Bauer Willi
Kommentare 42

Parteien zur Europawahl

Wo wir gerade das Thema haben, hier eine Darstellung der Tagesschau, in der die Parteien auf ihr Wahlprogramm zur Landwirtschaft hin verglichen werden.

https://www.tagesschau.de/europawahl/parteien_und_programme/landwirtschaft-142.html

Ich sage jetzt mal nichts dazu, aber was da so manche Partei von Stapel lässt, ist weit ab von jeder Chance einer Realisierung.

Ich empfehle, auch die Programme der kleineren Parteien zu studieren. Bei einigen merkt man deutlich, dass dort nur wenig Fachkenntnisse vorgelegen haben können.

 

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42 Kommentare

  1. Ertl Elisabeth sagt

    Keine Partei behandelt die Landwirtschaft so ausführlich wie die Grünen. Bei allen anderen Parteien spielt sie nur eine geringe Rolle. Warum? Nun, nur 5% der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft, in Deutschland sind es schon weniger als 2%. Die meisten Bauern wählen konservativ oder grün, manche auch nationalistisch. Man kann also mit diesem Thema bei den Bauern selber nur wenige Wählerstimmen bewegen. Aussagen über Landwirtschaft sind aber gesamtgesellschaftlich heikel, Landwirtschaft polarisiert, z. B. Stadt und Land. Da kann man mit ernsthaften Programmen viele Wähler verschrecken. Also versteckt man sich möglichst hinter unverfänglichen Formulierungen. Es geht um Wählerfang. Was nachher tatsächlich gemacht wird, ist wieder ein anderes Kapitel. Die Parteiprogramme der europäischen Mutterparteien sind diesbezüglich informativer als die nationalen Wahlprogramme.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Elisabeth, ich glaube, dass keine Partei ernsthaft ein Interesse am Landwirtschaftsthema hat. Das sind ausschließlich Alibi-Interessen, die sie heucheln. Würden sie sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen, müssten sie viel Expertise und Zeit dafür opfern….das will keiner. Außerdem muss sich auch keiner damit befassen, weil es komplett egal ist wer die Bauern in welcher Art und Weise gängelt, die machen sowieso weiter
      und notfalls kommt alles aus dem Ausland, so what.

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  2. evo.... sagt

    Ich verstehe immer noch nicht, wieso man bei steigendem Anteil von Bio-Fläche und trotzdem vorhandenem Insektensterben noch mehr Bio will.

    Ich verstehe auch nicht, wieso man kleine Betriebe erhalten erhalten will statt moderne Technologien zu nutzen.

    Ich vermisse die Bekenntnis zu einer genetischen Ernährungsforschung.

    Ich vermisse die Auswirkungen der Pflanzenzüchtung auf die Gesundheit der Leute und der Insekten zu prüfen.

    Ansonsten wäre ich für eine Kombination aus Afd und FDP. Also Marktwirtschaft und Wissenschaft.

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  3. Obstbäuerin sagt

    Das Interessante an dem Beitrag ist die Haltung des Journalisten. Er lässt keinen Zweifel daran, was an den Programmen gut und was schlecht ist. Besser geht Einflussnahme auf den Wähler nicht und dafür bezahlen wir brav unsere Rundfunkbeiträge.

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  4. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin. Meine Tageszeitung,die Lausitzer Rundschau titelt heute unter der Überschrift ” Ossis kommen kaum nach Straßburg ” einen Beitrag , der aufzeigt wie wenig Interesse die Leute hier an der Europawahl haben. Was das Thema Landwirtschaft betrifft stimme ich Thomas, B Meinung voll zu. Wären an diesem Tag in einigen ostdeutschen Bundesländern keine Kommunalwahlen die für viele interessanter sind sehe es mit der Wahlbeteiligung sehr Mies aus.

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  5. Sonja Dengler sagt

    Das Seltsame an der AfD-Dresche ist ja: die bisherigen Parteien stehen für größtmögliche Zerstörung auf allen Gebieten, machen sich schuldig an uns Bürgern und extrem an den Bauern. Angesichts dessen ist es verwunderlich, dass man trotzdem Dresche auf die AfD loslässt, die sich ja noch nichts hat zuschulden kommen lassen, weil sie noch nicht an der Regierung war. Aber sie bekommt Schelte und Dresche und ist angeblich DAS Böse und DER Schuldige schlechthin. Irgendwie passt das ja ganz und gar nicht zusammen.
    Danke für den Link, das ist schon sehr erhellend und man sollte in Wahlzeiten auf jeden Fall zwischen den Zeilen lesen/hören.
    Die Landwirtschaft ist unser Leben, die Garantie dafür.
    Vor der EU-Wahl muss man nochmal hineinknien und gut überlegen.

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  6. Thomas Bröcker sagt

    Der Blick der politischen Parteien auf die Landwirtschaft ist nicht vom Interesse der Landwirte bestimmt. Es ist die (nicht ganz kleine) Wählerschicht der urbanen Landwirtschaftslaberer und der jungen hippen Frau*Innen mit Bambi- Blickwinkel , die diese seltsam einheitlichen Floskeln zur Landwirtschaft in die Parteiprogramme bringt. Die Interessen der lw. Betriebe und deren Inhaber sind lästiges Beiwerk einer absoluten, reaktionären Minderheit (die bei Wahlen kaum noch eine Rolle spielt). Die Proteste werden von der Bevölkerung ähnlich goutiert, wie die Lokführerstreiks. Es gehört zum guten Ton der “Demokraten” so etwas eine Zeitlang zu ertragen. Wichtig ist aber, dass die “Störung” möglichst schnell vom Tisch ist und man wieder ungestört nach Malle und sonstwo fahren/fliegen kann.
    Und die GAP wird, egal wer an der Macht ist, auf “Gemeinwohlleistung” umgestrickt werden … vor allem auch, weil über die Konditionalität die überzogenen Forderungen nach Extensivierung Pflicht werden ohne hierfür noch aufwändige Förderprogramme in der zweiten Säule neu implementieren zu müssen.
    Das wird sich auch deshalb durchsetzen, weil entgegen aller Behauptungen, die meisten Betriebe auf Grund von steigenden Kosten und Preisdruck über die LEH Macht derart unter Druck stehen, dass sie auch auf die Mittel der GAP angewiesen sind. Das gilt um so mehr für Deutschland, das bei Kosten und Zusatzforderungen immer noch eins oben drauf setzt.

