82 Kommentare

  1. Andreas sagt

    Nun macht man Schuldeingeständnisse, trotz Initiative Tierwohl, trotz Fortschritt usw.

    Ein von mir vorgeschlagener „Runder Tisch“ hätte einen strategischen Verhandlungsvorteil gehabt. Kein Gemecker sondern ein Ergebnis.
    Nach dieser „Selbstanzeige“ durch den WLV hat man eine schwache Position. Ich wette, bei irgendwelchen Debatten wird aus dieser Mitteilung 1000 Mal zitiert werden.

    Aber vielleicht irre ich mich und es gibt es Seitens der Kritiker „Vertrauen gegen Vertrauen“ und eine sachliche Debatte. Wäre für Mensch, Tier und Umwelt ein Gewinn.

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    • Bauer Willi sagt

      Der „Runde Tisch“ ist damit nicht vom Tisch. Es ist ja bisher eine einseitige Willenserklärung. Ein Dialog muss trotzdem noch stattfinden.
      Bauer Willi

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  2. bauerhans sagt

    die spinnen,die vom wlv……
    für die massgeblichen leute in deren ehrenämtern gilt nach wie vor „wachsen oder/und weichen“.
    vor 30 jahren hatte ich dem hiesigen geschäftsführer schon vorgeschlagen,professionelle werbung in eigener sache zu machen,der aber meinte,dass das wegen der kosten nicht durchsetzungsfähig wäre.

    was soll denn jetzt dieses „zu kreuze kriechen“ bewirken,ich zieh mir den schuh nicht an!

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  3. Ottmar Ilchmann sagt

    Grundsätzlich ist die Aufnahme und das ERNSTNEHMEN gesellschaftlicher Kritik durch den WLV zu begrüßen. In den benachbarten Intensivregionen Niedersachens sind die Akzeptanzprobleme ganz ähnlich, hier tut sich bisher noch nichts in diese Richtung.

    Teilweise sind die Zeitperspektiven allerdings sehr lang, innerhalb derer der WLV seine Vorhaben umsetzen will. Vor allem, da es sich zum Teil ja nur um die Umsetzung bereits heute gültiger Rechtsnormen handelt! Ich frage mich, wie weit die Landwirtschaft noch „Herr des Verfahrens“ ist und ob sich Gesellschaft, Politik und vor allem der Handel auf diese langen Übergangszeiten einlassen werden. Hier hat es leider ja auch lange Zeit eine Verweigerungs- und Verharmlosungsstrategie gegeben, die zu einer weiteren Zuspitzung der Probleme geführt hat.

    Ausgeklammert wird die Frage der Struktur bzw. der Bestandsgröße von Tierhaltungsanlagen. Es ist aber so, dass Großanlagen ab bestimmten Tierzahlen (s. BIMSch) generell keine gesellschaftliche Akzeptanz mehr haben, unabhängig von anderen Tierhaltungskriterien. Zudem bedeutet eine Verhinderung von Großställen in Verbindung mit der Umsetzung von Tierschtzvorgaben auch einen Abbau von Überkapazitäten, eine Verringerung der Produktion und infolge dessen die Möglichkeit, für die dann knappen Produkte wieder angemessenere Preise zu erzielen.

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    • Mark Rössler sagt

      Produkte werden knapp?
      Auf welcher Insel muss man dazu leben? Zur Not wird, wie zB laufend bei Naturland, umdeklariert.
      Ähnliches gab es ja auch bei Neuland, selbst da haben es die beteiligten Organisationen nicht geschafft ehrlich und transparent zu bleiben.
      Der Unterschied liegt wohl zu der Nähe der „gesellschaftlichen Konsens“, ansonsten hätte da eigentlich mehr passieren müssen.

      Die ruhige Medienlage bei solchen großen Ungereimtheiten zeigt doch auf, wie die Menschen zwar glauben aber sich generell täuschen lassen.

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      • Ottmar Ilchmann sagt

        Weniger Großstall-Neubauten, mehr Tierwohl, dadurch geringere Besatzdichten, das führt doch logischerweise zu einer Verknappung des Angebots, oder? Da wir hier von der Umsetzung europäischer rechtlicher Vorgaben reden, findet diese Verkanppung europaweit statt. Dänemark und die Niederlande arbeiten ja an ähnlichen Programmen. Außenschutz vor Importen erreicht man durch die Festsetzung von Tierwohl-Standards, an die sich auch Drittländer halten müssen.
        Die Unreglmäßigkeiten jetzt bei Naturland und vor einiger Zeit bei Neuland sind natürlich zu kritisieren und dürfen nicht hingenommen werden. Aber das ist ein ganz anderes Thema! Ich finde es wichtig, dass wir Landwirte genau mit dieser Verknappungsstrategie versuchen, die Tierwohl-Debatte und andere gesellschaftliche Kritikpunkte zu unseren Gunsten zu nutzen.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Dänemark und Holland haben Probleme die Gülle unter zu bringen.

          Bei einer Verknappung des Rindfleisches, wird Brasilien und Argentinien gerne einspringen. Manche glauben noch die Rinder weiden in der Pampa, mehr als 90% werden längst in Feedloots mit genmanipuliertem Futter und künstlichen Wachstumshormonen gemästet.

          http://www.travelbook.de/artikel/masse-statt-klasse-die-bittere-wahrheit-ueber-argentinisches-rindfleisch-721949.html

          Über die Enge der Boxen freut sich das Rind und der Deutsche ist stolz über das Tierwohl der argentinischen Rinder. 🙁

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          • Ottmar Ilchmann sagt

            Und genau mit diesen argentinischen Praktiken, die in Deutschland nicht zulässig sind, haben wir doch einen guten Grund, solche Importe zu unterbinden! Die Befürchtungen, auswärtige Billigprodukte, die unter fragwürdigen Bedingungen erzeugt wurden, könnten den deutschen bzw. europäischen Markt überschwemmen, sind ein billiger Vorwand, bei uns keine Veränderungen durchzuführen.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Die Käfighaltung bei Hühnern ist bei uns verboten, trotzdem landen Eier aus dieser Haltung in bei uns hergestellten Teigwaren.

