Bauer Willi
Kommentare 44

Bürgerbeteiligung Düngeverordnung

Da soll mal einer sagen, dass unsere Ministerien nicht auf’s Volk hören wollen. Unser Bundesministerium für Landwirtschaft bietet allen Bürger an, sich an der Novellierung der Düngeverordnung zu beteiligen. Das kann man per Brief schicken oder an eine bestimmte Mail-Adresse schreiben. Die Frist dazu endet aber schon am 28.November 2016.

Hier der Link zu der Bekanntmachung

Und weil die Düngeverordnung halt nichts einfaches ist, bietet das Landvolk Niedersachsen jedem Bürger Infos und sogar eine Sammlung von mehr als 20 Formulierungshilfen an. Damit man auch was Richtiges schreibt. Beispiele:  01-Anschreiben, 02-Stickstoffbedarfsberechnung, usw.

Fast schon so gut wie bei Campact. 😉

Hier der Link des Landvolk Niedersachsen.

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44 Kommentare

  1. Der Brandenburgbauer sagt

    Eine so komplizierte , und auch für sehr viele Landwirte schwer zu begreifende Materie, von Nichtlandwirten befragen zu lassen, ist für mich , Schwachsinn in Vollendung.

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  2. Friedrich sagt

    @Stadtmensch. Dein Gedanke fußt auf falschen Werten. Die Ackerböden haben je nach Bodenart von 7000 – 20.000 kg N-Vorrat. Auf Grünland sind die Werte teilweise erheblich höher. Die Düngung erfolgt nach Entzug, also was die Pflanze braucht. Für den Landwirt ist es schwierig die letzten 10 – 15%Bedarf einzuschätzen. Trotz Schnelltests in der Vegetation und Nmin-Proben zu Beginn der Vegetation ist es nicht immer leicht das Optimum zu finden. Statt eines N-Saldos von 80 kg N/ha sollen in Zukunft die Salden nach 50 kg N/ha im dreijährigen Durchschnitt geführt werden. Mittelfristig ist das auch zu schaffen , aber da muß man alle Bauern auch mitnehmen und nicht nur ein Gesetz verabschieden. Da liegt das
    Problem. Unsere Politik produziert am Fließband Gesetze , aber schult nicht die Leute , die es durchführen müßen. Nur was man verinnerlicht hat , tut man auch ,doch das haben unsere Verantwortlichen noch nicht kapiert. In unserem Betrieb mit Mineraldünger- und Organ.Düngereinsatz haben wir die 50 kg N-Saldo schon seid Jahren erreicht. Wir untersuchen alle organ. Dünger auf Nährstoffe , nehmen N-min- Proben und erstellen schon immer Düngerbedarfspläne. Das Problem liegt im Ansatz der Erntemengen. Wenn ich z. B. mit 90 dt/ha Getreideertrag gerechnet habe und nur 60 dt/ha ernte ( z.B. durch Unwetter wie Hagel oder Krankheiten) habe ich den N-Saldo natürlich nicht erreicht.Ebenso ist es mit zuviel Regen oder Trockenheit. Bei uns , unter freiem Himmel steht kein Meßinstrument und zeigt uns den aktuellen N-Verbrauch an . Das unterscheidet Landwirtschaft ja auch von Industrieproduktion.Übrigens hast du die Futtermittel mit aufgeführt aber den Tierverkauf nicht mit gerechnet. So eine Hofbilanz zu errechnen ist auch nicht ganz ohne. Übrigens hatten wir auch mal die Düngung in den privaten Gärten in der Diskussion. Darauf hin habe ich mal bei uns im Gewächshaus Proben gezogen. Meine Frau düngt mit Blaukorn. Alle Werte warem 6 – 9 x so hoch wie auf dem Ackerland. Also ist doch was dran an der Vermutung mit hohen Werten in den Kleingärten.Will ja nicht von Überdüngung sprechen ?!