    Kurz und gut : aus Sicht eines Landwirtes ist es Wurscht welche Partei ich wähle. Die haben alle eine “Grüne” Ausrichtung in ihren Programmen, die sie auch nur bei Strafe ihres Unterganges über Bord werfen oder abschwächen können. Die geframten Medienleute stürzen sich wie die Hyänen auf solche Parteien .

    Das AfD Gelaber ist bezüglich der LW absolut populistisch und hat keine wirklich sinnvollen Visionen oder Ansätze, die an den Verhältnissen etwas ändern. Programmlyrik ohne Willen und Chance irgendetwas zu ändern. Nach den derzeitigen Konstellationen muss man bei der Europawahl eher die konservative Ecke unterstützen, wenn es um LW. geht.
    Aber ich bin mir absolut sicher, dass der mediale Druck über NGO-Kampagnen und “gut erzählte falsche Geschichten” in LW-Fragen auch die EVP zur Kehrtwende in lw. Fragen bringen wird.
    Die entscheidende Frage ist eher, wer wenigstens versucht tatsächlich Europäische Interessen in den Vordergrund zu rücken und vor allem versucht Stellvertreterkriege zu beenden, statt zu unterstützen. Frieden ist das wichtigste Gut. Das seit Jahrzehnten andauernde ständige Stochern des Westens “im weichen Bauch Russlands” (Zitat Willy Wimmer CDU aus den Zeiten des Tschetschenienkrieges) gefährdet den Frieden in der Welt und vor allem in Europa.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Korrektur :… wer am meisten versucht Europäische Interessen in den Vordergrund zu rücken …

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      • Reinhard Seevers sagt

        Europäische Interessen…..wenn man wüsste, was das sein soll. Wer definiert sie und wer unterstützt dann die angeblichen “gemeinsamen” Interessen? Wer wählt dann die “richtigen” und wer sind die “richtigen”…..ich habe meine Zweifel, dass das Europa der letzten Jahrzehnte so weiter bestehen wird.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Das sehe ich auch so, nur realistisch ist ein Rückfall in die Nationalstaaten auch nicht, dazu ist das Konstrukt EU für die Wirtschaft zu wichtig. Also, EU schon, nur weniger Befugnis bei nationalen Angelegenheiten und kein “Oberpriester – Anspruch” bei der Umsetzung einer grün-dogmatischen Diktatur.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Die EWG war ja auch ein reiner Wirtschaftsverbund. Warum sollte das nicht wieder funktionieren. Über kurz oder lang wird der Euro scheitern, dann muss man sich sowieso etwas Neues überlegen. Jedenfalls ist die zunehmende Einflussnahme der EU auf nationalstaatliche Gesetze für viele Menschen nicht weiter hinnehmbar. Das wird sich in den Wahlen ausdrücken. Welche Folgen das haben wird, wird man sehen….Hauptsache der Berg bewegt sich etwas.😎

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            • Wolf Lützen sagt

              R.S.:”Über kurz oder lang wird der Euro scheitern.” Na toll. R.S. hat im Kaffeesatz gelesen, oder den Vogelflug interpretiert oder in Eingeweiden die Zukunft vorher gesehen.
              Mensch Seevers, wo bleibt da die Bodenhaftung?

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              • Reinhard Seevers sagt

                Komm Wolf, lass uns wetten…was ist dein Einsatz und wie lange möchtest du warten? Ich setze 1000,-€ auf die nächsten 5Jahre.
                Dann werden wir es sehen….sei kein Frosch Wolf!

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        • Wolf Lützen sagt

          Hallo R.S., mit der AFD sieht es grottenschlecht
          aus, Arbeitsplatzverluste, Fremdenfeindlichkeit, keine qualifizierte Zuwanderung…Schon jetzt zögern kompetente Zuwanderer in die östlichen Länder zu gehen. Stattdessen mehr “deutsche” Kinder…
          bis die in Arbeitsmarkt kommen, dauert es knappe 20 Jahre. Was ist mit dem Zeitraum bis dahin?

          • Reinhard Seevers sagt

            Lützen schrieb:….qualifizierte Zuwanderung…

            Der beste Witz am heutigen Tag…..wir haben 4Millionen erwerbsfähige Bürgergeldempfänger.
            Sind die alle unqualifiziert, zu faul oder zu dumm? Wolf sag uns, wie du sie einschätzt.

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  7. Frikadellen piet 45 sagt

    moin ich glaube man sollte er nicht begreifen dass man uns Landwirte besser ackern lässt wir wissen ja schon was gut für uns am Boden ist bei den Tieren wissen wir was gut für die Tiere ist und dann sollte mal hoffen und ehrlich erklärt werden dass durch die Subvention die Steuerlast der Lampe erhöht wird und wir dadurch sehr viel Geld aus Brüssel für den Start erwirtschaften

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  8. Elisabeth Ertl sagt

    Ich hab mir die Programme in Österreich angeschaut:

    NEOS
    Ein Kapitel Landwirtschaft gibt es nicht, auf viele Themen verstreut findet man spärliche Aussagen:
    “Oft wird auch Ackerboden oder Weidefläche verbaut und so die heimische Lebensmittelversorgung nach und nach reduziert”. Obwohl also der Flächenfraß beklagt wird, gilt Agri – PV aber als positiv: “Pro Jahr wird eine Fläche von rund 100 Fußballfeldern mit Solarzellen ausgebaut.”
    Im weitesten Sinn mit Landwirtschaft haben folgende Aussagen zu tun:
    “Wir wollen schon in Kindergarten und Schule vermitteln, wie wichtig Ernährung, Sport und (psychische) Gesundheit sind, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen”
    “Der Green Deal ist ein entscheidendes Projekt unserer Generation. Nur wenn die Ziele erreicht werden, können die Effekte des Klimawandels einigermaßen eingebremst werden.”
    Das wars.