              Ihrem Einwand nach, ist es gut, dass in Deutschland diese Haltung verboten ist.

              Eigentlich müssten Tierfreunde auf die Barrikaden gehen um die Verwendung so erzeugten Eier zu verhindern, nein, hier herrscht absolute Funkstille, Pharisäer würde ich sagen.

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    • Reinhard sagt

      Das Hauptproblem in den Diskussionen über „Nachhaltigkeit“ ist, dass dieser Begriff so unterschiedlich interpretiert wird. Der wlv balanciert, wie viele andere auch, „soziale, ökonomische und ökologische Pfeiler“. Wer bestimmt aber, wieviel an den jeweiligen Pfeilern abgesägt werden kann, damit alles im Lot ist? Derzeit ist z.B. Biodiversität angesagt, das reduziert Erträge und erhöht die Preise. Davor waren es die Erträge, davon profitieren die Preise, aber die Biodiversität leidet.
      Andere definieren „Nachhaltigkeit“ ökologisch, als „die Natur“ möglichst unbeeinflusst durch den Menschen. Das ökologisch/ethische Dilemma: wenn „Natur“ und Mensch gleichberechtigt sind, darf man Menschen sterben lassen, wenn die „natürliche“ Leistung des Bodens nicht mehr bringt? Darf man dazu Wald in Felder umwandeln?
      Da hilft nur die Diskussion. Ob es aber je Konsens geben kann, bezweifele ich sehr.

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      • Anwalt der Tiere sagt

        Das ökologisch/ethische Dilemma besteht doch darin, dass ein Großteil der Erträge an Tiere verfüttert wird für westliche Fehlernährung (ø doppelt so viel wie höchstens empfohlen) und durch die „Veredlung“ viele Kalorien aus wertvollen Kohlenhydraten und Aminosäuren dem Menschen verlorengehen. Natürlich darf man niemandem vorschreiben, was er essen soll oder was nicht. Aber höhere Umweltschutzstandards für die Tierhaltung lassen sich sehr wohl im allgemeinen Interesse rechtfertigen (Art. 20a GG, Staatsziel Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen). Ein höherer Fleischpreis ist in Kauf zu nehmen und zur Reduktion von Fleischerzeugung und -verzehr sogar gesamtgesellschaftlich erwünscht. Beim Rauchen regt sich auch keiner mehr über einen höheren „Anschaffungswiderstand“ auf.

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        • Mark Rössler sagt

          Ja, die Kalorien…
          Landwirtschaft findet aber immer noch nicht in der Fabrik statt,
          Kalorie ist nicht gleich Kalorie.
          Man kann Brotgetreide durch Witterungsumstände zu Futtergetreide geworden, nicht in Kalorien für den Menschen rechnen, man kann Gras nicht in Kalorien für Stadtmenschen umrechnen.
          Man kann überlegen was man damit anfängt. Machen wir daraus ideologisch wertvollen Spaß oder machen produziert man damit Lebensmittel?

          Und nein, ich werde wieder keinen Link setzen, eigentlich sollte der klare Verstand ausreichen, um die weltweit errechneten „produzierten Kalorien“ in Relation zu setzen.

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          • Anwalt der Tiere sagt

            Ich würde gern von Ihnen wissen, wie viel Getreide nicht als Brotgetreide verwendet werden kann und wie viel Brotgetreide an Nutztiere verfüttert wird.
            Wie viel Tiere werden auf Weidebasis gemästet, Schweine und Hühner zu <1 % und Rinder zu 50 %?
            Ich halte Fleisch eher für "ideologisch wertvollen Spaß".

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            • Bauer Willi sagt

              Dazu ein praktisches Beispiel aus meinem Betrieb. Ich plane in jedem Jahr, Brotweizen zu erzeugen. In 2016 habe ich aber, weil die Witterung nicht „mitgespielt“ hat, 60% Futterweizen produziert. Dumm gelaufen, aber wegen des vielen Regens war das so. Ich habe aus Gründen der Fruchtfolge Wintergerste im Anbau. Haben Sie schon mal Gerstenbrot gegessen? Also wird das Futter. Warum eine Fruchtfolge ökologisch sinnvoll ist, wissen Sie hoffentlich. Wissen Sie, wovon sich Wildschweine ernähren? Mit Sicherheit nicht nur von Gras, sondern auch von Eicheln und Bucheckern, weil die wesentlich energiereicher sind. Deshalb hat man Schweine früher auch in den Wald getrieben, zur Mast. Da gab es dann einen Schweinehirten. Gibt es heute nicht mehr. Übrigens wird auch bei „Weideschweinen“ zugefüttert.

              Aber das kann man als Anwalt ja auch nicht alles wissen und drum erkläre ich Ihnen das hier 😉
              Bauer Willi

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            • Andreas Müller sagt

              zur Vervollständigung: Wildschweine sind Allesfresser wie der Mensch, d.h. sie fressen je nach Angebot Wurzel, Insekten, Aas, Früchte, aber auch gerne Mais und Getreide u.s.w.

              Bucheckern und Eicheln stehen nicht ganzjährig zur Verfügung, stellen insbesondere in Mastjahren einen Hauptanteil der Ernährung in der Jahreszeit.

