millionen Menschen. Die schriftlichen bösen Worte gegen „die Bauern“, also die paar Irregeleiteten, die so reden, wie Sie es schildern, dürfen Sie nicht übertragen auf alle anderen. Auch stimmt es nicht, wenn Sie schreiben „Alle wollen regionale….“. Das sind eben nicht alle – auch hier sind es ein paar Spinnerte, die große Menge der Verbraucher jedoch muss sehr mit dem Geld haushalten und bei dem kriegslüsternen Geschrei aus Berlin müssen wir mit noch höheren Kosten rechnen. So wie Sie pauschal über „die Verbraucher“ denken, so denken halt einige über „die Bauern“: in Schubladen nämilch – das wird sich die Menschheit nie abgewöhnen und man darf das nicht so ernst nehmen.

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  12. Reinhard Seevers sagt

    Das Murmeltier lässt grüßen. Hier eine Rechtfertigung der Agrarsubventionen, dort Berichte helfender Bauern bei Waldbränden, dann Katastrophenmeldungen wegen Dürre und gestern neue Bauernproteste in den Niederlanden. 🤔
    Dabei sitzt die Gefahr doch in Magdeburg…..🥳

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