    Weil es aber um EU – Politik geht, lohnt es sich auch, das Programm der ALDE, der liberalen Europapartei, zu studieren. Da findet man etwas mehr: Bürokratie soll abgebaut werden, in manchen Mitgliedsstaaten vor allem für kleinere und mittlere Betriebe. Nachhaltige Landwirtschaft soll gefördert werden mit dem Ziel Biodiversität und Tierwohl. Subventionen sollen für nachhaltige Praktiken vergeben werden wie Fruchtwechsel, Pflanzenkohle als Bodenverbesserer, um die Emission von CO2 aus dem Boden zu reduzieren, und Präzisionslandwirtschaft. Es braucht Regeln für die neue Gentechnik, um mit ihrer Hilfe die Produktivität zu steigern und die Menge der Pestizide zu reduzieren. Digitalisierung soll vorangetrieben werden, um Daten auszutauschen, Innovation zu fördern, bessere Entscheidungen treffen zu können, Ressourcen besser zu nutzen, auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren und überhaupt bahnbrechende Fortschritte zu ermöglichen und die Biodiversität zu schützen. Die Transportkapazitäten sollen ausgebaut werden, um dem Konsumenten die jeweils preisgünstigsten Lebensmittel zur Verfügung zu stellen.

    Der Text liest sich eher wie eine Pflichtübung, Landwirtschaft ist sicher kein Schwerpunkt dieser Partei, sie ist einfach eine kleine Branche der Gesamtwirtschaft und trägt nur 1,3% zum BIP bei. Regionalität wird nicht angestrebt.
    Der Schwerpunkt dieser Partei ist die europäische Integration zu den Vereinigten Staaten von Europa

    FPÖ
    Das Thema erschöpft sich in Allgemeinplätzen, die fundiertes landwirtschaftliches Wissen vermissen lassen:
    “Der Schutz unserer natürlichen Umwelt als Lebensgrundlage für unsere Heimat Österreich, eine nachhaltige und schonende Bewirtschaftung und die biologische Vielfalt haben für uns hohe Bedeutung. Tiere als unsere Mitgeschöpfe sind durch naturnahen und respektvollen Umgang vor Qualen und Leid zu schützen. Ein gesunder Bauernstand ist Voraussetzung für Versorgungssicherheit und den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen in einer wertvollen Natur- und Kulturlandschaft. Österreichs Bauern sollen frei sein von Subventionszwängen und den Interessen monopolorientierter Agrarkonzerne. Leistungen der Landwirtschaft sind daher durch faire Produktpreise abzugelten. Gesundheitsvorsorge fußt vor allem auf Eigenverantwortung. Daher sprechen wir uns für eine klare Kennzeichnung aller Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln aus, bekämpfen den Suchtmittelmissbrauch und bekennen uns zu einer naturnahen Landwirtschaft frei von gentechnisch manipulierten Organismen.”

    Bei der Europapartei “Identität und Demokratie Partei” habe ich im Internet kein Programm gefunden.
    Auch diese Partei hat einen anderen Schwerpunkt: die Schwächung der EU zu Gunsten der Nationalstaaten und Asylstopp

    SPÖ
    Diese Partei konzentriert sich auch im Bereich Landwirtschaft auf die Interessen der KonsumentInnen und der unselbständig Erwerbstätigen:
    Grundbedürfnisse wie Wohnen, Lebensmittel und Energie müssen immer für alle Menschen leistbar sein
    Verbot von Glyphosat und anderen Pflanzenvernichtungsmitteln, deren negative Auswirkungen auf die Gesundheit nicht ausgeschlossen werden können
    Wir wollen die Souveränität Europas stärken, indem wir durch Investitionen, internationalen Handel und vorausschauende Politik für Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit bei Energie, Rohstoffen, Technologien, Medikamenten und Nahrungsmitteln sorgen
    Für die nächste Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP 2028+) muss die Einhaltung von menschenwürdigen Arbeits-, Entlohnungs- und Unterbringungsbedingungen neben Umwelt- und Klimaschutz beim Bezug von Agrarsubventionen umfassender und wirksamer geregelt werden. So können auch unfaire Wettbewerbsbedingungen zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, die sich an Arbeits- und Sozialrecht halten, und jenen, die dagegen verstoßen, verringert werden.

    Im Programm der SPE kann man mehr lesen. Da sind alle landwirtschftlichen Themen umfassend angesprochen, allerdings aus der Außenperspektive. Wie die Verantwortlichen das alles gleichzeitig leisten sollen, darüber macht man sich keine Gedanken:

    Die Resilienz des Ernährungssystems muss für sichere, gesunde nahrhafte und ausreichende Lebensmittel das ganze Jahr über sorgen. Lebensmittelverschwendung und -verlust müssen reduziert und der ökologische Fußabdruck der Lebensmittelkette verringert werden. Bevorzugt wird lokale Produktion und der Konsum von saisonalen und regionalen Produkten.
    Man will den Zugang zu gesundem Essen zu leistbaren Preisen garantiert sehen. Eine pflanzenbetonte Ernährung im Sinne gesunder Ernährungsgewohnheiten soll beworben werden: der Übergenuss von Fleisch und hochverarbeiteten Produkten, sowie solchen mit viel Zucker, Fett und Salz soll eingeschränkt werden. Die “Eine Gesundheit” umfasst menschliche und tierische Gesundheit, aber auch Umweltschutz und Reduktion von Antibiotika in der Landwirtschaft. Mit den Risiken des Klimawandels und dem Verlust der Biodiversität muss man sich dringend beschäftigen. Die EU muss sich verstärkt um die Reduktion von Treibhausgasen kümmern.
    Bauern, Fischern und Aquakulturbetreibern muss ein faires Einkommen und eine faire Abgeltung garantiert werden, die Betriebsnachfolge sowie der Gendergap in der Lebensmittelproduktion müssen prioritär behandelt werden. Zusätzlich braucht es vorübergehende Unterstützung bei signifikant steigenden Dünger- und Energiepreisen.
    Smart farming, KI und andere Technologien, Alternativen zu synthetischen Düngern und Pestiziden und der Schutz der Naturressourcen im Sinne des Green Deal werden angestrebt. Der Gebrauch von Pestiziden muss streng reguliert werden, um die Risiken für Gesundheit und Umwelt zu minimieren.
    Der Schutz von Bienen und Bestäubern muss erfolgen, indem man landwirtschaftliche Ökosysteme wiederherstellt und biologische Schädlingsbekämpfung fördert, was zur Lebensmittelsicherheit beiträgt. Verteilungs-, Transport- und Lagerungs-Infrastruktur brauchen Investitionen, um auf Krisen vorbereitet zu sein. Sie sind der Schlüssel zu Versorgungssicherheit und zur Vermeidung von Lebensmittelverlust.
    Ein Entscheidungsprozess frei von Interessenskonflikten, geleitet von verantwortungsbewussten Autoritäten mit ausreichender finanzieller Ausstattung und Expertise, trägt zur Transparenz der Entscheidungen bei und verteidigt die Rechte der Bürger.
    EU-eigene Produktion von Dünger soll die Importabhängigkeit beenden, auch bei pflanzlichen Proteinquellen. Damit können strategische Lebensmittelvorräte geschaffen werden.
    Die EU hat eine globale Schlüsselrolle bei Lebensmittelproduktion und -handel sowie bei der Schaffung von Lebensmittelsicherheit auch für vulnerable Länder und Bevölkerungen.

    Das zentrale Thema der Sozialisten ist der Abbau von Einkommensunterschieden.

    ÖVP:
    Gemessen daran, dass es sich um DIE traditionelle Bauernpartei handelt, ist das Programm auffallend kurz.
    Allerdings werden alle Themen angesprochen, die den Betroffenen selber unter den Nägeln brennen: Stärkung des ländlichen Raumes, Erhalt der Familienbetriebe, Bürokratieabbau, faire Preise, Absatz für Bio.
    Die Rolle im Rahmen der globalen Versorgung ist stark im Bewusstsein.

    Wir wollen ein Europa, das den ländlichen Raum stärkt.
    Für eine sichere Lebensmittelversorgung mit höchster Qualität muss die Landwirtschaft unterstützt und von Regulierungen befreit werden.
    Das fordern wir:
    Sicherstellung der Lebensmittelversorgung Europas
    Inflationsanpassung der Mittel der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) für Österreich im Mehrjährigen Finanzrahmen der EU ab 2028 mit Abgeltung der Inflation und nationaler Kofinanzierung
    Im Fokus der neuen GAP ab 2028 soll ein europäisches Agrarmodell stehen, welches auf bäuerliche Familienbetriebe im Zentrum der ländlichen Räume basiert
    Entbürokratisierung vorantreiben und die Stellung der Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette stärken
    Entbürokratisierung und Verwaltungsvereinfachung innerhalb der GAP und in allen für die Landwirtschaft relevanten Rechtsmaterien – „One-in-Two-out“ für Agrar-Gesetze

    EVP
    Europa ist auf der ganzen Welt bekannt für seine qualitativ hochwertigen landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die die Basis unseres gastronomischen Erbes darstellen. Wir müssen diese Qualität aufrechterhalten und sogar, wo möglich, verbessern. Deshalb sind strenge Normen für die Herstellung von sicheren und gesunden Lebensmitteln und eine weitere Förderung von Bioprodukten notwendig. Diese Lebensmittelsicherheit sowie die Ernährungssicherheit und eine stetige und sichere Lieferung von Produkten, sind unverzichtbare Elemente unserer Vision einer modernen Agrarpolitik. Zur gleichen Zeit muss die Gemeinsame Agrarpolitik der EU, die bereits in den vergangenen Jahrzehnten modernisiert wurde, weiter reformiert werden, um ein nachhaltiges Modell der Landwirtschaft zu fördern, wobei Lebensmittel-Knappheiten als Folge des Bevölkerungswachstums und des Klimawandels, sowie die wirtschaftliche Rolle der Landschaft berücksichtigt werden müssen. Diese Reform sollte den neuen und stark steigenden weltweiten Bedarf an landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Food und Non-Food) berücksichtigen, der von einer wachsenden Weltbevölkerung, wesentlichen Änderungen in den Ernährungsgewohnheiten (angestiegener Fleischkonsum) und die Verwendung von Biokraftstoffen verursacht wird. Zur gleichen Zeit müssen wir die abnehmende Kapazität der landwirtschaftlichen Produktion in einigen Bereichen außerhalb Europas aufgrund des Klimawandels und der Knappheit von Wasser berücksichtigen. Angesichts dieser Perspektive sollte die kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung der landwirtschaftlichen Kapazitäten Europas erleichtert werden.