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            • Mark Rössler sagt

              Umgekehrte Welt mal wieder?
              Sie stellen eine Behauptung in den Raum und wissen überhaupt nicht was diese eigentlich aussagt.

              Sie haben hier die Kalorien ins Spiel gebracht,
              dann sollten Sie auch aufschlüsseln wieviele dieser rechnerischen „Kalorien“ denn überhaupt für den Menschen zum Verzehr geeignet sind.
              Und warum wird dann nur auf die Tierhaltung geschielt?
              Was ist mit der Braugerste, Brauweizen, Stärkeproduktion, Verarbeitung zu Zusatzstoffen, Hilfsstoffen und was es nicht alles gibt.

              Hinzu kommt dann noch die Klimaregion, nicht überall wächst alles.
              Wir bauen hier ja auch keine Bananen oder Kaffee an.
              Wie viel Kalorien ergibt eigentlich die weltweite Kaffeeernte?

              Sie sollten Ihre Kalorien mit „Leben“ füllen aber bitte keinen Link zu der Menge, sondern zu der Aufschlüsselung.

              Zum Gras, es wird wesentlich mehr als nur Fleisch daraus gewonnen, Kühe können mehr als nur Fleisch geben.

              Man merkt immer wieder die Schnellschüsse wenn es darum geht etwas zu kritisieren, die gravierenden Fehler der Behauptungen werden ausgeblendet.

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            • Brötchen sagt

              Pro Person werden ca. 120 kg als direktes brotgetreide gebraucht. Bb produziert pro Kopf ca. 350 kg, bei jetzigem anbauverhältnis. Für Aufmast eines Schweines wird ca. 250 kg Futter benötigt, davon sind die ca. 20 % proteinfutter, in der Regel Soja. Also würde der Ertrag geradeso reichen. Pro Person stehen in d. Ca. 2000 qm2 Ackerflächen zur Verfügung.

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            • Sabine sagt

              Noch mal ganz weit zurück denken und sich nochmals klar machen, warum die Menschheit mit der Tierhaltung angefangen hat.
              Hinweis: Nicht weil sie dringend Gesellschaft bei Spaziergängen brauchte.
              Und ich denke, man kann Tierhaltung nur als überkommen bezeichnen, wenn man nicht nur die Zusammenhänge von Tier und Pflanze, sondern auch von Pflanze, Klima und Boden völlig außer acht lässt.
              Dass die Weidewirtschaft in den letzten Jahrzehnte so stark zurück gedrängt wurde, hat vielfältige Gründe, hat auch sicher was mit neuer Pflanzenschutztechnik und Kunstdünger zu tun. Heute können wir auch auf gute Erträge auf weniger günstigen Flächen erzielen, was im Gegenzug auch die oft beklagte Konzentration von Nutztieren auf kleinem Raum sicher auch vorangetrieben hat.
              Die Frage ist halt nicht, ob man sich vegan ernährt, sondern wie man seine Flächen am Besten nutzt, und ob das Nutztier nur eine Einfachverwendung hat oder eben auch landwirtschaftliches Werkzeug ist.
              Hier wurde die Eichelmast angesprochen. In Spanien gibt es sie noch vereinzelt. Ein im Grunde geniales System, wo man ein jährliches Einkommen aus der Tierproduktion mit der Erzeugung hochwertiger Hölzer kombinieren konnte, die ja nur alle Jubeljahre Geld in die Kassen der Besitzer spülten, und gleichzeitig recht wirksam Brände verhindern konnte. Die Sauen müssen zwar davon abgehalten werden jüngere Bäume zu beschädigen, aber dafür verhindern sie durch niedertrampeln und abfressen anderer Pflanzen die Feuergefahr im Sommer. Gleichzeitig düngen und belüften sie den Boden, wenn man es denn richtig macht.
              Solche landwirtschaftlichen Kombi-Systeme waren früher weit verbreitet. Hier hat vllt. der ein oder andere Landwirt noch ein Huterecht mit dem Hof übernommen, was seit Ewigkeiten nicht mehr ausgeübt wird bzw. ausgeübt kann.
              Aber das heißt ja nicht, dass man mit modernen Methoden nicht auch solche Systeme wiederbeleben kann.
              Auch wenn die Seuchengefahr, gerade auch bei Schweinen und Geflügel, ein starkes Argument gegen solche Systeme ist. Auch bei Impfstoffen wird es Entwicklungen geben, die, wenn sie nachgefragt werden, vllt. sogar etwas früher produktreif sind.
              Pflanzen und Tiere haben sich miteinander entwickelt, sie brauchen einander, sie in der Kulturlandschaft, die unsere Natur nun mal ist, richtig mit einander zuverzahnen, ist mühsam und im Moment recht unrentabel. Es wird aber nicht besser, in dem wir die Natur noch weiter auseinander dividieren und so tun, als wäre Nutztierhaltung unnatürlich. Gibt ja sogar Pflanzen, die sich Nutztiere halten.

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          • Anwalt der Tiere sagt

            Ein 85 kg schwerer Mensch hat einen Proteinbedarf von 68 g (DGE: 0,8 g/kg Körpergewicht); 100 g Weizen haben 14 g Protein und 340 kcal. Der Mensch deckt also seinen Proteinbedarf bereits mit 486 g Weizen, die 1.650 kcal haben. Ein körperlich aktiver Mensch, der zugunsten einer ausgeglichenen Energiebilanz mehr Kalorien zu sich nimmt, deckt seinen Proteinbedarf leichter, da dieser unterproportional zum Energiebedarf steigt. Bei pflanzlicher Ernährung ist das Protein-Kohlenhydrat-Verhältnis in der Regel günstiger als bei fleischlastiger. Die Wissenschaft ist sich einig, dass viele Menschen zuviel tierisches Protein und tierische Fette zu sich nehmen (Zivilisationskrankheiten!). Es besteht Handlungsbedarf.

