Bauer Willi
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Unlautere Geschäftspraktiken

Mit unlauteren Geschäftspraktiken haben viele Lebensmittel-Lieferanten zu tun, denn nicht nur die Big Four (Aldi, Lidl, Rewe, Edeka) kennen beim Einkauf kein Erbarmen. Dass um jeden Cent gefeilscht wird, ist geübte Praxis. Dass jedoch mit miesen Tricks und vor allem der Angst vor Auslistung gearbeitet wird, ist nicht zu tolerieren.

Der „Angstfaktor“ als Tagesgeschäft

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14 Kommentare

  1. Ludwig sagt

    Preisabsprachen sind verboten , doch wo kann man sich unbekümmert in der Freizeit treffen ? In VIP-Bereichen der Bundesligastadien. Dort kann man ohne Illegal zu sein freundschaftliche Gespräche führen. Denn nicht umsonst sitzen in den Aufsichtsräten die ganzen Führer des wirtschaftlichen Geschäftslebens. Auch die Stadien sind vielfach durch deren Spenden gebaut worden. Hier können ganz unverfänglich Politik und Geschäftemacher sich austauschen.Auch nach dem Politikende werden Arbeitsstellen gebraucht und da bietet es sich doch an , schon einmal den Kontakt aufgebaut zu haben um nachher nicht vor dem Nichts zu stehen.

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  2. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Wieso unlautere Geschäftspraktiken, lieber Willi, wenn genau dafür die jweiligen Chefsessel förmlichst in den Managerhimmel katapultiert werden, Vorstandsverträge um eine weitere Laufzeit in die Verlängerung gehen dürfen…!?

    Der Mensch will also augenscheinlich betrogen sein!?

    Ist es mithin nicht weit eher ein Geschenk, hoch effizient besch…. zu können, ohne dass die breite Masse hiervon erfährt, sämtliche “installierten Kontrollmechanismen” versagen; warum, wem oder was auch immer geschuldet!? – Für den jeweils betroffenen armen Tropf wohl eher nicht, zum Befüllen anderweitiger Schatzkammern doch geradezu ideal. -MEGA-LEISTUNG!!! – CHAPEAU!!!

    Am Beispiel des gemeinen Bauernstandes lässt sich doch unbestreitbar heute ablesen, dass man mittels harter händischer Arbeit keine Vermögen erwirtschaften, derzeit nicht einmal mehr erhalten kann in den meisten Fällen – nach aktuellem Status quo werden diese Familienvermögen dato doch eher so lange verbraten, bis nur noch schwarzer Ruß aus den Pfannen dampft.

    Unsere possierlichen drei Äffchen: Audi, vide, tace, si tu vis vivere pace!

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  3. Sonja Dengler sagt

    Vielleicht ist die Zeit gekommen, sich wieder vor Augen zu halten: Der natürliche Verbündete des Bauern ist der Verbraucher. Niemand sonst. Wie aber kommen die beiden zusammen – von Big Four so brutal getrennt?
    DAS ist die 1-Million-Dollar-Frage, die man nicht pauschal beantworten kann – man kann sie aber erleiden: in der größten Not kommen einem gerade noch rechtzeitig gute Ideen. Ich denke, diese Lösungen sehen für jeden Bauern anders aus. Hinsetzen und beten ist ein guter Anfang.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Der natürliche Verbündete des Bauern ist der Verbraucher. Niemand sonst. ”

      Das sehe ich anders. Die erfolgte Trennung von Erzeugung und Verbrauch ist eine logische Folge der gesellschaftlichen Entwicklung, die nicht wieder rückgängig gemacht werden wird und auch nicht kann. Die weiter zunehmende Urbanisierung und Entfernung des Menschen von der Natur führt sogar noch zu einer Verstärkung der Wirkung.
      Es geht eher um eine Frage der Fairness innerhalb des verabredeten Vertragsverhältnisses von Erzeugung, Vermarktung und Verbrauch. Darin haben aber viele Akteure ihr Finger im Spiel. Ganz vorne dabei ist inzwischen die Politik, die nicht nur eine Marktkonzentration ermöglicht, sondern auch noch eine moralisch ideologisch geframte Vorgabe, welche Produkte wie im Markt platziert werden sollen.

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    • Frank sagt

      “Der natürliche Verbündete des Bauern ist der Verbraucher. Niemand sonst. Wie aber kommen die beiden zusammen..”

      Der Verbraucher hat nicht die gleichen Interessen wie der Erzeuger. Hatte er auch früher nicht, auch da wollte die Großfamilie gern günstig kaufen und der Erzeuger mit der verderblichen Ware kam schon mal in Zugzwang. Der hat sich dann in Mangelzeiten revanchiert. Das sieht es schlecht aus für Verbündetsein und hat wechselseitig für “Stimmung” gesorgt..
      Zusammenkommen kann und wird da in der heutigen Gesellschaft nicht viel. Nicht zuletzt weil auf Verbraucherseite mittlerweile in verschiedener Hinsicht das Instrumentarium und die Neigung fehlt, die gute alte Welt der Einkellerungskartoffeln, Obstlagerung, eigenen Konservierung von Lebensmitteln zu bespielen, in der man noch sinnvoll vom Erzeuger kaufte. Heute sind damals gängige Mengen doch verbraucherseitig kaum noch zu handeln und die Kleinmengenlogistik im Direktkontakt geht nun mal zu Lasten des Geschäftsertrags oder des Preises, was die Sache auch nicht interessanter macht.