    ÖVP und Grüne sind die eigentlich die einzigen Parteien, die für aktive Bauern wählbar sind, weil die Landwirtschaft dort einen bedeutenden eigenen Stellenwert hat. Wie vertrauenswürdig die Ziele der ÖVP sind, ist eine andere Frage. Die Partei stellt seit Jahrzehnten den Landwirtschaftsminister, konnte aber den Strukturwandel hin zu immer größeren Betrieben und den Verfall der Preise nicht verhindern. Andererseits kann man fragen, ob es bei anderen politischen Konstellationen nicht noch schlimmer gekommen wäre.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Grüne:
      Diese Partei hat das umfangreichste Agrarprogramm. Die Politik der Grünen ist sehr radikal, daher wohl nicht für alle Bauern vertrauenswürdig. In Österreich trägt sie die Handschrift von Sarah Wiener.
      Es geht darum, einen Teil der Landwirtschaftsfläche der Natur zurück zu geben.
      Industrielle Landwirtschaft wird abgelehnt.
      Die gesamte Wertschöpfungskette soll auf ökologische Landwirtschaft umgestellt werden.
      Gentechnik und Patente sollen verboten werden, für Importlebensmittel soll eine Kennzeichnungspflicht existieren.
      Man will kleine regionale Betriebe, artgerechte Tierhaltung ohne Antibiotika, Ackerbau ohne Glyphosat und Pestizide.
      Mehr Geld für Bauern, weniger Geld für den LEH.
      Es soll flächengebunden gewirtschaftet werden: Dünger selber produzieren, Tiere nur mit eigenem Futter ernähren.
      Ausstieg aus Lebensmittelimporten, kurze Transportwege.
      Kein Getreide in die Energieproduktion
      naturnahe Forstwirtschaft
      Ende der Massentierhaltung, artgerechte Lebensbedingungen, Reduktion des Viehstandes, Verkürzung der maximalen Transportdauer, hohe eigene Standards auch bei Importen
      Mein Kommentar:
      Das alles würde einen Verzicht auf Wohlstand voraussetzen. So sympathisch die einzelnen Ziele zweifellos auch sind, in Summe sind sie realistischerweise doch eher ein populistisches Wolkenkuckucksheim.

      Hier noch die Ziele der Europapartei Greens/EVA: es geht um Handel und um Pestizide.

      Die Partei zitiert Studien, die sehr offensichtlich ideologisch gefärbt sind. Vieles ist durchaus glaubwürdig, manches aber nicht:
      “Chemische Pestizide tragen zur Zerstörung von Ökosystemen bei und können die Bodengesundheit schädigen, was zu einem Rückgang der Produktivität und geringeren Erträgen führt”, heißt es. Nun, Pestizide werden seit dem Ende des 2. Weltkrieges eingesetzt. Die folgenden Kurven zeigen, dass die Hektarerträge nicht abnehmen, sie sind vielmehr seither kontinuierlich gestiegen. Die starken Schwankungen der letzten Jahre haben wohl eher mit dem Klimawandel zu tun:
      https://www.praxis-agrar.de/service/infografiken/wie-stark-sind-die-ertraege-von-nutzpflanzen-seit-1950-gestiegen
      “Die Insektenpopulation in Schutzgebieten in Deutschland ist innerhalb von 30 Jahren um 75% zurückgegangen.” Da wird einzig auf die von Laien durchgeführte Krefeldstudie verwiesen. Wir wissen mittlerweile, dass die Masse an Insekten dort zurückgegangen ist, weil man im Naturschutzgebiet die Beweidung verboten hat, sodass die Dung-Insekten verschwunden sind. Die Artenvielfalt hat aber zugenommen.
      “Studien zeigen, dass die Ausgaben für Betriebsmittel in fast allen EU-Agrarmitgliedstaaten in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen haben: Zwischen 2015 und 2017 gaben Landwirt*innen pro Hektar zwischen +58 % (Irland) und +110 % (Spanien) mehr aus als 20 Jahre zuvor – die Erträge stiegen gleichzeitig aber wesentlich weniger an.”
      Der Anstieg des Pestizideinsatzes erfolgt aber nicht unbedingt mit dem Ziel der Ertragssteigerung, sondern ist eine Folge der zunehmenden Zahl eingeschleppter Schädlinge. Der Einsatz ist schon ein Erfolg, wenn der Ertrag gehalten werden kann.
      ” Auch wenn die Erträge im ökologischen Landbau etwas geringer sind, ist diese Art der Landwirtschaft im Schnitt 22-35 % rentabler – das ergab eine Untersuchung von 55 verschiedene Kulturen, die über einen Zeitraum von 40 Jahren auf fünf Kontinenten ökologisch angebaut wurden.” Bei uns hat die hohe Rentabilität vor allem mit den hohen Förderungen zu tun. Sie betragen im Alpenraum bis zu 80% des Einkommens!

      Und hier das Programm:

      Thema Mercosur:
      Wenn Handel zum Selbstzweck wird, binden Handelsabkommen unsere Gesellschaft an ein nicht nachhaltiges Wirtschaftsmodell. Das EU-Mercosur-Abkommen ist hierfür ein typisches Beispiel. Infolge dieses Abkommens würde die EU nicht nur mehr Fleisch und andere landwirtschaftliche Produkte importieren, sondern auch Treibhausgasemissionen, Entwaldung, Bodenverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen. Gleichzeitig würde sie die Lebensgrundlage der Bauern in der Mercosur-Region und in der Europäischen Union gefährden. Die Studie des Institut de l’Elevage Studie konzentriert sich auf landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel. Sie diskutiert die möglichen Auswirkungen des Freihandelsabkommens auf soziale Aspekte, menschliche Gesundheit, Tierwohl und Umwelt. Die Studie unterstreicht die unterschiedlichen Wettbewerbsbedingungen in der Landwirtschaft (“level playing field”) zwischen der EU27 und der Mercosur-Region. Insgesamt sind die Vorschriften für die landwirtschaftlichen Produktionsketten in den Mercosur-Staaten schwächer als in der EU. Der Studie zufolge könnte das Abkommen innerhalb von 5 Jahren zu einer zusätzlichen Entwaldung zwischen 620.000 und 1,35 Millionen Hektar führen. Es würde den Handel stärken, hätte aber auch negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit. Dazu gehören Verluste von biologischer Vielfalt, Freisetzung von Kohlenstoff mit Auswirkungen auf den Klimawandel, ein erhöhtes Risiko lokaler Umweltverschmutzung im Mercosur und die Auswirkungen eines erhöhten Einsatzes von Antibiotika und Pestiziden auf die Gesundheit der Bürger in der Mercosur-Region und Europa.