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    • Stadtmensch sagt

      Danke Friedrich für die Hinweise. Ich schicke manchmal auch Bodenproben aus unserem Garten ins Labor (aus Jux) nur um zu schauen, ob und wie sich die Nährstoffgehalte ändern. Ansonsten alles „biodynamisch“ bei uns…

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  3. Friedrich sagt

    Wunderbare Außendarstellung des BML , aber leider nur um bei der nächsten Wahl zu punkten. Die Realität sieht anders aus. Der Bauernverband hofft auf die Hilfe der Landwirte ,
    weil das LM beratungsresistent ist. Die wollen sich von ihren Gesetzen nicht abbringen lassen. Die Aussage des Landvolkes deckt sich von zwei sich nicht kennenden Beratern , die ich darauf angesprochen habe. Alle sachlichen Gedanken des Bauerverbandes , der Berater und der Landwirte werden abgeschmettert ! Ich wollte auch ans Ministerium schreiben und die organ. Düngung nach bisheriger Vorgabe nach -Weizen zu Weizen begründen. Auf über 50 er Böden im September,Anfang Oktober gedrillt und Nmin-Proben im Febr./März besteht überhaupt keine Gefahr für Nitrat im Grundwasser. Der N-Bodenvorrat wird bei der Frühjahrsdüngung angerechnet und gut. Aber sachliche Argumente will von den Aktenfressern im Ministerium keiner hören. Dies ist mal wieder ein Zeichen, wie sich unsere „Elite“ von uns normalen Bürgern entfernt. Aber „Alle “ die
    Protest wählen , sind ja doof !!

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  4. Walter Parthon sagt

    Die für die Abstimmung Verantwortlichen spinnen doch.
    Die sollten sich dafür einsetzen das die Landwirte eine Entschädigung bekommen
    Als Wasserentnahmeentgelt bzw. Wasserentnahmeabgabe, umgangssprachlich auch Wassercent oder früher Wasserpfennig, bezeichnet man das in einigen deutschen Bundesländern nach den Landeswassergesetzen für die Entnahme von Grundwasser und Oberflächenwasser erhobene Entgelt. Bezeichnungen sind auch Wassernutzungs-Entgelt, Wasserentnahmegebühr, Wasserentnahme-Abgabe, sowie Wasserzins, Wassersteuer oder –abgabe.

    Das Geld wird unter anderem dazu verwendet, Landwirte dafür zu entschädigen, dass sie verantwortungsvoll mit Düngemitteln umgehen und damit das Grundwasser vor Verunreinigungen schützen.

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  5. Sabine sagt

    Ach Du heiliges Moorhuhn! Sollten die Ergebnisse solcher Abstimmungen nicht erstmal durch den LW-Sim-17 gejagt werden?

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  6. Stadtmensch sagt

    Das Beitragsbild interpretiere ich so: Der nachhaltigkeitsbewegte Bürger (mit hipper Intellektuellenbrille) sitzt in seinem Gärtchen und liest nach, wie er sich sachlich fachlich an der neuen Düngeverordnung beteiligen kann. Dann schreibt er etwas zu Pflanzenjauchen in seinen Brief.
    Schon fies … 😉

    Ich hole nochmal einen leider bisher unkommentierten Einwand\Frage aufs Tapet:

    Die 80% Verlust gelten für „A typical swine production system“
    „Despite some recycling, over 80% of the
    fertilizer N applied to a farmer’s feld devoted to animal feed production is eventually lost to the environment (red arrows), partly to the air as ammonia and nitrogen oxides and partly to rivers, groundwater and estuaries as nitrate. Less than 20% is consumed by humans as meat. From Galloway et al., in press.“
    S.15
    http://www.unep.org/pdf/dtie/Reactive_Nitrogen.pdf

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    • Brötchen sagt

      Was wollen Sie konkret wissen in Bezug auf das Zitat? Vielleicht kann ich helfen. Vorweg stickstoff Nitrat ist nicht perse böse böse. Die schlimmsten verseucher sind übrigens der Gemüsebau, weil die sehr intensiv wirtschaften.

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      • Andreas Schmid sagt

        Im Rheinland sind die Nitratwerte im Gemüsebau bei 0 bis etwas über 50. Die meisten viel niedriger. Wenn sie höher sind kommen sie oft aus Mülldeponien oder ähnliches.

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    • Mark Rössler sagt

      Demnach sollte man nur mineralisch düngen, weil da die Wirkung „sicherer“ ist.
      – theoretisch –

      Düngt man einen mineralischen Nitratdünger im Frühjahr, so ist die Gefahr für Auswaschungen erst mal höher als bei einem organischen.
      Langfristig sind organisch gedüngte Böden ertragreicher, wie das Nachbarfeld mit reiner mineralischen Düngung.
      Vergleicht man in Niedersachsen die Regionen Marktfrucht im östlichen Land, Viehhaltung im westlichen Landesteil, dann fällt auf, dass die Marktfruchtregionen eher zu Nitratausträgen neigen. An den ursprünglichen Bodenbeschaffenheiten allein wird es nicht liegen.
      Das RKI startet dazu ein größeres Projekt an dem sich die Landwirte beteiligen sollen, um weitere Erfahrungen zu sammeln.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Um Nitratverluste zu vermeiden, nimmt man stabilisierte N-Dünger.