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            • Mark Rössler sagt

              Zu viel an Obs ist auch nicht gesund, da ist sich die Wissenschaft auch einig.

              Daher sollte der Mensch bei seiner Ernährung dort bleiben, wo er hingehört und das ist ua Fleisch.
              Unausgewogen und nicht einseitig ist niemals gesund.

              Und das „Übergewicht“ kommt meist eher durch fehlende Bewegung, Fertigessen und Süßem.

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            • Brötchen sagt

              Verdaulichkeit ist ca. 60 % bei Weizen. Bioweizen hat mit ach und Krach 10%. AS sind beim Schwein nicht ausreichend! Würden Sie ein Jungtier nur mit Weizen füttern, dann würde das etwa 1 Jahr für 80 kg lebend zur mast brauchen. Mit dem gleichen Futter können Sie bei Bedarfsgerechter Fütterung 2-3 Schweine ausmästen. Hätten also die dreifache Menge Fleisch. Viele unterschätzen den GrundUmsatz bei Tieren. Bei wiederkäuern sind andere Gesetze wirksam, die können bis zu bestimmten Leistungsgrenzen alle As selbst zusammenbauen. Alle monogastrier können das nicht. Deshalb ist es vw Irrsinn wegen nh3 und Wölfen diese Haltung abzuwürgen.

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            • Brötchen sagt

              Tierische fette sind besser als ihr Ruf! Die alten Studien, die von der MargarineIndustrie gesponsert werden sind wiederlegt. Bei pflanzlichen fetten muss man sich auskennen, da gibt es einige, die sind auch nicht unproblematisch. Sie können zudem den Körper nicht austricksen, es gibt ein Sensor für Inhaltsstoffe und auch für fett.

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            • Anwalt der Tiere sagt

              Herr Rössler,
              laut BMEL bauen die Bauern in Deutschland zu 60,3 % Futtermittel, zu 26,3 % Nahrungsmittel, zu 10,2 % Bioenergie und zu 3,2 % Sonstiges an. Die Zahlen sind mir etwas pauschal, aber sie bilden die nicht zu bestreitende Tatsache ab, dass durch „Veredelung“ Kalorien verloren gehen bzw. Ackerflächen über Gebühr und zu intensiv, weil klima-, boden- und gewässerschädigend genutzt werden.

              Die Leier „Der Mensch braucht Fleisch, weil er ein Allesfresser ist“ ist pure Ideologie. Dass der Mensch 3x am Tag Tönniesware isst, ist evolutionär nicht vorgesehen. Wir können auch nicht Frühmensch- und Neandertaler-Theorien (!) heranziehen, um auf eine heutzutage sinnvolle Ernährung zu schließen.

              Relevant sind heutige Erkenntnisse über gesunde Ernährung des Menschen. Und danach sind tierische Produkte überhaupt nicht erforderlich. Wie eine Ernährung nach Ihrem Geschmack (oder nach Ihren evtl. starrsinnig beibehaltenen Geschmacksgewohnheiten) und Ihren wirtschaftlichen Interessen aussieht, ist eine andere Frage.

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            • Mark Rössler sagt

              Wenn wir das Grünland umbrechen und Kohl drauf anbauen, dann sind >50% der Futterfläche schon mal verschwunden.
              Dann verbrennen wir die jährlich anfallenden 50% des nicht Qualitätserreichenden Weizens direkt auf dem Feld anstatt diesen zu verfüttern und hoppla hop haben wir nur noch 20% Futterfläche.
              Eigentlich ganz einfach, muss die Politik nur durchsetzen und die Landwirtschaft eben entsprechend entschädigen.
              Ob da nicht gewisse Grünlandregionen Sturmlaufen?

              Und auch in den Zahlen des BMEL sind wieder Produkte wie Rapsschrot mit einberechnet, die fallen nun mal an.
              Diese als „Futterfläche“ einzuberechnen ist irreführend.

              Zitat https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/Landwirtschaft-verstehen.pdf?__blob=publicationFile „Viele Futtermittel entstehen als Nebenprodukte der Ernährungswirtschaft, etwa aus Getreidemühlen, Ölmühlen, Zuckerfabriken, Molkereien oder Brauereien“

              Super, dann wird das eben nicht verfüttert sondern entsorgt, dann schmeißen wir in Deutschland eben 70% der Erzeugnisse weg, dafür sparen wir dann das Tierfutter.

              Wenn Sie schon lesen, dann bitte anständig und versuchen zu verstehen.

              „Ackerflächen über Gebühr und zu intensiv, weil klima-, boden- und gewässerschädigend genutzt werden.“

              Jemals mit dem Gemüseanbau beschäftigt?
              Ich nehme an solche „Nebensächlichkeiten“ interessieren Sie nicht.
              Alle 3 Punkte sind eher Probleme des Gemüseanbaus.

              Jemals ein Getreidefeld und einen Kartoffelacker, Kohlfeld verglichen?

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            • Anwalt der Tiere sagt

              Vielen Dank! Ich möchte verstehen. Danke für den Link, ich habe mich nur auf „Die kleine Landfibel“ des BMEL mit einer sehr verkürzten Darstellung ohne diese Erläuterung gestützt.
              Gemüse ist kalorisch gesehen sicherlich nachteilig und aufwändig, was Pflanzenschutz und Düngung betrifft.
              Gemüse ist aber auch fester Bestandteil der Mischkost. Streng vegetarische Ernährung besteht nicht unbedingt aus mehr Gemüse, sondern aus mehr Getreideprodukten und Hülsenfrüchten. Auch Soja im Besonderen spielt für viele eine Rolle (jedoch keinesfalls so viel Tofu, wie andere Fleisch essen). Soja wird zwar in Südamerika in Monokulturen angebaut (v.a. als Tierfutter). Das heißt aber nicht, dass Soja als solches schlecht ist. Soja führt dem Boden Stickstoff zu und eignet sich gut als Zwischenfrucht (in milden Klimazonen). Ich halte eine „tierarme“ und „tierfreie“ Ernährung immer noch für effzienter.
              Wenn Tiere weitgehend nur von Nebenprodukten ernährt werden, wäre ja schon viel gewonnen. Der Tierbestand wäre zwangsläufig deutlich kleiner.