      Thema Pestizide:
      Pestizide zu reduzieren bedroht unsere Ernährungssicherheit nicht – den Status quo beizubehalten jedoch schon! Wenn wir chemische Pestizide weiter so nutzen wie bisher, gefährdet das bald die Lebensmittelproduktion hier in Europa. IPCC, IPBES und sogar die Europäische Kommission haben erst kürzlich wieder darauf hingewiesen: Chemische Pestizide tragen zur Zerstörung von Ökosystemen bei und können die Bodengesundheit schädigen, was zu einem Rückgang der Produktivität und geringeren Erträgen führt. “Business as usual” ist keine Option.
      Wir produzieren in der EU mehr als genug Lebensmittel: jedes Jahr landen 88 Millionen Tonnen oder 20 % aller Lebensmittel im Müll – neuesten Schätzungen zufolge sind es sogar 153 Millionen Tonnen! Deshalb müssen wir dringend etwas gegen die Lebensmittelverschwendung unternehmen.
      Wir verfüttern den Großteil unserer Ernte an Tiere, nämlich 60 % der gesamten Getreideproduktion in der EU. Wenn wir es mit der Ernährungssicherheit ernst meinen, müssen wir dafür sorgen, dass Lebensmittel vorrangig auf dem Teller und nicht im Trog landen!
      Zu viel Getreide wird außerdem als Agrokraftstoff verheizt. Im Jahr 2021 wurden in der EU 11 Millionen Tonnen Getreide und 8,6 Millionen Tonnen Pflanzenöl zu Kraftstoffen verarbeitet.
      Was wirklich zählt, ist den Zugang zu Nahrungsmitteln für die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft zu sichern. Dafür braucht es dringend wirtschaftliche und soziale Maßnahmen wie ein Ende der Lebensmittelspekulationen.

      Die Insektenpopulation in Schutzgebieten in Deutschland ist innerhalb von 30 Jahren um 75% zurückgegangen.
      In der EU sind 50 % der Schmetterlingsbestände im Grünland zwischen 1990 und 2011 verschwunden.
      Rund 40 % aller Fluginsektenarten sind weltweit vom Aussterben bedroht, dabei sind Insekten als Bestäuber sehr wichtig für unsere Lebensmittelproduktion.
      Der Verlust von Bestäubern stellt langfristig eine Bedrohung für die Landwirtschaft dar. Schuld an ihrem Rückgang ist unter anderem auch der Einsatz von chemischen Pestiziden.
      Außerdem sind 80 % der Böden in der EU bereits mit Pestiziden belastet, was ihre Fruchtbarkeit und Produktivität beeinträchtigen könnte.
      Auf vielen Betrieben könnten bis zu 40% weniger Pestizide eingesetzt werden – ohne Ertrag zu verlieren
      Bei bienenschädigenden Neonicotinoiden geht sogar noch mehr: Ohne Ernteverluste konnten 95% reduziert werden
      Der Einsatz von Pestiziden bei Kartoffeln und Weizen wurde ebenfalls ohne Ertragseinbußen um 90 % gesenkt.
      Die Alternativen liegen schon auf dem Tisch: Biologische Schädlingsbekämpfung durch Pheromone oder Netze schützen Obst wie Weintrauben und Äpfel sehr wirksam vor Schädlingen wie dem Apfelwickler – ganz ohne Insektizide.
      Studien zeigen, dass die Ausgaben für Betriebsmittel in fast allen EU-Agrarmitgliedstaaten in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen haben: Zwischen 2015 und 2017 gaben Landwirt*innen pro Hektar zwischen +58 % (Irland) und +110 % (Spanien) mehr aus als 20 Jahre zuvor – die Erträge stiegen gleichzeitig aber wesentlich weniger an.
      Das durchschnittliche Nettoeinkommen in allen großen landwirtschaftlichen Mitgliedstaaten der EU (außer Spaniens) ist deshalb zwischen 1997 und 2017 deutlich gesunken. Der Rückgang reicht von -6 % in Deutschland bis zu -33 % in Belgien.
      Die wirtschaftliche Effizienz der Landwirt*innen sinkt mit jedem Euro, den sie für Betriebsmittel wie chemische Pestizide ausgeben. Je mehr Pestizide eingesetzt werden, desto stärker sinkt das Einkommen.
      Auch wenn die Erträge im ökologischen Landbau etwas geringer sind, ist diese Art der Landwirtschaft im Schnitt 22-35 % rentabler – das ergab eine Untersuchung von 55 verschiedene Kulturen, die über einen Zeitraum von 40 Jahren auf fünf Kontinenten ökologisch angebaut wurden.
      Kurzum, die Agrarökologie hat sich in der gesamten EU als wirtschaftlich effizienter erwiesen. Den Einsatz chemischer Pestizide und damit auch deren Kosten zu reduzieren ist „gesunder Menschenverstand“: Jeder gesparte Euro kann in die Zukunft investiert werden!

      Der Einsatz von Pestiziden kann neurodegenerative Krankheiten und Krebserkrankungen verursachen. Besonders Landwirt*innen sind betroffen – beispielsweise vom Non-Hodgkin-Lymphom, einer unter regelmäßigen Pestizidanwendern weit verbreiteten Krebsart.
      Das Non-Hodgkin-Lymphom wurde vor kurzem in Frankreich sogar als landwirtschaftliche Berufskrankheit eingestuft und wird nun von der Krankenversicherung anerkannt.
      Nur Frankreich und Italien erkennen außerdem den Zusammenhang von Parkinson und Landwirtschaft offiziell an.
      Erst kürzlich wurde Monsanto in Frankreich zu einer Entschädigungszahlung verurteilt – ein Landwirt hatte nach gesundheitlichen Schäden durch eine Herbizidvergiftung geklagt
      In der EU gibt es jährlich 1,6 Millionen (unbeabsichtigte) Pestizidvergiftungen.
      Ein Drittel der Früchte in der EU ist mit Pestiziden kontaminiert.
      In Frankreich leben 20 % der Menschen in Regionen, in denen das Trinkwasser zumindest zeitweise Pestizidrückstände oberhalb der gesetzlich erlaubten Grenzwerte aufweist.
      In Wien wurden in einer Studie der Universität für Bodenkultur 17 verschiedene Pestizide in der Luft gefunden.
      Wir sind Pestiziden also auch ständig im Alltag ausgesetzt – und zwar immer ganzen Cocktails an verschiedenen Wirkstoffen. Was das für unsere Gesundheit bedeutet, ist weder erforscht noch Teil der Zulassungsverfahren für Pestizide in der EU.