        Im Obst und Weinbau ist dies Standard.

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          • Stadtmensch sagt

            Es sieht so aus, als würde im Schnitt doppelt so viel N gedüngt, als nötig:
            Zitat http://www.mpimet.mpg.de/fileadmin/staff/lammelgerhard/N_r.pdf (Seite 8):
            „Die jährlich in Deutschland ausgebrachten Stickstoffmengen betragen ca. 135 kg N/ha Mineral- und 80 kg/ha Wirtschaftsdünger. Zum nationalen Stickstoffeinsatz in der Landwirtschaft sind ferner ca. 30 kg/ha aus importierten Futtermitteln, 20 kg/ha durch symbio-
            tische Fixierung (Leguminosen) und 30 kg/ha aus der Luft
            zu addieren. Nur etwa 140 kg/ha werden durch die Ernte
            entzogen.“

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            • Mark Rössler sagt

              In Deutschland haben wir seit Jahren eine durchschnittliche N Bilanz unter 80kg/N Ha,
              Wie die in Ihrem Link mit Zahlen jonglieren ist mir etwas schleierhaft, immerhin wird die N-Zulieferung durch importierte Futtermittel bei der organischen Düngung mit einbezogen.
              Dann sollten die auch den „exportierten Stickstoff“ berechnen, denn wir exportieren wesentlich mehr an Getreide als wir uns an Futtermitteln wieder importieren.

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            • Brötchen sagt

              Die importierten Mengen sind im Wirtschaftsdünger enthalten. Der Durchschnitt taugt nur als grober Überblick. Die ganze Kunst der lw besteht darin flexibel auf Witterung zu reagieren. Je mehr man z.b. Durch düngvorschriften einengt umso schlimmer wird es eigentlich, zumal wir ja Wetterlagen vermehrt haben, die unüblich sind.

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            • Stadtmensch sagt

              Danke für die Antworten. Ich finde das Thema sehr spannend und medial etwas unterbelichtet. Als Laie sehe ich halt, dass Wälder gekalkt werden müssen oder dass es zu Eutrophierung bestimmter Regionen der Anrainermeere kommt. Anthropogen fixierter Stickstoff gelangt über die Atmosphäre überall hin und fällt da aus, wo er nicht in Humusauflage oder Vegetationszuwachs aufgenommen werden kann. Da hat man den Stickstoffkreislauf beim intensiv genutzten Acker wahrscheinlich besser im Griff (wobei hier natürlich wieder die schlechte Energiebilanz des synthetischen N-Düngers ins Kontor schlägt).

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            • Mark Rössler sagt

              Ja, der liebe gefährliche Stickstoff.
              Wieviel % Stickstoff sind noch mal in der Luft enthalten?

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  7. bauerhans sagt

    die unterschrift ist von HANS-DIETER HÜSCH,dem legendären staatssekretär,vom niederrhein??

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      • Mark Rössler sagt

        Baumrinde ist aber nicht sonderlich schmackhaft und keineswegs nahrhaft.
        Und der Regenwald ist nicht in einem Jahr gewachsen.

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      • Kainz Andreas sagt

        Den Daumen hoch nehme ich zurück! Im Regenwald gibt es keine Ernten. Alles was dort wächst ernährt sich von dem was vorher abgestorben ist. So etwas nennt man Kreislauf. Im Ackerbau muss man Defizite die durch die Ernte basieren mit Düngung ausgleichen, alles andere währe Raubbau an der Natur!!!

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        • Mark Rössler sagt

          Herr Fendt kennt keine Kreisläufe, der scheint zu glauben Nährstoffe fallen ausreichend vom Himmel.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Der Biobauer Fendt wird es kaum glauben,
        mein Wald wird auch nicht gedüngt und dann bin ich noch „stolzer“ Besitzer eines Biotopes, das Biotop wird auch nicht gedüngt, es sei denn die Vögel benutzen es als Scheißhaus.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Die sind hoch,
            gerne wäre ich bereit, das darauf wachsende Gras ab zu geben, wenn es abgemäht wird, umsonst.

            Die Umweltschützer furzen lieber in den Sessel und schreiben dumme Beiträge in entsprechenden Foren.

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      • Brötchen sagt

        Im Regenwald holt man auch keine 7 t vom Ha. Wenn ich von 10 ha und 10 dt je ha leben kann, dann ist reine pflanzliche Düngung unumstritten.

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