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            • Mark Rössler sagt

              Leider wird beim Thema Nutztiere mit allerhand Tricks gearbeitet, an den Haaren herbeigezogene „Futterflächen“ sollten für jeden ersichtlich sein.
              Zuckerrüben werden wegen dem Zucker angebaut, kann Willi ja vielleicht mehr zu sagen 😉 , es bleiben aber eben entsprechende Restprodukte über. Rübenschnitzel sind ein beliebtes Tierfutter, auch bei den Pferdehaltern.

              Zum Soja wurde ja nun ausreichend geschrieben, auch bei der vegetarischen Küche mit Soja fällt rund 50% Tierfutter an,
              Sojabohnen an sich sind kein Nahrungsmittel.
              Und Südamerika wird das deutsche Befinden auch nicht sonderlich stören, wenn die kein Sojaschrot mehr abnehmen, dann merken die das nicht mal.
              Wir importieren 3 Millionen Tonnen Soja, 60% davon landen im Tierfutter (Nutz-, Hobby-, Haustier). Allein Brasilien produziert mittlerweile im Jahr 100 Millionen Tonnen, Tendenz stark steigend, denn auf den verarmten Steppen wächst wirtschaftlich erst mal nichts anderes. An Gemüseanbau ist auf solchen Flächen überhaupt nicht zu denken und Getreide wächst dort sowieso nicht sonderlich, nicht mal auf den besseren Standorten.

              Und der Tierbestand in Deutschland ist schon viel zu klein, für eine nachhaltigere Landwirtschaft bräuchten wir mehr organischen Dünger um mineralischen einzusparen.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              „Jetzt wird es aber völlig absurd!! – Wir ersticken schon jetzt an den Tierexkremeten! “

              Stimmt,
              in meinem Wohnort fällt mehr Hundescheiße an, als Exkremente von Nutztieren.

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        • Reinhard sagt

          Warum darf eigentlich jedes Tier den Anspruch auf artgerechte Haltung haben, nur der Mensch nicht? Von Natur aus ist der Mensch kein reiner Pflanzenfresser.

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          • bauerhans sagt

            ein tier ansich hat keinen dogmatischen anspruch auf seine artgerechte haltung,sondern einige menschen behaupten,sie wüssten,was artgerecht ist.

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          • Anwalt der Tiere sagt

            Der Mensch ist hierzulande frei. Das umfasst, sich auch wie ein Tier zu benehmen, auch wie ein Tier in „artgerechter“ Haltung. Wenn ich einige beim Essen sehe, habe ich daran wirklich keinen Zweifel.

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            • Mark Rössler sagt

              Mit Messer und Gabel am Tisch zu essen ist nicht artgerecht.

              Und wie sieht die artgerechte Haltung bei einem domestiziertem Tier aus?

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    • bauerhans sagt

      „Jetzt wird es aber völlig absurd!! – Wir ersticken schon jetzt an den Tierexkremeten!“

      absolut nicht,jeder tierhalter muss einen nachweis führen!
      meine wasserkoop nimmt auf meinen äckern laufend proben.

      in innenstädten gibts ab und zu smog,der sicherlich nicht ohne ist!!

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  4. Andreas sagt

    Wir sollten das positiv sehen und über die neue Motivation kann man spekulieren ob es um den bevorstehenden Wahlkampf geht oder ob NDR Panorama bei Herrn Röring einen Schalter im Kopf umgelegt hat.
    Die Meldung besteht aus zwei Komponenten
    1. Änderung der Wirtschaftsweise
    2. Soziale Aspekte.
    Bei den sozialen Aspekten gibt es den Punkt, dass kein Hof mangels Hofnachfolger aufgegeben werden soll. Genau so eine Vermittlung von Jungen Menschen mit großer Leidenschaft für die Landwirtschaft sollten eine Chance kriegen einen fremden Hof weiter zu bewirtschaften. Genau das habe ich vor Monaten auf topagrar vorgeschlagen. Super Idee auch gegen Strukturwandel. Die anderen sozialen Dinge die angesprochen wurden kann man voll unterstützen.

    Zu 1) kann man immer ein Haar in der Suppe finden, ist aber ein Anfang.

    Grundsätzlich erlebe ich zum ersten mal, dass der Bauernverband seine Bauern fragt. Sicher nicht aus edlen Motiven heraus sondern um sozusagen die „Schuld“ auf viele Schultern (Mitglieder) verteilen. Nimmt die Basis dieses Angebot nicht an, wird Herr Röring zur Presse sagen: „Tja, wir konnten uns nicht durchsetzen. Keine Mehrheit“.

    Wir von der „Basis“ nehmen den Verband beim Wort. So wie wir jetzt gefragt werden, so wollen wir gefragt werden wie es mit Biogas weiter geht nach 20 Jahren betreutem Vergären, wir wollen gefragt werden zum Thema Ämterhäufung, zum Thema Bürokratie QS, zum Thema Vollgaslandwirtschaft.