      Auf EU-Ebene werden jedes Jahr 2,3 Mrd. EUR für die Beseitigung von Schäden durch Pestizide ausgegeben.
      Allein die Überwachung und Prüfung der Wasserqualität kostet mehrere hundert Millionen Euro im Jahr.
      In Frankreich könnten sich die versteckten Kosten durch den Einsatz synthetischer Pestizide auf mindestens 372 Millionen Euro pro Jahr belaufen.
      Kurz gesagt: Zur langfristigen Sicherung unserer Ernährung müssen wir jetzt handeln und lebenswichtige Ressourcen wie Ökosysteme, Böden und Wasser schützen. Wir müssen unsere Ökosysteme und ihre Artenvielfalt ebenso erhalten wie die öffentliche Gesundheit. Und vor allem müssen wir uns um die kümmern, die uns ernähren – Landwirt*innen. Wenn wir nichts tun, schaden wir ihnen und uns auf lange Sicht.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Das waren also die Wahlprogramme.
        Die Entscheidung ist wirklich schwierig.
        Man hat die Wahl zwischen
        einer Technisierung, die nur von industriellen Großbetrieben bewerkstelligt werden kann (NEOS),
        einem populistischen unqualifizierten Wischiwaschi (FPÖ),
        einer Partei, die an einen als Landwirt fast ausschließlich weitere Ansprüche stellt, wo es eh jetzt schon ohne Idealismus nicht geht (SPÖ),
        dem Weiter So (ÖVP)
        und einer Vision, welcher jene Grundlage fehlt, die Ulrike Herrmann formuliert, und mit der man eben keine Wahl gewinnen kann: schmerzhafter Verzicht durch alle. (Grüne)
        Verzicht
        auf viele tierische Lebensmittel,
        auf Luxus zu Gunsten höherer Lebensmittelpreise,
        auf die Annehmlichkeit, jederzeit genügend Lebensmittel kaufen zu können, auch wenn viel im Kühlschrank verdorben ist,
        auf bequemen Einkauf im Supermarkt,
        auf den jetzigen Energieverbrauch
        auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit der EU – Wirtschaft zu Gunsten von Grünem Schrumpfen

        2
        • Reinhard Seevers sagt

          Schön herausgearbeitet Elisabeth!
          Es ist doch offensichtlich, dass Politik niemals in der Lage ist, die Komplexität der Landwirtschaft, die entsteht, wenn man ihr alles überstülpt, in irgendeiner Art und Weise zu lösen.
          Die Realität sieht anders aus und die ganzen Wunschgedanken ökosozialer Prägung sind für mich einfach kompletter bullschit.
          Die Verbraucherschützer haben gestern im Deutschlandfunk angemahnt, dass es zu wenige Kontrolleure und damit Kontrollen gäbe, die landw. Betriebe regelmäßig kontrollieren und damit den Verbaucherschutz sicherstellen. Es ist einfach zum K…..
          Es scheint ja so zu sein, dass die Bürger dieses Landes in einer sterbenden Umgebung (Vögel tot, Insekten tot, Wald tot) durch heimische konventionelle Bauern vergiftet werden.
          Die ARD hat eine Mitmach-Aktion gestartet. Unsere Flüsse unsere Bäche…das ist das nächste Einfallstor gegen die Landwirtschaft, darauf werde ich jede Wette annehmen.
          https://www.tagesschau.de/wissen/klima/ard-mitmachaktion-fluesse-100.html

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          • Schmeckt gut sagt

            Für die mitlesenden Redakteure/Journalisten: Dies wäre doch mal eine Meldung wert. Die ARD stellt den immer besser werdenden Zustand der Gewässer auf die große Bühne und hofft dabei insgeheim, dass durch die “privat” erfassten Daten, ein schlechetr Zustand der Gewässer heraus kommt. Bei der großangelegten “Erfassung” von Daten der NGOs vor einiger Zeit kam ja heraus, dass es garnicht so einfach ist, aussagekräftige Daten zu bekommen, denn die Erfassungspunkte waren dabei (absichtlich?) schlecht gewählt und die “Auswertung” dieser wissenschaftlich nicht belastbaren Zahlen führte dann zu der zu erwartenden Aussage: Die LW ist selbstverständlich Schuld. Von der ARD “zertifizierte Probenahme-Laien” sollen es jetzt richten und die vorgefertigten Aussagen liefern.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Schmeckt gut, das läuft unter gelebter Demokratie. Public science ist seit der Vogelzählung des Nabu das Maß der Zustimmung FÜR Artenschutz.
              Jetzt kommt die neue Richtung, die Unterstützung der europäischen Gewässerschutzrichtlinie. Das deutsche Wasserrecht ist nicht ausreichend, unsere vielen verschmutzten Gewässer zu schützen. Der Bürger muss helfen, Daten zu sammeln…die kann man dann nach Brüssel melden und ist wiederum Vorreiter der Weltrettung.

              8
        • Smarti sagt

          Frau Ertl, ich habe vor einiger Zeit aus Neugierde mal die Politik in der Schweiz angeschaut, früher waren da so richtige Vollblutbauern “weit oben in den Führungsetagen”. Gemüse – und Früchtebetriebe haben es immer schwerer bzw. schliessen beim Generationenwechsel, die Jungen tun sich das nicht mehr an.
          Wie bei uns in Deutschland auch, begreifen die Verbraucher nicht, dass Landwirte “extrem viel Geld ohne Gegenleistung” vom Staat kassieren und dennoch “die Frechheit besitzen, hohe Preis zu verlangen”. Es gibt in der Schweiz noch etliche Bauernmärkte. Allerdings zieht es die Kunden doch deutlich zu Aldi Schweiz, da kosten die Äpfel weniger als ein Drittel.
          Fazit: Ihre Zusammenfassung stimmt wohl auch für die Schweiz.