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    • Schorsch Summerer sagt

      Auf arte kommt glaube ich gerade eine Serie in der auch dieses im Kontext einer mehr als 1000jährigen Geschichtsbetrachtung behandelt wird. Unser grundsätzliches Problem ist dass sich die staatlichen Vertreter Als Regelgeber einseitig auf die Seite des Verbrauchers geschlagen haben. Es wurden elementare Regeln des Marktes in Punkto Marktmacht, Gleichgewicht und chancengleicheit des Handels ausser Kraft gesetzt. Angesichts leerer Kassen ist man vermutlich nur wenig bereit das zu ändern.

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  4. Christian Bothe sagt

    Ist doch nicht neu! Wird sich auch nicht ändern! Ist eben Kapitalismus pur( Leben und Leben lassen…). Kenne mich da zur Genüge aus, was die Listung meiner Kartoffelprodukte im LEH betraf…Dann noch der Konkurrenzdruck der Ketten und Produktlieferanten untereinander, von Absprachen ganz zu schweigen!

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    • Bauer Willi sagt

      Stimmt, das Thema ist nicht neu und es ändert sich nichts. Egal, welche Farbe die Partei hat. Der LEH lacht jede Regierung aus und sie hat keine Handhabe.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Man muss sich doch lediglich den demographischen Faktor anschauen, dann weiß man, wer in Zukunft in der größten Abhängigkeit sich wiederfinden wird. Wir Boomer sind die Verlierer im System.
        Das sehe ich doch bereits heute, wer sich vor dem Hofladen tummelt, es sind eigentlich nur zwei große Gruppen: die Alten, die sich mit dem Auto bis vor die Tür fahren lassen und dann mit aller Mühe noch die Kartofffeln in den Kofferaum hieven können und die jungen Familien, die vierköpfig 2kg Kartoffeln und 10 Eier aus dem Automaten ziehen…..
        Neee, der LEH kennt seine zukünftigen Kunden. Die sind formbar und lammfromm.

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    • Christian Bothe sagt

      Wie habe ich das händeln müssen? Habe meine Kartoffellieferanten (AG) aus der Region in meine beiden GmbH als Gesellschafter eingebunden. Das war natürlich für mein EK,Sorten etc. äußerst günstig, insbesondere in der Anfangszeit mit Fremdkapital in Höhe von 3,5 Mill.DM wie sich jeder denken kann…Anders hätte ich meinen Kleinbetrieb(Original Thüringer Klossteig)
      nicht am Markt als Neuling 10 Jahre platzieren können!

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  5. Hauke Jaacks sagt

    Moin ,sehr intressant,aber so wirkt das ganze ja wie ein Tiger ohne Zähne.Es ist zumindest ein Anfang ,wäre auch in Deutschland zumindest ein Versuch wert.Dann aber auch auf weitere Lieferanten der Big Four wie Molkereien und ähnliches.Nur es besteht immer die Gefahr des Auslisten ,die wenigsten haben eine Marktmacht wie Coca Cola

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  6. Ludwig sagt

    Die UTP-Richtlinie ist der erste Lichtblick bei der Bauern-Abnehmerbeziehung schlechthin. Frischware soll nach 30 Tagen und andere Produkte , z. B. Zuckerrüben nach 60 Tagen bezahlt werden. Für Deutschland haben wir das bei den Zuckerrüben einem kleinen “Norddeutschen Zuckerrübenaktionärsverein” zu verdanken , der den Anspruch mit viel Einsatz den Zuckerfabriken abgerungen hat. Aber auch das BML war von der Umsetzung für Deutschland nicht umbedingt hilfreich, sodaß es nur über die EU-Vorgabenmöglich war. Die Zuckerfabriken Nordzucker und P+L halten sich auch daran , während Südzucker ihren Rübenanbauern erst Ende Juni durch Buchungstricks das Restgeld zukommen läst , also fast drei Monate später als bei den beiden Erstgenannten. – Der LEH springt auch gerade mit seinen Lieferanten brachial um . Späte Zahlung und dann am Jahresende wird noch ein Rabatt für das abgelaufene Jahr gefordert.Leider ist das über Jahre entgegen den Ansprüchen des Kartellamtes von der Politik mit den Ministerlaubnissen gefördert worden. So kann man zusammenfassen , daß die Politik immer eine Umverteilung von unten nach oben gefördert hat, denn ein LEH-Monopol der großen Vier entsteht nicht von allein mit fast 90% Marktanteil und bringt die Eigentümer nicht umsonst zu den Reichsten im Lande.

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  7. Joachim Kaiser sagt

    Das mit Auslistung gedroht und auch realisiert werden ist doch eigentlich bekannt. Davon sind auch große Gesellschaften betroffen.
    Die Zeiten als noch auf Augenhöhe verhandelt wurde sind schon lange vorbei.
    Dafür hat aber auch die Politik gesorgt, eine Änderung ist auch nicht in Sicht.

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    • Frank sagt

      Richtig, der LEH, der mittlerweile internationale Großkonzernen in Preis- und Konditionenkämpfen die Stirn bieten kann, dürfte nur noch schwer unter eine Regulierung zu bekommen sein.

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