    Nun wird Klartext gesprochen

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    • Bauer Willi sagt

      Ja, ich habe auch den Eindruck, dass da ein Schalter im Kopf umgelegt wurde. Und jetzt wird hoffentlich diskutiert…
      Bauer Willi

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            • Andreas sagt

              Die Tiere waren zuerst dort. Also erst mal die „Bio“gasanlagen abstellen. Ich denke, so war das von Röring (WLV) gemeint.

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            • Mark Rössler sagt

              Nutztiere waren wo zu erst und was hat das „zuerst“ mit dem Heute zu tun?

              Die Mastanlagen stehen aber wesentlich mehr in der Kritik und wenn man sich jetzt aus dem Fenster lehnt und andere noch mitschießen,
              dann ist man doch auf dem besten Weg zur tierfreien Landwirtschaft.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @Andreas

              Wie kann man die Biogas Anlagen abstellen, ohne die betreibenden Landwirte in den Ruin zu treiben?

              Ein bisschen Realität ist manchem anzuraten.

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  5. Friedrich sagt

    Wichtig ist auch , sich mal von den „Schwarzen Schafen“ zu trennen. Dazu gehören erst einmal “ Gewerbliche Tierhalter“ , die keine ldw. Fläche haben. Die wurden bis vor kurzer Zeit überhaupt nicht erfasst. Auch Leute die die Gülle in den Wald fahren oder die zwei bis dreifache zugelassene Güllemenge auf das Land fahren. Die versauen unsern ganzen Ruf und zerstören das Vertrauen zu unseren Mitmenschen , weil dann wieder alles pauschaliert dargestellt wird. Wir Bauern mit geordneter Ausbringung der Gülle auf Ackerflächen sollten uns nicht gemein machen mit Leuten , die keine Ausbringfläche haben , oder sich nicht Gesetzestreu verhalten. Die nieders. Verbringungsverordnung bringt die Leute auch ohne die zu erwartende Düngeverordnung auf den Boden der Tatsachen. Die Preise für Hühnermist stürzen schon länger ab. Die Düngeverordnung verhindert vielfach in der Zukunft die Mistaufnahme in den viehlosen Ackerbaugebieten.
    Ich denke da an das Ausbringungsverbot nach Weizen zu Weizen. Allein bei mir im Betrieb bringt das schon über 100 to/Jahr. Das Verbot sollte auf Böden unter 50 Bodenpunkten gelten. Auf den schwereren Böden ist noch nicht einmal ansatzweise mit der Auswaschung zu rechnen. Das ist wieder ein Streich unserer „Ahnungslosen Fachleute“. Wir werden die Düngung dann eben mit Mineraldünger alternativ durchführen müßen, aber wo bleibt dann der überschüssige Mist aus den viehstarken Regionen ??

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  6. Das passt wieder mal in die „Schön Malerei“ wir wollen und müssen was ändern, gleichzeitig erhöhen wir erst mal die Grenzwerte bei Gemüse!(Hessenbauer Nr.46 Seite 15/16) Ja macht nur so weiter, es ist zum Schreien……… Guten Appetit

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  7. Biobauer Andreas Fendt sagt

    da singt einer vorlaut aus dem Chor der Engel, ich indes verstehe den Dr. Faustus, der sagt „Die Botschaft hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“

    oder schon wieder biblisch: „an ihren Taten sollt ihr sie erkennen“

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    • Bauer Willi sagt

      oder auch „Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut“.

      Aber immerhin scheint es doch einen Erkenntnisgewinn zu geben. Bin auf die Diskussionen gespannt, die dieses Papier wohl noch auslösen wird. Es wird immer welche geben, denen die Vorschläge nicht weit genug gehen, aber mit Sicherheit auch andere, denen sie schon zu weit gehen. Siehe auch die Kommentare hier, die gleich wieder von „verarschen“ reden. Und das von einem Anwalt… 😉
      Bauer Willi

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    • Anwalt der Tiere sagt

      Mir fehlt schon die Botschaft.
      @Bauer Willi: Sprechen wir lieber von der Taktik „Parteien/Gesetzgeber sollen einen von der Freiwilligkeit erzählen können, weil das so schön klingt und sie uns dann in Ruhe lassen können“. So nicht, ich sage nur: Massachusetts. Das wird jetzt mein zweites ceterum censeo. 😉

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        • Anwalt der Tiere sagt

          Ich will ja nicht Massachusetts zerstören. Will gar nichts zerstören. A propos: Allein mit der Kommunikation können die Bauern doch nicht einverstanden sein. Der Text im gelben Kasten ist eine Selbstanklage; positiver ausgedrückt: Selbstkritik. Aber für Selbstkritik wäre der Zeitplan zu unambitioniert. So wirkt das Ganze wie aus der Feder eines Depressiven, weil nicht nur der Ton weinerlich ist, sondern auch das Handeln zögerlich ist und erst mal aufgeschoben wird.
          Ich weiß nicht, ob gegen einen der Beteiligten ermittelt wird. Wenn ja, könnte man hier auch den Versuch vermuten, mildernde Umstände zu schaffen, und zwar ganz für sich allein.

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          • Bauer Willi sagt

            Über den Ton kann man immer streiten. Selbstkritik ist doch eigentlich was Gutes und steht jedem gut zu Gesicht. Auch über Termine kann man diskutieren. Versuchen Sie doch mal, den Text positiv zu sehen. Da steht doch: „wir haben verstanden“ und „wir machen einen Anfang“.
            Bauer Willi

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            • Anwalt der Tiere sagt

              Die Ziele bleiben hinter den vom Gesetzgeber erwarteten Maßnahmen zurück. Die großzügigen Zeiträume, die über mindestens eine Legislaturperiode hinausreichen, sind Anker, die den Gesetzgeber festbinden sollen. Es sollen besondere Schwierigkeiten bei der Umstellung suggeriert werden. Wenn der Gesetzgeber mehr verlangt, können die Verbände wieder einen auf Opfer machen (Verbote, die armen Bauernfamilien, wir aber haben doch schon reagiert!). Es ist also das Gegenteil von „wir haben verstanden“ und „wir machen einen Anfang“! Wenn der Gesetzgeber sich hiervon beeindrucken lässt, fördert DAS die Politikverdrossenheit!