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        • Bauer Willi sagt

          @Elisabeth Ertl
          Danke für die tolle Ausarbeitung. Wir wählen immer nur das kleinere Übel…

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      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Frau Ertl , hätte man das nich etwas komprimierter darstellen können?

        3
        • Sonja Dengler sagt

          Ja dann: machen SIE das mal. Ist ja easy, das von anderen zu fordern 🙂

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          • Peter sagt

            Zitat aus den “Spielregeln”: “Kommentare sollten auch nicht länger als der dazugehörige Beitrag sein.”

        • Bauer Willi sagt

          @Brandenburgbauer
          Frau Ertl hat es sehr ausführlich und genau dargestellt. Ich finde das toll!

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  9. Frank sagt

    Diese Ausarbeitung aus dem ÖRR beschränkt sich darauf je ca. 5 Schlagworte der Pertei wiederzugeben, inhaltlich sagen diese abgedudelten Hülsen gar nichts weiter aus und sind zudem reichlich austauschbar.Zudem darf man vermuten, dass die meisten dieser Agit-Prop-Lyriker keine Vorstellung haben, wie ihre Verse in die Realität kommen sollen und welche Wirkung das auf Landwirtschaft und Ernährung hat.
    Am Ende gehts nach der Wahl in die Koalitionsverhandlungen und die Parteien dann noch an Wahlversprechen und Programmen zu messen, ist bekanntlich unfair.

    Mein Favorit aus dem Ganzen: “Eine “biovegane Landwirtschaft” könne für eine Verminderung des großflächigen Einsatzes gesundheitsschädlicher Stoffe in unseren Lebensmitteln sorgen und sollte deshalb gefördert werden.”
    Man muss nur weiter glauben, auch wenn die Realität das mit der Gesundheitsgefahr aus Erzeugnissen konventioneller LW nicht hergibt.

    5
  10. Reinhard Seevers sagt

    Reine Laberei ohne Substanz. Der große Flâchennutzungskonflikt, der fehlende Nachwuchs, die horrenden Kosten der Erzeugung, die weiter zunehmende Urbanisierung, die zunehmende Diversifizierung der Gesellschaft, die fehlenden Fachkräfte und die bestehende LEH-Macht und deren Distributivkraft bestimmen die Agrarwelt, nicht die inhaltsschweren Begriffe der Politik….achja, und das Wetter natürlich.😉
    Deshalb sind alle politischen Wünsche und Versprechen hohle Phrasen.

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  11. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war sagt

    Die klarsten Aussagen sind die der AFD.

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    • Bauer Willi sagt

      @Es war nicht alles schlecht…
      Hier ein Zitat der blauen Partei: “Bei der Tierhaltung fordert die Partei eine konsequente Umsetzung der Tierschutzgesetze”
      Wird das aktuell nicht praktiziert?

      Und dann noch ein Zitat: “Die AfD steht der Regulierung und Förderung der Landwirtschaft grundsätzlich kritisch gegenüber”
      Was sie statt dessen will, wird nicht gesagt.

      9
      • Frank sagt

        Darüber und über das Wörtchen “konsequent” kann man sich doch immer streiten, da es in manchen Punkten widerstreitende Interessen gibt.
        Stichworte: schächten, Wolf

        3
        • Reinhard Seevers sagt

          Beim Tierschutz wird es NIE einen gesellschaftlichen Konsens geben, weil die Definition nicht in den Händen der Landwirtschaft liegt, sondern ausschließlich in denen von NGOs und feminin definierten Bürgerinnen mit Hang zum Veganismus. Die Nutztierhaltung steht langfristig grundsätzlich in Frage, es sei denn es gibt wirklich eine Hungersnot.

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      • Peter sagt

        na doch: z.B. “Die AfD setzt sich dafür ein, die Unabhängigkeit der Landwirte zu stärken und marktwirtschaftliche Prinzipien wieder in den Vordergrund zu rücken. Die strukturellen Rahmenbedingungen der Landwirtschaft seien so zu gestalten, dass auch kleine und mittelgroße Betriebe langfristig erfolgreich wirtschaften könnten.”

        …fehlt sicher an dieser Stelle das “wie”…

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        • Inga sagt

          dass sie ein Familieneinkommen erwirtschaften.

          So viel sollte uns die Erhaltung der Umwelt wert sein, die die Lndwirtschaft ja gewissenhaft mitgestaltet.

      • Reinhard Seevers sagt

        Willi: Und dann noch ein Zitat: “Die AfD steht der Regulierung und Förderung der Landwirtschaft grundsätzlich kritisch gegenüber”
        Was sie statt dessen will, wird nicht gesagt.

        CDU:…”Das EU-Modell der Direktzahlungen sollte nach Ansicht von CDU/CSU eine “echte Honorierung der vielfältigen Leistungen sein” – und dazu stark vereinfacht werden.”

        Das lässt ja die gleichen Schlüsse zu Willi, nur mit anderen Worten, damit es sich besser verkaufen lässt.

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      • Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war sagt

        Herr Kremer Schillings, die etablierten Parteien sagen mit vielen Worten wenig und dieses wenige wird auch noch von Parteistrategen genau festgelegt. Vielleicht sagt die AFD mit wenigen Worten viel. Das Vorgehen gegen die AFD ist übrigens ein höchst undemokratischer Prozess, möglich vor allem weil Herr Maaßen auf kuriose Art und Weise gegen Herrn Haldenwang ausgetauscht wurde. Gegen diese Machenschaften sagen auch die Freien Wähler nichts, so christlich sie auch sein mögen. Oder gehört das vielleicht zum Wahlkampf?

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