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  8. Anwalt der Tiere sagt

    Aus Topagrar online:

    „Schweine- und Geflügelhaltung:
    Bis 2025 sollen mind. 20 % der Betriebe auf das Kupieren der Ringelschwänze verzichten. Den Einsatz von Antibiotika will man auf das notwendige Maß reduzieren.
    Ab 2036 soll die Gruppenhaltung in den Deckzentren Standard sein.

    Rinderhaltung:
    Der WLV möchte zunehmend auf „genetisch hornlose“ Tiere setzen, damit das Enthornen langfristig nicht mehr notwendig ist.
    Bis 2030 soll der Weidegang um 20 % im Vergleich zum Jahr 2017 erhöht werden.
    Ab 2025 will man keine tragenden Rinder mehr schlachten.

    Pflanzenbau / Umwelt:
    Die Betriebe sollen verstärkt Uferrandstreifen anlegen und besondere Vorsicht beim Befüllen ihrer Pflanzenschutzspritzen walten lassen.“

    Da ist Zug hinter, in 8 Jahren keine Schlachtung tragender Rinder. Besondere Vorsicht beim Befüllen der Pflanzenschutzspritze ab sofort! Antibiotika auf das notwendige Maß reduzieren, aha!

    Übrigens: In Massachusetts sprachen sich 78 % der Wähler für mehr Tierwohl aus. Der WLV versucht offenbar, hierzulande die Bürger mit ein wenig Kosmetik zu verarschen, um ein vergleichbares Bürgervotum, in welcher Form auch immer, zu verhindern.

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    • Walter Parthon sagt

      @Anwalt der Tiere, sie betreiben Hetze ohne die Fakten zu kennen

      „Übrigens: In Massachusetts sprachen sich 78 % der Wähler für mehr Tierwohl aus. Der WLV versucht offenbar, hierzulande die Bürger mit ein wenig Kosmetik zu verarschen, um ein vergleichbares Bürgervotum, in welcher Form auch immer, zu verhindern.“

      Konkret schreibt das im Jahr 2022 in Kraft tretende Gesetz vor(Massachusetts), dass sich die Tiere in ihren Ställen hinlegen, aufstehen und umdrehen können. Zudem müssen sie in der Lage sein, ihre Gliedmaßen auszustrecken. Ausnahmen gelten nur beim Transport, bei Ausstellungen, im Schlachthof oder aus Veterinärgründen. Die Sauen dürfen damit während der Tragezeit nicht mehr im Kastenstand gehalten werden; allerdings ist fünf Tage vor der Geburt und während der Säugezeit der Ferkelschutzkorb erlaubt.
      So werden bei mir und vielen anderen Kolleggen die Sauen gehalten.
      Das schlimme bei uns ist doch das es keine einheitlichen gesetzlichen Regel mehr gibt, jedes grüne Bundesland macht doch was es will.
      Setzen Sie sich bei Ihren Freunden(Grünen) ein, das es wieder verbindliche Gesetze gibt
      die für alle gelten.

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  9. Warum wirken solche Initiativen auf mich immer eher hilflos, schwach und etwas larmoyant? Weil die Initiatoren sich selbst mit der Defensive zufriedengeben? Ihr müsst in die Offensive gehen, Leute: Eure gemeinsamen Ziele definieren, Euch dahinter sammeln und dann gemeinsam, selbstbewusst und stolz für Eure Sache kämpfen. Das kommt ganz anders rüber und würde die Verbraucher begeistern und mitreissen. Rauft Euch erst einmal alle zusammen und sagt, was Ihr wollt! Natürlich müsst Ihr klarstellen, dass Ihr nicht für den Staat, sondern für Markt und Verbraucher produzieren wollt! Ihr zeigt dem Markt, wo es langgeht! Ihr macht das ja nicht für Euch, sondern für uns – den Markt!
    Wenn die Öffentlichkeit nicht mitspielt, kann man immer noch nach dem Vorbild anderer Randgruppen Minderheitenschutz fordern. Selbst das zeugt von mehr Selbstbewusstsein als die ewige Verteidigungshaltung.

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    • Bauer Willi sagt

      Geht es etwas konkreter? Vorschläge, wie das gehen soll?
      „Gemeinsam, selbstbewusst und stolz für eure Sache kämpfen“. Hört sich ja gut an…Gibt es Beispiele aus anderen Branchen, die das machen? Ich würde da gerne was von Ihnen lernen…
      Bauer Willi

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      • Guter Moderator, Respekt und Anerkennung! Tatsächlich tue ich mich schwer, ein positives Beispiel aus anderen Branchen zu nennen. Oder vielleicht doch: Die Grünen haben vielleicht wenig Ahnung, aber sie verdanken ihren Erfolg starken Überzeugungen und einem bis zum Sendungsbewusstsein übersteigerten Selbstbewustsein. Die Wirtschaft oder auch die Landwirtschaft hat dem wenig entgegenzusetzen, weil es da anscheinend nur ums Geld geht. Und über das Geld hat man sich auch den Schneid abkaufen lassen – die Landwirtschaft mit Beihilfen, und die Autoindustrie mit horrenden Gehältern. Jetzt tanzen sie nach der Pfeife der Politik, die Landwirtschaft will nachhaltig werden und die Autoindustrie E-Autos bauen. Das wirkt nicht ehrlich und überzeugt, sondern aufgesetzt. Landwirtschaft- egal ob konventionell oder Bio – war immer per Definition nachhaltiger als alles andere in der Industriegesellschaft (sofern man Flächen bewirtschaftet), Landwirtschaft war Sonnenenergie lange bevor jemand an Photovoltaik gedacht hat und Landwirtschaft hatte immer eine bessere Energiebilanz als Photovoltaik. Die Erzeugung von Nahrungsmitteln hat eine bessere Energie- oder Ökobilanz als Strom aus Biogas, wage ich zu behaupten. Landwirte sollten es gar nicht nötig haben, sich von Amateuren erklären zu lassen, was nachhaltig ist. Man hätte diese ganzen Begriffe nie den Grünen überlassen dürfen, aber man hat sich lieber von den Schwarzen mit Geld ruhigstellen lassen.
        Niemand versteht mehr von Nachhaltigkeit und Verantwortung als ein bäuerlicher Familienbetrieb. Mir kommt die Zunft so eingeschüchtert vor (nicht auf dieser Seite!), das Büßergewand habt Ihr doch gar nicht nötig.
        Am Beispiel VW kann man sehen, wohin es führt, wenn das Führungspersonal nur noch den Mantel in den Wind hängt, statt Politik und Öffentlichkeit über physikalische Unmöglichkeiten aufzuklären.

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        • Bauer Willi sagt

          Klasse. Das mit den Grünen stimmt (Sendungsbewusstsein und übersteigertes Selbstbewusstsein) aber das dürfte für die doch eher konservativen Bauern schwierig werden….
          Aber noch besser gefällt mir: „Landwirtschaft war Sonnenenergie, lange bevor jemand an Photovoltaik gedacht hat“. Danke!!
          Bauer Willi

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        • Ich vermute, da liegt Ihr so was von falsch! Selbst das UBA (im Auftrag der Regierung!) kommt zu dem Schluss, dass es da massive Umweltprobleme mit der Landwirtschaft gibt,
          allein im Bereich Chemikalien und Umweltgifte: http://www.umweltbundesamt.de/themen/5-punkte-programm-fuer-einen-nachhaltigen !!!!
          Nun kommt dazu, dass die Landwirte als Abnehmer der Chemieprodukte das alles in unserer Lebensumwelt veranstalten! Daher geht es alle Menschen an. Und die Menschen wollen und können mit Faktenwissen sich einmischen, damit in einem transparenten Verfahren demokratisch über zumutbare und nicht mehr tragbare Risiken beraten und abgestimmt werden kann!

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          • ehemaliger Apfelbauer sagt

            Ach Mann. Jürgen, das UBA und die Chemie. Immer dieselbe Leier. Schon mal eine komplette Kultur in einem ungünstigen Jahr verloren?

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          • Walter Parthon sagt

            @Jürgen Kruse schreiben sie doch mal zum Abgas Skandal
            Werte schnellen in die Höhe
            Seit Montag ist wieder Feinstaubalarm in Stuttgart. Trotzdem stiegen die Werte auf 128 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. 200 Menschen demonstrierten am Abend gegen Luftverschmutzung.

            Mit Trommeln und Atemschutzmasken zogen die Demonstranten am Montag Abend zur Schadstoff-Messstation am Neckartor, wo seit Jahren die bundesweit höchste Belastung mit gesundheitsschädlichem Feinstaub und Stickoxiden gemessen wird. „Autoflut stoppen“, „Feinstaub tötet“ und „Fahrverbote retten Leben“ stand auf Transparenten. Am Montagmorgen war in Stuttgart erneut Feinstaubalarm ausgelöst worden. Autofahrer waren aufgerufen, auf Busse und Bahnen umzusteigen.
            Hohe Werte zu Beginn des Alarms
            Durch die Demo auf einer Hauptverkehrsachse bildeten sich an verschiedenen Straßen in der City längere Staus. Die Feinstaubwerte am Neckartor stiegen am Montag im Tagesdurchschnitt auf 128 Mikrogramm. Damit wurde der EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm um mehr als das Doppelte überschritten.

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            • …und doch ist Landwirtschaft in der heutigen Form immer noch nachhaltiger als jede andere Form von industrieller Erzeugung, weil es Nachhaltigkeit überhaupt nur geben kann, wo ein Energiezuwachs – also eine positive Energiebilanz – möglich ist. Außerhalb von Land- und Forstwirtschaft ist das nicht möglich. Jede andere Art von Erzeugung beruht ausschließlich auf Energievernichtung und ist deshalb für Klima- und Umweltschutz viel relevanter als die Landwirtschaft. Die Verlogenheit des gesellschaftlichen Geschäftsmodells besteht auch darin, dass man lieber die Lebensgrundlage einer produktiven Minderheit angreift als den eigenen Lebensstil zu ändern.
              Willi, ich muss das noch mal loswerden: In jedem Markt gibt es Pioniere und Nachahmer. Die Pioniere sind in der Regel Idealisten, die Nachahmer Profiteure oder Trittbrettfahrer. Die Pioniere handeln aus Überzeugung, die anderen aus Geschäftssinn. Ihr seid doch Landwirte aus Überzeugung! Ihr braucht doch die Argumente gar nicht von einem wie mir.
              Wer in seinem Leben etwas Sinnvolles machen will, kommt an der Landwirtschaft nicht vorbei. Alles andere ist eitel und Haschen nach Wind. Wer heute noch Milchvieh hält, ist sowieso Idealist. Das ist die Chance. Nur mit Idealismus, Überzeugung und Authentizität kann man etwas bewegen! Alles andere haben die Leute satt.

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